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Tests und Erfahrungsberichte
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Terrry Brooks "Hexenzauber"
14.08.2002, 15:04 Uhr von
Fantaghiro
Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentlich ist für die Augen unsichtbar.4Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Hallo,
nun es sind Ferien und somit habe ich auch nachdem ich mein Praktikum bageschlossen habe , Zeit um sehr viel zu lesen. So folgt nun das nächste Buch was ich euch vorstellen möchte und diesmal ist es von einem Autor den ich bisher noch nicht gelesen habe. Mal wieder ist es ein Autor der einen Schreibstil hat , der nicht mit den andereren die ich bisher gelesen habe zu vergleichen ist , es ist weder Pratchett ähnlich noch mit Hohlbein zu vergleichen , aber dazu will ich später mehr schreiben . Ich denke ich sollte nun als erstes mal schreiben worum es in dem Buch überhaupt geht und euch dann selber entscheiden lassen wie es euch gefällt. Viel Spass beim Lesen.
***Inhalt***
Ben Holiday hat seine Frau verloren und mit ihr sein ungeborenes Kind. Er sieht keinen Sinn mehr im Leben und will weg er kauft sich aus einem Weihnachtskatalog eine Zauberwelt. In dieser Zauberwelt ,die Landover heißt, lebt er mit seiner Elfenfrau Willow und seiner Tochter Mistaya zusammen. (Hört sich etwas kitschig an aber das ist quasi die Vorgeschichte und nicht das Thema des Buches)
Ben ist König von Landover und im Land herscht Frieden bis zu dem Tag , wo ein schwarzer Ritter vor dem Tor steht und ihn herausfordert. Ben weist diese Herausforderung zurück und der Ritter verspricht in drei Tagen wiederzukehren um Ben seine Macht zu beweisen.
Weil Ben Angst um seine Tochter Mistaya hat , beschließt er diese zu ihrem Großvater ins Seenland zu schicken , wo sie sicherer wäre als in ihrem Schloss Sterling Silver. So schickt er sie mit dem Zauberer Questor Thews und dem verzeuberten Hund Abernathy und vielen Wachen um sie zu beschützen ins Seenland zu ihrem Großvater. Dort kommt sie aber nie an und Abernathy und Questor Thews verschwinden.
Der schwarze Ritter , der sich Rydall von Marnhull nennt, sagt Ben das er seine Tochter entführt hat und fordert ihn heraus gegen 9 Kreaturen zu kämpfen , erst dann bekäme er seine Tochter MIstaya wieder. Mismutig nimmt er die Herausfoderung an , nur um das Leben seiner heißgeliebten Tochter zu retten.
Was Ben nicht weiß ist das Rydall von Marnhull gar nicht existiert sondern nur ein Scheinwesen ist , was die böse Hexe Nightshade geschaffen hat . Selbige hat auch Mistaya entführt. Mistaya lernt bei Nightshade mit Magie umzugehen , doch plant Nightshade böse Dinge von denen Mistaya nichts ahnt.
Ben durchsucht ganz Landover nach Mistaya und fragt jeden der etwas wissen könnte , sogar den Drachen Strabo , aber niemand kann ihm helfen.
Wird es ihm gelingen Mistaya zu befreien ? Wird er Questor Thews und Abernathy wiederfinden? Um das zu erfahren müßt ihr schon selber zum Buch greifen und lesen um zu wissen wie es weitergehen wird.
***Meine Meinung***
Heute mal wieder ein neuer Autor und eine ganz andere Art von Fantasy. Man kann Autoren eh schwer miteinander vergleichen , doch es ist mir bei Fantasyautoren besondern aufgefallen , was aber vielleicht auch daran liegt das ich momentan besonders viel Fantasy lese. Der Schreibstil von Terry Brooks erinnert ein bißchen an ein Märchen auch von der beschreibung der Gestalten und von der Handlung her . Es ist leicht lesbar und bereitet keine Problem beim einlesen. Es ist für alle verständlich und ich denke selbst Kinder können Spass daran haben , was ich bei Pratchett zum Beispiel nicht sagen würde , da dieser schon komplizierter schreibt.
Meiner Meinung nach ist es aber ein schönes Buch , was zum Zwischendurch lesen ganz klar geeignet sind , doch würde ich wohl wenn ich vor der Entscheidung stünde einen Pratchett vorziehen , was aber nichts an der Qualität des Buches ändert.
Auch ist das Buch nicht so kitschig geschrieben wie es sich vielleicht anhört wenn man den Klappentext liest , wo beschrieben steht das Ben Holiday sich seine Zauberwelt im Weihnachtskatalog gekauft hat , denn im Buch selber findet es keine Erwähnung. Das das Buch ein bißchen auf kindlich getrimmt ist erkennt man auch schon daran das am Anfang ein Zitat aus Peter Pan steht , wo es um das Erwachsenwerden geht. Das zeigt schon auf eine Weise das es sich um eine kindliche Geschichte handelt , die aber durchaus auch von Erwachsenen gelesen werden sollte , denn ich denke tief in uns drin sind wir alle Kinder.
Die Fantasy die beschrieben ist , ist eigentlich die typische Art , der König wohnt in einem Schloß und es gibt Elfen , die in ihrer eigenen Welt wohnen und es gibt auch einen Drachen und eine böse Hexe. Außerdem natürlichen einen lieben Zauberer der manchmal nicht weiß was er tut. Alle "wichtigen" Fantasy Kriterien sind erfüllt und so ist eine Geschichte entstanden , was sich jetzt negativer anhört als es sicherlich ist. Auch wenn der Stil recht einfach ist ist das Buch dennoch schön. Ich denke ihr solltet euch einfach selber davon überzeugen und mal reinlesen , denn so kann man sich am besten ein Bild machen.
***Fazit***
Ein Buch das zwar auf kindlich gemacht ist und einen einfachen Stil hat , aber dennoch nicht in die Ecke gestellt gehört . es lohnt sich es zu lesen. Auch wenn ich anderes lieber lese , bin ich nicht enttäuscht von dem Buch und würde auch weitere Werke des Autors lesen. Aber wie schon erwähnt am besten macht man sich sein eigenes Bild denn es gibt immer unterschiedliche Meinungen und jeder hat zum Glück seinen eigenen Geschmack. Ich würde es trotz der vielleicht an manchen Stellen skeptischen Meinung weiterempfehlen und denke das es vorallem für nebenbei im Urlaub oder so geeignet ist.
***Autor & Co.***
Terry Brooks
Hexenzauber
Goldmann
ISBN 3-442-24797-7
Preis: ca. 8,50 € (16,90DM)
Danke fürs Lesen ich hoffe es hat euch gefallen , ich freu mich auf eure zahlreichen Kommentare Gruß Fantaghiro :o)>. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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schnekuesschen, 09.04.2006, 14:44 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Der Bericht ist einfach sh.... LG Sandy :-))))
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Barylli Gabriel; \
09.08.2002, 21:20 Uhr von
danisoel
Hallo! Was gibts über mich zu erzählen? Ich bin Kindergärtnerin und bin derzeit noch in Ausbil...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Erhebungsaufgabe zum Buch: „ Butterbrot“ – Gabriel Barylli – Fischer Verlag
Angaben zur Literatur: Name: Butterbrot
Autor: Gabriel Barylli
Verlag: Fischer
Jahr: 1991
Ort: Frankfurt am Main
109 $
Kurze Inhaltsangabe:
Kurz zusammengefasst bearbeitet dieser Roman die speziellen Thematiken „ Liebe und Freundschaft“.
Gabriel Barylli´s Hauptfigur Martin, Architekt, 35, ehe – und beziehungserfahren, reist mit Maria nach Venedig, um den Beginn einer neuen Liebe zu wagen. Aus einem eher zaghaften Kennenlernern zwischen Martin und Maria in einem Tanzlokal, entwickelt sich der Anfang einer großen Liebe . Miteinbezogen wird die Geschichte von Martins Ehe mit Susanne, die an verschiedensten Faktoren (z.B.: unrealistische Glückserwartungen) scheiterte, und dessen Männerfreundschaft zu Peter und Stefan, von denen jeder verschiedenste Erfahrungen zu Liebe und Beziehung gesammelt hatte. Martin´s kritische Gedanken zum Bereich „Liebe und Freundschaft“ werden sehr differenziert beschrieben, und geben dem Leser, um nebenbei zu erwähnen, einen spezifischen Eindruck zu seinen Vorstellungen bzw. Einstellungen. Er selbst, sowie auch seine besten Freunde, setzen sich mit diesen Bereichen sehr genau auseinander (durch endlos lange Diskussionen oder in der Form von Gedanken). Das neue Entdecken der verschiedenen Vorteile der Liebe, geben Martin den „Sinn“ des Lebens zurück, und entwickelt seinen trüben und trostlosen Alltag in ein erfrischendes und abwechslungsreiches Jugendleben.
Der Kurzurlaub in Venedig, genauer gesagt das schrittweise Kennenlernen von Maria und Martin wird im Einzelnen umschrieben. Durch austauschen von verschiedensten Erfahrungen und persönlichen Einstellungen, bemerken beide, dass sie wie füreinander bestimmt sind.
Mir persönlich hat das Buch „Butterbrot“ , vor allem der humorvoll gestaltete Beginn sehr gut gefallen. Der Autor beschreibt auf eine äußerst ehrliche Weise mögliche Einstellungen zu Liebe und deren Bedeutung in der Gesellschaft. Trotzdem wäre auch zu erwähnen, dass manche Stellen übertrieben genau beschrieben sind. Dazu verbindend würde ich ebenfalls behaupten, dass dieser Roman ein passendes Beispiel für Trivialliteratur wäre (siehe Textprobe 1).
Langwierige Passagen, sowie auch die Tatsache, dass Aussagen immerwieder erwähnt werden sind für den Leser oft anstrengend zu lesen. Im Allgemeinen finde ich es aber gut, dass endlich jemand „Liebe“ nicht allzu ernst nimmt, sondern auf eine spritzige und vor allem humorvolle Art und Weise.
Erhebungsaufgabe: „Wie wird die Liebe und die Freundschaft im Buch „Butterbrot“ dargestellt“:
„Liebe und Freundschaft“ stellen in diesem Buch deutlich Hauptthemen dar, die sehr genau beschrieben werden. Martin, die Hauptfigur des Romans, hat eine gescheiterte Ehe hinter sich. Seine äußerst kritischen Vorstellungen bzw. Einstellungen zu Beziehungen mit Frauen werden von seinen negativen Erfahrungen in seiner Vergangenheit beeinflusst. Besonders zu Beginn, als die Zeit kurz nach der Trennung zwischen Martin und Susanne beschrieben wird, ist es sehr amüsant die Männergespräche zwischen Stefan, Peter und Stefan im wahrsten Sinne mitzuerleben. Sie sind der Meinung, dass es gar nicht wert ist eine Beziehung mit einer Frau aufzubauen, dar diese sowieso nur ihre Partner hintergehen würden (siehe Textprobe 2).
