1&1 Testbericht

Erfahrungsbericht von melinux

nie wieder zu 1&1

Pro:

-

Kontra:

fragwürdige Firmenpolitik bei Powerusern; \"echte Flatrate\" nur bis 40 GB, danach wird einem Kündigung nahegelegt

Empfehlung:

Nein

Ich bin seit ca. 2000 Kunde der 1&1 Internet AG und hatte, abgesehen von mehreren Domains, auch schon öfters deren Internetzugang genutzt. Zuletzt bis zum Dezember 2004. Damals kündigte ich meinen damaligen DSL-Tarif, um mein Glück bei der Konkurrenz (Tiscali) zu suchen. Nachdem einige meiner Kündigungen seitens von 1&1 verschlampt worden waren - anders kann ich es nicht nennen, wenn in einem Brief (igitt, das sind die Dinger aus dem 20. Jahrhundert) 4 verschiedene Kündigungsschreiben für verschiedene Verträge verschickt und nur 2 ankommen und bearbeitet werden - folgten E-Mails, in denen bedauert wurde, dass ich 1&1 verlassen wolle.

2 - 3 Monate später begann die Preisoffensive der 1&1 Internet AG bezüglich der City-/Deutschland-Flatrate. Ein Bekannter (ein Profiseller) machte mich darauf aufmerksam.

Da ich aber nicht sofort zu 1&1 gehen konnte (3-Monats-Klausel), wartete ich bis Ende März 2005 ab und entschloss mich dann wieder, auf den 1&1-Zug aufzuspringen (obwohl ich eigentlich mit Tiscali sehr zufrieden war, ABER Geld regiert die Welt und 1&1 war 6 Euro pro Monat billiger).

Nachdem dann der von mir gewählte DSL-3000-Tarif auf DSL-6000 hochgestuft wurde, hatte ich, wie alle Bestandskunden bei 1&1 die Brille erstmal auf. Die DSL-6000er-Flat gab es erstmal nur für Neukunden und in meinem Fall werde ich DSL-6000 wohl auch nie zu sehen bekommen.

Ansonsten lief alles super, bis zu jenem Abend, da entdeckte ich einen Anruf von der 1&1-Hotline auf meinem Anrufbeantwoter, mit der bitte doch unter der Hotline 0800-5755755 zurückzurufen. Da zu dem Zeitpunkt aber keiner mehr bei 1&1 zu erreichen war, rief ich heute Vormittag zurück. - Ich glaube mich zu erinnern, dass man früher rund um die Uhr, wenn auch kostenpflichtig, anrufen konnte (aber naja - Service-Wüste Deutschland).

Ich wurde darauf hingewiesen, das ich mit meinen 120 GB Traffic den von 1&1 mit 40 GB kalkulierten Traffic von Otto-Normal-Verbraucher bei weitem überschreite und ich dadurch den Preiskalkulationen der 1&1 Internet AG nicht entspreche. Mir wurde das Angebot gemacht, dass ich, wenn ich meine 1&1 Deutschland Flat mit 14-tägiger Frist kündige, mit einem \"100,00 Euro - Abschiedsgeschenk\" rechnen darf. Achja, die bereitgestellte Hardware dürfe ich natürlich auch noch behalten.

Ich dachte mich tritt ein Pferd. Hatte ich das Wort Flatrate falsch interpretiert?

Ich habe DSL 3000 und nach Adam Ries könnte ich also einen max. Download von 995 GB verursachen.

Hatte ich eine Klausel in der steht, dass ich nur 4% meines monatlich möglichen Traffics nutzen darf überlesen?

Ich glaube nicht!

Etwas überrascht schien der Hotline-Mitarbeiter zu sein, als ich ihn auf die United Internet-Klausel ansprach (an dieser Stelle vielen Dank an die Berichterstattung von onlinekosten-de).

