Körperschmuck Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von liskailonka

SCHMUCKPFLEGE - GEHEIMNISSE AUS MEINER WERKSTATT.

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Schmuckpflege ist nicht so kompliziert und man kann seinen Schmuck professionell selber reinigen und Pflegen. Voraussetzung sind dafür eine ruhige Hand, ein großer Tisch oder eine Arbeitsplatte, Tageslicht und ein Tablett mit aufstehenden Kanten (damit keine Kleinteile auf der Erde rollen). Schmuck sollte man nie über einem Waschbecken säubern. Stattdessen sollte man sich eine Schüssel mit Wasser auf dem Tisch stellen; sollte ein Edelstein aus dem Schmuckstück fallen, dann geht er so nicht verloren.

°*° AUFBEWAHREN °*°
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Zur Schmuckpflege, gehört an erster Stelle die Aufbewahrung. Wenn die Schmuckstücke durcheinandergewürftelt in der Schmuckschatulle liegen, können die härteren Edelsteine die weicheren Edelsteine beschädigen und verkratzen. Auch das härtere Gold oder Platin, kann Kratzer in Schmuck aus Silber oder Edelstahl machen. Darum sollte man alle Schmuckstücke getrennt in der Schmuckschatulle aufbewahren. Dies geht am besten indem man jedes Teil in Seidenpapier oder Watte wickelt. Zur Not tut es sogar noch ein kleines Plastikbeutelchen mit Rillenverschluß. Ketten (außer Perlenketten - die müssen liegend aufbewahrt werden) sollte man aufhängen oder auch einzeln in Seidenpapier einrollen; dadurch verknoten sie nicht und können keine anderen Schmuckstücke beschädigen.

Vor das man sich abends schlafen legt und seinen Schmuck einwickelt, sollte man ihn erst mit einem Mikrofasertuch kurz abreiben, damit Parfüm, Schminke und Hautschüppchen entfernt werden. Nie mit Schmuck (auch keine Ohrringe) ins Bett gehen. Nur so erhält Schmuck lange seinen Glanz.

°*° CHEMIKALIEN °*°
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Für die Pflege von Schmuck benötigt man diverse Chemikalien, die man sich einfach beim Baumarkt oder in der Apotheke kaufen kann. Nicht alle Edelsteine und Edelmetalllegierungen können mit dem gleichen Mittel behandelt werden und deshalb sollte man immer die richtige Chemikalie einsetzen.

- Schmuckpflegebad.

Damit kann man Schmuck sicher reinigen und ist eine Art von Universalreiniger. Allerdings ist dieser nicht für Schmuck mit Perlen, Opale, Korallen oder Türkise geeignet und auch nicht zu verwenden bei vergoldetem Schmuck.

- Methylalkohol und ölfreien Aceton.

Manche der porösen Edelsteinsorten und Email werden schnell unansehnlich, weil sie Fett über die Oberfläche aufnehmen. Dieses Fett wird hierdurch wieder aus den Stein gezogen.

- Magnesia

Dieses Pulver benötigt man auch um Fett von Perlen, Türkisen, Opalen usw. zu entfernen.

- Mandelöl

Schmuck aus/mit Horn, Elfenbein oder Bein wird mit Mandelöl gereinigt und bekommt so wieder seine Originalfarbe zurück.

- Wasserstoffsuperoxyd (20 Vol. -%)

Kann man auch einsetzen bei Elfenbein, wenn dies sehr vergilbt ist. Nicht nur für Schmuck zu verwenden, sondern auch bei Bestecke mit Griffe aus Elfenbein.

Weiter braucht man noch Ammoniak und ein billiges Spülmittel.

Mit diesen Chemikalien hat man eigentlich die Grundlagen zusammen für eine professionelle Schmuckreinigung und Pflege. Für jede Chemikalie braucht man weiter noch verschließbare Marmeladengläser und alte Zahnbürsten. Die Chemikalien sind nicht teuer und wenn man sie gut verschlossen aufbewahrt, kommt man über zwei Jahre damit hin.