Für den Leser ist es sehr beeindruckend, die vollkommene Veränderung dieser Einstellungen von Martin mitzuerleben. Das Kennenlernen von Maria, bringt Martin völlig aus der Fassung. Wie „wiederbelebt“ beschreibt Martin „Liebe“ als eines der wunderschönsten Gefühle (siehe Textprobe 3). Das erste Mal nach langer Zeit kann er sich intensiv mit einer Frau unterhalten, ohne das Gefühl zu haben von dieser bedrängt zu werden. Aus einem Frauenheld, der nur so von Stärke und Angeberei protzt entwickelt sich ein einfühlsamer und liebevoller Mann und Gesprächspartner.
Das Gefühl verliebt zu sein wird in diesem Buch wirklich genau beschrieben, und rückt daher auch in den Vordergrund der Thematiken (siehe Textprobe 4: „ Wie beschreibt Maria den Begriff „Liebe“?“). Es wird häufig der Anschein übermittelt, dass sich die Menschen mehr Zeit für Liebe und Beziehung nehmen sollten. Wenn man heutige Statistiken von Scheidungen betrachtet, so stimme ich diesen Bemerkungen vollkommen zu.
Zum Abschluß würde ich gerne erwähnen, dass trotz manch übertriebenen Beschreibungen von verschiedenen Textstellen, zahlreiche Aussagen des Buches auch auf die Realität zutreffen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-09 19:20:55 mit dem Titel Bernhard Thomas;
Buchbesprechung:
„Ein Kind“ – Thomas Bernhard
· Autor: Thomas Bernhard
· Titel: Ein Kind
· München: Deutscher Taschenbuch Verlag / 1982
· 168 Seiten / 94 $
Thomas Bernhard erzählt seine Kindheitsjahre, die zum größten Teil fern von jeder Idylle waren, aber dennoch Augenblicke des Hochgefühls hatten.
Thomas Bernhard wurde 1931 in Oberösterreich geboren, und lebte eine lange Zeit in Ohlsdorf. Die Tatsache, daß Thomas Bernhard als uneheliches Kind zur Welt kommt, und auch der Vater des Kindes, der auch als Vormund bezeichnet
wird, kurz vor der Geburt verschwindet, bereitet der Mutter großen Kummer. Die Schande einer unehelichen Geburt und ihre Alltagssorgen lassen die Mutter oft verzweifeln. Sie kann ihren Sohn nicht lieben, denn dieser erinnert sie an die Schmerzen und an die Qualen, die ihr ihr Mann zufügte. Ihre Sehnsucht nach einem „normalen“ Leben ist enorm groß, dennoch wirft sie ihrem einzigen Sohn grausame Gemeinheiten an den Hals. Für sie ist Thomas Bernhard an allem schuld. Ständige Vorwürfe: „Du bist nichts wert“ oder „du bist mein Tod“, und mißlungene Erziehungsversuche überschatten Thomas Bernhards Kindheitsjahre.
Im Grunde genommen beschimpft seine Mutter nicht ihn, sondern seinen Vater, der sich ihr entzogen hatte.
Bei seinem Großvater, den er über alles liebt, findet Thomas Bernhard seine fehlende Geborgenheit und Sicherheit. Nur bei seinen Großeltern fühlt sich der kleine Junge wohl, und nur dort werden auch seine Interessen und Bedürfnisse akzeptiert. Von ihnen wird Thomas Bernhard als eine eigene Persönlichkeit angesehen. Sein Großvater, der als Schriftsteller nur sehr wenig Geld verdient, nimmt die Rolle des fehlenden Vaters ein, und erklärt seinem Enkel alles Wissenswerte über das Leben. Thomas Bernhards Mutter hat niemals Zeit für ihren Sohn, und so gibt sie ihn während der Arbeit, zu einer Pflegefamilie.
Der kleine Junge fühlt sich oftmals alleine, und sehnt sich sehr nach Liebe und Aufmerksamkeit.
Mit etwa drei Jahren zieht Thomas Bernhard mit seinen Großeltern nach Seekirchen, wo für ihn ein wunderbare Zeit beginnt. Mit einem Bauernjunge den Thomas Bernhard in Seekirchen kennenlernt, schließt er eine innige Freundschaft. Er und der Hippinger Hansi verbringen viel Zeit miteinander.
Frühzeitig tritt Thomas Bernhard in die Schule ein, und anfangs scheint alles wunderbar, doch schon bald beginnt sich der Junge während Unterricht langzuweilen und seine Noten werden immer miserabler. Angst vor Bestrafungen, ist der Grund dafür, daß Thomas Bernhard beginnt die Schule zu schwänzen.
Eines Tages muß der wieder zurück zu seiner Mutter, nach Deutschland. Das Entsetzen nimmt seinen Lauf. Die kleine Familie lebt unter armen Umständen in einer Einzimmerwohnung. Durch Rohrstockschläge züchtigt sie, aber erzieht ihren Sohn nicht.
In der Schule wird Thomas Bernhard ausgespottet und als Außenseiter abgestempelt. Die wirkliche Ursache, warum ihr Sohn täglich in sein Bett näßt, kann die Mutter nicht verstehen. Keiner kann seine Probleme verstehen. Statt dem Jungen zuzuhören, steckt man ihn, für einen langen Zeitraum, in eine Erziehungsanstalt für schwererziehende Kinder. Dieser Aufenthalt soll ihn endlich zur Vernunft bringen.
Es ist Zeit des Nationalsozialismus und des Krieges, und der Schrecken und die Grausamkeit bleibt dem Jungen keineswegs erspart.
Am Ende dieser Erzählung besteht Thomas Bernhard die Aufnahmsprüfung einer Handelsakadamie, und kann somit einen neuen Lebensabschnitt beginnen.
Durch dieses Buch wird der Gesellschaft der Wandel der Erziehungsstile bewußt. Es zeigt uns, daß Fehler die in der Erziehung begangen werden, für ewig die Einstellung und das gesamte Leben eines Menschens beeinflussen.
Das Buch“ Ein Kind“ gibt dem Leser einen guten Einblick in die schwierige Zeit des Nationalismus.
Mir persönlich gefällt die Erzählung“ Ein Kind“ sehr gut, da ich mich gut in verschieden Rollen hineinversetzen kann. Der leicht verständliche Text läßt keine Mißverständnisse entstehen und ermöglicht dem Leser in verschiedenen Situationen mitfühlen zu können. Die Gefühle von Thomas Bernhard werden besonders gut zum Ausdruck gebracht.
Durch die genaue Beschreibung von Situationen und Personen gelingt es mir sehr gut, ein eigenes Bild über die jeweilige Persönlichkeit zu bilden. weiterlesen schließen -
LIEBE, HASS UND POLITIK
07.08.2002, 12:57 Uhr von
Peter3110
Hallo Leute! Ich bin 18 Jahre alt und schreibe eigentlich über alles was mir so vor die Nase komm...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Wir befinden uns zur Zeit des ersten Jahrhunderts nach Christus in Rom. Dort ist ein harter Streit zwischen den Traditionellen und den Menschen, die der Tradition abschwören, enstanden.
Diese Zeit ist bestimmt von der Stoa, die als Hauptziel des Menschen das Engagement im Staat sieht, wobei dies bis zur völligen Aufopferung gehen kann. Als Belohnung sollen die Menschen ein Leben im Himmel bekommen.
Vielen reichte diese Vorstellung jedoch nicht aus und strebten statt dessen in ihrem irdischen Leben nach dem Seelenheil. Diese Geistesströme ist die, des Epikur.
Anzumerken ist jedoch, dass der Dichter, von dem ich euch heute berichten möchte, dieses Richtung nur beschränkt zugeschrieben werden kann, da Epikur das Seelenheil (griech. Hedone) zum Ziel hatte, das aber ohne weltliche Genüsse erreicht werden sollte. Viele glaubten jedoch genau auf dieser Ebene ihre Seelenheil zu finden.
So auch der Dichter Catull, der lyrische Gedichte in einer Zeit verfasst, in der das Zeigen von Gefühlen verpönt war. Und um dies geht es bei Catull auch, die Gefühle. Womit ich jetzt zu seinem Werk komme.
Catulls Werk
Catull, der gerade mal 30 Jahre alt wurde, hat uns 116 Gedichte hinterlassen. Hier finden man alles vom „Zweizeiler“ bis zu Seiten langen Gedicht.
Thematisch drehen sich diese Gedichte kurz gesagt um Liebe, Hass und große Politik, wobei die Politik satirisch und teilweise auch etwas obszön behandelt wird.
So sind viele Begriffe, die Catull verwendet, im Bereich der römischen „Gossensprache“ anzusiedeln. Sie sind jedoch ein Ausdruck seiner Unabhängigkeit von den falschen Sittenwächtern Roms und kommen besonders in seinen „Hassgedichten“ vor.
Zu Beginn seines Schaffens als der junge Catull nach Rom kommt, verliebt es sich in die Frau eines römischen Konsuls, die er Lesbia nennt. Diese Frau erwidert seine Liebe und so schreibt es wunderschöne Liebesgedichte, die bis heute in Italien vorgetragen werden oder als Lieder gesungen werden.
Catull bindet in seine Liebesgedichte dazu noch eine Fülle von Stilmittel, die jedoch nicht künstlich und gestelzt klingen, sondern sich in das Grundgerüst einfügen. Ferner bewegt sich Catull auch auf dem Wege der Laute. So schafft es Catull durch den Gebrauch verschiedener Laute Grundstimmungen zu vermitteln. In diesem Bereich ist sich die Forschung sehr uneinig, aber man geht davon aus, dass diese Form der Tonmalerei in der Antike von großen Schriftstellern gebraucht wurde. So findet man dies an diversen Stellen bei Homer, aber auch in Sophokles „Philoktet“.
Als dann Lesbia aber kein Interesse mehr an ihm zeigt, bricht für Catull eine Welt zusammen. Nun beginnen seine Hassgedichte, die von harten Angriffen auf Lesbia und vor allem durch die Gossensprache gekennzeichnet sind.
Da Catull schließlich auch eine Lebemensch war, schrieb er auch ein Gedicht über ein Gelage, aber auch über eine Jacht oder eine Halbinsel im Gardasee.
Neben diesen alltäglichen Themen war aber auch die Politik des römischen Reiches im Interesse Catulls. Er beteiligte sich zwar sein ganzes Leben lang nicht daran, aber er beschäftigte sich sehr eingehend mit deren Protagonisten und deren Verhalten im menschlichen Miteinander. So wurde beispielsweise Julius Caesar Opfer seine satirischen aber auch sehr beleidigenden Gedichte.
Die Wirkung auf heute
Catulls Liebesdichtung wirkt bis heute weiter und ist in Italien anerkanntes Kulturgut.
In der Schule wird Catull höchstens in der Oberstufe gelesen, da einige Inhalte nicht ganz jugendfrei sind und man in der Schule auch keine Schimpfwörter lernen muss.
