Der Club der toten Dichter
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Testberichte Der Club der toten Dichter

 (DVD) Drama
4.9 von 5
Platz 327 in der Kategorie "Dramen".
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 4.9 von 5
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Der Club der toten Dichter Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 5,00 / 5,00 4.9 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (5/5).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • Der beste Film der mir in meiner langen Filmkarriere jemals vorgesetzt worden ist! Eine exquisite Besetzungsliste!! GRANDIOS! UMWERFEND!! Sehr gute DVD-Umsetzung (etc.)!
  • der Film
  • Vorteile: Poetische Verse prägen den Film
Nachteile/Kritik
  • In Bezug auf den Film: REIN GAR NICHTS!!!! In Bezug auf die DVD: Der Film ist nur in 10 Kapitel (bei 123 Minuten Laufzeit) unterteilt!!
  • nichts
  • Nachteile: Keine
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...carpe diem...

ein Testbericht von 2005-02-06 17:33:54 vom 06.02.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: Der beste Film der mir in meiner langen Filmkarriere jemals vorgesetzt worden ist! Eine exquisite Besetzungsliste!! GRANDIOS! UMWERFEND!! Sehr gute DVD-Umsetzung (etc.)!...
Nachteile/Kritik: In Bezug auf den Film: REIN GAR NICHTS!!!! In Bezug auf die DVD: Der Film ist nur in 10 Kapitel (bei 123 Minuten Laufzeit) unterteilt!!
Ich habe mich lange gedrückt, wollte nie einen Bericht zu meinem uneingeschränkten Lieblingsfilm schreiben. Hatte die Angst, dass ich ihm auch nicht nur annähernd gerecht werden würde – nur leere Worthülsen finden würde, die meine Liebe zu „Dead Poets Society“ (ins Deutsche mit „Der Club der toten Dichter“ akzeptabel übersetzt) beschreiben würden. Doch irgendwann muss man auch mal über seinen Schatten springen. Versuchen seine zahllosen Gedanken, Erinnerungen und Gefühle in Worte zu fassen; getragen von der Hoffnung, dass das Ergebnis wenigstens annähernd akzeptabel erscheint...


Angemerkt sei, dass der folgende Artikel der Übersicht dienlich in zwei Hälften geteilt ist, während im ersten Teil ausführlich auf den Film eingegangen wird, befasst sich die zweite Hälfte mit dem Silberling...


Der Film

Der Inhalt – Die Gedanken sind frei

Das Welton-Internat im Jahre 1959. Während die gewöhnlichen Lehrer die Schüler mit ihrer erzkonservativen Art langweilen, sorgt der neue Englisch-Pädagoge John Keating für (überwiegende) Begeisterung bei seinen Schülern. Mit ungewöhnlichen Lehrmethoden geht er an die Sache heran und kann so deren Interesse für verstaubte Literatur gewinnen.

Angetan von den staubfreien Unterrichtsmethoden stellt Neil – einer der besten Schüler des Internates, der unter der „kunstfreien“ Herrschaft seines Vaters leidet – Nachforschungen an und findet heraus, dass Keating in seiner Zeit am Welton-Internat Mitglied im „Club der toten Dichter“ war. Neugierig, wie die Jugend nun mal ist, fragen sie ihren Pauker, um was es sich bei diesem ominösen „Club der toten Dichter“ handelte und müssen erfahren, dass es eine Gruppe von männlichen Jugendlichen war, die sich in einer alten Indianer-Höhle getroffen haben um das geschriebene Wort zu huldigen.

Sichtlich begeistert kann Neil seine Freund überreden, an einem ersten Treffen des „neuen“ „Clubs der toten Dichter“ in der folgenden Nacht beizuwohnen. Während Knox erhofft durch die Literatur seine angebetete Chris beeindrucken zu können und Charlie schon immer die Regeln des Internates zu dehnen wusste, muss der verschlossene Todd – der ebenso wie Keating erst in diesem Jahr an das Internat gekommen ist – erst überredet werden sich seinen neuen Freunden anzuschließen.

Zu siebt machen sie sich in der Nacht auf den Weg die Literatur zu würdigen und verändern Schritt für Schritt ihr Leben. Während Neil es wagt, sich gegenüber seinem Vater aufzulehnen und eine Rolle in einem Theaterstück annimmt, steigert sich Todds Selbstbewusstsein zusehendst.

Doch die glückliche Zeit wird im folgenden Winter durch eine Tragödie überschattet, die das Leben der „toten Dichter“ und ihres Lehrers verändern wird...


Die Inszenierung – Pflüge den Tag??

Ich muss gestehen, dass ich beim ersten Betrachten - es war eine Zwangssichtung im Religionsunterricht der 9ten Klasse - bei weitem nicht das ganze Gerede um den Film verstehen konnte. Sicherlich fand ich den Film damals schon sehr gut, hätte ihn aber wohl bei weitem nicht als meinen uneingeschränkten Lieblingsfilm bezeichnet. Als Junge im zarten Alter von 14 Jahren erwartet man wohl in einem Film etwas mehr an Explosionen und coolen Sprüchen, um selbigen verehren zu können. Doch zwei Jahre später bei einer erneuten – dieses Mal privaten – Sichtung war es um mich geschehen, ich war dem Film verfallen, verstand seine freidenkerischen Ansätze (immer mehr) und genoss es die Wandlung der Jungs – die lediglich ein Jahr älter als meinereiner waren – zu betrachten. Ich schaute mir den Film in den folgenden Jahren so oft wie keinen anderes cineastisches Werk an, konnte (und kann immer noch) nicht genug von der wundervollen Geschichte in mich aufsaugen. In einem Balanceakt aus tragischen Momenten – die im unteren Abschied näher besprochen werden – und humorvollen Momenten – man denke nur an das erste Auftreten Keatings in der Schulklasse oder seine MacBeth Variante im John Wayne-Stil – wurde eine perfekte Melange geschaffen.


Am Anfang war ein Buch, ein Drehbuch geschrieben von Tom Schulman, der seine eigenen Erfahrung in einem Internat der fünfziger Jahre mit zahllosen fiktiven Ereignissen anreicherte (der biographische Teil wird wohl gegen den Nullpunkt tendieren) und rief so Steven Haft – einen Produzenten der in den folgenden Jahren noch mit meisterhaften Klein-Produktionen wie „Tigerland“ erfreuen und Mainstream-Käse wie „Hocus Pocus“ ärgern würde – auf den Plan. Im zentralen Lichtpunkt der Geschichte steht der Kreis der sechs Freunde (Richard Cameron kann man trotz seiner anfänglichen Zugehörigkeit zum „Club der toten Dichter“ wohl nicht als Freund bezeichnen), die mit Mister Keating einen Lehrer erhalten, der ihr Leben zu einem entscheidenden Wendepunkt führt. Mit seiner ungewöhnlichen Art – die so gar nicht dem üblich-konservativen Lehrer-Klischee der Fünfziger entsprechen will – kann er das Vertrauen seiner Schüler gewinnen und deren Interesse für die Literatur wecken.

Während Neil – der Motivator der Gruppe – zunächst das ganze noch als Abenteuer ansieht um aus seinem von der elterlichen „Fürsorge“ geprägten Alltag zu entwischen, reißt er die anderen mit sich. Sie übertreten Regeln, widersetzen sich der Lehrerschaft und entwickeln sich zu eigenen Individuen.


In großartigen Einstellungen fängt John Seale (der einen Oscar für seine Kameraführung bei dem versandeten Liebesepos „Der englische Patiente“ erhalten hat) die Geschichte ein. Schwenkt zwischen imposanten Naturaufnahmen – ich verehre Knox’ Fahrt mit dem Fahrrad durch die Umgebung des Welton-Internates, vor allem, wenn selbiger einen Abhang herunterfährt und einen Schwarm Vögel aufschreckt – und interessanten Kamerawinkeln – vor allem in der Endszene –, die das Drama zu einem kleinen ruhigen Gemälde erheben.

Schwindelerregend umkreist die Kamera Todd, während dieser vor der Klasse steht und auf Drängen von Mister Keating ein Gedicht aufsagen muss. Er betrachtet zunächst ein Bild von Walt Wittman, beschreibt selbigen mit geschlossenen Augen als zahnschwitzenden Verrückten. Er wird ängstlich, die Kamera umkreist weiterhin das Geschehen. Großartig wird die Szene zu ihrem Höhepunkt getragen, indem Todd ein eigenes Gedicht (welches ich als äußerst perfekt beschreiben würde) vorträgt.

Ebenso passend gewählt ist die Musik (zusammengestellt von Maurice Jarre), die mit ihren zumeist ruhigen Tönen perfekt das Ambiente des Filmes erweitert. Lediglich Wanda Jacksons „Let’s have party – welches wundervoll zu einem Szenenzusammenschnitt des glücklichen Internats-Lebens passt – und die Musik auf einer Party stechen aus der Masse von klassischen Kompositionen (u.a. werden von van Beethoven zwei Werke eingespielt) hervor. „Düster“ wird der erste Ausflug zum Treffen der „toten Dichter“ untermalt, die Jungen laufen durch die dunkle Nacht, überschreiten eine der Regeln des Internats und nach und nach hellt sich die Musik auf.


