Amoklauf in Erfurt Testbericht

No-product-image
ab 13,64
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von Babba

So langsam haben sich die Wogen geglättet

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Der 26.4.2002 wird sicher vielen Deutschen im Gedächtnis bleiben, denn an diesem Tag ist in Deutschland etwas passiert, was sich niemand hätte je vorstellen können. Ein Jugendlicher im Alter von gerade mal 19 Jahren ist durchgedreht und inkl. sich selber 17 Menschen getötet.
Darunter 12 Lehrer, 2 Schüler im Alter von 14 und 15 Jahren, eine Schulsekräterin, ein Polizist und wie schon erwähnt er selber.

Als ich diese Nachricht im Radio auf dem Weg von der Arbeit nach Hause gehört habe, war ich zunächst ganz schön geschockt, doch irgendwie habe ich das Ganze auch von mir geschoben, da meine Kinder noch recht klein sind, lief bei uns an dem Wochenende kaum der Fernseher, denn es mußte nicht sein, daß sie unbedingt davon etwas mitbekommen. Da wir an dem Wochenende viel unterwegs waren, war es auch gar nicht schwer, den Fernseher auszulassen, denn selbst auf dem KiKa den meine Töchter gerne sehen, wurde über diesen Amoklauf berichtet, in den Kindernachrichten Logo, die wir somit ausgemacht haben, denn das mußte nun wirlich nicht sein. Meine älteste Tochter besucht die erste Klasse eine Grundschule, wo so etwas hoffentlich nicht vorkommt.

Aber was ist in drei Jahren, wenn sie auf eine weiterführende Schule wechselt, meine Kinder werden nicht immer so klein bleiben. Da mache ich mir dann schon Gedanken und ich glaube, wir werden uns die entsprechenden Schulen sehr genau ansehen, die für unsere Kinder später mal in Frage kommen.

Nun stellen sich viele die Frage, wie es zu diesem Amoklauf überhaupt kommen konnte, ob man darauf je eine Antwort bekommt, das bezweifel ich denn eine Antwort könnte nur der Täter geben, der gestern in engsten Familienkreis still beigesetzt wurde. Ich muß zugeben, als ich davon in den Nachrichten hörte, war mir auch recht komisch im Bauch, eine Beisetzung für einen Mörder. Doch ist er das wirklich, ist er vielleicht auch ein Opfer, ein Opfer, das durchgedreht ist, weil es diesem Leben einfach nicht gewachsen war? Natürlich kann man die Tat mit nichts entschuldigen, doch jeder sollte einmal darüber nachdenken, warum es vielleicht zu den Tat gekommen sein könnte.

Die Politiker machen es sich nun einfach und suchen die Schuld darin, daß der Junge brutale Computerspiele gespielt hat. Eine einfache Antwort, die das Thema dann schnell abhakt, allerdings für neue Diskusionen sorgt, nämlich, daß solche Spiele nun erst ab 21 Jahren erlaubt sind. Das ist in meinen Augen keine Lösung, denn wer so ein Spiel haben will, der bekommt es auch, da helfen keine Altersbeschränkungen weiter. Ebenso ist es mit brutalen Videos, ich habe ehrlich gesagt früher auch schon Filme gesehen, die erst am 18 freigegeben waren, als ich noch 15/16 war, daran hat mich auch niemand gehindert, und wer solche Spiele oder Videos haben will, der bekommt sie auch, notfalls über das Internet, worüber man heute ja an fast alles ran kommt. Auch glaube nicht, daß dies der Grund, oder zumindest der alleine Grund ist. Vielleicht waren solche Spiele der Tropfen auf den heißen Stein, ich glaube viel eher, daß der Junge überfordert war.

Wenn ich an meine Kindheit denke, wo ich wie jedes Kind ungerne zur Schule gegangen bin, so war es doch viel einfacher, als es heute ist. Meine älteste Tochter beendet in wenigen Wochen die erste Klasse, die ich als Kind noch toll fand, doch was da in heutigen Zeit schon verlangt wird, das ist Streß!!! Jeden Tag geht die Schule von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr, wir hatten damals 2-3 Stunden und dann war frei. Oft sitzt das Kind dann noch eine Stunde an den Hausaufgaben, an Freizeit und Kind sein ist kaum zu denken, das tut mir oft genug weh, immerhin ist das erste Jahr fast geschafft, in einer Woche sind noch mal Pfingstferien und dann kommen bald die Sommerferien, die sich die Kinder in der heutigen Zeit wirklich verdient haben.