Trotz dieser Randerscheinungen ist sein Werk mehr als beachtlich und mustergültig, da Catull den Spagat zwischen formaler Stilistik und Poesie aus dem Herzen schafft.
Der Bereich der Politik kann zwar nicht unbedingt in die Geschichtsforschung übernommen werden, doch seine Dichtung zeigt die Einstellung einer ganzen Jungend zu den politischen Spielen des ersten Triumvirat (Caesar, Pompeius und Crassus bildeten dieses Triumvirat und hebelten so die römische Mischverfassung aus).
Fazit
Catull war das letzte Thema, das ich im Latein Unterricht behandelt habe und ich habe es nicht bereut, da er zu den großen Dichtern der Antike gehört.
In Bezug auf meinen letzten Bericht über den Reclam-Verlag (und einige schlechte Übersetzungen) kann ich euch versichern, dass die Reclam Ausgabe von Michael von Albrecht „Catull/Sämtliche Gedichte“ sehr gut gelungen ist. So wird der Lesespaß in keinster Weise getrübt und ich kann diesen Autor und diese Übersetzung nur weiterempfehlen.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich schon auf zahlreiche Kommentare. weiterlesen schließen -
Ein Lamm, das Billard spielt?
26.07.2002, 13:21 Uhr von
Wunderblume
Hab keine Zeit mehr, Berichte zu schreiben, hab jetzt ein Medizinstudium begonnen.Pro:
zeigt einmal die Kehrseite der Wiedergutmachung
Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Billard um halb zehn von Heinrich Böll: Bei diesem Buch handelt es sich nicht um eines, was man sehr schnell lesen kann, aber gerade das macht es so fesselnd. Ich fand es erst ziemlich verwirrend, aber hinterher hat es mir sehr gut gefallen.
Vordergründig erzählt es die Geschichte der Familie Fähmel. Der Opa, Geheimrat Heinreich Fähmel, ist der Begründer des Clans. Als er vor vielen Jahren in die kleine Stadt kam, begründete er ein Ritual. Jeden Morgen, zur gleichen Zeit, frühstückt er in seinem Stammlokal, und zwar immer mit Paprikakäse, obwohl er den gar nicht gerne mag. Obwohl er als Architekt noch total unerfahren war, gewann er eine Ausschreibung gegen drei sehr große Architekten und baute als erstes Bauwerk seiner Karriere die Abtei Sankt Anton. Er heiratete Johanna, die Tochter des Notars, träumte von einer Großfamilie und wollte 7 Kinder haben und dann 7 x 7 Enkel. Doch es kam anders. Von den vier Kindern starben Johanna und Heinrich sehr früh, Otto starb als überzeugter Nazi im Krieg.
Sein Sohn Robert leitet ein Statikbüro und spielt jeden Tag von halb zehn bis elf Billard im Hotel Prinz Heinrich, wobei er dem Hotelboy Hugo aus seinem Leben erzählt. Als Schüler hatte er einmal einem Klassenkameraden namens Schrella geholfen, der vom Turnlehrer Ben Wackes und einigen Klassenkameraden, insbesondere Nettlinger, fertig gemacht wurde. Dieser gehörte einer sektenartigen Verbindung an, die gelobt hatte, nie vom Sakrament des Büffels zu kosten. Worum es sich dabei handelt, möchte ich hier nicht verraten, ganz verstanden habe ich es erst ziemlich weit hinten im Buch, ich verrate nur, dass Hindenburg der Oberbüffel ist. Robert geht mit zu einer Versammlung und verspricht Edith Schrella, nie vom Sakrament des Büffels, sondern immer nur vom Sakrament des Lammes zu essen. Edith selber sieht aus wie das reinste Lamm Gottes. Nettlinger ist der größte Gegner dieser Gruppe und wann immer er mit seiner Hilfspolizei eins der Lämmer erwischt, verprügelt er es mit seiner Stacheldrahtpeitsche. Zu der Gruppe gehört auch noch Ferdi, der einen Anschlag auf Ben Wackes plant. Dieser misslingt und Ferdi wird umgebracht. Da Schrella und Robert bei den Vorbereitungen geholfen haben, fliehen sie nach Holland, wo sie später gefangen genommen werden. Seine Eltern setzen sich dafür ein, dass er freigelassen wird, allerdings muss er dann zur Armee, wo er die Schussfelder freisprengen muss. Dabei sprengt er auch die Abtei Sankt Anton in die Luft, obwohl das gar nicht nötig gewesen wäre. Mit Edith hat er zwei Kinder, Joseph und Ruth. Edith und seine Mutter ließen die Kinder im Krieg fast verhungern, weil sie alle Lebensmittel, die der Großvater geschenkt bekam, an andere Menschen weiterverschenkten. Edith starb, als die Haustür von Bombensplittern getroffen wurde.
Joseph wird später ebenfalls Architekt und entdeckt, dass sein Vater die Abtei gesprengt hat.
Die Mutter, Johanna, lebt in einem Irrenhaus. Sie hatte eine hochgestellte Persönlichkeit beleidigt. Die drohende Ermordung konnte nur abgewendet werden, indem man sie für verrückt erklären ließ. Jetzt verlangt sie ständig eine Waffe, um einen neuen Büffel erschießen zu können und ins Leben zurückzukehren.
Der Hotelboy Hugo sieht ebenfalls aus wie das Lamm Gottes und wurde sein ganzes Leben lang dafür gehänselt.
Roberts Bruder Otto hatte schon früh vom Sakrament des Büffels gekostet, was zu einigen Schwierigkeiten führte. Aus dem Exil schickte Robert häufiger Nachrichten, das er Geld brauche und wie viel. Otto verachtete seine Eltern dafür, dass sie Robert unterstützten und benahm sich ihnen gegenüber ziemlich schlecht. Wenn er etwas verlangte, was sie nicht wollten, sagte er immer, dass sie ihn ja jederzeit rauswerfen könnten.
Besonders viel aktive Handlung hat die Geschichte eigentlich nicht, das meiste wird erzählt. Sie spielt auch nur an einem Tag.
Roberts Sekretärin Leonore hat in ihrem Schreibtisch einen Zettel liegen, auf dem steht: Ich bin immer zu erreichen für meine Mutter, meinen Vater, meine Tochter, meinen Sohn, für Schrella und für niemanden sonst.
Das erste Mal, seit sie ihn kennt ist Dr.Fähmel ihr gegenüber unhöflich geworden, weil sie Nettlinger zu ihm ins Hotel geschickt hat, wo er gerade mit Hugo Billard spielte. Geheimrat Fähmel lädt sie zu seinem Geburtstag ein, den er mit der ganzen Familie feiern will. Sogar seine Frau verlässt dafür das Irrenhaus oder vielleicht auch deswegen, dass draußen eine Parteiparade stattfindet? Die ganze Familie trifft sich schließlich im Hotel Prinz Heinrich.
Am Anfang ist das Buch sehr schwierig zu lesen, da fast immer jemand erzählt oder nachdenkt und man sich sehr konzentrieren muss, um immer zu wissen, wessen Gedanken das gerade sind. Aber dadurch werden wichtige Passagen aus den Leben der Familienmitglieder berichtet, sodass man sie am Schluss ganz gut zu kennen scheint. Aber richtig wertvoll wird die Geschichte erst durch die hintergründliche Bedeutung. Ich möchte dazu nicht zuviel sagen, damit sich jeder ein eigenes Bild machen kann, aber es geht, wie so oft bei Böll, um das Leben während der Hitlerzeit und der Nachkriegszeit sowie die Integrierung der Nazis als überzeugte Demokraten in die Nachkriegsgesellschaft. Da ist auf der einen Seite Robert Fähmel, der aktiven Widerstand geleistet hat, seine Eltern, die ihn unterstützt und somit passiven Widerstand geleistet haben und sein Bruder Otto, der aktiv im System mitgewirkt hat. Oder auch die Enkelkinder, die froh waren, als die Oma ins Irrenhaus kamen und sie sich endlich richtig satt essen konnten.
Es handelt sich hierbei um ein sehr vielschichtiges Buch, über das es sich nachzudenken lohnt. Man sollte sich nicht von der anfänglichen Verwirrung entmutigen lassen, sondern das Buch bis zum Ende lesen, denn dann wird es erst richtig gut. Ich fand den Anfang erst ziemlichen blöd, doch jetzt, im Nachhinein, gefällt er mir richtig gut und ich empfinde ihn als passend. Es lohnt sich, das Buch dann gleich noch mal zu lesen, da man dann viele Gedanken entdeckt, die man beim ersten Mal nicht gefunden hat.
Ich habe die Geschichte in einem uralten Doppelband gefunden und kann deshalb nichts zum Preis sagen. Meiner Ansicht nach ist das Buch aber absolut lesenswert.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-26 11:21:31 mit dem Titel Der Boxer
Da ist mir auf dem Grabbeltisch mal wieder ein ganz großer Wurf gelungen. Ich kam eher zufällig an dem Tisch mit den Mängelexemplaren vorbei und habe dann alle Bücher durchgesehen. Da ich schon Jakob der Lügner von Jurek Becker gelesen hatte und dieses mir eigentlich ganz gut gefiel, erregte Der Boxer natürlich gleich meine Aufmerksamkeit. Für nur 2,50 Euro habe ich es gekauft, wobei es meiner Ansicht nach auch die ursprünglich geforderten 15 DM wert ist.
Das Buch:
Das Buch erzählt die Geschichte von Arno Blank aus Berlin ab dem Ende des 2.Weltkriegs. Der Autor sitzt mit ihm zusammen und lässt sich aus seinem Leben erzählen. Eigentlich heisst er Aron Blank und ist 6 Jahre älter, als in seinem Ausweis steht. Aber diese sechs verlorenen Jahre, die er in Konzentrationslagern steckte, hat er sich zurück geholt, als hätte es sie nie gegeben. Arno ist Jude oder zumindest galt er als einer, auch wenn er die jüdische Religion nicht ausübt. Zusammen mit seiner Frau und den drei Kindern wurde er ins Konzentrationslager eingeliefert. Seine Frau wurde wegen aufrührerischen Reden schnell getötet, zwei der Kinder verhungerten. Als er zusammen mit den anderen arbeitsfähigen Männern abgeholt wird, lässt er seinen zweijährigen Sohn Mark in der Obhut einer Frau Fischer zurück.
Soviel zur Vorgeschichte. Die Handlung des Buches setzt an der Stelle ein, an der Aron seinen Ausweis beantragt und beschließt, sich Arno zu nennen, um endlich nicht mehr als Jude angesehen zu werden. Er bekommt eine Wohnung zugeteilt, die früher einem Nazi gehörte. Er geht zu Joint, einer amerikanischen Organisation, und lässt seinen Sohn Mark suchen. Die junge Angestellte Paula ist für ihn zuständig und macht einen Mark Berger in einem Lager bei München ausfindig. Da Mark ein seltener Name ist, muss es sich dabei eigentlich um Mark Blank handeln. Als sie bei Arno vorbeikommt, um ihm zu berichten, dass sie eine Mitfahrgelegenheit für ihn gefunden hat, fragt sie, ob sie nicht noch ein wenig bleiben dürfte. Daraus werden mehrere Monate.
