Mehr zu AutorInnen mit B Testberichte
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Pro & Kontra
Vorteile
- Überraschungen - Geständinisse - Wahrheiten - einfach Kult
- immernoch moderne Bücher, auch wenn Frau von heute irgendwie anders ist
- packende Story mit unvorhergesehenen Wendungen
Nachteile / Kritik
- gewöhnungsbedürftiger Schreibstil
- außer bei Ebay oder auf Flohmärkten nur noch schwer zu bekommen
- teilweise etwas viel >Blödsinn<
Tests und Erfahrungsberichte
-
Büchner, Georg - Woyzeck
1Pro:
schnell gelesen, ganz nette Geschichte
Kontra:
von Büchner...
Empfehlung:
Nein
Von dem Autor Georg Büchner haben wohl die meisten schon mal gehört, eines seiner bekanntesten und wohl auch zweifelhaftesten Werke ist der "Woyzeck", den ich in diesem Bericht etwas genauer unter die Lupe nehmen möchte.
Die Story
==========
Der Soldat Franz Woyzeck ist ein recht armer Mann, der ein wenig geistesgestört ist. Er hat eine Frau, Marie, ist aber nicht mit dieser verheiratet (war Soldaten damals vom Kaiser verboten worden), obwohl er einen Sohn (Christian) mit ihr hat. Marie und Christian sind sein ein und alles.
Woyzeck ist sehr bemühr um genug Geld zu verdienen, um seine Familie ernähren zu können, deshalb ist er nicht nur Soldat, sondern auch Barbier, er sammelt Stöcke und steht dem Doktor für seine medizinischen Quälereien zur Verfügung, ich denke das zeigt deutlich wie sehr Woyzeck seine Familie liebt.
Zum Doktor ist noch zu sagen, dass dieser nicht forscht um der Menschheit zu helfen, sondern um durch seine verrückten Experimente etwas zu erreichen und selber aufzusteigen. Er lässt Woyzeck z.B. 1/4 Jahr lang nur Erbsen essen, dass Woyzeck irgendwann daran sterben könnte ist ihm mehr als egal. Des weiteren demütigt er Woyzeck vor weiteren Menschen, er stellt ihn als Versuchskaninchen auf die Straße und behandelt ihn unmenschlich.
Eine weitere wichtige Figur in dem Stück ist der Hauptmann. Sein Wahlspruch lautet "Moral ist, wenn man moralisch ist." (50 Cent ins Phrasenschwein...)
Er ist vom Intelligenzgrad her nicht viel besser dran als Woyzeck, der Hauptmann versucht lediglich intelligent zu wirken, er ist es definitiv nicht.
Woyzeck gehorcht dem Hauptmann und versucht ihm nicht zu widersprechen, die einzige richtige Verbindung zwischen Woyzeck und dem Hauptmann besteht darin, dass Woyzeck ihn ab und zu für ein paar Groschen rasiert. Allerdings gibt es auch hierbei eine Demütigung, denn es handelt sich nicht nur um den Bart des Hauptmanns sondern auch um seinen Intimbereich.
Was wäre ein solches Buch (nebenbei bemerkt: ein Fragment, also ein unvollständiges Werk) ohne einen Nebenbuhler um das liebe Mädel?
Dieser ist hier in der Form des Tambourmajors zu finden, dieser will Marie haben für eine Beziehung auf rein sexueller Ebene. Er will mit Marie nur seinen Spaß haben und "eine Zucht von Tambourmajors aufmachen". Das schreckliche an der Situation ist dann, dass Marie auf den Tambourmajor eingeht, da sie sich von Woyzeck vernachlässigt fühlt. Der Major stammt aus einer höhere Gesellschaftsschicht und so hofft Marie ihre niedere Schicht verlassen zu können.
Hier kommt es zum Knackpunkt des Fragments, denn Woyzeck sieht Marie mit dem Tambourmajor beim Tanzen und die Eifersucht treibt Woyzeck in den totalen Wahnsinn. So geht er zu einem Juden und kauft ein Messer (für eine Pistole reicht sin Geld nicht). Einige Tage darauf lockt er Marie mit einem Vorwand in den Wald und führt seine grausame Tat aus, er ersticht sie.
Nach dieser Tat geht er zurück in die Stadt in eine Kneipe, dort fällt den Anwesenden das Blut an Woyzeck auf und Woyzeck verschwindet so schnell wie möglich wieder in den Wald.