Persönlich könnte ich nur schwerlich entscheiden, welches der größte Moment – sozusagen der Magic Moment des Filmes – ist. Während viele Werke einen zentralen Moment haben, der sich dauerhaft ins Gedächtnis einbrennt und den Film sozusagen repräsentiert, muss ich bei „Dead Poets Society“ eindeutig passen. Sicherlich die abschließenden Minuten sind großartige Kinomagie (dazu in wenigen Zeilen mehr), aber auch davor gibt es einige Szenen, die den Film ausmachen. Viele kleine Gesten und kurze Aussprüche, die den Film für mich von der Masse abheben. Und wenn es auch nur das glückliche Gesicht von Knox ist, der von seiner Angebetenen auf eine Party eingeladen worden ist oder Neil der sich über die Zusage auf sein Vorsprechen wie ein kleines Kind an Weihnachten freut. Unüberbietbare Momente, die den Zuschauer in ein Wechselbad der Gefühle einladen.


Der Schluss – Taschentücher bereitstellen

Ich glaube, es ist noch keine Sichtung (abgesehen von der ersten, welche ich aber mal außen vor lassen möchte) vergangen bei der ich nicht zu guter letzt mit feuchten Augen den Fernseher ausgeschaltet habe. Zu großartig und herzergreifend sind die letzten Minuten des Film arrangiert. Während Todd im Verlaufe des Filmes immer mehr zu sich und seiner Person gefunden hat, schlägt nach der Entlassung Mister Keatings – der Lehrkörper sieht in ihm den Schuldigen für den Selbstmord Neils – seine große Stunde. Er wächst über sich hinaus. Keating kehrt ein letztes Mal in den Klassenraum zurück um seine Habseligkeiten abzuholen. Schon vor dem Verlassen des Raumes versucht Todd abschließende („entschuldigende“) Worte an Mister Keating zu richten, wird aber jäh von Mister Nolan – dem neuen Vertretungslehrer – unterbrochen.

Doch bevor Keating letztendlich den Raum verlassen kann, hat er seine Wandlung zum selbstdenkenden Individuum vollendet. Er kratzt seinen gesamten Mut zusammen und steigt voller Selbstüberzeugung auf seinen Pult und richtet ein abschließendes „Oh Captain, my Captain“ an Keating.

Nach und nach steigen weitere seiner Freunde auf ihre Tische, zollen Keating einen letzten Respekt, widersetzen sich der aufschreienden Stimme von Nolan, der alle mit angedrohten Schulverweisen von ihren Taten abhalten will. Zwar beugen sich einige von ihnen den Regeln und verharren in ihren Sitzen, aber die wichtigen Figuren des Filmes haben verstanden, für ihre eigene Ansichten einzutreten und treten mit Todd für Keating ein letztes Mal ein.


Ich kann nicht genau sagen, wieso mir beim Betrachten immer die ein oder andere Träne die Wange herunterläuft – wieso gerade diese Szene für mich zu den perfektesten Filmmomenten aller Zeiten gehört. Wundervoll wird alles durch die Kamera in Szene gesetzt. Sowohl aus der Perspektive der Jungs als auch der Keatings wird das Geschehen gezeigt. Man erkennt das von Keating zu Beginn seiner Lehrerkarriere angedeutete Prinzip der verschiedenen Perspektiven – in einer Unterrichtsstunde fordert er seine Schüler auf auf den Lehrerpult zu treten um ein Gefühl für verschiedene Sichtweisen zu bekommen. Langsam hellt sich das Gesicht Keatings auf. Er genießt seine letzten Momente an seiner Wirkungsstätte und kann mit der Sicherheit zurückblicken, dass er sein Ziel – das eigenständige Denken seiner Schüler zu fördern – wenigstens teilweise erreicht hat.

Genialst wird mit verschiedenen Kameraeinstellungen gearbeitet. Während die Jungs – hierbei wird bei Todds Gesicht hervorragend mit Licht und Schatten gearbeitet – von ihren Tischen auf Keating herabsehen – und dieser gänzlich klein und unwichtig erscheint –, wechselt die Einstellung immer wieder in die Sichtweise von Keating, der auf seine Zöglinge schaut, die ihre Mitschüler zu überragen scheinen.

Auf das Ende des Filmes wurde eingegangen


Ich kann letztendlich nicht sagen, ob der Film meine Gedankengänge beeinflusst hat, ein kleiner Freigeist – der sich nicht den Regeln anderer ohne eigene Meinung beugen wollte – war ich wohl schon immer und ebenso war schon immer die großes Leidenschaft für das geschrieben Wort in mir verwurzelt. Aber (mindestens) in Ansätzen hat mich das ungeheure Identifikationspotenzial des Filmes – die Figuren der Schüler sind perfekt ausgewählt und sie entsprechen zu keinem Zeitpunkt in ihren Charakterzügen übermenschlichen Figuren, sondern stehen mit dem durchschnittlichen Jugendlichen auf einer Ebene, die ihre ersten Schritte in Richtung Erwachsenenwelt machen – in einigen Gedanken beeinflusst.

Gerade der von mir heißgeliebte Ausspruch Keatings „carpe diem“, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem gewissen Motto herauskristallisiert, der meinen Tagesablauf (zumindest) in (kleinen) Ansätzen beeinflusst. Die Zeit, die wir auf dieser Erde ist zu kostbar, um sie mit unnützen Dingen zu verschwenden. Aber sollte man sich niemals in Formen pressen lassen, die einem vorgeben wollen, was lebenswert ist und was verschwendete Zeit ist. Gerade eine derartige Entscheidung sollte man immer für sich selber treffen.


Die Schauspieler – Von Photohaien, verkappten Schwulen und Swing-Fanatikern

Robin Williams, ein Name der mich unter Umständen zum Schwärmen bringen kann. Ein Schauspieler mit Charme und unvergleichlicher Gute-Laune-Garantie. Aber dann kommen immer mal wieder Ausrutscher, die das Gesamtbild madig machen. Filme wie Francis Ford Coppolas Totalreinfall „Jack“ oder der gähnend-langweilige „200 Jahre Mann“. Aber gerade Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger war Williams ein Garant für großartige Rollen. Sei es als Radio-DJ der US-Armee in Vietnam („Good morning, Vietnam“) oder als verschrobener Gralsuchender in „König der Fischer“, er war immer großartig. Doch über allem thront seine Darbietung in „Dead Poets Society“, Williams ist der perfekte Lehrer. Wenn er mit seiner unvergleichlich lockeren Art das erste Mal in den Klassenraum tritt, weiß man schon, dass man sich in seiner Schulzeit einen derartigen Pauker hätte gewünscht. Er ist locker, versucht die Interessen der Jugendlichen zu wecken und eckt mit seinen ungewohnten Lernmethoden überall an. Mit einer unwiderstehlichen Mimik – ich liebe sein „verschmitztes“ Lächeln bei dem die Augen immer über alles zu strahlen scheinen – wird Mister Keating von Robin Williams verkörpert. Es ein Genuss für den Betrachter ihm zuzuschauen, wenn er erfreut auf dem Fußballfeld umherspringt und seine neuen Lehrmethoden bei den (meisten) Schülern auf Anklang stoßen. Und erstaunlicherweise passen die „Grimassen“ Williams mehr als perfekt zu seiner Rolle. Doch der größte Moment in Williams Auftritt ist für mich die letzte Szene des Filmes. Wenn selbiger sich bei den Jungs mit einem einfachen „Thank you, boys“ verabschiedet. Wenige Worte, die dank der Ausdrucksstärke mehr sagen als manch ein Monolog den ein Shakespeare oder Goethe verfasst hat.

Ebenso grandios besetzt die Riege der Jungschauspieler, die zumeist ihre ersten (und zumeist leider auch letzten) Schritte im großen Filmgeschäft mit „Dead Poets Society“ gemacht haben. Gerade die Hauptfiguren Neil Perry und Todd Anderson sind mit Ethan Hawke (Todd) und Robert Sean Leonard (Neil) exquisit besetzt. Während Hawke als einziger eine großartige Karriere aufbauen konnte (zuletzt in seiner Oscar-nominierten Darbietung in „Training Day“), ist er in seinem zweiten Filmauftritt (zuvor in Joe Dantes Kinder-Scio-Fi-Abenteuer „Explorers“) unübertrefflich. Die anfängliche Schüchternheit, wird nach und nach abgebaut. Er wächst über sich hinaus, zeigt Charakter. Und all das verkörpert Hawke derartig glaubhaft – was natürlich auch noch durch seine körperliche Statur und sein zurückhaltendes Aussehen unterstützt wird –, dass man absolut verstehen kann, dass Ethan Hawke in den späteren Jahren zu einem äußerst gefragten Charakter-Darsteller der „Generation X“ emporgestiegen ist.

Verwunderlich erscheint mir jedoch, dass Robert Sean Leonard trotz (mindestens) zweier grandioser Vorstellungen (in dem leider unbeachteten „Swing Kids“ spielte er ebenso hervorragend) nie den ganz großen Durchbruch in Hollywood geschafft hat, so dass er nun sein Geld auf den Brettern, die die Welt bedeuten verdient (und u.a. im Jahre 2001 einen Tony-Award entgegennehmen konnte). Gerade im Zusammenspiel mit Ethan Hawke kommt seine große Klasse perfekt zur Geltung. Sie agieren als würden sie sich schon seit Jahren kennen. Und während Todd der ruhigere der beiden ist, brilliert Neil durch seine Liebe zum Literarischen und dem Schauspiel. Mit funkelnden Augen berichtet er von seinem Plan eine Rolle in Shakespeares Stück „A midsummernights dream“ zu übernehmen. Und ebenso voller Freude merkt der Betrachter, wie er in seiner Leidenschaft zu voller Blüte heranreift.

