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Clive Barker: *Spiel des Verderbens*: Subtiles Grauen
5Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Subtiler Horror reicht sich in Clive Barkers Geschichten stets die Hand mit dem grotesken Grauen der Geisterbahn. Das ist auch in "Spiel des Verderbens" nicht anders. Nach den sechs "Büchern des Blutes", mit denen Barker für Aufsehen gesorgt hatte, bietet er mit "Spiel des Verderbens" klassische Horrorkost, aber natürlich mit dem besonderen Barker-Touch.
Handlung
Nach einem schiefgelaufenen Raubüberfall sitzt Marty Strauss nun schon seit zehn Jahren im Bau. Seine Frau Charmaine hat er schon eine Weile nicht mehr gesehen. Darum kann er sein Glück kaum fassen, als ihm eines Tages die Chance geboten wird, vorzeitig aus der Haft entlassen zu werden und in Freiheit zu arbeiten.
Ein gewisser Mister Toy fragt ihn, ob er bereit sei, als Leibwächter bei einem der reichsten und mächtigsten Männer der Welt zu arbeiten. Strauss bejaht ohne Zögern. Doch bereits nach wenigen Wochen auf dem weitläufigen Anwesen dieses Joseph Whitehead fallen marty ein paar merkwürdige Dinge auf. Whiteheads Besucher sind von der schleimigsten Sorte und recht zwielichtig. Whiteheads Tochter Carys ist drogensüchtig und wird wie eine Gefangene im Haus gehalten. Schon nach kurzer Zeit, nachdem Charmaine nichts mehr von ihrem Ex-Mann wissen will, sind Carys und Marty ein Paar.
Und da ist da noch ein Unbekannter, den Marty einfach den "Magier" nennt, scheint er doch von einem Licht umgeben zu sein, und Elektrozäune können ihm offenbar nichts anhaben. Dies ist Mister Mamoulian, der große Widersacher Whiteheads und dessen Nemesis. Das Buch erzählt von ihrer langen Auseinandersetzung, die für beide zum Tod führt.
Dies wäre kein Buch von Clive Barker, wenn es darin nicht Horror und Magie gäbe. Mamoulian sorgt für beides in überreichem Maße. Er könnte Satan persönlich sein, so wie er sich seine Sklaven schafft, Mister Breer beispielsweise. Breer ist ein Pädophiler, doch just als er sich erhängen will, holt ihn Mamoulian doch wieder zurück in ein Halbleben, in dem gewöhnliche Lebensgefahr für Breer keine Bedrohung darstellt. Und Mamoulian steuert nicht nur Breer mit telepathischem Zwang, sondern auch Carys Whitehead. Wenn er sich in Carys' Kopf "befindet", kann er sich mit ihren Augen in Whiteheads Anwesen gründlich umsehen. Deshalb ist für ihn auch der Angriff auf Whitehead ein Kinderspiel.
Denn Whitehead ist mit Mamoulian offenbar einen faustischen Pakt eingegangen. Im Warschau der Nachkriegszeit spielte er gegen den "letzten Europäer" Karten und gewann. Im Gegenzug wurden ihm Reichtum und Macht zuteil. (Dies ist das "Spiel des Verderbens".) Doch nun ist Mamoulians Lebenszeit abgelaufen, und er fordert seine Preis ein. Doch Whitehead ist dazu nicht bereit. Als Mamoulian mit Breer ein zweites Mal in Whiteheads Anwesen einbricht, bereitet er allem Leben dort ein Ende.
Nur Whitehead bleibt übrig, Marty hat sich versteckt, doch seine Geliebte Carys wird entführt - das Buch scheint (nach zwei Dritteln) an einem toten Punkt angekommen zu sein. Doch nun geht's natürlich erst richtig los. Und Marty muss in die Rolle des sagenhaften Orpheus schlüpfen, um Carys wiederzugewinnen. Nicht zufällig heißt der Ort des Showdowns "Hotel Orpheus".
Mein Eindruck
Nach den sechs "Büchern des Blutes", mit denen Barker für Aufsehen gesorgt hatte, bot er mit "Spiel des Verderbens" klassische Horrorkost, aber natürlich mit dem besonderen Barker-Touch. Hier leben Körper nur eine Art Scheinleben, ganz im Gegensatz zu den Seelen und Geistern ihrer Bewohner. Daher können Seelen auch von Körper zu Körper wandern, so wie Mamoulian es mit Carys tut und sie mit ihm. Solche mächtigen Seelen können ganze Räume und Häuser beherrschen und zufällige unglückselige Besucher in ihren Bann ziehen, so wie es Marty in dem haus in der Caliban (!) Street widerfährt. Daher ist der Tod eines Körpers auch keineswegs das Ende einer Seele, sondern nur eine besondere Art von Übergang.
Alle diese Elemente erlauben das Entstehen bestimmter Situationen, die nicht nur sublimes Grauen, sondern auch derbste, makabre Komik produzieren. Fürs Grauen ist Mamoulian zuständig, für das Makabre sein Untergebener Breer. Marty und Carys bekommen beides auf ihre Weise zu spüren. Die Szenen des langwierigen Finales im Hotel Orpheus sind eine sonderbare Kombination aus beidem.
Was will uns der Dichter sagen? Nun, Mamoulian heißt nicht zufällig "der letzte Europäer", und Marty will am Ende des 2. Drittels nicht zufällig nach Amerika auswandern. Der Roman bildet eine Abrechnung mit dem alten Europa, wie es hier ab dem Jahr 1811 geschildert wird: die Napoleonischen Kriege, dann das Nackriegs-Warschau 1945, schließlich die 80er Jahre - eine Geschichte von Gewalt, Chaos und Machtansammlung bzw. -verteidigung, für die stellvertretend Whitehead und Mamoulian stehen. Marty will da raus. Aber nicht ohne Carys, das heißt: nicht ohne Erlösung.
Nicht jeder Leser dürfte das Buch spannend finden. Es gibt Passagen, in denen anscheinend nichts passiert, sondern nur ein Eindruck eingefangen wird, so etwa dann, wenn Marty Whiteheads Haus und Grundstück erkundet. Ungeduldige Leser seien darum erstens gewarnt und zweitens getröstet: Im letzten Drittel des Romans mit dem Titel "Sintflut" überschlagen sich die Ereignisse, bis sie im Finale gipfeln. Natürlich ist dieser Teil wenig zu verstehen, wenn man die Vorgeschichte und die Akteure nicht kennt.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: The damnation game, 1985; Heyne 05/2002, München, 575 Seiten, EU 8,95, aus dem Englischen übertragen von Joachim Körber und Werner Bauer; ISBN 3-453-21086-7
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-02 20:38:17 mit dem Titel Ben Bova: *Jupiter*: Spannende Jupitermission
Gibt es intelligentes außerirdisches Leben auf dem Riesenplaneten Jupiter? Und falls ja, darf man dann darüber sprechen? Eine knifflige politisch-religöse Frage, mit der sich der Astrophysiker Grant Archer auseinandersetzen muss - denn die christlichen und islamischen Fundamentalisten der Erde betrachten intelligente Aliens als Gotteslästerung.
Der Autor
Ben Bova ist ein Veteran - auf beiden Seiten des Schreibtischs: Als Herausgeber des Science Fiction-Magazins "Omni" förderte er gute AutorInnen und veröffentlichte darin auch fundierte wissenschaftliche Artikel; als Autor schrieb er einige erfolgreiche Romanzyklen, zuletzt hat er sich das Sonnensystem vorgenommen. Seine beiden Mars-Romane wurden Bestseller. Mit "Venus" und "Jupiter" zog er nach - vielleicht schafft er ja auch noch "Merkur" und den ganzen Rest.
Während in "Venus" die dramatische Handlung derart überwog, dass die menschlichen Klischees das wissenschaftliche Interesse erdrückten, gelingt es Bova in "Jupiter", das Ruder herumzureißen und einen ordentlichen Roman über eine lebensgefährliche Forschungsexpedition ins Innere des Riesenplaneten abzuliefern.
Handlung
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Die Fundamentalisten
Am Ende des 21. Jahrhunderts ist der religiöse Fundamentalismus auf der ganzen Welt die dominante politische Strömung. In den USA gibt die sogenannte Neue Ethik (NE) den Ton an, mit dem Argument, dass der Mensch so verantwortungslos wie bisher nicht mehr mit der göttlichen Schöpfung umspringen könne - die zehn Milliarden Erdenbewohner müssten endlich die göttlichen Gebote beachten. Die NE verbreitet die Lehre des Kreationismus: Gott schuf die Welt in sechs Tagen und den Menschen nach seinem Ebenbild. Die Wissenschaft des Menschen darf nicht mehr alles erforschen, geschweige denn "Irrlehren" wie Darwins Evolutionstheorie verbreiten.
Doch beunruhigende Nachrichten kommen von der Jupiterstation Gold: Dort gehen ungenehmigte Dinge vor, womöglich gefährliche. Als der junge und frisch verheiratete Astrophysiker Grant Archer daher zum NE-Regionaldirektor Beech berufen wird, der ihm befiehlt, zum Jupiter zu fliegen, ist er sich sicher, dass ein Riesenfehler gemacht wird. Er kommt sich vor wie Herr K. in Kafkas "Prozess". Zu allem Überfluss soll er als Spion der NE zum Jupiter fliegen.
Doch alle Proteste fruchten nichts. Während seine Frau Marjorie für die Friedenstruppen auf der Erde arbeitet, muss Grant zur Jupiterstation - allein die langweilige Hinreise dauert Monate. Und das Leben auf der Station wird von einem Diktator namens Dr. Wo wie weiland Käptn Ahab ("Moby Dick") regiert. Besser, man legt sich nicht mit ihm an. Wie Ahab hat auch Dr. Wo ein Beinproblem: Nach einem schweren Unfall mit der bemannten Jupitersonde sind seine beiden Beine fast vollständig gelähmt. Doch mit Hilfe von Training und implantierten Biochips kann Dr. Wo durchaus stehen.
Das Geheimnis
Aha, eine geheime Tauchsonde! Das war also das unbekannte Gebilde, das Grant beim Anflug auf die Station an deren Ring gesehen hatte. Und was sucht Dr. Wo mit der Tauchsonde? Natürlich außerirdisches Leben. Solange dieses nicht intelligent ist, ist das nicht verboten. (Man merkt hier schon die Absurditäten der Neuen Ethik.) In der gigantischen Atmosphäre des Riesenplaneten hat man bislang die schwebenden Medusen entdeckt, die schon Arthur C. Clarke in seiner Novelle "Treffen mit Medusa" beschrieben hatte.
Doch weit unterhalb der Lebensebene der Medusen hat Dr. Wo einen flüssigen Ozean entdeckt und Aufnahmen von blinkenden Lichtern gemacht. Also muss jetzt eine zweite Expedition nachsehen, was es mit diesen Lichtern auf sich hat. Nachdem Grant sich bewährt hat und als Wissenschaftler auf der Station anerkannt ist, nimmt ihn Dr. Wo - quasi als Ritterschlag - in sein Tauchteam auf. Nachdem jedoch der zweite Tauchversuch wegen eines vergifteten Mitglieds (etwa ein Anschlag verkappter NE-Fanatiker an Bord?) abgebrochen werden musste, rekrutiert Dr. Wo den jungen Grant, der sich als Missionstechniker schon mit dem Ablauf usw. auskennt.
Die Mission
Jetzt geht also los! Endlich kann Grant eine fremde Welt selbst erforschen! Doch er hat eine Scheißangst. Denn erstens atmet man in der Sonde wegen des immensen Außendrucks nicht Luft, sondern eine kalte schleimige Flüssigkeit namens Perfluorcarbon (genau wie Ed Harris in James Camerons "Abyss") - bei der Umstellung von Luft auf PFCL steht man Todesängste durch. Und zweitens scheint die Kapselkommandantin, Dr. Krebs, nicht ganz in Ordnung zu sein: Dass sie eine Diktatorin ist, ist okay: kennt man schon von Dr. Wo. Dass sie einen nicht sieht, wenn sie nicht per Biochip mit dem Bordcomputer verbunden ist, ist da schon etwas beunruhigender.
Dafür fühlt man sich dann aber wie Gott! findet Grant. Denn durch die implantierten Biochips ist sein Gehiorn direkt mit den Bordsystemen verbunden. Sozusagen im Cyberspace spürt er die Power des Reaktors und der Triebwerke. So gerüstet, geht's ab zu Grants turbulentester Tauchfahrt seines Lebens.
Leviathan
Ich verrate hier nichts Geheimes, wenn ich euch Leviathan vorstelle, das intelligente außerirdische Lebewesen, das mit seiner Sippe den Jupiterozean durchschwimmt. Leviathan wird in mehreren kurzen Kapiteln schon am Anfang des Buches vorgestellt. Er ist ein Gestaltwesen, das aus einer Aggregation spezialisierter Einzelwesen besteht. Manche seiner Bestandteile sind also für die Fortbewegung zuständig, andere für die Nahrungsaufnahme, wieder andere für die intellektuellen Funktionen.
Da Leviathan - benannt nach dem mythischen Meereswesen aus der Bibel - ein neugieriger junger Bursche ist, hat er sich ein wenig zu weit von der Herde entfernt. Er hat schon von der ersten Sonde gehört, die im Ozean aufgetaucht ist. Das Schicksal (und der Autor) will es, dass Leviathan auf die menschliche Tauchkapsel trifft - eine Begegnung, die das Sonnensystem verändern wird und Grant Archer, den NE-Spion, vor eine schwere Entscheidung stellt.
Mein Eindruck
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"Jupiter" weist also durchaus eine plausible und vor allem im zweiten Teil spannende Handlung auf, die so manchem Science Fiction-Freund schmecken dürfte: Auf so spannende Missionen durfte man in letzter Zeit lange warten, zumal wenn sie mit so fundierten Erkenntnissen angereichert sind. Natürlich sind Medusen, Leviathane und Jupiterhaie erfunden - dichterische Freiheit. Sie sind ja das Salz in der Suppe, die der Mission des Grant Archer die Krone aufsetzen.
Man muss kein gläubiger Christ sein, um die christliche Einstellung Grants akzeptieren oder gar tolerieren zu können. Auch die Zitate aus den Psalmen, die jedem der fünf Buchteile als Motto vorangestellt sind, stören nicht allzu sehr - sie verleihen der Story das Flair der fünfziger Jahre, als die Welt noch halbwegs in Ordnung war (und einige der besten Science Fiction-Geschichten geschrieben wurden).
Wissenschaft zwischen Wahrheitsfindung und politischer Verantwortung - so lautet der grundlegende Konflikt, auf den Punkt gebracht, mit dem sich der Autor in diesem Roman beschäftigt. Der Konflikt wird in dem Helden der Handlung, Grant Archer, exemplarisch ausgetragen. Von den Fundamentalisten der NE als Spion entsandt, sieht sich der Wissenschaftler doch auch der Neugierde und dem Forschen nach Wahrheit verpflichtet. Und was noch wichtiger ist: In der Arbeit mit einem intelligent gemachten Gorillaweibchen entwickelt er ein Verantwortungsgefühl für nichtmenschliche Intelligenz. Grant kann dies durchaus mit seinem christlichen Glauben vereinbaren, dann er sagt sich, dass auch dies zu Gottes Werk gehört - und wer ist der Mensch, dass er über Gottes Werke zu Gericht säße?
So könnte also auch ein guter Roman des frühen Heinlein (der zwischen 1947 und 1958) aussehen, wenn er denn weiterschriebe. Die Missionsvorbereitung und die Jupitermission selbst haben mich an etliche Erkundungs-Stories erinnert, natürlich an "Treffen mit Medusa", aber auch an das beklemmende und furchterregende "Projekt Luna" (Rogue Moon) des Amerikaners Algis Budrys. Da merkt man, dass die Erkundungsfahrt in eine so fremde Welt wie Jupiter auch eine Fahrt ins Herz der Finsternis sein kann - und damit ist nicht nur die äußere Finsternis gemeint. Die Auseinandersetzung mit der blinden Kapselkommandantin erzeugt ein Gefühl der Paranoia, wie es wohl an Bord so manchen U-Boots vorkommen könnte. Es gemahnt an die Stimmung auf der "Pequod", dem todgeweihten Schiff des buchstäblich verdammten Käptn Ahab in "Moby Dick". Motive dieses Meisterwerks von Melville ziehen sich durch den ganzen Roman und wären eine nähere Untersuchung wert.
Unterm Strich
"Jupiter" mag zwar manchen logischen Schwachpunkt aufweisen (dichterische Freiheiten), doch bietet der Roman insgesamt hohe Spannung, die aus einer (menschlich und wissenschaftlich) plausiblen Handlung erzeugt wird, die vor einer möglichen Welt des Fundamentalismus als Hintergrund spielt. Ich jedenfalls konnte das Buch auf den letzten 100 Seiten - der Beschreibung der Mission - nicht mehr aus der Hand legen. Ich denke, dafür lohnt sich der Kauf.
Leute, denen sich beim Wort "Gott" die Zehennägel aufrollen, solten tunlichst die Finger davon lassen.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Jupiter, 2000; Heyne 7/2002, Nr. 06/6416, München; 526 Seiten, EU 8,95, aus dem US-Englischen übertragen von Walter Brumm; ISBN 3-453-21349-1
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-10 11:25:17 mit dem Titel Ben Bova: *Venus*: Spannendes Liebesdrama
Der Abend- und Morgenstern Venus ist vor Ort leider so heiß wie die Hölle: über 400° Grad. Ausgerechnet dorthin führt eine Expedition, um die sterblichen Überreste eines Forschers zu bergen. Auch der Preis ist heiß: 10 Milliarden Dollar. Doch die Strapazen der Reise können es durchaus mit den Qualen der Liebe aufnehmen, mit denen sich der Held herumschlagen muss: Die Liebes-Qualen der Venus-Hölle!
Der Autor
Ben Bova ist ein Veteran des Geschäfts - auf beiden Seiten des Schreibtischs: Als Herausgeber des Science Fiction-Magazins "Omni" förderte er gute AutorInnen und veröffentlichte darin auch fundierte wissenschaftliche Artikel; als Autor schrieb er einige erfolgreiche Romanzyklen, zuletzt hat er sich das Sonnensystem vorgenommen. Seine beiden Mars-Romane wurden Bestseller. Mit "Venus" und "Jupiter" (siehe meinen Bericht vom 2.7.) zog er nach - vielleicht schafft er ja auch noch "Merkur" und den ganzen Rest.
Handlung
Der Industriemagnat Humphries hat zwei Söhne, in seinen Augen einen "guten" und einen "schlechten". Alex, der "gute", sollte die Firma erben, kam aber bei dem Versuch, den heißen Planeten Venus zu erkunden, um: Er stürzte tödlich ab. Humphries ist entsprechend entsetzt und verbittert. Nun hat er nur noch Van, den "Kümmerling", einen kranken Schöngeist, der von Papis Geldzuwendungen ebenso abhängig ist wie von den Medikamenten, mit denen er seine Blutarmut bekämpfen muss. Diese Krankheit hat ihm seine Mutter vererbt, die drogenabhängig gewesen war und bei seiner Geburt starb. Eine unbekannte Stimme verrät Van am Telefon, sein Vater habe Alex auf dem Gewissen. Noch pikanter: Alex war ein Mitglied der Internationalen Grünen Partei (IGP), die die Reichen enteignen will. Da der Alte das wusste, hat er vielleicht Alex wirklich abserviert...
Alles in allem also eine hochgradig explosive Situation, als Papa Humphries ankündigt, er setze 10 Milliarden Dollar für denjenigen aus, der ihm die Überreste seines Sohnes von der Venus zurückbringe. Ein weiterer Affront gegen Van, der noch gekrönt wird von Papis Ankündigung, er werde ihm demnächst den Geldhahn zudrehen. Was bleibt Van übrig, als sich zur Venus aufzumachen?
Aufi, Buam: Pack ma's!
Was zunächst als strikt private Mission geplant war, erhält die Segen der Wissenschaft und einer Raumfahrtbehörde. Eine Astrophysikerin, die zusammen mit ihrem alten Professor eine Theorie über venusische Plattentektonik aufgestellt hat, will ihre Theorie nun durch Messdaten untermauert oder widerlegt sehen.
Obendrein setzt "der Alte" in letzter Sekunde seinem Kümmerling eine kompetente Kommandantin vor die Nase: die resolute Desiree Dupont, die auch gleich ihre hübsche Tochter Marguerite mitbringt. Da hilft es nichts, dass Marguerite logisch denkende Wissenschaftlerin der Biologie ist (Biologie auf der Venus, fragt sich Van): Vans Hormone spielen trotzdem verrückt bei ihrem Anblick. Natürlich lässt sie ihn abblitzen.
Nichts geht so reibungslos vonstatten, wie es sich Van vorgestellt hat. Der Alte informiert ihn per Funk ihn, dass auch ein Asteroidenmineur namens Lars Fuchs an dem Rennen um die 10 Milliarden teilnehmen werde. Die Situation gemahnt zunehmend an das "Rennen um die Welt", wie es Hollywood mal in Cinemascope verfilmt: eitle und feinselige Männer in ihren knatternden Kisten, die dem Preis nachjagen. Denn, wie Van erst sehr spät erfährt, ist Fuchs der alte Erzfeind des Alten: Humphries spannte Fuchs die Frau aus, die sechs Jahre später Vans Mutter werden sollte...
Ein Planet wie die Hölle
Erst als diese zusammengewürfelte Mannschaft mit ihrem Leichtraumschiff "Hesperos" (Abendstern) in den stürmischen Luftraum der Venus eintritt, wird es richtig interessant. Nachdem die fragile "Hesperos" die Stürme der äußersten Atmosphäre überstanden hat, entdeckt Marguerite in der ruhigeren Zone darunter Kleinstlebewesen. Ja, und was machen diese possierlichen Tierchen? Sie haben nichts Besseres zu tun, als die Metallegierungen der Raumanzüge und der Luftschleuse aufzufressen - von wegen "toter Planet"!
Nun bekommt der unter Anämie dahertorkelnde Held alle Hände voll zu tun. Schon bald heißt es: Bitte aussteigen; diese Fahrt endet hier. Während sich die "Hesperos" allmählich in ihre Bestandteile auflöst, taucht Käptn Lars Fuchs in seinem wesentlich robusteren Rraumschiff "Lucifer" (Morgenstern) zur Rettung des Sprösslings seines Erzfeindes auf - widerwillig natürlich.
Nachdem eine Besatzungsmitglieder der "Hesperos" den Sprung auf die "Lucifer" nicht geschafft haben, findet sich Van in einer bizarren Art von Patsche wieder: An Bord von Fuchs' Schiff rackert er als Gefangener und sieht ohne seine Medikamente dem Tod entgegen. Währenddessen scheint sich die geliebte Marguerite außergewöhnlich gut mit Kapitän "Lucifer" Fuchs zu verstehen. Doch die Höllenqualen der eifersüchtigen Liebe sind nichts gegen das, was Van auf dem kochendheißen Planeten erwartet.
