Malta Testbericht

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Erfahrungsbericht von Gozo-Bernie

Malta I: Bars, Clubs, Pubs, Restaurants und aehnliches: 1. Clubs

Pro:

Jeder willkommen, Appetizer (kleine Haeppchen zum Getraenk) kostenlos, meist die ganze Woche

Kontra:

Vorsicht: Touristen werden auch da manchmal uebervorteilt!

Empfehlung:

Ja

Die Insel Malta, am Rande Europas gelegen und in der Tat suedlicher als das afrikanische Tunis wird immer beliebter als Urlaubsziel.
Seit dem 1. Mai 2004 ist Malta nun auch Mitglied der Europaeischen Union

Die Insel (bzw. -Gruppe) hat bei einer bescheidenen Groesse von gerade mal 267 qkm doch einiges zu bieten. Das was die meisten in den Sueden zieht, naemlich 'sun and fun' ist dabei nicht die Hauptstaerke Maltas, sondern die Kultur.

Zu all diesem werde ich nach und nach einzelne Beitraege schreiben, die die yopianer dann hier finden.

Diesmal ein Aspekt der auch zur Kultur gehoert, naemlich das sehr verbreitete 'Clubleben' im weitesten Sinne.

Unterscheiden muss man in erster Linie zwischen Pubs oder Bars und Restaurants - wie eigentlich ueberall auf der Welt. Erstere sind eher zum Trinken und fuer Geselligkeit, letztere eben zum Essen und deswegen oft nur fuer "Lunch" und "Dinner" geoeffnet. Auf Malta hat sich aber etwas entwickelt, was es in dieser Art kaum sonst irgendwo gibt: Jeder noch so kleine Verein hat als erstes einen eigenen Pub - und der ist manchmal erstaunlich gross. Auf maltesisch heisst sowas Kazzin, also etwa Casino, im englischen wird es dann Club genannt. Diese Clubs unterscheiden sich aber dadurch von solchen in anderen Laendern, dass sie allen offen stehen - weshalb man manchmal das einen deutschen Besucher leicht irritierende Schild "Tourists are welcome" am Eingang findet - will doch wohl jeder, der eine Kneipe aufmacht, auch Touristen als Gaeste haben.

Bei den Clubs unterscheidet man solche der Parteien, der Kirche, der (Sport-)Vereine und dann vor allem die in jedem Ort anzutreffenden Bandclubs. Deren Pubs zu besuchen lohnt sich fuer jeden Touristen, denn darin trifft man immer fast nur Einheimische und erfaehrt man viel ueber deren Leben. Und man geht dorthin, wenn einem gerade danach ist und wie man gerade ist, also in Shorts, teils ohne Hemd (obwohl offiziell nicht zulaessig), in Arbeitskleidung, mit Kind und Kegel oder allein (ausser zum Bingo-Spiel fast nur Maenner). Und jeder ist willkommen, auch der Banker von gegenueber oder der Minister, der vielleicht in Anzug und Krawatte kommt.

Wichtig ist eine Verhaltensregel: Man halte sich als Gast (=Tourist) zurueck mit politischen und aehnlichen Aeusserungen (Malta in die EU oder nicht? Das muessen die Malteser entscheiden! Findest du dass Birkirkara zurecht gegen Valletta im Fussball-Cup gewonnen hat: eine falsche Antwort kann ein blaues Auge bringen! War das Feuerwerk bei Santa Marija oder San Gorg besser: ein zweites blaues Auge ist evtl. sicher! Und bei den Parteiclubs sollte man schon genau nachsehen ob man bei den Nazzjonalista oder den Laburista ist).
In welchem Club man ist sieht man an der Ausstattung und den Bildern an der Wand. Besonders interessant sind da die Bandclubs mit Erinnerungstafeln und oft historischen Bildern, Sportvereine mit Ausstellung aller Pokale. Parteiclubs sind eher schlicht und der Zierrat beschraenkt sich auf ein Bild des jeweiligen Parteichefs.
Zur 'Grundausstattung' der Clubs gehoeren dann noch einige Spielautomaten und ein Fernseher, der eigentlich immer laueft. Im Eingangsbereicht ist zudem oft eine Lotto-Annahmestelle.

