Amoklauf in Erfurt Testbericht

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Erfahrungsbericht von Anubis71

Trauer in Erfurt

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Am Freitag den 26.04.2002 passierte am Johannes Gutenberg Gymnasium in Erfurt, was man eigentlich nur aus Amerika kennt. Ein Schüler lief in seiner ehemaligen Schule Amok und tötet 17 Menschen, 12 Lehrer, 2 Schüler, eine Sekretärin und einen Polizisten und sich selbst.

Der Ablauf der Tat:

11.05 Der Hausmeister ruft die Polizei „Hier wird in der Schule geschossen!“
11.10 Ein Polizeiwagen trifft in der Schule ein und die Beamten werden sofort beschossen und einer den Beamten tödlich verletzt. Der 42-jährige hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.
11.20 Das Schulgelände wird abgeriegelt und ein SEK (Spezialeinsatzkommando) beginnt mit der Erstürmung der Schule.
13.00 Der Amokläufer wird vom SEK gefunden. Er hat sicht selbst mit einem Schuss aus der Pistole getötet.
15.00 Die letzten der 180 Schüler werden aus dem Gebäude gebracht.

Jetzt stellen sich viele Fragen. Wer war der Täter? Warum kam es zu der Tat? Hätte man es verhindern können?

Als Täter wurde ein 19-jähriger ehemaliger Schüler der Schule identifiziert. Er war Mitglied in einem Schützenverein und hatte ein Waffenbesitzkarte um für sein Hobby Waffen legal erwerben zu können. Mit dieser Karte hatte er sich eine Pumpgun und eine Faustfeuerwaffe besorgt, mit welcher er dann seine späterer Bluttat beging. Er galt als ein unauffälliger Junge und keiner hätte ihm diese Tat zugetraut. Tatsache ist allerdings, das er sich immer benachteiligt fühlte und deshalb auch immer wieder versucht sich selber in den Mittelpunkt zu stellen, was aber meistens nicht gelang. In seinem Schützenverein war er allerdings sehr angesehen, denn er galt ein recht guter Schütze. Er war ein Computerfreak, der auch gerne Computerspieler machte, vor allem Egoshooter wie Quake und Counterstrike. Bei diesem Spielen hat man die Aufgabe in einer 3D-Welt Verbrecher zu jagen und niederzustrecken mit Waffengewalt.

Hier ergibt sich natürlich die Frage, haben diese Spiele etwas mit der Tat zu tun? Ich denke das kann man aber so einfach nicht sagen, denn diese Spiele sind zu Tausenden im Umlauf, ohne das es deswegen mehr oder weniger Gewalt gibt. Makaber ist allerdings, das in einem dieser Egoshooter ein solches Massaker nachgebildet ist. Allerdings denke ich nicht, das man deswegen schon ein direkten Zusammenhang herstellen kann. Ausschlaggebend war sicher an dieser Stelle war sicher die Psyche der Täters, welche sich unverstanden fühlte und auch sicher ein ziemlicher Minderwertigkeitskomplex, weil er eben als Außenseiter galt und von den anderen nicht so angenommen wurde, wie der Täter das gerne gehabt hätte.

Experten sehen in der Tat eher eine Art erweiterten Selbstmord, denn für den Täter stand fest, das er sich nach der Tat das Leben nehmen wollte, was er ja dann auch getan hatte. Ich bin der Ansicht, das eine solche tat leider nicht zu verhindern ist, denn die meisten nehmen die Warnungen nicht ernst sondern tun sie nur als großes Gerede ab, wenn der Täter seine Tat ankündigt.

Solche Taten sind eigentlich dramatische Einzelfälle und nicht vorhersehbar.

Hier eine Chronik der Bluttaten in der Vergangenheit:

08.06.2001 Ikeda, Japan. Ein psychisch kranke Mann stürmt in eine Grundschule ersticht 8 Kinder und verletzt 13 weitere Schüler und zwei Lehrer, bevor er überwältigt wird.