Das Buch endet (zumindest in den meisten Auflagen, mehr dazu unten) mit der Aussage eines Polizisten:
"Ein guter Mord, ein echter Mord, ein schöner Mord. So schön, als man ihn nur verlangen tun kann. Wir haben schon lange so keinen gehabt."
Besonderes
===========
Georg Büchner verstarb bevor er sein Werk "Woyzeck" vollenden konnte. In seiner Kammer fand man sage und schreibe vier Versionen von Woyzeck, alle in einigen Punkten verändert. Per chemischen Verfahren machte man nach einiger Zeit die Handschriften Büchners wieder lesbar und druckte den Woyzeck, allerdings sollte es von nun an immer wieder andere Versionen geben, dies hat sich bis heute nicht geändert.
Es gibt dabei Unterschiede in der Szenenabfolge, in einigen Aussagen (bei manchen Fassungen wurde das unleserliche einfach ersetzt, in anderen wurden *** gesetzt) sowie in den Personen, in einigen Versionen taucht z.B. ein Idiot namens Karls auf, in einer anderen Version gibt es diesen nicht.
Meine Meinung
==============
Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich finde das Fragment schwachsinnig. Der gute Büchner (er hat u.a. auch "Dantons Tod" und "Leonce und Lena" geschrieben) verstarb während der Arbeiten an "Woyzeck" und seitdem versucht die Nachwelt den Text so zu basteln wie sie glaubt, dass er aussehen sollte. Ob Büchner nun insgesamt 50 Seiten schreiben wollte oder 500 wissen wir nicht, vielleicht sollte das was heute vorliegt nur ein Romaneinstieg darstellen?
Die Handlung an sich haut mich nicht vom Hocker, ähnlich wie die eines schlechten Krimis. Umso verwirrender macht es die Tatsache, dass man die Szenen nahezu nach Belieben drehen und wenden kann ohne dass dies für die Handlung irgendwelche Einflüsse hätte.
Noch viel bescheuerter finde ich die Tatsache, dass "Woyzeck" bis heute in den Deutschkursen an den Schulen gelesen und interpretiert wird. Was gibt es daran zu interpretieren, wir wissen definitiv nicht was Büchner damit wollte, er war ja nicht mal mit dem Stück fertig geworden!
Mir hat das Buch nie gefallen und das wird es wohl auch nie, die Personen sind durchaus interessant, aber es fehlt einfach was (deshalb ist auch ein Fragment), zudem ist die Sprache etwas ungewohnt (häufig heute ungewohnt Abkürzungen und dergleichen).
Daher lautet mein Urteil: Spart euch das ganze, es gibt besser Bücher aus dieser Zeit und von Büchner (ich empfehle "Dantons Tod"). Man kann "Woyzeck" zwar schnell lesen (die 33 Seiten schafft man in einer guten Stunde) hat aber auch nicht viel davon.
sonstiges
==========
Wie gesagt liegt "Woyzeck" in unterschiedlichen Versionen vor, die meisterverkaufteste ist vom Reclam Verlag.
Es gibt hier die Studienausgabe (drei Versionen von Woyzeck gesammelt) für 4,60 EUR, die kritische Ausgabe für 2,70 EUR, ein Sammelband (da ist dann noch Leone und Lena [ein Lustspiel, ganz nett zu lesen] mit bei) für 2,10 EUR sowie viele, viele andere Ausgaben samt zugehöriger Interpretationen. Wer den "Woyzeck" also mal erleben möchte hat eine Vielzahl von Möglichkeiten.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-13 14:14:34 mit dem Titel Büchner, Georg - Leonce und Lena
Das Lustspiel "Leonce und Lena" verfasste Büchner im Jahre 1836 anlässlich eines Preisauschreibens. Nach meinem Bericht zu Büchners "Woyzeck" stand in einigen Kommentaren, dass "Leonca und Lena" sträflicherweise kurz und knapp als "ganz nett" abgehandelt habe, deshalb hier meine ausführliche Meinung.
