Schottland Testberichte
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Pro & Kontra
Vorteile
- viel Natur, wenig Menschen
- schön, wild, rau, natürlich, Castles, Lochs, Küsten, Meer, Single Track Roads, Leuchttürme, Edinburgh, Glasgow
- die herrlich wilde Landschaft
- Wunderbares Reiseland für alle, die etwas erleben und entdecken möchten, reich an Kultur und Geschichte, mit einer traumhaften Landschaft!!!
- Das Land selbst
Nachteile / Kritik
- teilweise sehr hässliche Städte wie Inverness und teuer
- da gibt es überhaupt nichts...
- die Mücken :-)
- Teurer als Pauschalurlaub auf Mallorca etc.
- Absolut überhaupt nichts
Tests und Erfahrungsberichte
-
Ich bin hier, mein Herz ist in Schottland
5Pro:
Das Land selbst
Kontra:
Absolut überhaupt nichts
Empfehlung:
Ja
brennend interessiert hat mich die Geschichte Schottlands immer schon, nur hatte ich lange Zeit nie die Gelegenheit, das sagenumwobene Land der Highlander zu bereisen, obwohl meine Ex-Schwiegereltern unweit der schottischen Grenze wohnen.
Natürlich waren diese (ganz Engländer) der Meinung, dass man das Land der Jocks nicht zwingend betreten muss, es sei denn, man isst , wie "die Wilden da oben" noch mit Hornlöffeln aus Holzschüsseln.
Hätte ich ein Fell getragen und mich auf allen Vieren vorwärts bewegt, dann hätten sie mich wahrscheinlich freiwillig über die Grenze geschubst, so aber hatte ich keine Chance.
Als dann aber der 70ste Geburtstag unserer Mutter anstand, wollten wir Geschwister uns etwas Besonderes ausdenken, und da wir wussten, dass sie Schottland immer schon einmal sehen wollte, lag nichts näher als eine Reise in dieses Land.
Tja, ich hatte Glück, denn außer mir spricht niemand in unserer Familie fließend englisch, also wurde ich dazu "verdonnert", sie zu begleiten.
Wie man sich vorstellen kann, war das für mich als Schottlandfan der absolute Horror.
;-))
Wir buchten eine einwöchige Rundreise per Bus, für deren Preis man locker für 2 Wochen auf die Malediven hätte fliegen können, nur: Wer will da hin wenn er nach Schottland fliegen kann? *g*
Um genau zu sein bezahlten wir für zwei Personen für eine Woche 1800 Euro
Wie kann man Schottland beschreiben?
Geht nicht, ist unmöglich.
Das ist, als wolle man einem Menschen ohne Geschmacksnerven die Wonnen von Schokolade erklären.
Schottland hat ein besonderes Flair.
Eins, das ich noch nie irgendwo erlebt habe.
Die britischen Inseln haben meiner Meinung nach sowieso eine ganz spezielle Atmosphäre, Schottland ist aber noch einmal eine Klasse für sich.
Die Reise begann mit dem Anflug auf den winzigen Flughafen von Edinburgh, den wir mit German Wings und Air France von Hannover, über Paris Charles de Gaulle nach knapp fünf Stunden Reisezeit (nicht Flugzeit) erreichten.
Am "Flughafen" Edinburgh fühlt man sich wie am Hintern der Welt.
Die Shops, die man normalerweise an Flughäfen vorfindet, waren (in geringer Anzahl) natürlich auch dort vorhanden, nur hatte das Ganze den Touch eines Bahnhofes der gehobenen Klasse.
Ich kam mir vor wie in der tiefsten Provinz und bis heute ist der Flughafen von Edinburgh für mich nur "niedlich."
Ein ernüchternder Einstieg in das Land, von dem ich immer geträumt hatte....
Aber was soll's, Connor MacLeod würde sich hier ja sowieso nicht blicken lassen, also mal abwarten.
Die Reise sollte von Edinburgh über Dundee, Aberdeen, Inverurie und Elgin nach Inverness, zur Isle of Skye und von dort nach Fort William und über Greenock nach Glasgow führen.
Vom Flughafen aus fuhren wir in unser Hotel in der Innenstadt von Edinburgh, wo wir nur noch müde den Tag ausklingen ließen, obwohl ich mir vorgenommen hatte, die Nacht zum Tag zu machen.
Untergebracht waren wir im Ramada Mount Royal, wobei das auch (fast) das einzige Hotel sein wird, das ich hier erwähnen werde, denn in diesem Bericht geht es um das Land und nicht um seine Unterkünfte.
Ich erwähne das Ramada hier nur, weil es wirklich ein ganz tolles Hotel ist und ich es allen Edinburgh Besuchern nur wärmstens empfehlen kann.
Am nächsten Tag hatten wir Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und spätestens da wurde mir klar, dass wir keine Rundreise hätten buchen dürfen, denn Edinburgh ist zu schön, um nach einem Tag Abschied nehmen zu müssen.
Wir wären gern noch 3 bis 4 Jahre geblieben.
Zuerst haben wir natürlich die typischen Touristenziele abgeklappert, wie zum Beispiel Calton Hill.
Wir sind mit dem Taxi gefahren, da wir sonst wahrscheinlich niemals dort oben angekommen wären.
Der Blick über die Stadt ist von da oben einfach atemberaubend schön, man muss es gesehen haben.
(Als "atemberaubend schön" werde ich im Laufe dieses Berichtes wohl noch vieles bezeichnen, denn Schottland hat Gegenden, die den Atem einfach stocken lassen.)
Auf Calton Hill angekommen, begrüßte uns als erstes ein Piper, was ich persönlich ein bisschen daneben fand, denn das ist ja genau das, was Schottlandbesucher erwarten: Ein Schotte mit Dudelsack im Kilt.
Buähhh....wie hollywoodmäßig kitschig.
Da ich aber die Klänge der Pipes schon immer liebte, und ich mich zudem noch über den Dächern von Edinburgh befand, hatte dieser Typ im karierten Röckchen leichtes Spiel mit mir und meine Gänsehaut ging einfach nicht mehr weg.
Na klasse, voll in die Touriefalle getappt!
Das Erstaunliche war nur, dass mir das absolut nichts ausmachte, ich habe es wirklich genossen und hatte das Gefühl in Schottland angekommen zu sein.
Edinburgh unter uns, die Pentland Hills
(http://www.edinburgh.gov.uk/phrp/ )
gut sichtbar in der Ferne...perfekt.
Ganz leise stellte sich schon ein erstes Gefühl von "ich will hier nie wieder weg" ein.
Edinburgh Castle war natürlich unser nächster Halt, wer will dieses monumentale Gebäude schon verpassen?
Hoch über der Stadt thront das beeindruckende Gebäude, das Wahrzeichen der Stadt.
http://www.edinburghcastle.biz/
Von unten betrachtet sieht es aus, als würde man stundenlang laufen müssen, um dieses herrliche Bauwerk betreten zu können, das täuscht aber gewaltig.
Selbst meine Mutter mit ihren 70 Jahren hat den Aufstieg fast ohne Anstrengung gemeistert.
Oben angekommen und über die Zugbrücke gewandert, hat man nicht nur einen unvergleichlichen Blick über die Stadt, sondern auch die Qual der Wahl.
Will man die Museen der Burg besuchen oder die Kapelle?
Will man die Burganlage umwandern oder einfach Rast machen an der Kanone, die an jedem Tag der Woche, außer am Sonntag, um 13:00 lautstark abgefeuert wird?
Wir hatten Zeit, wir haben einfach alles mitgenommen, und das würde ich jedem Besucher der Anlage auch raten.
An die weiblichen Leser noch ein Tipp am Rande: Beim Besuch der Burganlage keine hohen Schuhe tragen, das kann böse ausgehen, denn die Anlage ist zum größten Teil mit Kopfsteinen gepflastert und an manchen Stellen verdammt steil.
Lieber Turnschuhe mitnehmen wenn man beabsichtigt, vorher noch elegant gekleidet die Princess Street, die unterhalb der Burg befindliche Einkaufsmeile und bekannteste Straße der Stadt, besuchen zu wollen.
Und noch ein Hinweis:
Beim Verlassen der Burg nicht nach rechts abbiegen um wieder in die Stadt zu kommen, es sei denn, man beabsichtigt, eine Stunde lang zu wandern um wieder in die Stadtmitte zu kommen.
Links rum ist wesentlich kürzer und übersichtlicher....
Als meine Mutter (die so gut wie nie Alkohol trank) dann noch darauf bestand, in die Altstadt zu gehen, um eine "typisch schottische" Kneipe zu besuchen, habe ich die Stadt endgültig lieben gelernt.
Wir betraten die erste Kneipe, die uns in einer den Nebenstraßen der Princess Street in die Quere kam, und ich bestellte zwei Pints of Cider (ein kleiner, aber feiner Unterschied zur eher bekannten Cidre aus Frankreich) und wir saßen friedlich an einem Tisch bis wir uns (natürlich) auf deutsch unterhielten.
Sofort waren wir umringt von einer Horde Schotten, die uns auf einen Drink einladen wollten, weil sie wissen wollten, was Deutsche in "ihrer" Kneipe machen.
Wir hatten uns natürlich in eine Kneipe "verirrt", die Touristen eigentlich niemals aufsuchen und die Stammgäste hatten somit eine Menge Fragen. ;-)
Mit einem Ureinwohner der britischen Inseln verheiratet, hatte ich kein Problem mit dem deftigen Humor der Schotten, und meine Mutter lachte nach 10 Minuten aus vollem Halse, obwohl sie, wenn überhaupt, gerade mal die Hälfte des Gesagten verstand.
Die Gastfreundschaft und die Aufgeschlossenheit der Schotten sucht wirklich seinesgleichen.
Wollen wir gehen?
Natürlich nicht!
Abends stand aber im Hanover Hotel
(http://www.thehanoverhotel.com/home.htm)
noch das "Burns Supper" an, das wir selbstvertändlich nicht verpassen wollten.
Am Geburtstag des schottischen Dichters Robert Burns (25. Januar) begeht man in Schottland "Burns Night" und zu diesem Anlass gibt es das leider verkannte und doch so verdammt leckere "Haggis" mit Steckrüben und Kartoffeln (neeps and tatties)
Haggis:
Eine schottische Spezialität aus Herz, Lunge, Leber und Nierenfett vom Schaf, Hafermehl und Zwiebeln, das kräftig gewürzt in den Magen eines Schafes gefüllt wird, um dann wie eine Art Wurst gegessen zu werden.
Hört sich "lecker" an?
*feix*
Ist es aber wirklich und wahrhaftig!
Wir kennen ein ähnliches Gericht hier als Pfannenschlag oder Rinderwurst.
Wer sich nicht an Labskaus wagt, der sollte wenigstens Haggis probieren.
;-))
Den Touristen erzählen die Schotten übrigens mit Vorliebe, dass Haggis ein sehr seltsames Fabeltier ist, das sehr scheu ist und das man daher nur sehr selten sieht.
Dadurch ist es natürlich schwer zu fangen und zu erlegen. ;-)
Das Rezept für die Hartgesottenen:
http://www.kochen-international.de/50172693610e76 c07/501726936513b96c3.html
Das Burns Supper ist ein durch und durch ritualisiertes Ding.
Der Haggis wird unter den Klängen eines Dudelsacks zum Rednertisch (also zum Tisch des Gastgebers) getragen, der dann "The Adress to a Haggis" (das Burns-Gedicht) vorträgt:
"The Address to the Haggis
Fair fa' your honest, sonsie face,
Great Chieftain o' the Puddin-race!
Aboon them a' ye tak your place,
Painch, tripe, or thaim:
Weel are ye wordy of a grace
As lang's my arm.
The groaning trencher there ye fill,
Your hurdies like a distant hill,
our pin wad help to mend a mill
In time o' need,
While thro' your pores the dews distil
Like amber bead.
His knife see Rustic-labour dight,
An' cut you up wi' ready slight,
Trenching your gushing entrails bright
Like onie ditch;
And then, O what a glorious sight,
Warm-reekin', rich!
Then, horn for horn they stretch an' strive,
Deil tak the hindmost, on they drive,
Till a' their weel-swalled kytes belyve
Are bent like drums;
Then auld Guidman, maist like to rive,
Bethankit hums.
Is there that owre his French ragout
Or olio that wad staw a sow,
Or fricassee wad mak her spew
Wi' perfect sconner,
Looks down wi' sneering, scornfu' view
On sic a dinner?
Poor devil! See him owre his trash,
As feckless as a withered rash,
His spindle shank a guid whip-lash,
His nieve a nit;
Thro' bluidy flood or field to dash,
O how unfit!
But mark the Rustic, haggis-fed,
The trembling earth resounds his tread,
Clap in his walie nieve a blade,
He'll mak it whissle;
An' legs, an' arms, an' heads will sned,
Like taps o' thrissle.
Ye Powers wha mak mankind your care,
And dish them out their bill o' fare,
Auld Scotland wants nae skinking ware
That jaups in luggies;
But, if ye wish her gratefu' prayer,
Gie her a Haggis!"
Einmal bei "cut you up wi' ready slight" angekommen, wird der Haggis angeschnitten und unter den Gästen verteilt.
Spätestens in dem Moment, in dem der Gastgeber (in unserem Fall natürlich ein vom Hotel gedungener und zu allem bereiter Schotte im Kilt) mit dem Säbel den Haggis anschnitt, war jeder Otto Normaltourist geradezu begierig darauf, die gewürzten Innereien von Schafen zu essen.
Unter "Burns Supper", "Burns Night" oder "Robert Burns" finden sich in der Suchmaschine Eures Vertrauens noch jede Menge Infos zum Thema.
Am nächten Tag führte uns unser Weg nach St. Andrews in der Grafschaft Fife, der Stadt der Golfer und Studenten.
Die University of St.Andrews ist die älteste Universität Schottland und hat, neben Oxford und Cambridge, den Ruf, die beste Uni Großbritanniens zu sein.
Mein Gott, man muss sie einfach gesehen haben.
Allein die Außenfassade bietet einen atemberaubenden Anblick und der ist schon um eine "Kleinigkeit" anders als die leblosen Betonkästen der heutigen Unis.
Harry Potter lässt grüßen ...
Die Royals schickten ihren (wenn - er - Glück - hat - vielleicht - irgendwann - mal - Thronfolger) William auf diese Uni, an der er Geographie studierte, was dieses Gebäude für Touristen natürlich noch spannende macht.
Für mich jetzt nicht unbedingt, aber ok.
Dass Aberdeen die Bezeichnung "Home of Golf" trägt, verwundert nicht.
Spätestens wenn man das Green gesehen hat, weiß man auch warum.
Es ist imposant, super gepflegt und einfach eine Augenweide direkt am Meer.
Mit dem Royal and Ancient Golf Club of St Andrews kann man hier einen der ältesten Golf Clubs der Welt bewundern und sein "Old Course" dürfte allen Golfern dieser Welt ein Begriff sein.
Natürlich besteht St. Andrews nicht nur aus Golf und Uni, man sollte bei einem längeren Besuch der Stadt auch unbedingt den Friedhof und die Ruine der Kathedrale einplanen, denn beides ist für Geschichtsfreaks (wie mich zum Beispiel) äußerst interessant.
Alles in allem eine Küstenstadt, die man gesehen haben sollte.
Wer sich mit der Stadt etwas näher beschäftigen möchte:
http://www.standrews.com/
Am nächsten Tag ging es mit dem Bus an Montrose vorbei zur viertgrößten Stadt Schottlands, nach Dundee.
Dundee?
Keine Krokodiljäger hier, das steht mal fest.
Den heutigen Namen Dundee stammt aus dem Gälischen "Dun Dèagh" was Burg am Tay bedeutet.
Der Tay ist ein Fluss, der unter anderem auch durch Dundee fließt.
Ein ganzer Tag blieb uns leider nicht in Dundee, und somit habe ich nur noch Erinnerungen an die HMS Unicorn, ein ehemaliges Kriegsschiff der britischem Marine und an die RRS Discovery, die Robert Falcon Scott als Expeditionsschiff in die Antarktis diente, und die heute als Museumsschiff zu besichtigen ist.
Dundee ging irgendwie vor lauter Schiffen an mir vorbei und davon abgesehen waren die Highlands in greifbarer Nähe, was interessierten mich da alte Schiffe?
Sorry also, wenn ich zu Dundee keine weiteren Angaben machen kann, die Stadt ging wirklich an mir vorbei, ich hab sie verschlafen.
Weiter ging es nach Aberdeen, wo wir der "Sache Higlands" schon näher kamen.
Aberdeen ist die Hauptstadt der Region "Grampian", einer unbeschreiblich schönen und wirklich atemberaubenden Landschaft im Nordosten Schottlands, die durchsetzt ist von Bergen, eben den Grampians.
Die Stadt liegt an der Mündung der Flüsse Don und Dee.
Aus unseren Hotelfenstern hatten wir über die Dächer von Aberdeen hinweg einen atemberaubenden Blick auf Hochmoor und Heide und das Aufstehen im Morgengrauen hatte bedingt durch diesen Anblick absolut nichts erschreckendes, wir konnten es im Gegenteil kaum erwarten endlich in die Hufe kommen zu können.
Meine Mutter, die am Abend vorher noch ziemlich geschafft aus der Wäsche guckte, wurde schlagartig putzmunter als sie die vermeintlich ersten frühen Ausläufer der Highlands sah.
Nun ja, ganz so weit war es ja noch nicht.
Nach dem ausgiebigen aber überflüssigen Studium der Innenstadt Aberdeens, die meiner Meinung mit ihren vielen hässlichen Neubauten alles andere als schön ist, die aber über diverse teilweise uralte Pubs und Shops verfügt, ging es weiter nach Elgin.
Aberdeen empfehle ich ganz nebenbei bemerkt übrigens nicht.
Für eine reine Städtereise eignet sich die Stadt so gut wie überhaupt nicht, für mein Empfinden ist sie schlecht geplant und verbaut und das "Schottland Feeling" wollte sich hier absolut nicht einstellen.
Elgin, davon hatte ich vorher nie gehört, wenn das für mich als Whisky Liebhaber auch eigentlich eine Schande ist.
In der Umgebung der Stadt befinden sich einige wichtige und bekannte Destillerien, wie zum Beispiel die Glenlivet Distillery.
Ziemlich abgelegen und von der Straße aus nur aus der Ferne zu erkennen, erinnert sie an eine alte Farm, der man keine weitere Beachtung schenken muss.
Grober Fehler, wenn man gern Whisky trinkt. ;-)
Im Jahre 2004 wurde das Unternehmen von Louis Vuitton Moët Hennessy aufgekauft.
Glen Moray ist sicher ein toller Whisky, nur leider nicht ganz meiner.
Egal, es soll ja hier nicht um Whisky gehen, sondern um Schottland.
(Obwohl ich es mir wohl später im Bericht vielleicht nicht werde verkneifen können, meinen Lieblingswhisky noch zu zelebrieren, denn Schottland und Whisky, das gehört eben doch zusammen.)
Next Stop: Inverness, das Tor zu den Highlands!
Nun ja, ich muss ehrlich sagen, das mich der erste Anblick der Stadt ziemlich enttäuschte, denn die modernen Städteplaner scheinen sich gedacht zu haben "wo noch kein Beton ist, da muss welcher hin."
Die Innenstadt erinnert an die Fußgängerzone von Hannover (ich komme selber aus der Ecke, es ist also nicht als Beleidigung gedacht!) und steht somit unter dem Motto "Inverness ...Beton mal bunt" oder "Inverness ...die Stadt, an der sich jeder irre Architekt mal austoben durfte."
Nein, das geht gar nicht, vor allen Dingen, wenn man sich die Geschichte dieser Stadt oder auch die der gesamten Region mal ansieht.
Geschichtsträchtiger kann eine Stadt nicht sein, und dann wird sie architektonisch so misshandelt?
Nun ja, Inverness Castle sieht auf seinem Hügel ja ganz beeindruckend aus, allerdings haben sich die Stadtväter da wohl gedacht, dass man das Gebäude erst richtig in Szene setzen kann, wenn man davor und darunter eindrucksvolle Blumenrabatten anlegt, die irgendwie an vergangene pompöse Samstag Abend Shows des ZDF erinnern.
Die lenken auch mehr oder weniger wirkungsvoll davon ab, dass das Castle vom Fluss aus gesehen (normalerweise wohl die malerischste Ansicht) direkt über dem üblichen Karstadt - Betonbau thront und auch sonst von Beton flankiert ist.
Da hilft es auch nicht, das Castle nach Sonnenuntergang bunt anzustrahlen, man kann den Beton drum herum trotzdem noch erkennen.
Nein, Inverness ist nicht wirklich meins und das hatte ich vom Tor zu den Highlands am wenigsten erwartet.
Ein paar Kilometer weiter sieht das Leben allerdings völlig anders, und auch wieder schottisch aus:
Loch Ness.
Wenn die Reise durch Schottland die Fahrt im Boot über den See nicht beinhaltet hätte, ich hätte sie gebucht, denn für mich hat der See, auch wenn ich nicht an Nessi glaube, etwas Magisches.
Und die Fahrt über den Loch Ness war genau das: Magisch.
Mit dem Oberkörper über die Bordwand gelehnt ins Wasser zu schauen, um an nichts anderes zu denken als an die Mythen und Legenden, die sich um diesen See ranken, führt automatisch zu Gänsehaut, selbst wenn man, so wie ich, Realist durch und durch ist.
Das Gefühl, auf diesem riesigen, sagenumwobenen See am Bug eines Bootes zu stehen und sich die Gischt um die Nase wehen zu lassen während man Ausschau nach Nessi hält, kann man nicht beschreiben, man muss es erlebt haben.
Angelegt wurde das Boot schließlich direkt unter Urquhart Castle, der bei Drumnadrochit im 13. Jahrhundert erbauten und wohl berühmtesten Burgruine Schottlands.
http://de.wikipedia.org/wiki/Urquhart_Castle
Und genau da habe ich mir einen ganz persönlichen, kleinen, wenn auch lange gehegten Traum erfüllt:
Ich habe im Gras gesessen, von oben über den Loch Ness geblickt und über meine Kopfhörer "Who wants to live forever" von Queen aus dem Soundtrack "Highlander" in voller Lautstärke gehört.
Es gibt Dinge im Leben, die vergisst man nie, dieses Erlebnis gehörte dazu und die Gänsehaut stellt sich allein beim Schreiben dieser Zeilen wieder ein.
Diese ganze Sache hatte ich noch nicht ganz verdaut, als wir uns auf dem ehemaligen Schlachtfeld von Culloden wiederfanden.
Culloden Moore.
Das blutgetränkte Fleckchen Erde, auf dem 1746 die, hauptsächlich aus Highlandern bestehenden Truppen des Charles Edward Stuart ("Bonnie Prince Charlie") so kläglich den Engländern unterlagen.
Heute ist der das Schlachtfeld ein einziger großer Friedhof und eine Gedenkstätte.
Ein von Heide bedeckter und sehr stiller Ort, den man durchschreitet um dabei zahlreiche Einzel - und vor allen Dingen Massengräber hinter sich zu lassen.
Ein Ort, an dem ich während der ganzen Zeit nicht einen einzigen Vogel singen hörte und die ganze Atmosphäre und absolute Stille erinnerte mich an ein Konzentrationslager.
Selbst sonst laut lärmende Touristen sehen dort von Lärm und lauter Unterhaltung ab und niemand zwingt sie dazu, außer der Ort selbst.
Die Schlacht von Culloden war das letzte Aufbäumen und der letzte und vergebliche Versuch der Schotten sich der übermächtigen Engländer, die sie über Jahrhunderte beherrscht hatten, zu entledigen
Nach der Schlacht von Culloden verboten die Engländer den Dudelsack, die gälische Sprache und auch den Kilt.
Wie erfolgreich sie damit waren kann man heute sehen. ;-)
Nach den Verboten der Engländer spielten die rebellischen Schotten, wenn auch heimlich, nämlich weiterhin den Dudelsack, trugen den Kilt und sie vergaßen nie ihre Wurzeln, auch wenn das von ihnen unter Strafe verlangt wurde.
Ab Inverness und Culloden begannen dann die echten Highlands und die werden mich bis an mein Lebensende begleiten.
Wie ich schon am Anfang des Berichtes schrieb: Wie kann man etwas beschreiben, das sich nicht beschreiben lässt?
Plötzlich findet man sich in einem Land wieder, das viele Menschen in den Bereich "Fantasy" verschieben würden wenn sie es nicht selbst erlebt haben.
Da gibt es Berge, an denen kleine Wasserfälle hinunter rauschen und deren Gipfel in Wolken gehüllt sind.
Eben diese Gipfel sind 500 Meter weiter plötzlich von Sonnenlicht umgeben und erstrahlen in allen Farben die man sich denken kann.
Eine kleine Kurve weiter und es schüttet wie aus Kübeln.
Es ist gerade so, als würde man im Schnelldurchlauf 10 Länder bereisen, es ist unfassbar.
Inmitten dieser fast unberührten und gewaltigen Natur sieht man immer wieder kleine Steinhügel, die in Grunde nichts anderes sind als Grabmale, denn die Highlander, die damals natürlich keine Geburts - und Sterbeurkunden hatten, legten für jeden in die Kriege gezogenen Mann, der nicht aus der Schlacht zurück kehrte, einen Stein nieder und diese Steine türmten sich zu irgendwann zu Hügeln.
Greifbare Geschichte.
Wenn zur Linken die weiße Wand der Nebel die Berge herunter rollt und man zur Rechten die dunkelblauen Weiten der zahlreichen Lochs sieht, an deren grünen Ufern riesige Schafherden weiden, dann weiß man, dass man sich in Schottland befindet.
Nun möchte ich nur noch über die Isle of Sky berichten und ich muss hier leider u. a. die Glenn Fiddich Destillerie, die Wollfabriken nebst zugehörigen Shops, die zahlreichen Pubs, in denen sich fast nur umgängliche und fröhliche Menschen fanden, und die "Highland Autobahn", auf der immer nur ein Auto Platz findet und auf der die Schafe Vorfahrt haben, sowie das beeindruckende Glenfinnan Monument am Loch Shiel, und den Loch Lomond außen vor lassen wenn der Bericht nicht noch weiter ausufern soll.
Über Glasgow, von wo aus wir wieder zurück flogen, verliere ich hier kein weiteres Wort, um den Bericht nicht mit einem Misston enden zu lassen.
Aus diesem Grund packe ich Glasgow auch nicht an das Ende, sondern in die Mitte des Beriches.
Das einzig wirklich Schöne an der Stadt war für uns das Hotel, das mich irgendwie an den Film "The Shining" mit Jack Nicholsen erinnerte. ;-)
Glasgow Fans mögen mir verzeihen, für mich ist das einfach eine der hässlichsten Städte Europas.
Die Isle of Skye, vor der Westküste Schottlands gelegen, gehört zu den inneren Hebriden ist fast schon eine Art zweites Schottland.
Neblig, feucht, geheimnisumwittert und sowas von wunderschön, dass ich große Bedenken habe, ob ich diese Insel überhaupt beschreiben kann.
Über die Skye Bridge, die zum Unwesen vieler Einheimische gebaut wurde, vorbei an Eilean Donan Castle, dem wohl berühmtesten Schloss Schottlands, das auch dem Highlander schon als Kulisse diente, sind wir auf die Insel gelangt.
Zum Schloß:
Die Burg wurde ungefähr im 13. Jahrhundert erbaut, allerdings hat sie im Laufe der Jahrhunderte eine Um - und Neubauten erleben müssen.
Das tut ihrem herben Charme aber keinen Abbruch, im Gegenteil.
Im 18ten Jahrhundert wurde Eilean Donan Castle teilweise zerstört und war über fast 2 Jahrhunderte den Naturgewalten preisgegeben bevor es in den 30er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wieder aufgebaut wurde.
Die Burg kann natürlich besichtigt werden, wobei die Tatsache, dass man für die Menschen, die zum Beispiel im Rollstuhl sitzen eine virtuelle Tour vorbereitet hat, nicht zu verachten ist.
Natürlich beherbergt Eilean Donan eine Menge steiler Treppen und mit diesen sind Besichtigungen für Behinderte immer wieder frustrierend, da nicht zu bewältigen.
Eine virtuelle Tour ist da wenigstens ein kleiner, wenn auch armseliger Ersatz zur echten Tour.
Aber zurück zur Isle of Skye oder gälisch zur Eilean a' Cheò, was Insel des Nebels bedeutet, wobei der Name schon seine Berechtigung hat, denn dem Nebel begegnet man auf dieser Insel reichlich.
Nur begegnet man ihm immer dann, wenn man nicht damit rechnet.
Man fährt über die Insel und - wumm - schlagartig befindet man sich in einer Nebelwand, die vorher kein Mensch gesehen hat.
Nur um sich dann zwei Minuten später, ähnlich wie in den Highlands, in strahlendem Sonnenschein wiederzufinden.
In zwei Kilometern Entfernung konnte man aber gut die Kübel sehen, aus denen es schüttete.
Teile der Insel sind immer unsichtbar, sei es nun durch Regen oder durch Nebel.
Mir ist es in Portree, der "Hauptstadt" Skyes passiert, dass ich in einem kleinen Café im Hafen saß und mich des schönen Wetters erfreute, um plötzlich und unvermittelt eine Stimme aus dem Nebel zu vernehmen, die mich fragte, ob ich noch einen Tee möchte.
Ganz ernsthaft konnte ich die Bedienung dieses Cafés von einem Moment auf den anderen fast nicht mehr sehen, es war schon fast unheimlich.
Doch Avalon?
Das Wetter tut auch hier dem Charme der Landschaft keinen Abbruch, ganz im Gegenteil, denn Schottland in strahlendem Sonnenschein , das würde sich auf Dauer irgendwie falsch anfühlen.
Im Südwesten von Skye liegen die Black Cuillins, die höchste Gebirgskette auf Skye, und deren Anblick kann man nicht beschreiben, man muss sie einfach gesehen haben.
Die Farben dieser Gebirgskette gehen von hellblau, über schiefergau bis hin zu nachtschwarz und das alles auf einen Blick.
Die Augen brauchen eine halbe Stunde bis sie sich daran gewöhnt haben, eine solche Farbvielfalt in der Natur zu sehen und selbst danach sind die Farbtöne kaum fassbar wenn man bedenkt, dass es sich "nur" um ein Gebirge handelt.
Portree selbst erinnerte mich, dem Wetter zum Trotz, an die kleinen Küstenstädte Südfrankreichs.
Kleine bunte Häuser in kleinen Häfen, Boote in allen Farben und eine ungeheure Lebensfreude.
Lebensfreude, obwohl das Leben auf einer Insel wie Skye nicht einfach sein kann und man sich mit einer Menge Touristen herumschlagen muss auf die man gut verzichten könnte, wenn sie nicht Geld in die Kassen bringen würden.
Diese Lebensfreude habe ich quer durch Schottland zu spüren bekommen.
Aber nicht nur die, sondern auch Gastfreundschaft, unglaubliche Freundlichkeit und das Gefühl, wirklich willkommen zu sein.