16.03.2000 Brannenburg, Bayer, Deutschland. Ein Schüler töten seinen Schuldirektor und will Selbstmord begehen. Der Direktor stirbt nach sechs Tagen , der Schüler liegt noch heute im Koma. Motiv: Der Direktor hatte den Schüler zuvor von der Schule verwiesen.

09.11.1999 Meißen, Sachsen, Deutschland.Ein 15-jähriger Schüler ersticht seinen Lehrerin, nachdem er die Tat angekündigt hatte.

20.04.1999 Littleton, USA. An eine Highschool töten zwei Jugendliche 12 Schüler und einen Lehrer mit Gewehren und Sprengstoff. Die Täter begehen Selbstmord.

24.03.1998 Jonesboro, USA. Zwei Jungen im Alter von 11 und 13 lösen einen falschen Feueralarm aus und erschiessen dann aus einem Gebüsch heraus 4 Mädchen und eine Lehrerin. Motiv: Der 13-jährige wurde zuvor von seiner Freundin verlassen.

30.03.1997 Sanaa, Jemen. Ein 42-jähriger beschiesst zwei Schulhöfe und tötet 4 Kinder und 2 Lehrer. Motiv: Rache für die Vergewaltigung seiner Tochter. Der Täter wurde hingerichtet.

13.03.1996 Dunblane, Schottland. Ein entlassener Jugendbetreuer erschiesst in einer Turnhalle 11 Mädchen. 5 Jungen und eine Lehrerin. Anschliessend begeht er Selbstmord.

03.06.1983 Eppstein-Vockenhausen, Deutschland. Ein 34-jähriger Mann erschiesst 3 Kinder, eine Lehrerin und einen Verkehrpolizisten und begeht danach Selbstmord.

11.06.1964Volkhofen (bei Köln), Deutschland. Ein Invalide tötet mir einem selbstgebauten Flammenwerfer 8 Kinder und ersticht mit einer Lanze 2 Lehrerinnen und begeht Selbstmord mit Gift.


Die aufgeführten Taten waren meist Kurzschlusshandlungen, auch wenn die geplant wurden. Ich denke es ist leider nicht möglich solche Taten in der Zukunft zu verhindern, denn wer glaubt denn schon, wenn jemand mit einer solchen Tat im Vorfeld prahlt? Keiner, denn man kann sich eben nicht vorstellen, das jemand zu einer solchen Tat fähig ist. Leider zeigt das Geschehen in Erfurt, das man dies allerdings sehr ernst nehmen sollte, denn es kann jederzeit wieder passieren an jedem Ort. Sicher ist man nirgends vor diesem Wahnsinn. Man kann eben nur aufpassen und solche Aussagen eben ernstnehmen, erst recht, wenn man eine solche Tat demjenigen nicht zutrauen würde.

19 Bewertungen, 4 Kommentare

  • city-flitzer

    30.04.2002, 09:39 Uhr von city-flitzer
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich denke, dass es z.T. auch an immer weiter fallenden Hemmschwellen liegt. Was ist ein Mensch noch wert? Da wird auch schon mal ein Rentner wg. 3,40 DM erschlagen! Ich finde es sehr traurig, dass so etwas passiert! Gruß city-flitzer

  • sp00ky

    29.04.2002, 20:09 Uhr von sp00ky
    Bewertung: sehr hilfreich

    sn, aber quake etc damit in verbindung zu bringen ist lächerlich und wird von unserer presse parktiziert....

  • wcwberlyn

    29.04.2002, 20:06 Uhr von wcwberlyn
    Bewertung: sehr hilfreich

    ja bis jetzt dachte man immer so was passiert nur in den Usa mit ihren lässigen Waffengesetzen.

  • kulosa

    29.04.2002, 20:01 Uhr von kulosa
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mir wär es lieber, daß ich nicht einen solchen Bericht lesen müßte. Aber dennoch gut geschrieben, auch wenn ich den Inhalt verabscheue. Gruß Jan