Condor Testbericht

condor
Shop-Informationen
5 Sterne
(5)
4 Sterne
(12)
3 Sterne
(5)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(5)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von MichaelW97614

13 Stunden Odysse ins Paradies !

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Zu aller erst möchte ich gleich klarstellen, dass ich hier keinen exakten Bericht über die Condorflotte und die Gesellschaft schreiben will, sondern einfach von meinem Flug mit der Condor und der sich dabei zugetragenen Ereignisse berichten.

Ich war am 18.05.2002 Passagier des Condorfluges von Frankfurt Main über San Juan nach Punta Cana in der Dominikanischen Republik.
11.55 Uhr sollten wir laut Plan abfliegen.
Schon im Reisebüro wurde uns gesagt, dass wir mindestens 2 1/2 Stunden vor Abflug am Flughafen sein sollen, da nach dem 11. September die Sicherheitsmassnahmen verschärft wurden.
Und so war es auch.

Nicht einmal ein Bleistift oder ein Nagelknipser durfte ins Handgepäck. Das Gepäck wurde schon vor dem Schalter durchleuchtet und alle Transatlantikflüge gingen von einem isolierten Gate ab.

Auf dem Weg zu diesem Gate mussten wir ungelogen 5 Mal unsere Pässe zeigen und wurden 3 Mal durchsucht und das Handgepäck durchleuchtet. Am Ende bin ich nur noch mit meinem geöffneten Pass in der Hand rumgelaufen um Zeit zu sparen.

Natürlich war es nervig, doch es war ja nur zu unserer Sicherheit und somit konnte ich Leute, die sich lauthals beschwert haben nicht verstehen.


11.30 Uhr
Endlich waren wir in unserem Flugzeug.
Es handelte sich um eine Boing 737 mit Platz für 269 Passagiere und 7 Flugbegleitern.
Auffällig waren die 24 Plätze der Comfort Class. Es handelte sich um große Lederliegesitze. Naja, für knapp 500 Euro Aufpreis muss da ja schon was geboten werden.

Die Comfort Class war durch 2 Gangvorhänge von der Economy Class getrennt, somit konnte ich von meinem Platz aus stehts in den Bereich der Comfort Class sehen und wusste immer was da gerade vor sich ging.
Der Sitzabstand war größer als bei LTU, was mir bei einer Größe von knapp 1,90 m sehr entgegen kam.

Ansonsten waren die Sitze in einem recht hässlichen grau überzogen und wiesen schon starke Abnutzungen auf. Auch der Esstisch meines Nachbarn war altersschwach und drohte unter der Last einer Servierte zusammenzubrechen, was das Essen nicht gerade einfach machte.

Plötzlich wurde es unruhig in der Comfort Class.
Was geschah dort? Jeder Passagier bekam ein Glas Sekt und Moment mal, den Passagier kenn ich doch, das ist der Fußballtrainer Herr Maggat. Ja, die Prominenz fliegt eben Comfort Class.


12.00 Uhr
Juhu, wir haben soeben abgehoben und nehmen Kurs auf die Karibik.
Natürlich hatte ich schon das Bordprogramm durchflogen und festgestellt, dass auf diesem Hinflug der Film Oceans Eleven und auf dem Rückflug Harry Potter gezeigt wird. Ich war sehr überrascht, denn ich war es gewohnt nur recht alte Kinofilme im Flugzeug zu sehen und diese beiden Filme waren noch recht aktuell.
Kurz nach dem Start bekamen die Passagiere der Comfort Class schon wieder Sekt, wenn die mal nicht voll sind, bis wir landen!


13.00 Uhr
So langsam kommt eine komische Stimmung auf, denn 90% der Passagiere haben Hunger, da viele nicht gefrühstückt hatten. Auch ich zählte dazu, da ich es vom Fliegen gewöhnt bin, dass kurz nach dem Start das Essen serviert wird. Aber davon war nichts zu sehen, nicht einmal eine Stuardess war zu sehen, wo waren die alle?? Genau, bei Herrn Maggat.


14. 00 Uhr
Hunger!! Um mich davon abzulenken, dass ich seit ungefähr 6 Stunden nichts zu mir genommen hatte außer einer Tasse Kaffee schaute ich auf einen der Fernseher um unsere Flugdaten und aktuelle Position zu sehen.
Moment mal! Ich wollte doch in die Karibik, aber wir fliegen doch ganz falsch! Zugegeben, auch das Jahr zuvor mit LTU sind wir nicht direkt in die Karibik geflogen, doch über Grönland in die Karibik zu fliegen finde ich dann doch schon etwas komisch!