Der sprichwörtliche schottische Geiz?
Eigenbrötlerische Ureinwohner?
Keine Spur davon.
Ganz im Gegenteil.
Landschaften die sprachlos machen, lebendige Geschichte, zu Recht gelebter Nationalstolz und ein Völkchen, das in seiner Gastfreundschaft und Herzlichkeit so manchem Südländer den Rang ablaufen kann ... es ist alles vorhanden.
Es gibt so viele unglaubliche Dinge und Orte, über die ich hier noch schreiben könnte und vielleicht werde ich den Bericht einmal fortsetzen und ergänzen, irgendwann muss aber mal Schluss sein, denn bis zu diesem Punkt wird eh schon keiner gelesen haben.
Ich war jedenfalls nicht zum letzten Mal in Schottland.
Nächstes Mal werde ich es aber auf eigene Faust erkunden und viel länger bleiben.
Viele Menschen reisen in verdammt weit entfernte Länder und auf fremde Kontinente, um einmal Extreme kennenzulernen und unglaublich schöne Landschaften zu sehen.
Warum fahren die nicht einfach mal nach Schottland? weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Single Malt Whisky - Ein gutes Stück Schottland
Pro:
schmeckt meistens gut,immer etwas Besonderes
Kontra:
meisten teuer
Empfehlung:
Ja
Schottischer Single Malt Whisky
Jeder, der gern und mehr als einmal im Monat Whisky „inhaliert“, hält sich gern auch für einen Whisky-Kenner. Da mag etwas dran sein, wenn er (oder sie) in einem Jahr mehr als zwei (gute) Sorten Whisky probiert. Macht doch mal die Probe: drei verschiedene Whiskys (1xBourbon / 1xIrischen Whisky / 1 x Schottischen Malt) in drei Gläser „einnässen“, diese ohne Kennzeichnung dem selbsternannten Whisky-Kenner vorsetzen und probieren lassen. Vielleicht errät er ja die Richtung. Aber ich glaube nicht, dass auch gute Whisky-Kenner die Marke erkennen werden. Eine Whisky-Richtung wird er aber wahrscheinlich herausprobieren können, nämlich den Malt Whisky, denn der hat einen sehr charakteristischen Nachgeschmack, viele würden sagen, er ist rau oder rauchig.
Zur Geschichte des Whiskys
In den Unterlagen einer Steuerbehörde im 15. Jahrhundert wurde erstmals erwähnt, dass Zutaten (u.a. Malz) für ein Getränk von einem Mönch aus dem nordschottischen Dunfermline gekauft worden waren, die für die Herstellung von Usquebaugh" (keltisch für "Wasser des Lebens") gebraucht wurden. Mit dem genannten Jahr 1494 ist also erstmals von einem „"acquavitae" (lat. für Lebenswasser) die Rede, das dann von den Engländern als Whisky in ihren Sprachgebrauch übernommen wurde.
In früher Entwicklungszeit wurde der schottische Whisky wie bekannterweise bei der Herstellung von Gin mit Kräutern und Gewürzen „verfeinert“. Etwa ab dem 18. Jahrhundert wurde dann zwischen aromatisierten und naturbelassenen Destillaten unterschieden. Die heutigen Scotch Whiskys werden ohne jegliche zusätzlichen Geschmacksstoffe produziert.
Aus den vielen kleinen, oft illegalen Schwarzbrennereien, die in den einsamen Regionen Schottlands verteilt waren, wurden im Laufe der Jahrhunderte entweder selbständige Betriebe, die durch den Staat legalisiert wurden oder es schlossen sich mehrere der kleinen und kleinsten Distillerien zusammen, um dann als neues, legales Unternehmen anerkannt zu werden.
Im vergangenen Jahrhundert sind viele Brennereien aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt worden. Doch mittlerweile ist das Sterben der Brennereien gestoppt und einige der alten Destillerien sind wieder eröffnet worden, wie zum Beispiel Bruichladdich auf Islay. Übrigens steht heute die größte Whisky-Brennerei keineswegs in Schottland, auch nicht in den USA, sondern in Japan, in der Riesenstadt Osaka! Die älteste noch betriebene Brennerei in Schottland liegt im Norden des Landes. Gegründet wurde Strathisla im Jahr 1786 als Milltown Distillery.
Schottischer Whisky
Der „Normal-Trinker“, der sich nur sehr selten Whisky "einflößt" und sich nur in den Marken seines selten gutsortierten Supermarktes tummelt, wird die Namen Jack Daniels, Jim Beam, Dimple, Tullamore Dew, Johnny Walker, Ballantines, J&B, Chivas Regal und wenn der Markt besser sortiert ist, vielleicht auch einen Highland Park finden. Begrenzt man diese Namen auf Scotch Whisky, dann sind noch deutlich weniger Namen dabei. Ich meine jetzt nicht die vielen Billigmarken, die in einigen Supermarkt-Ketten angeboten werden. Richtige Whisky-Trinker würden solche „Gesöffe“ nicht einmal im Feuerzeug verbrennen.
In Schottland gibt es vier Regionen, aus denen Whisky, Single Malt oder verschnittener (blended) herkommen können. Islay, Lowland, Highland und die Inseln. In ganz Schottland gibt es mehr als 100 Destillerien, aus denen die in aller Welt mehr oder weniger bekannten Whiskysorten herkommen. Es gibt feste Vorgaben, die ein Whisky erfüllen muß, wenn er sich Scotch Whisky nennen will. So muß ein Whisky mindestens drei Jahre in einem Fass in Schottland gelagert sein und er muß mindestens 40 Prozent Alkohol enthalten.
Seit 1990 gibt es die soganannte Scotch Whisky Order. Danach darf sich nur der Whisky auch Scotch Whisky nennen, wenn er:
- in einer Brennerei in Schottland aus Wasser und gemälzter Gerste), welche in dieser Brennerei zu Maische verarbeitet wurden, nur durch endogene (was immer das ist) Enzymsysteme in ein gärbares Substrat übergeführt wurden, und nur durch die Zugabe von Hefe gegärt wurde. Andere Getreidesorten dürfen nur als ganze Körner zugegeben werden.
- der Whisky auf einen Alkoholgehalt von weniger als 94,8 Vol-% destilliert wurde, so dass das Destillat den bei der Produktion verwendeten Ausgangsstoffen Aroma und Geschmack entzieht.
- der Whisky in besteuerten Lagerhäusern in Schottland in Eichenfässern mit einer Höchstkapazität von 700 Litern je Fass gereift wurde.
- die Reifungsdauer drei Jahre nicht unterschreitet. Farbe, Aroma und Geschmack von den in der Produktion und Reifung verwendeten Ausgangsmaterialen bezieht.
- nur die Substanzen Wasser und Zuckercouleur (E 150) beigefügt wurden
(www.whisky-guide.com)
Damit sind auch die Single Malt Whiskys Schottland abgegrenzt gegen diejenigen aus den USA, Japan und Irland.
Single Malt
Im 18. Und 19. Jahrhundert hatten die Whiskys der im Lande verstreuten Destillerien (meist kleine Brennereien, die örtliche Läden belieferten) noch keine Namen, es gab keine festen Geschmacksorientierungen. Die den meist schwarz gebrannten Whisky verkaufenden Ladenbesitzer begannen als erste, die aus verschiedenen Brennereien angelieferten Whiskysorten miteinander zu vermischen, um die Geschmacksrichtungen zu vereinheitlichen. Unter diesen ersten Mixern waren Ladenbesitzer wie Johnny Walker, George Ballantines und die gebrüder Chivas. Solche Whisky wurden als blended wkiskys bezeichnet. Sie waren also „zu deutsch“ verschnitten, eine Methode, die ja auch bei der Herstellung von guten Cognacs und Brandys angewandt wurde und wird. (siehe mein Bericht zum Cardinal Mendoza)
Der Single Malt Whisky dagegen darf nur aus e i n e r Destillerie kommen, wenn er mit diesem Zusatz angeboten werden soll. Das heißt aber nicht, dass der Single Malt auch seine ganze Lagerzeit in ei n e m Fass verbringt. Um die geschmackliche Ausrichtung einzelner Single Malts zu variieren, werden diese im Laufe ihrer Lagerzeit immer wieder einmal umgefüllt in Fässer, die auf Grund ihrer vorherigen Verwendung bestimmte Geschmacksrichtungen mitbringen, z.B. alte Sherry-Fässer oder andere Eichenholzfässer. Es wird aber in aller Regel nur immer ein Teil des Inhaltes eines Fasses umgefüllt und der Rest dann wieder aufgefüllt, um auch langfristig eine möglichst einheitliche Geschmacksausrichtung anbieten zu können.
Die Ausnahme unter den Single Malts ist der Single Cask Whisky, der tatsächlich ausschließlich in ei n e m Fass durchgehend bis zur Abfüllung gelagert wird. Diese Art der Single Malt Whiskys ist in der Tat höchst selten zu bekommen (nur in Spezi-Läden) und dann zu ziemlich gepfefferten Preisen.
Regionen und bekannte Sorten :
Highlands
Die schottischen Highlands sind die Heimat der größten und wichtigsten Destillerien Schottlands. „So klangvolle und unter Whisky-Liebhabern durchaus bekannte Namen wie Glen Grant und The Macallan finden sich im bergigen Teil Schottlands, der den größten Teil des Landes einnimmt“. Es gibt in den Highlands mittlerweile auch ein paar Destillerien, die von Japanern aufgekauft wurden (Ben Nevis Destillery / Tomatin Destillery). In Japan ist Whisky mittlerweile ein sehr begehrtes Getränk.
Glenfiddich
Der Glenfiddich ist ein Single Malt Whiskey, den es in verschiedenen Geschmacksrichtungen und mit differenten Reifezeiten gibt. Die verschiedenen Sorten sind vor allem geschmacklich zu unterscheiden. Der heutige Malt Master David Stewart sprich von einer Aromenvielfalt, die die Produkte der Destillerie von William Grant aus dem Jahre 1886 kennzeichnen sollen.
William Grant stammte aus dem kleinen schottischen Städtchen Dufftown am Fluss Fiddich. Dort erbaute er 1886 die heute weltweit bekannteste Destillerie eines Single Malt Whiskys. Allerdings gehört der wohl bekannteste Malt Whisky der Welt keineswegs zu den geschmacklich besten. Er ist auf dieser unserer Luxuswelt nur am besten vermarktet worden.
Glennfiddichs gibt es in sechs Sorten: den 12 Jahre alten Special Reserve, den 12 Jahre alten Coaran Reserve, den 15 Jahre alten Solera Reserve, den 18 Jahre alten Ancient Reserve, den 21 Jahre alten Havanna Reserve und den einfach nur Glenfiddich genannten 30ig Jährigen. Der normale 12 Jahre alte Special Reserve wird üblicherweise um die 22-26 Euro angeboten.
The Macallan
Die Macallan Destillerie liegt nordöstlich von Aberdeen und produziert einen Whisky, der unter Whisky-Freunde immer wieder an erster Stelle genannt wird. Und in der Tat ist The Macallan ein ganz besonderer Whisky. Der bei uns wirklich nur in guten „Sprit-Shops“ zu kriegende und meist preislich völlig überzogene 25 Jahre alte Whisky gilt wohl zurecht als der "Rollce Royce" unter den Malt Whiskys.
In der Macallan Destillerie werden eine ganze Reihe von hervorragenden Abfüllungen produziert. Das eigene Sherry-Gut, von dem die Oloroso-Fässer stammen, in denen The Macallan reift, ist Garant für anerkannt hohe Qualität, die weltweite Bestätigung erfahren hat. Ein The Macallan ist einfach eine Klasse für sich, kostet aber auch je nach Anbieter um die 40-45 Euro, eben ein exklusives Vergnügen.
Noch zu nennen sind Oban und Longmorn, beide auch nur in Spezi-Shops zu bekommen und meist nur auf Bestellung und dann zu bekannt hohen Preisen. Der Oban sehr wahrscheinlich unter 50 Euro, der etwas bessere und seltenere Longmorn in aller Regel über 50 Euro. Und natürlich nicht zu vergessen der auch bei uns durchaus bekannte Glenfarclas, der ebenfalls zu den ganz exzellenten Sorten zählt und meist nicht unter 40 Euro die Flasche zu erstehen ist.
Inseln
Hier sind nur wenige Brennereien zuhause, von denen ich hier nur den mir bekannten Highland Park nennen möchte. Highland Park kommt aus Orkney, einer Insel nördlich der Highlands und ist gekennzeichnet durch einen rauen Seearoma-Geschmack, der in der Tat nicht jedermanns Sache ist. Gut so, sonst würde ihn ja jeder trinken. Er gehört zu meinen Lieblings-Malts. Auch dieser exzellente Malt wird mit 40 und mehr Euro gehandelt.
Weitere Brennereien auf den Inseln sind Scapa, Isle of Arran, Talisker, Jura und Tobermory. Ach ja und nicht zu vergessen Blackwood, eine ganz neue Brennerei, die erst 2006 den ersten dreijährigen Whiskey herausgeben wird. Sie liegt 300 Meilen nördlich von Edinburgh und nur 180 Meilen westlich vor Bergen (Norwegen) im Atlantik.
Islay
Islay liegt vor der Westküste Schottlands und gehört zu der sogenannten Inselgruppe der Inneren Hebriden. Hier gibt es 7 noch aktive Destillerien, die einen sehr rauchigen Whisky produzieren, der geschmacklich als rau einzustufen ist. Mir ist nur der Lagavulin bekannt und der ist zwar „sauteuer“, aber eben auch nicht ganz mein Geschmack, weil einfach zu rau, man kann auch sagen zu hart.
Weitere Brennereien sind Bowmore, Ardbeg, Bruichladdich, Bunnahabhain, Lagavulin und Coal IIa.
Lowlands
Man sagt, die Brennereien der Lowlands würden langsam aussterben. Nur noch die Destillerien Auchentoshahn, Glenkinchie und Bladnoch sind noch in Betrieb. Insgesamt ging die Bedeutung der Lowlands in der Welt der schottischen Whiskys zurück.
Glenkinchie mit dem Edinburg Malt ist sicher einer der bekannteren Marken einer whisky-technisch aussterbenden Region Schottlands. Ich habe auch nur davon gehört und noch keinen Whisky aus dieser Region getrunken.
Zur Herstellung
Zutatenliste :
Wasser (schon damit beginnen geschmacklich die Unterschiede), Gerstenmalz, manchmal Rauch, mehr nicht. Bei einigen Whiskys kommt noch der durchaus umstrittene Zusatz von Zuckerkulör E 150 dazu, was zu einer süßlichen Ausrichtung führt.
Auch wenn Malt Whiskys immer nach dem gleichen Prinzip hergestellt werden, sind sie im Geschmack alle unterschiedlich. Beim auch noch heute praktizierten, traditionellen Destillationsverfahren machen sich selbst kleinste Unterschiede im letztlich abzufüllenden, fertigen Whisky bemerkbar. Aber gerade diese Einzigartigkeit macht den Single Malt Whisky aus.
Das Herstellungsverfahren ist nicht unkompliziert und sehr gut dargestellt im Internet-Programm www.whisky-guide.com. Ich möchte hier nicht weiter darauf eingehen, denn dass ist eine Wissenschaft für sich, die, um sie zu begreifen, mehr braucht, als eine Kurzzusammenfassung in einem solchen Bericht.
Spannend dabei ist insbesondere das Erzielen bestimmter Geschmacksrichtungen und die Schritte, die dahin führen. Da kann man dann über die Hölzer der verwendeten Fässer und deren Erst- und Zweitverwendung etwas lernen, über Wasserqualitäten, über den Einfluss der Luft und die Entstehung des Alkohols und und und.
Wie genießen?
Da kann man sicher sehr geteilter Meinung sein. Ich trinke meinen Whisky, egal welchen, ausschließlich pur und zimmerwarm, weil sich dann Duft, Aroma und Geschmack am besten entfalten können. Natürlich kann man auch ein wenig Eis hinein geben (möglichst wenig), um das Getränk zu kühlen und gegebenenfalls ein wenig zu verdünnen. (ist in England sehr verbreitet)
Auf alle Fälle ist jede andere Verdünnungsform oder Geschmacksveränderung zum Beispiel mit Cola aus meiner Sicht zerstörerischer Akt eines Kulturbanausen. Das die Amis ihren normalen Bourbon mit Cola verdünnen, kann ich ja durchaus verstehen. Aber das sollte dann spätestens auch da beim 12jährigen Beam oder gleichaltrigen Jack Daniels aufhören, denn die sind durchaus trinbar. Aber das ist eine andere Geschichte.
Kleiner Tipp: Vanilleeis mit Rosinen und einen Schuss Whisky, der vorher ein wenig erwärmt wurde, dass ist höchst lecker. Der Whisky sollte aber eher ein blended Scotch oder auch ein guter Bourbon sein.
Zum Thema Whisky ein paar interessante Internet-Adressen.
www.themacallan.com/
www.whiskysociety.com
www.glenmorangie.com
www.single-malt-scotch.com
Fazit
Whisky trinken, oder besser Whisky und hier insbesondere einen Single Malt geniessen, ist für mich auch ein kleines, aber feines Stück Lebensqualität, natürlich in (geringen) Massen und möglichst nur gute Sorten (und damit teure). Das kann ich mir natürlich auch nur selten leisten, was den Genuss aber eher steigert. Wer sich mit Whisky beschäftigt, wird irgendwann sicher auch nach Schottland fahren wollen, so auch ich. Meine Favoriten sind ganz eindeutig der TheMacallan, der Glenfarclas und natürlich auch der Highland Park.
Bestimmt gibt es noch viele andere Whisky-Trinker, die noch besser Sorten nennen würden, aber persönlicher Geschmack hängt ja „Gott sei dank“ nicht vom Preis ab. Zu annähernd jedem der genannten Whiskysorten gibt es übrigen in Ciao meist mehrere Erfahrungsberichte. Es gibt also ganz offensichtlich viele „Whisky-Kenner“ oder vielleicht doch eher „Whisky-Liebhaber“, so wie mich. Also............ Skol, oder besser Chers. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Schottland- tolles Urlaubsland voller Möglichkeiten
Pro:
Wunderbares Reiseland für alle, die etwas erleben und entdecken möchten, reich an Kultur und Geschichte, mit einer traumhaften Landschaft!!!
Kontra:
Teurer als Pauschalurlaub auf Mallorca etc.
Empfehlung:
Ja
Im September 2003 sind wir das erste Mal nach Schottland geflogen- wir waren hellauf begeistert. Das Land besticht mit einer traumhaften, abwechslungsreichen Landschaft, sehr netten, gastfreundlichen Bewohnern und unheimlich vielen Möglichkeiten zu Unternehmungen und Entdeckungstouren.
Aber nun mal von Anfang an.
Wir sind mit Germanwings für 39,00 Euro ab Köln Bonn direkt bis nach Edinburgh geflogen, der Flug dauerte knapp zwei Stunden.
Vorab hatten wir bei Arnold Clark, einer lokalen Autovermietung, über die Internetseite von visit britain, einen Mietwagen bestellt. Mit einem gebührenfreien Telefon am Flughafen kann man den Shuttleservice anfordern, der einen dann direkt zur Autovermietung bringt, die , günstigerweise, in einem Industriegebiet liegt, so dass man sich ohne viel Verkehr an den Linksverkehr gewöhnen kann.
Arnold Clark bietet die Autos für Fahrer ab 23 Jahren weitaus günstiger an als Autovermieter wie SIXT oder ähnliche. Die Autos sind in einem Superzustand und die Mitarbeiter sehr, sehr freundlich, und geben sich sehr viel Mühe, wenn man Schwierigkeiten mit der Verständigung hat.
Wir haben eine Rundreise gemacht und haben nur das Grenzland ausgelassen.Dazu hatten wir 15 Tage Zeit, eine Woche haben wir davon in einem Cottage bei Inverness verbracht, den Rest der Zeit haben wir in Jugendherbergen oder im typischen Bed and Breakfast verbracht, bei dem man sehr nette Leute und typische schottische Gastfreundschaft, sowie ein typisches schottisches Frühstück, mit Würstchen, Schinken,Pilzen, gebackenen Bohnen und gebratener Tomate und Ei erleben kann.
Die Jugenherbergen, die sich in independent hostels und in Jugendherbergen, die dem schottischen Jugendherbergsverband ( SYHA )angehören, unterteilen, sind recht günstig und unterteilen sich in verschiedenen Grade, was u.a. von der Anzahl der Duschen und den Öffnungszeiten abhängt.
Bed and breakfast ist etwas teurer,günstige Angebote findet man auf der Seite von visitscotland.
Es gibt zudem noch ein verlässliches Bewertungssystem mit Sternen, dass es für Hotels, hostels, Sehenswürdigkeiten etc. gibt. 5 Sterne bedeutet exzellent usw.
Empfehlenswert sind folgende Jugendherbergen:
Stirling( SYHA) in einer alten Kirche gelegen, hier haben die Zimmer fast alle ein eigenes Bad und es gibt auch Zweibettzimmer.
Black Water Hostel, bei Fort william, sehr schönes hostel, die Zimmer sind mit eigenem Bad, sauber und gemütlich mit Fernseher und Holzvertäfelung, eine gut ausgestattete Küche und ein Billiardtisch sind ebenfalls vorhanden.
Braemar youth hostel,( SYHA) wird von einem sehr netten jungen Elternpaar geführt, die Badezimmer sind sauber , es gibt Familienzimmer, einen Billiardtisch und eine Hostelkatze.
The burgh lodge in Falkland, durchweg sehr sauber und ruhig, in einem schönen Haus gelegen.
Und die Jugendherberge in Pitlochry( SHYA) hier kann man frische Croissants zum Frühstück bekommen, der Speisesaal ist sehr schön und die Mitarbeiter unheimlich freundlich.
Alle hostels haben frische Bettwäsche im Preis ( zwischen 10-12,50 Pfund) und eine Selbstversorgerküche mit gratis Kaffee und Tee.
Bei bed and breakfast haben wir eine absolute Empfehlung: Mr.Trevor Jarvis, The old Manse, bei lochcarron, Ross-shire IV548YQ, die Zimmer sind absolut sauber und liebevoll eingerichtet, Trevor ist supernett und das Frühstück und die Aussicht sind ein Traum.
Es gibt natürlich weiter Möglichkeiten, in Schottland zu übernachten: Campen (wild zelten ist vielerorts erlaubt), oder auf dem Campus in den Semesterferien, in hotels...
Es lohnt sich, Schottland mit dem Mietwagen zu erkunden, überall gibt es etwas zu sehen, was einen Abstecher lohnt.
Besonders sehenswert fanden wir Folgendes:
Das Eilean Donan Castle, in der Nähe von Kyle of Lochalsh, hier wurde u.a. Highlander gedreht, eine sehr imposante Burg, mit einem moderaten Eintrittspreis in einer atemberaubenden Landschaft.
Die Hafenstadt Oban mit der Burgruine Dunolli castle über der Stadt und mac caigs tower, von dem man einen traumhaften Blick über die Küste hat.
Das alte Gefängnis von Stirling, direkt neben der Jugendherberge, mit einer Führung in historischen Kostümen und einer deutschen Übersetzung mit Informationen zu den einzelnen Gebäudeteilen und Zellen.
Die Glenelg Brochs, Dun Telve und Dun Troddan, die wahrscheinlich ältesten Burgen, zu denen eine abenteuerliche Einspurstraße führt.
Armadale castle und museum auf Skye.
Die Beauly-Proary, eine Kirchenruine mitten im Ort Beauly, unweit des Visitor-centres, in dem auch ein kleines Fraser-museum untergebracht ist, unverzichtbar für alle, die Diana Gabaldons Highland-Saga gelesen haben!
Culloden Battlefield in der Nähe von Inverness, mit angeschlossenem Visitor- center, ebenso wir die steinzeitlichen Gräber, die Clava Cairns, direkt in der Nähe.
Spektakulär sind auch die Falls of measach, ein Wasserfall stürzt hier 70 Meter in die Tierfe, über die Schlucht ist eine kleine Stahlseilbrücke gespannt, die absolut nichts für Leute mit Höhenangst ist.
Urquhart castle ist eine Ruine am Loch Ness, sie sieht am besten angestrahlt bei Nacht aus. wirt waren in einer Vollmondnacht da, was dem Ganzen besuch etwas unheimliches gegeben hat, denn wer weiß, was da so alles rumschwimmt....
Fort George ist eine Mischung aus alter Festung und immer noch in Betrieb stehender Kaserne, es ist schön anzusehen und im Sommer kann man von den Festungsmauern Delfine beobachten.
Cawdor castle hat einen traumhaften Schloßpark, mit etwa dreihundert Jahre alten Mammutbäumen, in dem sich auch mehrere wanderwege befinden, einer sogar etwas 5 meilen lang.Auch von Innen lohnt sich eine Besichtigung des Schlosses.
Die Kathedrale von Elgin, oder das, was davon noch über ist, strahlt eine ganz besondere Atmosphäre aus, es lohnt sich besonders, auf die Aussichtsplattform im linken Turm zu klettern.
Spektakuläre Felsformationen kann man entlang der Küste zwischen Cullen und Portnockie bewundern, hier führt eine schöner, nicht allzu langer Wanderweg entlang.
Absolutes Highlight unter den Schlössern und Burgen war Blair castle, das weiße Schloß hat über dreißig zu besichtigende zimmer und enthält eine Vielzahl von Ausstellungsstücken und Sammlungen. es ist absolut shenswert. Dreimal am Tag spielt der Piper davor und im Schloßgarten laufen zahme Pfauen herum.
Eine tolle Schlucht ist Linn of dee bei Braemar, es ist faszinierend zu sehen, wieviel Kraft das Wasser hier hat.
Bei den Falls of shin kann man super springende Lachse beobachten.
Das ist nur eine kleine Auswahl an Sehenswürdigkeiten. Überall locken alte Burgruinen, Parks und Gärten oder Wasserfälle und und und.
Die Landschaft ist atemberaubend! Friedliche lochs, steile, ertsaunlich hohe Berge, munros genannt, wechseln sich ab mit blühenden Gärten, in denen begünstigt durch den Golfstrom, erstaunlich viele Pflanzenarten wachsen.
Die Tierwelt ist ebenso reich, wir konnten u.a. Adler, Seeotter, und Seehunde beobachten( natürlich gibt es auch überall Schafe).
Loch Lomond und das Glen Coe haben uns landschaftlich besonders gut gefallen. es gibt überall eine Vielzahl von Wanderwegen.
Schottland ist ein sehr geschichtsträchtiges Land, dies erfährt man überall, es gibt zahlreiche Ausstellungen , Museen und Denkmäler zu besuchen, z.B. von Burns , dem berühmten Schriftsteller.
Allgemeines:
Das schottische Essen ist besser als überall behauptet wird! Besonders stechen die frischen Fischgerichte und das leckere Teegebäck wie Scones und der schottische Cheddar heraus.
Gutes und preiswertes Mittagessen bekommt man zwischen 12:00 und 14:00 in fast allen Pubs, wir haben in Perth einmal sogar ausgezeichnet gut gegessen.
Das helle lager ist ein nicht so bitteres Bier, das man sehr gut als Erfrischung trinken kann.
Fast jeder Ort hat einen kleinen Supermarkt, der oft auch sonntags geöffnet hat. Man bekommt eigentlich fast alles, die Kosten sind etwas höher als hierzulande, aber es gibt häufig Rabbataktionen, vom Typ, kauf eines, bekomme ein zweites umsonst.
Der Spritpreis ist mit unserem vergleichbar, nur Diesel ist teurer!
Die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt im Ort bei 30 mph, auf zweispurigen Straßen bei 60 mph und auf vierspurigen bei 70 mph.
Besonders interessant sind single track roads, einspurige Straßen mit Ausweichbuchten, die häufig von schlafenden Schafen belegt werden und sehr kurvenreich sind.
Weitere Fortbewegungsmöglichkeiten sind Busse, Postbusse, Bahnen oder auch Trampen.
Über das Wetter lässt sich viel Statistisches sagen, im Mai und Juni fällt statistisch gesehen der wenigste Regen im Juli und August sind die Temperaturen am höchsten...
Wir hatten in den ganzen zwei Wochen nur einen halben Tag Regen und Temperaturen bis 24 Grad und das im September!
Auf jeden Fall braucht man ein gutes Mückenmittel und etwas gegen Zecken, denn ab etwas 16 Grad schwirren die stecknadelkopfgroßen mitches umher, die ziemlich blutrünstig sind, und durch die Schafe gibt es in einigen Heidegebieten viele Zecken!
Die schottischen Steckdosen haben i.d.R. 220 Volt Wechselstrom. Man benötigt allerdings einen Zwischenstecker, den es für etwa 13 Euro für Nichtmitglieder beim ADAC gibt.
Geld kann man mit einer EC- Karte fast immer in größeren Orten problemlos abheben.
Als besonders gut hat sich der Reiseführer von Reise Know-how erwiesen, er ist ausführlicher als die meisten anderen, als Ergänzung empfiehlt sich der Reiseführer des ADAC oder von Marco Polo.
Nützliche Internetseiten sind die der scottish youth hostel association( SYHA), visitscotland, visitbritain und die des national trust of scotland.
Schottland ist alles in allem ein tolles Reiseland, über das noch viiiiel mehr zu berichten wäre. Wenn man etwas offen auf die Menschen zugeht, wird man schnell feststellen, wie gastfreundlich und nett die meisten von ihnen sind.
Wir werden noch dieses Jahr wieder hin fliegen! weiterlesen schließen -
Was man zu Schottland wissen sollte
Pro:
viel Natur, wenig Menschen
Kontra:
teilweise sehr hässliche Städte wie Inverness und teuer
Empfehlung:
Ja
Schottland ist ein großartiges Land mit sehr vielen schönen Seen, einer Menge Schafe und nur knapp 5.000.000 Einwohner. Es gibt nur drei zwei wirklich große Städte (Edinbourgh und Glasgow). Der gesamte Norden ist nur dünn besiedelt und der typische schottische Golfrasen bewächst hier alles was sich nicht bewegt. Man kann keine 50 Meilen fahren ohne ein Castle irgendwo zu sehen. Die langgestreckten Seen mit ihren verschiedenen Wasserfarben sorgen zudem immer für Abwechslung und direkten Blick auf das offene Meer gibt es selten.
Fortbewegungsmittel:
Schottland kann man mit dem Bus und mit der Bahn bereisen, wobei das Bahnnetz nicht gerade gut ausgebaut ist. Wer sich dieser beiden Mittel bedient, macht große Augen was er alles verpasst hat, wenn er hört was Personen gesehen haben, die sich ein Auto mieteten. Das Problem ist, dass man mit dem Bus beim Umsteigen teilweise Wartezeiten von 5Std in einem kleinen Dorf von 200 bis 300 Einwohnern haben kann. Wir empfehlen deswegen, dass man sich ein Auto mieten sollte. Es ist zwar anfangs etwas gewöhnungsbedürftig links zu fahren aber wenn der Beifahrer mit aufpasst, geht das. Die meisten Strassen sind sowieso einspurig, haben Ausweichstellen und die Einheimischen geben gerne Vorfahrt und grüßen sehr häufig. Man erfährt zudem eine Menge wenn man Fussgänger mitnimmt (Einheimische).