Die Kinder aus einem Kinderlager in Süddeutschland sind jetzt alle in Dachau, wo sie gesund gepflegt werden. Arno gelingt es nicht, sich Marks Aussehen wieder ins Gedächtnis zu rufen. Aus Marks Bett schaut ihm ein Totenkopf entgegen, erst als er die schwarzen Augen sieht, ist er sich sicher, seinen Sohn vor sich zu haben. Dieser, mittlerweile sieben Jahre, befindet sich auf dem geistigen Niveau eines Vierjährigen. So kann er beispielsweise mit den Wörtern Vater und Sohn nichts anfangen. Die Nacht verbringt Arno lieber im Wald als im Gasthof im nahegelegenen Dorf, da die ja all die Jahre etwas mitbekommen haben müssen. Sobald Mark transportfähig ist, wird er in ein Erholungsheim in die Nähe von Berlin gebracht.
Arno arbeitet als Buchhalter für den Chef eines Schwarzhändlerringes. Zusätzlich zu einem für die damaligen Verhältnisse üppigen Gehalts von 2000 DM bekommt er die Möglichkeit, Waren zum Einkaufspreis aus dem Lager zu kaufen. Damit sein Sohn möglichst schnell wieder gesund wird, kauft er frische Gemüse, Schokolade, Lebertran, Spielzeug, Fisch, usw, was er ihm bei seinen täglichen Besuchen mitbringt. Als Mark darüber klagt, dass er als einziger Lebertran trinken muss, der ihm überhaupt nicht schmeckt, reift in Arno der Plan, seinem Sohn ein Vorbild zu sein. Er erzählt ihm, dass er selber als Junge einmal sehr krank war und sich sehr angestrengt hat, wieder gesund zu werden und wie seine Eltern sich darüber gefreut haben.
Bei seinem nächsten Besuch hört er, dass Mark nicht mehr über den Lebertran klagt.
Paula ist mittlerweile ausgezogen, da ihr Verlobter Werner wieder aufgetaucht ist.
Da Mark sehr von Schwester Irma schwärmt, bietet Arno ihr einen Job als Haushälterin an, den sie auch annimmt. Nach einem Monat teilen sie sich ein Zimmer, auch wenn von Arnos Seite keine Liebe im Spiel ist.
Arno will seinen Sohn eigentlich nicht in die Schule schicken, da der nicht mit den Kindern von denen auf einer Bank sitzen soll, aber es gibt ja die Schulpflicht.
Der Titel:
Ja, wer ist denn nur Der Boxer? Als Mark eines Tages grün und blau geschlagen aus der Schule wieder kommt, ist es für Arno gleich klar, dass das nur eine antisemitische Tat gewesen sein kann. Voller Zorn will er von seinem Sohn den Namen des Täters erfahren, um ihn sich einmal vorzuknöpfen. Mark gibt diesen nur unter der Voraussetzung preis, dass sein Vater nichts unternimmt, da er ein guter Verlierer sein will. Arno denkt sich eine Geschichte aus. Er erzählt Mark, dass in seiner Strasse früher ein Junge lebte, der alle Kinder quälte und schikanierte, nur weil er der kräftigste war und alle Angst vor ihm hatten. Er habe damals mit dem Boxen angefangen und habe nur auf eine Gelegenheit gewartet, sein neues Können auszuprobieren. Als der Straßentyrann ihn das nächste Mal zu seinem Diener bestimmte, wehrte er sich und besiegte den Jungen, woraufhin alle Kinder in der Strasse in Ruhe leben konnten.
Es dauerte nicht lange, bis Mark sich erkundigte, ob es heute immer noch Boxschulen in Berlin gibt.
Das Titelbild:
Auf dem Titelbild ist ein Mann mit eingefallenen Gesichtszügen zu sehen, der an einem Kneipentisch sitzt, auf dem etwas zum Trinken steht, sorgfältig auf einem Untersetzer abgestellt. Er raucht und spielt mit einem Feuerzeug. Sein Gesicht ist seltsam ausdruckslos, die Augen scheinen leer zu sein. Abwesend blickt er nach unten.
Darauf ist in heraustretender, gelber (!) Schrift der Buchtitel, Autor und Verlag geprägt.
Auf der Rückseite befindet sich eine sehr knappe Zusammenfassung.
Das Thema:
Es fällt mir sehr schwer, das Thema zu definieren. Jurek Becker zeigt Probleme auf, die auch von der besten Wiedergutmachungspolitik nicht gelöst werden können. Aron und Mark sind die einzigen Überlebenden einer Familie, Aron hat Frau und zwei Kinder verloren. Er selber hat eigentlich keine Beziehung zum Judentum, außer dass er nun mal zufällig zu dieser Volksgruppe gehört und dafür jahrelang gefangengehalten wurde. Er lebt nun in seiner eigenen kleinen Welt. Er möchte möglichst wenig mit den Menschen zu tun haben, da er alle für potentielle Täter hält. Er schläft lieber eine Nacht im Wald als bei Wegsehern. Wenn er dann doch mal jemanden kennen lernt, will er immer gleich wissen, was diese im Krieg gemacht haben. Er geht zuerst auch nicht zu den Treffen der überlebenden Juden, da diese seiner Meinung nach sowieso nur über die Zeit in den Konzentrationslagern reden und jammern. Für ihn ist diese Zeit in gewisser Weise abgeschlossen, er hat sich ja auch eine neue Identität besorgt. Allerdings macht ihn diese Einstellung auch einsam.
Ein weiteres Problem, dass aus der Nazizeit herrührt, ist die Entfremdung von seinem Sohn. Auch wenn eine Annäherung stattfindet, Vertrauen entsteht nie. Wie Arno an einer Stelle selbst bemerkt, hat er sich immer nur um die physischen Bedürfnisse seines Sohnes gekümmert und einfach vorausgesetzt, dass dieser glücklich ist.
So findet der Zerfall der Familie nicht komplett während des Holocaust statt, sondern setzt sich danach schleichend weiter fort.
Arno hat einen weiteren Kampf zu fechten: den Kampf gegen die Apathie, den er früh verliert. Zunächst lebt er nur von den Unterstützungszahlungen von der Regierung, dann bekommt er durch die baldige Ankunft seines Sohnes Energie und sucht sich einen Job. Später, als er alt und alleine ist, lebt er von seiner Rente, die einem Opfer des Faschismus zusteht. Der Autor fragt ihn, ob es ihm denn ausreiche, nur ein Opfer des Faschismus zu sein und nichts weiter, und er antwortet, dass er es nicht könne, da er den Kampf gegen die Müdigkeit vor längerer Zeit verloren habe.
Der Autor:
Jurek Becker wurde am 30 September 1937 im polnischen Lodz geboren. Nachdem er seine Kindheit im Ghetto von Lodz und den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen verbracht hat, zog er 1945 mit seinem Vater nach Berlin, wo er auch Deutsch lernte. Nach einem abgebrochenen Philosophiestudium arbeitete er als Drehbuchautor. Von 1957 bis 1976 war er Mitglied der SED, wurde dann aber ausgeschlossen. 1977 siedelte er in den Westteil der Stadt um. Am 14.März 1997 erlag er in Berlin einem Krebsleiden.
Zu seinen wichtigsten Werken, für die er viele Preise erhielt, gehören:
Jakob der Lügner (1969),
Irreführung der Behörden (1972),
Der Boxer (1976),
Schlaflose Tage (1978),
Aller Welt Freund (1982),
Bronsteins Kinder (1986).
Vielen dürfte Liebling Kreuzberg bekannt sein, zu dem Becker die Drehbücher schrieb.
Fazit:
Ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiter empfehlen. Durch die Gespräche des Autors mit Arno lernt man diesen recht gut kennen, ich konnte seine Gedanken und Handlungen oft verstehen, während ich ihn an anderer Stelle gerne gepackt und durchgeschüttelt hätte, um ihn aufzuwecken. So sieht sich Arno weder als Deutscher noch als Jude. Er ist sehr misstrauisch den Menschen gegenüber und begibt sich quasi in eine Art inneres Asyl, aus dem die Wiederkehr sehr schwer ist. Er ist seltsam emotionslos, nur zornig wird er leicht. Es ist kein lustiges Buch, auch nicht unterhaltsam. Ich weiss nicht, was das fesselnde daran ist, ich kann es nicht sagen, aber irgendetwas an dem Buch hat mich berührt. Also wer vor schwierigeren Büchern nicht zurück schreckt, sollte Der Boxer unbedingt einmal lesen. weiterlesen schließen -
Menschenjagd - Richard Bachmann: "Big Brother is watching you"
26.07.2002, 10:59 Uhr von
Tubenquetscher
Bei Ciao bekannt als "Fenriswolf" und bei dooyoo als "Wolfchatter". Ich heiße alle herzlich willk...Pro:
Stil des Autors - Kapitelgestaltung - kurze Kapitel - Story
Kontra:
zu wenig Seiten
Empfehlung:
Nein
Menschenjagd ist ein Buch von Richard Bachmann, alias Stephen King.
Zugegeben, es gehört nicht gerade zu den neueren Büchern, die es auf dem Buchmarkt gibt, aber dennoch ist es nicht minder spannend, gut und aktuell, eine interessante Mischung aus Fiktion und Realität, die nicht zuletzt auch zum nachdenken anregt.
[Story]
USA, 2025. Ben Richards ist Opfer unsozialer weltlicher Umstände. Ihm und seiner Familie geht es schlecht. Sie leben in einer Zeit, in der es durch die Polarisierung der Gesellschaft nur noch zwei Klassen gibt: die Reichen und die Armen und Ben und seine Familie gehören zu den Armen.
Mit seinem kärglichen Leben hätte er, wenn auch mehr schlecht als recht auskommen können, wenn da nicht seine 18 Monate alte, krebskranke Tochter Catherine und Ben kein fürsorglicher Vater gewesen wäre. So wollte Ben alles dafür tun, damit es ihr gut geht. So schlug Ben Richards zu, als sich ihm die minimale Chance bot, das große Geld zu machen. Nein, nicht irgendwo oder irgendwie, sondern bei einer Gameshow.
In einer Welt wo sich alles nur um Einschaltquoten dreht und um den großen Profit, der daraus zu ziehen ist bietet sich jedem todesmutigen Kandidat die Chance auf das große Geld. Den Reichen ist es egal wenn jemand aus der unteren Schicht bei einem "Spiel" stirbt und sein unnutzes Leben wegwirft, denn das ist es was die Zuschauer sehen wollen; ja, das ist es was die Einschaltquote in die Höhe treibt und diese bizarre Gameshow mit ihrem grausamen Titel ausmacht: Menschenjagd.
Ben Richards qualifiziert sich bei einem harten Test eines renommierten Fernsehsenders für das Spiel mit dem ganz großen Geld, die "Menschenjagd".
