Pro:
Platzangebot, Verarbeitung, Optik.....alles
Kontra:
ein 17 Zoller passt da ums verrecken nicht rein!
Empfehlung:
Ja
Nachdem mein letzter Rucksack sich im Nutzungsalltag dann doch als Niete erwies und für die vorgesehene Reise alles andere als praktisch ist (und ausserdem zu klein war für die neue Kamera!!), entschloss ich mich abermals, meinen Fotorucksack auszutauschen. Ja, so sind wir Fotofreaks, immer auf der Suche nach dem optimalen Fotoequipment.
Ein Gebrauchtkauf fiel flach, da scheinbar niemand einen roten verkaufen wollte. Da aber der Futzi100 ihn bereits in grau hat und wir unterwegs nicht ständig die Rucksäcke verwechseln wollen, wollte ich einen roten. Camouflage hätt ich auch genommen, ist aber noch seltener zu haben und neu entsprechend teuer.
Ich habe für den Rucksack 95 Euro bei AFA Fotohandel bezahlt, der günstigste Preis, den ich finden konnte. Andere wollen dafür bis zu 213 Euro haben!!
Tamrac Adventure 9 - 5549
Hersteller:
Tamrac sitzt in Chatsworth, California, USA und stellt ausschliesslich Fototaschen und Fotozubehörtaschen aller Art her. Sie halten mehrere Patente wie das Windowmash Pane Material, PopOff Accessory Pockets, Memory and Battery Management System und das Strap Accessory System S.A.S. Was das alles ist, erfahrt ihr später. Tamrac zeichnet sich durch extrem hohe Qualität und Robustheit aus und ist unter Fotografen sehr beliebt, weil strapazierfähig.
Zu finden sind sie unter www.tamrac.com
Rucksack-Fakten:
*Aussenmaße: 33x28x51cm - damit von Tamrac als Carry-on compatible deklariert. Heisst: Passt in die Standardvorgaben der meisten AIrlines fürs Handgepäck.
*Laptopfach mit wasserdichtem Reissverschluss für Laptops bis 17"
*Einzeln zugängiges Kamerafach von vorn
*Daypack mit intergrierter PopOff Zubehörtasche
*an den Aussenseiten je eine Netztasche für Zubehör oder Trinkflaschen
*ausgelegt auf Profiausrüstung (und entsprechend große Kameras)
*Leergewicht 1,899kg
Der Rucksack
Der Großteil des Rucksacks ist in schwarz gehalten, Front und Hauptfach sind rot abgesetzt. Der Griff am oberen Ende ist mit angenehm weichen Gummi versehen.
Das Frontfach wird von 3 Extraverschlüssen gehalten, einen breiten von oben nach unten und seitlich jeweils einen kleineren. Diese werden mit Plastikklippverschlüssen zugemacht. Alle Reissverschlüsse sind unter großzügigen überlappenden Wetterschutzabdeckungen versteckt, der Reissverschluss des Laptopfaches ist komplett wasserdicht.
Am Boden des Rucksacks sind zwei Hartplastikhalterungen angebracht, wo man (einzeln erwerbbar) Riemen durchfädeln kann, die zB. ein Stativ quer halten. Bei meinem großen Monsterstativ weniger empfehlenswert, für die Reiseversion eventuell sinnvoll brauchbar, man hätte ja dann die Hände frei.
Auf dem oberen Teil ist mittig das Tamraclogo aufgenäht. Front- und Hauptfach sind mit Doppelreissverschlüssen ausgestattet.
Der Rücken ist wie gewohnt gut gepolstert, ohne dabei extrem dick zu sein. Die Schultergurte sind anatomisch geformt und lassen sich zigfach verstellen und so optimal anpassen. Zusätzlich sind beide mit einem möglichen Brustgurt verbunden, der vorn geschlossen wird. Ganz unten finden wir dann auch noch einen breiten Beckengurt.
An den Schulterriemen sind je zwei Laschen angebracht, wo man Taschen aus dem SAS anbringen kann. So kann man hier zb. eine Handtasche anbringen oder eine Tasche für Speicherkarten und dergleichen mehr. Da gibt es einiges in der Produktliste von Tamrac zu finden.