Autos zu mieten, ist ziemlich teuer am Flughafen. Wenn Ihr in Glasgow landet, solltet Ihr Euch an Enterprise Rent wenden. Die haben einen kostenlosen Abhol- und Bringservice und einen Abschleppdienst sowie eine Vollkasko selbst für 21jährige. Die meisten Autovermietungen vermieten erst ab 23 oder 25 Jahren.
Schafe, Querschläger und andere Kamikazejäger
Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, sollte man sehr stark auf die Tierwelt aufpassen. Schafe überlegen sich oft im letzten Moment, dass das Gras auf der anderen Strassenseite doch besser schmeckt und springen vor das Auto. Auch Hasen, teilweise Hochlandrinder und kleine Rebhühner springen oft aus dem Gebüsch. Die Einheimischen behaupten, dass man auf alles was unter die Stossstange passt keine Rücksicht nehmen soll. Es ist schon öfter vorgekommen, dass Touristen wegen irgendwelchen Tieren von der Fahrbahn abkamen und das Auto 30Meilen vom nächsten Ort im Graben lag.
Fazit: Bremsen aber nicht das Lenkrad verreißen.
Schottlands Einwohner:
Die Schotten sind furchtbar nett und helfen gerne. Wenn man Interesse zeigt, können sie einen regelrecht mit Informationen erschlagen. Sie geben sich leider nicht besonders viel Mühe im langsamen und deutlichen Sprechen, zeigen aber eine Menge Geduld wenn sie ihre Worte wiederholen müssen. Das Einzige was die Schotten hassen, ist es wenn man Schottland mit England verwechselt oder sie gar zu den Engländern zählt. Seid auch vorsichtig wenn Ihr deutsche Worte wie "Englisch oder England" in ihrer Gegenwart benutzt. Zudem zählt es als unhöfflich und arrogant wenn man bei einer Unterhaltung den Schotten nicht fest in die Augen sieht. Schotten sind übrigens alles andere als geizig!
Hotels, Bed&Breakfast, Jugendherbergen:
Hotels sind in Schottland sehr teuer und fangen meistens mit 40Pfund an. B&B (Bed&Breakfast) sind sehr angenehm, kosten aber pro Nacht ungefähr 30 bis 40 Pfund.
Das Beste in dem Ihr übernachten könnet, sind Jugendherbergen, auch Hostels genannt. Wer mit dem Auto fährt, kann ohne Probleme sein Auto mit dem gesamten Gebäck auf dem Parkplatz stehen lassen. Hostels sind einfach, sauber und man lernt eine Menge Leute kennen. Die meisten kosten um die 11,00 Pfund pro Person. Es gibt eine Küche, in der man sich ein Frühstück zuubereiten kann.
Burgen, Gärten und Sehenswürdigkeiten:
Sehenswürdigkeiten, seien es auch Ruinen kosten oft Eintritt zwischen 1,70-5,00 Pfund und haben meistens von 10.00-18.00Uhr offen. Durchschnittspreis ist 3,00Pfund (4,80€). Bei Burgen wird oft unterschieden zwischen "nur Garten" und "Burg und Garten". Oft lohnt sich nur der Garten weil in der Burg nur viktorianische Möbel stehen, mal abgesehen von der Flagge der MacLeods in Dunvegan. Am Besten ist Postkarten vorher durchstöbern und dann entscheiden so spart man Geld und nörgelnde Kinder :-)
Zu den Öffnungszeiten:
Man sollte nicht alles glauben was in den Reiseführern steht wie z.B. die Öffnungszeiten von Läden. Laut Marco Polo sollen sonntags sogar die Tankstellen geschlossen haben. Wir haben im Allgemeinen die Erfahrung gemacht, dass sonntags sogar in den kleinen Dörfern viele Privatläden offen haben, ganz zu schweigen von Supermärkten und Tankstellen.
Ganz sensationell sind die Pubs. Ihr müsst mal bis 23.00 Uhr im Pub verbringen. Wenn Ihr Glück habet, wird Euer Getränk in einen Plastikbecher umgefüllt und Ihr dürft es auf dem Heimweg austrinken. Wenn Ihr Pech habet, wird der Tisch so abgeräumt.
Schottland sollte man auf jeden Fall besuchen, es lohnt sich! weiterlesen schließen -
Dieses Land ist immer eine Reise wert
29.08.2003, 21:51 Uhr von
elch33
In dem Augenblick, wo das Kind stirbt, beginnt das Alter. (F. Mauriac)Pro:
schön, wild, rau, natürlich, Castles, Lochs, Küsten, Meer, Single Track Roads, Leuchttürme, Edinburgh, Glasgow
Kontra:
da gibt es überhaupt nichts...
Empfehlung:
Ja
An dieser Stelle möchte ich mal wieder über ein Land schreiben, welches mir besonders am Herzen liegt – SCHOTTLAND. Zu Beginn etwas Statistik: cirka 5,1 Millionen Menschen leben in diesem 78.765 qkm großem Land. Das macht nach Adam und Riese etwa 65 Einwohner pro qkm. Als Vergleich: in Deutschland leben über 220, Österreich um 100 und der Schweiz über 160 Einwohner pro qkm.
Die Bewohner haben jede Menge Nationalgefühl, was seinen Ursprung vor allem in der Geschichte des Landes hat. Schottland wird auf drei Seiten vom Meer umgeben. Der Atlantik im Westen und Norden, sowie die Nordsee im Osten schließen die Insel ein. Es gibt keinen Punkt im Land, der mehr als 120 km vom Meer entfernt liegt! Schottland wird in drei Gebiete aufgeteilt: die Lowlands, die Central Lowlands sowie die Highlands mitsamt allen Inseln.
Als Lowlands wird das Gebiet nördlich der Grenze zu England (The Borders und Dumfries + Galloway), bis hin zu den beiden großen Städten Glasgow und Edinburgh, die allerdings selber schon zu den Central Lowlands (Strathclyde, Lothian, Fife, Central und Tayside) gehören, bezeichnet. Logischerweise ist dort vor allem die Industrie angesiedelt und auch die Bevölkerungsdichte ist hier erheblich größer. Der Rest wird den Highlands und den Inseln (Hebriden + Skye, Orkneys und Shetlands) zugeordnet. Zur besseren Unterscheidung wird dieses große Gebiet in Grampian (nördlich von Edinburgh bis nach Aberdeen), Northern (nördlich von Inverness) und Southern Highlands (nordwestlich von Glasgow) unterteilt. Im letzteren Gebiet liegt außerdem Großbritanniens höchster Berg, der Ben Nevis, immerhin 1344 Meter hoch (nahe Fort Williams). Seit 1997 hat Schottland wieder ein eigenes Länderparlament mit Sitz in Edinburgh. 2004 wurde dort zudem das neue Parlamentsgebäude eröffnet.
Die Menschen:
Der Schotte an sich erweist sich oft als rauher aber auch äußerst herzlicher Zeitgenosse. Hier trifft der Satz: rauhe Schale, weicher Kern recht häufig zu. Gerade in den ländlicheren Regionen des Landes gibt es viele Menschen, die einem gerne weiterhelfen, Tips geben oder wenn es sein muß, auch mal die eigene Scheune als Übernachtungsmöglichkeit anbieten. So etwas kann ich mir bei uns nicht vorstellen. Glaubt Ihr nicht? Als Beispiel möchte ich eine kleine Begebenheit erzählen, die mir bei meinem ersten Besuch in Glasgow widerfahren ist! Ich stand dort in einer Straße und suchte auf einer Karte nach dem Weg zu meinem nächsten Ziel. Es dauerte nicht lange und zwei nacheinander zufällig vorbei kommende Passanten fragten mich, ob sie mir denn nicht bei der Suche helfen könnten! SO etwas kann ich mir hier in Deutschland beim besten Willen nicht vorstellen…
Mit der Sprache hatte ich bisher im großen und ganzen weniger Probleme als erwartet. Wenn ich etwas nicht sofort verstanden hatte, wurde es mir geduldig erklärt, bis bei mir irgendwann der Groschen fiel. Das hat manchmal wirklich etwas länger gedauert… Je nach Region hat das nicht mehr viel mit Englisch zu tun was da gesprochen wird. Ein gutes Beispiel dafür ist Glasgow - der dort gesprochene Dialekt ist nur recht schwer zu verstehen. Vor allem in den nördlicheren Teilen des Landes und auf den Hebriden Inseln ist die gälische Sprache noch verbreitet. Cirka 60.000 – 80.000 Menschen sprechen eine für den Außenstehenden vollkommen unverständliche Sprache. Trotz „intensiver“ Bemühungen mit Runrig Liedtexten ist dies für mich lediglich eine Aneinanderreihung von Buchstaben…
Die Flora:
Bekannt ist Schottland sicherlich durch den Torf, der dort gerne als Brennstoff verwendet wurde. Früher wurden damit auch die Whiskydestillen betrieben – bis auf sehr wenige Anbieter ist man davon aber komplett abgekommen. Große Waldstücke gibt es eigentlich keine im Land. Sie wurden von den mächtigen Landlords gerodet um ja noch ein paar Pfund verdienen zu können. Mittlerweile findet hier ein Umdenken statt, es werden wieder neue Lärchen und Tannen angepflanzt, die in Zukunft zusammen mit Birken und Eichen das Waldbild Schottlands bestimmen sollen.
Erika so weit das Auge reicht – gerade in den Highlands hatte ich so manches Mal den Eindruck, es gäbe in Schottland keine anderen Pflanzen. Doch weit gefehlt, es gibt verschiedene Orchideenarten, Sonnentau, Stiefmütterchen, Glockenblumen, Ginsterbüsche und sage und schreibe über 900 verschiedene Rhododendrenarten! Ich habe auf meinen Touren sehr schöne Gartenanlagen gesehen (Dunrobin Castle, Culzean Castle, Crathes Gardens) – um nur mal die größten und bekanntesten zu nennen – manchmal fehlen einem da schier die Worte…
Dazu kommt noch die einzigartige Pflanzenwelt der Isle of Skye, die durch das milde Golfstromklima aktiv beeinflußt wird – hier gibt es sogar Pflanzen, die sonst nur in den Tropen wachsen. Oder die riesigen, wunderschönen Rasenanlagen. Manchmal hatte ich das Gefühl, die Schotten hätten nichts anderes zu tun, als den ganzen Tag Rasen zu mähen. Und das Ganze in einer Perfektion, die es in sich hat.
Die Fauna:
Die Tierwelt dagegen scheint dagegen, auf dem ersten Blick nur aus Schafen zu bestehen. Schafe, Schafe und nochmals Schafe. Die meisten davon leben wild in den schier endlosen Highlands. Deshalb heißt es aufgepaßt, wenn Ihr dort mit dem Wagen unterwegs seid. Es kann sehr schnell geschehen, das eine ganze Herde Euch dort den Weg versperrt. Auf der anderen Seite lassen sich dabei aber auch wundervolle Fotos machen…
Bekannt sind natürlich die sogenannten Highland – Cattles. Durch ihr zotteliges Fell und ihre geschwungenen Hörner, sehen sie zwar ziemlich gefährlich aus, sollen aber ansonsten sehr scheu sein. Das habe ich mir allerdings sagen lassen und bisher NICHT selber ausprobiert!!!
Gerade auf den Inseln gibt es viele Vogelschutzreservate, wo recht seltene Vogelarten beobachtet werden können (z.B. Adler – der Steinadler ist übrigens ein schottisches Wahrzeichen). Außerdem besteht die fast einmalige Möglichkeit, in den stillen, abgelegenen Buchten entlang der Küsten, Robben, Wale und sogar Delphine in freier Natur zu erleben! Eine der wenigen Plätze in Europa, wo so etwas möglich ist.
Von Clans, Dudelsack, Kilts und Tartans:
Die Clans entstanden während der Unabhängigkeitskriege zwischen 1296 und 1314. Die führenden Familien bezeichneten als Clan nicht nur mehr den engsten Familienkreis, sondern auch die Bevölkerung konnte teilweise den Namen ihres Clanchefs annehmen. Der Clanchief war gleichzeitig der unbestrittene Herrscher, Richter und Anführer in der Schlacht. Der Zusatz Mac heißt eigentlich soviel wie „Sohn von“ wurde oft vor den eigentlichen Namen gesetzt.
Einem Clan anzugehören hieß zwar damals, daß der Mann - wenn nötig, mit in den Krieg ziehen mußte. Darüber hinaus gab es aber noch die soziale Komponente. Im Alter oder bei Krankheiten wurden die Menschen und deren Angehörige entsprechend gepflegt. Wer einem solchen Clan angehörte, durfte dann die Clanfarben tragen – die Tartans – als Zeichen der Zusammengehörigkeit.
Tartans ist der Stoff, aus dem die Kilts gemacht werden. Es gibt über 1200 verschiedene davon, die natürlich von einem eigenen Verwalter auf ihre Echtheit überwacht werden müssen. Noch heute wird der Kilt vor allem von den Hochlandregimentern zu offiziellen, genauso wie zu privaten Anlässen getragen.
Der Dudelsack gehört ebenso wie der Kilt zu einem echten Highlander dazu. Beim traurigen Spiel eines Dudelsacks zu den Klängen von „Scotland the Brave“ verstand selbst ich ein wenig vom Nationalstolz der Schotten. In Glasgow gibt es sogar ein Museum, das von der Entwicklung des schottischen Nationalinstruments handelt. Noch imponierender hört sich das Ganze beim alljährlichen Military Tattoo Festival Anfang August in Edinburgh an. Es ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, weil recht laut - es läßt sich allerdings ganz gut aus einigen Metern Entfernung zuhören. Als Alternative kann ich Euch allerdings vorschlagen, mal einem Dudelsackspieler innerhalb von geschlossenen Räumen zuzuhören. DAS ist laut!
Anreise:
Es gibt mehrere Möglichkeiten, um nach Schottland zu kommen. Eine von den meistgenutzten Arten ist die Anreise per Flugzeug. Von vielen deutschen, österreichischen und schweizerischen Flugplätzen gehen direkte Flüge nach Glasgow, Glasgow - Prestwick bzw. Edinburgh. Ich selber bin bisher immer vom Flughafen Frankfurt - Hahn aus, mit der irischen Fluggesellschaft Ryanair nach Glasgow – Prestwick geflogen und war damit mehr als zufrieden. Dieser Flugplatz wiederum ist in der Nähe von Ayr, cirka 50km südwestlich von Glasgow entfernt.
Die Bahnanbindung nach Edinburgh, Glasgow oder in den Norden ist ok. Dabei solltet Ihr beachten, das hier in Zusammenarbeit mit Ryanair öfters diverse Aktionen durchgeführt wurden und werden. In einem Jahr erhielt ich ein kostenloses Ticket für die Fahrt nach Edinburgh. In diesem Jahr erhielt ich immerhin noch eine 50% Ermäßigung für die Fahrt vom Airport Prestwick zu meinem Reiseziel und wieder zurück. Achtung: Diesen Nachlaß gibt es nur am „Reisetag“! Eine einzelne Bahnfahrkarte vom Flughafen nach Glasgow kostet normal immerhin cirka 8 Euro, von Glasgow nach Edinburgh cirka 13 Euro! Hier läßt sich definitiv Geld sparen!
Bei meinem ersten Schottlandbesuch habe ich cirka 125 Euro incl. aller Steuern und Gebühren für den Flug bezahlt - durchaus schon ein akzeptabler Preis. In einem anderen Jahr hingegen habe ich sehr kurzfristig bei Ryanair gebucht und brauchte auf einmal nur noch 85 Euro zu zahlen! Die Krönung folgte in diesem Jahr. Zum ersten Male konnte ich auf der Strecke Hahn – Prestwick ein 99 Cent Ticket nutzen. Incl. aller Steuern und Gebühren habe ich gerade mal 56 Euronen bezahlt! Darüber läßt sich bestimmt nicht meckern – für diesen Preis kann ich nicht nach Hamburg oder München und zurück fahren! Achtet also darauf, wann Ihr fliegen wollt. Als Vergleich ist ein normaler Linienflug nach Glasgow nicht unter 250 bis 300 Euro zu haben.
Eine zweite Möglichkeit wäre die Anreise mit dem eigenen Auto. Von Frankreich, Belgien und Holland aus fahren jeden Tag Fähren unter anderem nach Dover, Portsmouth oder Newcastle. Oder Ihr nutzt den Eurotunnel zwischen Calais und Folkstone. So habt Ihr auch schon die Möglichkeit, Euch an den Linksverkehr zu gewöhnen, bzw. Euch ein wenig die englische Landschaft anzusehen.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, per Bahn oder Bus nach Schottland zu reisen. Wer mit dem Bus fahren möchte, wählt zwar eine relative günstige Gelegenheit, muß dafür aber jede Menge Sitzfleisch haben. Mit der Bahn anzureisen ist wohl die bequemste Art, dafür aber leider nicht ganz billig, es sei denn, Ihr seid in Besitz eines sogenannten Interrailtickets. Dies gilt meines Wissens nach aber nur bis zum 26. Geburtstag. Es gibt zwar noch eine Variante für die „älteren“ Inhaber, dies wird dann allerdings entsprechend teurer…
Mietwagen:
Bis auf dieses Jahr habe ich mir jedesmal einen Wagen gemietet. Dazu bin ich in ein Reisebüro gegangen und habe mich dort informiert. Ich würde nicht „blind“ über das Internet buchen, sondern ruhig mal nach günstigen Angeboten fragen. Ich selber buche dann immer die kleinste verfügbare Klasse. Die Preise hierfür fangen zwischen 25 + 30 Euro an und sind nach oben hin offen. Wichtig ist dabei darauf zu achten, das es keine Kilometerbeschränkung gibt – sonst zahlt Ihr später noch einmal drauf. Vor Ort zeigt sich dann die Realität. Offensichtlich geht wohl jeder nach eben dieser Methode vor – ich habe bisher noch nie DIE Klasse bekommen, die ich vorher gebucht hatte! Statt dessen gab es immer kostenlose Upgrades auf die nächst höheren Fahrzeugklassen, so hatte ich zweimal einen Fiat Punto, einmal einen Toyota Celica und zuletzt einen Ford Focus (den sogar als TDI). Wir vermieten in unserer Firma ebenfalls Autos – für einen solchen Preis wäre das undenkbar.
Aber Achtung: dafür ist der Treibstoff zumindest in Schottland recht teuer. Preise um 1,50 Euro für Normalbenzin und Diesel sind durchaus als normal anzusehen. Versucht bitte nach Möglichkeit in den größeren Städten zu tanken. Hier ist das Benzin meist zwischen zehn und zwanzig Cent günstiger als auf dem Land. Vor allem gibt es dort aber viel weniger Tankstellen, also solltet Ihr nicht mit dem letzten Tropfen Benzin im Tank fahren.
Um ein Auto in Schottland mieten zu können, müßt Ihr mindestens einundzwanzig Jahre alt und natürlich einen gültigen Führerschein besitzen. Manche Vermieter verlangen einen Aufpreis, wenn der „Hauptfahrer“ noch keine 25 Jahre alt ist. So etwas solltet Ihr genau hinterfragen und vorher klären! Als Sicherheit muß meist ein Betrag von 200 Euro in bar oder die Nummer Eurer Kreditkarte hinterlegt werden. Generell finde ich es besser, einen Wagen im Land zu mieten, als mit dem eigenen zu fahren. Es ist auf diese Art meiner Meinung nach wesentlich einfacher ist, sich an den Linksverkehr zu gewöhnen. Diese Entscheidung muß allerdings jeder für sich selber treffen => Linksverkehr
Wenn Ihr also mit dem Auto fahren wollt, solltet Ihr Euch unbedingt eine gute Landkarte zulegen. Auf einem solchen Plan sollten auch die kleineren Ortschaften eingezeichnet sein, in denen es etwas zu sehen gibt. Kombiniert mit einem guten Reiseführer sollte Euch dann eigentlich nichts mehr entgehen.
Essen und Trinken:
Eines habe ich natürlich auf jeden Fall nicht entgehen lassen. Ich bin normalerweise nicht unbedingt ein Fischesser, aber Fish & Chips – das muß einfach sein. Vor allem an der Küste von Fife gibt es mehrere kleine aber feine Lokale, in denen es mehr als leckere Varianten davon gibt. Ich persönlich habe mir angewöhnt, beim „Scottish Breakfast“ kräftig zuzuschlagen. Müsli und andere Ceralien, Apfel oder Orangensaft, Brötchen, Crossaints, Toast, Bacon & Eier, Pilze, gegrillte Tomaten, Marmelade, Obst und andere leckeren Sachen sorgen schon dafür, das man satt wird! Auf gebackene Bohnen und Würstchen habe ich dagegen weitestgehend verzichtet. Insgesamt ist dies aber eine gute Grundlage um den Tag zu überstehen. Abends reicht dann oft ein Apfel oder Banane vollkommen aus. Wer in Schottland essen gehen möchte, sollte schon einen etwas größeren Geldbeutel mitnehmen. Selbst wenn Ihr vielleicht nur eine Pizza wollt, solltet Ihr mal mindestens 10 Euro einplanen. Ehrlich gesagt habe ich allerdings für soviel Geld, schon wesentlich besser gegessen.....
Darüber hinaus verfügt Schottland über ein sehr reichhaltiges Käsesortiment, dem ich leider nichts abgewinnen konnte. Da ich keinen mag, habe ich ihn erst gar nicht probiert… Wer möchte, kann aber auch gerne das schottische Nationalgericht probieren: Haggis. Hierbei handelt es sich um gewürzte Schafsinnereien, die mit Hafermehl vermischt werden. Auf den Genuß dieser Spezialität habe ich bisher noch freiwillig verzichtet….
Kommen wir nun zum schöneren Teil: dem Trinken. Der Schotte an sich trinkt sehr viel, vor allem Bier. Das gibt es dort in mehreren Variationen: Da wäre zu einem das heavy draught, ein dunkles Faßbier, welches einen etwas bitteren Geschmack hat. Ich persönlich ziehe das Tennenth Lager vor, ein helles Bier, das unserem Pils eigentlich am nächsten kommt. Ein sehr gerne getrunkenes Bier ist das Stout Bier, ein Starkbier, das Richtung Guinness geht. Ein Pint Bier = 0,57 Liter kostet nicht überall dasselbe. Während man in Glasgow und auf dem Land cirka 2,30 – 2,50 Euro für das Pint bezahlt, kann man in Edinburgh schon mal bis zu 4 Euro einplanen. Darüber hinaus gibt es in vielen Lokalen eine gute Auswahl an verschiedensten Whiskys. Das Wasser des Lebens kostet umgerechnet zwischen 1,50 und 4,00 Euro pro Glas da kommt es halt auch darauf an, was man nun denn genau trinken möchte. Der einfache „Blend“ wird gerne zum mixen mit irgendwelchen Limonaden genutzt, während die Single Malts selbstredend von mir immer pur und ohne Beigaben wie Eis oder Wasser getrunken werden. Seltsamerweise werden diese aber recht oft von den Schotten genutzt… Tagsüber habe ich mich immer mit normalen Mineralwasser aus dem Supermarkt begnügt – die Preise liegen ebenfalls auf hiesigem Niveau.
Pubs:
Es gibt sie überall und ist das Dorf noch so klein. Vor allem in den ganz kleinen Orten bilden sie meist den Mittelpunkt des öffentlichen Lebens. Wenn Ihr nach etwas sucht, geht dorthin fragen – Euch wird meistens weitergeholfen. Auch wenn Ihr vielleicht nur etwas trinken wollt, sind die anderen Gäste meist recht freundlich und fragen Euch schon nach kurzer Zeit, wo Ihr denn herkommt und was Ihr vorhabt. Ich habe die Erfahrung gemacht, das einige Schotten gerne von ihren Deutschkenntnissen Gebrauch machen und von ihren Erlebnissen hier erzählen.
Veranstaltungen:
Davon gibt es eigentlich mehr als genug. An vielen Orten des Landes finden Ende August/ Anfang September die sogenannten Highland Games statt. Die bekannteste Veranstaltung ist sicherlich das Braemar Gathering (erstes September Wochenende) – hier sind recht häufig Mitglieder der englischen Königsfamilie (einschließlich Queen) anwesend. Highland Games ist eine Mischung aus Gewichte werfen, Baumstamm schleudern, Pfeil und Bogen schießen und Hammerwerfen. Die Akteure treten dann in ihren Kilts an, also durchaus sehenswert für unsere Userinnen. Wenn Ihr die Möglichkeit habt, Euch so etwas mal anzuschauen, solltet Ihr sie auf jeden Fall wahrnehmen.
Darüber hinaus gibt es jede Menge Arten von Festivals, die sich über das ganze Jahr hinaus verteilen. Als Beispiele möchte ich hier das Military Tattoo, das Fringe und das Edinburgh Festival (alles im August und in der Hauptstadt) oder das Glasgower Jazz Festival (Juli) nennen.
Vor allem im Sommer gibt es gerade auf dem Lande jedes Wochenende irgendwo eine Veranstaltung. Seit einigen Jahren ist das Edinburgher Hogmanay bekannter geworden – die angeblich größte Neujahrsfeier der Welt, welche zwischen Ende Dezember und Anfang Januar stattfindet. Hier gibt es an mehreren Tagen Veranstaltungen im Theater und jede Menge Konzerte. Den Höhepunkt bildet dann eine riesige Straßenparty am Silvestertag. Das ist wirklich nur eine ganz kleine Auswahl von Veranstaltungen – es ist eigentlich immer etwas irgendwo los.
Burgen und Ruinen:
Wer wie ich, gerne alte Gebäude, Burgen oder Ruinen besichtigt, wird sich in Schottland auf jedenfalls nicht beklagen können. Es sind oft Bauwerke, die schon seit einigen Jahrhunderten, Wind und Wetter trotzen. Sie sind im Laufe der Zeit zerstört worden, teilweise wurden sie wieder aufgebaut. Heutzutage hat sich der National Trust of Historic Scotland zur Aufgabe gemacht, diese alte Bauten zu erhalten. Ich finde diese Idee sehr gut, es wäre schade, wenn alles zerfallen würde. Cirka 80 Schlösser, Ruinen und Burgen können so besichtigt werden. Die Erlöse aus den Einnahmen werden für neue und bestehende Projekte verwendet.
Eine Schattenseite gibt es hier allerdings doch: die Eintrittspreise sind teilweise ganz schön gesalzen. Unter fünf Euro geht im Regelfall gar nicht – nach oben sind scheinbar keinerlei Grenzen gesetzt – Stirling und Edinburgh Castle kosten jeweils cirka 16 Euro!!! Zum Trost gibt es das sogenannte Explorerticket, das drei, sieben oder vierzehn Tage gültig ist. Hier können die Castles oder Schlösser die zum Historic Scotland gehören, zu einem im Verhältnis relativ günstigen Preis besichtigt werden.
In den Grampian Highlands gibt es übrigens einen speziellen Castle Trail. Auf über 240 km Länge können insgesamt über 70 Schlösser und Burgen besichtigt werden.
Landschaft:
Ich habe bisher noch nie eine solch abwechslungsreiche Gegend gesehen. Mir haben es dabei vor allem die nördlicheren Highlands angetan. Es gibt dort Sandstrände mit richtigem blauem Wasser! So etwas kennt man ja normalerweise nur von südlicheren Gefilden… Ich persönlich genieße es am Ufer entlang zu laufen, den Wellen zuzuschauen, mir die Luft um die Ohren pusten zu lassen, dem Rauschen der Wälder und dem Geschnatter der vielen Vögel zuzuhören. Da kann ich dann die Seele baumeln lassen, die Aussichten genießen und wieder Kraft für den beruflichen Alltag tanken. Dazu gibt es noch zahlreiche kleinere Anhöhen, von denen man schöne Ausblicke auf die Umgebung genießen kann...
Linksverkehr:
Ich hatte am Anfang schon etwas Bammel wegen dem Lenkrad, das nun auf der falschen Seite des Autos montiert war. Aber es ging alles wesentlich einfacher, als ich es mir vorgestellt hatte. Schon nach einer halben Stunde hatte ich mich schon ganz gut daran gewöhnt. Das eine oder andere Probleme hatte ich allerdings beim Abbiegen, denn das funktioniert ja genau andersherum wie bei uns. Am meisten Spaß machten mir die sogenannten Single Track Roads. Die sind meist gerade mal vier bis fünf Meter breit, alle Kilometer gibt es kleine Haltebuchten, um den Gegenverkehr oder überholende Autos vorbeilassen zu können. Hier kann jeder sein fahrerisches „Können“ unter Beweis stellen. Oder auch nicht. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache.
Geld:
Auch in Zeiten des Euro haben die Schotten ihr schottisches Pfund behalten. Kein Wunder gehören sie doch nach wie vor zu Großbritannien. Banken und Geldautomaten gibt es zuhauf in den größeren Städten und bilden eigentlich kein Problem. Ich würde Euch aber trotzdem eins raten: bevor Ihr irgendwo in die einsameren Gebiete des Landes fahrt, deckt Euch bitte mit genügend Bargeld ein, denn dort gibt es nicht überall eine Geldmaschine. Aufpassen müßt Ihr allerdings, wenn Ihr mit dem schottischen Pfund in England bezahlen wollt, bzw. umgekehrt. Hierbei kann es durchaus zu Problemen kommen. Nach Möglichkeit würde ich an Eurer Stelle . keine schottischen Pfundnoten mit nach Deutschland zurückbringen. Die meisten Banken hier tauschen dieses Geld NICHT um!!!
Die Preise liegen allgemein auf einem noch etwas höheren Niveau als hier bei uns. Einfach nur günstig Urlaub machen, so einfach geht es nicht. Ein Pfund ist cirka 1,60 Euro wert. Als Faustregel kann man ungefähr sagen: das meiste, was bei uns ein Euro kostet, kostet in Schottland ein Pfund. Ein großer Geldbeutel ist also durchaus angebracht.
Übernachtungen:
Es gibt genügend Möglichkeiten in Schottland sein Haupt zur Ruhe zu betten. Da sind zum einen die organisierten Jugendherbergen (ca. 80 Stück), zum anderen noch viele unabhängige Backpacker Hostels . Voraussetzung das Ihr in den organisierten JH übernachten dürft ist natürlich, das Ihr Mitglied in einem JH-Verband seid. Kosten pro Nacht mit Frühstück ab 15 Euro (das gilt vor allem für abgelegeneren JHs). Wenn Ihr im Sommer während des Festivals nach Edinburgh möchtet, solltet Ihr auf jeden Fall frühzeitig genug reservieren. Meines Wissens nach könnt Ihr diese Mitgliedschaft vor Ort erwerben – was erheblich günstiger als hier in Deutschland ist! Ab jeweils sechs Übernachtungen gab es damals eine siebente Übernachtung gratis dazu. Darüber hat sich mein Geldbeutel selbstredend gefreut.
