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![]() Welche Rolle spielten die US-Soldaten?ein Testbericht von Bjoern.Becher2003-01-04 16:41:31 vom 04.01.2003 Empfehlung: jaDie Amerikaner gingen sogar so weit, dass man persönlich Druck auf ARD-Intendant Fritz Pleitgen ausübte den Film nicht zu zeigen. Doch um was geht es in diesem so brisanten Film? Im November 2001, die schlimmsten Schlachten sind geschlagen, ergeben sich in der Nähe der nordafghanischen Stadt Konduz ca. 8000 Taliban Krieger den Soldaten der USA und der Nordallianz. Sie bekommen die Garantie, dass ihr Leben geschont wird. Unter diesen Soldaten ist einer der zu einem Medienereignis wird: Der amerikanische Taliban John Walker Lindh. Doch für die anderen 8000 interessiert sich in der Öffentlichkeit niemand. Diese sollten alle in ein Gefängnis nach Shebergan gebracht werden, doch dort kamen nur 3015 Gefangene an. Über 1000 der Gefangenen starben bei Aufständen, einige wurden nach Kuba gebracht, doch über 3000 Gefangene sind verschwunden! 3000 verschwundene Menschen, wo sind diese das sind die Fragen, mit denen sich Jamie Doran befasst. Jamie Doran vermutet, dass die Menschen umgebracht wurden mit bestialischen Methoden. Erstickt und erschossen in Containern! Und die Amerikaner haben es gewusst, dabei zugesehen und es vielleicht sogar befohlen. Es ist erwiesen, dass mindestens 3000 Menschen von diesen 8000 verschwanden, doch wo sind diese? Mit Hilfe von unzähligen Zeugen entwickelt Doran auf der Suche nach diesen Menschen ein Schreckenszenario. Er hat Beweise dafür, dass ein Teil der Gefangenen erst in das Gefängnis von Shebergan in offenen Lastwagen transportiert wurde. Dazu gibt es Bilder. Diese Gefangenen kamen größtenteils an. Doch dann war das Gefängnis, welches eigentlich für 600 Gefangene konzipiert ist, überfüllt. Die restlichen Gefangenen wurden in große Container gepfercht, auch diese Container kamen nach sehr langer Zeit, am Gefängnis an. Soweit sind alles noch erwiesene Tatsachen. Doch warum brauchten die Container so lange? Warum waren die Container von Schüssen durchlöchert? Das sind die Fragen, und die Antworten auf diese kann Doran nicht beweisen. Unzählige Zeugen befragt er. Soldaten der Nordallianz, welche den Gefangenentransport überwacht haben, und auch die Fahrer der LKWs auf denen sich die Container befanden, und er kommt zu einem grausigen Verdacht: Die Gefangenen in diesen Containern sollten nie das Gefängnis erreichen. Er erfährt, dass die Container teilweise mehrere Tage in der Wüste standen, er erfährt, dass die Gefangenen in den Containern am Ersticken waren, und die Soldaten daraufhin "Luftlöcher" in die Container schossen, doch nicht aus Menschlichkeit, denn die Einschusslöcher befinden sich oben an der Seitenwand, sondern quer über diese drüber, so dass unzählige Leute erschossen wurden. Er erfährt von Leuten, welche die Container gesehen haben, dass Blut heraus läuft. Er erzählt, was er von einem Überleben der Container-Transport gehört, nämlich, dass die Gefangenen sich gegenseitig den Schweiß abgeleckt haben, dass sie sich gebissen haben, um an Flüssigkeit zu kommen und umso mehr man als Zuschauer das ganze hört um so mehr dreht sich einem der Magen um. Was Doran da aufzeigt, ist eins der grausamsten Verbrechen in der jüngsten Geschichte. Zu Recht zieht Doran einen Vergleich zum Anschlag auf die Twin Towers in New York, denn die Zahl der Toten liegt nicht weit auseinander. Und Doran geht weiter, er findet Indizen dafür, dass die Amerikaner von der Sache wussten, er hat sogar einen Beweise dafür, dass die Amerikaner auf jeden Fall anwesend waren, als die mit Leichen gefüllten Container im Gefängnis ankamen. Sie waren nach Zeugenaussagen beim "Ausladen" der Container dabei, und sie waren dabei, wie die Toten, die Bewusstlosen und die schwer Verwundeten in die Wüste gebracht wurden, wie dort ein Massengrab ausgehoben wurde, und sie waren dabei wie alle dort verscharrt wurden, wer noch lebte wurde vorher erschossen. Und er entdeckt in der Wüste ein Massengrab, in dem über 1000 Menschen liegen, wahrscheinlich 1000 der verschwundenen 3000. Durch das Zeigen von Ausschnitten im Europäischen Parlament (s.o.), hat er es immerhin geschafft, dass diese Massengräber mittlerweile geschützt werden, denn nach der Entdeckung durch ihn, haben sich einige Leute in Afghanistan schon wieder an die Beseitigung dieser Gräber gemacht. Doch wie viel davon ist wahr? Dies ist die Frage, die sich dem Zuschauer natürlich den ganzen Film über stellt. Das Pentagon streitet alles ab, kein einziger Mitarbeiter ist aber zu einem Interview bereit, nur der ehemalige stellvertretende Verteidigungsminister gibt Doran ein Interview. Und General Abdul-Raschid Dostum! General Dostum war der große Kriegsherr im Afghanistan-Krieg und Doran glaubt, dass Dostum auch für dieses Verbrechen verantwortlich war. Er zieht dabei, zwar nicht ganz offen, aber schon zu erkennen auch eine Parallele