Selbstverständlich ist natürlich, dass die anderen Jung-Schauspieler ebenso herausragend agieren und im Zusammenspiel mit ihren (filmischen) Freunden zu Höchstleistungen auflaufen. Während Josh Charles nach seiner Darbietung als Knox Overstreet in den Folgejahren noch in einigen Filmen mitspielte (unter anderem in der äußerst-genialen Dreieckskomödie „threesome“ und demnächst in einer (vermutlich) kleinen Nebenrolle in „S.W.A.T.“) und Dylan Kussman (Richard Cameron; zuletzt im Indie-Kracher „The way of the gun“ und demnächst in der „X-Men“-Fortsetzung) noch vereinzelte Auftritte verzeichnen konnten, sind Allelon Ruggiero (Steven Meeks), Gale Hansen (Charlie Dalton) und James Waterston (Gerard Pitts) nahezu gänzlich im Show-Business untergegangen. Vermutlich sind dies große Verluste für die Schauspiel-Branche – wenn man bedenkt, wie großartig sie im Ensemble mit den anderen Jungschauspielern agiert haben –, aber letztendlich kann man es nur an ihren einzigen großen Auftritten messen.


In einer klitzekleinen Nebenrollen ist mit Lara Flynn Boyle eine gefragte Aktrice der folgenden Jahre zu begutachten (zuletzt war sie das böse Alien in „Men in Black 2“, ihren Ruhm verdankt sie aber wohl ihren Auftritten in Lynchs Kult-Serie „Twin Peeks“), die aber in ihren wenigen Sekunden bei weitem keine aussagekräftige Leistung abliefern kann. Ganz im Gegensatz hierzu erscheint Norman Lloyd (zu Beginn seiner Karriere spiele dieser u.a. in Hitchcocks „Saboteure“) in seinem Auftritt als Rektor des Internats besonders herausragend, perfekt verkörpert er den erzkonservativen Lehrer Nolan. Bildet einen hervorragenden Gegenpol zu dem stets gutgelaunten Williams.

Vom restlichen Ensemble ist Leon Pownell, zumal er als McAllister der einzige Lehrer zu sein scheint, der sich auf einer freundschaftlichen Ebene mit Keating treffen kann, erwähnenswert. Zwar erscheint dieser in seinem Unterricht immerzu als gewissenhafter Erzieher, kann aber sogleich eine nette Basis zu seinen Schülern nicht verbergen. Und wenn selbiger Keating verhalten zum Abschied winkt, ist dies für mich schon immer ein kleiner Grund zum Augen Anfeuchten.


Das Fazit – Philosophische Meisterklasse

Eine uneingeschränkte Guckempfehlung darf ich bei „Dead Poets Society“ wohl unzweifelhaft aussprechen. Der Film ist in seiner ruhigen Machart unvergleichlich. Peter Weir bewältigt es die Waagschale zwischen tragischen Momenten im Finale und lebensbejahenden Weisheiten im Gleichgewicht zu halten. Zwar bin ich der Ansicht, dass Jugendlich im Alter von zwölf (so die FSK-Altersfreigabe) noch nicht wirklich viel mit dem Film anfangen können und eher gelangweilt vor dem Fernseher sitzen werden, aber ansonsten kann ich den Film uneingeschränkt weiterempfehlen.

EIN ABSOLUTES MEISTERWERK, das seines gleichen sucht!



Die DVD

Großspurig wird auf der DVD-Hülle angekündigt, dass sich die vorliegende DVD-Fassung stolz mit dem Namen Special Edition brüsten kann. Sicherlich wird mit einem derartigen Titel leichtfertig umgegangen, gerade die Verleger von Touchstone Home Entertainment, haben mit ihren Special Editions in den letzten Jahren einige Käufer in die Irre geführt. Aber vielleicht, können die auf der Rückseite der Hülle angekündigten Extras das Jahrhundertwerk wirklich ergänzen und dem Betrachter einen interessanten und aussagekräftigen Blick hinter die Kulissen gewähren...

Die Bild- und Tonqualität

Wirft man einen ersten Blick auf den Film, muss man leider feststellen, dass das Bild (im 16:9 Format) nicht ganz an den heutigen Standard heranreicht. Trotz der Konturenschärfe macht sich über dem Bild ein leichtes Grieseln sichtbar, welches sich aber im Laufe des Filmes glücklicherweise legt und den Filmgenuss nicht trübt – zumal die Qualität des Bildes noch um Meilen über der eines Videos liegt.

Hingegen kann der Ton auf ganzer Breite überzeugen. Klar und voller Inbrunst werden Dialoge in den verschiedenen Sprachen (auf dem Silberling liegen Italienisch, Deutsch und Englisch vor) dargeboten. Exzellenter Dolby Digital 5.1 Sound, der dem Drama überaus gerecht wird. Und sollte Bedarf für Untertitel bestehen, wird der Käufer sicherlich in den elf mitgelieferten Sprachen fündig.

Die Extras

In einer alaphabetischen Auflistung wird näher auf die einzelnen Unterpunkte des Extra-Menüs eingegangen. Angemerkt sei schon hier, dass die gesamten Special-Features nur im Originalton (sprich: Englisch) vorliegen, um sie aber auch für den europäischen Markt interessant zu gestalten, wurden sie allesamt mit optimalen Untertiteln (in Deutsch und Italienisch) versehen.

AUDIOKOMMENTAR:
Peter Weir (Regie), Tom Schulman (Drehbuch) und John Seale (Kamera) geben zu den einzelnen Szenen ihre Gedanken zum besten. Vorwiegend konzentrieren sie sich auf (zunächst) persönliche Reflexionen zur Thematik und den Bezügen in ihrer (schulischen) Vergangenheit, um gerade (zu letzt) die hervorragende Schlusssequenz (ich kann sie nicht oft genug erwähnen) gut zu beleuchten.

HOMMAGE AN PETER WEIR:
Einige der Akteure, die an “Dead Poets Society” mitgewirkt haben, stellen sich nach zwölf Jahren erneut der Kamera und sprechen über ihre Erfahrungen mit dem australischen Regisseur. Man könnte der Ansicht sein, dass dies in eine circa siebenundzwanzig minütige Lobhuldigung ausufern würde, doch die Darsteller haben wahrlich etwas zu sagen, so können Ethan Hawke und Robert Sean Leonard (u.a.) erzählen wie viel Freiräume ihnen Weir gelassen hat, um ihre ganze Kreativität zu fördern. Sicherlich richtet keiner der Redner ein negatives Wort in Richtung Weirs, aber dies sollte man dem „Blick hinter die Kulissen“ bei weitem nicht ankreiden, denn selten zuvor habe ich derartig begründete Lobeshymnen auf einer DVD hören dürfen.
Interessanterweise wird dem Betrachter eine kurze Szene geboten, die nicht im Film enthalten ist und so schon alleine das Gucken der Hommage rechtfertigt!

JOHN SEALE – MEISTERKLASSE:
Ein Special, das phantastische Einblicke in die Arbeit eines Kameramanns und dessen Arbeit mit Licht gewährt. Anhand von Neils und Todds Zimmer werden die einzelnen Beleuchtungsschritte (Tag, Nacht) dargelegt und mittels Computeranimationen wird die Arbeit zusätzlich verdeutlich. Für mich ein überaus interessantes Feature, aber die Masse wird wohl eher mit ermüdenden Blicken den zweiundzwanzig Minuten der Hintergrundberichterstattung folgen.

KINOTRAILER:
Ja, ein passender Kinotrailer sollte mittlerweile zum guten Ton einer jeden DVD gehören. Persönlich liebe ich es den Trailer als Appetizer vor dem Film anzugucken. Auch wenn ich das Werk schon unzählige Male gesehen habe, hat es der Trailer in seinen 2 Minuten und 40 Sekunden geschafft, meine (erneute) Lust auf den Film noch um einiges zu steigern.

PETER WEIR UND DAVID LYNCH ZUM SOUNDDESIGNER ALAN SPLET:
Peter Weir und David Lynch (dessen Stimme nur einige Bilder von Alan Splet unterlegt) sprechen über die Arbeitsweise Splets. Für den Otto-Normalgucker sicherlich nicht sonderlich interessant, wer aber mal einen etwas tieferen Einblick in die Arbeit eines Sound-Designers erhalten möchte, sollte elf Minuten seiner Zeit opfern und den beiden Meister-Regisseuren zuhören. Gerade Lynch (für den Splet fünf Mal gearbeitet hat) weiß den Zuhörer mit seinen Erzählungen über seinen verstorbenen Freund zu fesseln.