Wer mal in einer etwas anderen JH übernachten möchte, sollte mindestens eine Nacht im Carbisdale Castle verbringen. Das liegt in der Nähe von Culrain (nördlich von Inverness) und ist ein ehemaliges Schloß. Ich habe keine Ahnung, wie oft ich mich darin verlaufen habe – ich kam überall heraus, nur nicht da wo ich wollte… Eine ähnliche Möglichkeit bildet sich z. B am Loch Lomond. Nahezu alle Jugendherbergen haben zudem noch eine Kochgelegenheit, in der Ihr Euch Eure Mahlzeiten selber zubereiten könnt.
Sehr beliebt sind die Anbieter von B & B – Unterkünften – diese sind teilweise schon ab 25 Euro pro Person aufwärts zu bekommen. Zumindest auf dem Lande vermieten viele Schotten Zimmer und hoffen so auf eine zusätzliche Einnahmequelle. Zu einem ordentlichen Frühstück gehört wie schon an anderer Stelle gesagt, Kaffee, Toast, Eier und Speck dazu. Je nach Vermieter bekommt Ihr manchmal auch „Black Pudding“ dazu. Dazu verfügen viele Zimmer über einen eigenen Wasserkocher um sich selber eine Tasse Kaffee, Tee oder Cappuccino zu bereiten. Dies halte ich für eine sehr nachahmenswerte Idee.
Für die Freunde des Campings sei gesagt, das es in Schottland jede Menge Campingplätze gibt. Diese sind allerdings im Sommer sehr gefragt und daher auch schnell belegt. Deshalb gilt zumindest in den Regionen größerer Städte vorher buchen. Irgendwo wild zu campen, würde ich eigentlich nicht unbedingt empfehlen, sondern nach Möglichkeit jemanden vorher fragen, ob es dort erlaubt ist. In den allermeisten Fällen wird es Euch sicherlich erlaubt werden. Die meisten Bauern haben es eben ganz gerne, wenn sie vorher um Erlaubnis gefragt werden. Dies kann ich allerdings gut verstehen.
Reisezeit:
Eine ideale Reisezeit gibt es für mich eigentlich nicht. Das Land hat zu jeder Zeit seine Vorzüge. Bis Mitte Juni hält sich der Touristenstrom noch in Grenzen, dann gibt es eigentlich auch keine Probleme mit Unterkünften usw. Im Sommer würde ich auf jeden Fall in Glasgow oder Edinburgh vorbuchen, weil dann meist alles belegt ist. Dies gilt besonders für die Festivalzeiten. Im Norden des Landes kann man im Sommer, die extrem langen Abenden genießen. Meist ist es schon weit nach Mitternacht, bis es richtig dunkel ist. Drei oder vier Stunden später wird es schon langsam wieder hell. Das ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, mir hat es jedoch sehr gefallen, nach 23.00 Uhr meine Zeitung im Freien lesen zu können.
Tips:
Für einen vierzehntägigen Aufenthalt würde ich folgendes empfehlen:
3 Tage Edinburgh
2 Tage Glasgow
2 Tage Isle of Skye
2 Tage Highlands
1 Tag Speyside Region
1 Tag Glencoe
1 Tag Orkney Inseln
2 Tage Borders + Dumfries + Galloway
Wer möchte, kann sich auch die Region um Loch Ness, das Kingdom of Fife, die Trossachs und Inverness anschauen, einen zusätzlichen Tag auf einer der zahlreichen Inseln verbringen, oder im Südwesten die Region um Oban bis runter nach Campbeltown abklappern. Es gibt überall etwas zu sehen…
Wandern:
Ich glaube, es gibt kaum ein Land, in dem so viel gewandert und umher gelaufen wird wie in Schottland. Dementsprechend solltet Ihr auf jeden Fall das passende, also vor allem festes Schuhwerk mitnehmen. Euere Füße werden es Euch danken. Es gibt sogar ganze Wandertouren wie z.b. dem West Highland Way – nördlich von Glasgow Richtung Fort William (ca. 140 km), den Wilderness Walks – von Gairloch/ Kinlochewe nach Ullapool – im Westen des Landes, oder den Southern Upland Way – von Portpatrick im Südwesten nach Cockburnpath im Nordosten geht dieser Weg durch die Lowlands. (ca. 340 km)! Das war natürlich nur eine ganz kleine Auswahl, denn Wanderwege gibt es in Schottland satt und genug.
Wetter:
Bei meinem ersten Schottlandaufenthalt hatte ich innerhalb von zwei Wochen lediglich zwei Tage Regen – ansonsten Sonnenschein pur. Dafür gab es in anderen Jahren einen recht interessanten Mix aus Sonne, Wind und Regen. Gerade durch den stetigen Wind, wechselt das Wetter doch sehr oft und es kann sich schon mal innerhalb von Minuten ändern. Je nach Jahreszeit solltet Ihr allerdings doch genügend warme Klamotten mitnehmen.
Der eine oder andere lange Pullover kann auch im Sommer manchmal von Vorteil sein. Wenn Ihr z.B. am Strand der Isle of Skye herumspaziert, kann es dort schon mal sehr ungemütlich werden. Wer nach Schottland in Erwartung eines Badeurlaubes fährt, wird sicherlich bitter enttäuscht. Ein wasserdichter Regenmantel sollte ebenfalls zur Eurer Ausstattung gehören.
Ehrlich gesagt, habe ich mit den sogenannten „Midges“, den Mücken bisher weniger Probleme gehabt. Wenn ich mir andere Berichte anschaue, ist es anderen Usern doch ganz anders ergangen…
Whisky:
„Das Wasser des Lebens“ ist eines der bekanntesten Produkte des Landes. Es gibt viele Möglichkeiten sich über die Herstellung, Lagerung und Abfüllung des Whiskys zu informieren. Bei meinem ersten Besuch im Jahre 2000 verlangten die Destillen noch eine Gebühr für die Führung mit einem anschließenden Probe – dafür gab es später eine Vergünstigung für einen eventuellen Kauf vor Ort. Mittlerweile haben sich mehrere Brennereien ein Vorbild an Glenfiddich genommen und bieten diese Führungen jetzt kostenlos an. Zudem gibt es anschließend eine kleine Verköstigung, wobei Glen Grant oder The Glenlivet sogar zwei Proben zur Auswahl anboten. Als kleine „Whiskynase“ ist für mich ein Besuch einer Destille pro Urlaub mindestens Pflicht. In den Pubs habe ich die Erfahrung gemacht, daß der Whisky recht großzügig eingeschränkt wird – cirka 0,035 Ltr pro Glas. Für die Freunde des Whiskys gibt es übrigens wiederum den sogenannten Malt Whisky Trail. Dies ist ein cirka 110 km langer Rundkurs und befindet sich in der Speyside Region. Stellvertretend für die sechs Whiskyregionen Schottlands steht das „Classic Malts of Scotland“ Angebot der UDV (unabhängige Anbieter).
Fazit:
Wie Ihr seht, gibt es jede Menge Möglichkeiten, wie Ihr Euren Schottlandurlaub selber gestalten könnt. Auf jeden Fall würde ich mindestens zwei am besten drei Tage für Edinburgh und mindestens ein eher zwei Tage für die Isle of Skye einplanen. Ein kurzer Besuch von Glasgow sollte ebenfalls auf der Liste stehen.
Generell solltet Ihr ziemlich flexibel sein. Ich selber entscheide am liebsten Tag für Tag neu, was ich mache und wohin ich fahre. Gefällt mir ein Ort, bleibe ich gerne etwas länger da, gefällt er mir nicht so, setze ich mich halt ins Auto und fahre woanders hin. Dabei habe ich zwar einen gewissen Rahmen meiner Reiseroute vorher festgelegt, kann aber doch innerhalb von wenigen Minuten diese noch einmal komplett ändern.
Allein bei der großen Zahl von Schlössern, Burgen, Museen und tollen Gärten braucht man als Besucher schon genügend Zeit um sich alles anzusehen. Die tollen Berge, die weiten Täler und die vielen Lochs (Seen) haben mich total fasziniert. Zur Grundausstattung eines jeden Schottlandurlaubers sollte ein einigermaßen guter Fotoapparat gehören. Darüber hinaus solltet Ihr Euch von zu Hause genügend Filme mitbringen, denn die sind in Schottland relativ teuer. Wer eine Digicam sein eigen nennt, sollte genügend Batterien bzw. Speicherplatz mitnehmen..
Eines kann ich Euch jedenfalls versprechen: Ihr werdet niemals enttäuscht zurückkehren. Wenn diese Möglichkeit doch eintreten sollte, habt Ihr sicherlich etwas komplett verkehrt gemacht.....
Jetzt habe ich noch ein paar interessante Surftips für Euch:
www.ryaniar.com (Fluggesellschaft)
www.syha.org.com (schottischer Jugendherbergsverband)
www.eae.co.uk (What´s on guide Edinburgh)
www.scotland.com
www.schottland.de
www.flughafen-hahn.de weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Schottland ist schon eine Reise Wert !!!
22.05.2003, 15:18 Uhr von
sam0815
Also.. Hmm.. Was kann ich zu mir schreiben? Nun, ich heisse Andreas und bin 29. Manche bezeichne...Pro:
die herrlich wilde Landschaft
Kontra:
die Mücken :-)
Empfehlung:
Ja
Ich grüsse euch..
ich habe mir vorgenommen in ein paar Berichten, Schottland ein wenig näher zu bringen, weil dieses Land noch in seiner Natur fast unberührt ist.
Heute fange ich einmal mit der Reisezeit an...
Immer wieder werde ich gefragt, wann ist eigentlich die beste Reisezeit um nach Schottland zu reisen.
Meine Antwort ist immer, jeder muss seine Vorlieben finden, denn jede Jahreszeit hat ihre Reize.
Nehme ich das Frühjahr, dies bringt viele Blumen zum Blühen und junges Laub an die Bäume.
In dieser Zeit sind wenig Touristen im Land und das Land ist jung.
Nimmt man dagegen den Monat Mai und Juni hat man eine volle Blütenpracht und den wenigesten Niederschlag.
Ist man aber mehr ein Regenfetischist, sollte man im Juli und August fahren, dann fällt im Mittel der meiste Niederschlag, aber es sind die wärmsten Monate und für Wasserratten die schönsten.
Ich war in dieser Zeit zuerst auf den Inseln skye, Arran und Mull um mir das Land und die Leute anzusehen und war ein bischen besorgt wegen der vielen Touristen, die aus aller Herrn Länder kamen.
Ich habe aber das Übel und den Nutzen verbunden und meine Sprachkenntnisse aufgefrischt.
Da waren Leute mit dem Namen Campbell oder Mac Donald die ihre alten Vorfahren suchten oder entfernte Verwandte besuchen wollten.
Nebenbei machte ich auch eine ander Erfahrung, die sich Stechmücken nannte. Diese ist in dieser Zeit sehr aktiv und kann zur richtigen Plage werden.
Ich empfehle daher sich schon vorher ein geeignetes Mittel in einer Apotheke zu holen, da euch die Viecher ansonsten regelrecht aussaugen.
Wer ehr ein Naturliebhaber ist und deswegen nach Schottland möchte, dem rate ich in der Zeit von September bis Oktober dorthin zu reisen.
Man sieht wie die Natur in ihrer vollen Pracht ist.
Nebenbei, wer Brombeeren liebt ist in dieser Zeit genau richtig und kann naschen soviel er will. :-)
Die Touristenströme habe ich in dieser Zeit nicht mehr so erlebt und war darüber sehr zufrieden.
Ein weiterers Spektakel sind die Wildgänse.
Noch nie habe ich diese in solch einer Zahl gesehen.
Sie kommen aus Grönland und wollen in den wärmeren Gebieten überwintern, wo die Hebriden ihnen diese Möglichkeit bieten um ihren Nachwuchs gross zu ziehen.
Wo im warmen Golfstrom dann der Frost wohl selten ist, da sieht es in den Highlands ganz anders aus.
Dort herrschen dann um diese Zeit schon Schnee, Kälte und Frost.
Eine schöne Zeit übrigens für Wintersportfans die nicht immer nur in die Alpen wollen, sondern auch mal etwas anderes erleben möchten.
Nur die Sehenswürdigen die man besuchen kann sind leider oft in dieser Zeit geschlossen.
So jetzt denke ich, ist hier erstmal Schluss.
Ich arbeite jetzt an weiteren Berichten rund um Schottland.
Hier nun der zweite Teil zu meinem Schottlandbericht...
Fangen wir einfach mit der Ausrüstung an..
Wie heisst es doch gleich? Hinter zwickenden und drückenden Schuhen kommt gleich ein schlecht angeschnallter Rucksack.
Bevor Ihr Euch entschliesst in Schottland wandern zu gehen, solltet Ihr euren Rucksack in einem Fachgeschäft ruhig ausprobieren. Sagt den Verkäufern wo ihr hin wollt und was ihr vorhabt. Je mehr gute Infos die Leute bekommen, desto besser können sie Euch bedienen.
Grundsätzlich sind drei verschiedene Arten von Rucksäcken möglich:
Wenn ihr in einer Herberge oder in einem Hotel untergebracht seit, ist ein kleiner Rucksack ok, den man bei Stadtbummeln benutzen kann. Achtet hier schon auf eine gute Rückenpolsterung die ein drücken und stechen des Inhaltes vermeiden, Euer Rücken wird es Euch danken.
Eine andere Form ist der Innengestellrucksack, der sich schon für längere Wanderungen eignet. Er hat eine enge Passform, passt gut überall rein und trägt sich vernünftig auf dem Rücken.
Die dritte Art ist etwas aus der Mode gekommen, es ist der Aussengestellrucksack. Nach meinen Erfahrungen ist er viel zu unbequem und zu sperrig. Ich werde ihn mal genauer vorstellen, wenn ich eine Tour zum Himalaya gemacht habe.
Ich habe gute Erfahrungen mit einem festem Rucksack gehabt, der eine Füllmenge von etwa 40 Litern hatte, den man um den Bauch schnallen konnte und der eine gute Passform um den Rücken hatte.
Achtet auf Seitentaschen in denen Ihr etwas wie kleine Flaschen oder Salz verstauen könnt.
Salz deswegen und das ist mein erleben gewesen, nichts ist wichtiger wenn man im Sommer schwitzt als Salz.
Wer schon auf einigen Touren war, wird mir da bestimmt zustimmen können.
Ach was wäre die Insel ohne ihre besonderen Regenschauer...
Auch wenn ich es liebe mal im Regen zu wandern, meine Ausrüstung ist da bestimmt anderer Meinung. Ich warte immer noch darauf, dass ein Hersteller endlich mal einen wasserdichten Rucksack erfindet. Bis dies geschehen ist, muss man sich wohl eher mit einem Ponscho, oder Mülltüten aushelfen in die man die Kleidung reinstopft und vor dem Regen schützt.
Nebenbei, ich rate eh dringend ein paar Tüten mitzunehmen, denkt mal an die Schmutzwäsche die einen pikanten Geruch in Eurem Rucksack hinterlässt, besonders wenn es geregnet hat.
Das nächste was mir immer wieder passiert ist, ist das Gewicht. Das Gewicht des Rucksacks sollte auf keinen Fall mehr als ein Fünftel Eures Körpergewichtes betragen.
Lasst, auch wenn es Euch schwerfällt, Walkman und Bücher zu Haus, denn mal ehrlich Ihr werdet doch nicht nach Schottland reisen um dann Musik zu hören oder zu lesen?
Was gehört denn noch zu einer guten Tour? Na? Richtig, das Zelt. Wer hat sich nicht schon überlegt, was für ein Zelt notwendig ist, was es haben muss und wie teuer ist es eigentlich.
Nun, Ihr könnt ein Zelt kaufen das ein Vermögen kostet und mit dem man auch die grösste Reise zum Nord – oder Südpol überstehen kann, ich denke ein Zelt im moderaten Preis ist auch ok.
Achtet darauf, das es doppelwandig ist, damit Kondenswasser nicht im Innenraum gehalten wird. Achtet auf das Gestänge, viele vergessen, dass ein Gestänge aus Fiberglas, Alu oder Stahl sein kann, An Gewicht macht dies direkt 4 – 8 kg aus.
Passt auf eine vernünftige Luftzirkulation durch Luftöffnungen auf, achtet aber trotzdem darauf, dass diese klein genug sind sonst habt ihr eine Mückenplage am Hals.
Ein Tipp, baut Euer Zelt zu haus ein paar Mal auf und ab, sollte es regnen seit ihr in der Übung und vermeidet unnötige Fluchereien.
Schottland hat viele wunderschöne Naturlandschaften zu bieten. Da sind im Süden die Lowlands, eine eher flache Gegend die aber viel Vegetation zu bieten hat im Gegensatz zum Norden wo die Highlands durch Ihre wilde Landschaft und durch ihre Berge die Schönheit dieses Landes bestimmen.
Achtet auf jeden Fall auf sicheres und festes Schuhwerk. Ich habe die schmerzliche Erfahrung gemacht, meine Schuhe vorher nicht richtig eingelaufen zu haben und musste einen herben Preis in Form von Blasen zahlen.
Eine griffige Sohle ist schon recht wichtig, wenn man über Berg und Tal laufen will, ebenso sollten diese schon recht Wasserdicht sein, oder wollt ihr den Füssen ein kleines Schwimmbad gönnen?
Vermeidet Blasen und zieht Eure Socken zweimal an bevor ihr loszieht. Der Fuss hat sich an die Socken gewöhnt und es werden weniger Reizstellen vom Fuss zum Schuh auftreten.
Ich habe mich gut darauf vorbereiten können, als ich einmal an einen Steinwall kam, der sich ziemlich weit ausdehnte. Gut dachte ich mir, gehst Du doch einfach quer durch und sparst Zeit. Gerade als ich meinen Gedanken in die Tat umsetzen wollte, sah ich ein Schild, ähnlich unserem Einfahrt verboten, auf dem war ein Stier aufgemalt und darunter stand :
Mein Stier läuft 40 milen in der Stunden, wie schnell laufen sie?
Ich brauchte nicht lange darüber nachzudenken, denn ich sah schon was gemeint war. Ein grosses etwas kam auf mich zu. Das einzigste was mir noch einfiel war die Beine in die Hand zu nehmen und zu rennen.
Also Ihr seht immer auf gutes Schuhwerk achten, es kann Leben retten.
Was ist noch wichtig?? Oh ja der Hunger und da fällt mir der Kocher ein.
Er ist ganz wichtig, da Ihr in Schottland kein Feuer machen dürft.
Auch hier habe ich eine gute Empfehlung, nämlich den guten alten Sprituskocher.
Ich habe gute Erfahrungen, auch bei Wind und Wetter, mit ihm gemacht. Sie sind unkompliziert, einfach im Gebrauch und haben eine gute Heizleistung.
Zwar sind sie etwas gross, aber mit ein bischen Geschick lässt sich dieser im Kochgeschirr mit verpacken.
Achtet dazu auf ein gutes Kochgeschirr und haltet einen grösseren hohlen Topf bereit.
So.. nun ist es erst mal wieder genug. Beim nächsten Mal erzähle ich Euch ein bischen mehr über die Gegenden in denen ich war und was man alles bestaunen kann.
Bis dann also
Sam
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-01 17:54:30 mit dem Titel Ein Land mit wildem Character
Ich grüsse euch..
ich habe mir vorgenommen in ein paar Berichten, Schottland ein wenig näher zu bringen, weil dieses Land noch in seiner Natur fast unberührt ist.
Heute fange ich einmal mit der Reisezeit an...
Immer wieder werde ich gefragt, wann ist eigentlich die beste Reisezeit um nach Schottland zu reisen.
Meine Antwort ist immer, jeder muss seine Vorlieben finden, denn jede Jahreszeit hat ihre Reize.
Nehme ich das Frühjahr, dies bringt viele Blumen zum Blühen und junges Laub an die Bäume.
In dieser Zeit sind wenig Touristen im Land und das Land ist jung.
Nimmt man dagegen den Monat Mai und Juni hat man eine volle Blütenpracht und den wenigesten Niederschlag.
Ist man aber mehr ein Regenfetischist, sollte man im Juli und August fahren, dann fällt im Mittel der meiste Niederschlag, aber es sind die wärmsten Monate und für Wasserratten die schönsten.
Ich war in dieser Zeit zuerst auf den Inseln skye, Arran und Mull um mir das Land und die Leute anzusehen und war ein bischen besorgt wegen der vielen Touristen, die aus aller Herrn Länder kamen.
Ich habe aber das Übel und den Nutzen verbunden und meine Sprachkenntnisse aufgefrischt.
Da waren Leute mit dem Namen Campbell oder Mac Donald die ihre alten Vorfahren suchten oder entfernte Verwandte besuchen wollten.
Nebenbei machte ich auch eine ander Erfahrung, die sich Stechmücken nannte. Diese ist in dieser Zeit sehr aktiv und kann zur richtigen Plage werden.
Ich empfehle daher sich schon vorher ein geeignetes Mittel in einer Apotheke zu holen, da euch die Viecher ansonsten regelrecht aussaugen.
Wer ehr ein Naturliebhaber ist und deswegen nach Schottland möchte, dem rate ich in der Zeit von September bis Oktober dorthin zu reisen.
Man sieht wie die Natur in ihrer vollen Pracht ist.
Nebenbei, wer Brombeeren liebt ist in dieser Zeit genau richtig und kann naschen soviel er will. :-)
Die Touristenströme habe ich in dieser Zeit nicht mehr so erlebt und war darüber sehr zufrieden.
Ein weiterers Spektakel sind die Wildgänse.
Noch nie habe ich diese in solch einer Zahl gesehen.
Sie kommen aus Grönland und wollen in den wärmeren Gebieten überwintern, wo die Hebriden ihnen diese Möglichkeit bieten um ihren Nachwuchs gross zu ziehen.
Wo im warmen Golfstrom dann der Frost wohl selten ist, da sieht es in den Highlands ganz anders aus.
Dort herrschen dann um diese Zeit schon Schnee, Kälte und Frost.
Eine schöne Zeit übrigens für Wintersportfans die nicht immer nur in die Alpen wollen, sondern auch mal etwas anderes erleben möchten.
Nur die Sehenswürdigen die man besuchen kann sind leider oft in dieser Zeit geschlossen.
So jetzt denke ich, ist hier erstmal Schluss.
Ich arbeite jetzt an weiteren Berichten rund um Schottland.
Hier nun der zweite Teil zu meinem Schottlandbericht...
Fangen wir einfach mit der Ausrüstung an..
Wie heisst es doch gleich? Hinter zwickenden und drückenden Schuhen kommt gleich ein schlecht angeschnallter Rucksack.
Bevor Ihr Euch entschliesst in Schottland wandern zu gehen, solltet Ihr euren Rucksack in einem Fachgeschäft ruhig ausprobieren. Sagt den Verkäufern wo ihr hin wollt und was ihr vorhabt. Je mehr gute Infos die Leute bekommen, desto besser können sie Euch bedienen.
Grundsätzlich sind drei verschiedene Arten von Rucksäcken möglich:
Wenn ihr in einer Herberge oder in einem Hotel untergebracht seit, ist ein kleiner Rucksack ok, den man bei Stadtbummeln benutzen kann. Achtet hier schon auf eine gute Rückenpolsterung die ein drücken und stechen des Inhaltes vermeiden, Euer Rücken wird es Euch danken.
Eine andere Form ist der Innengestellrucksack, der sich schon für längere Wanderungen eignet. Er hat eine enge Passform, passt gut überall rein und trägt sich vernünftig auf dem Rücken.
Die dritte Art ist etwas aus der Mode gekommen, es ist der Aussengestellrucksack. Nach meinen Erfahrungen ist er viel zu unbequem und zu sperrig. Ich werde ihn mal genauer vorstellen, wenn ich eine Tour zum Himalaya gemacht habe.
Ich habe gute Erfahrungen mit einem festem Rucksack gehabt, der eine Füllmenge von etwa 40 Litern hatte, den man um den Bauch schnallen konnte und der eine gute Passform um den Rücken hatte.
Achtet auf Seitentaschen in denen Ihr etwas wie kleine Flaschen oder Salz verstauen könnt.
Salz deswegen und das ist mein erleben gewesen, nichts ist wichtiger wenn man im Sommer schwitzt als Salz.
Wer schon auf einigen Touren war, wird mir da bestimmt zustimmen können.
Ach was wäre die Insel ohne ihre besonderen Regenschauer...
Auch wenn ich es liebe mal im Regen zu wandern, meine Ausrüstung ist da bestimmt anderer Meinung. Ich warte immer noch darauf, dass ein Hersteller endlich mal einen wasserdichten Rucksack erfindet. Bis dies geschehen ist, muss man sich wohl eher mit einem Ponscho, oder Mülltüten aushelfen in die man die Kleidung reinstopft und vor dem Regen schützt.
Nebenbei, ich rate eh dringend ein paar Tüten mitzunehmen, denkt mal an die Schmutzwäsche die einen pikanten Geruch in Eurem Rucksack hinterlässt, besonders wenn es geregnet hat.
Das nächste was mir immer wieder passiert ist, ist das Gewicht. Das Gewicht des Rucksacks sollte auf keinen Fall mehr als ein Fünftel Eures Körpergewichtes betragen.
Lasst, auch wenn es Euch schwerfällt, Walkman und Bücher zu Haus, denn mal ehrlich Ihr werdet doch nicht nach Schottland reisen um dann Musik zu hören oder zu lesen?
Was gehört denn noch zu einer guten Tour? Na? Richtig, das Zelt. Wer hat sich nicht schon überlegt, was für ein Zelt notwendig ist, was es haben muss und wie teuer ist es eigentlich.
Nun, Ihr könnt ein Zelt kaufen das ein Vermögen kostet und mit dem man auch die grösste Reise zum Nord – oder Südpol überstehen kann, ich denke ein Zelt im moderaten Preis ist auch ok.
Achtet darauf, das es doppelwandig ist, damit Kondenswasser nicht im Innenraum gehalten wird. Achtet auf das Gestänge, viele vergessen, dass ein Gestänge aus Fiberglas, Alu oder Stahl sein kann, An Gewicht macht dies direkt 4 – 8 kg aus.
Passt auf eine vernünftige Luftzirkulation durch Luftöffnungen auf, achtet aber trotzdem darauf, dass diese klein genug sind sonst habt ihr eine Mückenplage am Hals.
Ein Tipp, baut Euer Zelt zu haus ein paar Mal auf und ab, sollte es regnen seit ihr in der Übung und vermeidet unnötige Fluchereien.
Schottland hat viele wunderschöne Naturlandschaften zu bieten. Da sind im Süden die Lowlands, eine eher flache Gegend die aber viel Vegetation zu bieten hat im Gegensatz zum Norden wo die Highlands durch Ihre wilde Landschaft und durch ihre Berge die Schönheit dieses Landes bestimmen.
Achtet auf jeden Fall auf sicheres und festes Schuhwerk. Ich habe die schmerzliche Erfahrung gemacht, meine Schuhe vorher nicht richtig eingelaufen zu haben und musste einen herben Preis in Form von Blasen zahlen.
Eine griffige Sohle ist schon recht wichtig, wenn man über Berg und Tal laufen will, ebenso sollten diese schon recht Wasserdicht sein, oder wollt ihr den Füssen ein kleines Schwimmbad gönnen?
Vermeidet Blasen und zieht Eure Socken zweimal an bevor ihr loszieht. Der Fuss hat sich an die Socken gewöhnt und es werden weniger Reizstellen vom Fuss zum Schuh auftreten.
Ich habe mich gut darauf vorbereiten können, als ich einmal an einen Steinwall kam, der sich ziemlich weit ausdehnte. Gut dachte ich mir, gehst Du doch einfach quer durch und sparst Zeit. Gerade als ich meinen Gedanken in die Tat umsetzen wollte, sah ich ein Schild, ähnlich unserem Einfahrt verboten, auf dem war ein Stier aufgemalt und darunter stand :
Mein Stier läuft 40 milen in der Stunden, wie schnell laufen sie?
Ich brauchte nicht lange darüber nachzudenken, denn ich sah schon was gemeint war. Ein grosses etwas kam auf mich zu. Das einzigste was mir noch einfiel war die Beine in die Hand zu nehmen und zu rennen.
Also Ihr seht immer auf gutes Schuhwerk achten, es kann Leben retten.
Was ist noch wichtig?? Oh ja der Hunger und da fällt mir der Kocher ein.
Er ist ganz wichtig, da Ihr in Schottland kein Feuer machen dürft.
Auch hier habe ich eine gute Empfehlung, nämlich den guten alten Sprituskocher.
Ich habe gute Erfahrungen, auch bei Wind und Wetter, mit ihm gemacht. Sie sind unkompliziert, einfach im Gebrauch und haben eine gute Heizleistung.
Zwar sind sie etwas gross, aber mit ein bischen Geschick lässt sich dieser im Kochgeschirr mit verpacken.
Achtet dazu auf ein gutes Kochgeschirr und haltet einen grösseren hohlen Topf bereit.
So.. nun ist es erst mal wieder genug. Beim nächsten Mal erzähle ich Euch ein bischen mehr über die Gegenden in denen ich war und was man alles bestaunen kann.
Bis dann also
Sam
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-05-22 13:18:28 mit dem Titel Ein Land mit wildem Character
Ich grüsse euch..
ich habe mir vorgenommen in ein paar Berichten, Schottland ein wenig näher zu bringen, weil dieses Land noch in seiner Natur fast unberührt ist.
Heute fange ich einmal mit der Reisezeit an...
Immer wieder werde ich gefragt, wann ist eigentlich die beste Reisezeit um nach Schottland zu reisen.
Meine Antwort ist immer, jeder muss seine Vorlieben finden, denn jede Jahreszeit hat ihre Reize.
Nehme ich das Frühjahr, dies bringt viele Blumen zum Blühen und junges Laub an die Bäume.
In dieser Zeit sind wenig Touristen im Land und das Land ist jung.
Nimmt man dagegen den Monat Mai und Juni hat man eine volle Blütenpracht und den wenigesten Niederschlag.
Ist man aber mehr ein Regenfetischist, sollte man im Juli und August fahren, dann fällt im Mittel der meiste Niederschlag, aber es sind die wärmsten Monate und für Wasserratten die schönsten.
Ich war in dieser Zeit zuerst auf den Inseln skye, Arran und Mull um mir das Land und die Leute anzusehen und war ein bischen besorgt wegen der vielen Touristen, die aus aller Herrn Länder kamen.
Ich habe aber das Übel und den Nutzen verbunden und meine Sprachkenntnisse aufgefrischt.
Da waren Leute mit dem Namen Campbell oder Mac Donald die ihre alten Vorfahren suchten oder entfernte Verwandte besuchen wollten.
Nebenbei machte ich auch eine ander Erfahrung, die sich Stechmücken nannte. Diese ist in dieser Zeit sehr aktiv und kann zur richtigen Plage werden.
Ich empfehle daher sich schon vorher ein geeignetes Mittel in einer Apotheke zu holen, da euch die Viecher ansonsten regelrecht aussaugen.