16.07 Uhr
Sicherlich werdet ihr euch fragen, warum ich diese Uhrzeit so genau noch weiß. Ich kanns euch sagen, weil es genau 16.07 Uhr war, als es endlich was zu Essen gab.
Es gab 2 Menüs zur Wahl, Hähnchen mit Kartoffeln oder Pasta.
Nachdem ich den armen Hähnchenschlägel meines Nachbarn gesehen hatte habe ich mich sofort für die Pasta entschieden.
Dazu gab es noch einen Salat mit Brötchen und eine Art Quark.
Über die allgemeine Qualität von Flugzeugessen, liebevoll auf Flugzeugfraß genannt, muss ich bestimmt nichts sagen. Das Essen ist mir weder negativ noch positiv aufgefallen. Vielleicht auch, weil ich es vor solchen Hunger auch geradezu hinuntergeschlungen habe.
An meinem Tablett allerdings sollte ich noch ne Weile Spaß haben, denn das wurde erst nach über einer Stunde wieder abgeräumt. Das fand ich dann doch eine Zumutung, da man sich kaum bewegen konnte mit dem Tisch runtergeklappt und dem Essen drauf.


17.30 Uhr
Noch während die Stuardessen, die übrigens sehr nett waren, die Tabletts wieder einsammeln beginnt der Film Oceans Eleven. Obwohl ich ihn schon gesehen hatte und auch nicht sonderlich toll fand hab ich ihn angeschaut, da ich sämtliche Kanäle des Bordradios schon auswendig konnte, da diese immer in 30 Minuten Schleifen laufen und außer dem Komedykanal und dem Pop Kanal alles Körperverletzung ist.

Im Flugzeug wird’s ruhiger, die Kinder schlafen, die Comfort Class diniert immer noch und wir fliegen gerade über die Küste Grönlands.




Die übrige Zeit ist nichts überwältigendes geschehen, also hab ich etwas gekürzt.
Nach unserem Ausflug über Grönland hat der Pilot doch noch die Karibik gefunden und wir befinden uns im Landeanflug auf San Juan auf Puerto Rico.

Hier zeigte sich der Vorteil der Boing 737 von Condor:
eine Außenbordkamera, die an der Spitze des Flugzeuges angebracht ist und über die Fernseher das Bild zeugt, was auch der Kapitän sieht, wenn er aus dem Cockpit schaut.

So sahen wir also die Insel von oben und dann die Landebahn wie sie immer näher kommt und wir sachte aufsetzen.

Der Kapitän teilte uns mit, dass wir an Gate 26 fahren werden und von dort in die Transithallen geführt werden, während das Flugzeug aufgetankt wird und wir dann zum Weiterflug nach Punta Cana abheben.

Dank der Kamera sahen wir auch die Striche auf der Rollbahn, die dem Kapitän die Richtung zu den einzelnen Gates anzeigten.
Wir sahen, wie wir einem gelben Strich auf der Rollbahn folgten und plötzlich blieb das Flugzeug stehen.
Aha, wir sind da, dachte ich und schaute auf den Fernseher und sah nur eine große gelbe 24 auf dem Asphalt. Sagte er vorher nicht Gate 26?
Naja, egal, er wird’s schon wissen.

Da standen wir dann 10 Minuten und nichts passierte.
Dann unser Pilot per Sprechfunk: „Uns wurde das falsche Gate zugewiesen. Wir müssen nicht an Gate 24 sondern an Gate 26 .
( Das wussten wir doch vorhin schon, oder??)
An diesem Gate funktioniert der Greifarm für die Passagiere nicht.“

Dies erweckte natürlich nicht gerade das Vertrauen der Passagiere, doch es sollte noch besser kommen.

Wir führen also zurück und folgten einem anderen gelben Strich. Endlich sahen wir , dass der Strich auf das Flughafengebäude zuführt und eine gelbe 26 war auch zu erkennen, doch was war das?

Genau an der Stelle, wo unser Strich vor dem Flughafengebäude endete stand ein kleiner Tracktor und ein Puertoricaner saß darauf und schaute in Richtung des Gebäudes.

Wir kamen immer näher und der Bursche machte nicht den Eindruck als hätte er uns bemerkt.

Jetzt waren wir im schon extrem nahe und einige Passagiere bekamen es schon mit der Angst zu tun, als der Bursche seinen Kopf drehte uns kurz genau in die Kamera blickte und den Kopf wieder drehte.