Story
======
Leonce, Prinz vom Reiche Popo, sitzt auf einer Bank, als Valerio (ein Landstreicher oder was auch immer, da gehen die Interpretationen weit auseinander) vorbeikommt. Die beiden kommen schnell ins Gespräch, denn sie sind sich einig in der Ablehnung bürgerlicher Arbeitsmoral. Leonce spricht von seinem langweiligen und vorherbestimmten Leben am königlichen Hof. König Peter, der Vater von Leonce, möchte ihn mit Prinzessin Lena vom Reiche Pipi (ja, auch ich habe über die "genialen" Namen gelacht...) verheiraten und ihn dann zum König machen, damit er sich zur Ruhe setzen kann und ungestört über den Sinn des Lebens nachdenken kann. Leonce ist gegen die Hochzeit mit Lena, da mit dieser die Thronfolge verbunden ist und er beschließt mit Valerio nach Italien zu fliehen.
Selbiges auf der anderen Seite: Prinzessin Lena ist dem Heiratsplan ebenfalls hilflos ausgeliefert... Die Gouvernante hat Mitleid mit ihr und die beiden fliehen.
Leonca und Lena (jeweils samt Begleitung) treffen sich zufällig in einem Wirtshaus, ohne zu wissen wer die anderen sind. Die Gouvernante und Valerio beginnen ein Streitgespräch und als Lena die Gouvernante etwas fragt ist Leonce so verzaubert von ihrer Stimme und die beiden kommen ins Gespräch. Sie treffen sich nachts im Garten und Leonce küsst Lena, woraufhin sie flieht.
Leonce möchte Selbstmord begehen, doch Valerio hält ihn davon ab. Leonce und Lena beschließen dann doch zu heiraten (sie wissen ja immer noch nicht wen sie in Wahrheit heiraten sollen) und alle vier kehren zurück zum Königshof, wo die anderen schon auf das Hochzeitspaar warten. Die vier sind maskiert und Valerio stellt Leonce und Lena als Automaten vor, die einschließlich des Mechanismus der Liebe so konstruiert seien, das man sie zu Mitgliedern der Gesellschaft machen konnte. König Peter beschließt darauf diese zwei Menschen zu trauen.
*** ACHTUNG! Hier wird das Ende verraten! ***
Nach der Trauung nehmen die vier ihre Masken ab und es kommt zur Entlarvung des Paares, dem dadurch selbst die Augen geöffnet werden über den Zufall oder die Vorsehung, die hier im Spiel waren. König Peter gibt die Macht an seinen Sohn und zieht sich zurück.
Das Stück endet mit einer utopischen Vision von Valerio.
***** Hier geht's weiter *****
Wissenswertes / Besonderes
===========================
Der Anlass zum Schreiben dieses Werkes war für Büchner wie gesagt ein Preisausschreiben im Januar 1836 durch die Cotta`sche Verlagsbuchhandlung, doch der gute Büchner hätte auf den Einsendeschluss schauen sollen, denn dieser verpasste er. So nahm er sich dann noch etwas mehr Zeit, schrieb einen weiteren Akt und "Leonce und Lena" erschien erstmals 1838 in der Zeitschrift "Telegraph für Deutschland".
Extrem auffallend ist die Parallelität einiger Ereignisse zu anderen bekannten Autoren und Werken, wie z.B. Shakespeares - "Wie es euch gefällt", Clemens Brentanos - "Ponce de Leon" sowie einigen Goethe Werken, Büchner lies sich durch diese Werke 'inspirieren'.
Das Buch ist in drei Akte eingeteilt, vor den ersten beiden Akten findet man eine kurze Strophe als Einleitung die einiges vorausdeutet, z.B. "O wär ich doch ein Narr! Mein Ehrgeiz geht auf eine bunte Jacke."
Es ist zudem ein modernes Drama der offenen Form, denn Büchner hält die drei Elemente Ort, Zeit und Handlung nicht ein.
Meine Meinung
==============
An meiner Einstellung im groben und ganzen hat sich nicht viel geändert, ich finde das Buch immer noch "ganz nett". Sehr interessant finde ich die verschiedenen Formen der Darstellung die Büchner verwendet, es gibt dabei Satire, Parodien und sogar Witze zum einen, zum anderen aber auch die Langeweile als Darstellungsmittel! Sehr interessant gelöst finde ich. Auch die Automatenszene (erinnet mich irgendwie an Marionettenszene im zweiten Akt in "Dantons Tod", ebenfalls von Büchner) ist sehr gelungen geschrieben.