ZUSÄTZLICHE SZENE:
Ursprünglich hatte Weir geplant, die abgedrehte Szene (mit einer Dauer von knapp 8 Minuten) zwischen die einzelnen Einstellungen während Neils Selbstmord zu schneiden. Man sieht zunächst die Jungs und Mister Keating in der Höhle, in der Todd erstmalig (freiwillig) über seinen Schatten springt und ein überaus interessantes Gedicht vorträgt. Nach einem Schnitt sieht man die Gruppe auf einer gefrorenen Eisfläche umhertanzen (ihr Lied „Then I saw the Congo“ singend).
Sicherlich mit einer Länge von knapp acht Minuten, fällt die gesamte Szenenabfolge (der zweite Teil ist zudem noch nicht richtig geschnitten) etwas zu lange aus, aber mit etwas Schnittarbeit hätte man diesen – für mich – äußerst zentralen Moment (das Vortragen des Gedichtes durch Todd) noch in den Film unterbringen MÜSSEN. Gerade hier kann man erstmalig die Veränderung Todds beobachten und solch ein entscheidender Moment sollte eigentlich nicht dem Betrachter vorenthalten werden.


Fazit

Abschließend auch für die DVD eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Zwar ist das Bild zu Beginn des Filmes etwas grieselig, dieser (wirklich nur) kleine Mangel kann aber zum einen durch den niedrigen Preis (derzeitig 14 Euro) und die sehr gut ausgewählten Extras mehr als ausgeglichen werden. Verständlicherweise sollte man jedoch immer bedenken, dass der Film bereits 14 Jahre auf dem Buckel hat und somit nicht mehr ganz die audiovisuellen Qualitäten der neusten Film-Generation aufweisen kann, aber bei einem Drama benötigt man derartige Bombast-Qualität auch bei weitem nicht...


Film-Wertung: 11 philosophische Punkte auf meiner 10er-Skala
DVD-Wertung: 9 Punkte auf meiner 10er-Skala
Internet: http://us.imdb.com/Title?0097165


Gänzlich zum Abschluss erneut ein kleines Zitat aus dem Film – McAllister und Keating sitzen beim Essen und unterhalten sich über das freie Denken...
McAllister: Zeig mir ein Herz, das fr ei ist von törichten Träumen&n bsp;und ich zeige dir einen&nb sp;zufriedenen Menschen.
John Keating: Doch nur im Traum, du wir klich frei noch bist. So war es steht’s und auch& nbsp;die Zukunft noch so ist.
McAllister: Tennyson?
John Keating: Nein, Keating!
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
diana75
diana75, 07.02.2005
auch bei mir zaumlhlt dieser film zu meinen lieblingsfilmen.dein bericht uumlber diesen film ist dir gelungen.du beschreibst den film wirklich so wie er ebend ist und sehr vertrauensvoll.
ciao diana75
bjlghs
bjlghs, 26.01.2005
sehr einfuumlhlsam, informativ und emotional geschrieben - respekt - sehr guter bericht, der dem anspruch des films standhaumllt - gruszlig joumlrg
diefantafrau
diefantafrau, 26.01.2005
Ich habe den Film auch zum ersten Mal in der 9. Klasse im Reli-Unterricht gesehen... - Wozu der RU nicht alles gut sein kann... g
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Teacher mein Teacher

ein Testbericht von 2011-10-24 09:20:24 vom 24.10.2011
Empfehlung: ja
Vorteile: Vorteile: Poetische Verse prägen den Film...
Nachteile/Kritik:  Nachteile: Keine
Nun, wie kam ich auf die Idee, die DVD "Der Club der toten Dichter" mir anzuschauen. Wiederum verdanke ich es diesem besagten sehr guten Freund, mit welchem ich sehr gerne, rege und auch sehr interessante Diskussionen führe, wie z.B. über die zurzeit bestehenden Lehrmethoden an deutschen Schulen, davon wohl Schüler, was rechnen, lesen und schreiben anbelangt profitieren, jedoch auf was es im wirklichen Leben ankommt, dumm entlassen werden. Nicht anders verhält es sich bis zu jenen Tag auch auf einem Elite-College, bis ein neuer Lehrer dort seinen Dienst antritt, und gänzlich neuen Wind mit in die miefige Anstalt bringt.

Doch zunächst mal kurz zum Filminhalt

In einer recht autoritären, auf Brauchtum, Gepflogenheit, Anstand und Sitte bedachten Elite-Schule Anfang der fünfziger Jahre, wo strenge Disziplin herrscht, tritt John Keating (Robin Williams), ein weltoffener und unkonventioneller neuer Lehrer seinen Dienst an. Er selbst besuchte als Schüler einst vor vielen Jahren dieses Colleges, wobei er sich nun zum Ziel gesetzt hat, diesen jungen Geschöpfen nicht nur lesen, schreiben und rechnen beizubringen, sondern sie zu selbstbewussten und entscheidungsfähigen Menschen zu machen, im Gegensatz zu seinen Kollegen und Vorgesetzten, die noch immer am alten Zopf hängen. Je mehr ihn die Collegeschüler lieb gewinnen, er merkt, dass ihm von dieser Seite her Vertrauen geschenkt wird, desto mehr Achtung und Vertrauen verliert er jedoch bei seinen Kollegen und Vorgesetzten, für die noch immer die alt hergebrachte Tradition bestand hat: "Tradition, Charaktere, Ehre, und Leistung". Wie Keating dabei bei seinen Schülern vorgeht, da hat er seine ganz speziellen Methoden. Nämlich, indem er sich mit ihnen beschäftigt, seinen gesunden Menschenverstand einschaltet und so auf die Probleme der Schüler aufmerksam wird, sie aufgreift, und mit seinem Einfühlungsvermögen ihnen Vertrauen schenkt, was diese jungen Menschen dann darin bestärkt, zu sich selbst Vertrauen zu haben, selbstkritisch zu denken und zu handeln.

Die Schüler, Neil (Robert Sean Leonard), Todd (Ethan Hawke), Charlie (Gale Hansen), Cameron (Dylan Kussman), Meeks (Allelon Ruggiero), Knox (Josh Charles) und Pitts (James Waterston), rufen also, nachdem ihnen ihr Lehrer davon erzählte hat, den "Club der toten Dichter" wieder ins Leben, wobei sie sich bei Nacht und Nebel, in einer abgelegenen Höhle treffen, um Dichtern nachzueifern, die sie sich zu ihren Vorbildern gemacht haben. Bei einem der Mitschüler Neil, ist dabei das Interesse an der Schauspielkunst so stark erwacht, sodass es sein größter Wunsch ist, in Shakespeares Sommernachtstraum den Puck zu spielen. Sein Vater (Kurtwood Smith) hält jedoch gar nichts von der Schauspielerei, woraufhin er ihm droht, ihn auf eine Militärschule zu schicken, wenn er in der Theatergruppe mitspielt und diese Rolle annimmt. Neil ist ganz verzagt, zum einen weil er gern Schauspieler werden möchte, und zum anderen weil er keine Aussicht sieht, sich gegen den Willen seines Vaters zu behaupten. Deshalb fragt er Keating um Rat, der ihn wohl ermutigt und in seinem Vorgehen stärkt, dem ganzen jedoch Neil hoffnungslos entgegen sieht, dass sich sein Vater von ihm umstimmen lässt. Deshalb macht Neil was er will, und nimmt trotzdem am Theaterstück teil. Als das Stück schließlich aufgeführt wird, und Neil´s Vater seinen Sohn auf der Bühne spielen sieht, hat er vor seine Drohung in die Tat umzusetzen. Neil sieht ohne die Schauspielerei keinen Sinn mehr in seinem Leben, sodass es zur Katastrophe kommt, und der Schüler sich das Leben nimmt. Unterdessen spricht die Schulleitung ein Disziplinarverfahren gegen die Schüler und gegen Keating aus, zumal "Der Club der toten Dichter" aufgedeckt ist, und es einen Schuldigen geben muss. Jetzt wird die besagende "Solidarität" und diese vielgepriesene "Ehre" auf eine recht harte Probe gestellt. Keating wird als Sündenbock hingestellt, und muss die Schule verlassen. Die Story endet, als alle Schüler von ihren Bänken auf ihre Tische steigen und " Teacher mein Teacher" rufen, wobei sie mit dieser Geste ihrem so geliebten Lehrer zeigen, dass sie nicht nur von ihm für ihr Leben lernten, sondern auch an Selbstvertrauen gewonnen haben.