Wer ehr ein Naturliebhaber ist und deswegen nach Schottland möchte, dem rate ich in der Zeit von September bis Oktober dorthin zu reisen.
Man sieht wie die Natur in ihrer vollen Pracht ist.
Nebenbei, wer Brombeeren liebt ist in dieser Zeit genau richtig und kann naschen soviel er will. :-)
Die Touristenströme habe ich in dieser Zeit nicht mehr so erlebt und war darüber sehr zufrieden.
Ein weiterers Spektakel sind die Wildgänse.
Noch nie habe ich diese in solch einer Zahl gesehen.
Sie kommen aus Grönland und wollen in den wärmeren Gebieten überwintern, wo die Hebriden ihnen diese Möglichkeit bieten um ihren Nachwuchs gross zu ziehen.
Wo im warmen Golfstrom dann der Frost wohl selten ist, da sieht es in den Highlands ganz anders aus.
Dort herrschen dann um diese Zeit schon Schnee, Kälte und Frost.
Eine schöne Zeit übrigens für Wintersportfans die nicht immer nur in die Alpen wollen, sondern auch mal etwas anderes erleben möchten.
Nur die Sehenswürdigen die man besuchen kann sind leider oft in dieser Zeit geschlossen.
So jetzt denke ich, ist hier erstmal Schluss.
Ich arbeite jetzt an weiteren Berichten rund um Schottland.
Hier nun der zweite Teil zu meinem Schottlandbericht...
Fangen wir einfach mit der Ausrüstung an..
Wie heisst es doch gleich? Hinter zwickenden und drückenden Schuhen kommt gleich ein schlecht angeschnallter Rucksack.
Bevor Ihr Euch entschliesst in Schottland wandern zu gehen, solltet Ihr euren Rucksack in einem Fachgeschäft ruhig ausprobieren. Sagt den Verkäufern wo ihr hin wollt und was ihr vorhabt. Je mehr gute Infos die Leute bekommen, desto besser können sie Euch bedienen.
Grundsätzlich sind drei verschiedene Arten von Rucksäcken möglich:
Wenn ihr in einer Herberge oder in einem Hotel untergebracht seit, ist ein kleiner Rucksack ok, den man bei Stadtbummeln benutzen kann. Achtet hier schon auf eine gute Rückenpolsterung die ein drücken und stechen des Inhaltes vermeiden, Euer Rücken wird es Euch danken.
Eine andere Form ist der Innengestellrucksack, der sich schon für längere Wanderungen eignet. Er hat eine enge Passform, passt gut überall rein und trägt sich vernünftig auf dem Rücken.
Die dritte Art ist etwas aus der Mode gekommen, es ist der Aussengestellrucksack. Nach meinen Erfahrungen ist er viel zu unbequem und zu sperrig. Ich werde ihn mal genauer vorstellen, wenn ich eine Tour zum Himalaya gemacht habe.
Ich habe gute Erfahrungen mit einem festem Rucksack gehabt, der eine Füllmenge von etwa 40 Litern hatte, den man um den Bauch schnallen konnte und der eine gute Passform um den Rücken hatte.
Achtet auf Seitentaschen in denen Ihr etwas wie kleine Flaschen oder Salz verstauen könnt.
Salz deswegen und das ist mein erleben gewesen, nichts ist wichtiger wenn man im Sommer schwitzt als Salz.
Wer schon auf einigen Touren war, wird mir da bestimmt zustimmen können.
Ach was wäre die Insel ohne ihre besonderen Regenschauer...
Auch wenn ich es liebe mal im Regen zu wandern, meine Ausrüstung ist da bestimmt anderer Meinung. Ich warte immer noch darauf, dass ein Hersteller endlich mal einen wasserdichten Rucksack erfindet. Bis dies geschehen ist, muss man sich wohl eher mit einem Ponscho, oder Mülltüten aushelfen in die man die Kleidung reinstopft und vor dem Regen schützt.
Nebenbei, ich rate eh dringend ein paar Tüten mitzunehmen, denkt mal an die Schmutzwäsche die einen pikanten Geruch in Eurem Rucksack hinterlässt, besonders wenn es geregnet hat.
Das nächste was mir immer wieder passiert ist, ist das Gewicht. Das Gewicht des Rucksacks sollte auf keinen Fall mehr als ein Fünftel Eures Körpergewichtes betragen.
Lasst, auch wenn es Euch schwerfällt, Walkman und Bücher zu Haus, denn mal ehrlich Ihr werdet doch nicht nach Schottland reisen um dann Musik zu hören oder zu lesen?
Was gehört denn noch zu einer guten Tour? Na? Richtig, das Zelt. Wer hat sich nicht schon überlegt, was für ein Zelt notwendig ist, was es haben muss und wie teuer ist es eigentlich.
Nun, Ihr könnt ein Zelt kaufen das ein Vermögen kostet und mit dem man auch die grösste Reise zum Nord – oder Südpol überstehen kann, ich denke ein Zelt im moderaten Preis ist auch ok.
Achtet darauf, das es doppelwandig ist, damit Kondenswasser nicht im Innenraum gehalten wird. Achtet auf das Gestänge, viele vergessen, dass ein Gestänge aus Fiberglas, Alu oder Stahl sein kann, An Gewicht macht dies direkt 4 – 8 kg aus.
Passt auf eine vernünftige Luftzirkulation durch Luftöffnungen auf, achtet aber trotzdem darauf, dass diese klein genug sind sonst habt ihr eine Mückenplage am Hals.
Ein Tipp, baut Euer Zelt zu haus ein paar Mal auf und ab, sollte es regnen seit ihr in der Übung und vermeidet unnötige Fluchereien.
Schottland hat viele wunderschöne Naturlandschaften zu bieten. Da sind im Süden die Lowlands, eine eher flache Gegend die aber viel Vegetation zu bieten hat im Gegensatz zum Norden wo die Highlands durch Ihre wilde Landschaft und durch ihre Berge die Schönheit dieses Landes bestimmen.
Achtet auf jeden Fall auf sicheres und festes Schuhwerk. Ich habe die schmerzliche Erfahrung gemacht, meine Schuhe vorher nicht richtig eingelaufen zu haben und musste einen herben Preis in Form von Blasen zahlen.
Eine griffige Sohle ist schon recht wichtig, wenn man über Berg und Tal laufen will, ebenso sollten diese schon recht Wasserdicht sein, oder wollt ihr den Füssen ein kleines Schwimmbad gönnen?
Vermeidet Blasen und zieht Eure Socken zweimal an bevor ihr loszieht. Der Fuss hat sich an die Socken gewöhnt und es werden weniger Reizstellen vom Fuss zum Schuh auftreten.
Ich habe mich gut darauf vorbereiten können, als ich einmal an einen Steinwall kam, der sich ziemlich weit ausdehnte. Gut dachte ich mir, gehst Du doch einfach quer durch und sparst Zeit. Gerade als ich meinen Gedanken in die Tat umsetzen wollte, sah ich ein Schild, ähnlich unserem Einfahrt verboten, auf dem war ein Stier aufgemalt und darunter stand :
Mein Stier läuft 40 milen in der Stunden, wie schnell laufen sie?
Ich brauchte nicht lange darüber nachzudenken, denn ich sah schon was gemeint war. Ein grosses etwas kam auf mich zu. Das einzigste was mir noch einfiel war die Beine in die Hand zu nehmen und zu rennen.
Also Ihr seht immer auf gutes Schuhwerk achten, es kann Leben retten.
Was ist noch wichtig?? Oh ja der Hunger und da fällt mir der Kocher ein.
Er ist ganz wichtig, da Ihr in Schottland kein Feuer machen dürft.
Auch hier habe ich eine gute Empfehlung, nämlich den guten alten Sprituskocher.
Ich habe gute Erfahrungen, auch bei Wind und Wetter, mit ihm gemacht. Sie sind unkompliziert, einfach im Gebrauch und haben eine gute Heizleistung.
Zwar sind sie etwas gross, aber mit ein bischen Geschick lässt sich dieser im Kochgeschirr mit verpacken.
Achtet dazu auf ein gutes Kochgeschirr und haltet einen grösseren hohlen Topf bereit.
So.. nun ist es erst mal wieder genug. Beim nächsten Mal erzähle ich Euch ein bischen mehr über die Gegenden in denen ich war und was man alles bestaunen kann.
Bis dann also
Sam weiterlesen schließen -
Schottland, Isle of Skye
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Heute möchte ich mal euch mal ein kleines Stück Schottland vorstellen und zwar die Insel:
Isle of Skye an der Westküste
Da mein Papa ein waschechter Schotte ist und von Skye kommt, habe ich fast die gesamten Urlaube meiner Kindheit hier verbracht.
Allgemeines:
+++++++++++
Isle of Skye ist die größte Insel der inneren Hebriden und an der Westseite (Antlantikküste) Schottlands gelegen und ca. 2 Autostunden von Inverness entfernt. Skye ist ca. 1.740 km² groß, sowie 80 km lang und bis zu 30 km breit. Aufgrund der zackigen Küste erhielt sie den gälischen Beinamen ""Eilean Sgiathanach", was soviel bedeutet wie die "geflügelte Insel". A propos viele der über 10.000 Einwohner sprechen immernoch Gälisch und pflegen diese Sprache auch. Beispielsweise ist Muttersprache meines Vaters nicht Englisch, sondern Gälisch. Wer also auf der Insel richtig Eindruck schinden möchte, sollte echten Schotten in Gälisch mit folgenden Worten gegenüber treten: "latha math. Ciamar a tha thu?" Das bedeutet nämlich "Guten Tag. Wie geht es dir."
Die Inselhauptstadt ist Portree, aber dazu später mehr. Die Haupteinahmequelle der Inselbewohner ist neben Fischfang und Viehzucht (auf Skye leben mindestens 5x soviel Schafe wie Menschen), der Tourismus. Landschaftlich gesehen bietet Skye neben den hohen Cullins (eine Bergkette von bis zu 1200m höhe) im Süden, eine wunderschöne, grüne Hügellandschaft im Norden. Das Wetter ist stark vom Atlantik beeinflußt und extrem unbeständig. Nebel und Regen stehen auch immer Sommer an der Tagesordung. Historische Berümtheit erlangte die Insel im Jahre 1746 als Flora MacDonald (übrigens DIE schottische Nationalheldin), den schottischen Prinzen Charles Edward Stuart (auch Bonnie Prince Charly genannt) nach einer verlorenen Schlacht in Frauenkleidern auf der Insel versteckte. Von hieraus flüchtete der Prinz nach Frankreich und starb 1788 als einsamer Säufer in Rom. Früher gelang man mittels einer kleinen Autofähre von Kyle of Loch Alsh auf die Insel, jedoch wurde 1995 zum Unmut der Einwohner eine Brücke in Betrieb genommen, für die man eine relativ hohe Maut von ca. 9 Euro entrichten muss.
Sehenswertes:
++++++++++++++
Dunvegan Castle:
Für ca. 5 Euro pro Person kann man das einzige Schloss Schottlands besichtigen, welches sich immernoch in der Hand der Erbauer befindet. Dunvegan Castle ist seit dem 13. Jahrhundert Familiensitz der MacLeods und ist deshalb so gut erhalten, weil es in früheren Zeiten nur über das Meer zu erreichen war. Die Clan-Chiefs leben heute noch in dem Schloß und bieten einen Teil zur Besichtigung für Touristen an. Die Familiengeschichte sowie eine Ahnengalerie und die Geheimnisse des Schloß werden hier auf eindrucksvolle Weise wieder gegeben. Da ist zum Beispiel die sagenberankte Feen-Flagge, die aus dem Morgenland stammt und den Clan seit vielen, vielen Jahrhunderten schützt oder das Trinkhorn "Dunvegan Horn" des Malcom MacLeod. Dieser erlegte nämlich einen Stier nur mit der Hilfe eines Messers. Zudem gibt es auch persönliche Gegenstände von Flora MacDonald zu betrachten. Auch besteht die Möglichkeit einen Teil der Räume für festliche Anläße zu mieten, wer also mal in einem schottischen Schloß heiraten möchte...
Kilt Rock:
Als "Kilt Rock" bezeichnet man einen malerischen Steilküstenabschnitt der im Norden der Insel gelegen ist. Seinen Namen trägt er aufgrund der Tatsache, dass er aussieht als hätte man einen schottischen Kilt fein säuberlich gefaltet und hier abgelegt. In dem fast 70m hohen Wasserfall mündet unter anderem mit 46m der kürzeste Fluß Schottlands. Wer einmal einen Natur pur und schönen Ausblick aufs Meer genießen möchte, der sollte sich den "Kilt Rock" mal ansehen.
Clan Donald Visitor Centre:
Wer sich für historische Ereignisse und schottische Clans interessiert, der sollte mal das Clan Donald Visitor Centre besuchen. Im Clan Visitor Centre in Ardvarsar bietet manfür ca. 4 Euro Eintritt eine große, prächtige Gartenanlage samt Schloßruinen (die allerdings nur im Sommer ihren Reiz hat), sowie die Geschichte des Clan (Mac)Donald (das sind übrigens meine Vorfahren). Im Vorderen "Study Centre" wird dem Besucher die oben erwähnte Geschichte von Bonnie Prince Charlie detailliert näher gebracht, da die MacDonald im Kampf gegen die britische Krone seine Verbündeten waren und besonders die schottische Kultur pflegten und alles Englische ablehnten. Weiterhin wird vom "Lord of the Isles" berichtet. Einem Titel den seit 1386 der jeweilige Clan Chief der MacDonald innehatte und damit über die westlichen Inseln (allerdings nicht Skye) und über Teile des Festlandes herrschte. Dieser Titel wurde jedoch nach zahlreichen Aufständen und Kämpfen im 15. Jahrhundert wieder aberkannt.
Talisker Whiskydestillerie:
Whisky gehört zu Schottland wie kein anderes Getränk. Was viele allerdings nicht wissen, sogar Skye verfügt über eine eigene Destillerie und zwar in Loch Harport. Hier gründeten 1830 die Brüder McCaskill die Talisker-Brennerei. Bei dem Besuch der Anlage wird dem Besucher eindrucksvoll die Whiskey Herstellung näher gebracht. Ein Besuch durch die Produktionsstätten (hier stinkt es sehr eigenwillig ein bißchen nach verbranntem Torf) ist ebenso inklusive, wie eine Whiskyprobe. Der Talisker ansich schmeckt sehr mild und ein bißchen torfig. Letzteres liegt daran, dass die Gerste über Torrfeuer getrocknet und anschließend mit Torfwasser zu einem pampigen Brei gemischt wird. Aufgrund des hohen Torfgehalts der Insel kann es stellenweise passieren, dass das Wasser etwas bräunlich aus dem Hahn herausläuft. Also nicht erschrecken.
Portree:
Die Hauptstadt der Insel ist das östlich gelegene Portree. Das gut 1800 Einwohner Städtchen (für schottische Verhältnisse schon fast eine mittelgroße Stadt) ist mit einem wunderschönen Naturhafen ausgestattet. Hier gibt es zahlreiche Pubs, Hotels und schottische Tanzveranstaltungen. Wer also mal richtige schottische Musik hören möchte und tradionelle Tänze mag, ist in Portree richtig. Für gutes Essen empfehle ich mal das "Blassie Hotel" im Zentrum von Portree. Hier wird überwiegend schottische Küche angeboten. Für die Einheimischen stellt Portree den wichtigsten Ort der Insel dar. In den Supermärkten herrscht ein größeres Angebot als sonstwo auf der Insel und auch für Klamotten, Musik o.ä. bietet Portree ein vergleichsweise umfangreiches Sortiment.
Fazit
+++++
Die Isle of Skye bietet meiner Meinung nach jedem Touriste einen guten Einblick in das Leben in den Highlands und gleichermaßen viele Naturerlebnisse und Sehenswürdigkeiten. Die von mir beschriebenen Attrationen sind nur ein kleiner Teil der Dinge, die Skye zu bieten hat. Ferner besteht ein großes Angebot für Hobbysportler. Wer gerne Golf spielt, Angeln geht oder wandert ist hier richtig. Ich kann jedem einen Urlaub auf Skye empfehlen, der mal Schottland aus Sicht der Highlands erleben möchte... weiterlesen schließen -
Was tragen die Schotten unterm Rock ...
27.11.2002, 13:03 Uhr von
sweet-little-16
Das Bild zeigt mich bei einem Auftritt im Mai. Deswegen habe ich die Augen zu, weil ich auf meine...Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
... das ist vielleicht eine Frage, die viele von uns bewegt. Eine Klärung konnte ich auf meiner Schottlandreise nicht erreichen. Unser Reiseleiter (ein Schotte, der uns durch Edinburgh geführt hat) sagte nur "another one" und lachte dann.
Inform einer Bildungsreise von der Schule kam ich in den Genuss Schottland im August 2001 zu Besuchen. Es war zwar sehr anstrengend, da wir fast die ganze Zeit im Bus saßen (haben eine Rundreise gemacht), aber es hat sich 100%ig gelohnt.
Schottland ist ein tolles Land, besonders gegen Sommerende. Wir waren eine Woche unterwegs und haben eine Arte Rundreise durch Edinburgh, Inverness und Loch Lomond durchgeführt. Durch die Rundreise haben wir viel von Schottland gesehen. Am schönsten fand ich die Highlands, weil da viel naturbelassen ist. Die Berge waren und sind beeindruckend. Vorallem wie man da als kleiner Mensch im Bus saß und die viel höheren Berge gesehen hat.
Einen Schottlandbesuch sollte jeder mal im Leben gemacht haben, auch wenn es nicht sehr billig ist. Die Preise für die Verpfllegung sind sehr viel teurer als hier. Die Schotten zahlen auch mehr für Kleidung und alles was man im täglichen Leben braucht, aber man muss sich ja nicht neu einkleiden. Gerade in Edinburgh hat man das gemerkt. Wir haben uns im Pizza Hut zu viert eine Pizza geteilt und wir haben trotzdem noch jeder mehr als 5€ bezahlt.
Das Freizeitangebot ist riesig. Man kann immer etwas unternehmen (falls man mal nicht im Bus ist). Besonders in den großen Städten, wie zum Beispiel Edinburgh. Wir waren zwei Tage in der Stadt und waren wirklich nur auf den Beinen. Zu einem haben wir viel von der Stadt gesehen, aber wir fanden es auch toll eine halbe Stunde in so einem riesigen Park zu liegen und die Seele baumeln lassen.
Im Vergleich zu London könnte ich jetzt nicht sagen, welchen Ausflug ich besser fand. Schottland hat in den Jugendherbergen die Hand vorn. Die waren vom Frühstück und von der Unterkunft (ganz zu schweigen von den Sanitäranlagen) entscheidend besser. Ansonsten kann man ja ein Land mit einer Stadt kaum vergleichen.
Fazit: Wie schon gesagt, sollte einjeder mal das Land sehen. Ich finde aber, dass man mindestens 14 Tage fahren sollte, weil man da nicht so viel Stress hat und das Land genießen kann.
Eure Jessi weiterlesen schließen -
Langstreckenwandern in Schottland Teil1 - Ausrüstungstips
28.09.2002, 22:48 Uhr von
Albatros
Maltwhisky, Zigarren, Bergwandern, Wandertouren in Schottland und seit 16.02.2001 vor allem ander...Pro:
-
Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Anbei eine Ausrüstungsliste für eine "kleine" Langstreckenwanderung, die in rund zwei Wochen durchaus zu schaffen ist. Nein! Natürlich handelt es sich nicht um eine kleine, sondern um eine große Tour. Die Ausrüstung ist auf schottische Verhältnisse hin optimiert.
Mittlerweile habe ich insgesamt 5 mal eine Wanderung von der Westküste Schottlands zur Ostküste absolviert (www.tgochallenge.co.uk)und habe einiges an Erfahrungen verbuchen können, was man so braucht und was überflüssig ist. Das Resultat war ein voll gepackter Rucksack, der etwa 12,5 bis 13 kg wiegt (bei meiner ersten Wanderung waren das noch 30 kg!). Das ist hochfunktional und trotzdem sehr leicht. In anderen schönen Gegenden auf unserem Globus, wäre diese Liste nicht unbedingt für ein positives Wandererlebnis geeignet. Aber für das Wetter und Terrain in "Bonnie Scotland" ist sie optimal.
Die Markennamen in den Klammern sind natürlich nur als Richtwert gedacht. Allerdings habe ich in den meisten Fällen genau diese benutzt und bin (so ganz subjektiv...) davon überzeugt, dass die Anschaffung lohnt. Falls eine Marke bzw. ein Produkt in Klammern zufällig in Kursivschrift auftauchen sollte, dann habe ich dazu eine separate Meinung verfasst, in der ich dann auf Details entsprechend eingehe.
Ganz kurz noch eines. Wie Ihr aus der Überschrift entnehmen könnt, handelt es sich bei dieser Meinung um den 1. Teil-Bericht zu einer Wanderung von der West- an die Ostküste. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß die ganze Sache auch ein gewisses Risiko in sich birgt. Bitte seid Euch darüber klar, dass Ihr die Wanderung - wenn Ihr sie denn auch mal machen wollt - auf eigene Verantwortung macht. Die Ausrüstung bietet hier auch eine gewisse Sicherheit; deshalb ist der erste Teil eben diesem Thema gewidmet.
Folgende Teile sind bislang erschienen bzw. im Werden:
Teil 1: Ausrüstungstips
Teil 2: 1. Etappe von Shiel Bridge nach Allt Beithe
Teil 3: 2. (Allt Beithe - Cougie) und 3. (Cannich) Etappe
Teil 4: 4. & 5. Etappe von Cannich in die Monadh Liath Mountains(kommt demnächst)
O.K. Man nehme also die folgenden.....
Ausrüstungsgegenstände:
-------------------------------- Rucksack 60 l (so leicht wie möglich, meiner wiegt ca. 1.4 kg; hat übrigens nur rund 50 Euro gekostet (Sued-West)
- 2 Wanderstöcke (Leki, ca. 0.6 kg; gibt´s für ca. 30 Euro)
- Zelt (Jack Wolfskin Gossamer, 1.3 kg (wenn man die Heringe austauscht)ca. 65,- Euro)
- Isomatte (Karrimor Karrimat, 0.3 kg; ca. 20 Euro)
- Schlafsack (TNF Black Kazoo Daune, 1.2 kg (inkl. 2 Kompressionsriemen); 220 Euro bei www.Globetrotter.de)
- Zeltunterlage (mit wärmereflektierender Silberbeschichtung, 0.3 kg)
- Kochen und Nahrungsmittel (für ca. 4-5 Tage)
- Topf (Trangia Titanium 1.5 l, 0.067 kg)
- Löffel (plastik, 0.02 kg)
- Gaskocher (Snow Peak, 0.087 kg (inkl. Piezozünder)115 Euro; www.globetrotter.de)
- Gaskartusche (300 ml - 70/30 Propan/Isobutan, 0.35 kg)
- 4 Nudel- und/oder Reisgerichte (0.75 kg)
- 4 Brühwürfel (um etwas mehr Geschmack an die Nudel-/Reisgerichte zu bekommen)
- 2 Wasserbeutel (Platypus, 0.08 kg)
- 1 Tasse (Stahl, 0.1 kg)
- Dörrbananen (nicht die Chips, 0.5 kg (schmecken nach Nüssen, Karamel und Bananen (logisch oder...) und unterstützen die Ausdauer)
- (Notration z.B. in Form von Marsriegeln, wenn Du mal was anderes als Dörrbananen futtern willst.....)
- Bekleidung (Synthetik, schnelltrocknend, wenn man mal auf die Schnelle in Herberge oder B&B im Waschbecken wäscht; trocknet bis zum nächsten Morgen):
- 2 Powerstretch Fleece Shirts (Lowe, 0.5 kg)
- 2 Powerstretch Fleece Hosen (Lowe, 0.5 kg)
- 4 Paar Wandersocken (Thorlos, 0.5 kg)
- 4-5 Unterhosen/Slips (Jack Wolfskin oder Odlo, 0.5 kg)
- 1 Polartec 100 Fleece und eine Hose (kein Fleece aber leichtes Synthetikgewebe für zwischendurch, 0.6 kg)
- Teva-Sandalen (für Flußquerungen und"Apres Walking", 0.6 kilos)
- Goretex-Gamaschen (Mammut, 0.5 kg)
- 1 Eispickel (Langer Schaft, z.B. Salewa, 1 kg)
- Kompass (Recta), Lampe (Petzl Zipka; ca. 70 gr), Pfeife (zusammen ca. 0.2 kg)
- Grödeln (Grivel Gripper, 0.6 kg)
- Waschzeug (Shampoo in kleines Fläschchen abgefüllt, Zahnpasta (Ajona; Konzentrat, ca. 1,80 Euro), Zahnbürste, Nagelschere; alles ca. 0.2 kg)
- Verbandszeug (Blasenpflaster (Compeed), Kompressen, Mullbinden, Pflaster; alles ca. 0.15 kg)
Zusätzlich als Wetterschutz eine Gore-Tex-Jacke (z.B. TNF, am besten dreilagig) und natürlich Kartenmaterial (abhängig von der Tour; ca. 0,5 kg veranschlagen...)
Alles in allem müßte es zu schaffen sein, den Rucksack auf ein Gewicht von max. ca. 14kg zu bringen. Das hat den Vorteil, dass der Rucksack selbst nicht das absolute Supertragegestell braucht. Andernfalls kann ein 60 l Rucksack es schon mal auf satte 3 kg Eigengewicht bringen.
Weitere Gewichtsreduktion wird möglich durch das Einkürzen der Riemen auf die eigenen Körpermaße (Vorsicht!, der Sack sollte gefüllt sein und für Becken- und Brustgurt einen dicken Pullover unterziehen, damit das ganze nicht zu kurz wird!). Die Schnittenden mit einem Feuerzeug anschmelzen, damit die nicht zerflusen.
Warum die Grödeln (so eine Art Leichtsteigeisen mit idR. 6 Zacken) und der Eispickel? Im Hochsommer kann man die gerne auch weglassen. Aber für die - aus meiner Sicht - schönste Wanderjahreszeit im Mai ( da sind die Niederschläge in Schottland übers Jahr gesehen am geringsten) gilt: Jedes Wetter ist möglich! Ich hatte es schon an einem einzigen Tag mit Regen, Schnee, Hagel, Sturm, Gewitter und Nebel zu tun. Da ist alles gut, was die Trittsicherheit verbessert. Sonst kann die einfachste Schönwetterwanderung vom einen Moment auf den anderen höllisch gefährlich.
Wasser gibt´s in Schottland in der freien Natur fast überall und die Qualität ist i.d.R. hervorragend. Man sollte sich also darauf beschränken Trockenfutter mitzunehmen, welches man dann mit dem Wasser vorort zubereitet.
Die Pfeife soll im Notfall gute Dienste leisten (Pfeifen kann man irgendwie länger durchhalten als Rufen...). Das sogenannte Mountain Distress Signal sind 7 kurze Pfiffe (wird so vom Scottish Mountaineering Council empfohlen).
So nun erst mal das ganze verdauen. In Teil 2 kommt dann die erste Etappe.
bis dahin alles Gute
Euer Alba
p.s. in etwa die gleiche Liste könnt Ihr von mir als Excel-Tabelle erhalten (hilfreich beim "Grämmchenzälen"; einfach per Mail anfordern...)
[bu]Update vom 06.04.03:[/bu]
Diese Liste könnt Ihr ab sofort in überarbeiteter Version auf meiner Homepage ansehen. Sie enthält außerdem eine Vielzahl von Links zu den entsprechenden Ausrüstungsgegenständen:
http://Oliver.Freudenthal.bei.t-online.de/
Rubrik: Schottland - Wandern - Ausrüstung
Grüße
Euer Alba
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-29 21:42:02 mit dem Titel Langstreckenwandern in Schottland Teil 2 - Anreise & 1. Tag
Nachdem ich im 1. Teil etwas zur nötigen Ausrüstung geschrieben habe, soll es heute in dem Thema weitergehen. Die gesamte Wanderung hat eine Länge von rund 250 km, startet an der Westküste Schottlands bei Shiel Bridge und endet in St. Cyrus an der Ostküste. Zuerst noch ein paar Details zur Anreise und im Anschluß daran gibt´s die erste Etappe von Shiel Bridge nach Allt Beithe. Viel Spaß.
Anreise:
Es empfiehlt sich, für die Anreise zum Ausgangspunkt der Wandertour etwa 2 Tage zu veranschlagen. Das erscheint zwar als etwas viel aber man hat dann eine Vernünftige Reserve (falls man mal den Bus verpaßt...) und auch ein wenig mehr Muße, sich am Rande umzusehen.
Welche Möglichkeiten gibt es?
Mit der Fähre:
Amsterdam - Newcastle mit Scandinavian Seaways (Infos unter www.dfds.de ; Anreise auch von Hamburg oder Esbjerg DK möglich aber Amsterdam verkehrt täglich)
Rotterdam - Hull mit P&O Ferries (würde ich nicht nutzen, weil man erst mal von Südengland aus weiterfahren muß und Schottland nun mal ganz im Norden liegt)
Bei der Nutzung von Fährverbindungen spielt es keine Rolle, ob man mit Auto oder per pedes unterwegs ist. Ich persönlich würde versuchen, ob mich nicht ein Freund oder Familienmitglied bis nach Amsterdam/Ijmuiden bringt und dann zu Fuß bzw. mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterreisen.
Von Newcastle aus geht es dann mit dem Bus nach Edinburgh. Letztes Jahr gab es eine Direktverbindung von Fährterminal aus; dieses Jahr war sie bereits wieder eingestellt. Am besten fährt man erst mit Bus oder (wenn es etwas schneller gehen soll... ) mit dem Taxi zum Busbahnhof in die Innenstadt von Newcastle. Von dort sollte etwa stündlich ein Bus in Richtung Norden gehen.
In Edinburgh übernachten, um dann am nächsten Tag nach Glasgow weiter zu fahren. Wenn Ihr von der Busstation in Edinburgh zur Princes Street (Haupteinkaufsmeile) spaziert, seht Ihr auf der anderen Straßenseite die Waverly Station (Haupbahnhof), das zugehörige Shoppingcenter und die Touristinformation (TI). In letzterer könnt Ihr Euch mit den Bustickets und genauen Abfahrtzeiten nach Glasgow versorgen und auch Unterkunft buchen).
Wenn man vor der TI steht, dan sieht man links davon die Northbridge – da geht´s rüber bis an die Royal Mile; an dieser nach links abbiegen und (hoffentlich erinnere ich das noch so richtig – besser Ihr benutzt zur Sicherheit einen Stadtplan.... gibt es auch in der TI) in die 2. Straße rechts (Blackfriars St.) dort gibt es eine private Herberge. Der Vorteil ist, dass man nicht so weit von der Busstation entfernt ist; zudem sind Sehenswürdigkeiten wie Schloss und das Scotch Whisky Heritage Center quasi um die Ecke; auch das neue Parlament ist nicht weit. Die "offizielle" Jugendherberge (Bruntsfield YH) liegt leider etwa 40 min Fußweg vom Stadtkern entfernt (infos unter www.syha.org.uk )
Wie gesagt, am nächsten Tag geht es dann per Bus nach Glasgow. Die Fahrt dauert ca. 1 ¼ Stunde. So ca. gegen 14:00 fährt von dort der Bus in Richtung Skye. I.d.R. hat man also noch ein Weilchen Zeit, sich die Innenstadt von Glasgow anzuschauen. Der Bus fährt über Fort William in Richtung Skye und passiert dabei auch Shiel Bridge.
