Blutspende Testbericht


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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von DerEm
Thrombozytenspende
Pro:
Hilft Ihnen und anderen
Kontra:
Sie können nicht, Sie wollen nicht
Empfehlung:
Ja
Hier geht es um eine besondere Form der Blutspende: die Thrombozyten-Spende.
Aus dem Inhalt:
- Was sind Thrombozyten (TH)?
- Gründe dagegen
- Gründe dafür
- Detaillierter Ablauf einer Thrombozyten-Spende
=================================
Achtung
=================================
Obwohl ich kleineren Malheuren gern mit meinem \"Ledermann Super-Werkzeug\" , meiner Bosch Bohrmaschine und einer soliden Schraube beikomme, bin ich kein Medizinmann. Dieser Erfahrungsbericht kann daher keine Beratung/Diagnose durch einen Arzt ersetzen.
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Was sind Thrombozyten (TH)?
=================================
Thrombozyten, auch Blutplättchen genannt, unterstützen maßgeblich die Blutgerinnung. Sie lagern sich an Wunden ab, um dort den Wundverschluß einzuleiten. Fehlen TH oder sind nicht in ausreichender Menge vorhanden, ist die Folge - leicht verständlich - die Gefahr, zu verbluten.
=================================
Gründe dagegen
=================================
Eine Reihe von Gründen kann als Gegenargument zu einer Thrombozytenspende herangezogen werden. Allen gemeiensam ist, daß Sie entweder zur Kategorie
a) Sie sind kein geeigneter Spender oder
b) Sie wollen nicht spenden
gehören.
a) Trifft dann zu, wenn entweder Ihr Arzt so entscheidet oder Sie von vornherein die folgenden Kritereien nicht erfüllen, die denen einer Vollblutspende entsprechen:
- Sie wiegen mindestens 50 kg
- Sie sind volljährig, aber nicht älter als 68 Jahre
- Sie weisen keine (noch nicht ausgebrochenen) Infekte auf
- Sie sind generell bei guter Gesundheit und haben bisherige Spenden gut vertragen
b) ist ein wenig schwieriger zu begegnen. Zumeist werden Sie Ihren Einwand etwas galanter formulieren wollen als jener Mensch, der mir einmal mit wenig distinguierter Offenheit offeriert hat: \"ich sehe gar nicht ein, wieso ich minderwertigen Menschen, die einfach nicht über die angeborenen Überlebensfähigkeiten verfügen, noch mit meinem Blut helfen soll\". Der Einwand zeugte von wenig Sachkenntnis, sein brüsker Vortrag ließ auf Mißgünstigkeit schließen und konnte von mir auch trotz Vorbringung der folgenden Erläuterungen nicht umgebogen werden:
=================================
Gründe dafür
=================================
1) Wer Ihre Spende braucht, ist in einer schlimmen Situation, aus der Sie ihm mit wenig mehr als ein wenig Zeit heraushelfen können. Empfänger von TH-Spenden sind:
- Knochenmarktransplantations-Patienten
- Patienten mit schwerem Immundefekt
- Patienten in einer Hochdosis-Chemotherapie (mit oder ohne Ganzkörperbestrahlung) wegen Leukämie, Tumoren
- Frühgeborene (weniger als 37 Schwangerschaftswochen)
2) Die Spende ist für Sie noch unkomplizierter als eine Vollblutspende es ohnehin ist
Bei einer Vollblutspende entnimmt man Ihnen gut einen halben Liter Blut. Da das fehlende Volumen nicht durch eine Pufferlösung ersetzt wird, wird ein Mindestgewicht von 50 kg gefordert.
500 ml stellen durchaus eine beträchtliche Menge im Vergleich zur Gesamtmenge des vorhandenen Blutes dar. Die Gesamtmenge an Blut wiederum wird auch von Ihrem Körpergewicht bestimmt, daher die Forderung nach einem Mindestgewicht.
Nehmen wir rein hypothetisch an, Sie würden trotz niedrigeren Gewichts spenden, so würde Ihr Blutdruck nach der Spende sehr stark abfallen. Der menschliche Körper benötigt eine Mindestmenge an Blut, die von seinem Gesamtgewicht abhängt. Ist sie nicht gegeben, reagiert er mit Ohnmacht bzw. längerwährendem Unwohlsein anheim fallen würden. Sinn und Zweck der Übung dürfte sein, Sie in einen horizontalen Zustand zu zwingen, in dem der Blutkreislauf weniger belastend aufrechterhalten werden kann.