Mein Eindruck
"Hormonspektakel" wäre das passendste Wort, das mir als erstes in den Sinn kommt, um die Handlung zu summieren. Bova hat mit "Venus" eine erstklassige Herz-Schmerz-Schmonzette um Liebe, Lust und Leidenschaft geschrieben, die in jedem Julia-Roman die Leser zufriedenstellen stellen würde. Dumm nur, dass er sich ausgerechnet die Science Fiction für diese Art Romanze ausgesucht hat. Die Mischung ist nicht nur unbefriedigend gelungen, sondern wirkt auf wissenschaftlich etwas kühler denkende Leser geradezu unappetitlich und abstoßend, wenn nicht sogar schlichtweg lächerlich.
Absurdes Drama
Das Problem besteht ja darin, dass nicht nur die Bedingungen einer fremden Welt wie etwa metallfressende Mikroben die Handlung vorantreiben - das wäre der Standard in der Science Fiction. Diesmal kommt als tragender Faktor das Familien- und Liebesdrama hinzu. Man könnte es durchaus ertragen, wenn es sich nicht selbst so todernst nehmen würde. So hat man in den 40er und 50er Jahren billige Science Fiction geschrieben, doch spätestens seit der New Wave der 60er ist dieser Stil ad absurdum geführt - das hat sich in den USA wohl noch nicht herumgesprochen.
Daher dürften die einzigen Leser, die voll auf solches Zeug abfahren, Minderjährige sein, die selbst unter den Auswirkungen diverser Hormonschübe zu leiden haben. (Wie man am Erfolg von Military SF und etlichen blutrünstigen Serien ablesen kann, gibt es hier immer einen Absatzmarkt: Kampf, Blut und Sex sind einfach "geil".)
Das Erzählverfahren
Auch Bovas Erzählverfahren bereitete mir Bauchschmerzen. Alles wird aus der Perspektive des Ich-Erzählers geschildert, also aus der subjektivsten Sichtweise, die zur Verfügung steht. Da aber der Held schwach und krank ist, fällt es dem Leser schwer, sich mit ihm zu identifizieren. Zweitens ist dieser Held schrecklich ahnungslos und naiv (wieder junge Leser?), was Raumschiffe, fremde Planeten und nicht zuletzt Frauen angeht.
Zwar macht er sich keine Illusionen über seine Schmarotzerfreunde auf Erden, doch an Bord der "Lucifer" fällt er von einer Überraschung in die nächste. Dass er dabei keine sonderlich gute Figur abgibt, ist wohl klar. Und das geht so weiter, bis er auf der Venus landet. Auch dort gilt Dr. Murphys Gesetz: Es wird alles schiefgehen, was nur schiefgehen kann.
Angesichts des Schlusses hätte Bova genau so gut Military-Science Fiction schreiben können: Der im Höllenfeuer des fremden Planeten gestählte Jüngling ist erwachsen geworden: Er hat das Mädchen gekriegt und tritt seinem "altem Knacker"-Papi verbal in den Hintern. Kann er ja auch: mit 10 Milliarden in der Hand.
Unterm Strich
Wer als pubertierende Leseratte mal so richtig tief in die Science Fiction der vierziger und fünfziger Jahre (Heinlein und Co. lassen grüßen) eintauchen, kann sich diese dramatische Romanze gerne reinziehen.
Wer allerdings auf wissenschaftlich fundierte Science Fiction steht, sollte eher zu Bovas Roman "Jupiter" oder gleich zu anderen Autoren wie Stephen Baxter greifen. Die machen dabei einen guten Job, auch wenn das nicht immer hundertprozentig hinhaut.
Und dann gibt es da noch ganz andere Science Fiction wie etwa die von Philip K. Dick, Ursula K. Le Guin und Ian McDonald, die sowohl moderne gesellschaftliche (etwa die Geschlechterproblematik und Asylanten) als auch geisteswissenschaftliche (Kann ich erkennen, ob etwas echt ist, wenn alles künstlich ist? Kann ich mit dem geist die Welt verändern?) Themen relevant finden und überzeugend aufgegriffen haben.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Venus, 2000; Heyne 4/2002, Nr. 06/6388, München; 494 Seiten, EU 8,95, aus dem US-Englischen übertragen von Martin Gilbert; ISBN 3-453-19677-5
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-08 11:44:29 mit dem Titel Stephen Baxter: *Das Multiversum 1: Zeit*: Visionär
Botschaften aus der Zukunft, Reisen in eine Milliarden Jahre entfernte Zukunft: "Manifold: Time" ist ein Science Fiction-Roman voller effektvoller Ideen, die sich der Autor jedoch nicht aus den Fingern gesogen hat. Sein Nachwort belegt seine fundierten wissenschaftlichen Quellen. Das muss nicht bedeuten, dass diese Ideen innerhalb der Science Fiction neu sind, vielmehr beutet baxter sie auf neue Weise aus.
Baxter hat sich in den letzten paar Jahren zu einem würdigen Nachfolger von Arthur C. Clarke (einem Ko-Autor) und Isaac Asimov emporgeschrieben. Mit Romanen wie "Ring" (aus dem Xeelee-Zyklus) und "Titan" öffnete er dem Science Fiction-Publikum die riesigen Dimensionen, die das Universum charakterisieren.
In "Multiversum 1: Zeit" erschließt er die zeitlichen Dimensionen, in die sich zuerst sein Landsmann Olaf Stapledon in den 1930er Jahren wagte ("Der Sternenschöpfer", "Die letzten und ersten Menschen"): Billiarden von Jahren in der Zukunft, am Ende des Universums. In "Manifold: Space", seinem neuesten Roman, versucht er das Gleiche für die Dimension des Raums.
Handlung
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Im Jahr 2010 sind die Aussichten für die Erde und das Überleben des Menschen als Spezies noch düsterer als sie heute bereits sind. Da die Erforschung und Nutzung des Weltraums jenseits des Mondes seit 40 Jahren von der NASA blockiert wird und so die Weltwirtschaft ineinem geschlossenen Kreislauf auf die Ausbeutung der Erde hinarbeitet, sehen der Ex-NASA-Mitarbeiter und Unternehmer Reid Malenfant und sein geistiger Mentor Cornelius Taine nur einen Ausweg, nämlich den Ausbruch aus der Umklammerung der NASA durch ein waghalsiges Unternehmen: den Start eines privaten Raumschiffs.
Kurz bevor die von der Regierungsbehörde NASA in Marsch gesetzten Bürokraten den Start verhindern können, gelingt Malenfant der Start des "Big Dumb Boosters", eines Billig-Shuttles. Die 'Nautilus' hat keine Besatzung außer einem genetisch zu einem intelligenten Bewusstsein gebrachten Tintenfisch. Dieser Kalmar namens Sheena 5 ist sozusagen der Pilot der Nautilus und wie sich später herausstellt, hat sie ein kleines Geheimnis mitgenommen: Sie ist schwanger...
Das Ziel des Raumfahrtprogramms, für das Malenfant eine Reihe von Investoren gewinnen konnte, war ursprünglich das Einfangen eines Asteroiden, dessen Erzvorkommen ausgebeutet werden sollten. Doch in letzter Minute ließen Malenfant und Taine das Ziel ändern. Die Gründe dafür sind sehr überraschend. Die beiden haben nämlich eine per Neutrino übertragene Botschaft erhalten: "1986 - 3753". Wie sich zeigt, sind dies die astronomischen Daten für einen einzigen möglichen Kandidaten: Nur der exzentrische Asteroid Cruithne (sprich: kruuth'ni) kommt in Frage, und seine Umlaufbahn weist ihn als zweiten Mond der Erde aus.
Doch wer schickte die Botschaft aus der Zukunft? Taine Nennt sie die "Downstreamer", nach ihrer Position im abwärts gerichteten Fluss der Zeit, in der Zukunft. Als die Nautilus auf Cruithne eintrifft, veranlasst Sheena 5 alle richtigen Vorgänge, um die Materialvorkommen Cruithnes auszubeuten. Sie nutzt sie außerdem insgeheim, um ihrer Nachkommenschaft das Überleben zu sichern, zumindest den vier Kalmaren, die sich als ebenso intelligent wie sie selbst herausstellen. Die Kinder von Sheena 6-9 teilen diese Intelligenz, doch sehen auch sie ihr Überleben bedroht, da die Ressourcen nicht reichen. Und so erkunden sie Cruithnes andere Seite. Hier stoßen sie auf ein Artefakt: einen blauen Ring, ein Tor in eine andere Zeit, die Zeit der Downstreamer.
Malenfant, seine Ex-Frau und Managerin Emma und Taine sind von den Socken. Sie können durch unabhängige Miniroboter die Vorgänge auf dem Asteroiden verfolgen. Der blaue Ring ist das Symbol, das die überdurchschnittlich intelligenten Kinder tragen, die in letzter Zeit überall auf der Erde aufgetaucht sind. Eines dieser Kinder, Michael, hat Emma selbst in Sambia besucht: Er hat schwierigste physikalische und mathematische Probleme intuitiv gelöst. Offensicht besteht ein Zusammenhang zwischen Downstreamern (die Cruithne-Botschaft), dem Cruithne-Artefakt und den Blauen, wie die jungen Genies genannt werden. Wollen uns die Downstreamer retten, bevor wir uns selbst ausrotten, wie ein gewisser Carter ausgerechnet hat. Er prophezeit den Zusammenbruch der Weltwirtschaft für die nächsten 150 bis 240 Jahre.
Selbstverständlich haben alle diese Enthüllungen, die der eifrige Malenfant an die Medien weitergibt eine brisante Wirkung auf die vernetzte Weltbevölkerung: Selbstmorde, selbsternannte Rächer und Weltuntergangssekten, Kirchendementis und die obligate NASA-Blockierung sind an der Tagesordnung. So hat Emma alle Hände voll zu tun, das Überleben von Malenfants Firma zu sichern.
Doch beim nächsten Start zum Asteroiden nimmt Malenfant nicht nur Taine mit, sondern auch das junge Genie Michael und - Emma. Verfolgt von Kongressanordnungen, Racheanschlägen und natürlich NASA-Schergen kann Malenfant gerade noch abheben, bevor man seine Firma und die von Taine dichtmacht. Und was er der völlig überraschten Emma nicht gesagt hat, ist das Geheimnis, warum er aus der NASA geflogen war...
Mein Eindruck
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Mit Hilfe heute noch exotisch erscheinender Ideen aus der Quantenphysik versucht Baxter, im Leser eine Art 'sense of wonder' zu erzeugen. Das gelingt ihm auch stellenweise ausgezeichnet. Voraussetzung ist natürlich, dass der Leser geistig mithalten kann. Dies ist also eher ein Buch für Luft- und Raumfahrttechniker...
Bevor der Leser jedoch völlig abzuheben droht, schiebt Baxter immer wieder Textschnipsel aus der realen Welt des Jahres 2010 ein, beispielsweise aus Internet-Artikeln (mit simulierten Hyperlinks) oder aus Interviews. Dies filmische Technik hat er sich von John Brunners großartigem Roman "Morgenwelt" ("Stand On Zanzibar", 1969) abgeschaut. Zum Glück traut er sich nicht, die chronologische Abfolge der erzählten Ereignisse durcheinander zu bringen, wie dies gerne Mainstream-Autoren wie Douglas Coupland praktizieren. So hat der Leser stilistisch festen Boden unter den Füßen.
Was die Wahrscheinlichkeit des geschilderten Szenarios anbelangt, so besteht zwar eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Zusammenbruch der Imperiums des Menschen in den nächsten 200 Jahren stattfindet, doch die Methoden, wie dies verhindert werden könnte, sind natürlich Baxters Erfindung: privatunternehmerische Erforschung und Ausbeutung der Asteroiden beispielsweise, hilfreiche bzw. warnende Botschaften aus der Zukunft, 'Uplifting' von intelligenten Spezies usw.
Die einzigen 'Downstreamer', die es geben wird, sind wir selbst. Und der Stream, in dem wir abwärts schwimmen, ist sowohl die Zeit als auch der sich verschlimmernde Zustand unseres blauen Planeten. Baxters Figur Taine behauptet, die Erde sei der einzige Ort im Universum, wo sich nach dem Big Bang intelligentes Leben entwickelt habe. Nun haben wir keine Ausrede mehr: Wenn wir unser Mutterschiff Erde gegen die Wand gefahren haben, wird es keine Aliens geben, denen wir die Schuld in die Schuhe schieben können. Die Aliens sind wir selbst.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Manifold: Time, 1999; Heyne 8/2002, Nr. 06/6423, München; 684 Seiten, EU 9,95, aus dem US-Englischen übertragen von Martin Gilbert; ISBN 3-453-21356-4
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-12 14:36:00 mit dem Titel David Brin: *Sternenflut*: Zwiespältige Sternenoper
Dies ist der zweite Roman der promovierten Physikers David Brins und zugleich der zweite Band in den zwei Trilogien seines sogenannten Uplift-Zyklus. (Der erste Uplift-Roman heißt "Sonnentaucher".)
Diese Space Opera in Brins Uplift-Universum gehört zu den wichtigsten SF-Romanen der 80er und 90er Jahre. "Sternenflut" wurde mit den drei wichtigsten Preisen der Science Fiction ausgezeichnet.
Hintergrund
Im Universum der Fünf Galaxien, so der Hintergrund von Brins Roman, haben vor Urzeiten die sogenannten "Progenitoren" dafür gesorgt, daß sich mehrere Rassen - je eine pro Galaxie - zu Bewußtsein entwickeln konnten, um die Herrschaft über die jeweilige Galaxis anzutreten. Dies war das allererste Uplifting des Bewußtseins.
Die Debatte dreht sich nun darum, ob auch die Menschen davon betroffen waren oder ob sie sich selbst zur "Sapienz" entwickelten. Wie auch immer: Die Progenitoren verschwanden, die Menschen uplifteten die Delphine und Schimpansen zur Sapienz. Sie kamen den Progenitoren in "Sonnentaucher" auf die Spur und entdecken in dem Thriller "Sternenflut" noch weitere Artefakte sowie die Leiche eines uralten Wesens - möglicherweise einer der Progenitoren.
Handlung
Vor den Kriegsflotten verschiedener Alienrassen, die alle hinter der Leiche an Bord des Forschungsschiffs "Streaker" her sind, hat sich die Besatzung samt Schiff auf einem Wasserplaneten in Sicherheit gebracht. Das Schiff liegt auf dem Meeresboden, und die aus Menschen, Delphinen und Schimpansen gemischte Besatzung (letztere ebenfalls intelligent) müssen sich zusammenraufen, insbesondere angesichts der Gefahren, die auf dem Planeten Kithrup ebenso warten wie draußen im All.
Hier bietet sich dem Autor Gelegenheit zu ausgiebigen Verhaltensstudien und ironischen Seitenhieben auf die jeweils andere Spezies an Bord. Brin hat sich sogar eine neue Sprache für die Delphine ausgedacht: Trinär, das wie ein Haiku formuliert wird.
Währenddessen haben die Alienrassen, die Kithrup und die "Streaker" belagern, nichts Besseres zu tun, als sich gegenseitig zu verkloppen. Die Erdlinge auf der "Streaker" schlagen ihnen ein Schnippchen nach dem anderen. Allerdings regt sich Verrat in den eigenen Reihen, und nur mit knappster Not entkommen sie den feindlichen Aliens.
Das dramatische Ende soll hier nicht verraten werden. Die Abenteuer der "Streaker" gehen jedenfalls noch weiter.
Fazit
Diese Space Opera war zwar zu ihrer Zeit ein Hit in den USA und wurde mit Preisen überhäuft, dennoch bleibt ein zwiespältiger Eindruck zurück. Ein Szene- und Kultbuch eben. Besonders der dramtische Höhepunkt am Schluss, das Finale, hat mir gut gefallen. Ansonsten ist die Handlung weitverzweigt und es fällt schwer, ihr Spannung abzugewinnen.
Michael Matzer © 2000ff
Info: Startide Rising, 1983; München, Heyne, 2000; Heyne TB Nr. 06/8208; 653 Seiten, DM 16,00, aus dem US-Englischen übertragen von Rainer Schmidt, ISBN 3-453-16416-4
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-12 22:47:48 mit dem Titel Tauchfahrt in die Sonne - geniale SF
"Sonnentaucher" mag zwar David Brins erster SF-Roman gewesen sein, aber es ist zweifellos ein Meisterwerk. Und so kommt es einem vor, als habe hier einer der alten Profis à la Heinlein ein ausgereiftes Produkt abgeliefert.
Hintergrund
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Dies ist der erste Roman der promovierten Physikers David Brins und zugleich der erste Band in den zwei Trilogien des sogenannten Uplift-Zyklus. Diese Space Opera in Brins Uplift-Universum gehört zu den wichtigsten Science Fiction-Werken der 80er und 90er Jahre.
Im Universum der Fünf Galaxien, so der Hintergrund von Brins Roman, haben vor Urzeiten die sogenannten "Progenitoren" dafür gesorgt, daß sich mehrere Rassen - je eine pro Galaxie - sich zu Bewußtsein entwickeln konnten, um die Herrschaft über die jeweilige Galaxis anzutreten. Dies war das allererste Uplifting des Bewusstseins.
Die Debatte dreht sich nunmehr darum, ob
auch die Menschen davon betroffen waren oder ob sie sich selbst zur "Sapienz" entwickelten. Wie auch immer: Die Progenitoren verschwanden, die Menschen uplifteten die Delphine und Schimpansen zur Sapienz. Das war ihr Glück, denn sonst wären sie nach dem Erstkontakt mit den Aliens selbst upgeliftet worden - falls man sie dessen für würdig befunden hätte. Die Aliens hätten sie zum dienstverpflichteten "Klienten" eines "Patrons" gemacht - wer weiß, für welche fremdartigen Zwecke.
Handlung
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Beim Beginn der Handlung arbeitet der junge Jacob als Trainer für upgeliftete Delphine vor der südkalifornischen Küste. Eines Tages erhält er die Einladung zu einer Besprechung mit Aliens
südlich von San Diego. Dort befindet sich eine Reservation für Aliens, vor der Tausende demonstrieren. Es gibt nämlich auf der Erde den hitzigen Streit um die Stellung des Menschen in
der Evolutionstheorie: Erreichte der Mensch selbst die Sapienz à la Darwin, oder wurde er von Aliens upgeliftet - à la Däniken?
Mit mehreren Aliens sowie einem Wissenschaftler und einem aufdringlichen dogmatischen Reporter darf Jacob mit einem Raumschiff zur Sonne fliegen: Die Wissenschaftler meinen, dort auf Gespenster gestoßen zu sein! Aufgrund der Lügen und Tricks eines der Patron-Aliens glauben die Beobachter zunächst, wirklich die Solarier-Gespenster gefunden zu haben.
Doch Jacob gelingt es, den Alien zu entlarven dieser wollte lediglich die verachtete Wissenschaft der Erde der Lächerlichkeit preisgeben. Wäre es ihm gelungen, wären die Aussichten der Terraner, Forschungsresultate von der galaktischen Gemeinschaft zu erhalten, sehr schlecht gestanden. Doch die Chancen hätten sich erhöht, zu Klienten dieser Alien-Rasse adoptiert zu werden!
Mit einem deduktiven Bravourstück hat Jacob den einen Alien ausgeschaltet, als schon der nächste Ärger macht. Ihm, Culla, hatte Jacob wesentlich mehr vertraut. Culla bringt jedoch das Sonnentauchschiff zum Absturz. Mit knapper Not gelingt es der Mannschaft und ganz besonders Jacobs neuer Geliebter, der Pilotin Helene, das Raumschiff zu retten und Culla auszuschalten. Ihr Absturz wird auch von einigen wirklichen Solariern gebremst.
Schließlich jedoch versagt der Gravitationsausgleich und alle (außer dem dritten, widerstandsfähigen Alien) werden Opfer der gigantischen Schwerkraft der Sonne. Wenigstens ist es nicht aus mit ihnen: Durch die durch Helene veranlaßte Tiefkühlung an Bord wurden ihre klinisch toten Körper tiefgefroren, so daß man sie später wieder auftauen konnte. Und ihre Aufzeichnungen geben ihnen sehr gute Karten in die Hand, die sie beim galaktischen Poker um Macht und Einfluß einsetzen können...
Mein Eindruck
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Brin zeichnet zunächst ein geschlossenes, einheitliches Universum, wie man es in der Science Fiction noch nicht "gesehen" hat. Dann führt er glaubwürdige Charaktere ein und verwickelt sie in eine dramatisch sich steigernde Handlung.
Beim kühnen Unternehmen des Sonnentauchens entspinnt sich ein veritabler Krimi mit gleich zwei Finalen. Und Brin überrascht den Leser mit immer neuen Haken, die die Handlung schlägt, so daß man nicht aufhören könnte, selbst wenn man wollte: Jacob stellt sich als gespaltene Persönlichkeit heraus, der scheinbare Bösewicht LaRoque als verleumdeter Unschuldiger,
und der brave Alien Culla entpuppt sich schließlich als intriganter Oberbösewicht.
Brin verwendet in "Sonnentaucher" sein solides Wissen in der modernsten Physik, um dem Leser Szenarien und Bilder vor Augen zu führen, die zum klassischen "sense of wonder" beitragen: So wird zum Beispiel die Raumkapsel "Sundiver" zum sprichwörtlichen Schneeball in der Hölle - innen tiefgekühlt durch abgestrahlte Laserenergie, außen gebraten durch das Innere der Sonne.
Diese Genialität ist gepaart mit einem frechen, stellenweise gar unverschämten Humor, der die Lektüre zu einem reinen Vergnügen macht. Klasse!
Michael Matzer (c) 1999/2002ff
Info: Sundiver, 1980; Nr. 06/5278; 445 Seiten, aus dem US-Englischen übertragen von Rainer Schmidt, Heyne, München, ISBN 3-453-?
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-13 12:18:05 mit dem Titel Gregory Benford: *Im Meer der Nacht* (Contact-Zyklus #1): Erster Kontakt
Mit diesem minutiös recherchierten Roman startete der 1941 geborene Physikprofessor 1977 seinen CONTACT-Zyklus. Den Zyklus hat er fortgesetzt mit den übersetzten Bänden "Durchs Meer der Sonnen" (1984/87), "Himmelsfluss" (1987, dt. 1994) und "Lichtgezeiten" (1989, dt. 1994).
Handlung
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1949 wurde durch Walter Baade auf dem Mount-Palomar-Observatorium der Kleinplanet Ikarus entdeckt, der seine exzentrische Bahn zwischen Mars und Merkur zieht und sich der Erde bis auf 6,4 Mio. Kilometer nähern kann.
1997 registrieren die Astronomen einen rätselhaften Gasausbruch auf dem Himmelskörper, der seine Bahn verändert und ihn auf Kollisionskurs mit der Erde bringt. Ein Astronautenteam wird hinausgeschickt, um ihn mit Wasserstoffbomben zu sprengen. Es macht die sensationalle Entdeckung, daß es sich um ein getarntes, automatisches Raumschiff handelt. Das erinnert schwer an Clarkes "Rendezvous mit Rama".
Im Augenblick seiner Sprengung setzt das fremde Raumschiff einen Hilferuf ab, der gehört wird. Denn 15 jahre später taucht ein Robotspäher im Sonnensystem auf: der Schnark. (Der Snark ist eine fiktive Figur bei Lewis Carroll.) Die Militärs sehen in ihm eine Bedrohung und beschließen, ihn zu vernichten. Doch er entkommt in die Tiefen des Alls.