Nun zur eigenen Meinung

In Peter Weirs rührenden-melancholischen Streifen, "Der Club der toten Dichter" lassen sich einprägsame Parallelen zu einem anderen Film-Klassiker finden, nämlich zu Milos Formans "Einer flog übers Kuckucksnest", den ich mir im Kino in den 70ziger Jahren mit meinem heutigen Mann angeschaut habe. Ja, das sind Erinnerungen die man nicht so schnell vergisst, zumal es in beiden um Unterdrückung und Diktatur geht. Okay, die beiden Filme weisen ganz unterschiedliche Richtungen auf, wobei der eine in einem wohlhabenden Milieu der Fünfziger spielt, in welchem die begüterten Bürger, die es in Wirtschaft und Politik zu etwas gebracht haben, ihre Söhne in ein Internat stecken, wo strenge Disziplin herrscht, wobei es im anderen Film um eine ungeliebte Randgruppe geht, von welcher man nicht gerne spricht, den Psychiatrie-Patienten, im schmutzigen Amerika der Siebziger Jahre. Beide Filme haben eins gemein. Es sind Menschen die im Mittelpunkt der Geschichten stehen. Nur die einen sind psychisch krank, und die anderen sind Schüler einer Elite-Schule die von ihren Aufsichtsbeauftragten unterdrückt werden. Und in beiden Filmen scheuen sich diese Menschen nicht, einen Kampf aufzunehmen, gegen das bestehende System. Okay, beiden Helden gelingt es nicht so wie sie sich´s vielleicht vorstellen, aber es gelingt ihnen, ihren Geist und ihre Freiheitsgedanken in den Köpfen der Schüler/Patienten Wurzeln schlagen zu lassen. Aber dennoch, so hab ich zumindest den Eindruck, weist der Aufbau der beiden Tragikomödien keinen Unterschied auf. Denn zuerst werden die Helden (Lehrer/Kranker) von der Gemeinschaft aufgenommen und eingegliedert, und dann entdeckt die Hauptperson des Systems, in diesem Fall (Schuldirektor/Schwester Ratched), dass diese dagegen arbeiten, sich in ihren Augen rebellisch verhalten, und die so eingefahrene Ordnung durcheinander bringen. Eine Szene, die in beiden Filmen vorkommt, und das gleiche ausdrückt, möchte ich kurz vorstellen:

So z.B. sieht der Direktor wie auch Schwester Ratched vom Fenster aus zu, wie Keating bzw. McMurphy im Hof ihre, in den Köpfen des Direktors und der Schwester, "unkonventionellen" und "gegenläufige" Gedanken, unter ihre Schützlinge streuen. Beide, Direktor wie auch Schwester, wirken dabei nachdenklich, wobei beide jedoch wissen, dass sie jederzeit eingreifen und dies einstellen können. Aber nichts passiert, sie lassen sich Zeit, warten erst mal ab, zumal sie hoch oben vom Fenster aus alles unter Kontrolle haben. Und wenn es dennoch gefährlich werden sollte, wissen sie jetzt schon genau was zu tun ist.

In beiden Filmen rütteln die Helden (Lehrer/Kranker) bei den anderen verdrängtes/unterdrücktes Verlangen ihrer Bedürfnisse wach. Und beide Male beginnt dann ein Hin und Her zwischen den Hauptpersonen und der Anstalt. Der Held möchte in diesem Fall seinen "Schützlingen" darin behilflich sein, damit sie Mut fassen, ihre Bedürfnisse, ihre Wünsche auszusprechen und auszuleben, was jedoch die bestehende Gesellschaftsform zu verhindern versucht. In beiden Filmen scheitert es daran, seine Wünsche und Bedürfnisse an den Tag zu legen, weil die Gesellschaftsform hart dagegen steuert und sie somit zunichtegemacht. Nicht nur Billy, der nun den Mut fasst, dazu steht, seine Sexualität zuzulassen, sondern auch der Schüler, der seine Begeisterung und Liebe zur Schauspielerei entdeckt, kann die Maßregelung, die Bevormundung nicht ertragen und begeht Selbstmord.

Dass in diesen beiden Filmen so viele Gemeinsamkeiten zu finden sind, ist doch schon sehr interessant, wobei ich noch von einem dritten weiß, der " Mona Lisas Lächeln" heißt, welchen jedoch mein Mann allein angeschaut hat. Im Grunde sind mir persönlich nur diese zwei Filme bekannt, die so viele Parallelen zueinander aufweisen. Wenn man wie ich beide Filme gesehen hat, dann weiß man wahrscheinlich auch, was ich damit ausdrücken will, wenn ich behaupte, dass sie sich in ihren Aussagen, der Unterdrückung und der Diktatur den Kampf anzusagen, gegenseitig unterstützen.

Sehr interessant ist im Film "Der Club der toten Dichter" wie Keating vorgeht, seinen Schülern auf dem Weg der Selbstfindung behilflich zu sein. Denn noch während der Rektor seine Begrüßungsrede schwingt, macht es den Eindruck, dass Keating einer, unter den vielen braven Zuhörer ist, zumal man im ersten Moment wirklich einen unsicheren, ängstlichen, eingeschüchterten Keating sieht. Im Grunde passt hier das Sprichwort: "Stille Wasser gründen tief". Irgendwie kommt man da unweigerlich ins zweifeln, ob er diesen doch recht verwöhnten Jugendlichen, aus wohlhabendem Hause überhaupt gewachsen ist? Und deshalb wirkt Keatings erste Unterrichtsstunde doch etwas irritierend auf mich, denn als er das Klassenzimmer betritt, ermahnt oder fordert er die Schüler nicht auf, sich richtig auf ihre Stühle zu setzten, sondern er schreitet durchs Klassenzimmer und verlässt pfeifend den Raum. Anschließend dann findet seine erste Unterrichtsstunde nicht etwa im Klassenzimmer statt, sondern im Flur, wobei er sie auf ein hundert Jahre altes Bild aufmerksam macht, das in einer Glasvitrine ausgestellt ist. Es handelt sich dabei um das erste Abschlussbild der Schüler, die gleich nach der Gründung der Elite-Schule hier unterrichtet wurden. Keating macht seinen Schülern offen und ohne Umschweife klar, dass all die Jungs, die sie auf dem Bild sehen, alle längst gestorben sind. Damit will er seinen Schützlingen ihre eigene Vergänglichkeit gegenüberstellen, und gleichzeitig ihnen bewusst machen, wie wichtig es ist, seine Lebenszeit auch zu nutzen. Carpe diem - "Nutze den Tag" ist Keatings erste Botschaft an seine Schüler.

Pflücke die Knospe, solange es geht,
Und die Blüten, wenn sie noch prangen.
Denn bald sind die Rosenblätter verweht.
Wie schnell kommt der Tod gegangen.

Die Schüler merken bald, dass sie es mit einem ganz besonderen Lehrer tun zu haben, nämlich als er anordnet, das Vorwort aus ihren Englischbüchern zu reißen, da deren Schreiber eine total falsche Einstellung zur Literatur hat. Durch anschauliche, ja bildhafte Zeichen wie diese, macht Keating bald deutlich, dass er es ablehnt sich leiten zu lassen, und jeder seinen eigenen Weg finden muss, worin er seine Schüler stärkt, ihnen Kraft und Mut wünscht, sich von den äußeren Werten zu lösen. Keating ist es von vornherein klar, dass er bei einem offenen Kampf ganz sicher den Kürzeren ziehen würde. Und darum geht er seinen Kollegen so gut es geht aus dem Weg, wobei es nie wirklich klar zu erkennen ist, ob dies jetzt aus einer gewissen Scheu vor der Auseinandersetzung heraus geschieht, was womöglich von seiner eigenen Collegezeit herrührt, oder ob es schlicht und einfach nur kluge Diplomatie von ihm ist. Der ganze Reiz in dieser Figur des Keating liegt meiner Meinung nach darin, dass ihr fortwährend neue Ideen einfallen, um den Schülern und selbstverständlich auch den Zuschauern zu zeigen, wie lohnend es ist, wenn man sich selbst und seine Anliegen und Begehren radikal durchsetzt, anstelle sich von einem eingefahrenen System unterkriegen zu lassen. Was Keating damit sinngemäß meint, vermittelt er durch eine sehr anschauliche Übung seinen Schülern, indem er sie z.B. erst im Gleichschritt im Schulhof gehen lässt und sie danach auffordert, so zu laufen wie sie es selbst für richtig halten. Im Grunde will er mit dieser Übung ihnen damit sagen, dass es im Leben wichtig ist seinen eigenen Gleichschritt zu finden.

Im Wald traf ich auf zwei verschiedene Wege, und ich -
Ich nahm den weniger begangenen,
Und das entschied mein ganzes Leben.

Daten zur DVD "Der Club der toten Dichter"

Darsteller: Robin Williams, Robert Sean Leonard, Ethan Hawke
Regisseur(e): Peter Weir
Komponist: Maurice Jarre
Format: Dolby, PAL, Surround Sound, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Surround), Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Surround)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.66:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Warner Home Video - DVD/Touchstone
Erscheinungstermin: 25. November 1998
Produktionsjahr: 1989
Spieldauer: 123 Minuten

Meiner Meinung nach ist "Der Club der toten Dichter" ein tief hintergründiger, mitreißender Film, den vor allem seine recht poetischen Verse prägen, die so viel menschliches Lebensgefühl ausstrahlen, sodass selbst im dramatischen Ende ein Funke Hoffnung noch Bestand hat. Ein wirklich wunderschöner Film, mit einer sehr guten Story, und großartigen Darstellern, der mir außerordentlich gut gefallen hat. Die Handlung ist recht oft sehr bewegend, zumal dieser Film einer wahren Begebenheit zugrunde liegt, die der Drehbuchautors Tom Schulman auf einer Privatschule selbst erlebt hat.