Sie können also die Entnahme rund eines Zehntels Ihres verfügbaren Blutes bei einer Vollblutspende gut verkraften.
Bei einer TH-Spende will man allerdings nur an bestimmte Bestandteile Ihres Blutes. Deren Konzentration im Blut macht es notwendig, weitaus mehr als das vorgenannte Zehntel zu entnehmen. Das geschieht rundenweise: je Runde erfolgt eine Entnahme, dann eine Trennung des entnommenen Blutes in seine Bestandteile - und schließlich eine Rückgabe des größten Teils dieser Stoffe. Um dabei die ohnehin durch die Rückgabe ohnehin geringere Belastung noch weiter zu minimieren, wird das nicht zurückgeführte Volumen auch noch durch eine Pufferlösung ersetzt.
Vielleicht werden Sie trotzdem, je nachdem, in welcher Phase einer Spende Sie sich befinden, einen mal erhöhten, dann wieder abklingenden Pulsschlag bei sich feststellen. Auf diesen Punkt angesprochen, sagte mir ein Arzt, das diese Symptome jedoch völlig normal und unbedenklich seien (es wäre eher schlecht, wenn Ihr Körper gar nicht auf die sich verändernde Blutmenge antworten würde).
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Ablauf einer Thrombozyten-Spende
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Begleiten Sie mich jetzt auf eine Safari zu den letzten freilebenden amtlichen Blutsaugern, dem \"amtlichen Blutspendedienst der Landeshauptstadt München\", multimedial nacherlebbar unter muenchen.de/blutspende:
(Für eine TH-Spende bekommt man einen Termin, zumeist am Vormittag).
6:15 - Das Haus verlassen. Einmal im Monat finde ich mich rund eineinhalb Stunden früher vor der Haustür wieder als gewohnt. Regelmäßige Verwirrung stiftet die Tatsache, daß die Stadt ungewohnterweise um diese Zeit noch zu schlafen scheint. Die frische Luft tut gut, denn ich habe gerade vernünftig gefrühstückt, d. h. so gut wie fettfrei. Schon seit ein paar Tagen habe ich darauf geachtet, kaum noch Fett zu mir zu nehmen, da die Spende sonst nicht verwertet werden kann. Dazu gleich mehr.
Nur am Rande erwähnt sei, daß jeder Spender auf dem Weg zur Spende und während der Spende über die Gemeinde-Unfallversicherung abgesichert ist. Das fällt mir ein, weil es heute mal wieder besonders kalt und glatt ist.
6:40 - im Münchener Gesundheitsamt in der Dachauer Straße 90 hüpfe ich freudig an einem noch leeren Empfang vorbei (Handy aus!) und husche die Treppen hoch: der Blutspendedienst ist im ersten Stock beheimatet. Wieder hängen keine Fledermäuse unter der Decke. Noch mal Glück gehabt, denn ich bin morgens ulra-schallempfindlich (d. h. ich vertrage morgens keinen Lärm).
Ich schreie ein \"Guten Morgen\" in die verschlafenen Gesichter der Leseratten, die auf den Wartestühlen herumlungern, weiche den mir hinterhergeworfenen Büchern auch guter Autoren aus und setze mich an den Blutdruckmesser. Jacke aus, Hemdsärmel links hochgekrempelt, Arm in die Maschine gesteckt und auf \"Start\" gedrückt. \"Brrr-RRR-RRR-rööt\" Ein wenig Warten. \"Nag-nag-nag-nag-nag\" und der Zettel ist da, darauf meine katastrophalen Werte.
6:42 - Ich schließe meine Jacke weg, nehme aber mein Buch mit (Thomas Mann, \"Jakob und seine Brüder\", Band 1, genau das Richtige, um der unchristlichen Zeit zu begegnen). Dann entere ich die Herrentoilette und gebe mich der Gewißheit hin, die nächste Stunde sorgenfrei leben zu dürfen.
6:43 - Es gilt, den Fragebogen für Spender auszufüllen.
