Die Stadt der verlorenen Kinder
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Die Stadt der verlorenen Kinder
Die Stadt der verlorenen Kinder
Die Stadt der verlorenen Kinder

Die Stadt der verlorenen Kinder

 (VHS) Fantasyfilm
Platz 212 in der Kategorie "Fantasyfilme". Genre: Fantasy / System: VHS Videofilm / Altersfreigabe (FSK): 12 / Als der Adoptivbruder des Einzelgängers One vom verrückten Wissenschaftler Krank entführt ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 (5.0 von 5)

Die Stadt der verlorenen Kinder gebraucht & neu

Die Stadt der verlorenen Kinder Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 5,00 / 5,00 (5.0 von 5)
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • die Geschichte; die Umsetzung; die Atmosphäre; die Musik => alles
  • Betörende Bilder aus einer seltsamen Traumwelt, ein kongenialer Soundtrack, schillernde Charaktere
Nachteile/Kritik
  • <= nichts
  • nichts Wesentliches
aimynona

Ein Märchen unserer Zeit

ein Testbericht von 2004-01-21 14:39:40 vom 21.01.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: die Geschichte; die Umsetzung; die Atmosphäre; die Musik => alles...
Nachteile/Kritik: <= nichts
Gibt es in unserer Zeit eigentlich noch Märchen? Wenn ja, wessen Namen werden in einigen Jahrhunderten als Märchensammler überliefert werden?
Ich bin der Meinung: es werden hauptsächlich Filmregisseure sein. Teilweise, weil die Menschen weniger und weniger lesen, aber überwiegend wohl deshalb, weil sich in Filmen mittels moderner Technik und Special Effects die traumhaftesten und unvorstellbarsten Bilder zaubern lassen - ein Meisterteam dieser modernen Art, Märchen zu erzählen sind meiner Ansicht nach Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro, die wohl besonders in letzter Zeit durch Amelie Aufsehen erregt haben dürften, der in seinem Stil den früheren Werken der beiden, nämlich beispielsweise Delicatessen und der Stadt der verlorenen Kinder, sehr ähnelt.

Doch wer nur Amelie kennt, sei gewarnt: Vergleichsweise harmlos, wenn auch technisch feiner wirkt das jüngste Kind des Teams im Gegensatz zu dem Film, den ich mir selbst zum Geburtstag schenkte.
Die Stadt der verlorenen Kinder ist zwar ein Märchen, jedoch weniger Grimmig als mehr: Anders(en) - schön und brutal, verspielt und grausam, naiv und doch gnadenlos.
Erwachsene Kinder, verfolgt von dem traumlosen Krank, kämpfen sich wie in einem Dickens-Roman durchs Leben, werden ausgebeutet, ausgenützt und sind doch trotzdem irgendwie die Klügeren, oder aber einfach nur die besser organisierten, weil sie zusammenhalten.
Krank, mit seinen sechs Klonbrüdern und seinem Halbbruder, der eigentlich nur ein Gehirn ist - macht zusammen sieben Zwerge und einen hoffnungslosen Prinzen.
Auf dieser düsteren, bösen Bohrinsel irgendwo am Meer, die man nur durch eine einzige auf einen Seemann tätowierte Karte finden kann, dreht sich alles nur darum, Krank gesund zu machen - auf Kosten der Lebensenergie verschreckter kleiner Kinder.
Denn Krank's Problem ist nicht nur sein eigenes Leid; sein Problem ist, daß sein eigenes Leid auch das Leid der Kinder verursacht, die ihm nicht mehr helfen können, sobald sie Angst vor ihm haben. Sprich: Krank vernichtet sich selbst, da er zu Gefühlen nicht fähig ist.
Ein technischer Fehler bei seiner Konstruktion im Reagenzglas ließ ihn dieses Dasein fristen, den Verantwortlichen, seinen Vater, gibt es nicht mehr.

Irgendwie ist alles miteinander verwoben, und so kommt es, daß Kranks Familie den falschen kleinen Jungen entführt, und doch genau den richtigen: One's kleinen Bruder, der über alles geliebt wird, doch nicht nur das: er wird auch über alle Maßen geschützt und folglich von One, der als Supermuskelmann eine Art Zirkusattraktion darstellte, gesucht - doch One, der kindliche Riese, wäre aufgeschmissen ohne das erwachsene Mädchen Miette, die ja eigentlich auch keine Gefühle kennt. Doch anders als Krank ist sie dazu fähig, welche zu entwickeln.

