Tefal Miniofen Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Bewertung (4.0 von 5)
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
...kann militärisch mißbraucht werden
Nachteile/Kritik
...kann militärisch mißbraucht werden
Klein aber Oho!!!!
ein Testbericht von fabischmitt2003-06-16 15:26:08vom 16.06.2003Empfehlung: ja
Vorteile: ...kann militärisch mißbraucht werden...Nachteile/Kritik: ...kann militärisch mißbraucht werden
Zu Weihnachten erreichen uns oft die merkwürdigsten Aufmerksamkeiten und so fand sich unter dem Weihnachtsbaum denn auch ein Produkt, das mich stutzig werden ließ. Es kam von Tante Annemie, die schon immer einen besonderen Sinn für alles unpraktische hatte. Rein optisch stelle man sich das Geschenk als Mittelding zwischen 14“ Bildschirm, Waschmaschine und Microwelle vor,- will sagen, man kann vorne reingucken und sieht, was drinnen passiert.
Durch die Bezeichnung Miniofen neugierig geworden, packte ich das Dingen mal aus, schob den Stecker in eine Steckdose und stellte erwartungsvoll die höchste Stufe ein- heraus kam aber kein Mini sondern nur etwas stickiger Qualm.
Also mal die Bedienungsanleitung geblättert...
Wieder einmal mehr um ein gutes Stück schlauer geworden (lesen bildet), konnte ich feststellen, daß es mit dem Qualm und ohne Mini seine Richtigkeit hatte und mir darüber hinaus nun ein Bild machen, wie eine optimale Nutzung auszusehen hätte und warum ich es nicht brauchen konnte- typisch Tante Annemie!
Wenngleich das Gerät über einen praktischen Ein-/Aus-Schalter, praktischen Standfüßchen und einer ebensolchen Ladeklappe verfügt, die nur noch von einem äußerst praktischen, regelbaren Thermostaten und einer Kontrollleuchte getoppt wird- hatte Tantchen doch mal wieder ins Schwarze getroffen.
„...Form schön!“ dachte sich der Designer...? -ich bin sicher, er hat sich kurz darauf das Leben genommen; das Teil ging trotzdem versehentlich in Produktion.
OK! Nach einem guten Glas Wein und etwas mehr guten Willen, könnte man es als Retro- Design bezeichnen. Das Gerät strahlt die wohlige Atmosphäre eines Krankenhaus Sterilisator´s der 50er Jahre aus und verbraucht dabei ein Raumvolumen von 0.03123 m³. Reingehen sollen nach Herstellerangabe 12 Liter, wobei nicht näher beschrieben wird, von was.
Der europäische Markt wird von Tefal mit Variationen in Miniöfen beglückt:
Trööööhhhhrööööö:
1.)Miniofen weiß (Artikel Nr. 5205)
und....*trommelwirbel*
2.)Miniofen weiß (Artikel Nr. 5206)
Tante Annemie hatte uns mit dem Miniofen weiß bedacht, der im Gegensatz zum Miniofen weiß über keinen Timer verfügt, deshalb aber auch rund 15 €uro preiswerter ist. Wer die Schnauze dann immer noch nicht voll hat, kann sich bei Tefal auch noch mit einem Maxiofen und sogar einen Schlemmerofen eindecken. Das ist toll!
Tefal verspricht „Laune zu machen“- ergo nutze ich eine depressive Phase aus, um das Haushaltsgerät einem Härtetest zu unterziehen. Ich besorgte mir aus dem Transplantationsregal für Geflügelextremitäten zwei im Volksmund als Puterkeulen bezeichnete Oberschenkelamputationen eines Truthahns.
Gesalzen, gepfeffert und mit Zitronen- und Orangensaft übergossen mache ich mich daran die Teile auf dem beigelegten winzigen Rost zu drapieren und versuche denselben dann in die dafür vorgesehene Einschuböffnung zu manövrieren. Verdutzt betrachte ich die ebenso winzige Mehrzweckschale, in der ich schon gerne den Bratensaft aufgefangen hätte, um die Keulen ab und an zu begießen. Eine innere Stimme sagt mir, daß dieses Vorhaben von keinem guten Stern begleitet werden würde. Nachdem ich kurz mit meiner inneren Stimme darüber diskutiert hatte, ob Sterne ernsthaft in gut und böse unterteilt werden könnten, schaffte ich die Puterkeulen in Miniofens großen Bruder, und machte den kleinen Racker wieder sauber um ihn einem Studentenwohnheim zu vermachen.
Wer keine Angst vor Schlangen hat, kann die untere sogar zum leichteren reinigen anheben, die obere aber nicht runter klappen. Man sollte
aber warten, *brandsalbesuch* bis sich die Heizschlangen wieder etwas abgekühlt haben.