- \"Sind (in der Familie) bekannt?\"
- \"Haben Sie sich in gefährdeten Regionen aufgehalten?\"
- \"Hatten Sie Risikokontakte durch Sex oder Drogen?\"
- \"Fühlen Sie sich heute gesund?\"
- \"Haben Sie in den letzten 7 Tagen ein Schmerzmittel eingenommen?\"
Zu den Fragen: ich schreibe immer die Gegenfrage dazu, warum Sie denn nicht auch nach Rock \'n Roll fragen. Dennoch sind die Fragen sind sehr wichtig und die Beantwortung ernstzunehmen. Wenn Sie hier falsche Angaben machen, so belehrt Sie der Fragebogen darüber, daß Sie sich unter Umständen der fahrlässigen Körperverletzung strafbar machen. Ebenso darüber, daß eine Blut/sonstige Spende als HIV-Test nicht statthaft ist.
Wenn Sie sich nicht gesund fühlen, sollten Sie nicht spenden. Haben Sie Schmerzmittel genommen, so setzen diese meistens die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herab, was einem TH-Empfänger (s. o.) überhaupt nicht hilft.
Zuletzt müssen Sie außer zu unterschreiben noch ankreuzen, ob Sie selbst Ihr Blut für \"freigabefähig\" halten oder doch lieber \"vernichtet\" sehen wollen.
Ich kann Ihnen leider nicht sagen, was passiert, wenn man \"Vernichten\" ankreuzt, traue mich das auch nicht, denn manche Ärzte verstehen morgens recht wenig Spaß. Meine Rock \'n Roll-Frage verwirrt sie regelmäßig auch schon genug.
6:44 - Die mir immer noch etwas irritiert begegnenden Eselsohrenbesitzer von gerade haben den Arzt hinter sich, jetzt bin ich dran. \"Guten Morgen\" \"Guten Morgen\". Die Ärztin beäugt meinen Fragebogen kritisch. Ein paar Fragen wiederholt sie, besonders bei der Frage nach Schmerzmitteln hakt sie noch zweimal nach. Kontrolle meines Blutspenderausweises, Fiebermessen im Ohr. Alles in Ordnung, einmal noch meine persönlichen Daten durch eine weitere Unterschrift bestätigen und ab die Post in den Spenderaum.
6:47 - Ich bin auf der Brücke des Raumschiffs \"Enterprise\" angekommen. Alle Offiziere im Range von Literaten. Rund ein Dutzend roter Lederliegen Marke \"Singapore Air Spacebed\" laden ein, sich entweder den linken oder rechten Arm malträtieren zu lassen. Ich lege meine Unterlagen in den dafür vorgesehenen Korb und bitte um eine Liege für Rechtsgestochene. Die Gründe werde ich Ihnen in einem der folgenden Punkte nennen.
Von mir aus nun rechts gesehen befindet sich der Bordcomputer. Eine Maschine, die es in sich hat, denn hier wird vermittels einer Zentrifuge das Ihnen rundenweise abgenommene Blut in seine Bestandteile aufgespalten. Mit der Thrombozyten-Spende einher geht auch zumeist eine Plasmaspende, denn auch dieses liegt nach der Trennung praktischerweise vor.
Wir haben noch ein wenig Zeit, deswegen erzähle ich noch ein bißchen über diese Wunderwerk der Technik: Ihr Blut wird Ihnen, wie erwähnt, in Zyklen abgezogen. Soweit ich es bisher beobachtet habe, sind es nur jeweils ein paar hundert Mililiter. Sie bemerken normalerweise keinerlei Unannehmlichekeiten während der Abnahme.
Hat die Maschine ausreichend Blut gesammelt, um dieses abzuzentrifugieren, wird die Abnahme unterbrochen und das leise Surren der startenden Zentrifuge ist zu hören. Sie können dabei zusehen, wie sich langsam die TH- und Plasma-Beutel füllen.
Ist eine der Flüssigkeiten milchig, dann haben Sie zu viel Fett gegessen, was man Ihnen ankreiden wird, denn die Maschine ist aufgrund vielerlei optischer Sensoren dann nicht mehr in der Lage, schnellstmöglich und optimal zu arbeiten. Außerdem können verfettete Spenden nur im Notfall verwendet werden, nicht aber vom Blutspendedienst gewinnbringend verkauft werden.