SHIEL BRIDGE ist die Ausgangsstation für die Wanderung. Der Bus hält dort normalerweise nicht , also dem Busfahrer Bescheid sagen, dass er Euch dort absetzt (am besten beim Kintail Lodge Hotel). Das Hotel bietet Zimmer für ca. 36 Pfund (Umrechnung in Euro ca. Faktor 1,6 oder als Fausformel 6 Pfund = ca. 10 Euro) inklusive Frühstück. Wem das zu teuer ist, sollte im Hotel nach Bunks fragen (ein Bunkhouse ist so eine Art private Herberge), was dann deutlich billiger ist. Allerdings muß man dann u.U. mit mehreren Menschen im gleichen Raum schlafen (Schnarcher???). Auf der anderen Straßenseite ist noch ein kleiner Caravanpark. Wenn man ganz lieb fragt, dann kann es sein, dass man für rund 10 Pfund in einem der Caravans übernachten kann. Als Notlösung bleibt natürlich immer noch das Zelt. In der Bar des Hotels kann man eines der verschiedenen "Barmeals" zu sich nehmen (auch als Non-Resident, d.h. auch wenn man nicht im Hotel abgestiegen ist) und die Auswahl an Maltwhiskies ist ebenfalls gut. Ein Tip: Residents dürfen auch in die für sie reservierte Whiskybar, die eine exzellente Auswahl (auch an Independent Bottlings - Kenner wissen, was ich meine....) bereit hält.
Anreise mit dem Flugzeug:
Ich habe dieses Jahr erstmalig einen Flug mit Ryanair von Frankfurt Hahn nach Glasgow Prestwick gebucht (nähere Infos unter www.ryanair.com ). Inklusive aller Gebühren und Steuern hat mich der Flug 38 Euro gekostet, was sehr, sehr, sehr günstig ist. Die Anreise zum Flugplatz entweder direkt per Auto (Parkplatz kann gemietet werden) oder per Bahn bis Frankfurt HBF und von dort mit Buszubringer zum Flieger.
Von Prestwick aus entweder per Bus oder Bahn nach Glasgow; anschließend wie oben bereits geschildert weiter per Bus nach SHIEL BRIDGE
So! Nun wird es langsam ernst! Bitte bedenkt, dass Ihr für die Wanderung eine anständige Ausrüstung benötigt (siehe Teil 1) und natürlich auch Kartenmaterial. Als Karten verwendet man am besten die "Landranger" Serie (Maßstab 1:25.000) von Ordnance Survey (OS) (Infos unter www.ordnancesurvey.com ; dort kann man unter der Rubrik "Get-a-Map" sich durch Ortsangabe oder Koordinaten die zugehörigen Kartenausschnitte anzeigen lassen; Online-Bestellung ist auch möglich).
1. Tag:
Shiel Bridge nach Allt Beithe (OS 25, 21 km, 500 Höhenmeter; Übernachtung: JuHe oder Zelt)
Morgens nach dem Aufstehen noch mal die Westküste anschauen und den Blick übers Wasser schweifen lassen. Ein paar Fotos bei gutem Wetter machen, den Rucksack auf´s Kreuz und dann links der Straße für einen Moment folgen (Rechtskurve). Bei der nächsten Gelegenheit rechts abbiegen. An einem Campingplatz (Morvich) nach rechts. Ihr kommt nach einiger Zeit an eine Brücke die Ihr einfach überquert. Auf der anderen Seite lauft Ihr linkerhand an dem Haus (Innis a Crotha) vorbei auf einen zuerst etwas schlecht erkennbaren Pfad. Diesem Pfad folgt Ihr. Er steigt immer höher an ins Gleann Choinneachan (mindestens zwei Flußquerungen; Gamaschen benutzen oder Tevas; viel Spaß bei dem feuchten Vergnügen...).
Vom höchsten Punkt, dem Bealach an Sgairne, habt Ihr eine wunderschöne Aussicht auf das Glen Affric (Foto!). Runter geht´s auf steilem Pfad. Den See (Loch a Bhealaich) links liegen lassen und Richtung Osten weiter ins Glen Affric. Das Terrain wird zeitweilig etwas morastig und es kann sein, dass der Pfad streckenweise nur noch schwach oder gar nicht mehr zu erkennen ist. Für diesen Fall am besten nahe am linken Ufer des Flusses entlang laufen (Allt Gleann Gniomhaidh). Die Gesamte Strecke sollte in rund 6 Stunden zu bewältigen sein. Dann steht man an der Jugendherberge (Glen Affric Hostel; infos unter www.syha.org.uk ). Laßt Euch nicht von älteren Reiseführern ins Bockshorn jagen. Die Herberge ist zwar winzig, hat aber Warmwasser (auch Duschen!). Es soll immer wieder Deutsche Wanderer geben, die in der irrigen Annahme, dass das Hostel nur kaltes Wasser hat, sich in die eisigen Fluten des River Affric stürzen (ist natürlich auch erfrischend... muß aber nicht unbedingt sein). Auch wenn man nur vorbei wandert (vielleicht wollt Ihr ja etwas abseits zelten), sollte man dem Herbergsvater einen Besuch abstatten. Der freut sich nämlich über jedes Gespräch und lädt einen auch mal auf eine Tasse Tee ein, denn irgendwie liegt der Ort ganz schön weit weg von der Zivilisation. Egal ob Ihr den Tag in der Herberge beschließt oder im Zelt. Saugt die Gegend mit Euren Blicken auf. Ich habe – auch wenn der Tag mal regnerisch und damit deutlich anstrengender war – es stets wie eine Belohnung empfunden, nach der Anstrengung die Natur zu genießen. Selten hat man Zuhause die Möglichkeit, einmal so völlig abzuschalten wie dort.
Variante:
Man kann auch einen Teil des Tages über die Berge gehen. Dann steigt man ab dem Loch a Bhealaich in Richtung NO zum Sgurr nan Ceathreamhnan (057 228; 1151m) und geht von dort weiter in östlicher Richtung auf den Gipfel des An Socach (088 230; 920m) zu. Vorsicht, es gibt eine sehr schmale Passage, die Schwindelfreiheit erfordert und bei Schnee nur sehr schwer passierbar ist (Grödeln benutzen; vgl. Teil 1). Etwa bei 079 229 führt ein Pfad in Richtung Süden hinunter zur Herberge. Das ganze Unterfangen addiert zusätzliche 800 Höhenmeter zu Eurem Tagespensum (also insgesamt dann 1300m!) und ist wirklich nur etwas für Leute mit entsprechender Kondition.
So, das war´s zum ersten Tag. Mehr gibt´s in Teil 3. Wenn Ihr spezielle Fragen habt oder es aus Eurer Sicht Kritik zum Thema gibt, sprecht mich auch gerne direkt an. Ich sehe dann, was ich für Euch tun kann.
Bis die Tage
Euer
Albatros
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-20 14:07:00 mit dem Titel Langstreckenwandern in Schottland Teil 3 - 2. & 3. Tag
Okay - damit wir jetzt alle nicht durcheinander kommen, ganz kurz ein paar Worte dazu, was bislang lief:
- Teil 1: Die erforderliche Wanderausrüstung speziell für schottische Verhältnisse
- Teil 2: Anreise zum Startpunkt der Wanderung & der 1. Tag (Shiel Bridge - Allt Beithe)
2. Tag (OS 25; 18 km; 190 Höhenmeter; Zelt):
Hier gibt es wieder einmal 2 Optionen. Low Level Richtung Cougie oder (siehe Variante am 1. Tag) High Level über einige Gipfel.
Low Level:
Entlang River Affric Richtung Osten lauft Ihr bis zu einer Brücke (etwa 133 206). Auf der anderen Seite liegt eine winzige Farm (Athnamulloch). Zumeist sind dort auch ein paar Autos geparkt (oftmals von Wanderern und auch das Auto vom Herbergsvater), da von dort ein befahrbarer Schotterweg weiterführt. Wir überqueren die Brücke und wenden uns auf den Pfad nach links. Bald wird dieser zu einer asphaltierten Straße, welche ungefähr bei 179 224 über ein kleines Flüsschen (Allt Garbh) führt. Falls Ihr noch K.O. vom Vortag seid (z.B. weil Ihr die in Teil 2 beschriebene Variante gewandert seid), könnt Ihr rechts oberhalb der Straße am linken Bachufer zelten. Falls Ihr noch genügend Kraft für weitere 2 - 2 ½ Stunden Wandern habt, dann geht es an eben diesem Ufer entlang geradeaus in südlicher Richtung. Achtung, der Bach dreht nach einer Weile nach SSW weg. An dieser Stelle steigen wir hangaufwärts weiter gen Süden an und entfernen uns vom Flüsschen. Noch einmal aufgepasst: es ist empfehlenswert, die Richtung mit dem Kompass zu überwachen, da an dieser Stelle kein echter Pfad mehr zu sehen ist (auch wenn dieser in der Landkarte eingezeichnet ist....). so ungefähr zweimal ist es erforderlich über einen Zaun zu steigen (u.U. hat der Landbesitzer für diesen Zweck mittlerweile ein Gatter oder einen Tritt installiert; im Mai diesen Jahres war dies allerdings - so habe ich es von anderen Wanderern erfahren - nicht der Fall...). Wenn Ihr alles richtig gemacht habt, dann trefft Ihr so ziemlich am höchsten Punkt auf einen quer verlaufenden Landranger Track, dem Ihr dann nach links folgt. Nach ca. 3 km kommt ihr an einen Wald. Am Waldrand müsst Ihr über einen Tritt kraxeln, dann geht es weiter, zwischenzeitlich an einem kleinen See (bei Allt an Labhair; ca. 210 218) vorbei bis nach Cougie. Es ist sehr empfehlenswert, dort Unterkunft vor Urlaubsbeginn telefonisch zu buchen (Mrs Pocock, Cougie Lodge, Tomich IV4 7LY, 242 212, Tel.:01456 415459) und evtl. auch zu vereinbaren, ob man Abendessen oder auch Frühstück oder Lunchpaket für den nächsten Tag benötigt.
High Level:
Wiederrum an dieser Stelle eine Warnung - horcht in Euch hinein, ob Ihr Euch das von der Fitness her wirklich ernsthaft zutraut, denn diese Variante ist deutlich anstrengender als die Low-Level-Route!
Den Weg, den Ihr vom Vortag zur Jugendherberge abgestiegen seid, geht es nun wieder hinauf. Nacheinander geht es über die folgenden Gipfel, die allesamt Munros sind:
An Socach (087 230; 920 m), Mam Sodhail (120 253; 1181 m), Carn Eige (124 262; 1183 m). Wenn Ihr auf diesem Gipfel angelangt seid, dann könnt Ihr entscheiden, ob Ihr noch eine knappe Stunde investieren wollt, um den Ben Fionnaidh (115 284; 1005 m), der leicht abseits im Norden steht, einzuheimsen. Letztes Jahr habe ich wegen eines Schlechtwettereinbruchs drauf verzichten müssen und bin in Richtung Osten weiter zum darunterliegenden Plateau abgestiegen, auf dem ich dann bei Regen, Nebel und Sturm gezeltet habe. Mit ein wenig Glück findet Ihr im Mai/Juni dort oben noch Frischwasser von Schneefeldresten, die Ihr zum Kochen nehmen könnt. Falls Ihr nicht mehr weiter könnt (oder Euch bei gutem Wetter einen schönen Sonnenuntergang gönnen wollt....) dann versucht hier zu übernachten. Allerdings verlängert sich dadurch das Pensum für den nächsten Tag (o.k. ist ja logisch ...). Ansonsten geht es über das Plateau und dann rechtshaltend über einen schmalen Grat bis zum Gipfel des Tom a´Choinich (164 273; 1111 m). Von dort aus könnt Ihr entweder einen Ausflug zum nächsten Munro, dem Toll Creagach (194 283; 1053 m) machen oder gleich vom Sattel zwischen den beiden Gipfeln in Richtung SSO absteigen, bis Ihr an einen kleinen Fluß kommt. Etwa bei 185 260 könnt Ihr dann zelten.
3. Tag (OS 25/26; 16,5 km; Zelt, B&B, JuHe, Hotel):
Diesen Tag könnt Ihr ruhig angehen. Seid Ihr am Vortag Low Level gegangen, dann ist es ein Weg von ungefähr 16,5 km erst über Waldweg von Cougie aus in Richtung Tomich. Auf etwa halber Strecke bis Tomich könnt Ihr einen schönen schattigen Stop bei den Plodda Falls einlegen. Dann geht´s durch Tomich, schließlich bei einem Kraftwerk über die Brücke und von dort weiter nach rechts, die Straße entlang bis nach Cannich.
Von der High Level Route ausgehend, geht es am Flüsschen entlang weiter bergab bis zur Straße, in diese dann nach links einbiegen und dann am nördlichen Ufer des Loch Beinn a´Mheadhoin entlang bis nach Cannich. Ihr trefft dann etwa 3,5 Kilometer vor Cannich auf auf das besagte Kraftwerk bei der Brücke, lauft einfach in der gleichen Richtung weiter und gelangt ans Tagesziel.
In Cannich gibt es mehrere Möglichkeiten den Rest des Tages und die Nacht komfortabel zu verbringen. Es gibt im Ort eine private Herberge (Independent Hostel), eine "offizielle" Jugendherberge, einen Campingplatz, 2-3 B&B´s und das Glen Affric Hotel. Letzteres kann ich vor allem empfehlen, um dort das Abendessen, ein paar Bier und vielleicht ein paar Drams (Whiskies) zu sich zu nehmen.
So! Das war´s dann mit dem dritten Teil, der - vor allem auf der High Level Route - neben wunderschöner Szenerie auch einen phantastischen Blick über die Landschaft bietet. Wie im Falle von Teil 2 auch hier:
Erst einmal die Info verdauen. Teil 4 kommt bestimmt. Wenn Euch jetzt ein paar Fragen jucken, dann nehmt bitte gerne direkt Kontakt zu mir auf.
Bis dahin viel Spaß
Euer
Albatros
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-28 20:48:15 mit dem Titel Langstreckenwandern in Schottland Teil 3 - 2. & 3. Tag
Oha...großer Fehler passiert.... Beitrag doppelt...diesen hier bitte nicht bewerten... danke... Alba
Okay - damit wir jetzt alle nicht durcheinander kommen, ganz kurz ein paar Worte dazu, was bislang lief:
- Teil 1: Die erforderliche Wanderausrüstung speziell für schottische Verhältnisse
- Teil 2: Anreise zum Startpunkt der Wanderung & der 1. Tag (Shiel Bridge - Allt Beithe)
2. Tag (OS 25; 18 km; 190 Höhenmeter; Zelt):
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Hier gibt es wieder einmal 2 Optionen. Low Level Richtung Cougie oder (siehe Variante am 1. Tag ) High Level über einige Gipfel.
Low Level:
Entlang River Affric Richtung Osten lauft Ihr bis zu einer Brücke (etwa 133 206). Auf der anderen Seite liegt eine winzige Farm (Athnamulloch). Zumeist sind dort auch ein paar Autos geparkt (oftmals von Wanderern und auch das Auto vom Herbergsvater), da von dort ein befahrbarer Schotterweg weiterführt. Wir überqueren die Brücke und wenden uns auf den Pfad nach links. Bald wird dieser zu einer asphaltierten Straße, welche ungefähr bei 179 224 über ein kleines Flüsschen (Allt Garbh) führt. Falls Ihr noch K.O. vom Vortag seid (z.B. weil Ihr die in Teil 2 beschriebene Variante gewandert seid), könnt Ihr rechts oberhalb der Straße am linken Bachufer zelten. Falls Ihr noch genügend Kraft für weitere 2 - 2 ½ Stunden Wandern habt, dann geht es an eben diesem Ufer entlang geradeaus in südlicher Richtung. Achtung, der Bach dreht nach einer Weile nach SSW weg. An dieser Stelle steigen wir hangaufwärts weiter gen Süden an und entfernen uns vom Flüsschen. Noch einmal aufgepasst: es ist empfehlenswert, die Richtung mit dem Kompass zu überwachen, da an dieser Stelle kein echter Pfad mehr zu sehen ist (auch wenn dieser in der Landkarte eingezeichnet ist....). so ungefähr zweimal ist es erforderlich über einen Zaun zu steigen (u.U. hat der Landbesitzer für diesen Zweck mittlerweile ein Gatter oder einen Tritt installiert; im Mai diesen Jahres war dies allerdings - so habe ich es von anderen Wanderern erfahren - nicht der Fall...). Wenn Ihr alles richtig gemacht habt, dann trefft Ihr so ziemlich am höchsten Punkt auf einen quer verlaufenden Landranger Track, dem Ihr dann nach links folgt. Nach ca. 3 km kommt ihr an einen Wald. Am Waldrand müsst Ihr über einen Tritt kraxeln, dann geht es weiter, zwischenzeitlich an einem kleinen See (bei Allt an Labhair; ca. 210 218) vorbei bis nach Cougie. Es ist sehr empfehlenswert, dort Unterkunft vor Urlaubsbeginn telefonisch zu buchen (Mrs Pocock, Cougie Lodge, Tomich IV4 7LY, 242 212, Tel.:01456 415459) und evtl. auch zu vereinbaren, ob man Abendessen oder auch Frühstück oder Lunchpaket für den nächsten Tag benötigt.
High Level:
Wiederrum an dieser Stelle eine Warnung – horcht in Euch hinein, ob Ihr Euch das von der Fitness her wirklich ernsthaft zutraut, denn diese Variante ist deutlich anstrengender als die Low-Level-Route!
Den Weg, den Ihr vom Vortag zur Jugendherberge abgestiegen seid, geht es nun wieder hinauf. Nacheinander geht es über die folgenden Gipfel, die allesamt Munros sind:
An Socach (087 230; 920 m), Mam Sodhail (120 253; 1181 m), Carn Eige (124 262; 1183 m). Wenn Ihr auf diesem Gipfel angelangt seid, dann könnt Ihr entscheiden, ob Ihr noch eine knappe Stunde investieren wollt, um den Ben Fionnaidh (115 284; 1005 m), der leicht abseits im Norden steht, einzuheimsen. Letztes Jahr habe ich wegen eines Schlechtwettereinbruchs drauf verzichten müssen und bin in Richtung Osten weiter zum darunterliegenden Plateau abgestiegen, auf dem ich dann bei Regen, Nebel und Sturm gezeltet habe. Mit ein wenig Glück findet Ihr im Mai/Juni dort oben noch Frischwasser von Schneefeldresten, die Ihr zum Kochen nehmen könnt. Falls Ihr nicht mehr weiter könnt (oder Euch bei gutem Wetter einen schönen Sonnenuntergang gönnen wollt....) dann versucht hier zu übernachten. Allerdings verlängert sich dadurch das Pensum für den nächsten Tag (o.k. ist ja logisch ...). Ansonsten geht es über das Plateau und dann rechtshaltend über einen schmalen Grat bis zum Gipfel des Tom a´Choinich (164 273; 1111 m). Von dort aus könnt Ihr entweder einen Ausflug zum nächsten Munro, dem Toll Creagach (194 283; 1053 m) machen oder gleich vom Sattel zwischen den beiden Gipfeln in Richtung SSO absteigen, bis Ihr an einen kleinen Fluß kommt. Etwa bei 185 260 könnt Ihr dann zelten.
3. Tag (OS 25/26; 16,5 km; Zelt, B&B, JuHe, Hotel):
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Diesen Tag könnt Ihr ruhig angehen. Seid Ihr am Vortag Low Level gegangen, dann ist es ein Weg von ungefähr 16,5 km erst über Waldweg von Cougie aus in Richtung Tomich. Auf etwa halber Strecke bis Tomich könnt Ihr einen schönen schattigen Stop bei den Plodda Falls einlegen. Dann geht´s durch Tomich, schließlich bei einem Kraftwerk über die Brücke und von dort weiter nach rechts, die Straße entlang bis nach Cannich.
Von der High Level Route ausgehend, geht es am Flüsschen entlang weiter bergab bis zur Straße, in diese dann nach links einbiegen und dann am nördlichen Ufer des Loch Beinn a´Mheadhoin entlang bis nach Cannich. Ihr trefft dann etwa 3,5 Kilometer vor Cannich auf auf das besagte Kraftwerk bei der Brücke, lauft einfach in der gleichen Richtung weiter und gelangt ans Tagesziel.
In Cannich gibt es mehrere Möglichkeiten den Rest des Tages und die Nacht komfortabel zu verbringen. Es gibt im Ort eine private Herberge (Independent Hostel), eine "offizielle" Jugendherberge, einen Campingplatz, 2-3 B&B´s und das Glen Affric Hotel. Letzteres kann ich vor allem empfehlen, um dort das Abendessen, ein paar Bier und vielleicht ein paar Drams (Whiskies) zu sich zu nehmen.
So! Das war´s dann mit dem dritten Teil, der - vor allem auf der High Level Route - neben wunderschöner Szenerie auch einen phantastischen Blick über die Landschaft bietet. Wie im Falle von Teil 2 auch hier:
Erst einmal die Info verdauen. Teil 4 kommt bestimmt. Wenn Euch jetzt ein paar Fragen jucken, dann nehmt bitte gerne direkt Kontakt zu mir auf.
Bis dahin viel Spaß
Euer
Albatros weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
-
sammyjo, 09.03.2006, 14:03 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
irgendwann möchte ich auch mal nach Schottland. LG Angelika
- Rucksack 60 l (so leicht wie möglich, meiner wiegt ca. 1.4 kg; hat übrigens nur rund 50 Euro gekostet (Sued-West)
-
Schottland - Tipps & Tricks
26.09.2002, 19:50 Uhr von
LosGatos
Seit Ende 2000 schreibe ich Beiträge in Meinungsforen, derzeit hauptsächlich bei Ciao und Yopi (ü...Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Wer mich (LosGatos) kennt, und sei es auch nur virtuell, weiß, dass ich mich eher als mediterranen Menschen sehe, als einen bekennenden Anhänger der Lebensweise der Südeuropäer. Das beginnt mit meiner Liebe zu Sonne, Strand und Meer. Denn ich weiß die Mentalität der Südeuropäer sehr zu schätzen, spreche lieber spanisch oder französisch (wenn auch um vieles schlechter) als englisch. Und nicht zuletzt komme ich kulinarisch in diesen Ländern immer auf meine Kosten.
Nichtsdestotrotz kam ich dieses Jahr, als das Thema Urlaubsplanung mal wieder anstand, auf die Idee, meiner Freundin vorzuschlagen, mal eine kleine Schottlandreise zu unternehmen. Sie hatte nichts dagegen, zumal sie ebenso wie ich, diesen Teil Großbritanniens noch nie bereist hat.
Also gingen wir die Sache an, lasen schon einmal ein paar Berichte in Internet-Meinungsforen und kauften einen Reiseführer.
Unsere Reise fand im August / September 2002 statt und dauerte insgesamt zweieinhalb Wochen. Über meine Erfahrungen werde ich, nun hier beginnend, in einigen Beiträgen berichten. Neben diesem Bericht mit grundlegenden Erkenntnissen und Empfehlungen sind noch folgende Beiträge geplant:
- Autofahren in Schottland (Großbritannien): „Thank you for driving carefully“
- Edinburgh: “Das Athen des Nordens”
- Highlands: „Tagebuch einer Schottlandrundreise“
- Mietwagen von Europcar: „Mein Zweitwagen“ – diesen bereits vorhandenen etwas älteren Bericht werde ich demnächst hinsichtlich meiner Erfahrungen in Schottland aktualisieren
Wer noch nie in Schottland war, dem fallen wahrscheinlich dennoch auf Anhieb ein paar Begriffe ein, die er mit Schottland in Verbindung bringt. Da ist der Dudelsack und der Schottenrock (Kilt), der in Schottland bekanntlich auch von Männern getragen wird, verbunden mit der banalen Frage, was der Schotte darunter trägt. Ferner denkt man womöglich an schlechtes Wetter und noch schlechteres Essen. Dafür gibt es aber genügend Sorten von Scotch Whisky, womit man sich darüber hinwegtrösten kann. Fußballfans fallen sofort die Glasgow’er Vereine Celtic und Rangers sowie ein (auch dort) glückloser „McBerti“ Vogts ein. Und nicht zuletzt gelten die Schotten ja als übertrieben geizig...
Ob letzteres zutrifft, habe ich nicht wirklich ergründen können. Eines ist jedoch sicher: Wer umgekehrt sehr kostengünstig Urlaub machen möchte, wird sich in Schottland besonders schwer tun. Denn Schottland (wie wohl Großbritannien im allgemeinen und Städte wie London oder Edinburgh im speziellen) ist als Reiseland für Urlauber aus Euroland ausgesprochen teuer, was sich vor allem bei Restaurantbesuchen und Besichtigungen auswirkt.
REISEPLANUNG UND ANREISE
Wer mehr als nur einen Städtetrip nach Edinburgh oder Glasgow unternehmen möchte – und dazu rate ich unbedingt, auch wenn Edinburgh allein auch eine Kurzreise wert ist – der wird die Lowlands und die Highlands oder vielleicht auch die eine oder andere Insel besuchen wollen.
Dazu kann man sich natürlich per Reisebus durchs Land kutschieren lassen, was immerhin den Vorteil hat, dass es sehr bequem ist. Derartige Pauschalreisen kann man in Deutschland bei vielen Reiseveranstaltern in Reisebüros oder direkt übers Internet buchen. Solche Pauschalreisen haben obendrein den Vorteil, dass die Kosten von vornherein besser überschaubar sind, weil Übernachtungs-, Verpflegungs- und Eintrittspreise meist inbegriffen sind. Mir allerdings sind solche Touristenbusse eher ein Dorn im Auge, und sitzen möchte ich darin schon gar nicht.
Somit bleibt die Anreise mit eigenem PKW oder eine Rundreise per Mietwagen. Rundreisen per Mietwagen kann man ebenfalls bei Reiseveranstaltern buchen und sich sogar individuell vorausplanen lassen. Das hat wiederum den Vorteil, dass man sich um die Quartiersuche nicht selbst kümmern muss. Ich rate jedoch dringend davon ab. Denn es ist überhaupt kein Problem, in Schottland auch ohne Voranmeldung halbwegs günstige Übernachtungsmöglichkeiten zu finden (s.u.). Damit erhält man sich den unschätzbaren Vorteil, seine Tour flexibel zu gestalten und täglich neu planen zu können, was dann angebracht ist, wenn es einem in einer bestimmten Gegend besonders gut gefällt oder wenn das Wetter nicht mitspielt. Wir jedenfalls haben so verfahren und es jederzeit genossen.
Somit bestand unsere Reiseplanung im wesentlichen zunächst damit, Hin- und Rückflug von München über Frankfurt nach Edinburgh mit Lufthansa und einen Mietwagen bei Europcar im Voraus zu buchen. Da wir die ersten Tage in Edinburgh verbringen wollten und zu der Zeit gerade das alljährliche Edinburgh Festival stattfand, hatten wir unser Quartier für die ersten Tage auch über das Internet vorreserviert, was für den genannten Zeitraum jedoch nicht so einfach war (s.u.)
Außerdem lasen wir vorab im Reiseführer über Schottland. Neben dem Herausfinden interessanter Ziele ist es bei einem geschichtsträchtigen Land wie Schottland ratsam, sich etwas über die Geschichte zu informieren, um z.B. bei Besichtigungen von Burgen und Schlössern die Zusammenhänge besser zu verstehen. Dabei spielt natürlich der Name Maria Stuart und die Beziehung die England eine herausragende Rolle. Einen Überblick über die geschichtliche Vergangenheit liefern in der Regel Reiseführer (s.u.).
Gesundheitliche Vorkehrungen wie Impfungen sind nicht notwendig. Da Großbritannien nicht zum „Schengener Abkommen“ gehört, ist bei Ein- und Ausreise ein gültiger Reisepass oder Personalausweis vorzuzeigen. Ein Visum ist für EU-Angehörige dagegen nicht notwendig. Ebensowenig bedarf es zum Führen eines Kraftfahrzeuges eines Internationalen Führerscheins.
Wer mehr Zeit hat und / oder sich die teuren Flüge und Mietwagen sparen möchte, kann natürlich mit dem eigenen Wagen anreisen und vom europäischen Festland per Autofähre oder über den Eurotunnel per Eisenbahn nach UK übersetzen. Fährverbindungen nach Nordengland (Newcastle oder Hull) gibt es z.B. ab Holland, Belgien oder Hamburg. Diese sollte man natürlich auch rechtzeitig vorausbuchen.
Weitere Informationen über Schottland findet man im Internet z.B. unter http://www.scotland.com/
FÜR WEN KANN SCHOTTLAND EINE REISE WERT SEIN ?
Schottland ist nicht gerade das klassische Reiseland für den Sonnenanbeter. Nicht, dass hier nie die Sonne schiene – im Sommer tut sie das aufgrund der geographischen Lage ähnlich wie in Skandinavien sogar ungewöhnlich lange -, aber aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen ist es natürlich kein Badeland, obwohl es auch genügend Strände gibt. Immerhin habe ich einmal dort jemanden in der Nordsee baden sehen.
Das hat den Vorteil, dass dort kein Massentourismus wie in Italien, Spanien oder Griechenland vorherrscht. In Schottland gibt es jedoch ungewöhnlich viel zu sehen und zu erleben. So kommt sowohl der Kulturfreund in zahlreichen Schlössern, Burgen und Museen als auch der Naturfreund aufgrund der unglaublich schönen Landschaft voll auf seine Kosten. Schottland ist aufgrund seiner Berge und Täler ein Paradies für Wanderer und Radsportler und wegen seiner vielen Gewässer (Meer, Seen, Flüsse) ein Dorado für Angler und Bootfahrer. Der Whiskytrinker kann nicht nur zwischen Hunderten von Sorten wählen, sondern auch die Orte der Herstellung in unzähligen Destillen aufsuchen.
REISEZEIT UND WETTER
Schottland verfügt über sehr ausgeglichenes Klima, d.h. die Winter sind wegen des Golfstromes nicht übermäßig kalt und die Sommer nicht übermäßig warm. Auch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht fallen nicht sehr groß aus. Hohe Niederschläge gibt es zu allen Jahreszeiten, besonders in den Höhenlagen (im Winter auch als Schnee) und an der Westseite der Gebirge. In Edinburgh z.B. liegt die mittlere Temperatur im Winter meist über dem Gefrierpunkt und im Sommer kaum über 20 °C (als wir Ende August 2002 da waren, war es jedoch deutlich wärmer).
