Amoklauf in Erfurt Testbericht

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Erfahrungsbericht von JFK2001

So nicht, meine Herren!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Ich gebe zu, daß der Gedanke des Amoklaufes sehr erschütternd ist. Der Gedanke, daß unschuldige Menschen, die teilweise ihr Leben noch vor sich hatten, sterben mußten. Ohne jede Warnung, ohne sich von ihren Mitmenschen verabschieden zu können, den Schock in den Gliedern spürend, der Sekundenbruchteile später in den sowohl physischen, als auch in den Schmerz der Gewißheit, ein grausames Oper des Schicksals geworden zu sein, übergeht.
Aber wie schön und bequem kann das Politiker-Leben doch sein. Da rennt ein wahnsinniger 19jähriger, der aufgrund einer kindischen gefälschten Krankmeldung von der Schule gemobbt wurde mit Schußwaffen durch etliche Lehrer und Schüler hindurch und nimmt sich anschließend sein armseliges Leben. Da müssen doch konfuse Maßnahmen zu finden sein, die man bei nächster Gelegenheit in den verworrenen Diskussions-Pool werfen kann, in dem Psychologen, Medienforscher und Pressefuzzis munter umher schwimmen und mit erhobenem Zeigefinger und funkelnden Erzieher-Augen jetzt endlich einen Grund gefunden haben, das von Zensur beherrschte Deutschland noch extremer in die Steinzeit zurückzuschieben.
Da frage ich mich schon, woher hatte der erste Amokläufer aller Zeiten seine Idee, als es noch keine Medien gab?
Und außerdem: Mal angenommen, es würde Sinn machen, Computerspiele und gewaltverherrlichende Medien, sofern es sie denn gibt, zu verbieten und zu verbannen, müßte man dann auch nicht die Bundeswehr abschaffen? Hier haben Nazis die einmalige Gelegenheit, nach Herzenslust auf Ausländer zu ballern, doch dies wird vom Staat nicht als bedenklich erachtet, sondern sogar noch propagiert und unterstützt.
Um es mal ganz klarzustellen: Schuld haben nicht die Lehrer oder Direktoren, die ihn von der Schule geschmissen haben und ihn verärgert haben, Schuld haben nicht die Eltern, die ihre Erziehung versäumt zu haben scheinen, Schuld haben nicht die Medien, die dazu da sind, um mündige, denkende und verantwortungsbewußte Menschen zu unterhalten und zu befriedigen, Schuld hat auch nicht der Täter, die "Exekutive der Depression", NEIN! Es ist mehr oder weniger offensichtlich, daß nichts und niemand die Schuld trägt. Psychische Schäden werden nicht durch das Umfeld, sondern durch die tiefste Überzeugung in bezug auf die Richtigkeit der eigenen Handlung, außer im Affekt, hervorgerufen.
Wenn mich morgen früh ein Blitz trifft und ich sterbe oder bleibende Schäden zurückbehalte, wer hat dann Schuld?
Noch ein Wort zu Dr. Hannibal Heise: Sie sind mein persönlicher Held, und ich werde Ihnen verraten, warum Sie das Bundesverdienstkreuz abgelehnt haben: Ihr Gewissen sagt Ihnen "Du weißt, daß Du nicht da warst, Du weißt, daß niemand ihn hätte stoppen können..."

In diesem Sinne:
Macht es Euch nicht zu einfach!

21 Bewertungen, 4 Kommentare

  • sam0815

    31.05.2002, 20:47 Uhr von sam0815
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich bin auch sehr nachdenklich geworden.. Gruss Sam

  • biker

    13.05.2002, 23:40 Uhr von biker
    Bewertung: weniger hilfreich

    manchmal hilft reden, reden

  • anonym

    13.05.2002, 22:41 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    hübsche These, gefällt nicht jedem, wie man sieht... Gruß, nosianai

  • Lachesis

    13.05.2002, 00:08 Uhr von Lachesis
    Bewertung: weniger hilfreich

    Du magst ja recht packend schreiben, aber der Text in sich gibt keinen Sinn. Erst klingt es als wolltest Du die Politiker beschuldigen, dann die Medien... nur um darauf zu kommen, dass da gar niemand dran schuld ist?! Ich glaube Du bist es, der es sich hie