Sobald die Zentrifuge gestoppt hat, werden Ihnen die zur Spende nicht benötigten Bestandteile samt einer Pufferlösung wieder zurückgeführt. Das können Sie auch daran erkennen, daß der Schlauch unterhalb der Kanüle auf einmal eine sehr hellrote, beinahe durchsichtige Flüssigkeit führt.
Obwohl ich bereits in der Einleitung darauf eingegangen bin, hier noch einmal die Erläuterung der Prufferlösung für Überflieger: die Pufferlösung dient dazu, Ihren Kreislauf weiter zu stabilisieren, denn Ihnen werden in zumeist 6 Runden je die genannte Menge von ein paar hundert ml entzogen. Dieses mehrfache auf und ab des verfügbaren Blutvolumens könnte Ihren Körper ohne Pufferung leicht verwirren.
Aha, jetzt geht\'s los:
6:55 - Eine Angestellte vom Blutspendedienst begrüßt mich. Wir kennen uns schon. Noch einmal muß ich meinen vollständigen Namen und mein Geburtsdatum angeben. Dann geht es ans Eingemachte: mein Oberarm bekommt eine Manschette verpaßt, über die die Maschine den Blutdruck unterhalb steuert. Warum das wichtig ist, werden Sie auch noch erfahren.
Dann wird die Einstichstelle gleich an der Armbeuge desinfiziert, noch einmal ein wenig gewartet und schließlich bekommt man eine Kanüle bzw. Braunüle in seine Lieblingsader gelegt. Viele Menschen mögen diesen Moment nicht. Mir hilft es, genau hinzusehen.
Übrigens legt man bei einer TH- und Plasma-Spende großen Wert auf sauber punktierbare Venen. Wenn Sie Ihre Adern also selbst kaum entdecken können, scheiden Sie vermutlich als Spender aus. Allerdings bin ich kein Mediziner, also lieber nachgefragt.
Bevor man mein kostbares Blut an die Maschine läßt, werden noch mehrere Proben genommen. Es sind dieselben Proben, wie sie auch bei einer Vollblutspende für Laboruntersuchungen genommen werden. Es geht um Krankheitserreger bzw. Antikörper. Wenn Sie von Ihrem Blutspendedienst keine Nachricht über Auffälligkeiten erhalten, dann können Sie sicher sein, daß mit Ihrem Blut soweit alles in Ordnung ist, daß man es auch anderen anvertrauen will.
Zuletzt werden Körpergewicht und Größe über das Diplay der Maschine eingegeben, um den Entnahmevorgang optimal einzustellen. Jetzt wird eine Klemme am Schlauchsystem unterhalb der Einstichstelle entfernt und es kann losgehen:
7:00 - Die Manschette um meinen Arm pumpt sich auf. Die Venen treten noch deutlicher hervor. Das erste Blut rinnt über ein furchtbar verzweigtes Schlauchsystem in die Maschine. Das geht so für etwa 7 bis Minuten. In der Zeit kommt (schon wieder) jemand vorbei und fragt nett nach, ob alles in Ordnung ist, ob ich denn etwas trinken möchte. Ich nehme einen Kaffee, schwarz.
7:09 - Die Manschette erschlafft. Auf dem Display kann ich lesen, daß jetzt die Zentrifuge Ihren Dienst tun wird. Die Aufsichthabende kommt vorbei und schiebt mir einen Zettel unter die Beine, auf dem meine Blutwerte stehen. Praktischerweise erhält man so jedesmal Auskunft über die Anzahl und Qualität der roten Blutkörperchen, die Anzahl der weißen und der Blutplättchen. Abweichungen von den Normalwerten sind hier durch ein Plus- oder Minuszeichen kenntlich gemacht.
Wer wissen will, in welchem Bereich seine Werte liegen sollte, wende sich an seinen Arzt oder gebe unter Google \"blood normal lab values\" ein oder schaut unter \"netdoktor.de\" nach.
Außerdem bekomme ich noch eine Spendenquittung, gegen die ich bei der Kasse des amtlichen Blutspendedienstes eine Entschädigung in Höhe von 50,- Euro ausgezahlt bekomme. Soweit mir bekannt ist, zahlt nicht jeder Blutspendedienst diese oder überhaupt eine Summe. Allerdings wird die Spende zu hohen Preisen (bei hohen Kosten) weiterverkauft - und man selbst opfert eineinhalb bis zwei Stunden seiner Zeit. Daher ist es vermutlich durchaus angemessen, einen Spender derart zu entschädigen.