Wegen der sehr kurzen Tage bietet sich der Winter jedoch nicht als Reisezeit an. Dafür geht im Juni die Sonne im Extremfall nachts nur eine halbe Stunde unter. Wegen der Blütezeiten sind neben den Sommermonaten besonders Mai und September (Heidelandschaften) als Reisezeit zu empfehlen.
Das kulturelle Edinburgh-Festival findet alljährlich in den letzten 3 Augustwochen statt, was jedoch insbesondere die Zimmerpreise in die Höhe treibt.
Wir hatten übrigens mit dem Wetter ziemliches Glück, von 18 Tagen waren 3-4 verregnet, was für Schottland ein guter Schnitt ist. Nach der ersten Woche war ich bereits leicht sonnengebräunt. Zum Schluss wurde es tendenziell etwas feuchter, aber einen passionierten Wanderer wird das nicht übermäßig stören.
GEOGRAPHISCHER ÜBERBLICK
Mit den Southern Uplands (einem Gemisch aus Hoch und Tief) grenzt Schottland im Süden an England. Die Grenzlinie verläuft zwischen dem Solway Firth im Westen und dem Fluss Tweed im Osten. Firth ist das schottische Wort für Fjord und ist meist nach dem dort einmündenden Fluss benannt, z.B. Firth of Forth, an dem Edinburgh liegt. Ein bekannter Ort an der Grenze zu England ist das einstige Heiratsparadies Gretna Green. Die größten Städte wie Glasgow und die Hauptstadt Edinburgh liegen in den tiefen Central Lowlands, wo viele Ortschaften konzentriert sind. Nördlich davon liegen die bergigen Highlands, die ca. 2 Drittel der Fläche des Landes ausmachen und zu denen auch die Inselwelten der Hebriden, Orkney und Shetland Islands gehören.
AUTOFAHREN IN SCHOTTLAND
Hierzu gibt es (demnächst) einen eigenen Bericht von mir mit dem Titel „Thank you for driving carefully“.
WÄHRUNG
Da Großbritannien zwar der EU angehört, aber nicht dem „Euro-Land“ beigetreten ist, gilt in Schottland wie auch in England, Wales und Nord-Irland nach wie vor das Englische Pfund. Der Wechselkurs liegt bei 1 Pfund = 1,6 Euro oder für Nostalgiker bei 1 Pfund = 3,1 DM. Wenn man also als Faustregel alle Preise mal 3 nimmt und damit auf anschauliche DM-Preise kommt, merkt man leider sehr schnell, wie teuer Schottland ist. Die Bank of Scotland gibt jedoch eigene Banknoten heraus, die den gleichen Wert haben wie das englische Pfund. Englische Banknoten mit dem Antlitz von Themse-Liesel haben auch in Schottland Gültigkeit. Laut Reiseführer soll man, wenn man Banknoten in Deutschland zurücktauschen möchte, sie vorher in englische Scheine tauschen, da die angeblich in Deutschland einen besseren Devisen-Kurs haben. Das kann gut sein, weil die englischen Scheine ja gebräuchlicher sind, ich habe das aber nicht überprüft, weil ich kein Bargeld mehr übrig hatte. Die Münzen (von 1 Penny bis zu 2 Pfund) sind in ganz UK einheitlich.
Die Mitnahme von Reiseschecks ist nicht notwendig, sofern man über EC- und/oder Kreditkarte verfügt, womit man an Automaten, die auch in kleineren Orten ausreichend vorhanden sind, Bargeld abheben kann. Kreditkarten (vornehmlich Visa, Master und Amex) werden fast überall akzeptiert, auch in Supermärkten, was bei uns eher unüblich ist. Lediglich in Privatunterkünften muss man meist bar bezahlen.
UNTERKÜNFTE
Die meistgenutzte Übernachtungsmöglichkeit in ganz UK ist das sogenannte Bed & Breakfast (Übernachtung mit Frühstück), was von Hotels, Gästehäusern und Privatunterkünften überall angeboten wird, zu erkennen an Schildern vor der Tür oder im Fenster mit den Aufschriften „Bed& Breakfast“, „B&B“ oder „Vacancies“. Die Preise im Hotel oder Gästehaus sind natürlich höher als im Privatquartier. Die Übernachtung im Privatquartier kann ich dabei uneingeschränkt empfehlen. Solche sind oft gerade in kleineren Ortschaften in jedem zweiten Haus vorhanden, weil sie eine gute Einnahmequelle darstellen, und leicht zu finden. Eine Reservierung ist nicht notwendig. So habe ich stets irgendwo bei einem B&B geklingelt, wenn nicht gerade ein Schild mit „No Vacancies“ sichtbar war, was bedeutet, dass nichts mehr frei ist. Da hat dann meist eine freundliche ältere Dame geöffnet, der ich stets mit „Good afternoon, I’m looking for a double room“ begegnete. Sehr selten bekam ich „Sorry, we are full“ zu hören, dann hat es halt beim Nachbarn (nicht MIT dem Nachbarn) geklappt. Man wird herein gebeten, das Zimmer wird einem gezeigt, meist ist es „en suite“ (das heißt, dass das Badzugang vom Zimmer und nicht über den Gang erfolgt). Wenn die Besitzerin nicht von sich aus sagt, was es kostet, fragt man „How much is it?“ Der Preis bezieht sich dabei immer auf eine Person mit Frühstück, nicht aufs Zimmer. Das Preisniveau ist in der Regel saison- und ortsabhängig. In Edinburgh ist zu Festival-Zeiten kaum ein Zimmer unter 40 Pfund zu bekommen, ich hatte an die 20 Vermieter angemailt. Wir haben dort 37 Pfund pro Person und Nacht bezahlt (also umgerechnet über 100DM), weil wir mehr als eine Nacht geblieben sind. Auf dem Lande bekommt man jedoch meist Zimmer für unter 20 Pfund, oft 15 Pfund pro Person. Das sind dann bei 2 Personen also umgerechnet um die 90 DM für das Zimmer, was ich für das Gebotene angemessen finde. Denn die Zimmer sind immer sehr gepflegt und geschmackvoll eingerichtet, verfügen neben ein oder mehreren Betten und dem Bad (evtl. mit einem anderen Zimmer zu teilen, wenn nicht en-suite) auch über die Möglichkeit, sich einen Kaffee oder Tee zu bereiten. Manchmal wird man noch von der Lady zu einem kleinen Plausch gebeten, bei einigen muss man ein Anmeldeformular ausfüllen, bei anderen wieder nicht. Dann wird man noch gefragt, wann und was man zum Frühstück möchte. Normal ist englisches Frühstück, also Cerealien, Toast und Eier / Speck / Würstchen zwischen 8 und 9 Uhr. Manchmal gibt es auch Baked Beans, Black Pudding (s.u.), Pilze oder Tomaten, zusätzlich Joghurt. Auf jeden Fall immer sehr reichhaltig. Ich stehe eigentlich nicht so sehr auf ausgiebiges Frühstück und schon gar nicht auf das schwere englische. Aber ich habe mich daran gewöhnt. Das hat den Vorteil, dass ich dann bis zum Abend nichts mehr zu essen brauchte, was auch eine Einsparmöglichkeit darstellte. Beim Frühstück sitzt man oft mit anderen Gästen an einem Tisch, wo sich bereits Gelegenheit zu Small Talk und einem morgendlichen Erfahrungsaustausch bietet. Die Check-Out-Time ist meistens 10am, also wie die Frühstückszeiten nichts für Langschläfer. Bezahlt wird in der Regel bar (nur etwas größere Häuser mit mehr als 5 Zimmern akzeptieren Kreditkarten) bei Abreise.
Unterkünfte kann mit über das Internet, z.B. auf http://www.aboutscotland.com/ , oder über in Reisebüros erhältlichen Verzeichnissen finden, was aber in der Regel nicht notwendig ist, denn außer bei bestimmten Ereignissen findet man aufs Geratewohl immer etwas auf Anhieb. Wir hatten zu einer Reisezeit, die noch zur Hauptsaison zu zählen war, niemals Probleme (außer Edinburgh, aber das hatten wir ja im Voraus erledigt).
Schottische Haushalte verfügen oft über einen oder mehrere Hunde. Selbst die größten Tiere waren sehr friedliebend, weil das ständige Kommen und Gehen gewohnt.
Viele Ortschaften verfügen auch über Jugendherbergen, wo man mit entsprechendem Ausweis kostengünstig übernachten kann.
ESSEN IN SCHOTTLAND
Ein Reiseführer behauptete, die schottische Küche sei fast so gut wie die französische. Nun, ich halte diese Behauptung doch für sehr gewagt und höchstens dann für zutreffend, wenn man einen schottischen mit einem französischen McDonald’s vergleicht.
Landestypische Speisen findet man eher wenig. Eine verbreitete Spezialität ist Haggis, ungepresstes Hackfleisch aus Innereien von Schafen, vom Aussehen an die norddeutsche Brägenwurst erinnernd (schmeckt mir aber besser). Ein Gericht, was sicher nicht jedermanns Sache ist. Es sei besser, nicht zu wissen, was drin ist, sagen die Schotten. Ich habe es oft (meist als Vorspeise) gegessen und es hat mir (und auch LosGatos’ Freundin) immer geschmeckt. Trotz der Meeresnähe bekommt man selten fangfrischen Fisch. Lediglich Salmon (Lachs) und Haddock (Schellfisch) sind verbreitet, letzterer immer „fried“ und mit Pommes Frites, also Fish&Chips. Überall gibt es natürlich Varationen von Chicken, Steak und Lamm. Meine kulinarische Neugier wurde auch einige Male bestraft. So wollte ich doch unbedingt wissen, was ein Steak Pie ist, in etwa: Schweinegulasch mit Blätterteig-Beilage. Hat grausam geschmeckt. Ebenso „Venison“, ein Wild-Gulasch. LosGatos’ Freundin wird jetzt noch schlecht, wenn sie das Wort hört. Wer Black Pudding ordert, sollte sich nicht auf eine Süßspeise einstellen. Es handelt sich vielmehr um eine Scheibe Blutwurst, die aber durchaus gut schmeckt und oft Teil des Frühstücks ist.
Der Reiseführer empfiehlt auch, nicht am Essen zu sparen und billige Restaurants aufzusuchen, weil die Qualität dort schlecht sei. Leicht gesagt bei den Preisen. Auch aus einem mäßigen Restaurant geht man bei 2 Personen mit je 2 Gängen und Getränken selten unter 30 Pfund hinaus. Also an die 100 Mark und das jeden Abend, da bleibt für Exklusivitäten nicht viel Raum, wenn man nicht gerade Berti Vogts oder Claudia Schiffer heißt. In Edinburgh haben wir selbst in einem Pizza-Hut schon umgerechnet 70 DM bezahlt.
Als gute Überlebensmöglichkeit in UK sehe ich in indischen Restaurants, die es in fast jedem kleinerem Ort gibt. Aber einmal pro Woche reicht mir der Inder auch und billiger sind die auch nicht.
Zu den hohen Essenspreisen kommt noch hinzu, dass der Service nicht wie bei uns bereits im Preis inbegriffen ist. Ähnlich wie in den USA soll man noch mindestens 10% „Tip“ geben. Gerade Inder und Chinesen weisen darauf auf der Rechnung noch gerne hin.
In Bars herrscht in der Regel Selbstbedienung. Man holt sich seinen Drink an der Bar und zahlt sofort. Trinkgeld ist dann nicht üblich. Auch in Bars kann man meist Kleinigkeiten (oft Tageskarte) essen, sogenannte „Bar Meals“.
BESICHTIGUNGEN
Schottland bietet jede Menge Möglichkeiten für Besichtigungen: Schlösser, Burgen, Museen, Destillen....in Hülle und Fülle. Leider ist fast nie etwas kostenlos. Selbst für die kleinste Ruine muss Eintritt gezahlt werden. Und die Eintrittspreise liegen je nach Attraktivität zwischen 3 und 8 Pfund pro Person, selten darunter, unter 2 Pfund nie. Der Kulturinteressierte wird hier also schwer zur Kasse gebeten.
Eine Möglichkeit, wenigstens etwas billiger weg zu kommen, ist der Erwerb des Great British Heritage Passes (gilt für ganz UK) oder des Explorer Tickets von Historic Scotland, das eine Unterkategorie des Heritage Passes darstellt. Mit dem Explorer Ticket hat man kostenfreien Eintritt in über 60 Schlössern, Burgen, Abteien oder der Dallas Dhu Destillery. Das Ticket selbst hat eine Gültigkeit für 3 Tage, 1 Woche oder 2 Wochen. Wir haben es für 2 Wochen-Gültigkeit für 23 Pfund pro Person erworben. Es ist überall dort erhältlich, wo es Gültigkeit hat, angezeigt durch das Zeichen „Historic Scotland“. Allein der Eintritt im Edinburgh Castle hätte 8 Pfund pro Person gekostet. D.h. bei ca. 3-5 Besuchen historischer Stätten innerhalb von 2 Wochen rentiert es sich bereits. Wir haben einige mehr besucht, so an die 10. Allerdings gilt es nicht bei Schlössern, die sich in Privatbesitz oder königlichem Besitz befinden. Dort muss extra gezahlt werde, z.B. im Blair Castle.
Immerhin ist die Benutzung Öffentlicher Toiletten kostenlos.
REISEFÜHRER
Als Reiseführer haben wir den Baedeker Schottland ( ISBN 3-89525-126.-7) und den Marco Polo Schottland ( ISBN 3-8297-0173-X) benutzt, die eine gute Kombination darstellen.
Der Baedeker ist natürlich wesentlich ausführlicher, hat als Beigabe auch eine große Landkarte und ist als Nachschlagewerk von A-Z geeignet. Er enthält jedoch keine Routenvorschläge.
Einen guten Überblick erhält man mit dem Marco Polo, der einige Highlights für ganz Schottland auflistet und auch einige grobe Routenvorschläge enthält.
LAND UND LEUTE
Das Übernachten in Privatunterkünften (B&B) bietet schon beste Möglichkeiten, mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt zutreten. Verständigungsprobleme bestehen da kaum, obwohl der Dialekt einiger Schotten etwas gewöhnungsbedürftig ist. Aber auch da kann man sich einhören und mit etwas Phantasie versteht man alles. Ich bin überall auf freundliche und sehr herzliche Menschen gestoßen, die einem noch manch nützlichen Tipp für das Tagesprogramm mit auf den Weg geben können. Auch die zahlreich vorhandenen Hunde sind oft für ein kleines Spielchen dankbar. Einen unserer Vermieter habe ich mal gefragt, was es mit der sprichwörtlichen schottischen Sparsamkeit auf sich hat. Es war nicht näher zu ergründen, es kann sein, dass es so ist, war die Antwort. In der Tat glaube ich (LosGatos) nicht, dass ein Schotte knickeriger ist als ein Chinese, Jude oder Schwabe. Manchmal kamen sie mir dagegen etwas stur vor. Z.B. als wir einmal auf einer Burg eine Ecke betraten, wo ein Schild vorher zu „No passage“ gemahnt hatte. Aus dem Nichts war plötzlich eine Frau da, die uns belehrte, dass mindestens 4 Schilder vorhanden wären, die uns dort das Herumgehen untersagt hätten. Schlimmer als deutsche Oberlehrer, dachte ich mir. An Bushaltestellen stellen sich Briten ja bekanntlich in einer Schlange an, wie man spätestens seit Franz Beckenbauers letztem Werbespot weiß. Die Schlangenbildung erfolgt dabei eher unauffällig bereits im Wartehäuschen. In Edinburgh hatten wir das nicht gleich bemerkt und wollten, wie in Deutschland üblich, in „lockerer Gruppe“ den Bus besteigen, als sich ein älterer Herr mit ausgebreiteten Armen vor LosGatos’ Freundin aufstellte und ihr mit dem Hinweis „This is a queue“ ihr den vorzeitigen Einstieg versperrte und damit erfolgreich britisches Brauchtum gegenüber Touristen verteidigte.
Bei einem Vermieter hatte es geheißen, der Zimmerpreis betrüge 18 Pfund pro Nacht und Person. Da hatten wir uns noch nicht entschlossen, länger zu bleiben. Bei der Abreise wollte ich somit 108 Pfund für 3 Nächte zahlen. Nein, es koste nur 90, da der Preis auf 15 hinunter ginge, wenn man mehr als eine Nacht bliebe, was uns vorher niemand gesagt hatte. Das waren umgerechnet über 50 DM, die wir gespart hatten. Hätte der Vermieter ja auch einstecken können, hat er aber nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob so etwas auf der Welt häufig passiert.
SICHERHEIT
Schottland gehört wohl eher zu den sicheren Reiseländern, was die Kriminalitätsrate angeht. Wie in allen großen Städten gibt es natürlich auch in Edinburgh oder Glasgow Gegenden, die man nachts nicht unbedingt zu Fuß durchstreifen sollte.
Auf dem Lande stellt sich dieses Problem wohl kaum. In einem unserer Quartiere sagte uns unsere Vermieterin, dass die Haustür immer unverschlossen sei, auch nachts oder wenn sie mal für ein paar Stunden außer Haus wäre.
Zu denken gab uns allerdings, dass ausgerechnet in dem gleichen Ort auf Schildern vor Diebesbanden gewarnt wurde, die Autos auf Ausflugsparkplätzen knacken würden.
SOUVENIRS
Touristen-Shops gibt es überall. Und Schottenröcke für Männlein und Weiblein sind ein häufig angebotenes Produkt: Tartans (schottischer Ausdruck für Karos, von denen es in Schottland mindestens so viele gibt wie Whiskysorten) und Tartsche (das Gehänge unterhalb der Gürtellinie). Natürlich habe ich mir so etwas nicht gekauft. Nicht mal zu einer karierten Schirmmütze konnte ich mich aufraffen (jetzt wird hier mindestens einer enttäuscht sein). Auch einen Schal mit Tartan-Muster habe ich nicht erworben. In Schottland ist man natürlich geneigt, Whisky zu kaufen. Aber selbst in Destillen bekommt man ihn nicht kostengünstig. Im Gegenteil: In der Dallas Dhu Destillery verlangte man für einen 30jährigen um die 50 Pfund! Unter 10 Pfund ist Whisky nicht zu bekommen, eher kostet er an die 20. Viel angeboten wird auch Gebäck, Fudge (Zuckermasse) und Marmelade aller Geschmacksrichtungen. Und natürlich Kostproben schottischer Folklore oder Dudelsack-Musik. Gemein ist allem, dass es sehr teuer ist. Wer will schon umgerechnet 10 DM für ein Glas Honig bezahlen?
FAZIT
Schottland ist für mich ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Natur und Kultur pur. Es hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen. Das Auge kommt überall voll auf seine Kosten. Auch wenn ich in diesem Bericht die Landschaften und Gegenden noch nicht näher beschrieben habe, was demnächst folgt, lässt sich sagen, es lohnt sich. Auch die Menschen sind sehr sympathisch. Vielleicht fahre ich mal wieder hin. Aber vorher muss ich erst etwas sparen...
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 12.9.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, Yopi und vielleicht eComments und Talk-On.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-21 17:05:21 mit dem Titel Autofahren in Schottland - Thank you for driving carefully...
.....so liest man stets, wenn man in Schottland das Ende kleinerer Ortschaften erreicht. Schließlich wurde man beim Einfahrt in die Ortschaft gebeten, entsprechend vorsichtig zu fahren. Ob’s was nützt bei der Fahrweise der Schotten..?! Nun ja, dazu weiter unten mehr.
Wenn man über Autofahren in Schottland schreibt, ist klar, dass man mit dem wichtigsten beginnt, dem für Mitteleuropäer ungewohnten Linksverkehr. Für viele hierzulande ein Hinderungsgrund, das Autofahren auf der Insel überhaupt zu probieren. Oder zumindest löst der Gedanke daran etwas Unbehagen aus. Ich kann beruhigen, es ist längst nicht so schlimm und man gewöhnt sich relativ schnell daran. Lediglich am ersten Tag sollte die Aufmerksamkeit besonders hoch sein. Anfangs wurde ich einige Male vom Gegenverkehr angeblinkt. Wahrscheinlich hatte ich leichten Rechtsdrall und fuhr zu weit nahe der Mittellinie.
Um die Umstellung zu erleichtern, empfehle ich denjenigen, die nicht mit dem eigenen Auto anreisen, sondern sich einen Mietwagen nehmen, und wie ich Rechtshänder sind, das Anmieten eines Wagens mit automatischem Getriebe. Das hat nicht nur den Vorteil, dass man sich besser auf den Verkehr konzentrieren kann, sondern vor allem, dass es dem Rechtshänder erspart bleibt, mit der linken Hand schalten zu müssen. Ein Wagen mit automatischem Getriebe ist aber nicht so leicht zu bekommen und oft nicht in den niedrigsten Preiskategorien erhältlich. Man sollte deshalb schon bei der Reservierung darauf achten.
Dann kann es losgehen. Man fährt also auf der linken Spur und sitzt (in einem lokal angemieteten Auto) auf der rechten Seite. Alles ist seitenverkehrt. Das wirkt sich auch auf die Vorfahrtsregelungen aus. Auf der britischen Insel ist halt das Linksabbiegen „einfacher“ so wie bei uns das Rechtsabbiegen. In Schottland hat man beim Linksabbiegen nur auf Radfahrer zu achten, wenn man sich auf einer Vorfahrtsstraße befindet. Beim Rechtsabbiegen muss man zusätzlich auf den Gegenverkehr achten. Wenn nicht mit Ampeln ist die Vorfahrt in Schottland sehr häufig (wie auch zunehmend bei uns) über Kreisel geregelt (gleiches Verkehrszeichen). Das sich im Kreisel befindliche Fahrzeug hat Vorfahrt, das einfahrende muss warten. Die Fahrtrichtung erfolgt dabei im Uhrzeigersinn, also links herum. Damit gilt im Kreisel im Prinzip rechts vor links, beim Einfahren muss man also nach rechts schauen. Etwas verwirrend dabei ist bei größeren Kreiseln, dass es manchmal mehrere Spuren gibt, von denen die rechte manchmal mit einem Rechtsabbiegerpfeil gekennzeichnet ist. Schotten blinken dabei dann beim Einfahren rechts, wenn sie die rechte Spur benutzen. Bei uns ist es dagegen üblich, beim Verlassen des Kreisels zu blinken. Sehr häufig sind auch kleinere Kreuzungen, an denen gar kein Kreisel gebaut wurde, mit dem Kreisverkehrsymbol gekennzeichnet, was im Prinzip rechts vor links bedeutet.
Vorfahrtsschilder (die einem die Vorfahrt gewähren) wie bei uns wird man in Schottland äußerst selten finden, also das auf der Spitze stehende innen gelbe Karo und das Dreieck mit dickem Geradeauspfeil und schmalem Querbalken. Der Vorfahrthabende sieht also nicht direkt, dass er Vorfahrt hat. Derjenige, der Vorfahrt gewähren muss, sieht dagegen ein Halt- oder Stopschild oder auch nur eine doppelte Linie, wo er warten muss. Hier ist wichtig: Erst nach rechts, dann nach links schauen. An roten Ampeln sind auch Linksabbieger in jedem Fall wartepflichtig.
Entfernungen sind in Schottland immer in Meilen und Geschwindigkeiten in Meilen pro Stunde (mph) angegeben. Eine Meile entspricht etwa 1,6km. Die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten betragen, wenn nicht anders angegeben, in Ortschaften 30mph (48km/h), auf Landstraßen 60mph (96km/h) und auf Autobahnen 70mph (112km/h), also, abgesehen vom Tempolimit auf den wenigen Autobahnen (nur in den Central Lowlands), ähnlich wie in Deutschland. Die Nutzung von Autobahnen ist gebührenfrei. Auf Autobahnen gilt: links fahren, rechts überholen. Schotten neigen allerdings dazu, die Limits besonders auf Landstraßen nicht so genau zu nehmen. Ich bin auf Landstraßen selten schneller als 50mph gefahren, weil ich das für eine angenehme Reisegeschwindigkeit für entspanntes Fahren halte, wo man von der Umgebung noch ein bisschen was mitkriegen kann. Dabei wurde ich meist von jedem Lastwagen überholt. Schottische Straßen sind meist kurvig und unübersichtlich, so dass beim Überholen erhöhte Vorsicht geboten ist. Vielfach hat man es auch mit Kuppen (Blind Summits) zu tun, die ein entgegenkommendes Auto unsichtbar werden lassen. Letzten Endes muss jeder selbst entscheiden, wie schnell und stressfrei er fahren möchte. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern bedeutet ein Hinweisschild, auf dem einen Kamera abgebildet ist, nicht, dass auf den nächsten 100 Metern ein besonders schönes Panorama zu sehen ist, sondern dass man damit rechnen muss, dass freundliche Polizisten Aufnahmen von Temposündern machen.
Wegweiser sind nicht immer übersichtlich aufgestellt und oft ist die Richtung, in die sie zeigen, nicht eindeutig erkennbar.
Im großen und ganzen sind die Straßen in Schottland jedoch in sehr gutem Zustand. Das Straßennetz ist überall ausreichend. Autobahnen sind mit M und einer Ziffer gekennzeichnet, Landstraßen mit A und je nach Größe mit 1 bis 3 Ziffern. Auf Nebenstrecken kann es vorkommen, dass es nur eine Fahrspur (Single File Traffic) mit Ausweichbuchten in angemessenen Abständen (ca. alle 100m) gibt. Die Straße sieht dann aus der Vogelperspektive aus wie eine Schlange, die viele Mäuse verschlungen hat. Hier gilt, das Auto, das als erstes eine Ausweichbucht erreichen kann, bleibt dort stehen und lässt das entgegenkommende passieren. Liegt die Bucht links der Fahrbahn, fährt man selbst ein, liegt sie rechts der Fahrbahn, bleibt man einfach in Höhe der Ausweichbucht auf der Fahrbahn stehen, so dass der entgegenkommende dort einfahren kann. Das klappt im allgemeinen recht gut und als Zeichen des Dankes winkt man sich freundlich zu (d.h. ich bin immer gefahren und LosGatos’ Freundin durfte winken, ins kalte Wasser schicke ich sie jedoch nicht, wie ‚denali’ gemutmaßt hat *g*). Solche Buchten dienen übrigens nicht nur dazu, sich mit dem Gegenverkehr zu arrangieren, sondern auch dazu, nachfolgenden Verkehr überholen zu lassen. Dazu ist man in Schottland sogar verpflichtet. Also drängeln erlaubt. Es ist klar, dass man auf solchen Straßen nicht gerade mit Bleifuß fahren sollte. Jedenfalls ist es mir klar, aber wohl nicht allen Schotten.
Ja, ja, das „Thank you for driving carefully“ kann man in Schottland nicht oft genug wiederholen. Vielleicht nützt es irgendwann mal etwas. Viele Schotten „geizen“ übrigens mit dem Einschalten des Lichtes und neigen dazu, auch bei größtem Sauwetter, wenn man dunkle Fahrzeuge kaum sieht, ohne Licht zu fahren. Darüber habe ich doch einige Male geflucht.
Tankstellen gibt es in Schottland in ausreichender Anzahl. Trotzdem sollte man in ländlichen Gegenden nicht den letzten Tropfen ausreizen. Ein Reiseführer schrieb, dass Tankstellen auf dem Lande ab Sonnabend Nachmittag geschlossen seien und erst am Montag wieder aufmachen würden, was ich (LosGatos) jedoch nicht feststellen konnte. Sprit (meistens tankt man bleifrei – unleaded) ist mit ca. 75p pro Liter (ca 1,2 Euro) ähnlich teuer wie bei uns, eher noch etwas teurer. An Tankstellen kann man stets mit Kreditkarte bezahlen.
Parken ist meist gebührenpflichtig. Man löst einen Parkschein, der das Ende der Parkdauer anzeigt, am Automaten und legt ihn hinter die Windschutzscheibe (Pay and Display). In der Autovermietung sagte man mir, dass man in Schottland sehr streng sei mit Parksündern (30 Pfund Strafe). Ich habe jedoch nirgends die von den Beatles besungenen Lovely Rita Meter Maids beobachtet und auch selbst keine negativen Erfahrungen gemacht. Das Parken am Straßenrand ist übrigens bei doppelter gelber Linie grundsätzlich verboten. Bei einfacher gelber Linie ist das Parkverbot zwischen 18 und 8 Uhr und sonntags am ganzen Tag aufgehoben. Man riskiert Abgeschlepptwerden oder Kralle und ein kräftiges Bußgeld.
Zum Führen eines Kraftfahrzeugs reicht der nationale Führerschein, ein Internationaler Führerschein ist also nicht notwendig.
Die Promillegrenze liegt in Schottland bei 0,8 Promille. Ab diesem Wert darf man sich nicht mehr ans Steuer setzen.
FAZIT
Wenn man sich daran gewöhnt hat, was bei mir schnell der Fall war, fällt das Autofahren in Schottland nicht schwerer als woanders. Als Fußgänger habe ich immer mehr Schwierigkeiten, mich darauf einzustellen. Also keine Angst vor dem Linksverkehr. Denn wer Schottland erleben will, kann das meiner Meinung nach nur, wenn er ein eigenes Auto hat, um herumzukommen. Es sei denn, man ist ein eiserner Wanderer, der auch größere Stecken zu Fuß zurücklegt, was in der Tat nicht wenige tun.
Als ich nach dem Rückflug am Münchner Flughafen wieder in meinen Wagen stieg, merkte ich schnell, dass deutsche Autofahrer ihre schottischen Kollegen doch klar in den Schatten stellen, was Raserei und Drängelei angeht.
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 14.9.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, Yopi und vielleicht bei eComments und Talk-On
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-26 17:50:47 mit dem Titel Tagebuch einer Schottlandreise
Den folgenden Reisebericht schreibe ich in Tagebuchform. Das Tagebuch ist aber nicht während der Reise entstanden, sondern ich erstelle es, nur wenige Wochen nach Abschluss der Reise, aus meiner Erinnerung heraus. Ich wähle deshalb diese Form, um denjenigen, die vielleicht eine ähnliche Reise planen, die Möglichkeit zu geben, besser abschätzen zu können, was innerhalb eines Tagesablaufs möglich ist. Generell gilt, dass wir meist zwischen 9 und 10 Uhr morgens weitergefahren sind und selten später als 17 Uhr nach einer neuen Bleibe Ausschau gehalten haben.
Über Schottland hatte ich in letzter Zeit folgende Berichte geschrieben:
Schottland – Tipps & Tricks
Autofahren in Schottland „Thank you for driving carefully“
Edinburgh – Das Athen des Nordens
28.8.2002
Drei Tage und vier Nächte Edinburgh liegen hinter uns. Ich habe gerade den Mietwagen bei Europcar abgeholt. Auschecken und Gepäck einladen, dann kann es los gehen. Wir verlassen die Stadt in östlicher Richtung und begeben uns dann auf die A7. Denn bevor es endlich in die Highlands geht, wollen wir noch einen kurzen Abstecher nach Süden unternehmen.