°*° WERKZEUGE °*°
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Neben den Chemikalien braucht man auch eine Anzahl von Werkzeugen, damit man kleinere Defekte am Schmuck direkt ausbessern kann. Es nützt wenig, den Schmuck zu reinigen und dann defekt in der Schatulle zu legen. Viele der kleineren Reparaturen können auch vom Träger selbst gemacht werden und müssen nicht zum Juwelier oder zur Restauration. Ich berate meine Kunden immer in dieser Richtung und diese freuen sich, wenn sie dadurch Geld sparen können.

Zuerst braucht man etwa 10 alte Zahnbürsten; davon sollten zumindest drei Bürsten harte Borsten haben und die anderen Bürsten sollten weiche Bürsten haben. Neben den Zahnbürsten, sollte man sich noch einige Pinseligen zulegen, mit denen man in den kleinsten Ecken und Kanten kommt. Eine Pinzette mit feinen spitzen Backen ist sehr nützlich, wenn man fragile Schmuckstücke reinigen will oder diese wieder aus der Reinigungslösung nehmen will. Gummihandschuhe sind natürlich Pflicht, um Verätzungen zu verhindern. Eine Lupe braucht man auch, damit man sehen kann ob Stellen am Schmuck schadhaft sind oder noch nicht richtig gesäubert wurden. Zum Schluß braucht man Polierwatte, weiche Handtücher, einen neuen weichen Lederlappen und ein.

°*° REINIGEN °*°
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Schmuckstücke sollten einzeln gereinigt werden, um Schäden, Kratzer und Knoten zu vermeiden. Immer erst ein Stück reinigen, trocknen und polieren, ehe man an das Nächste anfängt.

Normalerweise reicht es vollkommen aus, wenn man seinen gesamten Schmuck (getragen oder nicht) reinigt und kontrolliert. Einmal im Jahr gehört der Schmuck zur Kontrolle zum Juwelier.

Vor das man den Schmuck reinigt erst kontrollieren ob alle Edelsteine noch fest sitzen und nicht wackeln; Schmuckstücke mit losen Edelsteinen aussortieren und zum Juwelier bringen um die Fassungen anlegen zu lassen.

* GOLD - PLATIN
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Gold läuft nicht an und kann am einfachsten gereinigt werden. Schmuckstücke mit Perlen, Koralle, Jade, Jet, Opal oder Türkise werden jetzt ausgeklammert, denn die dürfen nicht in das (oben erwähnte) Schmuckreinigungsbad. Man läßt den Schmuck etwa 1o Minuten im Bad liegen und nimmt danach das Stück mit der Pinzette (Handschuhe nicht vergessen) heraus. Mit einer angefeuchteten und weiche Zahnbürste behandelt man das ganze Schmuckstück in kreisenden Bewegungen. Hat man allen Schmutz so gelöst, dann gibt man das Schmuckstück in warmes Wasser und nimmt die Zahnbürste zur Hand um den Schmutz und die Reste vom Reinigungsbad zu entfernen. Man trocknet das Schmuckstück mit einem weichen Handtuch sehr gut (aber vorsichtig) ab und \"poliert\" es dann mit dem Microfasertuch - dadurch entsteht wieder ein toller Glanz. Einpacken in Seidenpapier oder Watte und fertig.

Platin wird identisch wie Goldschmuck gereinigt und bedarf keine weiteren Erläuterungen.

* SILBER
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Auch hier werden nur die Schmuckstücke gemeint die keine oder nur harte Edelsteine besitzen (siehe Gold). Da Silber oft anläuft, ist dies etwas schwieriger zu reinigen als Gold, weil man zuerst den Anlauf entfernen muß. Dazu nimmt man das Ammoniak und tut davon etwa zwei Verschlußkappen in einem Marmeladenglas (Fenster aufmachen), dazu gibt man die gleiche Menge von dem Spülmittel. Der Rest vom Glas füllt man dann mit heißem Wasser auf. Hierin gibt man das Schmuckstück und verschließt das Glas und schüttelt es kurz. Danach etwa 20 Minuten stehen lassen. Abwaschen mit heißem Wasser in der Schüssel und danach die gleiche Prozedur, wie oben erwähnt beim Gold anwenden.