Seitlich sind jeweils eine Netztasche angebracht. Hier könnte man Trinkflaschen unterbringen. Eine handelsübliche 1,5L Cola Flasche ist aber zu fett. Das 1 Liter Modell würde problemlos hineinpassen. An der Öffnung ist ein Gummizug eingearbeitet, der kleine Dinge vorm Rausfallen sichert.
Öffnen wir den oberen Daypack, sehen wir zwei Schlaufen, an denen die Interior Pocket hängt. Eine etwa 25cm breite und 10cm hohe Reissverschlusstasche mit einer Front aus Windowmesh Pane für Kleinkram wie Fernauslöser, Filter, Putztuch etcpp. Befestigt ist sie mit zwei stabilen Kletten, die dafür gedacht sind, dass die Tasche auch einfach herausgezogen werden kann, ohne umständlich die Verschlüsse auffummeln zu müssen. In die Tasche passt einiges rein, sie ist erstaunlich geräumig.
Ins Daypack selber passt leider keine 1,5L Flasche rein, eine 1L Flasche muss also reichen. Ansonsten kann man hier auch problemlos eine Jacke reinfalten oder ein Lunchpaket unterbringen oder sonstiges.
Zum unteren Teil ist der Rucksack geschlossen, kann aber bei Bedarf geöffnet werden, um von oben an die Kamera ranzukommen. Hier muss man allerdings wirklich schon mit Gewalt dran zerren, um den wirklich festsitzenden Klett aufzubekommen.
Das Frontfach fürs Equipement ist mit 3 Plastikklippverschlüssen und einem doppelten Reissverschluss gesichert. Die Front läßt sich komplett aufklappen. Dort finden wir dann ebenfalls eine große Windowmesh Pane Tasche und aus dem gleichen Material auch 4 Taschen des Memory & Battery Management Systems. Windowmesh Pane ist in durchsichtige Plastik eingearbeitetes Netz, was das Ganze sehr robust macht und trotzdem alles sichtbar ist, was drin ist. So fällt wühlen und suchen flach.
Das Managementsystem funktioniert wie folgt: Jede der kleinen Taschen hat einen roten Zipfel. Tut man volle Batterien und leere Speicherkarten vorm Fototrip hinein, zieht man die roten Zipfel heraus. So kann man direkt sehen, was verwendbar ist. Leere Batterien und volle Karten schiebt man dann nach Gebrauch einfach so hinein, wodurch der rote Zipfel drunter verschwindet. Daran sieht man dann, dass es nicht mehr verwendbar ist. In die untere Tasche passt auch ordentlich viel rein, man kann sie auch etwas dicker packen, da vor der Ausrüstung noch einiges an Platz ist.
Das Fotofach ist natürlich mit frei gestaltbaren Trennern versehen, wobei die beiden mitteleren, fast senkrechten, sich nur im oberen Teil bewegen lassen, der untere Teil ist festgenäht und besitzt ein einseitig festgenähtes weiteres Band, das über die Linse an der Kamera gelegt und auf der anderen Seite festgeklettet wird. Somit ist die Kamera optimal gesichert und kann nicht rauspurzeln. Ich habe in das Fach folgendes hineingepuzzelt: Die EOS 50D mit angesetztem Batteriegriff und EF-S 10-22, rechts davon das 70-200/2.8L mit umgedreht aufgesetzter GeLi, darauf den Gorillapod, links von der Kamera die beiden Tamron Objektive 17-50/2.8 und 28-75/2.8 und die Kamera samt objektiv steht sozusagen auf meinem Telekonverter. Dort passt natürlich auch ein Blitz oder eine Kompaktkamera hinein. Damit ist das Fach zwar voll, aber ich habe die komplette Ausrüstung untergebracht.
Das Laptopfach. Laut Tamrac passt ein Laptop bis 17" hinein. Im Inneren stimmt das auch, das Fach selbst ist ausreichend groß. Problem hierbei: Die Öffnung. Mein 15,4" Lappi passt geradeso saugend durch die Öffnung. Das Fach läßt sich nur an einer senkrechten Seite öffnen und das leider nicht auf der gesamten Höhe. Auch ein schiefes einsetzen bringt den Rucksack bereits bei 15,4" an seine Grenzen. Ein 17 Zoller würde also ums verrecken seinen Weg nicht nach drinnen finden. Oder wenn doch, dann wahrscheinlich nicht wieder nach draussen.