7:11 - Erst ein \"Zentrifuge bremst\", dann ein \"Rückgabe\" auf dem Bildschirm. Jetzt fängt der lustige Teil an: die Rückgabe. Die hierbei mitgegebene Pufferlösung ist oft sehr kalt und scheint mir meinen ganzen Arm tiefgefrieren zu wollen. Aus eben diesem Grunde gefällt mir der Einstich rechts besser. Geht es mal nicht anders als links (weil nur noch Liegen frei sind, neben denen die Separatoren links stehen), kann ich immer spüren, wie die kühle Flüssigkeit in meinem Herz herumspaziert, bevor sie genügend erwärmt ist, um nicht mehr aufzufallen. Das ist nicht ganz mein Ding, da ich als Sportler extrem sensibel bin für jegliche Form von körperlicher Wahrnehmung.
Mit erst 120 ml pro Minute, dann abnehmend bis nur noch 50 ml/min, werden die übrigen Bestandteile meines Blutes wieder in meinen Blutkreislauf zurückgegeben.
7:16 - Die Manschette pumpt sich wieder auf und eine neue Runde beginnt.
...
7:30 - Jemand kommt mit einem Kalender auf einem monströsen Schiebewagen daher und fragt mich, ob ich für die nächste Spende bereits einen Termin haben will. Ich erkundige mich für Sie nach dem Schema der Terminvergabe und erfahre, daß es von Ihrer Blutgruppe und natürlich auch Ihrer freien Zeit abhängt, an welchem Tag und um welche Uhrzeit Sie zur Spende eingeladen werden können. Für meine Blutgruppe 0 sind das die ersten Tage der Woche und entweder 6:45 oder 8:00.
Sollten Ihnen während der Spende kalt werden, fragen Sie nach einer Decke. Es ist hier durchaus normal, flauschig eingepackt Gutes zu tun.
Manchmal kann es vorkommen, daß Sie ein Kribbeln bis feines Nadelstechen in Ihren Fingerspitzen oder an der Eintichstelle empfinden. Sagen Sie das der Ausicht, die für solche Fälle immer Magnesium bereit hält, das die Symptome rasch abstellen dürfte.
...
7:40 - Die beigegebene Pufferlösung treibt. Dazu der Kaffee. Ich muß auf die Toilette. Lieber mein Buch weiterlesen.
7:50 - Nach der 6ten Runde und Rückgabe ist es mal wieder vorbei für heute. Die Kanüle wird entfernt (\"Schwester, Tupfer!\") und der Arm mit einem Leukoplast-Klebeband vergewaltigt. Nehmen Sie es die nächste halbe Stunde nicht ab, sonst bluten Sie von innen ihre Kleidung voll.
7:55 - Ich sitze bei Keksen und Apfelschorle unter der Aufsicht des Personals. Aufmerksamerweise sollte man hier noch ein paar Minuten verweilen, damit man ihnen das sichere Gefühl gibt, nicht umzufallen. Das war\'s auch schon.
8:00 - Mein Geld habe ich bereits abgeholt, mein Handy ist wieder auf Empfang und der eigentliche Tag kann beginnen. Für ein paar Minuten wird mir noch etwas kühl sein, daher gehe ich einmal um den Block.
An dieser Stelle wünsche ich Ihnen einen angenehmen und erfolgreichen Tag
und sage
Auf Wiederlesen bis zum nächsten Mal
Christian
---
* Details erfahren Sie an anderer Stelle
Aus dem Inhalt:
- Was sind Thrombozyten (TH)?
- Gründe dagegen
- Gründe dafür
- Detaillierter Ablauf einer Thrombozyten-Spende
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Achtung
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Obwohl ich kleineren Malheuren gern mit meinem \"Ledermann Super-Werkzeug\" , meiner Bosch Bohrmaschine und einer soliden Schraube beikomme, bin ich kein Medizinmann. Dieser Erfahrungsbericht kann daher keine Beratung/Diagnose durch einen Arzt ersetzen.
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Was sind Thrombozyten (TH)?