* DOUBLE
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Auch hier wieder die Schmuckstücke mit weichen Steinen aussortieren und dann abwaschen; allerdings nur 10 Minuten in der Ammoniaklösung liegen lassen. Danach abwaschen, trocken und mit dem Microfasertuch auf Glanz reiben. Schmuck aus Doublé (vergoldet) darf NIE in ein Schmuckreinigungsbad, da sich sonst die Goldschicht auflöst. Die Ammoniaklösung kann man übrigens immer wieder verwenden, bis sie komplett trübe geworden ist. Vor dem Benutzen einfach Deckel vom Glas nehmen und 30 Sekunden in der Mikrowelle erhitzen. Ist die Lösung zu alt oder zu schmutzig, kann sich eine Art von Gel absetzen; ein deutliches Zeichen eine neue Lösung an zu setzen.

* EDELSTAHL
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Diesen mit der Ammoniaklösung reinigen; etwa 5 Minuten reichen. Danach gründlich mit klarem Wasser säubern und sofort trocknen um Flecke zu verhindern. Danach mit dem Microfasertuch polieren und in Seidenpapier oder Watte einwickeln.

°* WEICHE EDELSTEINE °*°
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* ELFENBEIN und BEIN
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Elfenbein und Bein reagieren sehr schnell auf Hitze und Feuchtigkeit. Dadurch kann es aufquellen oder schrumpfen. Durch diese unregelmäßigen Spannungen können Risse und Sprünge auftreten im Material. Daher Elfenbein nie in der Sonne legen oder direkt neben der Heizung aufbewahren. Viele Leute legen ihren Schmuck auf dem Fensterbrett und für Elfenbein ist das ein sicherer Tod.

Elfenbein und Bein sind porös und dürfen deshalb nie in einer Flüssigkeit liegen. Kurzes abwaschen oder sind allerdings kein Problem, solange keine großen Risse oder Sprünge zu sehen sind. Für die feuchte Reinigung macht man ganz normales Spülwasser fertig und taucht darin eine Watte. Dies drückt man gut aus und reibt damit über das Elfenbein. Da viele Schmuckstücke aus Elfenbein geschnitzt sind, braucht man auch den Pinsel um den Schmutz aus den Vertiefungen zu waschen. Danach das Schmuckstück direkt mit klarem kalten Wasser säubern und trocken tupfen.

Ist das Schmuckstück schon älter, vergilbt und rissig, sollte man auf diese Methode verzichten und das Mandelöl zur Hand nehmen. Dieses trägt man dann dünn mit einem weichen Pinsel auf und reibt nach, etwa zwei Minuten, der Einwirkzeit den Schmutz zusamen mit das überschüssige Öl ab. Hier sollte man sorgfältig arbeiten und öfters eine neue Watte nehmen und das Öl restlos aus den Rillen und Schnitzereien entfernen. Danach wieder mit einem trocknen Microfasertuch polieren.

Ist das Elfenbein richtig dunkel geworden, kann man es bleichen. Dies kann man auch machen wenn Flecke von Parfum oder Schminke auf dem Schmuckstück sind. Hierzu rührt man etwas Schlammkreide (Apotheke) mit dem Wasserstoffsuperoxyd an, bis man einen Zahnpasta-ähnlichen Brei hat. Diesen Brei trägt man dann mit einem Pinsel auf dem Schmuckstück auf und läßt es eine Stunde liegen. Nach einer Stunde ist der Brei hart geworden und man kann ihn mit der Zahnbürste vorsichtig entfernen. Danach wieder mit Wasser und Spülmittel reinigen, trocknen und polieren und in Seidenpapier einwickeln.

* JADE
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Hierfür wird wieder das Spülwasser benötigt; mit der Zahnbürste den Schmutz vorsichtig entfernen und mit klarem Wasser nachspülen und das Schmuckstück trocknen. Damit das fett, von der Haut usw., wieder aus dem Stein entfernt wird und der Stein wieder Glanz und Farbe bekommt, nimmt man eine Watte mit Methylalkohol und reibt das Schmuckstück ab. Bei Kugelketten, jede einzelne Kugel so behandeln. Wenn das Schmuckstück dann trocken ist, auftrocknen lassen - nicht abtrocknen, kann man mit dem Microfasertuch wieder alles auf Glanz polieren.