zur jahrelangen Außenpolitik der USA. Dostum passt perfekt in die Reihe Pinochet, Hussein, Bin Laden, in die Reihe skrupelloser, brutaler, nach Macht strebender Menschen, aufgebaut von den USA und große Verbrecher. Dostum ist heute übrigens stellvertretender Verteidigungsminister in Afghanistan, und auf dem Weg weiter nach oben. Aber die eben schon gestellte Frage bleibt, was ist wahr? Und diese Frage ist extrem schwer zu beantworten und da liegt auch das große Problem des Films. Der Zuschauer selbst, ich auch, wird größtenteils nicht über genügend Backgroundwissen verfügen (woher auch), um die zahlreichen Indizien von Doran einordnen zu können, und vor allem objektiv selbst zu urteilen. Übertreibt Doran oder untertreibt er vielleicht sogar? Doran ist auf jeden Fall ein in England sehr angesehener Dokumentarfilmer und er versucht in seinem Film die Amerikaner nicht direkt zu beschuldigen, er benutzt Sätze wie "man hat den Eindruck" etc., er sagt nie, die Amerikaner waren es, er meint es aber. Aber den schlüssigen Beweis liefert er nicht. Er erzählt nur, dass er in beinahe in Händen hatte. Er habe angeblich ein Video angeboten bekommen, auf dem zu sehen ist wie afghanische Soldaten auf die Container schießen, auf den zu sehen ist wie amerikanische Soldaten beim "Ausladen der Container" zuschauen und wie amerikanische Soldaten bei einer Hinrichtung zuschauen. Doch beim Kauf des Videos wird Dorans afghanischer Mitarbeiter brutal zusammen geschlagen. Dieser kann nur berichten, was er auf dem Video gesehen hat, das Video präsentieren kann Doran nicht. Aber egal wie viel von dem Film stimmt, eins ist sicher, die amerikanische Regierung sagt nicht die volle Wahrheit, denn diese behauptet immer noch, dass sie nicht weiß, dass es jemals solche Container-Transporte gab, Doran aber beweisen kann, dass es diese gab und dass bei Ankunft der Container in Shebergan über 100 amerikanische Soldaten anwesend waren. Der Film ist auf jeden Fall sehenswert, er zeigt die Grausamkeit des Krieges, er zeigt die Grausamkeit des Strebens nach Macht und es ist sicher keine Dokumentation, welche "den US-Einsatz in Afghanistan&nbs p;in unfairer Weise charakterisiert " (so ein Vorwurf des amerikanischen Außenministeriums). Und auch wenn die Amerikaner "Umtriebe linker Elemente wittern", dieser Film beweist auf jeden Fall, dass die Amerikaner einiges über diese Verbrechen wussten und wissen, doch wie stark sie daran beteiligt sind, kann der Film leider nicht klären. Hier kann er nur mit Indizien aufwarten und zahlreichen Zeugen, deren Glaubwürdigkeit man als Zuschauer leider nicht nachvollziehen kann. Und das ist auch die einzige Schwäche des Films, dass es dem Zuschauer nur schwer möglich ist, sich zu den weitergehenden Theorien (aktives Mitwirken der Amerikaner an den Verbrechen, oder vielleicht sogar Befehligen desselben) selbst eine Meinung zu bilden. Der Film bekommt von mir 8 von 10 möglichen Punkten! Titel Deutschland: Das Massaker in Afghanistan - Haben die Amerikaner zugesehen? Genre: Dokumentarfilm Großbritannien 2002, FSK ohne Altersbeschränkung, Laufzeit: 45 Min. (deutsche Fassung) Regie: Jamie Doran Interviewpartner: Najibullah Quairishi (zusammengeschlagener Mitarbeiter von Doran), Andrew McEntee (Internationaler Anwalt für Menschenrechte), Richard Perle (ehem. stellvertretender Verteidigungsminister der USA),Taj Mohamad Wardak (Innenminister von Afghanistan), Manuel Gigante (Vereinte Nationen, Kabul), Robert Fox (internationales Institut für Strategische Studien, London), General Rachid Dostum (Kriegsherr der Nord-Allianz), General Abdul Ramatullah (Nord-Allianz), Amir Jahn (Unterhändler der Taliban), unzählige anonyme Zeugen Produktion: David McDougall für Atlantic Celtic Films Kamera: Mark Oulson Jenkins, Steen Erikson Ton: Andrew Driver Schnitt: Franco Pistillo, Kevin Kober Schnitt, deutsche Fassung: Sophie Kill Recherche: Najibullah Quairishi Deutsche Sprecher: Marc Bator, Andreas Birnbaum, Michail Paeletz Deutsche Bearbeitung: Eric Fiedler Weiterführende Links zu diesem Film (alle höchst empfehlenswert): Tod im Container (Artikel aus dem Spiegel): http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,227236,00.html ARD zeigt brisante Reportage über Massaker an Taliban (Artikel aus der Ostsee-Zeitung): http://ostsee-zeitung.de/ar/start_154959.html US-Regierung verärgert über ARD-Doku (Artikel aus der Rheinzeitung): http://www.rheinzeitung.de/on/02/12/17/topnews/usard.html 3 äußerst interessante Artikel aus der Süddeutschen Zeitung (darunter ein Interview mit ARD-Intendant Fritz Pleitgen) sind leider nicht mehr auf den Webservern der SZ verfügbar. © Björn Becher 2002, 2003 ... |
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Allgemeine Informationen Das Massaker in Afghanistan
gelistet seit: 15.09.2003
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| Film / Kino-Daten Genre: Dokumentation Weitere Merkmale Filme von A-Z: D |






