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Thrombozyten, auch Blutplättchen genannt, unterstützen maßgeblich die Blutgerinnung. Sie lagern sich an Wunden ab, um dort den Wundverschluß einzuleiten. Fehlen TH oder sind nicht in ausreichender Menge vorhanden, ist die Folge - leicht verständlich - die Gefahr, zu verbluten.
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Gründe dagegen
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Eine Reihe von Gründen kann als Gegenargument zu einer Thrombozytenspende herangezogen werden. Allen gemeiensam ist, daß Sie entweder zur Kategorie
a) Sie sind kein geeigneter Spender oder
b) Sie wollen nicht spenden
gehören.
a) Trifft dann zu, wenn entweder Ihr Arzt so entscheidet oder Sie von vornherein die folgenden Kritereien nicht erfüllen, die denen einer Vollblutspende entsprechen:
- Sie wiegen mindestens 50 kg
- Sie sind volljährig, aber nicht älter als 68 Jahre
- Sie weisen keine (noch nicht ausgebrochenen) Infekte auf
- Sie sind generell bei guter Gesundheit und haben bisherige Spenden gut vertragen
b) ist ein wenig schwieriger zu begegnen. Zumeist werden Sie Ihren Einwand etwas galanter formulieren wollen als jener Mensch, der mir einmal mit wenig distinguierter Offenheit offeriert hat: \"ich sehe gar nicht ein, wieso ich minderwertigen Menschen, die einfach nicht über die angeborenen Überlebensfähigkeiten verfügen, noch mit meinem Blut helfen soll\". Der Einwand zeugte von wenig Sachkenntnis, sein brüsker Vortrag ließ auf Mißgünstigkeit schließen und konnte von mir auch trotz Vorbringung der folgenden Erläuterungen nicht umgebogen werden:
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Gründe dafür
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1) Wer Ihre Spende braucht, ist in einer schlimmen Situation, aus der Sie ihm mit wenig mehr als ein wenig Zeit heraushelfen können. Empfänger von TH-Spenden sind:
- Knochenmarktransplantations-Patienten
- Patienten mit schwerem Immundefekt
- Patienten in einer Hochdosis-Chemotherapie (mit oder ohne Ganzkörperbestrahlung) wegen Leukämie, Tumoren
- Frühgeborene (weniger als 37 Schwangerschaftswochen)
2) Die Spende ist für Sie noch unkomplizierter als eine Vollblutspende es ohnehin ist
Bei einer Vollblutspende entnimmt man Ihnen gut einen halben Liter Blut. Da das fehlende Volumen nicht durch eine Pufferlösung ersetzt wird, wird ein Mindestgewicht von 50 kg gefordert.
500 ml stellen durchaus eine beträchtliche Menge im Vergleich zur Gesamtmenge des vorhandenen Blutes dar. Die Gesamtmenge an Blut wiederum wird auch von Ihrem Körpergewicht bestimmt, daher die Forderung nach einem Mindestgewicht.
Nehmen wir rein hypothetisch an, Sie würden trotz niedrigeren Gewichts spenden, so würde Ihr Blutdruck nach der Spende sehr stark abfallen. Der menschliche Körper benötigt eine Mindestmenge an Blut, die von seinem Gesamtgewicht abhängt. Ist sie nicht gegeben, reagiert er mit Ohnmacht bzw. längerwährendem Unwohlsein anheim fallen würden. Sinn und Zweck der Übung dürfte sein, Sie in einen horizontalen Zustand zu zwingen, in dem der Blutkreislauf weniger belastend aufrechterhalten werden kann.
Sie können also die Entnahme rund eines Zehntels Ihres verfügbaren Blutes bei einer Vollblutspende gut verkraften.
Bei einer TH-Spende will man allerdings nur an bestimmte Bestandteile Ihres Blutes. Deren Konzentration im Blut macht es notwendig, weitaus mehr als das vorgenannte Zehntel zu entnehmen. Das geschieht rundenweise: je Runde erfolgt eine Entnahme, dann eine Trennung des entnommenen Blutes in seine Bestandteile - und schließlich eine Rückgabe des größten Teils dieser Stoffe. Um dabei die ohnehin durch die Rückgabe ohnehin geringere Belastung noch weiter zu minimieren, wird das nicht zurückgeführte Volumen auch noch durch eine Pufferlösung ersetzt.