Rückseite und Fotofachfront sind verstärkt, wodurch sie steif sind. Dadurch kann der Rucksack auch vollbeladen wunderhübsch von alleine stehen bleiben.
Mit meiner aufgezählten Ausrüstung wiegt der Rucksack 7.2kg, ohne Laptop und ohne weitere Dinge im oberen Fach. Mit Laptop drin hätte ich die Gewichtsgrenze fürs Handgepäck schon überschritten. Die meisten Airlines erlauben max. 9k, manche gar nur 7kg. Aber gut, ein Laptop darf zusätzlich mitgenommen werden, der kommt dann einfach samt Laptoptasche in die Hand ;) Und was bei mir nicht mehr reinpasst, bekommt eben der Futzi100 in den Rucksack, der hat noch keine schwere Vollausrüstung.
Wie ich es von Tamrac gewohnt bin, läßt sich der Rucksack trotz seiner Größe sehr angenehm tragen. Durch die ergonomische Form drücken die Träger auch unter den Armen und neben den Rippen nicht. Zum Einstellen des Rucksacks empfiehlt sich ein Helferlein, das eifrig an den RIemen und Stricken zupft, während man den Rucksack vollgepackt auf dem Rücken hat. So lassen sich alle Feinheiten optimal einstellen, damit das Gewicht ideal verteilt und der Rucksack auf den Träger angepasst ist. Tamrac bietet hier etliche Stricke und verstellbare Gurte den Schulterriemen, die helfen, das Tragesystem ideal einzustellen. Einen wirklich guten Rucksack spürt man auf dem Rücken nicht und man ermüdet nicht beim langen Tragen. Bei Tamrac ist das der Fall, vorrausgesetzt natürlich, man stellt ihn optimal ein.
Sämtliche Gurte und Riemen sind so erstklassig vernäht und verarbeitet, dass ein Dieb mit einem Messer schlechte Chancen hat, den Rucksack schnell und einfach vom Rücken zu schneiden. Durch die dreifache Sicherung der Fronttasche kann auch keiner so einfach unbemerkt die Kamera aus der Fototasche nehmen.
Das Obermaterial ist komplett abwaschbar und innen ist der Rucksack nochmal mit einer weiteren Schicht versehen, so dass auch Regengüsse ihm nichts ausmachen. Ich hatte bereits früher einen Tamrac besessen und meine Ausrüstung ist auch im Dauerregen nicht nass geworden.
FAZIT
Ein Tamrac-Rucksack ist ein Freund fürs Leben. Ich bin doch sehr froh, wieder bei dieser Firma gelandet zu sein, denn die Produkte sind einfach top. Der Rucksack ist qualitativ hochwertig, top verarbeitet, bietet Platz und das gleich für drei Dinge, sieht in rot auch noch richtig schick aus und ist auf Funkftion und Handhabung ausgelegt. Entgegen manch anderer Daypacks muss man hier nicht erst das Hauptfach öffnen und wegklappen, sondern kann separat direkt an die Ausrüstung ran. Tragekomfort ist wie immer erstklassig bei der FIrma, die Taschen sind stabil und robust und für 95 Euro ist das Preis/Leistungsverhältnis super, wenn man bedenkt, was andere Händler für das Modell haben wollen. Qualität hat nun mal leider seinen Preis. Aber ein Tamrac Rucksack kann einen wirklich ein Leben lang begleiten - ausser natürlich die Ausrüstung wird zu groß für den Rucksack. Toll ist vor allem, dass hier auch eine große Proficam - oder eben eine Semipro mit angesetztem BG - problemlos hineinpasst und keine Beule hinterläßt wie bei meinem letzten Rucksack.
Hier kann man nur vollste Empfehlung mit allen Sternchen vergeben!
Packt ein: KingSparko ciao.de/LittleSparko yopi.de weiterlesen schließen
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