Die Story hört sich teilweise an wie aus einem drittklassigen Liebesfilm, erinnert mich irgendwie an den Film "Der Prinz aus Zamunda"... (*** Achtung, nochmal Hinweise auf das Ende des Stücks! ***) Zwei Kinder haben keine Lust das zu run was die lieben Eltern wollen, sie fliehen, treffen sich (so ein Zufall aber auch), werden Freunde, sind kurz davor Selbstmord zu begehen, wollen dann doch heiraten und hach, welch ein Glück, es ist doch tatsächlich der wundervolle Gesprächspartner den man damals kennengelernt hat! (***)
Diese Darstellung mag übertrieben klingen, aber die Story haut mich echt nicht vom Hocker. Sie ist nett zu lesen, aber sonderlich unerwartete Wendungen hat sie nicht beinhaltet, so dass schon nach zehn Seiten klar war wie die Geschichte endet.
Insgesamt durchaus mal nett zu lesen für zwischendurch, denn die vierzig Seiten im Reclam-Format (diese kleinen, gelben Heftchen) sind in knapp über einer Stunde gelesen.
Ich kann das einmalige lesen empfehlen, aber öfter muss nicht sein, lediglich die Maschinentheorie war erneut interessant zu lesen.
In der Endabrechnung gebe ich dennoch eine 2, denn viel mehr negatives als das oben genannte kann ich nicht finden.
sonstiges
==========
"Leonca und Lena" liegt in verschiedenste Auflagen vor. Es gibt ein Taschenbach für 4,00 EUR, die von mir genannte Reclam-Ausgabe beinhaltet noch das Fragment "Woyzeck" und kostet 2,10 EUR. weiterlesen schließen -
-
Sex and the City von Candace Buchnell: Sex, Drogen ...
24.09.2002, 20:59 Uhr von
susperia
Also, ich liebe Sport wie reiten und Volleyball. Dann batsel ich gerne an meinen Homepages, surfe...Pro:
romantisch, spannend
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
... und gefühlslose Menschen
Die Serie scheint ein sehr guter Erfolg zu sein. Ein Glück wurde sie auch so verändert, dass sie nicht mehr viel mit dem gleichnamigen Buch zu tun hat. Ich habe es mir im Urlaub zugelegt, weil das Wetter mal wieder ziemlich mies war. Ich war wirklich gespannt auf das Buch und hoffte es würde so lustig sein wie die Serie. Doch weit verfehlt.
**** Autorin****
Sex and the City ist das erste Buch, welches ich von Candace Bushnell las und wird auch das letzte sein. Die Autorin gründete die Kolumne „Sex and the City im New Yorker Observer. Dafür recherchiert sie haut nah im New Yorker Nachtleben. Sie lernt viele unterschiedliche Menschen kennen und verfasst deren Lebensgeschichten. Daher liegt es auch nahe, dass die Figuren es Buches reale Vorbilder haben, teils aber Namensveränderungen vorgenommen wurden. Das Buch ist die Grundlage für die gleichnamige Serie, ein Glück hat die Autorin da aber nur die Ideen geliefert.
**** Die Story****
Die Autorin recherchiert in New York genaugenommen Manhatten über die Sex und Beziehungsgewohnheiten der Schönen, Reichen und/oder Karrieretypen. Meist erzählt sie Geschichten von anderen Personen, wie z.B. von Carrie, eine hübsche Karrierefrau, die auch gleichzeitig eine der Hauptfiguren in Candace Roman spielt. Carrie ist wie viel Frauen Mitte Dreißig auf der Suche nach dem richtigen Mann zum heiraten. Denn alle befürchten das bald der Zug ablaufen würde. Sie fängt also eine Beziehung zu dem gutaussehenden Mr. Big an. Nebenbei werden immer wieder andere Personen ins Spiel gebracht, entweder in Verbindung mit Carrie und ihren Partyfreunden oder bei Treffen mit der Autorin. Z.B. wenn sie sozusagen Themenabende veranstalten. Das heißt sie trifft sich mit Männern oder Frauen um bestimmte Themen zu diskutieren wie z.B. wie ein Dreier ist, oder warum erfolgreiche gutaussehende New Yorker Frauen meist nicht den richtigen finden.