Wenn er 30 Tage in der Welt überlebt, gewinnt er 1 Billion Dollar und weil das noch niemand überlebt hat, gibt es für ihn oder seine Familie für jede Stunde, die er überlebt 100 Dollar! Jeder Hinweis auf ihn bringt den Zuschauern 100 Dollar und jede Meldung die zu seinem Tod führt bringt den Zuschauern sogar 1000 Dollar.
Das „Spiel“ beginnt und Ben wird gejagt, gejagt von der Welt dort draußen und von speziell ausgebildeten Jägern, die vom TV-Konzern für dieses „Spiel“ angeheuert wurden. Das er dabei sterben kann und es noch niemand überlebt hat ist ihm dabei gleichgültig, nur der Gedanke an gute Dollar für Ärzte und Medikamente für die schwerkranke Catherine zählt...
Ob er es schafft zu überleben, was ihm alles zustößt, was er erlebt und wie es ihm ergeht und ob Catherine gerettet werden kann, das könnt ihr selbst nachlesen, wenn ihr "Menschenjagd" lesen werdet !!!
[meine Erfahrungen]
Ich denke das diese Idee zum Buch gar nicht mal so weit hergeholt ist. In Zeiten von Big Brother können wir schon jetzt die ersten Schritte sehen, die zu so etwas mal führen können, auch wenn es momentan noch denkbar unrealistisch erscheint. Ich will damit nicht sagen, das ich Big Brother verurteile oder schlecht finde, die Kritik richtet sich viel mehr an die Fernsehsender, die scheinbar keine Grenzen kennen und die Presse und Medienfreiheit mehr als großzügig ausschöpfen.
Auch wenn schon lange nicht mehr von Big Brother gibt es doch Gameshows auf dieser Welt, die immer einen Schritt weiter gehen. So gibt es z.B. eine Show in USA, wo die Kandidaten unter härtesten Bedingungen, wie z.B. extreme Kälte, Nässe oder Hitze (in einer speziellen Kammer) Fragen beantworten müssen.
Natürlich müssen sich die Kandidaten wegen den starken Belastungen solcher Strapazen vorher strengen medizinischen Untersuchungen unterziehen um sich für die Show zu qualifizieren, aber letztendlich geht das schon ganz stark in Richtung Wahnsinn und Leben aufs Spiel setzen.
Das Buch selbst lässt sich sehr gut lesen. Der Autor schafft es den Leser zu packen und an die dramatische Story zu fassen. Ich konnte der Story sehr gut folgen und mich alles auch ausgesprochen gut bildhaft vorstellen. Zwar gehöre ich eher zu den langsameren Lesern, aber dafür kann ich mir solche „Geschichten“ auch sehr gut einprägen. Die Story läuft meist wie eine Art Film in meinen Gedanken ab. Viele von Euch dürften das sicherlich kennen und verstehen, was ich meine.
Dieses Buch war das erste, das ich von R. Bachmann / S. King gelesen habe. Eigentlich mag ich S. King nicht so wirklich oder vielmehr mag ich das Genre Horror nicht so richtig. Menschenjagd dagegen ist eher wie ein dramaturgischer Actionthriller gekoppelt mit nicht unbedingt wirklichkeitsfremder Fiktion. Eine sehr interessante Mischung die einem nicht nur pures Lesevergnügen bereitet, sondern auch zum Nachdenken anregt.
[ Infos zum Buch und dem Autor ]
Wie eingangs schon erwähnt wurde das Buch von Stephen Kings unter dem Pseudonym Richard Bachmann geschrieben. Es umfasst 254 Seiten und fällt in die Kategorie Taschenbuch. Ich selbst habe es als heißen Lesetipp von einem Freund ausgeliehen bekommen. Dieser hat das Buch vor gut 3 Jahren als Mängelexemplar bei Karstadt für schlappe 3,-- DM erstanden (die guten alte DM). Heute kann man das Buch für ca. € 6,95 bei amazon.de und auch allen anderen größeren Buchhandlungen bestellen und kaufen.
Übersetzt aus dem amerikanischen wurde „Menschenjagd“ von Nora Jensen und erschien durch allseits bekannten Heyne Verlag (ISBN 3-453-02291-2).
Nähere Infos: http://www.lettern.de/rebach.htm
Die einzelnen, teilweise sehr kurzen Kapitel sind in Form eines fortlaufenden Countdowns gestaltet. Ich persönlich finde kurze Kapitel sehr gut, da ich meist auch net über einen längeren Zeitraum an einem Buch lese. So kann man dann hin und wieder mal schnell einige Kapitel lesen.
Die Story zu Menschenjagd ist an dem Film „Running Man“ angelehnt. King hat bisweilen mindestens 6 seiner Bücher unter dem Pseudonym Richard Bachmann geschrieben und unter eingeschworenen Fans gilt „Menschenjagd“ sogar als eines von Kings / Bachmanns beste Werke.
Stephen King wurde übrigens 1947 in Portland (Bundesstaat Maine) geboren, wo er noch heute noch mit seiner Frau Tabitha leben soll. Tabitha King ist übrigens selbst eine erfolgreiche Autorin und schrieb u.a. „Das Puppenhaus“. Stephen und Tabitha haben zusammen 3 Kinder: Naomi Rachel, Joseph Hillstrom und Owen Philip.
Wer mehr über Stephen King wissen möchte für den sei nachfolgender Link bestimmt: http://www.beepworld.de/members17/fansofstephenking/index.htm
Gern würde ich an dieser Stelle auch eine kleine Leseprobe wiedergeben, aber leider habe ich „Menschenjagd“ schon wieder an meinen Freund zurückgegeben und irgendeinen Text aus dem Internet kopieren liegt mir fern.
[ Fazit ]
„Menschenjagd“ ist ein wirklich bis zum Schluss ein spannendes Buch. Da einzige was man hier aussetzen könnte wäre, das es „nur“ 254 Seiten hat. Ich vergebe hier ohne Einschränkung 5 Sterne und kann das Buch guten Gewissens wärmstens empfehlen.
[ Anmerkung ]
Diesen Bericht erschien erstmals am 13.01.2001 bei ciao und ich habe ihn am 25.07.02 komplett überarbeitet. Bei Ciao war die alte Version nach einer langen Pause der zweite Bericht den ich dort veröffentlicht hatte. Eine Überarbeitung war also absolut fällig!
Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren und vorbeischauen,
Euer Heiko weiterlesen schließen -
Das Labyrinth / Baldacci, David - Spurensuche
Pro:
spannend von A-Z
Kontra:
kleinere Ungereimtheiten
Empfehlung:
Nein
Für mich gehört zur Erholung während eines Urlaubes auch das Schmökern verschiedenster Bücher. Nachdem ich Euch letztens den „Flop“ vorstellte folgt nun mit dem Werk von David Baldacci ein Buch der starken Kategorie.
Inhalt:
Jason und Sidney Archer, ein glückliches Pärchen mit einer 2-jährigen Tochter, arbeiten hart für ihren Traum der finanziellen Unabhängigkeit und einer großen Familie.
Jason ist für die Computerfirma Triton Global tätig. Diese Firma steckt in Expansionsplänen und so ist es die Aufgabe von Jason, alle Bilanzkennzahlen die notwendig sind zusammenzusuchen. Nebenbei ist er auch für die Datensicherung in der Firma verantwortlich, d.h. jedes Dokument, jede e-mail etc. wird firmenintern gespeichert, auch wenn deren Verfasser diese Dokumente löscht. Das hierbei auch „hochbrisanter“ Stoff zu finden ist, muss nun nicht weiter erwähnt werden.
Seine Frau Sidney ist Wirtschaftsanwältin. Ihre Kanzlei hat von der Firma Triton das Mandat erhalten, sie in allen juristischen Fragen zu vertreten. So auch die Verhandlungen und Vertragswerke die hinsichtlich der Übernahme von CyberCom nötig sind. Pikanterweise ist auch der Konkurrent Triton’s in diesem Übernahmekampf, die Firma RTG, Mandant dieser Kanzlei, was natürlich Konflikte mit sich bringt.
Eines Tages eröffnet Jason seiner Frau, dass die kleine Familie schon bald vermögender sei als bisher. Doch über die Hintergründe lässt er sie völlig im Unklaren. Jason arbeitet nun häufig auch zu unüblichen Zeiten. Kurz darauf überrascht er Sidney damit, dass er nun unbedingt eine Reise nach Los Angeles antreten muss. Als Vorwand wird eine Abwerbung seiner Arbeitskraft eines anderen Unternehmens vorgeschoben. Sidney, nun unheimlich stolz auf ihren Mann, ärgert sich zwar, dass diese Reise genau auf den nächsten Verhandlungstermin der Firmenübernahme fällt (so wird wieder mal ein Babysitter benötigt), freut sich aber auch für ihn über diese angebotene Chance. So checkt Jason mitsamt Gepäck für den Western Airlines Flug nach L.A. ein.....
Ebenso der Bundesbankpräsident der USA, der seinen Zentralbankkollegen und Freund in Kalifornien besuchen möchte. In seiner Funktion äußerst angesehen, da er sich scheinbar weder von Regierungsseite noch von irgendwelchen anderen Wirtschaftsfachleuten in die Karten schauen lässt. Seine Macht hat er durch mehrere Zinsmaßnahmen, die weit jenseits der Markterwartungen lagen, demonstriert. Was die Öffentlichkeit nicht weiß ist, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist und seine restliche Lebenserwartung sich nur noch auf wenige Monate beläuft.
Bereits vor dem Start des Jets ist klar, dass dieser Flug aufgrund einer gezielten Manipulation seinen Zielort niemals erreichen wird. Allerdings befindet sich Jason Archer nicht an Bord dieser Maschine, da er durch ein geschicktes Täuschungsmanöver stattdessen einen Flug nach Seattle antritt. Dort findet ein Austausch der von Jason gesammelten Informationen auf dem Gelände der RTG statt. Dieser Austausch bleibt allerdings nicht geheim, sondern wird vielmehr durch Triton’s Sicherheitsfirma (geleitet von einem Ex-FBI Agenten) beobachtet.
Nach dem Absturz des Flugzeuges steht der für die Ermittlungen zuständige FBI-Agent Lee Sawyer nicht nur vor einem Riesenkrater, sondern auch vor der Frage nach dem „warum?“ des Unglückes. War es ein Anschlag auf den Bundesbänker und wenn ja, weshalb? Und wieso mussten dabei weitere 180 Menschen ihr Leben lassen? Viele Fragen, wenig Antworten....
Auf eine andere Fährte wird Lee Sawyer gelenkt, als er von seinem Freund und früheren Kollegen das Video über den Auftritt von Jason Archer in Seattle vorgespielt bekommt. Ist Industriespionage im Spiel? Und wieso steht Jason auf der Passagierliste, während er in Seattle gefilmt wurde? Und warum weicht die „Witwe“ auf seine Fragen aus bzw. antwortet mit Lügen?