* OPAL, TÜRKIS & PERLEN
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Feuchtigkeit bedeutet das schnelle Aus für diese Steine. Deshalb braucht man das pulverisierte Magnesia. Man füllt ein Marmeladenglas zur Hälfte mit dem Pulver und gibt das Schmuckstück hinein. Deckel drauf und etwa fünf Minuten vorsichtig schütteln - darauf achten daß der Stein nicht gegen Glas oder Deckel schlägt. Danach das Glas über Nacht stehen lassen. Schmuckstück rausnehmen und mit Watte und weichem Pinselchen sämtliches Magnesia entfernen. Danach wieder mit dem Microfasertuch polieren. Einwickeln, fertig.

* BERNSTEIN
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Bernstein ist ein ganz empfindlicher Stein. Haarlack, Parfüm und Chemikalien sind Gift für ihn. Für die Reinigung braucht man einen Plastikbeitel mit Brotkrümel (saugen fett auf). Darin gibt man das Schmuckstück und läßt es eine Nacht liegen. Danach wird der Stein mit einer Watte mit Mandelöl eingerieben und wieder eine nacht; AUF EINEM Tuch, gelegt. Danach mit dem weichen Lederlappen alle Ölreste entfernen und das Schmuckstück glänzt wie neu.

* PERLMUTT
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Auch ein sehr empfindliches Material. Hier darf man nur eine Watte, die in Milch getränkt wurde, verwenden. keinen Druck ausüben, sondern nur kreisenden Bewegungen machen. Trocken, polieren und danach einwickeln.

* KORALLE und HORN
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Koralle wird ähnlich gereinigt wie Bernstein, nur darf man absolut kein Öl verwenden. Nur Brotkrümel und mit dem microfasertuch aufpolieren. Schmuckstücke aus Horn werden identisch behandelt wie Bernstein und strahlen in altem Glanz, wenn man viel Mandelöl verwendet.

°*° ABSCHLIESSEND °*°
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Einmal im Jahr wird man sich doch mit seinem Schmuck zum Juwelier/Restaurateur begeben müssen zwecks Kontrolle. Hier wird kontrolliert ob alle Fassungen noch fest um die Edelsteine sitzen. Auch Verschlüsse an Ketten und Armbänder werden überprüft. Perlenketten oder andere Edelsteinketten werden von einer neuen Seide versehen und neu geknotet. Wenn man dies nicht machen läßt, wird die Seide schnell morsch und die Kette kann reißen. Sonstige kleine Macken und Defekte an Schmuckstücke werden schnell verholfen und größeren Schaden vorgebeugt.

Sind Trauringe oder sonstige Schmuckstücke stark verkratzt, bringt man sie auch zum Juwelier, der sie maschínell aufpoliert mit einer speziellen Diamantpaste. Normalerweise werden dann alle Kratzer aus einem Schmuckstück entfernt. Es können sogar Kratzer aus Edelsteine auf diese Weise entfernt werden.

An Volkshochschulen werden oft Schmuckkurse gegeben; dort kann man Vieles über Schmuckpflege lernen und sogar die Kunst des Perlensknotens mächtig werden. Ein schönes und lohnendes Hobby für Schmuckfans.

Goldmünzen werden oft als Anhänger getragen, aber darüber wollte ich keinen Absatz extra schreiben. Diese dürfen NUR mit einem weichen Radiergummi gereinigt werden. Danach wird die Münze mit einem weichen Lederlappen aufpoliert.

Sog. Gold- oder Silbertücher sind nicht zu empfehlen; diese sind zwar auf dem ersten Blick nützlich, aber die Imprägnierung der Tücher (bleibt auf dem Schmuck zurück) kann auf Dauer Allergien hervorrufen.

Wer so mit seinen neuen oder antiken Schmuck umgeht wird sehr viele Jahre Freuden an seine Kostbarkeiten haben und immer mit gepflegtem Schmuck rumlaufen.

Zu letzt sei noch eines zu erwähnen: immer die Handschuhe anziehen und das Lüften während der Arbeit nicht vergessen. Natürlich nicht während der Arbeit rauchen oder essen und auch keine Chemikalien vermischen. Kinder und Haustiere fernhalten. Einen Eimer Wasser bereithalten um verschüttete Chemikalien sofort zu entfernen.

In diesem Sinne - Gut Ding will Weile haben.

Noch Fragen? In mein Gästebuch schreiben oder sich per Kommentar melden.

Copyright Ilonka Liska, 2003 für www.yopi.de und www.ciao.de

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