Dies ist eine brutale, doch gleichzeitig wunderschöne Welt. Es gibt Flöhe, die auf Kommando ein Serum einimpfen, welches Aggressionen durch Melodien auslöst.
Es gibt Kinder, die irrsinnig gefinkelte Methoden entwickeln, ihre Raubzüge zu begehen - es gibt Zyklopen (Halbandroiden), die ein tausendfaches Gehör haben und vor denen es deshalb kein Entrinnen gibt - es gibt die bösen siamesischen Zwillingsschwestern, die die Kinder knechten und versklaven und keinen Funken Herz besitzen.
Es gibt ein kleines Mädchen, das einen großen Bruder findet - und es gibt ein furchtbares Monster, das kleine Kinder aussaugt.

Delicatessen, die Stadt der verlorenen Kinder und auch Amelie haben eines gemeinsam: Man erkennt sofort die wundervollen Kameraeinstellungen, die Art, mit Kettenreaktionen zu arbeiten, die groteske surreale Welt. Die detailgenaue Beschreibung eigentlich belangloser Nebensächlichkeiten, die auf diese Art das Gesamtbild beeinflussen und völlig verändern.
Doch die Stadt der verlorenen Kinder hat im Gegensatz zu den anderen Werken noch dazu einen Riesenbonus: Angelo Badalamenti war für den Soundtrack verantwortlich.
Der Name mag nicht jedem geläufig sein - Badalamenti ist sowas wie David Lynchs Haus- und Hofmusiker, zeichnete er bereits für Twin Peaks, Mulholland Drive,.... für die musikalische Untermalung verantwortlich. Ich muß ehrlich gestehen, daß ich es in diesem Fall nicht herausgehört hätte, was aber wohl nur für die künstlerische Vielfalt auf Badalamentis Seite spricht.

Ich bin fast versucht, zu sagen: Perfekt. Perfekt die Handlung, perfekt die Schauspieler - perfekt, wenn auch leicht veraltet, die technische Umsetzung des bitterbösen Märchens. Perfekt die musikalische Atmosphäre, die mal Wohlbehagen, mal Gänsehaut verursacht und einfach - na? - richtig, perfekt zu den Bildern paßt. Und dies ist einer der wenigen Filme, die sogar in deutscher Synchronisation einfach nur gut sind.

Um zu einem Schluß zu kommen: Wer sich so richtig verzaubern und mitreissen lassen will, sollte vielleicht einfach mal einen Abstecher in die Stadt der verlorenen Kinder machen. Die Videokassette in deutscher Fassung kostete mich 11 Euro, was es absolut Wert war !

Nun nur noch der obligatorische technische Krempel:

http://www.imdb.com/title/tt0112682/
Die Stadt der verlorenen Kinder /
La Cité des enfants perdus (1995)

mit Rol Perlman (One), Daniel Emilfork (Krank), Judith Vittet (Miette), Dominique Pinon, Rufus, u.v.a.
Freigegeben ab 12
http://tinyurl.com/2waue
(amazon-verkürzt)


Bereits von mir bei Ciao veröffentlicht.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Gemeinwesen

Mindestens so sehenswert wie Hameln

ein Testbericht von 2006-07-02 14:37:06 vom 02.07.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: Betörende Bilder aus einer seltsamen Traumwelt, ein kongenialer Soundtrack, schillernde Charaktere ...
Nachteile/Kritik: nichts Wesentliches
Manche Regisseure haben eine so unverkennbare visuelle Handschrift, dass man ihre Filme an kürzesten Ausschnitten erkennt. Terry Gilliam („Brazil“, „Der König der Fischer“) ist so einer, Tim Burton („Sleepy Hollow“, „Mars Attacks“) auch. Auch die Bildsprache der Filme von Robert Rodriguez („From Dusk till Dawn“, „Desperado“) besticht durch ganz eigene Merkmale.


Das Vereinigte Europa der Cineasten hat ihnen mindestens Neil Jordan („Zeit der Wölfe"), Jean-Pierre Jeunet („Amelie“) und Marc Caro entgegenzusetzen. Mittlerweile arbeiten Jeunet und Caro zwar nicht mehr zusammen, aber immerhin verdanken wir dem Duo Filme wie „Delicatessen“ und „Die Stadt der verlorenen Kinder“. „La Cité des enfants perdus“ aus dem Jahre 1995 habe ich, nachdem ich den Film vor geraumer Zeit bei Bekannten auf Video gesehen hatte, irgendwann auf DVD gekauft. Neulich habe ich meine Bekanntschaft mit dem Film erneuert und war aufs Neue sehr angetan. Was umso erfreulicher ist, als mir Details der Handlung fast komplett entfallen waren. Alles, was geblieben war, war ein Eindruck: „Die Stadt der verlorenen Kinder“ ist eine Collage, die Menschen gut finden könnten, die Comics des franko-belgischen Zeichners Jean „Moebius“ Giraud lesen. Die Musik von Tom Waits hören. Die Absinth trinken. Und die Filme von Terry Gilliam, Tim Burton und vielleicht auch von den Brüdern Joel und Ethan Coen mögen. Die Regisseure Alex Proyas („The Crow“, „Dark City“) und David Lynch („Twin Peaks“) sollte ich wohl auch noch nennen – schon allein, weil Lynchs Hauskomponist Angelo Badalamenti die Musik zu „Die Stadt der verlorenen Kinder“ beigesteuert hat.

