Alkohol - Missbrauch Testbericht

No-product-image
ab 14,85
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(0)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(5)

Erfahrungsbericht von Koh-i-Noor

Alkoholismus, oft unerkannt bis es zu spät ist - und dann wirds schwer!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Liebe Leser,

in diesem Bericht möchte ich (©mirco30, Koh-i-Noor) mal wieder aus meiner Erfahrung plaudern.
Es geht um Sucht – ganz speziell um Alkoholismus.
Ich habe den Bericht relativ sachlich gehalten und nur ganz kurz von meiner Bekannten erzählt, da ich denke, daß das Allgemeine für Andere nützlicher ist, als die Leidensgeschichte meiner Bekannten.

“What shall we do with the drunken sailor, what shall we do in the morning ... “

Dies ist der Refrain eines uns allen bekannten Liedes – doch Keiner denkt darüber nach, was dieser Refrain eigentlich aussagt : Nämlich den Alkoholmissbrauch !

Ich möchte hier KEINEN Anspruch auf Vollständigkeit meines Berichtes erheben, sondern lediglich einige Erfahrungen wiedergeben.

Gliederung:

1. Wer oder was sind Alkoholiker
2. Wie merkt man es bei Mitmenschen oder Freunden
3. Einteilung nach Jellinek
4. Kann man helfen ?

1. Wer oder was sind Alkoholiker
***************************

Der Begriff Alkoholiker ist ebenso vielschichtig, wie das Wort an sich – die Einteilung erkläre ich später (unter Jellinek).
Bei der Bezeichnung „Alkoholiker“ baut sich in Jedem von uns ein ganz spezielles Bild auf, daß weder falsch noch richtig ist. Die Einstufungen und Unterscheidungen sind so vielfältig, daß fast alle Meinungen auf ihre bestimmte Art und Weise richtig sind.

Die Meisten von uns denken bei diesem Schlagwort an Obdachlose, die ständig betrunken in der U-Bahn um Geld bitten, oder an die „Tippelbrüder“, die von Stadt zu Stadt ziehen und immer eine Flasche Schnaps oder Wein im Gepäck (der Hand) haben.
Jedoch sieht es in der Realität ganz anders aus. Sicherlich gehören diese armen und sozialschwachen Menschen auch dazu, doch wer von „UNS“ realisiert denn wirklich, das so mancher Banker oder Manager in Führungsposition auch Alkoholiker ist?
Nur weil diese Person ein „anscheinend“ intaktes Sozialleben führt, heißt es noch lange nicht, daß SIE nicht auch alkoholabhängig sein kann.
Gründe, weshalb ein Mensch zur „Flasche“ (oder anderen Drogen greift), gibt es wie Sand am Meer und sind ebenso vielschichtig und individuell, wie die Menschen an sich.
Der Eine kommt mit privaten Problemen nicht klar und betäubt sich, der Andere ist im Job überfordert, weil zu viel Verantwortung auf ihm lastet, der Dritte hat keine Freunde, der Vierte kommt aus sozialschwachen Gesellschaftsschichten und kennt es nicht anders und so weiter ......

Außerdem kommt es auch auf den Grad der Abhängigkeit an, ob man einem Menschen (welcher Couleur auch immer) die Sucht anmerkt oder nicht.

Ich hatte mal eine Bekannte, die eine recht erfolgreiche Freizeit-Künstlerin war und sogar ein staatliches Stipendium angeboten bekam, um zu studieren, weil sie so gut war.
Das sie jedoch nur ansprechbar und „normal“ war, wenn sie eine Flasche Wodka intus hatte, hat niemand bemerkt. Sie war gebildet, lebte in einem großen Haus, hatte die sogenannte „Etikette“, war gesellschaftlich anerkannt und hatte ein RIESENPROBLEM – den Alkohol.
Niemand hatte es gemerkt, bis sie eines Tages mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht wurde.

