Ayers Rock Testbericht

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Erfahrungsbericht von MichaelW97614

Alles über den Roten Riesen

Pro:

einmaliges Erlebnis, tolles Fotomotiv,Farb´spiel bei Sonnenuntergang, usw.

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo erst mal. Ich bin von meiner 9wöchigen Australienreise zurück und muss nun natürlich alle meine Erlebnisse mit euch teilen. Ich hoffe, es besteht Interesse daran und ich kann euch dieses wirklich wunderschöne Land näher bringen oder bei der Planung einer künftigen Reise helfen.

Als erstes Thema habe ich mir den Ayers Rock, den wohl bekanntesten Berg Australiens ausgesucht.

Allgemeines
Der Ayers Rock ist ein aus Arkosesandstein bestehender Monolith von 348 Metern Höhe. Anders al bei den Tafelbergen sind die Sandsteinschichten nicht waagrecht, sondern senkrecht abgelagert, da der Berg vor Millionen von Jahren „umgefallen“ ist.
An seiner ovalen Grundfläche hat er einen Umfang von 9,4 Kilometern.
Die Oberfläche des Ayers Rock ist keineswegs glatt, wie sie vielleicht von weitem wirkt, sondern sie zeigt schuppenartige Abblätterungen, die für das Gestein typisch sind und dem Berg einen unregelmäßigen Farbton geben.
Die rote Farbe bekommt der Berg durch die Oxidation des in seinem Gestein enthaltenen Eisens.

Lage
Der Ayers Rock liegt fast in der Mitte Australiens, im Northern Territory. Er liegt im Uluru Nationalpark, der von der Regierung betrieben wird und für den man Eintritt bezahlen muss. 8 Euro kostet eine Eintrittskarte, die einem 3 Tage Einlass gewährt. Der Berg ist gut mit dem Auto zu erreichen und es gibt auch genügend Parkplätze am Berg. Außerhalb des Nationalparks gibt es auch eine Hotelanlage, die neben Unterkünften auch Restaurants und Supermärkte bietet.

Ayers Rock als Heiliger Berg
Für die australischen Ureinwohner, die Aborigines, ist der Ayers Rock, von ihnen Uluru genannt, ein heiliger Berg. Laut ihrem Glauben wohnt in diesem Berg die Regenbogenschlange, ein Traumzeitwesen, das die Welt erschaffen hat.
Deshalb nutzen die Aborigines diesen Berg und vor allem seine Höhlen auch für viele ihrer Rituale. Da die Aborigines seit 1985 auch offiziell die Besitzer dieses Berges sind, können sie den Berg und auch den ihn umgebenden Nationalpark sperren , wenn sie besondere Rituale oder Bräuche ausüben.

Klettern: Ja oder Nein?
Das ist die wohl am meisten umstrittene Frage, die sich Menschen am Ayers Rock stellen. Es gibt zwar einen Climb, einen durch eine Kette gesicherten Klettersteig, aber den Aborigines tut es in der Seele weh, wenn sie mit ansehen müssen, wie ihr heiliger Berg von den Touristen regelrecht erstürmt wird. Für die Aborigines ist die Besteigung des Berges ein absolutes Tabu. Da es offiziell aber erlaubt ist, muss jeder die Entscheidung für sich treffen. Für mich war klar, dass ich diesen Berg nicht besteige! Ich finde, man sollte den Glauben der Aborigines respektieren und nicht klettern. Was würden wir sagen, wenn Millionen Touristen auf den Dächern unserer Kirchen und auf unseren Friedhöfen rumklettern würden? Außerdem finde ich, dass der Berg von unten viel besser aussieht und man von oben eh nur das recht öde Umland und nichts vom Berg sieht, da das laufen auf dem Berg verboten ist, also nur hoch, schauen und wieder runter.
Und man sollte auch nicht meinen, der Aufstieg sei so einfach. Eds gibt zwar diese Kette, aber die ersten 20 Meter muss man trotzdem frei klettern und die Kette ist etwa in Kniehöhe, also nicht wirklich eine große Hilfe. Zudem ist der Aufstieg sehr steil und das Gestein sehr rutschig. Da es im Gänsemarsch den Berg hoch geht kommt es zu einer Kettenreaktion, sobald einer anfängt zu rutschen, da ihm die hinteren nicht ausweichen können.
Jedes Jahr sterben etliche Leute am Ayers Rock, entweder durch Abstürze oder durch Herzinfarkte, durch die enorme Anstrengung in der doch meist großen Hitze.
Die vielen Unfälle haben dazu geführt, dass die Regierung den Aufstieg bei stärkeren Winden am Gipfel oder bei höheren Temperaturen sperrt.
Ich bin, wie gesagt, nicht geklettert, zumal es eine sehr schöne Alternative gibt, um den Berg zu sehen.