Nach gut einer Autostunde erreichen wir das Abbotsford House. Hier hat der berühmte Schriftsteller Sir Walter Scott (1771-1832) gelebt und die meisten seiner 40 Romane geschrieben. Nicht gerade ein kleines Häuschen, eher ein kleines Schloss. Nicht nur sein Arbeitszimmer ist voll mit Büchern, er hat eine riesige Bibliothek. Er soll zum Schreiben verurteilt gewesen sein, denn durch Geldgeschäfte mit unseriösen Beratern (die Nachfahren waren später am Neuen Markt aktiv *g*) hatte er hohe Schulden. Nur wenige Meter entfernt liegt der Fluss Tweed, der zum Teil die Grenze zwischen England und Schottland bildet. Diesen Fluss hat Scott sehr geliebt. Er ließ sein Sterbebett so aufstellen, dass er den Fluss bis zum Schluss im Blickfeld hatte.
Ganz in der Nähe liegt Melrose Abbey, die stattliche Ruine eines Klosters aus dem 12. Jahrhundert (Historic Scotland Explorer Ticket ist hier gültig). Von einem Turm hat man eine schöne Aussicht.
Etwas weiter östlich liegt das beschauliche Städtchen Kelso, wo wir uns eine Bleibe suchen (Duncan House). Der Hauswirt ist verreist, eine ältere Dame hütet das Haus. Wir unternehmen einen kleinen Ortsbummel und gehen um 18 Uhr in einem Wirtshaus zum Essen. Das erste Guinness hier! Auch wenn es nicht schottisch ist, sondern irisch, dieses Bier, frisch gezapft, ist einfach zu gut und so populär, dass man es auch in UK in jedem Wirtshaus bekommt. Ansonsten bin ich kein passionierter Biertrinker, aber bei Guinness sind zwei Pints (1 Pint = gut ein halber Liter) schnell weg. Hier esse ich auch zum ersten Mal die schottische Spezialität Haggis. Das Wirtshaus ist kein vornehmes Restaurant, eher ein Barlokal, wo ich mich gleich sehr wohl fühle. So kann’s weiter gehen (aber es kamen noch genug Enttäuschungen).
29.8.2002
Am nächsten Morgen besichtigen wir als erstes das Floors Castle, das vor den Toren Kelsos liegt. Es ist das größte bewohnte Schloss Schottlands. Dieses Märchenschloss wurde 1721 erbaut. Hier leben jeweils die Dukes of Roxburghe. Auch von hier hat man Blick auf den Tweed.
Weitergehen soll es Richtung Norden. Um nicht den gleichen Weg zurückzufahren, nehmen wir in östlicher Richtung die A698 zur Ostküste. Dabei begeben wir uns, ohne es zu merken, für ein paar Meilen auf englisches Gebiet. Bewusst wird uns das erst, als es plötzlich wieder heißt „Welcome to Scotland“. Jedenfalls fahren wir dann die Küste entlang Richtung Edinburgh, verlassen aber östlich von Edinburgh die Hauptstraße und verzweigen auf eine kleine Küstenstraße, die uns über eine kleine Halbinsel führt.
Das Tantallon Castle (Historic Scotland Explorer Ticket ist hier gültig) ist eine Besichtigung wert. Diese rote Sandsteinruine liegt direkt am Meer. Demzufolge weht auf dem Turm eine kräftige Brise. Von hier hat man aber ein herrlichen Ausblick auf die gesamte Umgebung und den 2km vor der Küste (sieht viel näher aus) liegenden Bass Rock, einen über 100m hohen Felsen, auf dem man das Scottish Seabird Centre eingerichtet hat, da die Insel Brutplatz für viel Seevögel ist.
Schließlich passieren wir Edinburgh über die Umgehungsstraße, überqueren den Firth of Forth über die riesige an die Golden Gate Bridge erinnernde gebührenpflichtige Forth Bridge.
Am Nordufer des Firth of Forth angekommen, fahren wir diesen in westlicher Richtung entlang und besuchen dort das historische Städtchen Culross. Restaurierte Häuser aus der Zeit zwischen 1600 und 1800 zeugen von bürgerlichem Lebensstil. Wir unternehmen einen Rundgang, der jedoch wegen des eisigen Windes relativ kurz ausfällt.
Dann überqueren wir den Firth of Forth zum zweiten mal über Kincardine Bridge und fahren nach Stirling, wo wir übernachten. Am nächsten Morgen wollen wir als erstes das dortige Castle besichtigen. Hier essen wir bei einem Pseudo-Mexicaner, der auch scheußliches mexikanisches Bier anbietet (nix mit Guinness heute). Beim abendlichen Whisky fällt LosGatos’ Freundin plötzlich ein, dass sie eine Handtasche vermisst. Wir finden sie im Auto nicht, möglicherweise haben wir sie in Edinburgh in der Pension in einer Schublade zurückgelassen. Ich rufe dort gleich an, doch sie hätten dort keine Handtasche gefunden. Ich erklärte dem Wirt, dass sie möglicherweise in einer Schublade stecke. Er versprach nachzusehen, ich solle in 5 Minuten noch mal anrufen. Bevor ich das tun konnte, klingelte schon mein Handy. Tasche gefunden, er schickt sie uns, wenn wir ihm die Anschrift sagen. Der Wirt dachte halt, wir wären schon wieder in Deutschland. Nein, wir würden sie am nächsten Tag abholen. Schließlich waren wir nur eine Autostunde von Schottland entfernt.
30.8.2002
Am nächsten Morgen goss es erstmals in Strömen. Da wir ja erst die Tasche holen wollten, störte uns das erst relativ wenig. Über die Autobahn fuhren wir zurück nach Edinburgh, dann fanden wir den Weg zu unserer Pension nicht so schnell. Nachdem wir etwas umhergeirrt waren, konnte LosGatos’ Freundin ihre Tasche wieder in Empfang nehmen. Es war noch alles drin, vor allem ein Stoffhund, den sie am ersten Abend bei Pizza Hut unterm Tisch gefunden hatte. Er hatte sich also auf Anhieb als Glücksbringer bewährt.
Dann ging es auf gleichem Weg zurück wieder nach Stirling, wo es gleich auf die Burg (Historic Scotland Explorer Ticket ist auch hier gültig) ging. Von weitem sah man schwach das Wallace-Denkmal (Braveheart !), das auch in Stirling befindlich ist. Schließlich hatte dieser mal das Castle zurückerobert. Aber die Sicht war aufgrund des Wetters miserabel. Somit sahen wir uns mehr die Räumlichkeiten an. Maria Stuart hatte hier ihre Kindheit verbracht. Somit ist das Stirling Castle zusammen mit dem Edinburgh Castle das geschichtsträchtigste in Schottland.
Wir verließen Stirling in nördlicher Richtung und fuhren über die A873 zum Loch Katrine, einer der schönsten Seen Schottlands. Heute war hier jedoch aufgrund des Wetters nicht viel los. Das Ausflugsschiff verkehrte mangels Passagieren nicht. So nahmen wir im Café einen kleinen Imbiss, fuhren am Loch Venachan entlang und übernachteten in dem winzigen Örtchen Strathyre an der A84 bei einer älteren Dame, die 2 Gästezimmer hatte. 2 Häuser weiter gingen wir essen. Wieder ein typisches Barrestaurant, wo es akzeptables Essen und gutes Guinness gab. Da ist doch jeder Tag gerettet. Ich habe jetzt beim Schreiben das Problem, dass mir bei dem Gedanken an Guinness das Wasser im Munde zusammenläuft.
31.8.2002
Es hatte aufgehört zu regnen, für das Wochenende war der Wetterbericht gut gewesen und auch unsere Wirtin sagte uns einen schönen Tag voraus. Wir beschlossen, noch einmal zum Loch Katrine zurückzukehren, nicht nur wegen des Sees, sondern auch wegen der schönen Strecke durch die Trossachs, die wir am Vortag nicht so recht genießen konnten. Nun machten wir auch eine Ausflugsfahrt über den Loch Katrine (ca. 1,5 Stunden). An Deck hielt sich zumindest bei der Hinfahrt kaum jemand auf, zu eisig war der Gegenwind. Beliebt sind auch Fahrradtouren um den See oder in Kombination mit der Schiffsfahrt. Deshalb gibt es am Ablegesteg auch einen Fahrradverleih. Wassersportlern ist das Treiben am Loch Katrine untersagt, da er zur Trinkwasserversorgung der Stadt Glasgow dient. Dann fuhren wir wieder in aller Ruhe langsam (schon wegen der engen Straße) über Strathyre nach Norden. Unser nächster Halt war der Ort Killin mit den flachen, aber sehr schönen Wasserfällen des Flusses Dochart. Das Wasser schimmert teils kupferfarben. Auf der A9 übernachten wir kurz vor dem Blair Castle. Gary, unser Wirt, empfiehlt uns, das schöne Wetter auszunutzen und noch zu Queen’s View zu fahren, wo man heute eine selten gute Aussicht über den Loch Tummel bis zur Westküste hin hätte, die gut 100km entfernt sein dürfte. Dankbar befolgen wir seinen Rat und sind nach 20-30 Minuten dort. Wir genießen die Aussicht wie einst Queen Victoria, die hier besonders gerne hergekommen war.
Unser Abendessen genießen wir dagegen nicht. Wir essen bei McDonald’s, nicht zu verwechseln mit einer bekannten Fast Food-Kette. Bei letzterer hätte es uns wahrscheinlich besser geschmeckt. In einem ungemütlichen Lokal, wo wir um halb 7 die letzten Gäste sind, wage ich mich, wie in einem anderen Bericht beschrieben, an Steak Pie, ein gängiges britisches Gericht. Schnell vergessen und auf Besserung hoffen.
1.9.2002
Heute steht als erstes das Blair Castle auf dem Programm. Hier residieren die Dukes of Atholl und nicht etwa der britische Regierungschef. Auf dem Weg dorthin stecken wir im Verkehrsstau, weil eine 5köpfige Entenfamilie mit angemessener Marschformation die Straße überquert. Da wartet man natürlich gerne. Das Schloss ist stark frequentiert, den Rundgang durch die Räumlichkeiten machen wir gleich zweimal, weil wir zwischendurch den Auftritt einer Dudelsackbläserin nicht verpassen wollten. Dass sie u.a. „muss i denn zum Städtele hinaus“ spielte, fanden wir weniger originell. Zum Schloss gehört ein großer Park mit Wildgehege.
Danach erwerbe ich in einem Dorfgeschäft – an einem Sonntag – noch ein Sonderangebot eines Single Malt für 9.99 Pfund, in der Tat für schottische Verhältnisse sehr günstig. Unser Schlaftrunk für die nächsten Tage ist damit gesichert.
Plötzlich heißt es auf einem Schild an der Straße „Welcome to the Highlands“. Wo immer man die Grenze auch ziehen möge, für mich ist alles, was nördlich von Glasgow, Stirling und Edinburgh liegt, „Highlands“.
Empfohlen vom Marco Polo wird der „Highland Wildlife Park“. Man fährt wie in einem Safari Park mit dem Auto hinein und darf es zunächst nicht verlassen, weil sich dort einige Tiere in freier Wildbahn bewegen, wie z.B. Hochlandrinder. Diese gelten zwar nicht als übermäßig aggressiv, charakteristisch für sie sind ihre großen spitzen Hörner. Also wenn die mal zustechen, gibt’s Schaschlik. Außerdem begegnet man auf der Autoschleife Büffeln. Am Eingang erhält man übrigens eine Audio-Kassette, die man begleitend zur Rundfahrt abspielen kann. Der Tierpark beherbergt ausschließlich Tiere, die in den Highlands vorkommen (können). Zum Schluss stellt man dann sein Auto ab und kann, wie in einem normalen Zoo, diejenigen Tiere besuchen, die nicht ganz frei, sondern in großzügig bemessenen Gehegen gehalten werden. Dazu gehören u.a. ein Rudel Wölfe und Adler. Gar nicht begeistert von unserem Besuch war ein schottisches Moorhuhn (Grouse). Mit wütenden, sehr ungewöhnlichen, aber zur Belustigung beitragenden Lauten zeigte es, was es von uns hielt.
Wir beendeten den Tag in Grantown-on-Spey. Highlight in unserer Unterkunft war, dass LosGatos und seine Freundin dort erstmals in einem Himmelbett ( four-poster) schlafen durften (nähere Informationen zum weiteren Verlauf des Abends werden nicht erteilt).
2.9.2002
Grantown-on-Spey kann als Ausgangspunkt des Malt Whisky Trail dienen. Denn hier liegt eine der bedeutendsten Whisky-Gegenden Schottland, die sogenannte Speyside. In fast jedem Ort gibt es hier eine Whiskybrennerei, die alle besichtigt werden können und deren bekannteste die Glenfiddich Destillery ist, was wir aber für etwas übertrieben hielten. Schließlich wollten wir uns nicht dauernd den Mund wässrig machen lassen. Jedenfalls fuhren wir ostwärts in aller Ruhe in der schönen Landschaft am Nordufer des Spey Rivers entlang. Statt einer Destille besuchten wir zunächst eine Böttcherei (engl.: Cooperage, Gary Cooper heißt somit auch nur Böttcher) in Craiggellachie, wo wir bei der Herstellung von Eichenfässern zuschauen konnten. Letztenendes werden die Fässer zur Whiskylagerung benutzt, wo der edle Tropfen bis zu 50 Jahre drin reift. Ist er einmal in Flaschen abgefüllt, reift er im Gegensatz zu Wein nicht mehr. Hier lernten wir, dass für Scotch Whisky niemals neue Fässer hergenommen werden, sondern solche, die schon zur Lagerung von Bourbon Whiskey (nur in Schottland heißt es Whisky, in USA, Kanada und Irland kommt das ‚e’ dazu) oder spanischem Sherry benutzt worden waren. Auch durch das, was vorher mal drin war, wird der Whiskygeschmack beeinflusst.
Nun fuhren wir über A941 wieder in nördlicher Richtung nach Elgin, wo wir eine Kathedrale und etwas außerhalb den Spynie Palace (hoher Turm mit Meerblick) besichtigten (in beiden Ruinen erhält man mit dem Explorer Ticket freien Einlass).
Um doch noch etwas Einblick in die Kunst der Whiskyherstellung zu bekommen, ging es dann weiter zur historischen Dallas Dhu Destillery. Sie liegt jedoch nicht direkt in dem Örtchen Dallas (nicht da, wo J.R wohnt), sondern mindestens 10km davon entfernt. Auch hier wirkte das Explorer Ticket als Sesam-öffne-dich. Erläuterungen erhielten wir über ein handyähnliches Funkgerät, wie wir es schon vom Besuch der Britannia in Edinburgh kannten.
Whiskyherstellung im Schnelldurchgang: Grundbestandteil ist Gerste. Aus dieser wird zunächst Malz hergestellt, indem man die Gerste in Wasser einweicht und keimen lässt. Mit Hilfe von Kohlefeuer wird das Getreide dann getrocknete, der Kohle wird dabei mehr oder weniger Torf zugemischt, was auf den späteren Geschmack Einfluss nimmt. Danach wird das ganze gemahlen. Dann kommt das ganze ins heiße Wasser. Unter ständigem Rühren bildet sich Zucker. Unter Zusatz von Hefe entsteht eine bierähnliche Flüssigkeit mit ca. 6% Alkoholgehalt. Dann wird mehrfach destilliert, dabei nimmt der Alkoholgehalt zu. Zum Schluss kommt der Whisky in Eichenfässer, wo er über Jahre reift. Obwohl Whisky wenige Zutaten hat, hängt der Endgeschmack von unzähligen Parametern ab, die beim Herstellungsprozess akribisch berücksichtigt werden. U.a. ist auch Größe und Form der Destilliergefäße von Bedeutung.
Das Ergebnis ist ein Single Malt Whisky. Ein Blended Whisky ist dagegen ein Gemisch aus bis zu 50 verschiedenen Single Malts. Neben der Speyside zählen Highlands, Lowlands und die Insel Islay zu den bedeutendsten Whiskyregionen Schottlands.
Der Tag endete für uns in dem Städtchen Nairn, wo wir Quartier bezogen. Eine sehr verspielte junge Hündin (Westhighland Terrier, siehe Black& White Whisky) beanspruchte dort unsere ganze Aufmerksamkeit.
3.9.2002
Am nächsten Morgen fuhren wir in Nairn zum Hafen mit anliegendem Strand. Endlich Meer in greifbarer Nähe. Der Duft des Meeres, genauer gesagt der Nordsee, und unzählige Möwen am fast menschenleeren Strand (lediglich ein paar Hunde wurden hier Gassi geführt) versetzten mich in beste Stimmung. Auf der anderen Seite der Mole lag ein noch viel längerer Strand. Und aus der Ferne sah ich tatsächlich jemanden baden. Wenn nicht im Spätsommer, wann dann? Aber ich ließ mich nicht verleiten. Bei eiskaltem Wasser bin ich doch etwas empfindlich.
Nicht weit von Nairn auf einer Landzunge liegt Fort George, eine riesige militärische Festung direkt am Meer, die heute noch als Kaserne dient. Trotzdem ist Besuchern der Eintritt gestattet (auch hier hilft das Explorer Ticket). Man hat herrliche Sicht auf den Moray Firth, mit etwas Glück kann man Delfine beobachten (wir haben keine gesehen).
Dann passierten wir Inverness, die Hauptstadt der Highlands, ohne dort Halt zu machen und fuhren stracks zum berühmten Loch Ness. Zur Begrüßung ragt eine Monster-Atrappe aus dem Wasser. Der Loch Ness ist nicht der schönste und auch nicht der flächenmäßig größte See Schottlands, aber er ist an die 40km lang und 230m tief. Damit fasst er mehr Liter Wasser als alle englischen (nicht schottischen) Binnengewässer zusammen. Ein riesiges Volumen, das natürlich einem Monster genügend Platz zum Verstecken bietet.
Das Monster Centre besuchen wir heute nicht (aber wir kommen in ein paar Tagen hier noch einmal vorbei, um das nachzuholen), sondern machen Halt am Urquart Castle.
Das Urquart Castle (sehr historisch, deshalb wieder Explorer Ticker hervorholen!) war einst eine der größten Burgen Schottlands. Es wurde im 12. Jahrhundert erbaut. 1692 wollten die Jakobiter es erobern, dabei wurden Teile gesprengt, nach dem Motto „euch ist es nicht vergönnt“. Deshalb auch heute nur noch als Ruine vorhanden.
Danach ging es weiter über die A82, A887 und A87 in die Western Highlands durch karge, jedoch schöne Landschaften bis hin zum malerischen Eilean Donan Castle. Da wollten wir unbedingt hin, weil wir davon immerhin schon 2 Postkarten verschickt hatten und nicht als Erfahrungsfaker gelten wollten. Es ist mindestens so schön wie auf der Postkarte. Dennoch gehen wir nicht hinein, weil wir erstens dafür bezahlen müssten (nix mit Explorer Ticket) und weil zweitens Unmengen von Touri-Bussen dort rumstehen. Außerdem kann man nicht alles haben. Stattdessen sagen wir uns, dass wir reif für die Insel sind und fahren weiter nach Skye.
Diese erreicht man über eine Brücke bei Kyle of Lochalsh. Die Überfahrt über die relativ neue Brücke kostet an die 6 Pfund einfach. Das wird möglicherweise gleich wieder die Diskussion auslösen, ob die Bezeichnung Insel überhaupt noch gerechtfertigt ist, aber dann vergesst auch gleich die Inseln Sylt und Fehmarn. Diese sehr schöne Insel lebt stark vom Tourismus. Dennoch waren die Insulaner über den Brückenbau nicht so glücklich. Wahrscheinlich, weil sie dann unter Nichtbrückeninsulanern (davon gibt es in Schottland unzählige) nicht mehr als Insulaner zählen. Insulanerstolz halt. Jedenfalls fahren wir über die Brücke und dann weiter in die Inselhauptstadt Portree, wo wir uns eine Bleibe suchen (LosGatos’ Freundin: „Ich will in das rote Haus“). Wir bekommen gleich einen Tipp von der Vermieterin hinsichtlich eines lokalen Folkloreabends. Vorher wollen wir aber noch Seafood essen gehen. Wo, wenn nicht hier? Endlich mal was gescheites: Muscheln, Garnelen, Austern, Lachs. Letzterer, habe ich im Nachhinein dank eines Community-Mitglieds gelernt, ist auch Seafood. Wenn auch der Lachs an sich ein Flussfisch ist, wird er, damit er ein Wildlachs werde, zum Krabbenfressen ins Meer ausgesetzt. Neben uns sitzt ein amerikanisches Ehepaar aus Fresno/ California. Wie Amerikaner so sind, sie knüpfen schnell Kontakt und sind für jede Information / Unterhaltung dankbar. Es stellt sich heraus, dass sie Schottland per Wanderung zurücklegen. LosGatos’ Freundin fragt, warum sie das tun würden. Die Ehefrau seufzt „weil mein Mann das so möchte..“ (ihr Husband ist in die gleiche Meeresfrüchteplatte wie ich vertieft und lässt sich nicht stören). Aufgrund der netten Plauderei erreichen wir unseren Folkloreabend etwas verspätet (vorher waren wir im Restaurant noch 70 Pfund losgeworden – aber das Preis/Leistungsverhältnis war für schottische Verhältnisse OK). Dieser findet in einem Gemeindehaus statt. Dort treten nacheinander verschiedene Interpreten (auch Kinder und Jugendliche) auf, die je 1-2 Stücke zum besten geben. Instrumente wie Dudelsack, Harfe oder Gitarre sind dabei vertreten. Irgendwann kommt mein schottisches Lieblingslied, die ganze Zeit hatte ich schon darauf gehofft „...will ye go lassie go...“. Später erfahre ich, dass dieser schottische Klassiker „Wild Mountain Thyme“ heißt (keine wilde Zeit, sondern Thymian).
Zum Schluss gibt es noch einen Diavortrag über Skye, die „geflügelte“ Insel, sehr gekonnt vorgetragen von Mr. McKinnan, einem Mitglied einer der wichtigsten Clans von Skye neben den McDonalds. Dieser Vortrag macht Stimmung, macht Lust auf mehr. Noch nie habe ich jemals vorher erlebt, dass jemand so überzeugend Werbung für seine Heimat macht. Denn Skye lebt vom Tourismus und vermutlich nicht schlecht. Kam mir vor wie ein schottisches Sylt. Spät kamen wir ins Bett, die Melodie von „Wild Mountain Thyme“ ging mir die nächsten Tage nicht mehr aus dem Kopf.
4.9.2002
Der ganze Tag gehörte der Insel Skye. Wir fuhren 2 Schleifen und machten immer wieder halt an steilen Klippen. Dann fuhren wir an einer Pferderanch vorbei. Wir setzten uns ohne Vorkenntnisse aufs Pferd und durften in einer Gruppe uns eine Stunde lang durch die Landschaft tragen lassen. Da war es wieder, mein geliebtes „Winnetou-Feeling“.
Gen Abend kehrten wir aufs Festland zurück und übernachteten direkt am Brückenkopf in Kyle of Lochalsh bei einer reizenden Lady. Etwas vornehm, aber ungekünstelt nett. Beim Herumschlendern im Ort, beobachtete LosGatos’ Freundin einen seltsamen Typen, der gerade ein Paddelboot mit Einkäufen bepackte und in See stich. LosGatos’ Freundin wusste, das wäre der „Tiger Man“, über den auch bei uns schon das Fernsehen berichtet hätte. Ein Einsiedler und ehemaliger Lehrer, der angeblich das ganze Jahr über nackt wie ein Tier auf einer Insel hausen würde und ca. einmal im Monat sich anziehen würde, um in der zivilisierten Welt Lebensmittel einzukaufen. Er sei am ganzen Körper wie ein Tiger tätowiert.
5.9.2002
Unsere Lady (mit Namen Margaret Sinclair) gibt uns beim Abschied noch den Rat, immer schön vorsichtig zu fahren, denn sie verstehe es überhaupt nicht, dass Autofahrer es immer so furchtbar eilig haben müssen. Zum Abschied umarmt sie uns beide.
Leider ist das Wetter heute zunächst nicht so gut. Aber gegen Mittag hört es auf zu regnen. Das ist auch gut so, denn heute steht eine Fahrt durch die nordwestlichen Highlands auf dem Plan. Das heißt, wir fahren über A896 und A832 durch schroffe Küstengegenden. Irgendwann machen wir bei Ebbe und steifer Seebrise einen ausgiebigen Strandspaziergang. Wir fahren heute eine relativ große Strecke, aber das Auge bekommt auch sehr viel geboten. Wir beenden den Tag in der Nähe von Inverness im Städtchen Beauly.
6.9.2002
Es geht nochmals über die A82 am Loch Ness vorbei. Dieses Mal besuchen wir das Monster Centre. Zuerst wollte ich nicht hinein, weil ich das für touristischen Humbug hielt. Aber ich wurde eines besseren gelehrt. Es beginnt mit den historischen Aufzeichnungen, als Augenzeugen erstmals 1933 der Meinung waren, ein Monster gesehen zu haben. Diese Augenzeugen galten als glaubwürdig, doch hielt man es für möglich, dass sie optischen Täuschungen erlegen waren. Danach wird von wissenschaftlichen Untersuchungen berichtet, die alle erfolglos waren, bis hin zu theoretischen Überlegungen, die es als fast unmöglich erscheinen lassen, dass ein riesiges Lebewesen im Loch Ness leben kann.
Bald fängt es an zu regnen, und dieses Mal hört es sobald nicht auf, sondern regnet sich richtig ein. Wir passieren Fort Williams und nehmen Kurs auf das bei den Schotten beliebte Tal Glen Coe. Hier suchen wir uns bald eine Bleibe. Da wir in den nächsten Tagen nicht vorhaben, noch übermäßig viel zu fahren, beschließen wir hier, für 3 Tage zu bleiben. „Hausherr“ ist mal wieder ein Hund, ein junger Labrador namens Max, von uns aufgrund seines Temperaments bald „Mad Max“ genannt.
Am Nachmittag fahren wir noch einmal nach Fort Williams. Im Grunde gibt es dort nicht allzu viel zu sehen. Wir gehen früh zum Essen und fahren heim.
7.9.2002
Heute machen wir zunächst eine Wanderung in unserem Wohnort in einem Wäldchen um einen kleinen See. Die Wasseroberfläche ermöglicht außergewöhnlich schöne Spiegelbilder. Nachmittags wollen wir noch einmal aufbrechen, aber es gießt in Strömen. Im Nachbarort entdecken wir den West Highland Trail, eine beliebte 150 km lange Wanderstrecke, die von Glasgow bis Fort Williams führt. Wir befinden uns mittendrin. Wir beschließen, auf besseres Wetter zu hoffen und es am nächsten Tag noch einmal zu probieren.
Das Tal von Glen Coe ist bei Schotten sehr beliebt. „We prefer it when it’s misty“. Auch ein Hitchcock-Film wurde da schon gedreht.
8.9.2002
Heute ist es zwar noch nicht ganz trocken, aber schon wesentlich besser als am Tag vorher. Wir unternehmen die Wanderung, indem wir einen Teil des West Highland Trails zunächst bergauf gehen. In der Tat begegnen uns viele Wanderer mit vollem Gepäck, die den ganzen Trail wandern. Wir gehen bis auf einen Gipfel und kehren dann um. Insgesamt sind wir dann vielleicht 7-8km gelaufen.
9.9.2002
Am Morgen sitzen bei uns 2 junge Holländer am Früstückstisch. Sie sind auch wegen des West Highland Trails hier und sind dafür ca. 1 Woche unterwegs.
Wir fahren weiter zum Loch Lomond, der im Großraum Glasgow liegt und als einer der schönsten Seen Schottlands gilt. In die Großstadt Glasgow zieht es uns jedoch nicht. Am Loch Lomond fahren wir über die A811 zunächst ostwärts, im Örtchen Drymen zweigen wir jedoch ab, um zum östlichen Ufer des Loch Lomond zurückzukehren. Hier machen wir eine längere Wanderung und stellen fest, dass wir wieder eine andere Stelle des West Highland Trails erwischt haben. Dementsprechend begegnen uns wieder viele bepackte Wanderer. Bei unserem Spaziergang sehen wir noch einmal einige schöne Exemplare von Hochlandrindern aus nächster Nähe.
Wir wollen noch einmal nach Stirling, um das Wallace Denkmal zu besichtigen, dass wir ca. 10 Tage vorher wegen des schlechten Wetters am 30.8. nicht besucht hatten. Kurz vor Stirling fängt es wieder an zu regnen und macht nicht den Eindruck, dass es bald aufhören würde. Wir fahren dennoch zum Wallace-Denkmal, das jenem Freiheitskämpfer gewidmet ist, dessen Story mit Mel Gibson als Braveheart verfilmt wurde. Ein stattlichen Denkmal, das auf einer Anhöhe steht, die man zu Fuß über steilen Weg erreichen kann.
Wir übernachten in unmittelbarer Nähe.
10.9.2002
Unser letzter Tag in Schottland. Wir fahren zunächst nach Falkirk, wo wir das Falkirk Wheel besichtigen. Eine riesige Konstruktion, die u.a. nach dem archimedischen Prinzip arbeitet und eine Schleuse ersetzt, die zwei Kanäle miteinander verbindet. Wer das am eigenen Leibe erfahren möchte und sich per Boot mit Hilfe des riesigen Rades rauf und –runtertransportieren lassen möchte, muss dafür zahlen. Zuschauer zahlen ansonsten nur Parkgebühren.
Wir suchen uns ein Quartier im Örtchen Dalmeny, das direkt am Firth of Forth und unweit vom Edinburgher Flughafen liegt. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf die beiden Forth Bridges, die alte Eisenbahnbrücke und die neue Autobrücke.
11.9.2002
Wir müssen um 9 Uhr 30 am Flughafen sein, um unseren Mietwagen zurückzugeben. Ein bisschen mulmiges Gefühl befällt uns schon, als wir uns ausgerechnet am 11. September in ein Flugzeug setzen. Die Sicherheitskontrollen waren etwas gründlicher als sonst, aber der Flieger war dennoch voll. Über Frankfurt fliegen wir heim und kommen pünktlich an.
Damit ist meine Schottland-Reihe beendet. Ausklingen lasse ich es mit einem Lied. Auch wenn „Amazing Grace“ sicher das bekannteste schottische Lied ist, mein Lieblingslied, das auch schon von vielen Musikern interpretiert wurde ist....
„The Wild Mountain Thyme”
Oh, the summertime is coming
And the trees are sweetly blooming
And the wild mountain thyme
Grows around the blooming heather
Chorus:
Will ye go, lassie go?
And we'll all go together
To pluck wild mountain thyme
All around the blooming heather
Will ye go, lassie go
I will build my love a tower
By yon clear crystal fountain
And on it I will pile
All the flowers of the mountain
Chorus,
If my true love she were gone
I will surely find another
To pluck wild mountain thyme
All around the blooming heather
Chorus.
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 20.9.2002
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