Was ich damit sagen will ist, daß diese Sucht in ALLEN Gesellschaftsschichten zu finden und schwer zu erkennen ist.
Die Übergänge von viel trinken zum Alkoholismus sind fließend und oftmals für die „Opfer“ selbst nicht zu differenzieren.
Wenn sie es selber merken, ist es schon zu spät und es setzt ein Verdrängungsmechanismus ein. Sie belügen sich selbst, werden immer ideenreicher im Vertuschen und wahre Meister im Schauspielen.
Sie erleben Höhen und Tiefen, bergauf und bergab – doch sie schaffen es nicht mehr allein. Um diese Schwäche nicht einzugestehen und sich nicht als Betroffener zu erkennen geben zu müssen (ist ja gesellschaftlich verpönt und in der Masse noch nicht als Krankheit anerkannt) erfinden sie diese „Ausreden“ und schauspielern perfekt – bis zum Zusammenbruch.


2. Wie merkt man es bei Mitmenschen oder Freunden?
********************************************

Das ist ein sehr schwieriges Thema, gerade in den Anfängen.
Zuerst merkt man es eigentlich nur an Kleinigkeiten.
Ich will hier mal ganz allgemein ein paar Symptome nenne.

Der/die Betroffene ändert sich in seiner Person und seinen Interessen.
1. Er/sie wird etwas desinteressierter, pflegt weniger Kontakt zu Mitmenschen (Freunden und Bekannten).
2. Fällt auf, weil er/sie auf Feiern mehr Alkohol verträgt als „normal“ ist.
3. Wird offener, ausfallender oder hemmungsloser, als „normal“ ist.
4. Hat häufig schon am frühen Tage etwas getrunken und kommt dann mit Ausreden, wie z.B.: „Wir hatten etwas zu feiern“ oder „Ich hatte gerade Lust auf ein Glas Wein“ oder „Franzosen trinken auch den ganzen Tag Wein und sind deshalb trotzdem nicht alle abhängig“ und ähnlichen Sprüchen mehr .....
5. Wirkt etwas fahrig und nervös – manchmal auch ein leichtes Zittern der Hände (morgens)
6. Wirkt genervt, verspannt, unruhig, nervös und/oder verkrampft, bis der erste Schluck „in Geselligkeit“ getrunken wurde – und plötzlich ist alles „gut“ und easy, die Person ist locker und „gut drauf“.

7. Im fortgeschrittenerem Stadium kommen dann die typischen Merkmale.
a. Konzentrationsschwäche
b. Vergesslichkeit
c. Immer weniger Kontakte (zu Freunden und Mitmenschen)
d. Reizbarkeit
e. Aggressivität
f. Gleichgültigkeit
g. Und Verwahrlosung (Wohnung, Umfeld, Körperpflege, u.s.w.)

Sicherlich gibt es auch hier wiederum viele individuelle Nuancen .

3. Einteilung nach Jellinek
**********************

Jellinek hat den Alkoholismus erforscht in verschieden Stufen eingeteilt. Ich will hier ebenfalls keine Ansprüche auf chronologische Richtigkeit und Vollständigkeit erheben, sondern lediglich einige Stufen anführen und erläutern.

1. Der Gelegenheitstrinker:
Trinkt bei „Anlässen“, wie z.B. Eröffnungen, Partie’s, Geburtstagen und so weiter .... (ist normal)

2. Der Gesellschaftstrinker:
Trinkt nur in Gesellschaft mit Freunden, weil es „dazu“ gehört (s.o. – auch normal).

3. Der Gewohnheitstrinker:
Trinkt regelmäßig (täglich) z.B. zum Feierabend seine Bierchen oder Wein – um zu entspannen, abzuschalten oder einfach nur den Feierabend „einzuläuten“ - (gefährlich, wegen Gewöhnungseffekt (psychische Abhängigkeit für Wohlempfinden > bei „Nichttrinken“ empfindet die Person einen Mangel, der jedoch anfangs noch rein psychisch ist; später jedoch in eine physische Abhängigkeit hineingleitet)).