Der Rundgang
Die Alternative zum Klettern ist der Rundgang um den Berg, bei dem man meiner Meinung nach, viel mehr vom Berg sieht. Dieser 9,5 km lange Rundgang, für den man etwa 4 Stunden einplanen sollte führt einen komplett um den Berg herum. Die meiste Zeit läuft man direkt am Berg entlang, manchmal entfernt sich der Weg vom Berg, wenn sich dort eine heilige Höhle befindet in der manchmal Treffen der Aborigines veranstaltet werden usw.. Auf diesem Rundweg kann man die ganze Schönheit des Berges erkunden. Man sieht die verschiedenen Formen und Oberflächenstrukturen, die man aus der Ferne nicht erkennt. Man erkennt eindeutig die Erosionen und sieht die Stellen, an denen bei Regen die Wasserkaskaden ihren Weg zur Erde nehmen. Rillen, Löcher, Unterstände, Höhlen und vieles mehr kann man entdecken. Man sieht auch die verschiedensten Formen, wie z.B. ein Walmaul, oder ein Loch in der Form eines Herzens ( rechts über dem ganzjährigen Wasserloch, falls es jemand sehen will). Auf dem Rundweg entdeckt man auch, wie mächtig der Berg doch ist und man wird, zumindest mir ging das so, komplett in seinen Bann gezogen. Aber man sieht nicht nur den Berg, sondern auch mehrere Wasserstellen am Berg, die zum Teil das ganze Jahr Wasser führen und auch mehrere Höhlen mit Felsmalereien der Aborigines.
Für den Rundweg habe ich knapp 3 Stunden benötigt, ich bin aber auch nicht schnell gelaufen und habe immer wieder Halt gemacht um den Berg zu bestaunen. Mann sollte sich auch jeden Fall eincremen und mit Mütze bewaffnen, da der Rundweg fast komplett in der Sonne ist. Natürlich muss man deshalb auch genügend Wasser mitnehmen, es gibt nämlich keinen Kiosk oder ähnliches am Berg. Ich würde auf jeden Fall die Morgenstunden empfehlen. Ich bin um halb 9 am berg gewesen und war kurz vor 12 mit dem Rundgang fertig, was ideal war, da es doch sehr warm war und ein paar Stunden später doch schon extrem heiß wurde, was den Rundgang unnötig anstrengend macht.


Fotografieren
Für einen Touristen ist es klar, dass man so etwas wie den Ayers Rock unbedingt fotografieren muss. Auch ich wollte unbedingt Fotos von ihm machen, doch da muss man vorsichtig sein. Auf dem Rundweg sind ständig Schilder aufgestellt, die einem anzeigen, ob man hier fotografieren darf oder nicht. Grundsätzlich kann man sagen, dass man außer die Nordseite des Berges, an dem sich einige der heiligen Höhlen befinden, alles fotografieren darf. Ich finde auch hier, dass man dies respektieren muss. Man kann ja den ganzen restlichen Berg fotografieren, oder eben den ganzen Berg von den anderen Seiten ( Die Nordseite ist eine der beiden kurzen Seiten). Es wird aber nicht nur Verboten, sonder auch von Rangern kontrolliert und wenn man beim Fotografieren einer dieser heiligen Stellen erwischt wird, muss man den Film abgeben und wird mit einer Strafe von knapp 3000 Euro belegt. Und ich glaube, das ist keinem ein Bild wert, oder ?

Rundflüge
Es gibt auch Anbieter für einen Hubschrauberrundflug. Diese dauern rund 15 Minuten und führen um den Barg herum, sie fliegen nicht über den Berg und nicht zur Nordseite, da dies verboten ist. Sie starten immer am späten Nachmittag und sind durchschnittlich teuer.


Sonnenuntergang
Ein absolutes Muss, bei einem Besuch der Ayers Rock, ist das ansehen des Sonnenuntergangs. Es gibt extra Parkplätze für den Sonnenuntergang, von denen aus man den Berg komplett sehen und fotografieren kann. Mit der untergehenden Sonne im Rücken kann man das unglaubliche Farbspiel des Berges bestaunen. In der prallen Sonne leuchtet der Berg orange, mit der untergehenden Sonne wechselt er alle paar Minuten seine Farbe. Erst wechselt er langsam ins rot, dann wird er dunkler bis zu einem dunklen lila und schließlich wird er langsam grau, bis es schließlich komplett dunkel ist.
Es mag vielleicht jetzt nicht soo toll klingen, aber ich war davon völlig begeistert und gerührt. Meinen Mitreisenden ging es nicht anders, und einige haben sogar geweint vor Rührung. Ich fand es einfach fantastisch und habe auch dort erst richtig realisiert, dass ich wirklich in Australien bin, dem anderen Ende der Welt, und mir gerade den Ayers Rock ansehe, den bekanntesten Berg Australiens, den viele Menschen in Europa nur aus dem TV kennen.



Fazit
Der Ayers Rock ist ein absolutes Muss auf einer Australienreise!!
Der Ayers Rock ist der schönste und beeindruckendste Berg, den ich je gesehen habe und ich werde den Anblick niemals vergessen. Zum Pflichtprogramm am Ayers Rock gehört für mich der Rundgang und ein Sonnenuntergang, wer kann, sollte sich noch den Sonnenaufgang ansehen.
Die Hotelanlage gehört sicherlich nicht zu den billigsten, aber sie bietet 2 Campingplätze für Zelte und Campervans, zwei 3 Sterne Hotels und zwei 4 Sterne Hotels. Die exklusive 6 Sterne Hotelanlage, die sich näher am Ayers Rock befand, ist 2 Wochen nach meinem Besuch durch ein Buschfeuer komplett zerstört worden. Sie wird wohl nicht wieder aufgebaut, da die Aborigines eh gegen dieses Hotel war, da es auf der Nordseite des Berges lag.
Die Sache mit dem Aufstieg muss jeder für sich selbst entscheiden und man sollte auch respektieren, wenn jemand da unbedingt rauf will, schließlich ist es ja erlaubt, zumindest von der Regierung.

Also, wenn jemand das Glück hat, nach Australien zu kommen, unbedingt zum Ayers Rock!!

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