Gemeinsam ist allen Clubs, dass die Preise fuer Getraenke und - soweit angeboten - Speisen sehr moderat sind und dass sie eines bieten, teils taeglich, teils nur am Wochenende, naemlich kostenlose "Appetizer", also kleine Haeppchen, die zu den Getraenken gereicht werden. Dies meist ab 10.00 bis 13.00 und ab 18.00! Wenn man in ein solches Lokal kommt und es gibt Tische mit und ohne Tischdecke, dann muss man sich allerdings an einen solchen ohne setzen. Denn die anderen sind fuer Leute gedacht, die Essen bestellen - und da gibt's dann natuerlich nichts extra ausser Brot und Butter am Anfang. Ein Fehler ist es auch, wenn man das 'menu' verlangt, also die Speisekarte: dann wird man entweder an eine Tisch mit Tischdecke gebeten oder es wird gleich vor einem gedeckt.

Also evtl. ohne Scheu an einen Tisch setzen, an dem schon ein Einheimischer sitzt - und man kommt auch gleich ins Gespraech.

Die Apetizer, teils auch "Hobz biz-Zejt" (= Brot mit Oel) genannt bestehen aus diesem, wobei jedoch zumindest noch Tomatenmark auf dem Brot ist, div. Gruenzeug, Kleinen Wuerstchen, Bohnen und dann evtl. weiteren Spezialitaeten wie Weinbergschnecken, roher oder gekochter maltesischer Wurst in Curry, Timpana (Nudelauflauf) oder aehnlichem, manchmal Gulasch aus Pferdefleisch, an guten Tagen auch Haehnchen-Fluegel usw. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und es wird auch nachgeliefert, wenn man ein weiteres Getraenk ordert! Verzehrt wird in uebrigen alles mit Hilfe von Zahnstochern, die auf den Tischen stehen oder vom Kellner gebracht werden. Und der freut sich ueber ein kleines Trinkgeld (nach jeder Runde gleich bar zahlen! Viele lassen ihr Rest-Geld vor sich auf dem Tisch liegen, bis sie gehen, so dass der Kellner gleich sieht, dass noch mehr Geschaeft ansteht).

Einige Tipps fuer Clubs, in denen das Angebot stimmt, also die Bedienung nicht zu langsam, die Apetizer essbar sind und regelmaessig gereicht werden und die Preise auch wenn man mal was anderes will moderat sind:

Valletta: King's Own Band Club, Triq ir-Repubblika sowie Anglo-Maltese Club, Triq il-Merkanti, Appetizer taeglich (beide auch gut und guenstig zum Essen!)

Fussballvereine und Parteilokale in allen groesseren Ortschaften - Qualitaet je nach Tagesform, Ausgang der letzten Wahl oder Tabellenplatz wechselnd!

Gozo (Apetizer am Wochenende):
Kazin Laburista in Sannat
Football Club in Ghajnsielem
Band Club in Xaghra

Gozo-Extra-Tipp: Catholic Club in Zebbug: Mo - Fr nur ab ca. 19 Uhr geoeffnet, Sa/So ganztags, keine Appetizer aber die beste und groesste Pizza der Insel zu erstaunlichen Preisen. Die Ausfuehrung 'klein' (small) ist fuer den normalen Esser mehr als genug!

Clubs sollte man, wenn man nicht am Spiel teilnehmen oder es (stumm!) beobachten will, meiden wenn Bingo ist. Zeiten am schwarzen Brett ersichtlich, dort auch weitere Hinweise zum Vereinsleben (meist in malt. Sprache).

Appetizers gibt es teils auch in ganz normalen Bars. Weitere Tipps hierzu folgen!

Gruss aus Catania (Sizilien)wo ich jetzt wohne

Gozo-Bernie

46 Bewertungen, 2 Kommentare

  • blackangel63

    10.12.2008, 01:54 Uhr von blackangel63
    Bewertung: sehr hilfreich

    :::::LiEbE gRuEsSe:::::

  • schnekuesschen

    28.03.2006, 21:52 Uhr von schnekuesschen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht....LG Sandy