Die Menschheit hat sich mit diesen beiden Aktionen selbst als aggressive Lebensform eingestuft, die eine Gefahr für alle höheren Zivilisationen des Galaxis werden kann. Bedeutet es ihr Todesurteil? Der zentrale Charakter des Romans, Astronaut Nigel Walmsley, soll es herausfinden. Er tritt auch in der Fortsetzung "Durchs Meer der Sonnen" wieder auf.
Fazit
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"Im Meer der Nacht" ist das Vorspiel zur Kontaktaufnahme mit einem Universum, in dem ein beständiges Ringen zwischen organischem und anorganischem Leben bzw. den entsprechenden Lebensformen stattfindet. Und es sieht so aus, als behielten selbstreproduzierende Maschinenwesen die Oberhand. Dies ist kein leeres oder gar freundliches Universum, das auf die Eroberung durch den Menschen wartet. Vielmehr sieht sich die Erdexpedition schon bald in höchster Lebensgefahr...
Da Benford Physiker ist, liegt es nahe, daß er wissenschaftliche Kenntnisse bei der Leserschaft voraussetzt, um dieses Wissen in seiner Erzählung anbringen zu können. So liegt der Schwerpunkt weniger auf Romanze und Abenteuer als vielmehr auf den technischen Abläufen und dem kognitiven Neuland, das sich den Menschen durch den (vorerst vermasselten) Erstkontakt erschließt.
In der Ausgabe von 1980 liefert das Interview mit dem Autor wertvollen Aufschluß darüber, wie er die Rolle und Bedeutung der Science Fiction und seines Schaffens sieht und einordnet.
Michael Matzer © 2000ff
Info: In the ocean of night, 1977; Nr. 06/7027, aus dem US-Englischen übertragen von Gerd Hallenberger, München, Heyne, 2000, ISBN 3-453-17088-1
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-13 18:40:26 mit dem Titel Andreas Eschbach: *Das Jesus Video*: Katz und Maus im hl. Land
Gibt es Zeitreisende - und wenn ja, wo sind sie geblieben? Haben sie was mitgebracht?
Nach "Solarstation" und "Die Haarteppichknüpfer" legte Eschbach 1998 einen weiteren preisgekrönten Roman vor. Als der Roman im Taschenbuch erschien, war die Hardcover-Ausgabe bereits vergriffen.
Handlung
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Stephen Foxx, Mitglied der New Yorker Explorer's Society, findet bei archäaologischen Ausgrabungen in Israel in einem 2000 Jahre alten Grab die Bedienungsanleitung einer Videokamera, die erst in drei Jahren auf den Markt kommen soll. Es gibt nur eine Erklärung (oder?): jemand muß versucht haben, Videos von Jesus Christus zu machen. Der Tote im Grab wäre demnach ein Mann aus der Zukunft, dem es gelungen war, in die Vergangenheit zu reisen. Und irgendwo in Israel wartet eine Kamera samt Videoaufnahmen in einem sicheren Versteck darauf, gefunden zu werden.
Aber möglicherweise ist ja alles nur ein großangelegter Schwindel. Schließlich hat ein Medienzar, John Kaun, seine Finger im Spiel. Er finanziert die Ausgrabung, und ein dubioser britischer "Wissenschaftler" leitet die Grabungen. Als John Kaun dem Vatikan die noch nicht einmal gefundenen Videobänder gegen eine astronomische Summe verkaufen will, beginnt ein lebensbedrohliches Katz-und-Maus-Spiel für Stephen Foxx, das ihn zuletzt an den Rand des Verdurstens in der Wüste Negev führt.
Mein Eindruck
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Eschbachs große erzählerischen Vorbilder sind Konsalik und Alistair McLean. Der Leser stößt dementsprechend allenthalben auf Kniffe und effektvolle Strukturen in Eschbachs extrem spannenden Thriller. Leider sind notgedrungen seine Figuren entsprechend flach, geradezu stromlinienförmig. Immerhin rettet seine stellenweise auftretende Selbstironie ("Mein Gott, was für eine Phantasie!") den Erzählton vor dem Abrutschen ins pathetische Drama. Am markantesten gelungen ist wohl der eremitische Vater eines der Ausgrabungshelfer - er gibt den entscheidenden Hinweis auf den Verbleib der Videokamera, doch schließt er sich selbst vom Geschehen, ja vom Rest der Welt aus.
Ganz nebenbei vermittelt der Erzähler eine ganze Menge an Bildungswissen und wertvollen Einsichten - nicht nur über das politische Pulverfaß Israel, sondern auch über seine vieltausendjährige Geschichte, auf die sich u.a. auch unsere abendländische Kultur gründet. Hier agiert der Erzähler mit Tonnen von Material auf leichtfüßige Weise, glänzt stellenweise mit ironischem Witz und originellen Einsichten. Dies macht diesen Roman nicht nur zu spannender Lektüre, sondern zu einem Vergnügen, das nicht so schnell zu wiederholen ist.
Michael Matzer ©2002ff
Info: Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 2000, 651 Seiten, Nr. 14294, ISBN 3-7951-1625-2
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-21 13:02:40 mit dem Titel G. Benford: *Das Rennen zum Mars*: Mission to Mars 2. Klasse
Im Mai 2018 soll die erste bemannte Marsmission nach aktuellen NASA-Plänen starten. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Benford ist recht skeptisch geworden gegenüber den Chancen für diese Mission. In seinem Roman zeigt er, dass trotz bescheidenster Mitel ein Lohn errungen werden kann, der alle Opfer und Mühsal wert ist.
Der Autor
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Gregory Benford, Jahrgang 1941, gehört zu den profiliertesten Autoren von naturwissenschaftlich orientierter Science Fiction überhaupt. Nicht nur sein CONTACT-Zyklus hat ihm Lorbeeren eingebracht, sondern auch Thriller, die auf fundierten Kenntnissen über die Theorie von Schwarzen Löchern und Quantenphysik beruhen, so etwa "Artefakt" und "Cosm" ("Eater" erscheint demnächst bei Heyne).
Sein bester Roman ist jedoch für mich "Zeitschaft", eine Porträt wissenschaftlicher Arbeit in einem kalifornischen Labor, das eine Warnung aus der Zukunft erhälkt, sie aber kaum zu entziffern weiß (siehe dazu meinen Bericht). Nach diesem Buch wurde das amrikanische Imprint "Timescape" benannt.
Handlung
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Als die Regierung der Vereinigten Staaten die Ergebnisse einer Studie der NASA hinsichtlich der Kosten einer bemannten Mission zum Mars erfährt, stoppt sie alle Vorbereitungen für ein solches Projekt. Man greift vielmehr den Vorschlag "Mars Direkt" des Raumfahrtingenieurs Robert Zubrin auf: Man setzt ein Preisgeld für denjenigen aus, dem es gelingt, die Oberfläche des Roten Planeten zu erreichen und Bodenproben zur Erde mitzubringen. Das Preisgeld ist beachtlich: immerhin 30 Milliarden Dollar.
Damit ist jedoch, wie leicht abzusehen war, die Stunde der Abenteurer und Hasardeure gekommen. Sie kaufen gebrauchte Hardware auf, sichern sich Vorschüsse bei den Medien für exklusive Übertragungsrechte und nehmen arbeitslose Astronauten unter Vertrag.
So macht es auch der schwerreiche Unternehmer John Axelrod. Er lässt seine vielfältigen Beziehungen spielen, um beim nächsten Startfenster eine vierköpfige Mannschaft auf den Marstrip zu schicken. Obwohl die Missionsteilnehmer mit einer spartanisch eingerichteten Blechbüchse zurechtkommen müssen, gelingt ihnen die erfolgreiche Ankunft und Landung. Für die Rückkehr steht ein von der NASA zurückgelassenes Vehikel bereit, das ERV, das seinen Treibstof aus der dünnen Marsatmosphäre gewinnt.
Doch rund ein jahr später startet ein europäisch-chinesisches Konsortium ebenfalls ein Schiff. Das ist aber wesentlich besser ausgerüstet und mit einem Atomantrieb versehen, der es in weitaus kürzerer Zeit zum Roten Planeten bringt. Nun beginnt ein regelrechtes Wettrennen um den begehrten Preis.
Als die Erzählung beginnt, sind Axelrods Mannen bereits etliche Monate auf dem Mars zugange: der Russe Viktor ist der Kapitän, seine Gefährtin ist die Biologin und Psychologin Julia. Raoul repariert alles, und Marc, den Axelrod von den Chinesen abgeworben hatte, ist Geologe.
Axelrods Team erreicht das Ziel und macht sich auf die Suche nach Lebensformen. Julia vermutet tief unter der Oberfläche Mikroben in noch nicht vollends erkalteten vulkanischen Schloten. Diese Suche verläuft für sie höchst positiv, denn es handelt sich um Kolonien anaerober Mikroben, die nicht auf Sauerstoff angewiesen sind. Die Entdeckung dieser "Aliens" ist für die Sensationspresse der Erde, an die Axelrod jedes Fitzelchen an Infos verscherbelt, ein gefundenes Fressen. Als Julia durch die Expansion der "Aliens" in ihrer Versuchskammer einen Unfall erleidet und bei ihrer Flucht ins Freie im Vakuum ohnmächtig wird, heulen die Medien auf: "Erdenfrau auf dem Mars von Aliens angegriffen!" Paranoia feiert fröhliche Urständ.
Allerdings folgt schon nach kurzer Zeit ein weiterer Rückschlag. Bei einer Probezündung der Triebwerke des ERV-Rückkehrfahrzeugs wird dieses so schwer beschädigt, dass ein Rückflug zur Erde unmöglich geworden ist. Ein Ersatzfahrzeug von der Erde muss auf den Weg gebracht werden, um die Astronauten zu bergen.
Aber John Axelrod hat inzwischen seinen Bankrott erklärt und kann somit die erforderliche Rettungsmission nicht finanzieren. Müssen also seine Leute auf dem Mars jämmerlich verrecken? Aber dann landet endlich das zweite Team von der Erde. Allerdings hat es nur Platz für ein weiteres Besatzungsmitglied. Dessen Kapitän Chen ist so fies, Julia den Vorschlag zu machen sie mitzunehmen, wenn sie ihm Proben der "Aliens" überlässt. Als Julia sich weigert, herrscht dicke Luft. Und dann gibt es die ersten Toten...
Mein Eindruck
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Ein Top-Autor wie Benford erbringt Höchstleistungen, was die Recherche seiner Romane anbelangt. "Rennen zum Mars" ist keine Ausnahme. Die Bahnberechnungen für die verschiedenen Raumfahrzeuge sind ebenso professionell wie die Berge von Fakten, die Benford über den Mars vermittelt. Für den Leser bedeutet dies, dass er sich mit der Fülle wissenschaftlicher Informationen auseinandersetzen muss --er kommt nicht daran vorbei.
Ich habe dies nach beschwerlichen zwei Monaten Lesezeit endlich eingesehen. Da war ich ungefähr aud Seite 240 steckengeblieben. Denn schließlich passiert ja kaum etwas, außer dass Julia ein paar interessante Proben außerirdischen Lebens einsammelt und untersucht. Ansonsten beschreibt Benford im ersten 170 Seiten langen Teil, wie die Axelrod-Astronauten ausgewählt, trainiert und ausgetauscht wurden.
Außerdem erfahren wir, wie sie mit der äußerst lebensfeindlichen Umwelt des Roten Planeten zurechtkommen: Raumstrahlung, giftiger Peroxid-Staub und -Sand usw. Außerdem sind da noch recht menschliche Probleme psychologischer Art. Dies dient dazu, die besatzung besser kennenzulernen.
In Schwung kommen die Dinge erst in der zweiten Hälfte, als Julia ihren Alien-Unfall hat, das ERV abstürzt und zu allem Überfluss auch noch das gegnerische Team landet. Nun hat auch die Sensationspresse gut zu schreiben. Julia und ihr Gefährte Viktor, der Käptn, laufen zur Höchstform auf, um die diversen Krisen zu bewältigen. Das wird zunehmend spannender, bis man das Buch gegen Schluss überhaupt nicht mehr aus der Hand legen kann. (Genauso war auch "Zeitschaft" aufgebaut.)
Wie man sieht, bringt der Autor neben beeindruckenden Diagrammen und Planetenbeschreibungen auch eine spannende handlung mit Action zusammen. Ganz am Schluss kommt so etwas wie 'sense of wonder' auf.
Die Titel der Buchabschnitte
...lauten (1) "Die Mars-Unternehmer", (2) "Eine Mars-Odyssee", (3) "Vorposten Mars", (4) "Der Mars braucht Frauen" und (5) "Mars City". Titel Nr. 2 ist ein Zitat. So hieß eine der frühesten und besten Mars-Stories. Sie stammt von Stanley G. Weinbaum.- Titel Nr 4 zitiert einen Filmtitel, der sogar im Buch vorkommt. Es handelt sich um einen jener billig gemachten B-Movies, die auf anderen Welten nur Monster vermuten. Natürlich stürzt ein solches Monster auf der Erde und ist hinter den Frauen her (als ob es keine appetitlichere oder ergiebigere Nahrung gäbe, etwa einen Wal).
Die Art, wie Benford diese und andere Machwerke zitiert, ironisiert die Sensationsgier und naivität der Menschen. Gleichzeitig nimmt dies der Kritik an seinem eigenen Versuch, der geschilderten Marsexpedition zu einer gewissen Sensation zu verhelfen, die Spitze. No monsters here, thank you! Nur dumme, unvorsichtige Menschlein.
Die Übersetzung
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Martin Gilbert macht seine Sache als Übersetzer erstaunlich gut. Inzwischen scheint man bei Heyne eingesehen zu haben, dass leute, die im Original Umgangssprache benutzen, dies auch in der Übersetzung tun sollten. Das hat Gilbert umgesetzt; es verlangt natürlich ein erfahrenes Sprachgefühl, denn wer kennt schon jede Redewendung im US-amerikanischen Englisch? Gleichzeitig muss man sich auch in der Sprache der deutschen Jugend von heute zuhause fühlen, sonst kommt das nicht an.
Süddeutsche Leser müssen sich mit Gilberts norddeutschem Idiom abfinden, in dem schon mal Wörter wie "bräsig" vorkommen.
Bugs gibt es im Text dennoch genug: Die Ausdrücke "tar baby", "SEM" und "ASAP" ('as soon as possible') wurden unterstrichen, aber nicht übersetzt. Auf Seite 414 wurde vergessen, das Datum richtig anzugeben. Alle Kapitel geben das jeweilige Tagesdatum an; bei Kapitel 32 ist aber das des Vortages angegeben.
Der Originaltitel
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...The Martian Race ist ein englisches Wortspiel. Das englische Wort "race" bedeutet sowohl 'Rennen' als auch 'Rasse'. Und so kann sich Julia am Ende des Buches als Angehörige der marsianischen Rasse als auch Teilnehmerin des 'Rennens zum Mars' mit den gleichen Worten von ihren zur Erde fliegenden Kameraden verabschieden. Merke: Benford verfügt über eine gehörige Portion Sprachgefühl. Er hat es wahrscheinlich in zahllosen Vorträgen ausbilden können.
Fazit
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Ein sauber geschriebener Wissenschafts- und Expeditionsthriller, der anfangs viel Geduld verlangt, aber der in 2. Hälfte aber immer besser wird.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: The Martian Race, 1999; Heyne 2002, Nr. 06/8308, München; 493 Seiten, EU 12,00, aus dem US-Englischen übertragen von Martin Gilbert; ISBN 3-453-19667-8
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-11 11:32:29 mit dem Titel Geraldine Brooks: *Das Pesttuch*: Liebe in Zeiten der Pest
Der Ausbruch der Pest verändert in einem kleinen englischen Dorf alle Aspekte des täglichen Lebens. Die Bäuerin Anna Frith schildert die Umwälzungen, die sie auch am eigenen Leib erfährt, lebendig und authentisch - so realitätsnah, dass sich dem Leser das Grauen ebenso eindrücklich vermittelt wie das Wunder, dass manche Menschen die Seuche überleben. Der Vergleich mit Bildern von Peter Breughel liegt nahe.
Die Autorin
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Die amerikanische Journalistin und Autorin Geraldine Brooks besuchte eines Tages in England ein sogenanntes "Pestdorf". Dort hatten sich Menschen bei Ausbruch der Pest im 17. Jahrhundert selbst in Quarantäne begeben, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Konkretes Vorbild für brooks war der Ort Eyam. An den Mut und die Verzweiflung solcher Dörfler erinnert bis heute ein kleines Museum im Peak District von Yorkshire, Nordengland. (Das ist ist die Region um Sheffield herum; ich war 1984 dort: Der Peak District ist gebirgig und wildromantisch, aber in weiten Teilen abgelegen und einsam.)
Handlung
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Man schreibt das Jahr des Herrn 1665 in einem kleinen Dorf im stürmischen Yorkshire, Nordengland. Hier leben nur wenige hundert Menschen, hauptsächlich von den Bleiminen und der Landwirtschaft. Der Bürgerkrieg ist gerade vorbei, und man versucht zur Normalität zurückzufinden.
Im Pfarrhaus wohnt der junge Mr. Mompellion mit seiner Frau Elinor. Er hat den puritanischen Pfarrer Stanley abgelöst und wird noch nicht von allen Bürgern akzeptiert. Und wie sich zeigen soll, wird auch der chistliche Glaube nicht von allen akzeptiert.
Anna Frith arbeitet bei den Mompellions als Dienstmagd im Haushalt, hat aber auch eine Schafzucht zu führen und eine Familie zu ernähren. Ihr Mann Sam starb vor kurzem in den Bleigruben, nur ihre zwei kleinen Jungen Jamie und Tom sind ihr geblieben. Die einsame Frau freut sich über den neuen Untermieter, einen Schneidergesellen namens George Viccars, der sich auch in die junge Witwe verguckt und ihr Stoff für ein schönes Kleid schenkt. Wie sich jedoch bald zeigt, befinden sich in diesem Tuchballen jene Flöhe, die den Pesterreger, die "Pestsaat", übertragen. Die Flöhe gedeihen auf Ratten, die die Flöhe natürlich verbreiten.
Als Anna eines Morgens von ihrer Arbeit im Pfarrhaus zurückkehrt, findet sie George in einem furchterregenden Zustand vor: Eine riesige lila-gelbe Beule verunstaltet das schmerzverzerrte gesicht des Mannes. Anna ist verzweifelt: Sie hat von Heilkunde keinen blassen Schimmer. Als der Schneider Stunden später stirbt, schreit er: "Um Gottes willen, brennt alles!" Das hätte Anna tun sollen. Schon wenige Tage danach sterben die ersten Kinder im Dorf, darunter ihre eigenen.
Die Seuche greift um sich wie ein Lauffeuer. Verzweiflung, namenlose Angst und Hilflosigkeit bringen die Leute schier um den Verstand. Andere wiederum, wie Annas Vater, saufen sich um ihren Verstand. In einer dramatischen Predigt trotzt Pfarrer Mompellion den Kirchenbesuchern (es sind wenig genug) ein Gelöbnis ab: Niemand soll das Dorf verlassen, bis diese "Prüfung Gottes" überstanden ist. Natürlich halten sich die Großgrundbesitzer derer von Bradford nicht an diesen Appell, sondern flüchten nach Oxford, weit weg. Immerhin unterstützt der Graf von Chatsworth die Dörfler mit regelmäßigen Lebensmittellieferungen.
Nunmehr gleicht das quasi unter Quarantäne stehende Dorf einem Kochtopf, in dem sich ein ungeheurer (psychischer) Druck aufbaut. Die einzigen heilkundigen Frauen des Dorfes werden der Hexerei bezichtigt und brutal ermordet. Diese Szenen lassen nichts an Deutlichkeit und Schrecken zu wünschen übrig. Nun müssen sich Anna Frith und ihre Freundin Elinor Mompellion selbst die nötigen Kenntnisse aneignen. Aberglaube greift um sich, Elinor erkrankt und es bahnt sich eine verhängnisvolle Familientragödie an.
Nach einem Jahr des Grauens und der Wunder scheint alles vorbei zu sein, die Seuche überstanden. Doch dann kommt es anders als erhofft. Und die inzwischen heilkundige Anna Frith muss fliehen - weit, weit weg.
Mein Eindruck
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Die Hauptfigur
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Die Einschätzung des Romans steht und fällt mit der persönlichen Beurteilung der Figur der Anna Frith, durch deren Augen wir das Geschehen mitverfolgen. Sie hängt nicht mehr wie die einfachsten Bürger dem Aberglauben an, sondern der Lehre Christi. Darin ist sie aber keineswegs strenggläubig, sondern sozusagen aufgeklärt. Sie hat Ideen und Methoden der modernen Wissenschaft aufgeschnappt und sich angeeignet, die es ihr gestatten, ein Problem und vor allem die vielgestaltig auftretende Furcht zu bewältigen. Von Hygiene kennt sie lediglich die Grundbegriffe, und auch der Zusammenhang zwischen Ratten, Flöhen und Pest ist ihr unbekannt.
Dennoch mutet ihre Figur bereits modern an: Sie kann Arzneien herstellen und dazu verschiedene Rezepte, die sie aus alten lateinischen Heilkundebüchern (z.B. des Arabers Avicenna) hat, umsetzen. Somit wächst sie allmählich zu einem weiblichen "Medicus" heran. Sie tritt gegen die Ermordung der "Hexen" auf. Doch gegen die "Hinrichtugn" ihres verbrecherischen Vaters schreitet sie nicht ein: Er kommt elendig an einer prangerartigen Vorrichtung um, den Gewalten der Stürme und des Schnees ausgeliefert. Sie ist also keine Heilige.
Spannungsmomente
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Durch den Prolog weiß der Leser von vornherein, dass Anna die Seuche überleben wird. Sie könnte ja sonst nicht davon berichten. Meines Erachtens macht dies ihren Bericht um einen Spannungsbogen ärmer. Und man muss eine ganze Weile warten, bis der nächste auftaucht. Dies passiert erst mit dem Auftauchen des "Pesttuchs" im Arm des Schneiders George Viccars.
Eine psychologische Spannung entsteht dadurch, dass Anna eine enge Freundschaft mit der Pfarrersfrau Elinor Mompellion schließt. Diese enthüllt ihr in einem intimen Moment das Geheimnis ihrer Unfruchtbarkeit. Das wiederum wirft die Frage nach dem Seelenzustand eines Mannes wie Mompellion auf, der quasi auf Umwegen zum heroischen Heiligen stilisiert wird. (Anna ist entsprechend enttäuscht, als dieses Bild sich als Illusion entpuppt.)
Nun erscheint der Pfarrer als Kämpfer gegen die Mächte der Finsternis, verkörpert durch Seuche, Aberglauben, Fanatismus und zunehmend auftretende Verbrechen. Das ist zunächst durchaus befriedigend zu verfolgen, führt aber letztlich den Leser ebenso in die Irre wie Anna, die den Pfarrer anhimmelt und zugleich eifersüchtig um seine Liebe zu Elinor beneidet.