Eigentlich eher unfreiwillig: durch meinen neuen Partner und meinen Umzug in die Wohnung seiner (verstorbenen) Oma haben wir zwar fast alles renoviert, aber die alte (kaum genutzte) Einbauküche gelassen wie sie war. Einziger Haken: unter dem Herd befindet sich nicht wie gewohnt ein Backofen. Schöner Mist...wo sich doch meine Küchenkünste eher auf Kuchen, Aufläufe und Gratins beschränken. Schnelle „Rettung“ kam durch seine Schwester, die noch einen solchen Minibackofen herumstehen hatte und uns diesen überlassen hat.
Das Gerät selber:
Ein weißer Kasten (etwas kleiner als eine handelsübliche Mikrowelle) mit einer Klappe vorne dran. Zum Zubehör gehört ein „Grillrost“ (ich weiß leider nicht, wie die richtig heißen) und ein Backblech. Ansonsten befindet sich vorne rechts eine Kontrolleuchte, und zwei Drehregler: einer für den Timer und der andere zum Einstellen der gewünschten Temperatur. Über einen Kippschalter läßt sich wahlweise nur Unterhitze oder aber unter- und Oberhitze wählen.
Macht man die Klappe auf (die übrigens zwecks besserer Kontrolle durchsichtig ist), sieht man drei Einschubhöhen (unten, Mitte und oben) und den auf dem Boden liegenden Heizstab.
Weitere Details sind auch unter http://products.tefal.de/tef/index.html zu finden; auf Essenszubereitung links klicken, als nächstes „Ofen“ auswählen.
Der praktische Umgang:
Absolut kinderleicht und wie beim „großen Bruder“, nur daß man bei meinem Gerät zusätzlich einen Timer einstellen kann.
Ist ganz praktisch, wenn man nicht ständig auf die Uhr gucken will...gewünschte Laufzeit einstellen und wenn
die Zeit abgelaufen ist, pingelt es recht laut.
Zu Reinigen ist dieser ebenfalls wie jeder andere Backofen auch. Was einerseits recht praktisch ist (der klappbare Heizstab) um z. B. Brötchenkrümel herauszubekommen, kann auch genauso unpraktisch sein: läuft einem z.B. Käse auf diesen Heizstab, so ist es ganz schöner Fummelkram, diesen Heizstab wieder sauber zu bekommen. Macht man es nicht, stinkt es beim nächsten Heizen recht ordentlich, weil die Reste schließlich verbrennen.
Was mir nicht gefällt:
Man bekommt zwar fast alle Größen an Auflaufformen und / oder Backformen hinein, aber es wird sehr eng. Die angegebene 28 cm Springform ist wirklich das Maximum, was man unterbringen kann. (Ja...die Tiefkühlpizza paßt! ;-) ) .
Die Klappe schließt natürlich nicht so super dicht ab, wie man es von einem Backofen kennt, somit ist es ratsam, die Temperatur immer einen Tick höher einzustellen, als es angegeben ist. Des weiteren ist es ratsam, den zu backenden Inhalt während des Vorgangs einmal komplett zu drehen: meine erste Pizza war hinten fast schwarz und vorne war der Käse nicht mal zerlaufen. Dies führe ich auf die nicht ganz abschließende Klappe zurück und seitdem ich alles drehe, ist das Ergebnis zufriedenstellend.
Bei großen und sehr vollen Auflaufschalen habe ich auch oft das Problem, daß zwar außen rum der Käse schön zerlaufen ist, soweit auch alles wirklich heiß ist, aber zur Mitte hin wird es zwar warm, aber nicht wirklich heiß (und das bei 60 Minuten und hoher Temperatur).
Durch die wohl eher etwas schlechte Isolierung gibt der Ofen auch nach außen sehr viel Hitze ab, man sollte also solange er in Betrieb ist (und bis er wieder abgekühlt
ist) wirklich nichts in Gedanken darauf stehen oder liegen lassen, denn es schmilzt....Ok, ich weiß: auf einen normalen Backofen würde man auch nichts legen, aber dieses Teil steht nun mal auf der Küchenarbeitsplatte und zwangsläufig stellt man dann dort mal etwas drauf ab (wird bei Mikrowellen ja auch gerne gemacht)
Fazit:
Für einen 1-2 Personen Haushalt, wo dieser Ofen für kleine Portionen genutzt wird, ist es akzeptabel (gerade für eine Übergangszeit ist er sicherlich auch besser als gar kein Ofen). Bei einer größeren Familie, wo ein Backofen größere Mengen bewältigen muß und auch dementsprechend oft im Einsatz ist, kann ich ihn nicht empfehlen.
Zum Preis äußere ich mich absichtlich nicht, weil wir dieses Gerät weder neu bekommen haben und zudem auch nichts bezahlt haben. Würde ich aber jetzt vor der Entscheidung stehen, würde ich mich eher einen neuen Herd mit Backofen kaufen, als diesen Minibackofen.
Wenn Ihr noch Fragen, Anregungen oder aber auch konstruktive Kritik, so freue ich mich über Eure Kommentare...