Einfach ein wirklich sehenswerter Film, den die gerne mit der vollen Punktezahl werte


Fazit: Sind Sie ein Mann oder eine Amöbe? (Mr. Keating [Robin Williams])

Fazit: Einer der besten US-Filme seit langem
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Kommentare
giselamaria
giselamaria, 25.10.2011
ich habe vor länger Zeit das Buch gelesen, den Film habe ich auch gesehen. Ja, kann man angucken :- - LG gisela
oskermit
oskermit, 30.10.2011
sehr hilfreich...
DANKE für deinen Besuch bei mir!
schönes HALLOWEEN
ThomasKu
ThomasKu, 01.11.2011
Sehr guter Bericht! Würde mich über Gegenlesungen freuen! MfG ThomasKu
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Kein_Name

“Oh Captain, mein Captain!”

ein Testbericht von 2009-10-27 17:34:37 vom 27.10.2009
Empfehlung: ja
Vorteile: siehe Bericht...
Nachteile/Kritik: nichts
Heute möchte ich euch einen meiner Lieblingsfilme mit Robin Williams vorstellen *Der Club der toten Dichter*. Ich bin seit Jahren ein großer Fan des Schauspielers und sammle seine Filme.
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Filmdaten:
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Originaltitel: Dead Poets Society
DVD-Erscheinungsjahr: 2003
Touchstone Pictures
Produzenten: Steven Haft, Paul Junger Witt, Tony Thomas
Regie: Peter Weir
Drehbuch: Tom Schulman
Genre: Drama
Laufzeit: ca. 123 Min.
FSK: 12
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Cover:
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Auf dem Cover sieht man ein Bild auf dem der lachende John Keating von seinen Schülern auf den Schultern getragen wird.
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Schauspieler:
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Robin Williams - John Keating (Oscar für diesen Film 1989 als *Bester Hauptdarsteller*)
Robert Sean Leonard - Neil Perry
Ethan Hawke - Todd Anderson
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Sprachen:
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Deutsch, Englisch, Italienisch
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Hebräisch, Griechisch, Türkisch, Kroatisch, Slovenisch
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Ton und Bildqualität:
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Dolby Digital 5.1, Format 16:9, 1.77:9

Qualität von Bild und Ton sind sehr gut.

DVD-Extras:
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Hommage an Peter Weir
Zusätzliche Szenen
P. Weir und D. Lynch zum Sounddesigner Alan Splet
John Seal - Meisterklasse
Audio Kommentar vom Regisseur, Kameramann und Drehbuchautor
Kinotrailer
(Original mit Untertiteln)
Beileger in der DVD mit Produktionsnotizen
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Die Story:
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Der Englisch-Lehrer John Keating kommt 1959 an eine konservative, elitäre, amerikanische Privatschule - die Welton Academy, einem Jungen-Internat. Dort erwartet man von ihm, dass er die Schüler in Literatur unterrichtet. Er ist auch selbst Absolvent dieser Schule.
Keatings wichtigster Lehrsatz ist: *Carpe diem! Nutze den Tag!* und er versucht den Jungen auf moderne und unkonventionelle Art mit dem Stoff vertraut zu machen. Er greift zu neuen Lehrmethoden und bringt die starren Traditionen der Schule - deren Leitmottos: Tradition, Ehre, Disziplin und Leistung sind - durcheinander, indem er die Schüler zum Freigeist motiviert.
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Szenenbeispiel: Carpe diem!
Keating betritt am ersten Tag seine Klasse fröhlich pfeifend. Er durchquert den Raum und verlässt in durch eine weitere Tür am anderen Ende. Kurz darauf kommt er kurz zurück und fordert die Schüler auf ihm zu folgen. Er geht mit ihnen auf den Korridor hinaus und bleibt mit ihnen vor einem Bild von Ehemaligen stehen. Er bittet sie Nahe heranzutreten und flüstert ihnen zu: *Carpe diem! Carpe diem! Mache etwas Außergewöhnliches aus deinem Leben.* - so als würden die Ehemaligen selbst sprechen.
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Szenenbeispiel: Oh Captain, mein Captain!
*‚O Captain, mein Captain‘ Wer weiß, von wem das ist?. .. Wer weiß es?. .. Keine Ahnung?. .. Es ist aus einem Gedicht von Walt Whitman über Mr. Abraham Lincoln. Also, Sie sprechen mich entweder mit Mr. Keating an – oder, wenn Sie etwas mutiger sind, sagen Sie: ‚O Captain, mein Captain!‘*

Szenenbeispiel: Die andere Perspektive
Um den Schülern bildhaft aufzuzeigen, wie wichtig die eigene Meinung ist, fordert er sie der Reihe nach auf, auf das Lehrerpult zu steigen um von oben eine andere Perspektive zu gewinnen.
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Durch Keatings eigene Hingabe an die Literatur (*Worte und Gedanken können die Welt verändern.*), entbrennt in einigen der Jungen einen wahrer Begeisterungssturm für Dichtungen. Sie fangen an über ihren Lehrer Nachforschungen anzustellen und *Club der toten Dichter* angehörte. Die Jungs sind natürlich neugierig und fordern Keating dazu auf, ihnen zu erzählen, was es damit auf sich hatte.
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Die Schüler gründen daraufhin selbst einen neuen *Club der toten Dichter*. Sie treffen sich heimlich nachts in einer Höhle und rezitieren leidenschaftlich Gedichte. Der Schüler Neil Perry bemerkt dabei seine Leidenschaft für Schauspielerei und meldet sich heimlich zu den Proben für eine Aufführung von William Shakespears - Ein Sommernachtstraum an. Dafür fälscht er allerdings die Erlaubnis seines Vaters dazu, denn dieser wäre absolut dagegen, dass sein Sohn Künstler wird, denn er hat vorgesehen, dass sein Sohn Medizin studieren soll und duldet auch keine Widersprüche diesbezüglich.
Keating fällt inzwischen bei seinen Kollegen, durch seine unorthodoxen Methoden auf.
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Szenenbeispiel: Zum Verständnis der Lyric
Im Literaturbuch der Klasse gibt es eine Einleitung zum Thema *Zum Verständnis der Lyric*. Keaton fordert die Jungs auf diese herauszureißen, denn laut dieser Einleitung sollen sie Lyric mathematisch auf einer Skala nach Punkten bewerten. Als die Jungs zögerlich beginnen, die Seiten herauszureißen und es etwas lauter in der Klasse wird, kommt ein anderer Lehrer dazu und sieht dies.
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Leider wird Neil Perry in der Zwischenzeit von einem Bekannten seines Vaters bei den Schauspielproben gesehen und verraten. Dieser kommt selbst zur Uraufführung und verbietet seinem Sohn die Schauspielerei, die dessen Berufstraum ist. Er holt seinen Sohn deswegen sogar nach Hause. Dort schafft es Neil leider wieder nicht sich gegen seinen tyrannischen Vater durchsetzen. Neil sieht für sich keinen Ausweg mehr und erschießt sich in dieser Nacht mit der Pistole seines Vaters.
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Neils Vater gibt Keating dafür die Schuld und dieser wird entlassen - inzwischen wurde auch herausgefunden, dass die Schüler den *Club der toten Dichter* wiederbelebt haben - denn er setzte dem Jungen ja diese Flausen in den Kopf.
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Szenenschluss:
Als Keating noch einmal zum Abschied seine Klasse betritt, stellt sich zuerst Todd Anderson - ein Freund Neils und Mitglied des Clubs - auf seinen Tisch und ruft: *Oh Captain, mein Captain!* (Keating zu seinen Schülern noch am Anfang des Films - s.o.). Sein Nachfolger steht der Szene hilflos gegenüber.
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Meine Meinung:
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Ich mag den Film sehr, denn er zeigt auf, was man durch Engstirnigkeit und dem sturen Festhalten an Traditionen alles kaputt machen kann. Ich liebe Literatur und finde die Zitate und Meinungen Keatings im Film klasse und sehr treffend. Schade nur, dass er mit seinen unkonventionellen Methoden nur Erfolg bei seinen Schülern hat, aber seine Kollegen nur nach Mitteln suchen um ihn wieder los zu werden. Er kämpft gegen Windmühlen und gegen starre Richtlinien von denen niemand abweichen will, denn schließlich gibt es die Schule ja schon seit hundert Jahren mit diesen Einstellungen. Traurig ist vor allem, dass Neil Perry aus Verzweiflung Selbstmord begeht, weil er sich seinem Vater gegenüber absolut ohnmächtig fühlt.
Die bereits oben beschriebenen Szenen gefallen mir am besten und sehr beeindruckend ist natürlich der Schluss des Films, als die Schüler mit dem Ausruf *Oh Captain, mein Captain* ihren Mut und ihre Loyalität Keating gegenüber zur Schau stellen.
Im großen und ganzen schildert der Film ein Gesellschaftsdrama, wie es sich in ähnlicher Art und Weiße an den Eliteschulen immer wieder ereignet hat.
Die Extras auf der DVD sind ganz nett, aber nicht so mein Fall. Interviews mit den Schauspielern hätten mir besser gefallen.
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Kommentare
KatzeLucy
KatzeLucy, 27.10.2009
schöner Bericht! Sehr hilfreich von mir! Besuch doch auch mal meine Seite bitte! Auf die Bewertungen freue ich mich sehr! Lieber Gruß, KatzeLucy
Bunny84
Bunny84, 27.10.2009
sehr hilfreich. Wünsche dir einen schönen Abend. Liebe Grüße BUNNY84
PS: Freue mich über Gegenlesungen
MoeGott
MoeGott, 27.10.2009
super - freu mich auf gegenlesungen! liebe grüße
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MarpeX

Der Titel, um den es im Film nicht geht!

ein Testbericht von 2007-12-05 15:55:10 vom 05.12.2007
Empfehlung: ja
Der preisgekrönte und oscarreife Film, der in der deutschen Fassung "Der Club der toten Dichter" heißt, wurde im Jahre 1985 von Tom Schuhman geschrieben und unter der Leitung von Regisseur Peter Weir verfilmt.