Akribisch macht sich der Polizist auf die mühsame Suche nach der Lösung und steht dabei gewaltig unter Druck, denn auch die Finanzwelt macht sich Sorgen um den Tod des Notenbänkers.
Warum nun wer sterben musste und wie die Rätsel um Jason aufgehen wird nun das Buch lesen müssen, denn so einfach ist die Lösung nun auch nicht....
Statement:
Bis zum großen Showdown vergehen von A-Z spannende 636 Seiten wie im Fluge. Die Frankfurter Rundschau urteilte über Baldacci’s Werk: „ Hier zieht einer mit unglaublicher Geschwindigkeit an Grisham vorbei“. Wie wahr, ich konnte das Buch aufgrund des hohen Spannungsgehaltes kaum aus der Hand legen.
Alle technischen Details, auch die Zusammenhänge zwischen Zinspolitik und Wirtschaft, sind sehr anschaulich erläutert, so dass sich in den Ausführungen auch kein Laie „verheddert“. Auch die Personen sind sehr akribisch beschrieben, insbesondere die Figur des Ermittlers, ohne dass dieser zum Superhelden der Polizei gestempelt wird.
Das Buch wirkt zu keiner Zeit langweilig, da Baldacci es sehr wohl versteht, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Auch finden keine großen Gedanken- und Zeitsprünge statt, so dass man sich nach einer müdigkeitsbedingten Abwesenheit schnell wieder reinfindet.
So, wo gelobt wird, muss auch Kritik erlaubt sein:
So wird dem Leser z.B. nicht klar, warum ein Softwareunternehmen wie Triton so ein schlampiges Controlling hat, dass Bilanzkennzahlen erst von einem Mitarbeiter quasi aus Schuhkartons zusammengesucht werden muss. OK, das Unternehmen ist nicht börsennotiert, da mag die Rechnungslegung anders sein, aber hier wirkt das Buch fern jeder Realität.
Und da Baldacci selbst aus der Juristerei kommt, werden mir die Anwälte zu sehr auf eine Wolke gehoben. Gemeint ist das anscheinend perfekte Funktionieren sogenannter „chinese walls“, d.h. eine Abteilung der Kanzlei weiß nicht, was die andere gerade tut (im Hinblick auf den Konflikt der Betreuung beider Firmen, die an der Übernahme interessiert sind).
Fazit:
Das Labyrinth ist das zweite Werk Baldacci’s, in welchem er die Leser wie bei seinem „Erstling“ (Der Präsident – Absolute Power) auf eine professionelle Spannungsreise schickt. Das Buch ist Werktätigen eingeschränkt zu empfehlen, denn man sollte gute Gründe für seine Verspätung am nächsten Morgen auf Lager haben.....
Das Buch ist als Taschenbuchausgabe 1997 im Bastei-Lübbe Verlag erschienen und momentan für wohlfeile 9,45 Euros für neue Exemplare zu erwerben. Ich habe das Buch aber auch schon mal für 5 Euro im Angebot gesehen. (ISBN 3-404-25700-6).
Viele Grüße
denali weiterlesen schließen -
Lichter Tag - Im Namen der Gerechtigkeit
12.07.2002, 20:19 Uhr von
da_sonix
Noch einmal Willkommen meine YOPI-Brüder und Schwestern. Um es einfacher zu machen biete ich gern...Pro:
recht spannend...viel DSA-Wissen
Kontra:
beide Teile hätten auch einer sein können
Empfehlung:
Nein
Aventurien, der mystische und abenteuerliche Kontinent der Rollenspiel Welt „Das schwarze Auge“, liegt erneut in Schutt und Asche. Der Sphärenschänder hat weite Teile des Landes unter seinen dämonischen Einfluss gebracht und trachtet auch den Rest des Kontinentes zu Erobern. Viele Menschen, Adel wie Leibeigene, verschenken ihre Seelen um an der Seite des Dämonenmeisters Ruhm und Ehre zu erlangen.
Mit „Lichter Tag“ liegt uns der erste Band der 2-teiligen Romanreihe „Im Schatten der Dämmerung“ vor. Geschrieben von zwei Neulingen in der DAS-Autorenliga, präsentieren uns Thomas Baroli und Volker Weinzheimer einen packenden und spannenden Politik-Krimi im aventurischen Gewande. Auf rund 230 Seiten des ersten Buches bekommt der Leser eine kleine Einleitung in das politische Spiel der beiden großen Reiche in Aventurien: Dem Mittelreich und dem Horasreich.
Im Vordergrund des ersten Teils steht der Aufbau eines Intrigenspiels, das in seinen Ausmaßen kaum zu durchschauen ist. Die nun folgenden Absätze sollen einen kleinen Einblick in die Geschichte des 1. Teiles geben, jedoch nur kurz die drei Teilgeschichten ansprechen, die sich aber innerhalb des zweiten Romanteiles zusammenführen. Doch dazu mehr in meinem zweiten Bericht.
Für jeden Mittelreicher wie auch Horasier ist der Herr Praios, nicht nur der Fürst der zwölf Götter, sondern Inbegriff von Gerechtigkeit und Wahrheit. Unter seinem Namen ziehen viele Menschen in die Welt. Inquisitoren, Bannstrahler und Geweihte sind die bekanntesten unter ihnen, doch auch die Geheimdienste stellen sich unter das Banner des Götterfürsten um der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen.
Die ersten Bekanntschaften mit einem solchen Geheimdienst macht der Leser gleich zu Anfang, wo uns drei der vielen Hauptpersonen vorgestellt werden. Caric, Adoran und Quendan sind ein eingespieltes Trio im Namen der Krone des Mittelreiches. Als Agenten der KGIA (Kaiserlich Garetische Informations Agentur) dienen sie treu ihrem Reich und den Göttern um jede Wurzel der borbaradianischen Einflusses zu finden und der Gerichtsbarkeit zu überführen. Auf diesem Wege dem Sphärenschänder den mittelreichischen Boden entziehend, ist bzw. soll den Agenten jedes Mittel recht sein und so werden viele Seiten ihres Lebens mit blutiger Feder geschrieben.
Nach einem solchen Einsatz gegen einen Komplizen Borbarad, erhalten die drei Kameraden einen heiklen und gefährlichen Auftrag, der sie in die Reihen des horasischen Feindes steuert. Dort sollen sie einen Finanzrat der Horaskaiserin der Kooperation mit dem Sphärenschänder überführen um das Ansehen des Horasreiches und der horasischen Krone zu schädigen.
So ziehen die 3 in eine ungewisse Zukunft und versuchen dem Finanzrat seinen vermeintlichen verrat gegen die Götter zu beweisen.
Beinahe zur selben Zeit erhält das Department für Besondere Angelegenheiten, der Geheimdienst des Horasreiches, die Informationen, dass drei mittelreichische Agenten die Krone versuchen zu schaden. Um diesen fast schon kriegerischen Akt zu verhindern, wird die ehemalige horasische Geheimagentin Sharielle gebeten, die Agenten des Mittelreiches aufzuspüren und zu vernichten. Zur Seite wird ihr der hochdekorierte Kapitän Garvor di Scilaggio gestellt, der jedoch ganz andere Pläne verfolgt, als die reine Vernichtung der Eindringlinge.
Sein ganzes streben bündelt sich auf dem Ziel, der Cavalliera Sharielle und ihrer Lebensgefährtin Sanna zu schaden...und dies zeigt er nur zu deutlich. Und so beginnt ein kleines Intrigenspiel gegen Sharielle, Sanne und alles was den beiden lieb und teuer ist.
Den dritten Part der Handlung von „Lichter Tag“ nimmt der drastische und unverhoffte Lebenswandel der Waisen Alea. Nachdem Tode ihrer Eltern, wächst sie in der Obhut von Tempel und ihrer Lehrmeistern Marja in einem kleinen Bauerndorf auf und erlernt das Handwerk der Heilerin. Nach dem plötzlichen verschwinden von Marja liegt die ganze Verantwortung auf den jungen Schultern der Frau und die ganze Last scheint sie zu erdrücken.
Doch ihr Leben ändert sich von jetzt auf gleich, als sie bei ihrer Hütte auf die Gesindeherrin des ersten Finanzrates der Horaskaiserin, Granduco di Mestillio, trifft. Ihre ehemals ungeklärte Vergangenheit wird schlagartig aufgedeckt und fast schon einer Entführung gleich, wird Alea aus ihrem alten Leben einer jungen Heilerin in das hochtragende Leben einer der höchsten Adelsfamilien des Horasreiches gepresst. Dieser Tag sollte ihr ganzes Leben verändern...und nicht nur das ihre.
Dies sind die drei wesentlichen Geschichten, die sinnvoll wechselnd, zusammen die gesamte Geschichte des ersten Romanteiles erzählen. Zu Anfang scheint jede Geschichte für sich ein kleines abgeschlossenes Universum zu bilden, doch schon nach wenigen Stunden Lesespaß, bemerkt man, wie stark doch schon zu Anfang die Fäden gezogen werden, die die Personen miteinander verbinden.
Auch der 65. Band der aventurischen Romanreihe darf ein sehr schön gestalteten Einband sein eigen nennen. Das Titelbild vermittelt einen sehr düsteren und mystischen Eindruck, was wohl an den in Kutten gekleideten, Räuchertöpfe schwenkenden, Priestern des Totengottes Borons liegen mag. Die Stadt im Hintergrund zeigt deutlich den Spielort des ganzen Romanes: Vinsalt, die Stadt der tausend Türmchen. Alles wird in einem sanften Abendrot abgebildet und passt so sehr schön zum Titel des Buches.
Auf gut 230 Seiten bekommt der Käufer des Buches eine schöne Einführung in das aventurische Staatensystem, die Geheimdienste und in das Gerichtswesen, wobei ich leider nicht genau sagen kann, ob letzteres wirklich den Regeln des schwarzen Auges entspricht.
Sprachlich gesehen, ist der Roman eine recht leichte Lektüre, die mit wenigen Fremdworten des Rollenspiels, die Spielewelt sehr plastisch darstellt. Wirklich merken tut man kaum, dass sich zwei Autoren an diesem Roman verewigt haben, da der gesamte Schreibstil fließend ist und kaum Abweichungen aufzeigt.
Wem dennoch einige Fremdworte auffallen, findet zum Ende des Buches einen kleinen aventurischen Duden, der die wesentlichsten Begriffe und Lokalitäten beschreibt. Angehängt findet der Leser noch eine recht detaillierte Liste aller beteiligten Personen, die selbst kleinste Nebenpersonen aufführt.
Leider ist meine Meinung zum ersten Teil recht zweigespalten. Dies liegt vor allem daran, dass ich der festen Meinung bin, dass beide Bücher auch zusammengefasst veröffentlich hätten werden können. Diese, in meinen Augen, Geldschinderei hat mich ein wenig verärgert und auch das etwas arg offene Ende des Buches zwingt einen den zweiten Teil zu kaufen.