Für starke Nerven
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Als Gegenstück zum "Medicus" ist Anna auch Geburtshelferin. Zwei höchst dramatische und blutige Geburtsszenen lassen dem Leser die Haare zu Berge stehen: Ein größerer Unterschied zur heutigen sterilen Kreißsaaltechnik lässt sich wohl kaum vorstellen.
Auch eine Reihe anderer Szenen bezeugen einen unverklemmten Blick auf die Realitäten des Lebens, sei es nun in Sachen Sex oder Gewalt. Auch Pieter Breughel hat solche Szenen mit geradezu objektivem Blick dargestellt. Hat so wirklich die Neuzeit begonnen, fragt man sich. Nun, wenigstens war das hundert Jahre vor der sogenannten "Aufklärung".
Unterm Strich
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In höchst lebendig gezeichneten Szenen lässt die Journalistin Geraldine Brooks eine dunkle Zeit wieder auferstehen: die "Jahre des schwarzen Todes" (so der Titel eines Romans von Connie Willis). Das Buch ist nicht nur bewegend, sondern auch recht informativ.
Allerdings musste ich mich darauf beschränken, nur ein oder zwei Kapitel auf einmal zu lesen, denn die Schilderungen schlagen doch etwas aufs Gemüt - und mitunter auf den Magen. Auch die Spannung hätte (besonders zu Beginn) etwas höher sein können. Alles in allem bleibt "Das Pesttuch" für mich ein bemerkenswertes Leseerlebnis. Aber ich denke, vor allem Frauen werden die Handlung noch stärker mit-erleben als ein Mann das jemals könnte.
P.S.: Die Presseabteilung von Bertelsmann schickte mir einen Brief mit einem Rosmarinzweig. Nanu, dachte ich, wozu das denn? Es stellte sich heraus (und das war als kleiner Lexikonauszug abgedruckt), dass Rosmarin gegen die Pest eingesetzt wurde. Man stopfte Zweige davon in die schnabelförmige Erweiterung einer Maske, die man zum Schutz vor Ansteckung durch die Pest trug.
Als Titelillustration des Buches ist ein Mensch mit einer solchen Maske abgebildet: ein höchst bizarrer und rätselhafter Anblick, der an ein Ganzkörperkondom erinnert. Wenn ihr also nächstes Mal Rosmarin auf eure Pizza oder sonstwas streut, denkt daran, wozu das Gewürz alles gut sein kann.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Year of wonders. A novel of the Plague, 2001; C. Bertelsmann 2001, Nr. 24820, München; 352 Seiten, EU 21,90, aus dem US-Englischen übertragen von W.M. Riegel; ISBN 3-442-24820-5
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-15 10:45:27 mit dem Titel Anne-Sophie Brasme: *Dich schlafen sehen*: Fesselnde Mörderbeichte
Eine Mörderin beichtet - nichts Besonderes, denkt man. Doch Charlène war erst 16, als sie ihre Freundin Sarah umbrachte - beide sind gebildete, wohlerzogene Französinnen. Interessant ist also die psychologische Entwicklung, die zu diesem Verbrechen führte. Und die weiß die junge Autorin, die das Buch mit 16 schrieb, einfühlsam und nachvollziehbar zu schildern.
Die Autorin
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... wurde 1984 geboren und schrieb diesen frz. Bestseller bereits im zarten Alter von 16 Jahren. Laut Verlag stand das Buch im Herbst 2001 wochenlang auf der Bestsellerliste. Anne-Sophie Brasme, die seitdem als großes Erzähltalent gilt, lebt in der Nähe von Metz, Lothringen.
Handlung
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Charlène ist schon als Kind ein schwieriges kleines Mädchen, das die Einsamkeit sucht und sich ganz weiterlesen schließen -
Kaufen und träumen!!!
14.02.2003, 16:23 Uhr von
JustOliver
Momentan fast nur bei Trivago. Super interessant, schaut doch mal vorbei!!!Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Obwohl ich ja eigentlich fleißig an einem Buch sitzen sollte, hier mal ein kurzer Bericht über ein Büchlein, das ich gestern Abend verschlungen habe. Es ist einfach wunderschön und daher dieser Bericht.
ALLGEMEINES
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Auto Sergio Bambaren
Titel: Der träumende Delphin
Seitenzahl: 95
Gebundene Ausgabe im Kabel Verlag: 9,90 Euro (ISBN: 3822505455)
Paperbackausgabe: 7,90 Euro (ISBN: 3492229417)
STORY
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Das Buch handelt von dem kleinen Delphin Daniel Alexander Delphin. Er lebt mit seinem Schwarm wohl behütet im Schutz eines Riffs. Doch Daniel Alexander ist anders als die anderen Delphine. Während diese tag aus tag ein auf Fischfang gehen, weil man das als Delphin halt einfach so macht, liebt Daniel Alexander das Wellenreiten. Statt zu fischen schwimmt er lieber zur Brandung um dort immer und immer wieder auf den sich brechenden Wellen zu surfen und seine Technik hierbei zu verfeinern. Das ist einfach alles für ihn und er kann dabei so herrlich träumen. Und sein Traum ist der Ritt auf der perfekten Welle. Diese Tagträumerei stößt bei seinen Artgenossen auf wenig Verständnis, doch Daniel Alexander bleibt sich treu.
Eines Tages hört er die Stimme des Meeres, die ihn ermutigt, seine Träume weiter zu träumen und ihn darauf hinweist, dass man hierzu auch einmal Grenzen überwinden muss. Der junge Delphin versteht den Hinweis und macht sich eines nachts auf, das schützende Riff zu verlassen. Es beginnt einer Reise, auf der er nach der perfekten Welle seines Traumes sucht. Und eine Reise, auf der er viele andere Meeresbewohner trifft, mit denen er ins Gespräch kommt und von denen er vieles lernt.
So viel an dieser Stelle zur Handlung. Ob er die perfekte Welle findet müsst ihr dann schon selber rausfinden.
MEINE EMPFINDUNGEN
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Das Buch ist herrlich. Dem aufmerksamen Leser wird eine Parallele aufgefallen sein. Eine Parallele zum kleinen Prinzen. Die kann dieses Buch auch nicht leugnen. Und teilweise finden sich hier auch Sprüche, die sehr stark an den kleinen Prinzen erinnern. Doch es bietet auch weit mehr. Weitere Sprüche, die einen zum Nachdenken bringen und einen vielleicht auch mal zum Grübeln über die eigenen Träume veranlassen.
Speziell, demjenigen, der voll und ganz in dieser unserer Gesellschaft aufgeht, der tag aus tag ein arbeiten geht, nach beruflichem Erfolg strebt und auf eine steile Karriere aus ist, dem wird hier ein Spiegel vorgehalten. Er wird aufgefordert anzuhalten und mal nachzudenken.
Was hab ich früher viel mit meinen Freunden in Kneipen gesessen und diskutiert, wie wir die Welt verändern wollten. 12 Jahre weiter muss ich mich kritisch fragen, was aus diesen Träumen geworden ist. Und hierzu regt das Buch so wunderbar an. Vor allem macht es jedoch auch Mut, sich einmal zurück zu besinnen, auf das was im Leben zählt und was das Leben lebenswert macht.
FAZIT
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Ich habe das Buch gefunden, dass ich dieses Jahr zu Weihnachten guten Freunden schenken werde. Es ist einfach herrlich und bietet trotz der Kürze soviel Stoff, der einen zum Grübeln bringen kann. Genau das sind Bücher, die ich liebe und die ich gerne weiter empfehle. Man kann das Buch herrlich schnell durchlesen, aber verarbeiten sollte man es weniger schnell. Wer dieses Buch ebenso schnell verarbeitet, wie er es liest (ca. 45 Minuten), für den ist es höchstwahrscheinlich schon zu spät. Also kauft es und fangt an zu träumen. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Sattelclub - leichte Literatur für pferdebegeisterte Mädchen ab 10 Jahren
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Heute möchte ich Euch mal ein Buch aus der Reihe "Sattelclub" vorstellen.
Der Titel dieses Buches lautet: "Drei Mädchen gründen einen Club" von Bonnie Byrant.
kurze Inhaltsangabe:
Laura und Jenny, zwei Freundinnen, verbringen jede freie Minute im Reitstall "Pine Hollow". Eines Tages taucht dort eine neue Reitschülerin auf: Julia Atwood. Laura und Jenny meinen, daß die "Neue", so herausgeputzt wie sie ist, unmöglich zum Reitstall passt. Aber dann entpuppt sich Julia doch als ein prima Kumpel und die drei gründen einen Club: den Sattelclub. Mitglied darf nur werden, wer völlig pferdebegeistert ist und anderen bei Schwierigkeiten helfen möchte.
Der Club hat gleich eine schwere Aufgabe zu bewältigen: Die drei Freundinnen wollen an einem mehrtägigen Reitausflug in die Berge teilnehmen, trotz Jennys miserabler Mathenote und Julias geringer Reiterfahrung.
Werden sie es schaffen?
Dieses Buch ist als Taschenbuch im Ravensburger Buchverlag erschienen.
ISBN Nr.: 3 - 473 - 54901 - 0 und für 4.95 Euro erhältlich.
Die Autorin vermittelt den Leserinnen einen Eindruck davon, wie es auf einem Reiterhof zugeht. Wichtig dabei ist, daß die Reiter alle mit anpacken müssen, d.h. Pferdepflege und Stall ausmisten ist genauso ein wichtiger Bestandteil wie das Reiten selbst.
In der Hauptsache geht es in den Büchern darum, daß man viele schöne Dinge auf einem Reiterhof gemeinsam erleben kann, daß aber ohne gemeinsames Miteinander gar nichts so richtig läuft.
Meine Tochter hat mittlerweile 5 Bände aus der Reihe Sattelclub (es gibt mindestens 17 Bände)und verschlingt die Bücher geradezu.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-23 12:48:14 mit dem Titel "Nee!", sagte die Fee
"Nee!", sagte die Fee
ein Kinderbuch von Kirsten Boie und Jutta Timm
Verlag Oetinger, ISBN 3-7891-6319-8
Gebundene Ausgabe, für 12,00 € erhältlich
Kurze Inhaltsangabe:
Vor langer, langer Zeit lebte in einem großen Wald eine Fee, die schon viele kleine Feenkinder großgezogen hatte. Allerdings ist ihr dabei noch nie eine so halsstarrige und sture Fee untergekommen, wie die kleine Fee. Sie wollte nur das tun, was sie wollte und dazu gehörten auf gar keinen Fall all die lästigen Dinge wie Zähne putzen, Hände waschen, Haare kämmen oder vielleicht sogar Füße waschen. Nicht einmal ihren Zauberstab und ihre Flügel wollte sie putzen.
Jedesmal, wenn die Fee etwas derartiges von ihr forderte, wurde die kleine Fee bockig und schrie: "Nee!"
Eines Tages hatte die kleine Fee genug und beschloß eine böse Fee zu werden, denn die brauchte all die unmöglichen Dinge nicht zu tun. Gesagt, getan. Sie flog in den Wald und bewies sogleich ihren Freunden, daß sie nun keine kleine Fee mehr war. Sie zauberte die Rehe auf den Baum, verwandelte Hasen in Frösche und stellte noch so manchen Unsinn an ...
Wieder einmal ist es Kirsten Boie gelungen sich in die Situation vieler kleiner "Feen" (unserer Kinder) hineinzuversetzen.
Wer kennt ihn nicht, den täglichen Kampf ums lästige Waschen und Putzen? Amüsant und mit witzigen Bildern schildert die Autorin, wie langweilig es doch werden kann, wenn man unbedingt seinen Kopf durchsetzen will und dabei merkt, daß die "Wegweiser" der Erwachsenen vielleicht doch nicht so schlecht sind.
Nicht nur für Kinder ein unterhaltsames Lesebuch (empfohlenes Alter: Vorschule, ich denke man kann es auch mit jüngeren Kindern anschauen) weiterlesen schließen -
Bert Brecht "Der gute Mensch von Sezuan"
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Kann ein guter Mensch, ohne die Hilfe der Göttern wirklich gut sein?
Wird er dann nicht nur ausgenutzt?
Inhalt
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In Sezuan (chinesische Stadt) kommen drei Götter an, die die Welt nur noch zu erhalten vermögen, wenn sie einen guten Menschen finden.
Der Wasserverkäufer, ein alter Betrüger, erwartet sehnlichst ihre Ankunft.
Als die Götter da sind benötigen sie eine Unterkunft, doch es tut sich ein großes Problem auf. Wie in der Weihnachtsgeschichte finden sie niemanden, der sie aufnnehmen will, oder besser gesagt, der Wasserverkäufer findet keinen.
So fragt er bei ShenTe an, eine Prostituierte. Und da ShenTe niemals nein sagt, weißt sie lieber einen Freier, und somit auch Geld ab, als dass sie dem Wasserverkäufer einen gefallen abschlägt, und die Götter ohne Herberge läßt.
Die Götter, denen an der Welt etwas liegt, und, die v.a. ihre Ruhe haben wollen, bestimmen sodann ShenTe zu dem gesuchten guten Menschen, überlassen ihr viel Geld und ziehen von dannen.
Doch hier beginnt das traagische Schiksal der armen ShenTe:
Von dem Geld kauft sie sich einen Tabakwarenladen. Plötzlich hat sie den Ruf reich zu sein, und gleich nisten sich iregndwelche Familienmitglieder, die so kaum kennt, bei ihr ein.
Auch alle möglichen Leute aus ihrer Umgebung nutzen ihre Gutmütigkeit aus, und treiben sie fast in den BAnkrott.
So erfindet ShenTe einen imaginären Cousin, als den verkleidet sie immer dann auftaucht, wenn ihr das Wasser bis zum Hals steht.
Der Cousin vermag das, was ShenTe sich nie traut. ER schlägt Wünsche ab, fordert Schulden ein und sorgt für ShenTe.
Ihr Doppelleben eskaliert, als sie sich verliebt. Ihre neue Liebe, ein Flieger, gaukelt ihr Gefühle vor, die nur auf Geld beruhen.
ShenTe wird schwanger und ohne Geld von ihrem Mann sitzengelassen.
Jetzt muß der Cousin wieder auftreten.
Er verkuppelt ShenTe mit einem reichen Industriellen, den sie aber nicht liebt, uns schickt sie auf eine lange Reise (wegen der Schwangerschaft).
Als ShenTe vermisst wird, gerät der Cousin in den Verdacht sie ermordet zu haben. Er wird angeklagt vor den Göttern. Jetzt muß ShenTe Farbe bekennen.
Sie erzählt den Göttern unter 8 Augen ihre Geschichte, und die Götter erkennen ihren guten Menschen wieder. Sie gestatten ShenTe den Cousinm wieder auftauchen zu lassen, aber nicht mehr so oft, und lassen sie in ihrer mieslichen Situation alleine.
ShenTe weiß nicht mehr, was sie tun soll, und das Strück ist zuende.
Gut sein
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Wer gut ist, ist verloren sagt dieses Stück von Bert Brecht.
ShenTe ist gutmütig und gerecht, doch sie braucht den Cousin, der hart ist, damit sie leben kann und nicht vor die Hunde geht.
Brecht benutzt auch in diesem Stück wieder viele Verfremdungselemente, wie Songs, um den epischen Theaterstil zu verdeutlichen.
Die Götter sind auch eine Art der Verfremdung, das Glauben an die Götter, die auf die Erden kommen idt in einer Industriegesellschaft sehr widersprüchlich, aber interessant.
Am Schluß sind alle Fragen offen
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-22 20:37:56 mit dem Titel Warum frißt der Kerl nur Erbsen??
Woyzeck von Georg Büchner
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Es ist erschreckend, was in Woyzeck vorgeht. Zwar nicht unbedingt intelligent, aber dafür einen großen Hang zur Ehre, gutem Leben und Mittelstand. Er ist ein Ausgestoßenener.
Zum Inhalt:
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Aus Geldnot, erledigt er Aufgaben für der Hauptmann, der ihn wie den letzten Dreck behandelt.
Er ist bei einem Versuch dabei, der Medizinsstudenten zeigen soll, wie einseitige Ernährung den Menschen verändert, darum darf er nur Erbsen zu sich nehmen. Er wird sichtlich unkonzentrierter und "dümmer".
Seine Freundin Marie, die er liebt, hat ein uneheliches Kind. Sie will Sicherheiten haben, die Woyzeck ihr nicht geben kann, aber er legt alles daran es soweit zu bringen.
Kurz gesagt: Er ist ein armer Schlucker
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Marie läßt sich gerne von einem Tambourmajor umgarnen, der ihr das Gefühl gibt, eine Dame zu sein. Sie bekommt von dem Mann Geschenke, Schmuck und sie fühlt sich einerseits wohl dabei, hat aber andererseits ein schlechtes Gewissen gegenüber dem ahnungslosen Woyzeck.
Woyzeck ahnt von der Liasion nichts und geht weiter dem Haareschneiden und der Erbsebdiät nach, damit er, Marie und das Kind einmal ein schöneres Leben haben werden.
Doch durch die hinterlistigen Soldaten am Ort, die Woyzeck nur als Spielball benutzen wird er darauf aufmerksam gemacht, dass sein Mädchen ihn betrügt. Er rastet aus, ist enttäuscht, wird von Wahnvorstellungen geplagt.
Und dann der große Showdown:
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Am Ufer eines Sees wirft er Marie vor eine Hure zu sein, er sticht mit einem Messer auf sie ein, und tötet so die Frau, die er eigentlich liebt
Er läßt das Messer zurück, wird gefaßt, aber das ist eigentlich nicht mehr wichtig.
Zum Werk
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Wichtig ist, dass das Werk von Büchner nur in Fragmenten vorhanden ist, und somit, nicht eindeutig feststellbar ist, in welcher Reihenfolge Büchner die Szenen vorgesehen hatte.
Es gibt verschiedene Ausgaben, die mehr oder weniger schlüsseig sind. Ich persönlich ahbe die gesammelten Werke von Büchner (dtv- Verlag) gelesen. Da sind einige Versionen gegenübergestellt, was sehr interessant ist.
Wie für diese Zeit typisch, ist auch Woyzeck in Umgangssprache geschrieben, was am Anfang vielleicht etwas befremdent ist, aber das ist die ganze Geschichte.
Fakts
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Büchner starb mit 23 Jahren an Typhus, und konnte sein Werk somit nicht beenden
Woyzeck beruht auf einer wahren Begebenheit weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Schwelende Feuer - Sandra Brown
14.01.2003, 22:25 Uhr von
akison
Genieße den Tag und leg Dich mit nem guten Buch in die Hängematte ...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
... oder doch eher ein Schwelbrand ???
Es gibt Bücher, die die Sonny nicht braucht, hier stelle ich Euch kurz ein Exemplar davon vor:
=== Story ===
„Heaven – ein kleiner verträumter Ort im Süden von Louisiana, doch unter der trügerischen Idylle brodeln die dunklen Geheimnisse seiner Bewohner heißer als die Hölle …“
Quelle: Klappentext – an diesem Tag scheine ich nun wirklich nicht meine Brille aufgehabt zu haben, denn das hätte schon reichen müssen, dieses Buch wieder ins Regal zu legen!
Nun weiter …!
Cotton Crandall, mächtigster Mann in Heaven, liegt mit einem schweren Herzinfarkt im Krankenhaus und so kommt Schyler Crandall, seine Adoptivtochter, nach 6 langen Jahren nach Heaven zurück, zurück in das Herrenhaus „Belle Terre“.
Doch sie merkt, dass sie alles andere als willkommen ist!
So merkt Schyler sehr schnell, dass ihre Schwester Tricia, die mittlerweile mit Schylers ehemaligen Verlobten Ken verheiratet ist, ein intrigantes Spiel spielt.
Da ihr Vater – aus ihr unbekannten Gründen - nicht mehr mit ihr spricht, kann er ihr auch erst nicht weiterhelfen, als sie sich daran macht, das Sägewerk des Vaters vor dem Ruin zu retten.
Einzig und allein ein Mann hält in dieser Situation zu ihr: Cash Bodreaux, verführerischer und undurchschaubarer Nachbar von „Belle Terre“.
=== Meine Meinung ===
Boah, was für´n Quatsch ….!!
Dieses Buch war der blanke Horror! Was hab ich mich Seite für Seite gequält! Gut, ich hätte es auch weglegen können, mache das aber eigentlich nie bei Büchern, so dass ich mich diesmal wirklich durchgeackert habe!
Natürlich war Schyler als Kind zurückhaltend, scheu und brav. Kaum geht sie von „Belle Terre“ nach London, ist sie eine starke Frau, die auf einmal weiß, was sie will! Der Grund ihrer Flucht war der, dass ihre Schwester Tricia auf ihrer Verlobungsparty mit Ken den gesamten Gästen erzählte, dass sie, Tricia, ein Kind von Ken erwartet!
Du liebe Zeit, da hauen wir Frauen einfach ab? Und wenn wir dann weit weg sind, steigen wir wie Phoenix aus der Asche? Nee, also, dass kann ich nun wirklich nicht glauben!
Auch hat sie in diesen 6 Jahren nie wieder eine Beziehung zu einem Mann aufrecht erhalten können, erzählt aber anfangs ihrer Schwester von ihrer tollen Beziehung zu Mark und kurz vor Schluß des Buches stellt sich heraus, dass Mark homosexuell ist?
Natürlich durfte hier kein anderer Mann im Weg sein, sonst hätte sie sich nicht wie eine Lotusblüte Cash öffnen können, der scheinbar sein Leben lang auf sie gewartet hat!
Natürlich ist er sexy, sieht gut aus, ist unnahbar, macht ein Geheimnis um seine Person und gerade dass ist es, was Schyler so anziehend an ihm findet!
Das Buch trieft nur so von Sex, Hass, Abhängigkeit, Liebe, Vorurteilen, Freund- und Feindschaft, dass es eine wahre Wonne ist!
Ich habe mich wirklich mit diesem Kitsch schwer getan und ärgere mich, mir nicht einen billigen Groschen- (oder heißt es jetzt Cent-)Roman gekauft zu haben.
Ich habe schon einige Bücher von Sandra Brown gelesen, aber dieses hier, du meine Güte, dieses hier war das absolut schlimmste Buch, was mir je unter die Augen gekommen ist.
Das Buch war langweilig, langatmig und schwer zu lesen. Auch wurden Personen mal erwähnt, die dann irgendwo im Nirvana verschwanden, so dass überhaupt kein Zusammenhang mit Person und Geschichte entstehen konnte.
Die Geschichte an sich war überhaupt nicht schlüssig, erst spricht ihr Vater 6 Jahre lang kein Wort mit ihr, weil ihre Schwester Tricia ihn angelogen hat und er aber genau weiß, dass Tricia ein Biest ist! Macht er sich die Mühe und spricht Schyler auf diese Geschichte an? Nein, denn er ist ja stur und bockig und verstößt dann lieber seine Tochter! Aber ihr könnt Euch sicher vorstellen, wie sie sich in die Arme gefallen sind, als er endlich die Wahrheit erfahren durfte.
Was hat Cash Bodreaux mit der Sache zu tun? Nun, er ist der unehelich Geborene der „Dorfhexe“ von Heaven, der nie einen Fuss auf „Belle Terre“ setzen durfte. Aber kaum liegt der alte Cotton im Krankenhaus, spaziert er dort ein und aus …!