Bald wird der Leser in eine Welt geführt die nichts mehr mit Liebe oder Romantik zu tun hat. Heirat, Kinder kriegen, alles ist berechenend. Die Party bestehen aus Drogen und Sexorgien. In so einer Welt ist es natürlich schwierig einer Beziehung oder Ehe aufrecht zu halten. Schafft es Carrie mit Mr.Big zusammen zu bleiben? Was ist Liebe für die New Yorker, gibt es sie?
****Kommentar zum Schreibstil der Autorin****
Mir hat der Schreibstil ganz und gar nicht gefallen. Die Kapitel sind meist durcheinander gewürfelt. Man war eben noch bei der einen Person und schon ist man bei der nächsten Geschichte, obwohl das erste Kapitel nicht wirklich ein Ende hatte. Ich fand diesen Zustand ziemlich chaotisch, obwohl er sicherlich auch eine gewisse Spannung mit sich brachte. Immerhin wollte man weiterlesen, was mit den Leuten passierte.
Mich störte auch die mangelhafte und oberflächliche Beschreibung der Figuren und Orte. Mir wollte einfach keine bildhaften Vorstellungen in den Kopf gehen. Es wirkt wirklich eher wie ein Zeitungsbericht. Meiner Meinung nach hat das aber im Roman nichts zu suchen. Ich hatte deswegen auch manchmal das Problem Leute einzuordnen, die später noch mal im Buch vorkamen. Man vergaß sie so schnell oder kam durcheinander.
Auch hat man nie richtig Gedanken von den Protagonisten gelesen. Es wirkte alles so kalt und gefühlslos. Wenn das aber die Absicht des Autors war, dann kompliment.
Kann ja sein das sie genau diese Bild von New Yorker Menschen zeigen wollte. Aber ich denke so sind wenn dann nicht alle.
****Kommentar zur Story****
Das Buch hat einige witzige Passagen, die auch aus der Serie bekannt sind. Auch die Theorien, die manche Männer sich einfallen lassen, sind teilweise wirklich zum lachen.
z.B. auf S. 14 Die Gummi-Kultur: Das Kondom war der Tod der Romantik, aber es wird einfacher, zu bumsen.*meinte ein Freund.*Mit einem Kondom ist es irgendwie so, dass der Sex für die Frauen nicht richtig zählt. Es gibt keinen direkten Hautkontakt. Also gehen sie eher mit Dir ins Bett*
Diese Theorien sind manchmal so krank, dass sie wieder lustig sind. Auch Erzählungen aus Partys sind echt heftig, aber doch irgendwie komisch, wie z.B. auf S.206 River Party: .... Im Badezimmer wurde gekotzt. Um ein Uhr war der Fußboden mit Alkohol getränkt, und eine Meute Drogis hatte das Badezimmer besetzt. Der Weihnachtsbaum war dreimal umgefallen, und niemand konnte seinen Mantel finden. ...
Man merkt aber auch an diesen Passagen, dass die Sprache der Autorin ziemlich umgangsprachlich ist. Sie will also die reale Sprache der Figuren übernehmen. Was mich ziemlich gewundert hat, denn die Personen gehören meist der oberen Schicht an. Übertreibt also die Autorin nicht ein bißchen?
Manche Stories haben mich auch ziemlich schockiert, z.B. über die Models. Sie nehmen nur Drogen, schlafen mit tausenden Typen u.s.w. . Die Autorin schafft es wirklich die Geschichten zu erzählen ohne jegliches Kommentar. Doch genau dies hätte ich mir gewünscht, weil alles so kalt wirkt.
Das sieht man auch an Brigit, die nach 15 Jahren Ehe und zwei Kinder mit ihrem Skilehrer im Urlaub fremd geht. Sie berichtet davon, wie von einer guten Sache ohne Reue. Denkt sogar eher an Scheidung, als daran ihre Ehe wieder in Ordnung zu bringen, wenigstens für die Kinder.
Auch wenn ich solche Passagen nicht gut fand, hatte ich trotzdem das Bedürfnis weiterzulesen. Man möchte halt noch mehr Skandale lesen.
Interessant fand ich die Themenumfragen z.B. das Thema über Dreier oder Frauen. Solche Diskussionen habe ich immer sehr gerne gelesen, man ist halt neugierig was andere darüber denken.