Auf der anderen Seite steht eine, wenn auch manchmal etwas langatmige, sehr interessante Geschichte, die einen nicht nur in seinen Bann zieht, sondern auch einen Mitfühlen lässt.
Ich kann diesen Roman jedem wirklichen DSA-Fan nur empfehlen, jedoch sollte er ein wirklich hartgesottener Lesefreund der aventurischen Romane sein und nicht auf hundert prozentige Regeltreue baun, denn wie so viele Autoren, geht es dem Duo nicht um die Regeln, sondern um eine abenteuerliche Geschichte, die durch sich selbst überzeigen soll und nicht durch Paragraphen der Regelhefte.
Vielen Dank für Eure Lesungen und Euer Interesse...sonix
Name: Lichter Tag
Autor(en): Thomas Baroli // Volker Weinzheimer
Verlag: Heyne
ISBN-Nr.: 3-453-21375-0
Heyne-Nr.: 06/6065
Preis: 6,95 € weiterlesen schließen -
Ein Märchen auch für Erwachsene - Das Letzte Einhorn (Peter S. Beagle)
08.07.2002, 01:59 Uhr von
Thalaia
Hab nix zu sagen *g* Interessiert eh keinen, der mich nicht kennt. Und wenn ich doch was zu sagen...Pro:
Wunderschöne bildhafte Sprache in die man sich gut hineinversetzen kann.
Kontra:
-Wirklich nur für Leute geeignet die die Geschichte des Films mochten oder gerne Märchen lesen. - Der neue Einband gefällt mir nicht
Empfehlung:
Nein
Inhalt:
Es ist die Geschichte eines Einhorn, das frei und unbehelligt in seinem Wald lebt und eigentlich nichts weiter tut als sein Leben im Wald mit den Tieren zu genießen. Einhörner sind unsterblich, wie wir ganz zu Anfang erfahren, scheu und ein wenig eitel, da sie um ihre Schönheit wissen. Doch vor allem sind sie rechte Einzelgänger die von ihrem Artgenossen meist getrennt Leben.
Eines Tages durchqueren Jäger den Wald des Einhorns, der Ältere von beiden erklärt dem Jüngeren, das sie dieser Wald wohl der eines Einhorns wäre, denn in einem Einhornwald, lernten die Tiere mit der Zeit sich unsichtbar zu machen und somit könnten sie die Jagd vergessen. Der Jüngere glaubt zuerst nicht an das Gerde des Älteren, denn Einhörner gebe es schließlich schon lange nicht mehr auf der Welt. Doch der Ältere widerspricht ihm und sagt das es noch ein Einhorn in gäbe und zwar in diesem Wald. Nach einigem Reden beschließen die zwei den Wald zu verlassen und bemerkten dabei nicht, das ihnen das Einhorn die ganze Zeit gelauscht hatte. Zu letzt ruft der Alte Jäger ihm noch zu es solle in seinem Wald bleiben und seine Bäume grün und seine Freunde lang am leben halten.
Doch das Einhorn ist durch die Worte die er gesprochen hat neugierig geworden. Es kann nicht glauben das es das letzte sein soll und begibt sich auf die Suche nach den anderen die vielleicht auf es warten.
Doch die Welt draußen außerhalb des Waldes hat sich verändert, die Menschen glauben nur noch an das was sie sehen und erkennen nur eine kleine zierliche weiße Stute in ihm und nicht ein Einhorn. Das Einhorn wird dem erst gewahr, nachdem ein alter Mann es versucht zu fangen und es als Stute bezeichnet.
Kurz darauf begegnet es einem Schmetterling, es bittet den Schmetterling nur seinen Namen zu sagen, damit es weiß das es ihn erkannt hat, doch der Schmetterling plappert nur wirre Geschichten die er aufgeschnappt hat, so dass das Einhorn sich schon abwenden will. Doch plötzlich beginnt der Schmetterling altmeisterlich die lateinische Bezeichnung des Einhorns aufzuzählen, worauf dieses wieder Hoffnung schöpft und ihn nach den anderen Einhörnern fragt. Der Schmetterling beginnt erst wirr zu plappern ehe er wieder ernst wird: "Nein, nein, hör zu, hör nicht auf mich , hörst du! Du kannst deine Gefährten finden, wenn du tapfer bist. Sie sind vor langer Zeit vom Roten Stier davon getrieben worden, er rannte dicht hinter ihnen her und verwischte mit seinen Hufen ihre Spuren." Ehe er wieder wirr redet und davon flattert.
Nun weiß das Einhorn zumindest wonach es suchen muss, doch seiner Reise und Suche werden stetig neue Steine in den Weg gelegt. So trifft es auf den Zauberer Schmendrick der ihm hilft aus der Gefangenschaft von Mommy Fortuna zu entkommen, die es als Einhorn erkannt hat und mit Hilfe eines Flaschen Horns ausstellt damit es auch erkannt wird, um mit ihm Geld zu verdienen. Und auf Molly Grue, die ebenfalls dem Einhorn helfen will seine Gefährten zu finden.
So begeben sie sich auf der Suche nach dem Roten Stier in das Land des König Haggard, bei dem die Bestie Unterschlupf gefunden hat. Ein verfluchtes Land, das nur auf seien Erlösung zu warten scheint....
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Die Geschichte ist so geschrieben, wie man es auch aus Märchen kennt. Die Beschreibungen sind sehr Bildhaft und anschaulich und leitet eine gewisse Atmosphäre ein, der man sich nicht entziehen kann, wie man schon bei der Beschreibung des Einhorns gut erkennen kann. "Sein Hals war lang und schlank, wodurch sein Kopf kleiner aussah, als er in Wirklichkeit wahr, und die Mähne war so weich wie Löwenzahnflaum und so fein wie Federwolken." (S. 7)
Die Sprache an sich ist sehr leicht zu verstehen und die Sätze nicht übermäßig lang so das es auch von Kindern gut zu lesen ist, allerdings würde ich es nur älteren Kindern empfehlen, da die Geschichte den jüngeren vielleicht Angst machen könnte.
Der erste Eindruck wenn man die ersten paar Seiten gelesen hat ist der von einem Märchen oder einer Kindergeschichten, Doch dazu ist es oftmals zu direkt und teilweise auch ein wenig grausam, wie man es aus den alten Märchen gut kennt. Besonders wenn es in der Menagerie der Mommy Fortuna mit den Auseinandersetzungen der Harpyie geht. Allerdings sieht man im Fernsehen grausamere Bilder als die Umschreibung der Sprache deuten mag.
Es ist kein Buch für jedermann, denn man muss schon ein gewissen Bezug zu Phantasie, Märchen und Fabelwesen haben. Es ist spannend geschrieben, aber nicht so, wie man es von den heutigen Romanen a la Grisham, Hohlbein oder King kennt.
Wem die Geschichte des Films gefallen hat, kann sich das Buch bedenkenlos holen. Der Film hat sich sehr Nahe an das Buch gehalten und nur der Umstand, warum Haggards Land verflucht ist, ergibt eine Neuerung. Wer von der Geschichte allerdings nicht angetan war, sollte das buch besser im Laden liegen lassen, da der wesentliche Inhalt keinen Unterschied bringt und selbst die Dialoge oftmals wörtlich übereinstimmen.
Details zum Buch:
Wiedereinmal haben ich nur eine alte Ausgabe von 1996, wohlgemerkt die erste Auflage dieser Ausgabe. Erschienen ist es bei der Hobbit Presse von Klett-Cotta, die nur Fantasy oder phantastische Bücher herausbringt.
Der Einband ist in vier kleine Bilder unterteilt, von denen drei den Kopf des Roten Stiers, das Bild rechts oben in der Ecke den des Einhorns zeigen. In der Mitte ist ein orangenfarbener Kasten in dem der Titel des Buches, sowie der Autor stehen, also "Das letzte Einhorn; Peter S. Beagle".
Auf dem Einband ist der Teil eines Greifes abgebildet, der zusammen mit den anderen Büchern der Reihe ein vollständiges bild ergeben würde. Aber da diese mich nicht interessierten, steht nur ein fünftel Greif in meinem Regal.
Das Buch kostete damals 19,80 DM, was bei nur 260 Seiten Taschenbuch recht viel ist, allerdings ist der Einband aus sehr dicker Pappe und auch die Seiten sind recht dick.
Die Schrift ist recht groß und gut leserlich, so das ich am Preis nichts auszusetzen hatte, vor allem da ich das Buch, schon seit einer halben Ewigkeit verzweifelt gesucht hatte dun froh war es endlich in den Fingern zu haben.
Die neue Ausgabe (also die aktuelle vierte Auflage) hat ein oragenes Cover mit Schneeglöckchen darauf, anscheinen gibt es auch die Hobbit Presse nicht mehr sondern nur noch Klett-Cotta. Der alte Einband, also den ich habe, gefiel mir um Meilen besser. Aber den Inhalt kann man zum Glück nicht verschandeln.
Es kostet 11,50 ? und ist unter ISBN: 3608952047 zu bestellen.
Für mich selbst hat sich die Investition allemal gelohnt, ich finde die Erzählung faszinierend aufgebaut. Da es sich obwohl 1968 erschienen, von der Erzählart an den alten Märchen orientiert, zudem gehört die Geschichte des Einhorns zu meinen Lieblingsgeschichten. Wer, wie oben bereits erwähnt, nicht an solchen Geschichten interessiert ist, sollte das Geld im Portmonee belassen. Nur um es so zu lesen ist der Preis zu hoch bei 260 Seiten und um es in der Ecke stehen zu lassen finde ich es zu schade. weiterlesen schließen -
Die Wahrheit Krimi im Sumpf von Militär,Gerichtshof und CIA
Pro:
pointenreiche, pfiffige,nie langweilige Erzählung
Kontra:
absolut nix
Empfehlung:
Nein
David Baldacci – Die Wahrheit
Verlag: Bastei Lübbe
Internet: www.luebbe.de
Taschenbuch Band 14626
ISBN : 3-404-14626-3
Erscheinungsjahr: 2001
Seitenzahl:567
Preis: 10 €
Die Wahrheit ist selten rein und niemals einfach. (Oskar Wilde)
Hier handelt es sich um einen klassischem Krimi,der in Virginia( U.S.A.) spielt.
Es ist die Geschichte eines schwarzen Mannes(Rufus Harms),der in jungen Jahren während seiner Militärszeit,ein schreckliches Verbrechen begangen hat.Er erwürgte brutal ein kleines weises Mädchen und wurde zu einer lebenslangen Haft im Miltärgefängnis Fort Jackson verurteilt.Dank seines Anwaltes Samuel Rider,der auf Unzurechnungsfähigkeit plädierte,kam er um die Todesstrafe herum.