Und natürlich kann nur er Schyler bei dem Versuch, das Sägewerk des Vaters zu retten, helfen! Schyler selber hat von Holz ja nicht so viel Ahnung! Und natürlich hassen sie sich von Anfang an und lieben sich von Anfang an!
Wie Ihr seht, fällt mein Urteil keineswegs positiv aus! Aber, die Geschmäcker sind verschieden! Es mag Leute geben, die auf so eine Art von Story´s stehen, für mich war es nichts!
Zu erwähnen ist auch noch, dass Sandra Brown dieses Buch schon 1988 geschrieben hat, ihre „guten“ Bücher wurden alle später von ihr geschrieben!
=== Das Buch ===
Im Original heißt das Buch „ Slow Heat in Heaven“, ist erschienen im Goldmann-Verlag, hat 468 Seiten, ISBN-Nummer 3-442-35552-4 und hat als Sonderausgabe 6,50 € gekostet.
=== Die Autorin ===
Sandra Brown ist ein wahres Multitalent. Sie arbeitete mit großem Erfolg als Schauspielerin und TV-Journalistin, bevor sie 1990 mit ihrem Roman „Trügerischer Spiegel“ auf Anhieb einen internationalen Erfolg landete. Mittlerweile gehört sie längst zu den erfolgreichsten Autorinnen in den USA und in Europa. Jedes ihrer Bücher stand monatelang auf den Spitzenplätzen der New York Times-Bestsellerliste – einmal sogar drei Romane gleichzeitig! Ihren großen Durchbruch als Thrillerautorin feierte Sandra Brown mit dem Roman „Die Zeugin“, der auch in Deutschland auf die Bestsellerlisten kletterte - Erfolge, die sie mit „Nachtglut“ und „Im Haus meines Feindes“ wiederholen konnte.
Sandra Brown lebt mit ihrer Familie abwechselnd in Texas und South Carolina.
Quelle: www.blanvalet-verlag.de weiterlesen schließen -
Bizarr - Phantastisch - Unheimlich - Und Packend (Kirsten Bakis - Das Leben der Monsterhunde)
08.01.2003, 19:40 Uhr von
dreamweb
*Momentan im Home-Office* - Derzeit schreibe ich für Yopi, Ciao, Mymeinung und X-Zine. Liebe Grüß...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Das Leben der Monsterhund ist ein Buch, das mich schon aufgrund des Titels und auch des interessanten und bizarren Titelbildes interessiert hat. Hier mein Beitrag über das interessante Buch von Kirsten Bakis.
INHALT
Cleo Pira, eine angehende Schriftstellerin und Geschichtsstudentin kann es wie viele andere Menschen nicht fassen. Denn eines Tages reisen etwas altmodisch gekleidete aufrechtgehende Hunde mittels eines Hubschraubers mitten in New York an. Es wirkt wie etwas, das man zwar sieht, aber nicht glauben kann. Die seltsamen Hunde, Monsterhunde genannt, können nicht nur aufrecht gehen, nein sie haben auch noch Hände und können sprechen. Die Tiere scheinen sehr reich zu sein und werden von den New Yorkern begeistert empfangen.
Cleo Pira bekommt nach einiger Zeit zufällig Kontakt zu einem der Hunde, der sich Ludwig von Sachers nennt. Und mit Ludwig beginnt auch ihre unwahrscheinliche Karriere als Journalistin. Denn Cleo wird von den Hunden als besonders vertrauenswürdig angesehen und ist der einzige Mensch, der über die Monsterhunde berichten darf. Allerdings darf auch sie nur von dem Boss der Hunde freigegebende Dinge veröffentlichen. Diese haben trotz allem, wie sie aufgenommen wurden, Angst davor, als Monster irgendwann gegen ihren Willen untersucht zu werden und den Rest des Lebens in Laboren zu fristen.
Ludwig und die anderen Hunde sind genauso intelligent wie die Menschen, aber sie umgibt auch ein dunkles Geheimnis. Denn die Hunde stammen aus einer niemand bekannten Ortschaft Amerikas, in denen sie von deutschen Einwanderern gezüchtet und später als Sklaven gehalten wurden. Bis es zu einem verhännisvollen Aufstand der Hunde kam. Und die Hunde sind von eine wahrscheinlich unheilbaren Krankheit bedroht, die ihr Aussterben verursacht. Cleo ist eine der wenigen Menschen mit engem persönlichen Kontakt zu den Hunden, so dass sie hier sehr viel mit erlebt und auch mehr erfährt als andere Menschen.
MEINUNG
Das Leben der Monsterhunde ist ein Roman, in dem es weniger um Action als um das Leben der Monsterhunde und um die Entstehung bzw. die Zukunft dieser von Menschen so gezüchteten Hunde geht. Mir selbst fällt es schwer, sie überhaupt als Hunde zu bezeichnen, so intelligend sind diese Tiere, die sehr wenig mit den uns bekannten Hunden als Haustieren zu tun haben. Sie schreiben Bücher, lesen und verhalten sich eben so wie wir Menschen.
Es geht hier aber auch um Augustus Rank, den "Vater" der Monsterhunde. Ohne hier zu viel verraten zu wollen möchte ich nur sagen, dass ich mit diesem Menschen lieber nichts zu tun haben will. Man erfährt (mit etwas Grauen) von seinen sadistischen Neigungen, von seinen ersten Versuchen, in denen er Tiere zerstückelte und dann von der Idee, eben ein geniales Wesen zu schöpfen. Denn ein Hund hat etwas, was Menschen selten haben. Unbedingte Treue, zudem sind sie sehr gute und mutige Kämpfer.
Interessant ist es aber, wie verwickelt die Hunde selbst ihre jetzige Situation mit dem längst voerstorbenen Schöpfer sehen. Obwohl Rank nie erlebt hat, dass diese Hunde so verwirklicht wurden, trotzdem scheint er ihre einzige Hoffnung zu sein. Und Probleme entstehen erst dann, als sie an der Hoffnung durch Augustus Rank zweifeln.
Fast bildlich kann man sich aus den alten Erzählungen, auf die immer eingegangen wird, auch vorstellen, wie die Hunde erst als Versuchstiere existierten, dann vollkommen wurden, als Sklaven ihr Dasein fristeten. Und wie sie sich dann unter der Führung von Mops Hacker (der allerdings kein Mops war) gegen die Menschen auflehnten.
Beim Lesen wird man hier unweigerlich mit dem Thema Wissenschaft und Moral konfrontiert. Und auch mit der Frage, wie so eine Schöpfung wohl unter Menschen leben würde. Das scheint auch das Hauptanliegen der Autorin zu sein.
Einfach ist Das Leben der Monsterhunde nicht zu lesen, trotzdem hatte ich es relativ schnell durch. Man darf sich nur eben nichts von Action und Kämpfen darunter vorstellen. Auch wenn der Showdown am Schluss in der Richtung einiges bietet. Insgesamt ist das Buch eher ruhig und nachdenklich. Man wird fast gezwungen, sich mit sehr vielen Faktoren zu beschäftigen und sieht diese Monsterhunde eben aus vielen Perspektiven.
Generell ist das Buch aus vier verschiedenen Perspektiven geschrieben. Meistens liest man die Geschichte aus Cleos Sicht, also aus der der jungen Menschenfrau. Sehr oft gibt es aber auch Passagen von Ludwig, einem sehr nachdenklichen und schon fast philosophischen Hund. Aber man liest auch einiges, was Augustus Rank in seinem Tagebuch niederschrieb. Dazwischen erfährt man dann noch Erlebnisse von Lydia, einer Monsterhündin. Alles ist hier aber nicht allzu schwer zu lesen, denn vor dem Kapitel steht immer, aus wessen Sicht man gerade etwas liest und alles paßt zusammen bzw. baut aufeinander auf.
Beim Lesen des Buches kam mir sehr oft die Frage, wer hier wohl das Monster ist. Es ist teilweise sehr beklemmend und traurig zu lesen, denn die Hunde haben ein sehr großes Problem. Und das wirkt sich auf ihren Charakter und auch auf ihr Übeleben aus. Und das Ende ist dann auch von ihnen geplant, da sie es einem anderen Schicksal vorziehen. Aber beklemmend ist außer dem Jetzt-Leben der Monsterhunde für mich auch der Charakter und das Leben insbesondere die Taten von Augustus Rank. Da kommt mir beim Lesen doch sehr oft das Grausen und ich frage mich, ob man das wirklich als Wissenschaft bezeichnen kann, was er betreibt. Oder ob es nicht nur die Menie eines verrückten Menschen ist. Auch wenn mir die Wesen, die er im Endeffekt geschaffen hat, sehr gut gefallen, kann ich seine Taten dafür nicht gutheißen.
Da vielleicht auch sensible Menschen das Buch lesen, muss ich hier doch etwas deutlicher werden. Also besonders angenehm empfand ich es nicht, wenn wie ich sehr detailliert lesen konnte, wie ein Mensch versucht als Jugendlicher, zwei verschiedenen Tiere miteinander zu verbinden (anzunähen). Oder wie er dann versucht, einer (natürlich noch lebenden) Kuh die Beine gegeneinander auszutauschen, also ein rechtes und linkes Bein zu amputieren und sie dann auf der anderen Seite wieder anzunähen. Alleine die Vorstellung davon finde ich schrecklich. Und das waren nur einige Beispiele von Ranks "netten" Angewohheiten. Aber auch die blutige Rebellion der Hunde wird realistisch geschildert.
Insgesamt hat mir persönlich der Roman aber doch sehr gut gefallen. Denn in der Hauptsache geht es hier um die Hunde und ihre weitere Existenz unter den Menschen, die sie als Absonderlichkeit aufnehmen. Und manchmal überlege ich mir, wie es wohl wäre, wenn solche "Monsterhunde", die ich persönlich nicht als Monster bezeichnen will, existieren würde.
Sehr gut und total anders ist hier auch der allgemeine Aufbau. Denn der Leser bekommt anfangs wie Cleo nur mit, dass solche Hunde existieren, glaubt nicht so recht daran und wird dann mehr und mehr mit dem Leben der Hunde, auch aus ihrer Sicht und der der gesamten Gesellschaft konfrontiert. Es ist fast wie ein Puzzle, das man zusammenfügt und von dem man auch nur am Ende ein gesamtes Bild hat.
DATEN
Titel: Das Leben der Monsterhunde
Autorin: Kirsten Bakis
Seiten: 351
Art: Phantastischer Roman, vielleicht vergleichbar mit Frankenstein
Buchart: Gebundenes Buch
erhältlich: Momentan bei Amazon im Antiquariat für 6 Euro
MIARAS SCHLUSSWORT
Das Leben der Monsterhunde ist ein eher anspruchsvolles Buch. Es ist phantastisch und bizarr, aber auch logisch zugleich. Ein Buch über intelligente aufrechtgehende Hunde, die von Menschen geschaffen wurden und die plötzlich in New York auftauchen. Für mich ist Das Leben der Monsterhunde ein Buch, das ich als literarisch Wertvoll bezeichne und das mich in vielen Punkten sehr nachdenklich machte.
Liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-06 22:14:44 mit dem Titel Erotisch - Kämpferisch - Anklagend und Sinnlich zugleich
Der Gedichtsband "Wenn du mich lieben willst" von Gioconda Belli ist jetzt schon das zweite Buch mit Gedichten dieser faszinierenden Dichterin. Hier meine Meinung zu dem Taschenbuch.
A ALLGEMEIN
Das letzte Buch, das ich von Gioconda Belli gekauft habe, war ein Buch mit hocherotischen Gedichten. Aber die Dichterin, die aus Südamerika stammt, schreibt auch über andere Dinge. Vieles aus ihrer Erfahrung bzw. den Situationen, in denen sie sich befand, flossen in ihre Gedichte ein. Gioconda Belli wurde durch ihre politischen Gedichte im Befreiungskampf gegen die Somoza-Diktatur bekannt. Wenn du mich lieben willst, ist eine Auswahl von Gedichten aus allen Bereichen ihrer Werke.
B INHALT
Wenn du mich lieben willst ist unterteilt in verschiedene Kapitel, die man auch als Themen bezeichnen kann. Aber in all diesen Kapiteln kommen immer wieder auch erotische Gedichte vor, bzw. vieles ist hier eine Kombination von Anprangerung, Kampfesmut und Erotik zugleich. Wie das sein kann, zeige ich später an einem Beispiel.
1. Quetzalcóates Traum
Die Gedichte dieses Kapitels handeln alle von Nicaragua und dem Leben in Nicaragua zu Zeiten Somozas.
2. Wenigstens Blumen, wenigstens Lieder
Viele Gedichte, die von Verfolgung handeln, Wie im Kapitel Eins auch viel über Nicaragua aber auch ein Gedicht darüber, dass Gioconda Belli ins Exil mußte.
3. ICH BIN
Sehr viele Gedichte, die ihre Weiblichkeit ansprechen. Hier findet man schon sehr direkte erotische Gedichte. Aber auch Gedichte über Giocondas Schwangerschaft und zu dem Kind.
Ich bin ist auch der Name des ersten Gedichts, das ich hier anbringen möchte:
Ich bin
Ich bin dein Bett,
dein Boden,
bin deine Kürbisflasche,
darin ergießt du dich und verlierst nichts von dir,
denn ich liebe deinen Samen
und bewahre ihn.
4. Die Orchidee aus Stahl
Gedichte über den Krieg und die Liebe. Teilweise sind die Gedichte sehr lang, aber sie haben alle ihre eigene Faszination.
TRAUMGEWEBE
Mehr nahm ich nicht wahr vom Tag,
als du nicht da warst,
nirgendwo bsit du, und bedrängst meine Schritte, und meine
Atemzüge einer einsamen Frau.
Tage gibt es, denke ich, die zum Sterben
gemacht sind oder zum Weinen, voller Echos
und Gespenster, Tage,
die mich erschrecken.
Mir ist dann, als ob die Vergangenheit ihre Türe aufmachte
und gestern sein wird,
und es sind deine Hände, deine Augen,
dein Zusammensein mit mir,
all das, was eben noch so greifbar war,
gerade noch
ein Gewebe von Träumen.
5. Eva verweist auf die Äpfel
In diesem Kapitel befindet sich auch das wundervolle Gedicht, in dem es darum geht, was ein Fall erfüllen muss, der sie lieben will. Aber auch die anderen Gedichte hier handeln von der Liebe.
Vielleicht noch ein kleiner Auszug meines Lieblingsgedichtes hier:
SPIELREGELN FÜR MÄNNER, DIE MICH LIEBEN WOLLEN
...
2. Mich zu lieben, darf ein Mann
mich nicht wie eine Ware besitzen wollen
mich nicht vorführen wie eine Jagdtrophäe;
er wird an meiner Seite stehen
mit dergleichen Liebe,
wie ich an der seinen
...
Insgesamt gibt es hier 11 dieser Verse im Gedicht und es würde wohl den Rahmen sprengen und meine Leser vielleicht auch langweilen, ein so langes Gedicht hier anzubringen.
6. Von der Flucht
Sehnsüchtige und verzweifelte Gedichte, wahrscheinlich aus der Zeit ihrer Flucht.
7. Von der Wiedergeburt
Gedichte, die wieder etwas mehr von Hoffnung beinhalten. Aber auch wieder Liebesgedichte.
8. Feuerschwerter, Träume und Äpfel
Gedichte über Nicaragua, Träume, bestimmte Personen, die Gioconda Belli etwas bedeuten.
Am Ende möchte ich noch ein typisches Gedicht bringen, über dessen Schluss ich ímmer wieder schmunzeln muss. Das stammt übrigens auch aus diesem Themenkomplex.
DER MENSCH UND DAS UNIVERSUM
Wir verlassen den hellen Raum der Freundesgespräche.
Es ist Zeit zu schlafen, Stühle werden gerückt und Gläser.
Die Paare gehn sich ihre Einsamkeit streicheln.
Komm - sagst du - und faßt meine Hand.
Wir laufen hinunter zum Strand, und der Himmel ist das
ganze Universum
das hellerleuchtete Universum:
die weißlichen Flecken der Milchstraße
das Kreuz des Südens im Wind.
Nie sah ich eine Nacht wie diese
klargezeichnet die Kontinente des Himmels
die Sternbilder schimmernd
die große Unbekannte der Unendlichkeit
in der dünnen Luft dieser tiefen
Nacht.
Du und ich
ein Mann und eine Frau
auf den Felsen
sehen Sterne sich lösen
und Sternschnuppen den Himmel durchtanzen.
Ich denke keinen Wunsch
- das ist mir zu kindisch -
ich betrachte nur still dieses Geheimnis
aus nächster Nähe
tauche meine Hand in das Schimmern des Wassers.
Es wird kalt
und plötzlich sehe ich dich hoch auf den Steinen
höre Plätschern auf dem Sand.
Zwischen den Beinen
gleicht der Strahl goldenen Wassers
dem himmlischen Bogen
den die Sterne ziehen auf ihrer Bahn.
In einem Augenblick
rückt die Unendlichkeit zusammen
die furchteinflößende Herrlichkeit
wird heimisch vertraut.
Ganz ohne Zweifel befinden wir uns hier
sind ein Teil dieser Schönheit.
Völlig zu Recht
pinkelst du im Angesicht des Universums.
C GESAMT
Die Gedichte in diesem Band sind unterschiedlich und doch ähneln sie sich in ihrer Art. Ich kenne sonst keine Autorin, die so realistisch und sachlich Dinge beschreibt und diese dann poetisch und teilweise sinnlich interpretiert oder mit anderen Dingen verknüpft.
Für mich selbst war dieses Büchlein auch faszinierend, weil man sehr viele schöne und auch schreckliche Dinge über Nicaragua und das Leben dort erfährt. Und auch aus den Gedichten heraus spürt man, wie sehr sie ihre Heimat und viele Menschen dort liebt und auch vermißt.
Ich habe auch bewußt hier einige unterschiedliche Gedichte noch abgeschrieben, um etwas genaueres zu vermitteln. Manche Gedichte dürften Kinder nicht lesen/hören, andere sollten sie ruhig zu Gesicht bekommen. Teilweise erfährt man mehr über Nicaragua und die damalige Zeit als in der Schule. Und man erfährt alles an diesen sehr persönlich geschriebenen Gedichten.
Die Unterteilung wäre vielleicht nicht ganz so detailliert möglich gewesen, da für mich zumindest die Abgrenzung nicht immer ganz einfach war. So handeln eben immer wieder Gedichte von der Verfolgung oder von der Liebe zu Nicaragua.
D ZUR AUTORIN
Gioconda Belli wurde in Managua geboren und studierte in Spanien und den USA. Ab 1970 beteiligte sie sich an dem Widerstand der Sandinistischen Befreiungsfront FSLN gegen die Somoza-Diktatur in ihrer Heimat. Daher mußte sie auch 1975 ins Exil gehen. Nach der Revolution lebte sie bis 1990 in Managua und arbeitete dort vor allem im Bereich der politischen Bildung. Heute wohnt sie in Los Angeles / USA. Sie gilt als eine der großen Autorinnen Nicaraguas. Und kaum eine andere Frau in Zentralamerika schreibt so voller Sinnlichkeit und sprachlicher Kraft. Ich selbst liebe ihre Mischung aus Erotik und Mut bzw. Kampfessinn und Selbständigkeit.
E DATEN
Titel: Wenn du mich lieben willst
Autorin: Gioconda Belli
Art: Gedichtssammelband, Taschenbuch
Seiten: 187
ISBN-Nr. 3-423-12722-8
Preis: 13,50 DM, schätzungsweise jetzt 7 Euro.
Eignung: Erwachsene und Jugendliche
F FAZIT
Wenn du mich lieben willst von Gioconda Belli bietet mit dieser Sammlung die Möglichkeit, die Dichterin bzw. die Vielfältigkeit ihrer Gedichte kennenzulernen. Es ist zwar nur ein Taschenbuch aber dennoch aufgrund des Inhalts eine meiner Perlen im Bücherregal.
Kommentare erwünscht, ich hoffe euch hat der Beitrag gefallen - liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-11 10:02:20 mit dem Titel Von der Wichtigkeit des Träumens (Die Sklaven des Traumfressers von Barbara Büchner)
"Die Sklaven des Traumfressers" von Barbara Büchner ist eines der Bücher, das vom Ueberreuter Verlag in der Edition Märchenmond herausgegeben wird. Es ist eines der Bücher, die für Jugendliche herausgegeben werden, was aber Erwachsene nicht hindern sollte, so ein Buch zu lesen. Gekauft habe ich mir das Buch bei www.jokers.de. Hier mein Beitrag zu diesem Buch:
INHALT
Aus einem langweiligen Urlaub wird für die drei Jugendlichen Tanja, Dennis und Robert plötzlich ein gefährliches Abenteuer. Alles beginnt mit einer scheinbar normalen Besichtigungstour durch eine alte gotische Kirche. Plötzlich werden die drei von ihrem Führer in einer der Grüfte eingeschlossen. Sie bemerken, dass es nach unten noch einen Ausweg gibt und suchen sich den Weg durch das Gebäude ins Freie. Aber irgendwas stimmt nicht. Denn die Welt, in der sie herauskommen, gleicht zwar unserer Welt. Aber einiges ist doch anders, alles wirkt verfallen und auch die Menschen sind anders.
Die drei werden direkt von zwei Punkern abgefangen, die sich als Dream und Raven vorstellen. Sie verhalten sich so, als seien alle in Gefahr und bringen Tanja, Dennis und Robert an einen anderen Platz. Dort erfahren die Drei dann, dass sie tatsächlich in einer anderen Welt, in einer Parallelwelt sind. Und in dieser Welt können die Menschen nicht mehr träumen. Eine religiöse Gruppe hat nach einem Krieg die Macht übernommen und sich mit Dämonen bzw. Wesen einer anderen Welt verbündet und herrscht seitdem über die Menschen. Durch die fehlenden Träume sind die Menschen dieser Welt nicht mehr dazu fähig, Widerstand zu leisten. Und unsere drei Helden, die von den anderen als Diejenigen bezeichnet werden, sollen den anderen helfen, wieder träumen zu lernen - und die Welt zu retten.
Ein schwieriges Unterfangen für drei gewöhnliche Jugendliche, die zudem jetzt um ihr Leben fürchten müssen, da die Häscher der Machtinhaber bald hinter ihnen her sind.
MEINUNG
Barbara Büchner hat hier ein Buch geschrieben, dass man durchaus von der Grundidee mit Werken wie Momo oder wie Märchenmond vergleichen kann. Denn hier geht es um die Macht des Träumens und was bewirkt wird, wenn Menschen nicht mehr träumen können. Das betrifft sowohl Tagträume als auch gewöhnliche Träume. Hier wird anhand dieser Welt gezeigt, wie viel dem Menschen dann fehlt, denn das Träumen ist wichtig für die Vorstellungskraft und somit auch für zukünftige Ziele.