Die Stadt aus dem Titel des Films ist eine Hafenstadt am Meer. Beide, Stadt wie Meer, sind so ziemlich das genaue Gegenteil all dessen, womit Reisekataloge für Traumziele werben. Grünliches Brackwasser schwappt träge an bröckelnde Mauern, und in den düsteren Gassen rund um das Hafenbecken treiben düstere Gestalten düstere Geschäfte. Die hexenhaften Octopus-Schwestern verdingen elternlose Kinder zu Diebereien, ein drogensüchtiger Drehorgelspieler richtet Flöhe dazu ab, ihren Opfern aus winzigen Phiolen ein seltsames Gift einzuspritzen, das in ihnen die Mordlust weckt. Eine Sekte von unheimlichen Zyklopen strebt nach der Weltherrschaft, und draußen vor der Stadt haust auf einer Bohrinsel der unheimliche Krank (bizarr: Daniel Emilfork). Der ist unfähig zu träumen, altert deshalb rapide und versucht, seiner speziellen Form von Progerie dadurch Einhalt zu gebieten, dass er Kinder entführt, um diesen dann ihre Träume zu stehlen. Allerdings träumen auch die verlorenen Kinder nur Albträume, und haben offenbar keinen therapeutischen Nutzen.

Und dann gibt es da noch den Seemann One (Ron Perlman). Als der kleine Bruder des gutmütigen Hünen gekidnappt wird, begibt er sich gemeinsam mit der kleinen Miette (Judith Vittet) auf eine gefahrvolle Suche.

Dass „Die Stadt der verlorenen Kinder“ abseits dieser Haupthandlung noch eine Reihe anderer Erzählstränge verfolgt, macht es dem Zuschauer zwar nicht immer ganz einfach, den Geschehnissen zu folgen. Einfallsreiche Optik (die Kostüme stammen übrigens von Gaultier), tolle Musik (das Stück, das Marianne Faithfull im Abspann singt, passt wirklich perfekt zum Film) und eine Reihe von sehr originellen Ideen (allein der kleine filmische Exkurs zum Thema „Zufall“ mitten im Film lohnt das Ansehen) machen kleine Defizite in der erzählerischen Stringenz aber allemal wett. Fazit: Ein sehenswerter Film, der mindestens dem Auge einiges zu bieten hat. Die Pointe des Films hat Werbeclip-Regisseur Tarsem Singh einige Jahre später für seinen Psychopathen-Krimi „The Cell“ wiederverwertet; spätestens in der direkten Gegenüberstellung beider Filme wird aber offensichtlich, wie vergleichsweise blass Singhs Traumwelt tatsächlich ist.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
1-2 von 2  Fantasyfilme
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Produktbeschreibung Die Stadt der verlorenen Kinder (VHS)

Technische Daten und Produkteigenschaften
Als der Adoptivbruder des Einzelgängers One vom verrückten Wissenschaftler Krank entführt wird, nimmt dieser zusammen mit seiner Begleiterin Miette die Verfolgung auf. Das mit "Delicatessen" erfolgreiche Duo Jeunet und Caro schuf ein surreales, visuell überwältigendes, vor seltsamen Kreaturen überquellendes Film-Kunstwerk.
Allgemeine Informationen Die Stadt der verlorenen Kinder
EAN: 4010324504807
gelistet seit: 12.10.2004
Bewertung durch unsere Mitglieder
Produktbewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00
Film / Kino-Daten
Darsteller: Ron Perlman , Daniel Emilfork , Judith Vittet 
Genre: Fantasy 
Kategorie: Spielfilm 
Land / Jahr: Frankreich/Spanien/Deutschland 1995 
Originaltitel: La cité des enfants perdus 
Altersfreigabe (FSK): 12 
Regie: Jean-Pierre Jeunet , Marc Caro 
Video / DVD-Daten
Anbieter (Label): Concorde 
Bildverhältnis: Kinoformat 
Sprache: Deutsch 
Auslieferung: 02.01.1997 
EAN-Code: 4010324504807 
System: VHS Videofilm 
Ton-System: HiFi Stereo 
Vertrieb: EuroVideo 
Die Stadt der verlorenen Kinder (VHS) Fantasyfilm im Vergleich
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