Das Filmdrama handelt von der Zeit um 1950, der Zeit der Eliteschulen und Militärschulen.

Für einen hervorragenden Schulabschluss und einen offenen Weg auf Spitzenuniversitäten nehmen die Hauptpersonen Todd Anderson und Neil Perry, sowie alle anderen Schüler der Welton Akademie den hohen Druck in Kauf, der durch die vier Leitbegriffe Tradition, Ehre, Disziplin und Leistung hervorgerufen wird.

Zu Beginn des neuen Schuljahres wird Robing Williams als Mr. John Keating als Englischlehrer eingesetzt.

Keating fällt durch seine ungewöhnlichen Lehrmethoden auf und erobert schnell die Gunst der Schüler-

Nachdem Mr. Keating den Jungen von einem besonderen Bündnis, dem Club der toten Dichter, erzählt hatte, wuch der Drang, einen ebenso schulisch verbotenen Club zu gründen.

Die Hauptperson Neil Perry lebt den Tag genau so, wie es Mr. John Keating immer zu sagen pflegte: "Carpe Diem".

Nach einem vom Vater Perry verbotenem Auftritt in der Hauptrolle eines Theaterstückes sieht Neil keinen anderen Ausweg mehr, welcher schwere Folgen für den Verlauf der Geschichte hat.

Gesucht wird nun der Schuldige an dieser schrecklichen Tat von Neil, der für mich ganz klar der Vater Mr. Perry ist.

Nicht nur dem Vater wird Schuld von verschiedenen Seiten zugesprochen, da er Perry stets unterdrückte, sondern auch Mr. Keating, der den Jungen schlechte Gedanken übermittelt haben soll.

Insgesamt würde ich den Film mit einem Gut bewerten und den Titel auf einen zutreffenderen, wie zum Beispiel "Carpe Diem" umbenennen, da der Club der toten Dichter nur ein kleiner Teil der gesamten Geschichte war.

Empfehlen kann ich sowohl das Buch als auch den Film aber Klassenstufe 9, da beiderseits schwierige Passagen und Sprichwörter zu finden sind.

Als negatives kann ich zum Buch sagen, dass im Film wesentlich mehr wichtige und interessante Stellen gekürzt wurden, und somit der Film eindeutig verständlicher gestaltet wurde.
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Kommentare
doelau
doelau, 08.12.2007
Das sind für einen Testbericht viel zu wenig Informationen. Deine eigene Meinung kommt auch sehr kurz. Und bitte schreib den Bericht als zusammenhängenden Text und nicht nach jedem Satz einen Absatz.
Gemeinwesen
Gemeinwesen, 05.12.2007
Auch hier: Wenn ich die DVD kaufen möchte, bin ich nach Lesen dieses Beitrags nicht schlauer als vorher. Den Film kenne ich durchaus. Beste Grüße vom Gemeinwesen.
Mondlicht1957
Mondlicht1957, 05.12.2007
Sorry das ist mir bissel zu wenig, zumal es ncoh mehr über den Film als übers Buch zu sagen gäbe, schau mal bei mir rein, ich hatte das Thema auch gewählt. LG pet
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freetibet

Aufbruch zur Freiheit

ein Testbericht von 2006-05-28 20:35:04 vom 28.05.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: der Film...
Nachteile/Kritik: nix
Neulich, vor dem Fernseher, dämmerte es mir: ich bin älter geworden. Warum? Ich ärgere mich nicht mehr über Sportreporter. Das Pokalfinale zog an mir vorbei. Herr Beckmann wechselte wie immer unermüdlich zwischen Analyse und dem, was er für die "Fanperspektive" hält. Immerhin noch weniger aufdringlich als Werner Hansch.
O je. In zehn Jahren wirst Du immer noch vor einem Fernseher sitzen und Dir diesen EWIGGLEICHEN Mumpitz anhören. (Und dann, mit fünfzig, zum jungen Gemüse sagen: "Fassbender: DAS war noch ein Reporter!") Ich horche in mich hinein, doch still ruht die See. Nichts. Nicht mal mehr der Sturm im Wasserglas. Das wars. Die dunkle Seite der Macht hat gewonnen. Die Transformation zum illusionslosen Middle-Age-Sack ist vollendet. Nicht mal HEAVY-METAL-HÖREN hilft noch. Erheben Sie sich, Lord Vader! O je...

Eine Naturkulturlandschaft wie in Stein gemeißelt. Mittendrin, hineingeklotzt, als hätte es immer dort gestanden, ein überwältigend wirkendes Gebäude. Es sieht alles nach Natur aus, aber in diesem riesigen Garten hat der Mensch das Sagen.
Der Klotz beherbergt das Eliteinternat Welton für Söhne, deren Eltern es bezahlen - können. Wir werden Zeuge der Begrüßungsansprache des Direktors zum neuen Schuljahr (1956), die vermutlich genauso auswechselbar in jedem Jahr gehalten werden kann wie die Neujahrsansprache des Bundeskanzlers. Die Ziele der Schule werden auf den Punkt gebracht. Den Schülern wird eine umfassende Ausbildung garantiert, auf deren Basis sie eine Eliteuniversität besuchen können. Eine erfolgreiche Karriere ist nach dem erfolgreichen Besuch dieser Schule beinahe garantiert. Das Gelingen soll ein einfacher Wertekanon bewirken: Tradition, Ehre, Disziplin, Leistung. Zeitlosigkeit macht sich breit. Schaut man das Gesicht des Direktors, dann ahnt man, daß man hier viele Facetten von Unerbittlichkeit kennen lernen wird. Der neue Englischlehrer wird vorgestellt: John Keating.

Die Erwartungen werden nicht enttäuscht. Der Unterricht ist eine langweilige Lernmühle, der umfangreiche Stoff kann nur bewältigt werden, weil die Schüler sich nach dem Unterricht in Lerngruppen organisieren. Knox Overstreet, Charles Dalton (Gale Hansen), Neill Perry (Robert Sean Leonhard), Todd Andersen (Ethan Hawke), Stephen Meeks, Gerard Pitts, Richard Cameron sind zwar erst siebzehn, aber haben nur noch wenig Flausen im Kopf. Ihre Zukunft scheint ihnen vorbestimmt, die daran geknüpften Erwartungen haben sie längst akzeptiert, ohne je etwas anderes kennen gelernt zu haben. Fatalismus würde man es heute nennen, wenn es reflektiert wäre. Nur im stillen Kämmerlein, unter sich, regt sich noch ein bißchen Widerspruchsgeist gegen "Höllten", ein Ventil für die angestauten Frustrationen angesichts der täglichen Bücherwälzerei.

Pfeifend betritt Mr. Keating (Robin Williams) er die Klasse, pfeifend verläßt er sie wieder - und führt die Schüler zu den Bildern vorhergehender Schülergenerationen. Er läßt Pitts folgende ketzerische Verse lesen:

"Pflückt Rosenknospen, solange es geht
die Zeit sehr schnell Euch enteilt
die gleiche Blume, die heute noch steht
ist morgen dem Tode geweiht."

Danach läßt er die Schüler vergangener Schülergenerationen ansehen. "Diese Jungs dienen jetzt den Narzissen als Dünger." Das ist nicht mißzuverstehen. Es gilt also, die eigene Lebenszeit zu nutzen, denn irgendwann ist es vorbei. Verblüfft müssen die Schüler ihre Individualität und ihre Endlichkeit zur Kenntnis nehmen.
Für einen Augenblick erwachen sie aus ihrem metaphysischen Schlummer.

Zunächst aber sind sie orientierungslos. Neill treibt ein altes Jahrbuch auf, indem Keating Mitglied der "Dead Poets Society" aufgeführt wird, eine Vereinigung von Schülern, die sich nachts Literatur vorgelesen haben, die großen amerikanischen Dichter, aber auch eigene Verse. Neill überredet die anderen, mitzumachen. Keating läßt sich nur noch als "O Käptn, mein Käptn", dem Titel eines Gedichtes von Walt Whitman ansprechen.

In der Nacht gehts los. In weite Mäntel eingehüllt laufen die Jungs zu einer Höhle im Wald, zu einem anderen Ort, in eine andere Zeit, in eine andere Realität hinein. Ihr Erwachen beginnt. Inspiriert von den großen amerikanischen Dichtern, entwickeln sie eigene Rituale, zelebrieren sie einen anderen Lebensrhythmus, stoßen sie vor zu eigenen Mythen, entwickeln andere, Welton entgegengesetzte Rituale, formulieren eigene Interessen. Knox umwirbt ein angebetetes Mädchen, Neill findet zur Schauspielerei, Charlie beginnt auf dem Saxophon free jazz zu spielen und lädt Mädchen in die Höhle ein. Keating setzt ihre Erziehung zum selbständigen Denken konsequent fort. Sogar der schüchterne und sensible Todd wird von Keating dazu gebracht, sich in Versen zu artikulieren.