Ein bißchen Spannung entsteht durch die Beziehung von Carrie zu Mr.Big. Ich wollte unbedingt wissen, ob sie zusammen bleiben oder nicht, in der Tat gab es ja auch Situationen, wo einer der beiden den Schlußstrich hätte ziehen können.
****Fazit****
Schlechter Stil. Nichts für Romantiker. Teils gute Umfragen, wenig humor. Das wäre in knapper Form eine Wertung des Buches. Die Serie ist tausendmal besser, nicht so ordinär und viel humrovoller. Tut Euch den gefallen und liest es nicht, es sei denn ihr steht auf herzlose Drogen und Sex Geschichten.
Buchinfo:
Sex and the City
Candace Bushnell
Taschenbuch Goldmann Roman
ISBN 3- 442-45300-3
7.50 €
www.goldmann-verlag.de
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-24 18:59:25 mit dem Titel Lavendelnächte von Sophie Berard: Einfach klasse!
Zum Nikolaus letzten Jahres habe ich das Buch "Lavendelnächte" geschenkt bekommen. Zuerst war ich etwas skeptisch, denn ich befürchtete, in dem Buch wird nur eine reine vielleicht auch kitschige Liebesgeschichte erzählt. Aber nach 2 Tage hatte ich das Buch durchgelesen und gemerkt, dass meine Zweifel unbegründet waren.
****Story****
Isabell hat eigentlich alles was sie braucht für ihr Leben. Eine Villa, viel Geld, braucht nicht arbeiten und einen Ehemann.
Jedoch trügt die Idylle. Ihr Mann Frithjof wünscht sich Kinder, aber Isabell wird selbst nach 6 Monaten nicht schwanger. Aus dem Kinderwunsch ensteht ein Streit, der der jungen Frau immer mehr die Augen öffnet.
Kurzer Hand packt sie die wichtigsten Sachen zusammen und flieht von zu Hause. Ihr Ziel?
Frankreich. Um über ihr Leben nach zu denken fährt sie in das Nachbarland, angetrieben von einer Gegendbeschreibung aus einem Buch. Nach langer Fahrt entdeckt sie einen wunderbaren Platz in der Provence, der genau ihren Vorstellungen entspricht.
Durch ein Mißverständnid, verursacht durch den kleinen Jungen Laurent, der für seine Familie Geld autreiben möchte, bleibt Isabell eine Weile auf dem Landsitz der Familie Le Ber. Ein Segen, wie das deutsche Mädchen findet. Ruhe, Pfirsich Plantagen, Natur Pur, einfach traumhaft.
Obwohl sie noch einiges mit ihrem Noch-ehemann regeln muss, entwickelt sie Gefühle für Corin Le Ber, ein Mann, der seit seiner verstorbenen Frau vor drei Jahren, nie wieder eine Beziehung geführt hat.
Die Probleme nehmen weiterhin zu. Zum einen ist der Landsitz der Le Bers hoch verschuldet und der geldgierige Ehemann der Schwester Corins möchte das Gut kaufen um ein Hotel dort zu erbauen.
Isabell hingegen erfährt zusätzlich noch, dass ihre Mutter schwer krank geworden ist.
Gibt es dennoch ein Happy End?
****Wichtigsten Charaktere****
Isabell Tegen : Ein liebenswürdiges Mädchen, von anderen als Naiv und unselbstständig bezeichnet. Jedoch beweißt sie im Laufe des Romans einiges an Mut und Stärke, besonders wenn man bedenkt mit wievielen Problemen sie zu kämpfen hat ( z.B. Scheidung mit einem tyrannischen Mann, neue Liebe, Angst enttäuscht zu werden, Krankheit ihrer Mutter u.s.w.)
Frithjof Tegen: Der Name sagt eigentlich schon alles. Mich erinnert er zumindestens an Friedhof ( und habs auch immer so ausgesprochen).
Der Mann ist sehr egoistisch und geht für sein perfektes Leben über Leichen. Nur die anderen machen Fehler oder brauchen Hilfe, er hingegen will doch nur das beste und kann auch von seiner Meinung nicht abgebracht werden.
Corin Le Ber: Ein gutaussehender verantwortungsvoller Mann. Er kümmert sich asugiebig um den Landsitz seines verstorbenen Vaters, wo auch heute noch seine gesammte Familie wohnt.
Aber vor drei Jahren hat er seine Ehefrau verloren und führt daher eher ein zurückgezogenes Leben.