Ich fragte den Mitarbeiter der 1&1-Hotline wie es denn sein kann, dass bei einer Flatrate durch den Provider eine Volumenbegrenzung vorgenommen werden kann und wie es sein kann, dass wenn 1&1 seine Flatrate so knapp kalkuliert, vor einem Monat die City-Flat von 6,99 Euro auf 4,99 Euro gesenkt werden kann? Das einzige was ich der Antwort des Hotline-Mitarbeiters entnehmen konnte, war ein \"Das ist nun mal so.\"

Ich sagte dem Hotline-Mitarbeiter, dass ich auf das \"Angebot\" der 1&1 Internet AG nicht eingehen würde und bekam als Antwort, dass ich unter den gegebenen Umständen nicht mit einer Vertragsverlängerung durch die 1&1 Internet AG im nächsten Jahr rechnen bräuchte.

Frei nach dem Motto: Sie wollen nicht gehen, also werden Sie zum nächstmöglichen Termin gegangen.

--> nur mal nebenbei das Zitat von Herrn Frenzel aus einem Heise-Interview: \"Wer das Angebot ablehne, bleibe auch weiterhin Kunde mit unveränderten Konditionen, stellte Frenzel klar.\" - Bis zum nächsten Ende der Mindestvertragslaufzeit???


Ich beendete daraufhin das Gespräch und schaute in meinem E-Mail-Postfach nach und fand dies:

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Sehr geehrter Herr E.,

im Rahmen einer Kostenspar-Aktion spreche ich als Kundenberater derzeit gezielt DSL-Kunden an, um ihnen Möglichkeiten zur Kosteneinsparung aufzuzeigen.

Dabei habe ich festgestellt, dass Sie in den vergangenen Monaten zwischen und Gigabyte Datenvolumen aus dem Netz geladen haben. Die stetige so hohe Nutzung führt einerseits dazu, dass unsere Netzauslastung und damit die
Betriebskosten für diesen Tarif so stark strapaziert werden, dass es sich für uns nicht rechnet.

---> Das mit dem habe ich nicht geändert, dies stand so in der E-Mail !! <---

Andererseits führt es dazu, dass 1&1 an Ihrem Anschluss auch nicht den Wechsel in einen neuen günstigen Flatrate-Tarif anbieten kann. Letztlich zahlen Sie dadurch regelmäßig mehr als heute eigentlich nötig.

---> Ich kann den Wechsel von DSL-3000 auf DSL-6000 also vergessen?! Aber wieso zahle ICH dadurch regelmäßig mehr? Das kostet doch das selbe, oder? <---

Aus diesem Grund unterbreite ich Ihnen heute im Rahmen unserer Kostenspar-Beratung ein für Sie äußerst attraktives Angebot:

Wenn Sie Ihren Tarif \"1&1 DSL FLAT\" innerhalb der nächsten 14 Tage bei uns kündigen und zu einem anderen Internet-Provider wechseln, verzichten wir auf die Einhaltung der Mindestvertragsdauer und zahlen wir Ihnen obendrein noch als Aufwandsentschädigung eine einmalige Prämie von 100,- EUR.

Wir werden selbstverständlich den Zugang erst zu Ihrem individuellen Wunschtermin schließen, spätestens jedoch zum Ende Ihres persönlichen Abrechnungs-Zeitraumes.

Sollten Sie bei Ihrer damaligen Bestellung extra günstige Hardware mitbestellt haben, so dürfen Sie diese selbstverständlich behalten.

Wir werden den Internet-Zugang (und die darin enthaltene Domain) dann zum Ende Ihres persönlichen Abrechnungszeitraumes automatisch schließen.

Einen sehr guten Kostenvergleich finden Sie unter --->Internetadresse <---.

Bitte nutzen Sie unsere Information auch für einen Preisvergleich mit anderen Breitbandanbietern und beachten Sie, dass Sie einen vorhandenen T-DSL-Anschluss natürlich auch weiterhin behalten müssen, um über einen anderen Internet-Anbieter (dessen Zugangs-Tarife auf T-DSL basieren) surfen zu können.


Wenn Sie das Angebot annehmen möchten oder weitere Fragen haben, setzen Sie sich bitte unter folgender, kostenloser Rufnummer mit unserem Beratungsteam in Verbindung:

0800 - 57 55 755.