So schön und so pathetisch die Geschichte ist, irgendwann begann es in meinem Magen zu grummeln. Nicht zum ersten Mal hörte ich Sprüche wie "Mache etwas Außergewöhnliches aus Deinem Leben", "Liebe ist was wunderschönes" , "Bleib Dir selber treu", Finde Dich selbst", "Vorsicht vor Konformität".
Älter werden hat ja auch seine Vorteile, schließlich lernt seine Pappenheimer kennen. Von Musik befeuert, hatte auch als siebzehnjähriger schließlich auch geglaubt, das Leben neu zu erfinden zu müssen. Erst nachdem ich gemerkt hatte, daß mir in Form von beliebigen Bands und Jugendkulturen zum x-ten Mal in leichten Variationen der Aufguß eben dieser Sprüche verhökert worden war, wurde ich mißtrauisch. Hatte mir die Musikindustrie nicht genau das beinahe ein Jahrzehnt lang vorgebetet und sich damit dumm und dusselig verdient? Und hatte sich genau dieses eingängige Lebensgefühl in der sperrigen Realität nicht als untauglich erwiesen? Könnte schon sein. Hört sich jedenfalls plausibel an. Oder?

Eines Tages veröffentlicht Charlie in der Schülerzeitung einen Artikel, in dem er im Namen des Clubs fordert, Mädchen in die Schule aufzunehmen. Nicht nur das, als die versammelte Schülerschaft deswegen zur Rede gestellt wir, führt er ein fingiertes Telefongespräch mit Gott, der ihm in seinen Forderungen Recht gibt. Die Schulleitung reagiert auf diesen antiautoritären Spaß erwartungsgemäß humorlos. Charlie bezieht Prügel mit einem Rohrstock und wird dazu aufgefordert alle Mitglieder des Clubs der toten Dichter preiszugeben, ansonsten drohe der Schulverweis.

ACHTUNG: HIER WIRD DAS ENDE VERRATEN



Währenddessen hat Neill die Hauptrolle in einem Theaterstück ergattert. Um dem Widerstand seines Vaters zu entgehen, fälscht er seine Erlaubnis, um die Rolle spielen zu dürfen. Der Schwindel fliegt auf und der Vater erscheint während der Premiere des Theaterstücks. Neill bringt nicht die Courage auf, seinem Vater zu widersprechen, als der ihm ankündigt, ihn auf eine Militärschule zu schicken.

Der maßlos Enttäuschte bringt sich mit der Pistole des Vaters um.

Die darauf einsetzende Untersuchung nimmt inquisitorische Züge an Die Schüler müssen per Unterschrift beglaubigen, von Keating verführt worden zu sein. Sie beugen sich dem Druck der Schule und ihrer besorgten Eltern. Keating wird entlassen. Doch in einer wunderbar pathetischen Schlußszene, steigen die meisten Schüler bei seinem letzen Besuch auf die Tische und bekennen sich noch einmal zu ihrem scheidenden Lehrer. Sein Einsatz war nicht umsonst, seine Aufforderung zum freien Denken ist in den Köpfen angekommen.

(...)
Mein Käptn gibt nicht Antwort, seine Lippen sind bleich und still
Mein Vater fühlt nicht meinen Arm, hat nicht mehr Kraft noch Willen,
Das Schiff liegt heil vor Anker nun, die Reise ist nun aus,
Von schwerer Fahrt das Siegerschiff kam im Triumph nach Haus
Jauchzt, Ihr Gestade! Glocken dröhnt!
Ich aber knie in Not,
Wo auf dem Deck mein Käptn liegt,
Gefallen, kalt und tot.
(zitiert nach Walt Whitmann, Grashalme, S.343
dt. Übersetzung von G. Landauer)




UND HIER GEHTS WEITER


Jetzt, vor dem Hintergrund einer autoritären Tradition, die mit Kanonen auf Spatzen schießt, beginnt sich der Zauber des mentalen Aufbruchs im Medium poetischer Sprache zu entfalten und plausibel zu werden. Denn Keating hatte die Schüler keineswegs dazu aufgefordert, die Schule oder den Unterricht offen in Frage zu stellen. Erst die letztlich mimosenhafte Reaktion der Autorität, nicht verstandene Fragen mit überzogenen Sanktionen zu beantworten, ist das Movens für die folgende Entwicklung und gibt den geistigen Befreiungsversuchen der Schüler die Romantik, die der kommerziellen Ausbeutung jugendlicher Sinnsuche a la MTV abhanden gekommen ist.

Die historische Parallele ist leicht zu fassen. Es werden die gleichen Schüler sein, die einige Jahre später als Studenten in Berkley, inspiriert von Literatur, bildender Kunst und Musik (und Drogen) eine Revolte lostreten werden, die die Welt, vor allem sie selbst, verändern wird. Zielgerichtet und mit der notwendigen Portion Engstirnigkeit werden schon längst hinfällige Tradionen angegriffen, die Lügen der vorherigen Generationen gelüftet und ausgelacht. Jugendkulturen entstehen. In der Folge formierten sich unzählige Gruppen, am prominentesten hier wohl "Die Grünen", die mit dem festen Willen zur Veränderung den "Marsch durch die Institutionen" beginnen. Wer (wie ich) in den achtziger Jahren aufgewachsen ist, kann sich vielleicht noch an die Irritationen erinnern, die es ausgelöst hat, wenn nach dem Kumpeltyp im Jeansanzug (Deutsch) der stockkonservative, IMMER 60jährige Lateinlehrer das Klassenzimmer betrat. Dabei tat sich sicher einen Menge (was war Joschka Fischer doch einmal für eine Figur!), zur Veränderung hat es gereicht, zur Revolution nicht. Die autoritäre Tradition wurde erfolgreich beseitigt, die Demokratisierung vorangetrieben, die freie Meinungsäußerung eine Normalität. Alles tuffi also?

Sicher ist das Leben heute freier, angenehmer, als es das noch in den Zeiten zwingender Autorität und Autoritätshörigkeit war. Dennoch werde ich den Eindruck nicht los, daß sich ein nicht mehr so leicht erkennbarer, aber ebenso straffer Wertekanon etabliert hat. Anstelle des Zwangs sich in das Korsett einer autoritären Tradition einschnüren zu lassen ist der biographische Druck getreten, der immer präsente Zwang einen ordentlichen Lebenslauf vorweisen zu können, der in jedem Vorstellungsgespräch anhand eines detaillierten Dossiers nachgewiesen werden muß. Ansonsten droht die Arbeitslosigkeit, mindestens der Eindruck, sein Leben nicht "im Griff zu haben".

Damit wird es für die Meisten schon schwer genug, etwas Normales aus ihrem Leben zu machen, das von Keating geforderte Außergewöhnliche ist längst passe, Kompetenz und Engagement hin oder her. Biographische Kohärenz, Disziplin, Leistung, Effizienz, wirtschaftlicher Erfolg: dieser immer schärfer ins Leben des Einzelnen eingreifende neue Wertekanon scheint die individuelle Freiheit aufs Neue zu ersticken/zur Farce werden zu lassen. Polemisch ausgedrückt: was die Verantwortung für die eigene Biographie anbelangt, haben sich Privatisierung und Dezentralisierung schon längst durchgesetzt, lange bevor sie Forderungen einer liberalen Wirtschaftspolitik geworden sind.

Ich hänge mich zu weit aus dem Fenster? Das hat alles nur noch wenig mit dem Film zu tun? Zugegeben. Deswegen jetzt das Fazit.

Der "Club der toten Dichter" ist ein sehr schöner, sehr pathetischer und gut inszenierter Film, der in Form eines Dramas noch einmal das Erwachen einer ganzen Generation beschwört, ohne die Gefahren der Nonkonformität zu verschweigen. Die Schauspieler haben mir durch die Bank gut gefallen, besonders Robin Williams gab hier einer seiner frühen Glanzvorstellungen, die ihn zum Star werden ließen. Wer sich diesen Film ansieht wird kein typisches Hollywoodkino erleben. Philologiestudenten und Intellektuelle mögen den Film (zurecht) kitschig finden, emotional wird er, glaube ich, immer noch viele, vor allem junge Leute gefangen nehmen.

Ein großes Wort, ein hartes Wort, Freiheit. Ist sie durchgesetzt, muß auch sie erstmal aus- und durchgehalten werden.

DVD

Ich selber bin Besitz einer Special Edition, die neben der englischen Original- auch die deutsche und italienische Synchronisation bietet. Obwohl ich die deutsche Synchronisation durchaus gelungen finde, würde ich die englische Originalversion mit Untertiteln empfehlen. Bild- und Tonqualität sind okay.

Als Extras bietet die DVD noch einen Audiokommentar von Peter Weir und Tom Schulman, dem Autoren des Drehbuchs, sowie ein Interview, indem die damaligen Darsteller der Schüler noch einmal von ihren Erfahrungen mit Peter Weir erzählen sowie einige Extras, die die technische Seite der Inszenierung beleuchten.

Alles in allem eine gelungene Investition.
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Kommentare
Lucia007
Lucia007, 08.11.2007
Du bist zu zynisch. Und es wird garnicht gesagt, dass man etwas Besonderes machen soll. Denk an die Figur des Charly! Man soll nur seiner inneren Richtschnur folgen - sonst nichts!
Manica
Manica, 29.05.2006
Ein toller Bericht über einen wunderschönen Film- zu Dir persönlich- man wird sehen, was in zehn Jahren ist- kann man jetzt noch nicht sagen. LG Manica
Stompy2k
Stompy2k, 28.05.2006
SH - Würde mich über Gegenbewertungen freuen. Mfg Stompy2k
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