Kurz darauf schnellte sein Kopf wieder in unsere Richtung und seinem Gesichtsausdruck nach, hatte er erst jetzt bemerkt, dass es für ihn sehr prenzlich wurde.
Immer noch direkt in die Kamera blickend streckte er den Arm aus und drehte den rettenden Zündschlüssel seines Tracktors, doch der sprang nicht an.

Da auch wiederholtes Umdrehen nicht half wurde sein Gesichtsausdruck noch panischer , denn das Flugzeug rollte immer noch auf ihn zu.

Wir waren keine 3 Meter mehr von ihm entfernt als endlich vom linken Bildrand der Kamera einer kam und mit dem jetzt schon aus dem Tracktor gesprungenen Burschen den Tracktor von dem Gate wegschob.

Sie hatten es gerade noch geschafft und sämtliche Passagiere kugelten sich vor Lachen, denn das war besser als jede Komödie.


Nach wenigen Minuten werden die Türen des Flugzeuges geöffnet und die Passagiere betreten über einen Greifarm das Flughafengebäude.
Wir laufen einen Gang entlang und stehen plötzlich vor einer verschlossenen Glastüre. Keiner weiß wohin und das Personal auf der anderen Seite der Glastüre scheint unsere Gesten nicht zu verstehen.

Auf einmal schreit eine Frau vom Sicherheitspersonal hinter uns und macht uns mehr oder weniger freundlich klar, dass wir gleich nachdem wir das Flugzeug verlassen hatten durch eine geschlossene Tür hätten gehen müssen.
Naja, nun sind wir ja durch und die Transithalle liegt auch direkt vor uns, doch da steht ein Security und läst uns nicht in die Halle.
Er deutet in eine Halle rechts, also da lang. Es handelte sich um die Check in Halle und wir standen planlos da. Nach einiger Zeit hatten wir verstanden, dass wir durch eine Passkontrolle mussten und danach zurück zu der Transithalle durften.

Wir werden aufgerufen, wenn das Flugzeug fertig ist, hieß es.
In Wirklichkeit kam eine Frau und hat einmal kurz gewunken.
Das war also unser kurzer, aber doch einmaliger Besuch auf Puerto Rico.


Der Weiterflug nach Punta Cana und auch der Rückflug, der zum Glück direkt nach Frankfurt ging und dadurch rund 3 Stunden schneller ging, war ohne besondere Vorkommnisse.

Rückflug
Das Flugzeug war gleich ausgestattet nur etwas neuer. Das Essen war genau das gleiche wie auf dem Hinflug, was mich schon etwas nervte. Ich habe dann Harry Potter geschaut und wie die Meisten anschließend geschlafen, da es sich um einen Nachtflug handelte, der gegen 16.45 Uhr in Punta Cana startete und am nächsten Tag gegen 9.00 Uhr in Frankfurt landete.


Grundsätzliches zu Condor

Condor ist meiner Meinung nach eine gute Fluggesellschaft.
Im Vergleich zu der LTU oder Hapag ist der Sitzabstand größer und auch die Sitze sind deutlich breiter.
Der Bordservice ist ähnlich. Das Bordkino ist deutlich besser und aktueller als bei den anderen Fluggesellschaften, was bei einem Langstreckenflug schon wichtig ist, da man sich ja irgendwie ablenken muss und das mit einem Uraltfilm, den man schon zigmal gesehen hat nicht so einfach ist.
Ein Nachteil ist, dass es bei der Condor diese Comfort Class gibt.
Das Bordpersonal muss sich enorm um diese 24 Leute kümmern und vernachlässigt dadurch automatisch die restlichen Passagiere.
Natürlich ist das ein Vorteil , wenn man Comfort Class fliegt, doch das ist wohl eher die Ausnahme. Weiter bekommt man bei Hapag auf Langstreckenflügen ein Täschchen mit dicken Socken, Schlafbrille, Kamm und Zahnbürste mit Zahnpasta, was man bei Condor nicht bekommt. Hier bekommt man lediglich eine dünne Decke und nach ca. 8 Stunden ein Erfrischungshandtuch.
Aber wenn man das weiß, kann man sich darauf einrichten.

Grundsätzlich muss ich sagen, fand ich den Flug mit der Condor besser als den mit Hapag und das nicht nur wegen den lustigen Zwischenfällen auf Puerto Rico !

11 Bewertungen