Die Persönlichkeiten von Tanja, Dennis und Robert haben mir sehr gut gefallen. Alles wird hier allerdings aus Tanjas Perspektive geschrieben, so dass vieles der anderen Hauptpersonen doch zu kurz kommt. Auch die Persönlichkeit des Führers Neil, der auch eine große Rolle spielt, hat mir sehr gefallen. Er wirkt noch am realistischsten. Denn während die anderen drei nur das Ziel haben, der fremden Welt zu helfen, zeigt er natürliche, menschliche Reaktionen und will fliehen bzw. zurück in unsere Welt.
Alles in allem hat man hier allerdings ein typisches Jugendbuch vor sich. In dem die Hauptperson eben kaum Angst hat bzw. ihre Angst zugunsten eines höheren Ziels bekämpft. Zudem ist es auch eine Ansichtssache, ob es nun glaubhaft ist, dass Menschen ohne Möglichkeit zum Träumen nun weniger engagiert für ihre Ziele kämpfen. Aber hier respektiere ich die Idee der Autorin, die das vorweg nimmt und so den Träumen eine sehr hohe Bedeutung zuspricht. Und wenn man das akzeptiert, dann ist auch vieles sehr verständlich und realistisch, was in der anderen unterdrückten Welt passiert.
Sehr interessant finde ich einige Parallelen zu unserer Welt. Beispielsweise, dass Sekten vor der Jahrtausendwende aus dem Boden schießen und vom Ende der Welt reden bzw. allen den Tod ankündigen, der nicht ihren Glauben annimmt. Die Autorin versucht hier eine Welt zu schildern, in der einer solchen Sekte eben dieses gelungen ist. Und die Auswirkung auf die restliche Menschheit ist nicht gerade positiv.
Der Roman ist sehr phantasievoll und viele Dinge geschehen hier, die nach unserer Logik unmöglich sind. Aber "Die Sklaven des Traumfressers" ist ein Buch, das an die Phantasie und die Träume apelliert. Und somit fühlt sich ein phantasievoller und fremde Welten liebender Welt auch mit diesem Buch wahrscheinlich wohl, mir hat es sehr gut gefallen.
Schriftstellerisch ist der Anspruch nicht sehr hoch, so gibt es oft Wiederholungen und ich finde es auch merkwürdig und störend, wenn man mindestens drei Stellen beispielsweise plötzlich auf Tanjas schmerzenden Waden eingegangen wird. Aber insgesamt liest sich das Buch einfach und man ist schnell durch die sehr interessanten 343 Seiten durch.
DATEN
Titel: Die Sklaven des Traumfressers
Autorin: Barbara Büchner
Geeignet: Erwachsene und Jugendliche, die Fantasy mögen
Seiten: 343
Preis: Euro 4,90 bei www.jokers.de
ISBN-Nr. 3-8000-2568-X
FAZIT
Die Sklaven des Traumfressers ist ein unterhaltsamer und sehr interessanter Roman über drei Jugendliche, die in eine Welt geraten, in der die Menschen die Fähigkeit verloren haben zu träumen. Ein Buch über einen scheinbar unmöglichen Kampf gegen das Böse in dieser Welt. Und ein Buch, das eine Welt zeigt, wie sie sein könnte, wenn eine religiöse Sekte an die Macht käme.
Liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-11 12:33:15 mit dem Titel Mittelmäßige Zeitreise mit Marion Zimmer Bradley (Die Sterne warten)
Marion Zimmer Bradley gehört zu meinen Lieblingsautoren. Daher habe ich mir auch das Buch Die Sterne warten von ihr vor einem Monat gekauft und vor ein paar Tagen durchgelesen. Meine Erwartungen an dieses Buch haben sich allerdings nicht erfüllt. Warum, das könnt ihr hier lesen.
INHALT
Das Buch Die Sterne warten ist eine Auswahl von Kurzgeschichten der Autorin aus drei Jahrzehnten. Es sollen Geschichten von Menschen sein, die Göttern gleich sind oder mit diesen verbunden sind. Und Geschichten von Menschen, die in sich ein uraltes Erbe spüren.
Aufgeteilt ist das Buch in V Teile, die alle sehr unterschiedlich sind.
Teil 1 hat das Überkapitel Die Sterne warten: Frühe Erzählungen.
Hier finden wir folgende vier Geschichten:
1. Jackie sieht einen Stern, geschrieben 1954
2. Tod zwischen den Sternen, geschrieben 1956
3. Die Sterne warten, geschrieben 1958
4. Die Stimmen des Windes, geschrieben 1959
5. Adams Rippe, geschrieben 1963
Teil 2: Arwens Abschied: Legenden aus Mittelerde
1. Arwens Stein, geschrieben 1974
2. Arwens Abschied, geschrieben 1974
Teil 3: Begegnung in den Hyaden: Begebnisse zwischen zwei Sternen
1. Begegnung in den Hyaden, 1962
2. Der Tag der Schmetterlinge, 1974
3. Heldenmond, 1976
4. Ellbogenfreiheit, 1980
Teil 4 beschäftigt sich mit den Darkover. - Der Preis der Bewahrerin: Darkover-Geschichten.
1. Der Wasserfall von 1974
2. Der Preis der Bewahrerin von 1978
3. Lektion im Gasthof von 1978
4. Den Eid zu wahren von 1979
5. Der Sohn des Falknermeisters von 1980
6. Schwert des Chaos von 1982
Teil 5: Der blaue Stern: Fantasy-Stories
1. Das Geheimnis des Blauen Sterns von 1979
2. Der unfähige Magier 1983
Danach folgt ein sehr umfangreiches Nachwort des Herausgebers, anschließend ein Quellen- und Übersetzungsverzeichnis.
MEINUNG
Es ist für mich nicht einfach, eine generelle Meinung zu diesem Buch abzugeben. Aber ich selbst bin enttäuscht von diesem Buch. DAs liegt wohl daran, dass ich eher den späteren Stil der Autorin kenne bzw. bis jetzt kannte und von dem Anfangsstil wenig halte.
Insgesamt ist das Buch sehr grausam und hart. Fast alle Geschichten spielen nicht nur in düsteren Zeiten sondern enden oft auch düster und tödlich oder auf andere Weise schlecht für die Hauptpersonen.
Ich versuche aber jetzt doch mal kurz auf die einzelnen Teile und Geschichten einzugehen.
In Teil 1 finden wir eher seichte Science Fiction Storys, wie sie durchaus in dieser Zeit bis in die 60er Jahre üblich waren. Von Kindern, die Kontakt zu Außerirdischen bekommen bis hin zu Menschen, die von Aliens übernommen werden, ist hier alles vorhanden. Die Geschichten sind ganz interessant geschrieben, haben aber bis auf die Geschichte Eins alle einen sehr negativen Touch.
Teil 2 ist meiner Ansicht nach nur geeignet für Menschen, die sich mit dem Thema Mittelerde beschäftigt haben, also Herr der Ringe und weiterfolgende Werke kennen. Wer diese wie ich nicht kennt, ist hier aufgeschmissen. Denn man bekommt nirgends hinweise, was welche Person bedeutet oder was es mit dem Völkern hier auf sich hat. Hier war ich sehr enttäuscht, denn die Geschichten sind für Nichtkenner zu verworren, um etwas zu verstehen.
Teil 3 sind wieder eher allgemeine Science Fiction Geschichten. Hier beginnt man langsam die heute bekannte Art der Schriftstellerin zu spüren, die auch bekannt dafür ist, dass oft Frauen Heldinnen und Hauptpersonen sind. Die Begegnung in den Hyaden beginnt sehr spannend, endet dann aber auch für mich zu knapp und ohne logisches Ende. Denn auch hier sind noch Einflüsse von den Herr-der-Ringe Kenntnisse zu spüren, die ich eindeutig nicht habe. Und auch hier sind die Geschichten ziemlich brutal oder auf subtile Weise sehr gemein und die Hauptpersonen meistens nicht gerade die Guten.
Teil 4 ist ein interessanter Bereich. Die Darkover Geschichten von Marion Zimmer-Bradley sind nicht umsonst ziemlich bekannt geworden. Auch hier herrscht noch die Brutalität und Grausamkeit vor. Und hier bemerkt man eben die geänderte Schreibweise und dass Frauen mehr sind als nur Wesen, die sich vergewaltigen lassen oder Kinder kriegen. Obwohl beides auch hier noch vorkommt. Am besten hat mir hier "Den Eid zu wahren" und "Schwert des Chaos" gefallen. Beide Geschichten sind zwar auch brutal, aber die Hauptpersonen sind hier sympathisch und ihre Handlungsweise ist gut nachzuvollziehen. Und beide sind schon im Stil der heutigen Art geschrieben.
Teil 5 ist dann so, wie ich den Schreibstil von Marion Zimmer Bradley kenne. Ein wenig mystisch und geheimnisvoll. Die Welten sind oft auch noch grausam aber nicht immer nur negativ wie in den früheren Werken. Und Frauen haben jetzt die gleichen Möglichkeiten wie Männer, selbst wenn sie in einer nicht frauenfreundlichen Welt leben.
Insgesamt eine sehr vielfältige Mischung, bei der aber Grausamkeit und eine negativ ausklingende Story vorherrschen. Einige der Kurzgeschichten sind unverständlich, wenn man sich selbst nicht vorher mit der Thematik auseinandergesetzt hat, die die Autorin beispielsweise kennt.
Sehr gut ist das Buch, wenn man sich mal ein Bild über die Entwicklung der Schriftstellerin machen möchte. Da das nicht mein Anliegen war, bin ich hier sehr enttäuscht. Denn das Anliegen des Buches sollte ja sein, die Verschiedenartigkeit der Menschlichen Seele ans Licht zu bringen. Und wenn ich mir das Buch jetzt noch einmal rückblickend betrachte. Dann heißt das hauptsächlich Gnadenlosigkeit, Brutalität und Machtgier, bis auf ein paar Ausnahmen.
Insgesamt fand ich vielleicht ein Drittel des Buches wirklich lesenswert und interessant, wobei hier noch einige ziemlich happige Geschichten mit enthalten sind. Ich würde mir dieses 320 seitige Buch nicht noch einmal kaufen, empfehlen kann ich es nur mal zum Ausleihen aus einer Bücherei, das ist günstiger, da Ärgert man sich nicht so über das ausgegebene Geld.
DATEN
Titel: Die Sterne warten
Autorin: Marion Zimmer Bradley
Seiten: 320
Art: Kurzgeschichten, gebundenes Buch
ISBN-Nr. 3-8289-6759-0
Ausgabe: 1986
Verlag: Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach
Preis: DM 9,80 bei www.jokers.de
FAZIT
Ein etwas enttäuschendes Buch mit vielen alten Kurzromanen der bekannten Autorin Marion Zimmer Bradley. Sehr gut, um ihre gesamte Schreibweise kennen zu lernen. Ansonsten viele grausame und nicht zum Thema passende Geschichten, daher mittelmäßig bis schlecht. Ich empfehle das Buch auch nicht weiter.
Liebe Grüße an alle Leser meines Beitrages - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-28 14:42:38 mit dem Titel Schönes Geschenkbuch für Groß und Klein (Samantha von Sergio Bambaren)
Freundschaft ist etwas, auf das wir oft viel zu wenig achten. Dabei ist die Freundschaft eines der schönsten Dinge, die es überhaupt auf der Welt gibt. Aus diesem Grunde und weil ich die Bücher von Sergio Bambaren liebe, habe ich mir kurz vor Weihnachten auch das Buch "Samantha - eine Geschichte über Freundschaft gekauft". Dieses Büchlein werde ich auch noch einer guten Freundin schenken. Jetzt möchte ich es hier aber vorstellen.
INHALT
Samantha ist ein ein ganz besonderes Mädchen, dessen Lebenssinn nicht nur daran liegt, sich mit anderen Mädchen zu treffen oder auf Parties zu gehen. Sie verbringt jede freie Minute am Meer und liebt die kleinen Wunder, die sie dort findet.
Als sie eines Tages wieder ans Meer geht, um dort Antworten auf ihre vielen Fragen zu finden, da geschieht etwas ganz Besonderes. Denn aus dem Meer taucht Delphi, ein wilder Delphin auf. Auch Delphi ist anders als die übrigen Delphine. Er sucht wie Samantha einen wahren Freund, ein Wesen, das etwas ganz Besonderes für ihn ist.
Delphi nimmt Samantha, die von ihm wissen will, was wahre Freundschaft ist, mit aufs Meer hinaus. Und so erlebt die kleine Samantha einige sehr schöne Momente und lernt viele Meeresbewohner kennen. Dabei lernt sie auch, was Freundschaft bedeutet.
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MEINUNG
Samantha ist schon äußerlich ein auffälliges Buch. Denn was ich da im Laden entdeckt hatte, ist zwar nur ein dünnes Taschenbuch, aber schon das Bild vorne ist bezaubernd und liess mich neugierig werden. Dort sieht man im Meer tauchend ein kleines (etwa 10 Jähriges Mädchen) neben einem Delphin nach oben schwimmen. Darüber sieht man dann die Umrisse eines Haies. Und trotzdem strahlt das Buch nur Positives aus.
Schon beim Durchblättern des 74 Seitigen Buches fällt auf, dass sich diese wundervolle Zeichnunge susammen mit vielen anderen bunten Zeichnungen auch passend zum Text noch im Buch wiederfinden. Es macht mir hier schon Spass, nur die Bilder des Buches aufzublättern und mir dann lange anzusehen. Mich bringt es gleichzeitig zum Lächeln aber auch zum Nachdenken, so schön und aussagekräftig sind die Bilder.
Die Schrift selbst ist ein wenig Größer als ich es sonst von Büchern gewohnt bin. Allerdings gibt es diese schriftgröe manchmal bei Geschenkbüchern, wenn sie auch für Kinder geeignet sind.
Die Geschichte selbst ist so geschrieben, dass sie sowohl für Erwachsene als auch für Kinder geeignet ist. Man könnte sie auch ohne Probleme den ganz Kleinen vorlesen und ihnen dazu dann die Fotos zeigen. Auch das passt hier hervorragend.
Für Erwachsene finde ich es geeignet, sofern man jemanden, den man vielleicht selbst als guten Freund bezeichnet, hiermit zeigen will, wie wichtig er einem selbst ist. Das Buch gibt aber auch sehr gute Anregungen über das, was wahre Freundschaft bedeutet. Denn es geht hier nicht über das, was man so als Freund bezeichnet, wenn es sich um einen Bekannten handelt, sondern um die tiefe Freundschaft.
Im Buchtext selbst sind gute Aspekte der Freundschaft auch immer wieder hervorgehoben, sie wirken hier fast wie ein Gedicht. Hier ein Beispiel:
Freunde brauchen einander
wie die Blumen den Regen,
um zu blühen und ihre Schönheit zu zeigen.
Freundschaft muß sorgfältig
gepflegt werden.
Vom Inhaltlichen her gefällt mir die Geschichte aber auch, weil das Buch zeigt, wie die kleine Samantha hier Freunde findet, wenngleich es hier keine Menschen sind. Und man über das Abenteuer und der Fragen von Samantha auch selbst miterlebt, was die Freundschaft ausmachen kann.
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DATEN
Titel: Samantha - Eine Geschichte über Freundschaft
Autor: Sergio Bambaren
Seiten: 74
Art: Geschenkbuch, Buch über Freundschaft
Buchart: Taschenbuch
Verlag: Piper
Preis: 7,90
ISBN-Nr. 3-492-23611-1
Ausgabe: September 2002
FAZIT
Samantha - Eine Geschichte über Freundschaft ist ein wundervolles Geschenkbüchlein, das man sowohl Erwachsenen als auch Kindern schenken kann. Aber es ist auch zum Selbstlesen und Bilderanschauen sehr gut geeignet.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-08 18:40:24 mit dem Titel Kuriositätensammlung Australien (Frühstück mit Kängurus von Bill Bryson)
Kurz vor Weihnachten habe ich mir in einem Buchladen das Taschenbuch "Frühstück mit Kängurus - Australische Abenteuer" gekauft. Wie einige meiner Leser wissen, bin ich ja ein großer Australienfan. Und als Leseratte konnte ich hier nicht widerstehen, denn das Buch wurde als humoristisches Buch und Reiseführer angeboten. Hier meine Meinung dazu.
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INHALT
Bill Bryson, ein in Amerika für humoristische Werke bekannter Autor war der Meinung, dass man in Amerika eindeutig zu wenig über Australien wisse. Und somit machte sich der Autor auf den Weg in das Land, in dem sich fliegende Füchse tummeln und das als der flachste, trockenste, unfruchtbarste und heißeste Kontinent gilt. Das Buch handelt von seinen Erlebnissen des Autors und ziemlich vielen Informationen, die hauptsächlich kurios sind.
Aufgebaut ist das Buch wie ein Erlebnisroman oder ein Tagebuch. Es ist in Ich-Schreibweise geschrieben und ziemlich humorvoll beschreibt hier Bill Bryson alles, was ihm in Australien während seiner Reisen passiert ist, was für Personen ihm begegnet sind und was es alles an Besonderheiten an den von ihm besuchten Orten gibt. Dabei kommt man in den Genuss von bekannten Städten wie Sydney oder Melbourne aber auch eher unbekannte Orte wie Burrumbottock oder Tittybong wurden von Byron bereist und hier beschrieben. Insgesamt hat der Leser hier 19 Kapitel und ein Nachwort in dem 411 Seitigem Werk vor sich.
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MEINUNG
Nachdem ich hier den Inhalt nur kurz umrissen habe, jetzt aber meine Meinung zu diesem Buch, dessen Aussehen mich durchaus auch mit zum Kauf verlockt hat. Denn man sieht hier ein Kängurugesicht und im Hintergrund den Uluru, auch als Ayers Rock bekannt. Und da ich selbst schon an diesem Ort gewesen bin, fiel mir das Buch auch gleich ins Auge.
Den Autor Bill Bryson kenne ich selbst nicht. Laut der Booklist hat er schon sehr gute und humorvolle Reiseliteratur geschrieben. Aber ich bin generell aufgeschlossen, wenn es gilt neue Bücher kennenzulernen.
Insgesamt ist Frühstück mit Kängurus ein sehr unterhaltsamer Roman. Der Autor schafft es auch den Leser gleich in seinen Bann zu bringen, was bei einem Reisebericht nicht immer machbar ist. Der Stil ist sehr direkt aber man bemerkt auch gleich die Amerikanische Denkweise. Und für Bryson scheint ganz Australien nur ein Kuriosum zu sein, auch wenn der Autor immer wieder betont, wie sehr er Australien mag.
Sehr viele Stellen sind zugleich lustig und doch meiner Ansicht nach so überzogen, dass es mich schon wieder störte. Mein Leser stelle sich einen Roman über Deutschland vor, in dem nur das erwähnt wird, was kurioses in Deutschland passierte. Der eine mag so etwas, der andere nicht. Bryson hat dafür aber auch sehr gut recherchiert und so erfährt man welcher Premierminister einfach so im Meer baden ging und auf ewig verschwand und wo es welche giftigen Tiere gibt.
Während seiner gesamten Reise durch viele Gebiete Australiens findet Bryson aber auch immer irgendwelche kuriosen Dinge. Vieles über die Lebensweise der "normalen" Australier, wie ich sie kennen gelernt habe, erfährt man dagegen nicht. Dafür weiß ich jetzt, dass es auch einen großen Hummer und einen großen Stier gibt, dessen Hoden einen Mann erschlagen würden, fielen sie zufällig auf ihn. Wie Amerika hat Australien leider auch die Tendenz überall das größte zu haben. Und Bryson hat eine Vorliebe, diese Touristenattraktionen zu beschreiben.
Sehr gut gefallen haben mir dagegen seine persönlichen Erlebnisse. Und da hat er auch einen sehr interessanten Schreibstil, was sich selbst angeht. Er hat einen starken Eigenhumor und beschreibt sich selbst so komisch, dass gerade solche Passen Spass machten, in denen er Erlebnisse beschrieb, die ihm selbst passiert sind.
Sehr schade fand ich seine Voreingenommenheit bestimmter Orte Australiens gegenüber. Die gibt er zwar unumwunden in dem Buch zu aber so bekommt man auch nur eine negative Schilderung über Orte, die man vielleicht selbst als gut kennt, die der Autor aber aus bestimmten Gründen schon vorher nicht mochte.
Insgesamt habe ich durch das Buch viel über Australien gehört, aber irgendwie nur über negativ-kuriose Dinge. Viel Positives kommt über das Land hier nicht heraus und das störte mich sehr. Außerdem finde ich einiges sehr überheblich. Mein Onkel, ein Australier, sagte mir mal, es gäbe in Australien keine überheblicheren Menschen als die Amerikaner. Und auch wenn Bryson hier humorvoll über Australien herzieht, so kommt das doch an sehr vielen Punkten heraus.
Und auch wenn das Buch insgesamt sehr humorvoll ist, so sollte man selbst nicht glauben, dass einem normalen Touristen all diese Dinge zustossen, wie Bryson es hier schildert. Ich war jetzt schon zweimal in Australien, meine Eltern dreimal, aber wir haben nie so ungewöhnliche und fast nur kauzige Menschen kennengelernt, wie Bryson hier in dem Buch schildert. Und wir waren auch schon in sehr vielen Gegenden Australiens.
Gar nicht humorvoll sondern sehr nachdenklich stimmte mich sein Beitrag über Alice Springs. Erst macht sich der Autor viele Gedanken über die Situation der Aborigines. Dabei wird der Leser darauf gestossen, wie schlimm die weißen Australier mit den Aborigines umgegangen sind. Sind sie auch, aber dieser von sich so überzeugte Amerikaner machte nicht einmal den Vergleich mit Amerika und den Indianern. Denn beides ist gleich schrecklich gewesen. Und so sieht man den von sich überzeugten Amerikaner über die Australier urteilen und es regt sich nirgends das Gewissen gegenüber den Ureinwohnern Amerikas. Und anstatt, dass seine Gedanken auch weitergehen, macht er es schließlich wie seiner Aussage nach alle Australier. Er tut so, als gäbe es keine Aborigines. Vielleicht wundert sich der eine oder andere Leser von mir, warum ich mich so darüber aufrege. Ich finde es schlimm, wie die Aborigines heute noch in Australien behandelt werden. Denn obwohl ihnen heute einige Landgebiete zurückgegeben wurden, gelten sie bei den meisten Weißen wie Abschaum. Aber trotz allem gibt es in Australien auch engagierte Menschen, die sich für die Rechte der Ureinwohner einsetzen. Und dann kommt so ein von sich selbst überzeugter Amerikaner und tut so, als seien die Australier die einzigen, die hier Ureinwohnern ihre Rechte absprechen würden.
Wer das Buch liest, erfährt auf jeden Fall sehr vieles über Menschen, die versucht haben, Australien zu erkundigen und meistens dabei scheiterten. Man weiß nach dem Lesen alles über die Gefahren des trockenen Kontinents und so mancher wird sich wohl hüten, dieses Land jemals zu besuchen. Wären nicht die guten Erlebnisse des Autoren gewesen, so hätte ich das Buch schnell wieder aus der Hand gelegt, so sehr hat mich diese Negativ-Informationspolitik dieses Buches geärgert. Aber da durchaus auch ein paar schöne Aspekte Australiens geschildert werden und mich auch interessierte, was Bryson zu Gegenden sagt, die ich noch nicht kenne, habe ich das Werk auch zu Ende gelesen. Ich habe vor Weihnachten mit diesem Buch angefangen und es jetzt erst beendet. Und das heißt etwas, denn normal habe ich ein interessantes Buch mit diesen Seiten in zwei spätestens drei Tagen beendet.