4. Der Quartalstrinker:
Trinkt in unregelmäßigen Abständen (zwischen 3 Tagen und 3 Monaten) bis zum „Betrunkensein“. Ist dann wieder mehrere Tage oder Wochen „normal“ und nüchtern, bis der nächste „Schub“ kommt und er/sie wieder bis zum Maximum trinkt, sich betäubt und 3 Tage für die Regeneration braucht(ausnüchtern). Dann ist wieder etwas Ruhe, bis der nächste „Anfall“ kommt. Das heißt, daß diese Person nicht immer trinken muss, sich jedoch nicht unter Kontrolle hat, wenn er/sie etwas alkoholisches trinkt – und dann immer weiter trinken muss, bis es nicht mehr geht. (Dieser Kontrollverlust ist schon ein mehr als bedenkliches Anzeichen für eine SUCHT!)

5. Der Dauertrinker:
Das ist das, was wir alle mit Alkoholismus verbinden(assoziieren) und unsere Gedanken sich lediglich auf diesen Personenkreis beschränken.
Der Dauertrinker ist, wie schon im Namen enthalten, eine Person, die ständig einen gewissen Blutalkoholspiegel haben muss, um nicht an Entzugserscheinungen zu leiden. Diese Personen trinken den ganzen Tag über . Im Krankenhaus bekommen sie (sogar ärztlich angeordnet) zum Frühstück ein Bier. Das ist so, damit sie nicht ins „Delirium Tremens fallen – bei Entzug).
Diese Personen sind soweit psychisch und physisch (seelisch und körperlich) abhängig vom Alkohol, das ein Entzug ohne ärztliche Hilfe und den Willen des Patienten, tödlich endet!

Es gibt noch einige Einstufungen und viele Zwischenstufen, die ich hier nicht alle aufzählen will und kann. Jeder, der noch mehr wissen möchte , kann sich in entsprechenden Fachbüchern informieren.
Ich will hier lediglich einen kleinen Ausschnitt der Vielfältigkeit geben.

4. Kann man helfen?
******************

Das ist ebenfalls sehr schwierig!
JA, man kann helfen, aber erst, wenn die betroffene Person ihre eigene Lage erkannt hat und um Hilfe bittet!
Das ist sehr heikel, denn wenn man als außenstehender Beobachter bereits erkannt hat, daß diese Person süchtig ist und Hilfe braucht, kann man gar nichts erreichen, solange die Person noch in ihrer Traum-, Schein- und Lügenwelt lebt – da sie dann ja noch alles leugnet, um den „Schein“ zu wahren.
Sie/er wird niemals zugeben, daß ein (Sucht-)Problem besteht.
Helfen kann man erst, wenn diese Person ihr eigenes Problem erkannt hat und um Hilfe bittet – das passiert zu 99 Prozent aber erst nach dem totalen Zusammenbruch.
Und DANN sind wahre Freunde gefragt, die sich nicht abwenden, sondern zu dieser Person stehen und IHR wirklich helfen wollen. Dann ist es egal, was diese Person (durch ihre Sucht/Krankheit) gemacht hat. DANN ist es wichtig, daß Jemand da ist, der helfen will und etwas Verständnis mitbringt. Man muss dann auch Dinge tolerieren (nicht unbedingt akzeptieren), die einfach auf Grund dieser „Erkrankung“ – nämlich der Sucht und des damit einhergehen Verlustes der Realität – von der „Person“ getan wurden.

Hier scheiden sich meistens die „Geister“, weil wiederum das Verständnis fehlt, da wir ja alle so „konform“ programmiert sind (Gesellschaft > was geziemt sich > was ist nicht akzeptabel > u.s.w.)
Ich will damit KEINESFALLS kriminelle Handlungen beschönigen, die im „Suff“ ausgeübt wurden, sondern lediglich auf „unsere, normale“ Etikette eingehen !


Jedem, der den Verdacht hat, daß ein Freund/Freundin irgendwelche Suchtprobleme hat, lege ich dringendst ans Herz, sich bei lokalen Beratungsstellen zu informieren !!!

Tja, mal wieder ein richtig ernsthafter Artikel, und ich hoffe, daß ich Euch ein paar Tipps geben konnte!

LG ©mirco30 – Koh-i-Noor

P.S.
die Bewertung bezieht sich auf Alkohol-Missbrauch !