Und so erreichen Sie uns:

Montags bis Freitags von 08.00 Uhr bis 20.00 Uhr und Samstags von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr.


Mit freundlichen Grüßen
...

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Schön, dachte ich mir so.


Mittlerweile habe ich einen richtigen Hals auf 1&1 und frage mich, was passieren würde, wenn ich meinen max. Download-Traffic im Monat in Höhe 995 GB (3000/8*60*60*24*30) in Anspruch nehmen würde. Zugegeben, für die Nutzung so vieler High-Traffic-Services fehlt mir die Zeit, aber Interessant wäre eine Reaktion von 1&1 schon.

Das Upgrade von meiner 3000er auf eine 6000er-DSL-Leitung kann ich dann wohl auch vergessen, dass soll ja laut 1&1 sowieso mangels freier Leitungskapazitäten nicht bei mir gehen (nur komisch, dass meine FRITZ! Box mein Leitungspotential mit knapp 8000 kbps angibt - Reserverleistung hin oder her).


Grundsätzlich kann ich nur sagen, dass die 1&1 Internet AG ihre Werbung ändern sollte und die \"City-/Deutschland-Flat\" in \"City-/Deutschland-aber-nicht-über-40GB-du-böser-Internet-User-Flat\" heissen sollte, oder der Spruch \"Sorry, wir dachten, Sie würden die Flatrate nicht wirklich als Flatrate nutzen. So haben wir das nicht gemeint\" sich in den Werbeflyern finden sollte.

Ich befürchte nur, dass diese \"1&1-Aktion\" erst der Anfang ist, wenn ich da an die wachsende Zahl von Online-Sevices wie Online TV Recorder (OTR) von TVoon, ShiftTV, Yahoo Music (früher Launch.com), Appel\'s 700kbps iTunes-Movie-Trailer, DVD-Downloads bei Wikipedia oder den Linux-Distributoren oder MediaVision von T-Online denke. Alles High-Traffic-Services, bei der die Kalkulation von 1&1 leicht nach hinten losgehen kann.

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Kurzes Rechenbeispiel:

40 GB (laut Hotline-Mitarbeiter) darf ich im Monat:

Das sind 10 GB in der Woche. Da muss ich mir ja ganz genau überlegen, was ich herunterlade.

1. Woche: Eine 90 Minuten Sendung nimmt bei OTR knapp 1 GB in Anspruch, da ich keinen Videorekorder mehr habe, und meine Lieblingsserien (King Of Queens, Simpsons, Futurama, Scrubs etc.) laufen, während ich noch arbeiten muss, ist das doch ein toller Service, also 15 Stunden OTR sind drin.

2. Woche: Hey, die neue Wikipedia Enzyklopädie ist da (macht 3,5 GB), aber die Woche kommt auch was im Fernsehen, also wieder zu OTR (aber aufpassen!!! diese Woche hab ich nur noch 6,5 GB übrig - sind ja noch 9,75 Stunden)

3. Woche: Ich werd mal ein paar Web-Video\'s auf Yahoo Music! anschauen. Das kann ja beim Hausputz nebenher laufen und dann natürlich wieder zu OTR, oder zu ShiftTV (da Bezahl ich ja schliesslich auch dafür, dass die mir was aufnehmen) -> die 10 GB für diese Woche sind wieder weg

4. Woche: Mhhh, nehm ich nun Suse oder Fedora von RedHat? Nehm ich die CD\'s oder die DVD? Egal lade ich mal alle runter. Aber ich muss aufpassen, 1&1 sagt ich darf nicht über 40 GB kommen! Die Trailer auf iTunes werd ich mir wohl erst nächsten Monat anschauen dürfen.


Soll mein Surfverhalten letzendlich so aussehen? Wenn es nach 1&1 geht, scheinbar schon.

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Letztendlich sollte es mir als Kunden überlassen sein, für welche Dienste und in welchem Maße ich meine Flatrate nutze.


MfG
melinux

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