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DATEN
Titel. Frühstück mit Kängurus - Australische Abenteuer
Autor: Bill Bryson
Seiten: 412
Art: Humoristische Reiseliteratur
Buchart: Taschenbuch
Verlag: Goldmann-Verlag
ISBN-Nr.: 3-442-45379-8
Preis: 9,90 Euro
Ausgabe: November 2002
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FAZIT
Frühstück mit Kängurus ist eine Mischung zwischen einem Reiseerlebnisroman, der sehr gelungen ist und einer Anreihung von kuriosen Informationen zu Australien. Mir hat diese Mischung nicht sehr gefallen, zudem einiges sehr überheblich wirkt und Australien in diesem gerade in den Informationen nicht gut weg kommt. Vielleicht betrachten das viele Menschen als Lustig aber mir gefiel es nicht, wie sehr vieles von und in Australien hier von Bryson oft ins Lächerliche gezogen wurde. Ich persönlich würde mir das Buch nicht noch einmal kaufen.
Liebe Grüße - Miara weiterlesen schließen -
Bach, Richard / Die Möwe Jonathan
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Das ein oder andere Buch ist nicht nur Lesestoff, sondern eine Botschaft oder gar eine Lebenseinstellung und wird somit zum Klassiker. Eines dieser Bücher ist „Die Möwe Jonathan“. Zu diesem Buch gibt es auch einen Film, untermalt mit schöner Musik von Neil Diamond.
*** Die Story ***
Die junge Möwe Jonathan ist anders als die anderen Möwen. Er interessiert sich nicht für das Alltägliche, in diesem Fall die Futtersuche. Jonathan will die Kunst des Fliegens in seiner Vollendung beherrschen und wird somit schnell zum Außenseiter. Er übt täglich, ist schon fast besessen und schließlich gelingt ihm eine besonders riskante Übung. Dabei hat er jedoch einen größeren Schwarm Möwen behindert.
Die Ratsversammlung der Möwen beschließt daraufhin, Jonathan endgültig aus ihrer Gemeinschaft auszustoßen. Jonathan, der eigentlich mit einer Ehrung gerechnet hatte, flog sich seiner Einsamkeit bewusst davon.
Er übt weiter und seine Fähigkeiten werden immer vollkommener. Und so ist sein Leben zwar einsam, aber lebenswert. Bis er dann eines Tages auf zwei Möwen trifft, die jeden Flug meisterhaft beherrschen und ihn in eine andere Welt mitnehmen. Hier endet der erste Teil des Buches.
Im zweiten Teil geht es darum dass Jonathan klar wird, nichts war umsonst. Es war gut dass er sich so angestrengt hat und auch die ungewollte Zeit der Einsamkeit war von Nutzen. Er lernt mit Hilfe seine „wirklichen Brüder“ was er noch wissen muss. Und er lernt Freiheit und Liebe zu schätzen und weiterzugeben. Und so kehrt er schließlich zurück.
Den Rest möchte ich eigentlich nicht erzählen, falls es noch jemanden unter Euch gibt der das Buch noch nicht kennt.
*** Fakten zum Buch ***
Mit liegt eine Taschenbuchausgabe Nr. 20897 vom Ullstein Verlag vor. Es ist die 4. Auflage, erschienen im März 1991. Im Buch findet man auch Bilder von Möwen. Die Fotos sind in schwarzweiß gehalten. Die Originalausgabe heißt „Jonathan Livingston Seagull“. Die ISB N ist 3 548 20897 5. Die Fotografien sind von Russel Munson. Das Buch wurde von Jeannie Ebner ins Deutsche übersetzt. Der damalige Preis des Buches war DM 9,80.
*** Zum Autor ***
Richard Bach ist Jahrgang 1935 und wurde in Oak Park, Illinois geboren. Mit 18 Jahren wurde er zum Jetpiloten ausgebildet. Er war auch Schauflieger und Fluglehrer.
*** Fazit ***
Ein Buch für alle, die das Besondere suchen und nicht mit der Masse laufen wollen.
*** Meine Meinung ***
Auch schon Außenseiter gewesen und auch immer wieder von Rückschlägen gebeutelt, gelernt trotzdem nach vorwärts zu gehen, spricht mir dieses Buch natürlich aus der Seele.
Es ist eben nicht einfach, seinen Weg zu gehen wenn er so anders als der von anderen ist. Und es gibt eben viele, die einen davon abhalten wollen. Nicht umsonst gibt es den Spruch „Schuster bleib bei deinem Leisten“.
Beschließt man trotzdem, seinen eigenen Weg zu gehen, muss man sich darüber klar sein dass es nie nur geradeaus gehen kann. Es ist ganz normal, eine Zeitlang Außenseiter zu sein oder wenigstens – milde ausgedrückt – belächelt zu werden. Und ist es noch so schwer und wirft einen die Müdigkeit der Enttäuschung oft um, ES LOHNT SICH DOCH!
Das lese ich aus diesem Buch heraus. Und gerade in Zeiten, wo ich dazu tendiere aufzugeben, nehme ich mir dieses Buch gerne zur Hand. Und es gehört zu den Büchern wie „Johannes“, „Der träumende Delphin“, „Der kleine Prinz“ und einige andere, die ich gerne schenke, weil …
… Träumen wichtig ist, Hoffen notwendig ist und Ziele uns am Leben erhalten!
„Für die wirkliche Möwe Jonathan, die in uns allen lebt!“
Noch ein Tipp: Seht Euch mal die Seite http://home.twin.at/achtsamkeit/bach.htm an. Hier findet Ihr schöne Zitate von Richard Bach, wie z. B.:
Was für die Raupe das Ende der Welt ist,
nennt der Meister einen Schmetterling!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-05 05:32:46 mit dem Titel Bach Richard, Die Möwe Jonathan
Das ein oder andere Buch ist nicht nur Lesestoff, sondern eine Botschaft oder gar eine Lebenseinstellung und wird somit zum Klassiker. Eines dieser Bücher ist „Die Möwe Jonathan“. Zu diesem Buch gibt es auch einen Film, untermalt mit schöner Musik von Neil Diamond.
*** Die Story ***
Die junge Möwe Jonathan ist anders als die anderen Möwen. Er interessiert sich nicht für das Alltägliche, in diesem Fall die Futtersuche. Jonathan will die Kunst des Fliegens in seiner Vollendung beherrschen und wird somit schnell zum Außenseiter. Er übt täglich, ist schon fast besessen und schließlich gelingt ihm eine besonders riskante Übung. Dabei hat er jedoch einen größeren Schwarm Möwen behindert.
Die Ratsversammlung der Möwen beschließt daraufhin, Jonathan endgültig aus ihrer Gemeinschaft auszustoßen. Jonathan, der eigentlich mit einer Ehrung gerechnet hatte, flog sich seiner Einsamkeit bewusst davon.
Er übt weiter und seine Fähigkeiten werden immer vollkommener. Und so ist sein Leben zwar einsam, aber lebenswert. Bis er dann eines Tages auf zwei Möwen trifft, die jeden Flug meisterhaft beherrschen und ihn in eine andere Welt mitnehmen. Hier endet der erste Teil des Buches.
Im zweiten Teil geht es darum dass Jonathan klar wird, nichts war umsonst. Es war gut dass er sich so angestrengt hat und auch die ungewollte Zeit der Einsamkeit war von Nutzen. Er lernt mit Hilfe seine „wirklichen Brüder“ was er noch wissen muss. Und er lernt Freiheit und Liebe zu schätzen und weiterzugeben. Und so kehrt er schließlich zurück.
Den Rest möchte ich eigentlich nicht erzählen, falls es noch jemanden unter Euch gibt der das Buch noch nicht kennt.
*** Fakten zum Buch ***
Mit liegt eine Taschenbuchausgabe Nr. 20897 vom Ullstein Verlag vor. Es ist die 4. Auflage, erschienen im März 1991. Im Buch findet man auch Bilder von Möwen. Die Fotos sind in schwarzweiß gehalten. Die Originalausgabe heißt „Jonathan Livingston Seagull“. Die ISB N ist 3 548 20897 5. Die Fotografien sind von Russel Munson. Das Buch wurde von Jeannie Ebner ins Deutsche übersetzt. Der damalige Preis des Buches war DM 9,80.
*** Zum Autor ***
Richard Bach ist Jahrgang 1935 und wurde in Oak Park, Illinois geboren. Mit 18 Jahren wurde er zum Jetpiloten ausgebildet. Er war auch Schauflieger und Fluglehrer.
*** Fazit ***
Ein Buch für alle, die das Besondere suchen und nicht mit der Masse laufen wollen.
*** Meine Meinung ***
Auch schon Außenseiter gewesen und auch immer wieder von Rückschlägen gebeutelt, gelernt trotzdem nach vorwärts zu gehen, spricht mir dieses Buch natürlich aus der Seele.
Es ist eben nicht einfach, seinen Weg zu gehen wenn er so anders als der von anderen ist. Und es gibt eben viele, die einen davon abhalten wollen. Nicht umsonst gibt es den Spruch „Schuster bleib bei deinem Leisten“.
Beschließt man trotzdem, seinen eigenen Weg zu gehen, muss man sich darüber klar sein dass es nie nur geradeaus gehen kann. Es ist ganz normal, eine Zeitlang Außenseiter zu sein oder wenigstens – milde ausgedrückt – belächelt zu werden. Und ist es noch so schwer und wirft einen die Müdigkeit der Enttäuschung oft um, ES LOHNT SICH DOCH!
Das lese ich aus diesem Buch heraus. Und gerade in Zeiten, wo ich dazu tendiere aufzugeben, nehme ich mir dieses Buch gerne zur Hand. Und es gehört zu den Büchern wie „Johannes“, „Der träumende Delphin“, „Der kleine Prinz“ und einige andere, die ich gerne schenke, weil …
… Träumen wichtig ist, Hoffen notwendig ist und Ziele uns am Leben erhalten!
„Für die wirkliche Möwe Jonathan, die in uns allen lebt!“
Noch ein Tipp: Seht Euch mal die Seite http://home.twin.at/achtsamkeit/bach.htm an. Hier findet Ihr schöne Zitate von Richard Bach, wie z. B.:
Was für die Raupe das Ende der Welt ist,
nennt der Meister einen Schmetterling! weiterlesen schließen -
David Baldacci: "The Simple Truth" oder "Die Wahrheit"
29.12.2002, 15:08 Uhr von
halcion
Ich bin unter dem selbigen Namen auch schon bei ciao tätig, von daher sollte sich niemand wundern...Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Die Geschichte beginnt in einem Hochsicherheitsgefängnis in den USA. Rufus Harms sitzt seit 25 darin seine lebenslängliche Haft ab. Warum? Als Harms noch bei der Army war, brachte er, ein Dunkelhäutiger ein weißes Mädchen um. Zumindest glaubten das alle, auch Harms selbst. Kniend wurde er neben der Leiche gefunden, weinend und am Boden zerstört. Alles eindeutige Beweise dafür, dass er das Mädchen umgebracht hat, oder?
Er ist sehr stark, kann sich im Gefängnis, wo Prügeleinheiten und Quälerei an der Tagesordnung sind, gut behaupten. Doch in ihm entsteht ein Konflikt. Warum sollte er, der gläubige und zufriedene junge Mann ein Mädchen grundlos umbringen. Aber dann erreicht ihn ein folgenschwerer Brief...
[Hier wird mit der Erzählung gestoppt und das tägliche Geschehen am obersten Gerichtshof wird beschrieben. Allerdings ist das nicht besonders prickelnd zu lesen, von daher erspare ich euch das.]
Eines Tages bittet Harms seinen einstigen Anwalt namens Rider, der damals auf leichte geistige Unzurechnungsfähigkeit plädiert hatte und ihm so die Todesstrafe ersparte, zu sich ins Gefängnis. Der Grund: Er hatte erfahren, dass er 25 Jahre lang zu unrecht im Gefängnis gesessen hatte und wollte daher eine Wiederaufnahme des Falles erreichen. Rider, völlig verblüfft von den eindeutigen Beweisen, fühlte sich verpflichtet ihm zu helfen. Immerhin hatte er Harms damals sozusagen im Stich gelassen, war er doch auf ein höchstwahrscheinlich illegales Angebot der Staatsanwaltschaft eingegangen. Er fährt ins Hochsicherheitsgefängnis und erhält dort von Harms den Brief. Den sendet er dann auch sofort zum obersten Gerichtshof.
Michael Fiske, Staatsanwalt am obersten Gericht überprüft ihn, als er jedoch die Sachlage erkennt, unterschlägt er den Brief und beschließt zu Hatms in das Gefängnis zu fahren. Dort angekommen unterhält er sich mit Harms. Allerdings hat er das Original des Briefes dabei, ein folgenschwerer Fehler. Vor allen Dingen, weil auch noch z
wei Männer, die im Brief von Harms erwähnt werden, im Gefängnis arbeiten! Leider erkennt Fiske das zu spät und so wird sein Leben auf unangenehme Weise beendet. Auch Harms soll auf der Stelle umgebracht werden, er erleidet jedoch einem Herzinfakt und muss sofort ins Krankenhaus. Dort gelingt es ihm mit seinem Bruder Josh zu fliehen. Die beiden setzen sich ab und die Erzählung schwenkt um auf den Bruder des Verstorbenen, der mit einer Kollegin seines Bruders versucht, den Mörder zu schnappen.
Bis hier hin, habe ich alles so detailgetreu, wie möglich berichtet, das Ende müsst Ihr allerdings schon selbst herausfinden!
Leseprobe:
[...] Gut drei Stunden, nachdem Billy Hawkins ihn vom Tod seines Bruders unterrichtet hatte, schritt John Fiske die Gänge des Leichenschauhauses von Washington. Er folgte einem mit weißen Kittel bekleideten Mann, der sich um die Neuzugänge kümmerte. Fiske hatte dem Mann Papiere zeigen müssen und ihm beweisen, dass er tatsächlich Michael Fiskes Bruder war. Er war darauf vorbereitet gewesen und hatte Fotos mitgebracht, auf denen die Fiske-Brüder gemeinsam zu sehen waren. Er hatte versucht, seinen Vater zu erreichen, doch es war niemand ans Telefon gegangen. Fiske war bei ihm vorbeigefahren, aber der alte Herr war nicht zu Hause gewesen. Schließlich hatte John seinem Dad eine Nachricht dagelassen, ohne Einzelheiten zu nennen. Er musste sich vergewissern, dass es wirklich sein Bruder war, und das konnte er nur an dem Ort, zu dem er nun unterwegs war.
Fiske war überrascht, als sie sein Büro betraten, und noch verdutzter, als der Angestellte ein Polaroid-Foto aus seiner Akte zog und es ihm hinhielt.
„Ich identifiziere kein Foto. Ich will die Leiche sehen.“
„Hier gehen wir anders vor, Sir. Wir sind gerade dabei, ein Videosystem zu installieren, sodass wir die Identifizierungen über Bildschirm vornehmen können, aber es ist noch nicht einsatzfähig. Bis dahin benutzen wir Polaroid-Aufnahmen.&
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;
„Diesmal nicht.“
Der Mann schlug mit dem Foto auf seine Handfläche, als wollte er damit Fiskes Neugier erregen. „Die meisten Hinterbliebenen würden es vorziehen, ein Foto ztu benutzen. Das ist sehr ungewöhnlich.“
„Ich bin nicht >die meisten
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-23 23:02:40 mit dem Titel Widerstehst du der "Versuchung" (Die Versuchung von D. Baldacci)
Vorgeschichte:
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Ich war vor kurzem im Urlaub, auf Rhodos. Leider hatte ich mir zu wenig Lesestoff mitgenommen und so musste ich hinterher mit den Büchern meiner Mum Vorlieb nehmen: David Baldacci, Die Versuchung. Schon nach den ersten paar Seiten war ich begeistert...
Der Autor:
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David Baldacci wurde 1960 in Virginia geboren. Dort lebte er mit seinen Eltern bis zum Ende seines Studiums; er studierte Politik und Jura.
Danach arbeitete er 9 Jahre als Anwalt in Washington D.C.
Dann fing er an Romane zu schreiben. Seine Bücher wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt, man kann sie in über 70 Ländern erwerben. Baldacci schrieb auch Drehbücher für etliche Filme.
Im Moment lebt er mit seiner Frau und seinen 2 Kindern in Alexandria, Virginia.
Die Bücher: 1999 Der Präsident
Das Labyrinth
Die Wahrheit
2000 Die Versuchung
Die Verschwörung (Meinung folgt bald...)
2002 Das Versprechen
Das Buch:
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erschien, wie schon gesagt in 2000. Der Originaltitel lautet „The Winner“. Übersetzt wurde von Edda Petri, das Buch wurde von Bastei Lübbe herausgegeben. In Amerika erschien es schon 1997.
Der Roman hat 637 Seiten und kostet 9,45 €uro.
Die ISBN-NR. ist 3404143485
Die Story:
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Luann lebt mit ihrem faulen Freund und ihrer kleinen Tochter Lisa im Elend. Der Wohnwagen, der ihnen als Behausung dient zerfällt langsam und natürlich fehlt es ihnen an Geld. Doch dann erhält Luann einen Anruf von einem Mr. Jackson (Nein nein, nicht Michael...). Er bietet ihr an, sie zur Gewinnerin der Lotterie zu machen. Anfangs ist Luann noch mistrauisch, aber dann denkt sie an ihre Tochter, und die Entscheidung fällt ihr immer schwerer. Was sie nicht weiß: ihr Freund hat mit Drogen gehandelt und liegt tot im Wohnwagen, außerdem würde Jackson sie bei einem „Nein“ umbringen. Als sie dann zu ihrer Behausung zurückkehrt und dem Kerl, der ihren Freund getötet hat direkt in die Arme läuft und ihn mit einem Telefon erschlägt, seinen Wagen klaut und auf Jacksons Angebot eingeht kann sie nichts mehr stoppen. Doch natürlich gibt es auch bei diesem Angebot einen Haken: Wenn Luann gewonnen hat, muss sie das Land verlassen und darf nie wieder zurückkehren. Außerdem darf Jackson mit dem Geld machen, was er will, ihr fallen nur die sehr beachtlichen Zinsen zu. Erst nach 10 Jahren, kann sie über das Geld verfügen. Doch nach den 10 Jahren hat Luann keine Lust mehr herumzureisen und kommt zurück nach Amerika. Damit bringt sie sich selbst und ihre Tochter Lisa in eine schreckliche Gefahr....
Die Personen:
°°°°°°°°°°°°°°
Luann Tyler:
hat den schlechtesten Freund, den man sich vorstellen kann. Sie will nicht mehr in Armut leben, und geht auf das Angebot ein. Sie ist nicht unbedingt die Vernünftigste, aber ihre Tochter liebt sie heiß und innig.
Jackson:
ist kaltblütig und herzlos. Für ihn zählen Menschenleben nichts! Er ist auf seine Art genial und, wie ich schätze, verrückt.
Charlie:
arbeitete eigentlich für Jackson: er betreute die zukünftigen Lotteriegewinner. Doch Luann freundet sich mit ihm an und so begleitet er sie und ihre Tochter auch weiterhin.
uvm.
Fazit:
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Ein durchgehend spannendes und genial ausgedachtes Buch. Ich hoffe, dass auch seine anderen Romane an diesen Erfolg anschließen können!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-29 14:08:51 mit dem Titel Too much murderes oder Zu viele Köche verderben den Mord
K. Bengelsdorf
Too much murderes oder Zu viele Köche verderben den Mord
Inhalt: 1. Traditional teatime
2. A long night
3. One day before the lawyer came
….
Traditional teatime
Sir Archibald war ein älterer Herr und legte großen Wert auf die Traditionen. Gleich morgens wurde er von seiner Haushälterin Agnes mit einem typisch-englischen Frühstück begrüßt: Beans, toast und natürlich durfte auch das Kännchen Darjeeling nicht fehlen. Dann zog er sich an und ging um seine Mitbewohner zu begrüßen. Seine Schwester Elisabeth, seinen Sohn Henry, seine Enkelin Beth und seinen Neffen Charles. Sie alle wohnten schon seid Jahren bei ihm im Haus, einerseits um ihm auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin, Gesellschaft zu leisten, andererseits wegen dem fantastischen Ausblick auf das Vermögen des Mannes. Doch auch ein Gast war noch anwesend, nämlich sein ältester Freund, Colonel James Cromway.
Anschließend ging Archibald in sein Büro, um mit seinem Privatsekretär, der erst seit kurzem angestellt war, einige wichtige Dinge zu besprechen. Nachmittags nahm er dann seinen Tee ein. Es war ihm sehr wichtig, dass diesem altenglischen Zeremoniell jeden Tag von allen Hausbewohnern gefrönt wurde. Dabei konnte man die Neuigkeiten des Tages austauschen und darüber diskutieren. Doch an diesem Tag ging es ihm nicht darum. Er wollte nur etwas ankündigen, etwas dass schwere Folgen tragen würde.
„Ich bin sehr froh, dass Ihr Euch heute in meiner Bibliothek versammelt habt, denn ich habe Euch etwas sehr wichtiges mitzuteilen. Ich weiß, dass ich bald sterben werde und Ihr wisst es auch...“
Tatsächlich blickte keiner der Versammelten erstaunt. „Woran Ihr jetzt natürlich denkt, ist das Testament, bitte leugnet dies nicht. Und ganz genau darum geht es mir. Bisher wart Ihr die Begünstigten, Elisabeth und Henry die Haupterben, auch dir, Beth wird eine bestimmte Summe gutgeschrieben. Daher dürftest du keine Probleme haben, dein Studium zuende zu finanzieren. Auch dir, James, wird etwas hinterlassen. Du wirst mein gesamtes Mobiliar erben einschließlich meiner Antiquitäten. Auch du, Charles, hättest etwas erben sollen...“
„Moment mal, Vater was heißt hier ‚hättest sollen’?“
„Das werdet Ihr Euch sicher alle fragen, die Frage ist leicht zu beantworten. Ich werde mein gesamtes Vermögen dem Kinderhilfswerk in Afrika vermachen. Morgen werde ich meinen Anwalt herbestellen und keiner von Euch bekommt auch nur einen Teil. Ich bitte Euch, bevor Ihr mich jetzt mit Fragen bestürmt, mich in Ruhe zu lassen.“
Bestürzt und verärgert verließ die Familie den Raum, nur Colonel James blieb sitzen und starrte seinen alten Freund mit vorwurfsvollem Blick an. „Und deshalb hast du mich jetzt eingeladen, ich denke, du solltest keine Spielchen mit deinen Angehörigen treiben. Schon manch einer hat aus Gier dumme Dinge getan.“ Dann stand auch er auf und schritt mit ärgerlichem Blick aus der Tür, nicht wegen der verlorenen Erbschaft, sondern wegen dem kindischen Verhalten seines Freundes.
Kaum hörte er keine Schritte mehr lehnte er sich, befriedigt lächelnd an die samtroten Polster seines Ohrensessels.