Doch das ist Geschichte.Der Roman spielt in der Neuzeit und beginnt am obersten Gerichtshof der U.S.A.Dort arbeitet der junge Accessor Michael Fiske.Er bekommt einen Berufungsantrag von Rufus Harms in die Finger und möchte sich um den Fall kümmern.Aus verschiedensten Gründen lässt er den Antrag aber aus der Poststelle des Gerichtes verschwinden und besucht Harms eigenmächtig in seinem Gefängnis.Das hätte er besser bleiben lassen sollen.Er wird den Besuch nicht überleben.
Alles sieht nach einem gewöhnlichen Raubüberfall aus .Nur sein Bruder John und eine Kollegin(Sarah Evans) glauben nicht daran.
Mit Kommissar Chandler haben sie einen ersten Verbündeten gefunden.Die Ermittlungen können beginnen..........
Mehr möchte ich vom Inhalt des Romanes nicht verraten.Falls ihn doch noch jemand lesen möchte.
Das Buch beginnt etwas trocken,da zuerst der Alltag im Gerichtshof und verschiedene Personen geschildert werden.
Doch nachdem Michael Fiske ums Leben kommt wird dem Leser klar ,das ihn noch einuge Überraschungen erwarten werden.
Was geschah vor 30 Jahren wirklich?Wer ist an den Intrigen gegen Harms beteiligt?
Welche Rolle nimmt das FBI und die CIA ein?
Immer wieder nimmt die Geschichte überraschende Wendungen auf dem gefährlichen Weg zur Wahrheit.
Das Buch ist spannend aber einfach geschrieben .Es lebt von seiner inhaltlichen Dramaturgie.Ein Schwachpunkt ist vielleicht die etwas einfallslose Sprache und etwas oberflächliche Beschreibung von emotionalen Momenten.
Für einen Krimi kann ich ihn aber bestens empfehlen.
Viel Spass beim lesen!!!!!!!!!!!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-02 21:58:24 mit dem Titel Am kürzeren Ende der Sonnenalle pointenreiche Story für Ost und West
Am kürzeren Ende der Sonnenallee.
Autor: Thomas Brussig
Verlag: Fischer Taschenbuchverlag
ISBN : 3-596-14847-2
Veröffentlicht im Juni 2001
Lizensausgabe Verlag Volk und Welt GmbH Berlin 1999
Preis:8 €
Seitenanzahl : 157
Weiterer Roman des Autors: Helden wie wir (Band 133331), Wasserfarben (1995)
Ich bin zu der Erzählung über meine Tochter gekommen.Sie hat das Buch in der Schule gelesen(10.Klasse).Ich dachte mir mal schauen mit was sie sich so „rumquälen“ muß.
Aber zu meiner Überraschung kann von quälen keine Rede sein.
Es handelt sich hier um eine nett geschriebene gut zu lesende Geschichte,stellenweise im fast anektodenartigen Stil ,mit viel Witz und selbstkritischer Pfiffigkeit ausgestattet.
Bevor ich zum Inhalt der Erzählung komme vorab noch ein paar Worte zum Autor selbst.
Thomas Brussig:
1965 in Berlin geboren,wuchs im Ostteil der Stadt auf und arbeitete nach dem Abitur u.a. als Möbelpacker, Museumspförtner und Hotelportier.Er studierte Soziologie und Dramaturgie .1999 erhielt er, zusammen mit Leander Haussmann, den Drehbuchpreis der Bundesregierung für den Kinofilm „ Sonnenallee“.
Thomas Brussig lebt in Berlin.
Inhalt:
Am kürzeren Ende der Sonnenalle( eine der längsten Strassen Berlins), wohnt Micha Kuppisch- direkt „hinter“der Mauer (aus Westsicht).
Wenn er aus der Haustür tritt, hört er die Rufe westlicher Schulklassen vom Aussichtspodest.“Guckt mal, ein echter Zoni!“
Doch Micha macht sich nichts draus.Er hat andere Sorgen: Miriam.Sie ist das schönste Mädchen weit und breit,doch leider schon vergeben(knutscht am liebsten mit Wessies).
Pointenreich erzählt der Autor,wie im Schatten der Mauer, auch die Sonne schien.Micha , Miriam und die anderen lieben und lachen, tricksen und träumen.Sie schmieden Pläne, wie man einen Liebesbrief hervorangelt,den der Wind in den Todesstreifen geweht hat.Sie hören Hendrix , die Stones und lesen Satre.
Onkel Heinz aus Westberlin ,der sich abhungert,um einen zweiten Anzug über die Grenze zu schmuggeln ( für Michas Abschlussball),obwohl die Einfuhr legal wäre.
Wuschl dem ein Rolling Stones Doppelalbum das Leben rettet oder die Existenzialistin, die im Trabi und mit russischen magischen Händen, ihr Baby bekommt.
Durch Absurditäten des DDR Regimes entstehen köstliche Alltagssituationen,die in ihrer Darstellungsart aber nie die Menschen des „Ostens“ demütigen oder verletzen.
Meinung:
Ich habe das Buch voller Begeisterung verschlungen.Innerhalb kürzester Zeit konnte ich mich in die Figuren „reinfühlen“ und mich mit ihnen durch die Geschichte bewegen.
Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen.Ich denke egal ob Ost oder Westvergangenheit für alle ab ca. 15 Jahren interessant.
Viel Spaß damit!!!!! weiterlesen schließen -
Böll - Die Verlorene Ehre der Katharina Blum
Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Ein wirklich großartiges Buch, in dem Heinrich Böll in einer zynischen Art und weise Rach an der Bildzeitung vollzieht, die versuchen wollte, ihn ins falsche Licht zu rücken. Böll verfasst seine literarische Rache in ein auktorial erzähltes Werk, das das Leben einer jungen Frau beschreibt.
Inhalt:
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Das Buch handelt von jenen drei Tagen, die das Leben der 27 jährigen Katharina Blum auf einen Schlag veränderten.
Nach dem Tod ihres Vaters wurde Katharina von ihrer Patentante Else Woltersheim mütterlich unterstützt. Sie wohnt zwar in ihrer eigenen Wohnung, aber da ihre Mutter an das Krankenhaus gebunden ist, wird sie von ihrer Patentante auch finanziell unterstützt. So war es ihr möglich, die Hauswirtschaftsschule mit „sehr gut“ abzuschließen. Einige Zeit später lernte sie den Textilarbeiter Wilhelm Brettloh kennen, den auch heiratete. Diese Ehe hielt aber nicht lange und sie ließ sich kurz darauf wieder von ihm scheiden. Durch den Erfolgreichen Abschluss der Hauswirtschaftsschule bekam sie bald darauf eine Stelle bei dem Ehepaar Blorna, zu dem sie schon sehr bald eine recht gute Beziehung entwickelte. Um ihr Einkommen etwas aufzubessern arbeitete sie unermüdlich auch als Haushälterin für andere Ehepaare.
Hier setzt dann die eigentliche Handlung ein:
Sie wird von ihrer Patentante Else Woltersheim zu einer Faschingsparty eingeladen wo sie Ludwig Götten kennenlernt und innig mit ihm tanzt, als ob sie ihn schon vorher kennengelernt hätte. Weiters befindet sich auf dieser Party auch ein als Araber verkleideter Polizist, der sich mit dem Auftrag Herrn Götten, einen gesuchten Bankräuber, zu beobachten, auf dieser Party befindet. Sie verläßt die Faschingsparty mit Ludwig Götten schon sehr früh und fährt mit ihm in ihre Wohnung, was für ihren Charakter, für ihr Verhalten das sie sonst zeigt sehr merkwürdig ist. Der verkleidete Araber veranlasst aber Katharina und Götten zu folgen und lässt schließlich ihr Haus umstellen. Doch Götten bittet Katharina ihm einen Hinterausgang aus der Wohnung zu zeigen, damit er die Wohnung unbemerkt verlassen könne. Da Frau Blorna, ihre Arbeitgeberin, die ihr auch diese Wohnung vermittelt hatte, ihr, auf Katharinas Interesse hin die Pläne der Wohnung gezeigt hatte, weiß Katharina wie man durch die Lüftungsschächte ins Freie gelangt.
Am nächsten Morgen steht die Polizei vor Katharinas Tür und verhaftet sie. Dabei wird sie von Pressefotograf Schönner fotografiert. Nachdem sie vernommen wurde, darf sie nach Hause gehen. In den darauffolgenden Stunden werden andere Hausbewohner über Katharina befragt und es stellt sich heraus, dass Katharina regelmäßig Herrenbesuch empfing. Katharinas Arbeitgeber erfährt durch einen Journalisten der Zeitung, der ihn im Urlaub über Katharina ausfragen will, das sie polizeilich verhört wird. Blorna bricht seinen Urlaub ab um Katharina in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Von diesem Augenblick an erscheinen in der ZEITUNG täglich Berichte über den Fall Blum. Blorna und Blum selbst werden die Worte im Mund umgedreht und mit völlig anderer Ausdruckskraft in der ZEITUNG abgedruckt.
Die Pressefreiheit erlaubt das laut vernehmendem Kommissar Beizmenne alles.
Der ZEITUNGSjournalist Tötges erhält ein Exklusivinterview mit der todkranken Mutter Katharinas und macht aus deren Aussage „Wieso musste das so kommen, wieso musste das so kommen?“ ein „So musste das ja kommen, so musste das ja enden!“. Ein verhängnisvoller Fehler Tötges‘ wie sich später herausstellen wird.
Durch solche Artikel wird Katharina einem enormen psychischen Druck ausgesetzt, der von obszönen Briefen und Anrufen nur noch verstärkt wird.
Viel schlimmer trifft das Schicksal jedoch ihre Mutter. Sie stirbt am Tag darauf an den „Fakten“ die in der ZEITUNG zu lesen waren. Doch die „sensationsgeile“ ZEITUNG terrorisiert unaufhörlich weiter. Nicht dass der Tod Katharinas Mutter genug wäre; die Zeitung sieht Katharina selbst als Schuldige, „weil sie ihrer armen sensiblen Mutter so etwas antun musste.“
Nun fasst die völlig verstörte Katharina einen Plan:
Sie vereinbart einen Termin für ein Interview mit Tötges in ihrer Wohnung. Inzwischen wird Götten gefunden und festgenommen. Er nimmt in seinen Aussagen Katharina in Schutz und bestreitet die Vorwürfe er hätte mit Katharina irgendwie kooperiert.
Katharina stahl Konrad Beiters, dem Freund ihrer Patentante Else Woltersheim die Pistole, und fuhr in ihre Wohnung um sich dort mit Herrn Tötges für das Interview zu treffen.
Er läutete, sie lies ihn herein und er fragte unverschämt ob sie nicht „bumsen“ wolle. Sie sah das als Aufforderung, zückte die Pistole und machte „bums“. Daraufhin machte sie sich einen schönen Nachmittag in der Stadt, vergnügte sich und stellte sich schließlich am Abend der Polizei.
Ich persönlich habe wirklich großen gefallen daran gefunden, es zu lesen. Ich bin sonst nicht immer der begeistertste leser, aber dieses nicht allzu lange Buch hat sogar mich in seinen Bann gezogen!
Höchst empfehlenswert! weiterlesen schließen
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