Isabell weckt erstmals wieder Gefühle in ihm und sie hilft ihm bei den Problemen die er mit der Verschuldung des Gutes hat.
Weitere Charaktere:
Frau Elbmann: Waschechte Haushälterin der Familie Tegen, die über alles bescheid weiß, was in der Promi-Welt von statten geht.
Moni: Einst beste Freundin von Isabell, macht sich aber sofort an den verlassenen Frithjof ran und verspottet Isabell
Joséphine Le Ber: Schwester von Corin, lebt mit ihrem reichen Mann John D.( Hotelmanager) in Amerika.
Sie hat mit ihrer Familie nicht mehr viel zu tun und unterstützt sie auf keinster Weise, obwohl ihr Sohn Laurent bei ihren Verwandten lebt.
Matilde Le Ber: Schwester von Corin und Joséphin, Köchin eines guten Restaurants.
Madame Cécile: Mutter der drei Geschwister, kann es immer noch nicht richtig wahr haben, dass Joséphine keine guten Absichten im schilde führt
Großtante Germaines: Mutter von Madame Cécile
Bertrand: arbeitet bei den Le Bers zusammen mit seine grummeligen Ehefrau Ermeline
Madame Madeleine: Reiche Nachbarin der Le Bers. Hegt ihr Leben lang Gefühle für Corin und macht eine riesige Eifersuchtsszene, als er mit Isabell zusammen kommt.
****Kommentar****
Die Geschichte ist so ähnlich wie der des Romans " Die Rote" von Alfred Andersch. Eine Frau die sich von ihrem Mann trennt und dann einfach irgendwo hinfährt, um nach zu denken.
Aber Lavendelnächte fand ich trotzdem um einiges besser geschrieben.
Ihr Schreibstil hat mich besonders fasziniert. Sie beschreibt äußerst bildhaft und detailliert Menschen und Landschaften.
Zum Beispiel auf Seite 13:
... das warne Licht der Abendsonne zaubert lange Schatten auf den Asphalt, in der Luft liegt der unbeschreibliche Duft reifer Pfirsiche ...
oder z.B. beschreibt sie bei Corin die Augenfarbe die bei jedem Gemütszustand wechselt.
Außerdem kann ich behaupten, das der Roman wirklich spannend und fesselnd ist, denn sonst hätte ich ihn nicht schon in 2 Tagen durchgelesen. Grund dafür boten zum einen die vielschichtigen einzelnen Charakter Schicksale und zum anderen die Intrigen.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und jeder wird seinen Lieblings und Hass Charakter finden können.
Am meisten konnte ich über den Charakter Ermeline, die Ehefrau Bertrands lachen. Wenn sie mal etwas verstecktes nettes gesagt hat, war es schon mal ein Wunder.
Mein Hass Charakter ist aber Frithjof. Da könnt man glatt ins Buch springen und ..... .
Aber auch romantisch veranlagte Menschen werden nicht zu kurz kommen. Es ist kein einfacher Groschenroman mit einer kitschigen Liebesgeschichte. Sogar zum Teil realistisch.
Die Autorin hat geschickt nicht nur aus einer Sichtweise eines Charakters geschrieben, sondern auch mal aus einer anderen.
Ich finde das ziemlich interessant, denn mal hat man in Isabells Gedanken einblick und als nächstes in Corins. Nur wenige Autoren machen das und ich fand das sehr erfrischend.
****Fazit****
Auch wenn ich vorher von der Autorin noch nie was gehört habe, bin doch froh, dass mir jemand das Buch geschenkt hat, sonst hätte ich es mir wohl nie gekauft.
Wer gerne romantische und spannende Romane liest, sollte sich zu Weihnachten dieses Buch schenken lasse. ES LOHNT SICH!!!
Buchinformationen: Lavendelnächte von Sophie Bérard
Bastei-Lübbe Verlag, Taschenbuch 14.90 DM
ISBN 3-404-14615-8
Im Internet zu finden unter www.luebbe.de weiterlesen schließen
Informationen
Die Erfahrungsberichte in den einzelnen Kategorien stellen keine Meinungsäußerung der Yopi GmbH dar, sondern geben ausschließlich die Ansicht des jeweiligen Verfassers wieder. Beachten Sie weiter, dass bei Medikamenten außerdem gilt: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
Bewerten / Kommentar schreiben