A long night
Mit starrem Blick schaute Henry die Decke seines Zimmers an. Warum musste der alte Narr so kurze Zeit vor seinem Tod sein Testament ändern? Denn er wäre bald gestorben, das wusste Henry genauso wie sein Vater. Hatte er, Henry, nichts verdient? War er nicht extra nach seiner Scheidung in dieses Haus zurück gekommen, hatte er nicht tagtäglich seinen Vater betüttelt, mit der baldigen Aussicht auf ein riesiges Erbe? Schon vor zwei Jahren, so hatten die Ärzte prophezeit, sollte sein Vater sterben, dennoch hatte er es geschafft, die Nerven seiner Familie zwei weitere Jahre zu strapazieren.
Elisabeth wälzte sich unruhig im Bett, ihr war furchtbar warm. Wie konnte ihr Bruder ihr das antun. Sie hatte sich so liebevoll um ihn gekümmert, war immer freundlich gewesen und hatte Dienstmädchen gespielt. Und nun? Sie war sich sicher, dass sie die einzige gewesen wäre, die um Archibald getrauert hätte. Über das Erbe hätte sie sich natürlich gefreut, vielleicht hätte sie sich endlich ihre Wünsche erfüllen können. Durfte es so weitergehen? Nein, durfte es nicht!
Sie runzelte die Stirn. Was konnte sie denn tun?
Mit einem Ruck fuhr Beth hoch. Sie hatte Schritte auf der Treppe gehört. Tränen rannen über ihre Wangen, wie sollte sie nur ihr Studium finanzieren. Ihr Großvater war doch immer so stolz auf sie gewesen und nun? Langsam stand sie auf und stolperte zur Tür. Das durfte er ihr nicht antun, und das würde sie ihm auch sagen...
Charles saß auf einem großen Ohrensessel und dachte nach. Gemächlich schob er sich eine Zigarette in den Mund, es hatte keine Eile. Oder doch? Schließlich sollte der Anwalt ja schon morgen kommen...
Auch James konnte nicht schlafen, er machte sich Sorgen um seinen alten Freund. Warum tat er so etwas Absurdes? Warum machte er sich seine ganze Familie zum Feind? Langsam ließ er sich in sein Bett sinken, wie in eine Wanne voll von warmen Wasser. Morgen musste er mit ihm reden, nur wie sollte er das fertig bringen?
One day before the lawyer came
Wie immer stand Sir Archibald auf und ging zum Spiegel. Nur betrachtete er sich heute anders als sonst. Etwas Verschlagenes lag in seinem Blick, auch noch als James eintrat.
„Archibald, ich muss mit dir reden. Es geht um...“, begann James „...um dein ähm... Vorhaben, was dein Testament anbetrifft. Du weißt, ich bin nicht hinter deinem Reichtum her, das schon gar nicht, aber bei deiner Familie bin ich mir da überhaupt nicht sicher. Sie haben lange darauf gewartet, schon vor zwei Jahren hättest du sterben sollen, das weißt du genauso gut, wie deine Familie. Trotzdem erfreust du dich bester Gesundheit. Was glaubst du, wie wird eine Familie, die nichts hat und völlig abhängig von dir ist, reagieren, wenn ihnen sogar nach deinem Tod nichts abfällt?“
„Ich bitte dich James, du solltest dich da wirklich raushalten. Ich muss vor niemandem Rechenschaft darüber ablegen, warum ich in einer bestimmten Situation so handle, wie ich es für richtig halte!“ Mit gesenktem Blick trat James aus dem Zimmer und noch während er die Tür schloss murmelte er „vielleicht hast du nun eine Situation geschaffen, in der die anderen es für richtig halten, zu handeln...“.
Ich habe hiermit Inhalt und Leseprobe geliefert, denn ich denke, dass aus dem wortwörtlichen Text der Inhalt deutlich wird...
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist unbedingt zu empfehlen...
Vor allem dieses altenglische Flair macht das Buch zu etwas besonderem. Obwohl der Anfang eher knapp gehalten ist, ist der Hauptteil sehr ausführlich und gut durchdacht. Was mir aufgefallen ist, ist dass sich die Schriftart mit der Agatha Christies vergleichen lässt.
Euch allen frohe Weihnachten nachträglich und einen guten Rutsch... weiterlesen schließen -
RUF!MICH!AN! ????
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Was erwarte ich wenn ich ein Buch mit dem Titel RUF!MICH!AN! lese??? Ein Stück Satire, Ironie, Selbsterkenntnis und vielleicht aber auch ein Stück Niveau! In jedem Fall bin ich im nachhinein noch nicht ganz sicher ob ich das Buch witzig und gut oder einfach nur geschmacklos finden soll.
___DIE STORY___
Paprika ist eine Stadtneurotikerin der übelsten Sorte. Sie ist die Chefin einer gut laufenden Werbeagentur und kann sich aufgrund dessen mittlerweile viel ihrer Hobbies wie Bärbel-Schäfer – gucken und Bildzeitung – lesen widmen. Soziale Kontakte sind ihr ein Graus, und wenn das schon sein muss, dann wickelt sie diese per Sms über ihr Handy ab.
Irgendwann bekommt sie als sie eine eklig, normale, alte Schulfreundin loswerden will bei der Auskunft die Telefonnummer des imaginären „Valmont“. Durch ihn wird die Anonymität der Großstadt in diesem Buch sichtbar, und Paprika lernt was das Liebe auch wehtun kann ( was auch immer ihr euch jetzt darunter vorstellt ;o) )..
Ich denke das ich im großen und ganzen ( allerdings erst recht zum Schluss) verstanden habe was uns die Autorin diese Buches damit eigentlich sagen will. Leider übertreibt sie extrem mit ihrem Sarkasmus, was viele Stellen einfach nur geschmacklos und meiner Meinung nach sinnlos machen.
Ich persönlich finde Sätze wie :“Der größte Arsch im Land ist doch der Passant!“ nicht besonders nett, zumal die komplette Szene , als Paprika einfach über die Straße geht einfach streichen könnte!
Generell bemerkt man in diesem Buch das sehr unwichtige Dinge sehr lang und breit gezogen werden! Bis Auf Seite 80 ( und das Buch hat nur 202 Seiten) ist nicht viel passiert außer das Paprika Bärbel Schäfer geguckt hat, auf einer Gala ihren Unmut über Promis kundgetan und ebenso lästernd Bus gefahren ist!..
Insgesamt passiert nicht viel außer lästern und das sehr bösartig über „normale“ Menschen und mit Vorliebe über „Broiler“ (Ossis). Der eine stinkt aus dem Mund, der nächste ist hirnlos. Zum Thema Übergewicht macht sie sich Gedanken wie lange diese Menschen sitzen können und ab wann diese sich die Schwarte wundrubbeln . Der volle Name Ihres Bekannten Robert, so findet sie passt hervorragend in eine Reihe von Massenmördern - Namen.
Also insgesamt bin ich sicher ein Mensch der Sarkasmus und Ironie abkann und sicher auch mal „böse“ Witze mag, aber ab und zu schlägt sie hier über die Stränge.
Ich denke die Botschaft über die völligverrückte Welt der Großstädter und Neurotiker in der heutigen Zeit hätte man auch ein wenig humorvoller und witziger rüberbringen können.
Andrerseits beeindruckte mich schon diese Extrem provokante Art der Autorin zu schreiben. Und In jedem Fall erreicht sie das dieses Buch in meinem Kopf hängen bleibt.
Witzig und Ironisch sind zum Beispiel auch die völlig überdrehte Parodie von Maik ( mit ai) und Mändy , dem Broiler- Pärchen welches in die Nachbarwohnung eingezogen ist. Sie arbeitet laut Aussage von Maik bei „Googai“ ( Kookai) und er habe einen recht gut laufenden „Bärschnglubb“ ( Pärchenclub).
__DIE AUTORIN___
Else Buschheuser wurde 1965 in Eilenburg bei Leipzig geboren. Sie war Klatschkolumnistin, Redakteurin, Fersehansagerin, Hausfrau, Buchhändlerin, Marktverkäuferin, Kartenabreisserin und noch so viel mehr.
Zusätzlich ist im Frühjahr 2001 im Diana-Verlag ihr 2. Buch MASSERBERG erschienen.
___FAKTEN___
Heyne- Buch aus der „allgemeinen Reihe“
ISBN : 3-453-19004-1
Best.- Nr. :01/ 13395
Preis : 7,95 €
202 Seiten
___EMPFEHLENSWERT??___
Es nicht so das ich mich nun gar nicht amüsiert hab , aber ich würde das Buch sicher nicht noch mal kaufen und nur dann lesen wenn es mir per Zufall über den Weg läuft. Genauso empfehle ich es euch auch , nicht kaufen sondern ernstfalls mal ausleihen , zu lesen ist es ja relativ schnell da es nur 202 Seiten hat.
Entweder man haßt oder man liebt es,aber ich steh ich dazwischen.
Grüße Nikolina
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-28 16:04:39 mit dem Titel Der träumene Dephin/ Sergio Bambaren
Es gibt Bücher die liest man und vergisst sie quasi sofort wieder , es gibt Bücher die liest man immer wieder , weil sie irgendeine Bedeutung für den Leser haben und es gibt Bücher die muss man einfach besitzen um sich selbst mal was gutes zu tun.
DER TRÄUMENDE DELPHIN ist genau eins von dieser Sorte.( An dieser Stelle lieben Dank dem Olaf (JustOliver) der mir dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt hat...)
Die erste Auflage ist bereits 1999 erschienen aber irgendwie kämpft sich dieses Buch jetzt erst in den Taschenbuch-Bestsellerlisten immer höher und höher. Die ISBN-Nummer ist:3-492-22941-7 und ist in der „PIPER-Serie“ erschienen und kostet derzeit 7,90 Euro.
TRÄUMENDE DELPHINE....
Man kann sich anhand des Titels natürlich bereits denken das es sich hier nicht um einen Krimi oder einer authentischen Geschichte handelt, sonder die Geschichte ehr mit einem Märchen oder einer Fabel zu vergleichen ist.
Daniel Alexander Delphin lebt mit seinem kleinem Schwarm in einer Bucht. Ihm ist es ein wenig zu langweilig ständig nur zu fischen und dem Leben seinen Lauf zu lassen , er verbringt seine Zeit mit Wellenreiten , sucht die tollsten Wellen um wieder und wieder neue Tricks auszuklüngeln. Sein großer Traum ist einmal auf der perfekten Welle zu reiten , was allerdings bei seinen Artgenossen auf wenig Verständnis stößt.
Irgendwann , versunken in seinen Träumen hört Daniel die Stimme des Meeres die ihm rät nach dem Ziel seines Lebens zu forschen und seine Träume zu verwirklichen. So beschließt Daniel aus der Geborgenheit der Bucht auszubrechen und sich auf die Reise um „die perfekte Welle“ zu finden
Auf seiner langen Reise begegnet er einigen Meeresbewohnern und unterhält sich mit diesen und lernt dabei immer wieder neu Weisheiten.
Ob sich seine Reise lohnt, ob er wieder zurück kehrt, und wie der Sinn seines Lebens aussieht werde ich euch natürlich nicht verraten denn ihr sollt dieses 95 Seiten-Büchlein natürlich selber lesen.
ZUM AUTOREN
Ist 1960 in Peru geboren und lebt heute, nach langem Aufenthalt in Sydney wieder in Lima. Nach „der träumende Delphin“ brachte er noch „das weiße Segel“, der Traum des Leuchturmwärters“ und Sammatha“ raus.
ILLUSTRATIONEN
Genau die sind hier auch noch extrem erwähnenswert. Es handelt sich dabei um Aquarelle die in grau/ blau Tönen gehalten sind .Passend insgesamt zu der verträumten Stimmung und natürlich zum Meer und den Delphinen.
MEINE GEDANKEN...
Zunächst mal fällt natürlich die wahnsinnig entspannte und ruhige Schreibweise auf . Man fällt in eine kleine Welt aus der man eigentlich gar nicht mehr heraus möchte, sich immer wieder denkt : „recht hat er!!“, Und vor allem unendlich viele parallelen zu sich und anderen ziehen kann. Es rüttelt das Innerste wach und man kommt ins Grübeln ob man wirklich seine Träume versucht zu leben oder ob man nicht in einen Trott verfallen ist. Die Geschichte von Daniel Alexander ist so wunderbar übertragbar auf jedes Tier und möglicherweise jeden Menschen. Vielleicht gibt es Ansporn sich in einer ruhigen Minute mal Gedanken zu machen ob es die richtigen Ziele sind die man verfolgt, ob man nicht doch mit zuviel Pessimismus durch das leben geht und alles viel zu kritisch sieht.
FAZIT
Es gibt wirklich sehr wenig so herrliche Bücher wie dieses. Das Südamerikanische Schriftsteller sehr oft eine ganz eigene wunderbare Art haben Gedanken in Worte zufassen beweißt Herr Bambare ebenso wie Paulo Coehlo. Wer den kleinen Prinzen, Märchen und diese wundervolle leicht naiven Geschichten liebt wird auch dieses Buch lieben. Ich kann nur ein absolutes Empfehlenswert aussprechen und die volle Sternchenzahl vergeben.
Begeisterte und träumende Grüße Nikolina weiterlesen schließen -
Terraforming - Städte im Weltall / v. Buttlar
27.11.2002, 23:30 Uhr von
FrauNeedle
Hallo :-)Da ich schon immer gerne geschrieben habe, sind Meinungsplattformen ja ideal für mich :-...Pro:
guter Schreibstil, leicht verständlich geschrieben
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
Da ich Johannes von Buttlar als Autor sehr schätze, habe ich natürlich auch ein paar Bücher von ihm im Regal zu stehen. Terraforming ist eines davon, worüber ich nun Berichten möchte.
Der geheime Weltrat tagt. 8 Männer und 4 Frauen aus aller Welt sitzen zusammen. Man hatte darauf geachtet, dass alle Rassen gleichmäßig vertreten sind. Das Thema dieser Sitzung ist beängstigend:
In Mitteleuropa herrschen Ozonwerte von über 200 Mikrogramm. Hautkrebs liegt bereits an der Tagesordnung wie einst der Schnupfen. In Afrika fliehen die Menschen in Scharen vor dem Gemetzel. In Südamerika ist die Wasserversorgung zusammengebrochen. In Asien sind allein in diesem Jahr mehr als 10 Millionen Menschen an Aids gestorben. In Thailand und China verhungern immer mehr Menschen. In Nordamerika ruft die Bevölkerung eine Armee zusammen um sich vor Zuwanderern zu schützen, weshalb in Mexiko eine riesige Mauer gebaut werden soll. Im Nahen Osten droht der Einsatz von Neutronenwaffen. Das Kernenergiezentrum "Nordsee III" wurde von Terroristen gekapert und in Brand gesetzt. Schon jetzt beträgt die Radioaktivität das hundertfache der damaligen Tschernobylkatastrophe.
Mit diesen Schreckensmeldungen fängt das Buch an. Es ist in der Zukunft geschrieben, und ich kann mir gut vorstellen, dass es eines Tages wirklich so kommen wird.
Bei der Weltratsitzung muss nun entschieden werden, ob sie versuchen wollen, die Erde weiterhin zu kurieren, oder ob mit den Projekten "Atlantis", "GOBI" oder "HOPE" starten sollten.
"Atlantis" ist ein Projekt, bei dem es heißt, eine Unterwasserstadt zu bauen, die stabil genug wäre, um ganze Städte dort ansiedeln zu lassen.
"GOBI" hingegen ist ein Projekt, bei dem in der Wüste eine Biosphäre gebaut werden soll. Mit Biosphäre 2 erzielte man ja beireits jetzt schon große Erfolge.
"HOPE" ist das schwierigste aber wohl auch sicherste Projekt. Ein Raumschiff mit 4 Männern und 4 Frauen soll zum Mars fliegen, um ihn zu terraformen. Erst würde auf dem Mars auch eine kleine Biosphäre erbaut werden, doch schon in ein paar hundert Jahren, soll aus dem Mars eine kleine Minierde entstanden sein.
Man entschied sich, alle drei Projekte zu starten, damit der ökologische Kollaps eventuell vermindert werden kann.
Während dieser Weltratsitzung halten einzelne Personen Vorträge, die unsere Vergangenheit betreffen. So erfährt man, dass durch Klimaveränderungen es schon immer zu Katastrophen kam und das nicht erst in den letzten Jahren. Es begann schon weit vor der Sintflut. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass wir auf der Erde schon viele Eiszeiten zu verbuchen hatten.
Es wird erwähnt, wann das erste mal Terraforming beschrieben wurde, nämlich von Olaf Stapledon in seinem Buch "Die ersten und die letzten Menschen", das 1930 erschien und ein Klassiker wurde. Zunächst dachte man bei Terraforming an die Venus, weil sie unser nächster Nachbar war, doch später hielt man den Mars für angebrachter, da sein Verhalten der Erde am ähnlichsten ist. So wird in diesem Buch genau beschrieben, wie man dieses Terraforming vornehmen würde.
Wieder zurück in die Zukunft, wird beschrieben, wie die "Hope-Mission" auf dem Mars gelandet ist und wie die ersten Vorbereitungen verlaufen. Alles verläuft reibungslos und es wird sofort an einer Biosphäre auf dem Mars gearbeitet. Doch zunächt hält Professor Shang auf der Weltratsitzung einen Vortrag über die Erkenntnisse, die man vom Mars bereits hat. So erfahren wir, wie lange dort 1 Tag und ein Jahr dauert, den Umfang des Planeten, dass er zwei Monde besitzt und aus was die Atmosphäre besteht. Alles zum Vergleich der Erde.
Danach erhält Anja Roche das Wort und erklärt die vergangene und gegenwärtige Situation auf der Erde. Dabei wurde die Umweltpolitik des 20. Jahrhundert ins Visier genommen. Wenn Produktion und Konsum weiterhin so umweltfeindlich verläuft, dann könnte das das Ende der Menschheit bedeuten. Um der Umweltverschmutzung zu entgehen, hat man in der Sahara und der Wüste Gobi neue Biosphären errichtet, in der später ganze Städte untergebracht werden können. Nun erklärt uns Anja Roche die Entwicklung der Wüsten...
Zwischenzeitlich ist das Terraforming auf dem Mars ziemlich fortschrittlich geworden. Die Biosphäre 3 ist zu einer kleinen Stadt herangewachsen und man nennt sie "New Eridu". Dieser Name stammt aus einer alten Überlieferung und ist sumerischer Keilschriften entnommen, in denen geschrieben Stand, dass die Annunaki vom "Himmel auf die Erde" kamen und die erste Siedlung E.RI.DU tauften, was soviel heißt wie "fern erbautes Haus".
In New Eridu lebten mittlerweile schon neue Generationen und man beschäftig sich zur Zeit hauptsächlich mit dem Thema "Leben". So kam die Frage auf, ob die Erde hier einmalig war und sich dort deshalb Leben entwickeln konnte, oder ob es mehrere Planeten gibt, bei denen das möglich ist. Über das Alter des Homo Sapiens ist man sich noch immer nicht ganz schlüssig, denn es gibt Knochenfunde, die nach Tests besagen, dass der moderne Mensch schon Millionen von Jahren früher gelebt haben soll.
Während man auf dem Mars mittlerweile frei von Kriminalität lebt, wird die Situation auf der Erde immer brenzliger. Man hat von dem Gobi-, Hope- und Atlantis-Projekten erfahren und befürchtet nun die Zerstörung, dieser Projekte, da jeder ans Überleben denkt. Nur mit größter Mühe kann man den Menschenansturm noch zurück halten.
Zum Abschluß noch einen großen Schwenk in die Zukunft: In New Eridu kann man sich nicht mehr an die Erde erinnern. Nur durch Bücher oder Filme erfährt man, wie es auf der Erde damals war. Mittlerweile ist die Bevölkerungszahl auf dem Mars drastisch gestiegen und man überlegt ernsthaft an einem Projekt, das sich "Marsforming" nennt....
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Der Autor
Johannes Baron von Buttlar-Brandenfels (Johannes von Buttlar) entstammt einem der ältesten europäischen Adelsgeschlechter. Er wurde 1940 in Berlin geboren und lebte später für viele Jahre in Australien und London und studierte dort Philosophie, Physik und Astronomie (Spezialgebiet Kosmologie). Seine Begabung zum Schreiben machte ihn zu einem der führenden Sachbuchautoren der Welt, was ja die Weltauflage von 30 Millionen Büchern bestätigt.
Durch seine zukunftsweisenden Bücher gibt er nun schon seit über 30 Jahren immer wieder Anlass zu heftigen Diskussionen. Heute beschäftigt sich Johannes von Buttlar neben seinem Schreiben auch noch mit zukunftsweisender Technologie und ist Medienproduzent.
Meine Meinung
Johannes von Buttlar versteht es, dem Leser die Wissenschaft mit einfachen Worten zu erklären. Das Buch liest sich ganz leicht. Manchmal war der Übergang von der Vergangenheit zurück in die zukünftige Gegenwart nicht immer gleich zu erkennen, doch es dauerte nie lange, bis man das bemerkt hatte.
Es ist wirklich ein sehr interessantes Buch. Man erfährt eine ganze Menge aus der Geschichte unserer Erde und es fällt einem bei dieser Beschreibung überhaupt nicht schwer, die Probleme der Gegenwart (in diesem Buch die Umweltverschmutzung und Überbevölkerung) zu erkennen.
Die Überlegung des Terraforming, um die Menschheit zu retten, gibt es ja schon lange und Johannes von Buttlar kann den Vorgang sehr gut erklären, so dass auch die Leser, die sich vorher noch nicht mit diesem Thema befasst hatten, es sehr gut verstehen können, was dort überhaupt gemacht werden soll.
Da es ein zeitgemäßes Problem mit der Umweltverschmutzung und Überbevölkerung ist, man sich ja wirklich die Frage stellen muss, wie lange die Erde unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch existieren wird, kann ich das Buch sehr empfehlen.
Das Thema Terraforming ist meiner Meinung nach gar nicht so abwägig, da die Probleme auf er Erde ja deutlich genug zu erkennen sind. Dass man auch auf der Erde Terraforming betreiben kann, auf diese Idee wäre ich vorher gar nicht gekommen.
In der Mitte des Buches werden ein paar Bilder von der Biosphäre 2 gezeigt, sowie auch Bilder vom Mars und gezeichnete Bilder, wie man sich das Terraforming dort vorstellt.
Am Ende des Buches gibt es noch eine Menge interessanter Literaturhinweise zu diesem Thema und auch ein umfangreiches Register, so dass man bei späteren Fragen schnell zu der richtigen Seite kommt.
Erschreckend ist das Ende, wo das Leben auf dem Mars beschrieben wird. Wer kann schon so genau sagen, ob das Geschriebene von Johannes von Buttlar wirklich nur die Zukunft zeigt, oder ob es nicht schon längst unsere Vergangenheit ist???
Die Daten
Titel: Terraforming / Städte im Weltall
Genre: Sachbuch
Autor: Johannes von Buttlar
Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
Seitenzahl: 244
Preis: 12,90 DM
ISBN: 3-453-09893-5 weiterlesen schließen
Informationen
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