Doch was machen viele Jugendlichen in den Ferien? Sie gehen arbeiten, um ihr Taschengeld aufzubessern. Natürlich ist das Lobenswert, doch warum machen sie das? In der heutigen Zeit brauchen die Jugendlichen eine Menge, viel mehr, als wir früher. Wir haben uns von unserem Taschengeld mal eine neuen Platte gekauft, oder eine Zeitschrift. Heute muß in jedem Kinderzimmer eine PC stehen, eine Steroanlage, ein Fernseher. Jedes Kind muß ab ca. 10 Jahren mit einem Handy ausgestattet sein, ist es das nicht, dann ist es nicht in...... . Dieser ganze Luxus übt auch Druck aus, Druck auf die, die sich so etwas alles nicht leisten können, also müssen sie es sich irgendwie besorgen. Die Schule kommt dann zu kurz und wird anstrengend, denn auch hier wird heute viel mehr verlangt, als noch vor 20 Jahren. Wenn ein Jugendlicher einen Ausbildungsplatz abbekommen möchte, um überhaupt eine berufliche Zukunft zu haben, dann muß er sehr gut in der Schule sein. Sonst wird er nicht eingestellt und bleibt auf der Straße sitzen. Was sind das denn für Aussichten, die die Jungend heute in ihre Zukunft hat. Schon lange kann man nicht mehr den Beruf ausüben, den man gerne machen möchte, das drückt sicherlich auch.

Nun habe ich gestern von einer weiteren Überlegung gehört, daß der Täter als Kind ungerne in den Kindergarten gegangen sein soll. Es heißt nun auf einmal von Phychologen, daß Kinder, die im Kindergarten weinen, nicht gezwungen werden dürfen, dort hinzugehen, man sollte sie dann lieber zur Eingewöhnung nur jeden zweiten Tag hinbringen, bis sie nicht mehr weinen. Meine Tochter hat auch viel geweint, als sie im Kindergarten war, allerdings war sie zu Beginn auch oft krank und somit dann wieder zu Hause. Doch auch wenn sie am Morgen geweint hat, so wollte sie mittags nicht nach Hause, weil es ihr dann doch Spaß gemacht hat. Ist meine Tochter nun eine Gefahr für die Menschheit, weil wir sie in den Kindergarten gegeben haben? Weil sie dort die ersten Minuten, ehe meine Frau oder ich wieder gegangen waren, geweint hat? Ich denke, so eine Phase macht jedes Kind durch, wichtig ist nur, daß man es nicht übertreibt und das Kind wirklich rechtzeitig wieder abholt, aber das der Kindergarten, nun Schuld am Amoklauf sein soll, das kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen? Was soll denn eine allein erziehende Mutter machen, die arbeiten gehen muß? Die muß ihr Kind im Kindergarten abgeben können, wenn sie keine Großeltern hat, die ihr bei der Betreuung helfen. Aber das heißt doch nicht, daß so ein Kind nun später mal zum Mörder wird, finde ich zumindest.

Damit mich bitte niemand falsch versteht, was der Junge in Erfuhrth getan hat, das ist nicht zu entschuldigen, es ist grausam und mir tun besonders die Angehörigen der Opfer leid, am meisten die Eltern der erschossenen Schüler, aber auch die Frauen, Männer und Kinder der anderen erschossenen Personen, sie haben einen lieben Menschen verloren, der eine Lücke hinterlassen hat, die niemals zu schließen sein wird. Und ich kann es gut verstehen, wenn sie nun gegen den Mörder grollen, ihn sogar hassen.
Und diese Menschen werden sicher nicht wieder lebendig, nur weil inzwischen überlegt wird, warum dies passiert ist. Wie schon gesagt, eine Antwort werden wir niemals bekommen, aber mann vermuten. Und diese Vermutungen können helfen, sie können unseren Jugendlichen und Kindern helfen, daß diese in Zukunft vielleicht nicht so unter Druck gesetzt werden, und ihr Leben wieder genießen können, so wie wir es als Kinder konnten.
Vielleicht sollte jeder mal darüber nachdenken, daß ein Mensch auch liebenswert ist, wenn er kein Handy besitzt, wenn er nicht die neusten CD´s hat und keine Marken Klamotten trägt, denn diese Dinge können sich nicht alle Familien leisten, wenn man aber deswegen verstoßen wird, dann übt auch das Druck aus, und zu viel Druck kann zu einer Explosion führen, wir der 26.4.2002 gezeigt hat.

17 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Fascio

    12.05.2002, 17:04 Uhr von Fascio
    Bewertung: nicht hilfreich

    zum Glück muss ich nicht genauso denken