Vielleicht werden Sie trotzdem, je nachdem, in welcher Phase einer Spende Sie sich befinden, einen mal erhöhten, dann wieder abklingenden Pulsschlag bei sich feststellen. Auf diesen Punkt angesprochen, sagte mir ein Arzt, das diese Symptome jedoch völlig normal und unbedenklich seien (es wäre eher schlecht, wenn Ihr Körper gar nicht auf die sich verändernde Blutmenge antworten würde).
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Ablauf einer Thrombozyten-Spende
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Begleiten Sie mich jetzt auf eine Safari zu den letzten freilebenden amtlichen Blutsaugern, dem \"amtlichen Blutspendedienst der Landeshauptstadt München\", multimedial nacherlebbar unter muenchen.de/blutspende:
(Für eine TH-Spende bekommt man einen Termin, zumeist am Vormittag).
6:15 - Das Haus verlassen. Einmal im Monat finde ich mich rund eineinhalb Stunden früher vor der Haustür wieder als gewohnt. Regelmäßige Verwirrung stiftet die Tatsache, daß die Stadt ungewohnterweise um diese Zeit noch zu schlafen scheint. Die frische Luft tut gut, denn ich habe gerade vernünftig gefrühstückt, d. h. so gut wie fettfrei. Schon seit ein paar Tagen habe ich darauf geachtet, kaum noch Fett zu mir zu nehmen, da die Spende sonst nicht verwertet werden kann. Dazu gleich mehr.
Nur am Rande erwähnt sei, daß jeder Spender auf dem Weg zur Spende und während der Spende über die Gemeinde-Unfallversicherung abgesichert ist. Das fällt mir ein, weil es heute mal wieder besonders kalt und glatt ist.
6:40 - im Münchener Gesundheitsamt in der Dachauer Straße 90 hüpfe ich freudig an einem noch leeren Empfang vorbei (Handy aus!) und husche die Treppen hoch: der Blutspendedienst ist im ersten Stock beheimatet. Wieder hängen keine Fledermäuse unter der Decke. Noch mal Glück gehabt, denn ich bin morgens ulra-schallempfindlich (d. h. ich vertrage morgens keinen Lärm).
Ich schreie ein \"Guten Morgen\" in die verschlafenen Gesichter der Leseratten, die auf den Wartestühlen herumlungern, weiche den mir hinterhergeworfenen Büchern auch guter Autoren aus und setze mich an den Blutdruckmesser. Jacke aus, Hemdsärmel links hochgekrempelt, Arm in die Maschine gesteckt und auf \"Start\" gedrückt. \"Brrr-RRR-RRR-rööt\" Ein wenig Warten. \"Nag-nag-nag-nag-nag\" und der Zettel ist da, darauf meine katastrophalen Werte.
6:42 - Ich schließe meine Jacke weg, nehme aber mein Buch mit (Thomas Mann, \"Jakob und seine Brüder\", Band 1, genau das Richtige, um der unchristlichen Zeit zu begegnen). Dann entere ich die Herrentoilette und gebe mich der Gewißheit hin, die nächste Stunde sorgenfrei leben zu dürfen.
6:43 - Es gilt, den Fragebogen für Spender auszufüllen.
- \"Sind
- \"Haben Sie sich in
- \"Hatten Sie Risikokontakte durch Sex oder Drogen?\"
- \"Fühlen Sie sich heute gesund?\"
- \"Haben Sie in den letzten 7 Tagen ein Schmerzmittel eingenommen?\"
Zu den Fragen: ich schreibe immer die Gegenfrage dazu, warum Sie denn nicht auch nach Rock \'n Roll fragen. Dennoch sind die Fragen sind sehr wichtig und die Beantwortung ernstzunehmen. Wenn Sie hier falsche Angaben machen, so belehrt Sie der Fragebogen darüber, daß Sie sich unter Umständen der fahrlässigen Körperverletzung strafbar machen. Ebenso darüber, daß eine Blut/sonstige Spende als HIV-Test nicht statthaft ist.
Wenn Sie sich nicht gesund fühlen, sollten Sie nicht spenden. Haben Sie Schmerzmittel genommen, so setzen diese meistens die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herab, was einem TH-Empfänger (s. o.) überhaupt nicht hilft.
Zuletzt müssen Sie außer zu unterschreiben noch ankreuzen, ob Sie selbst Ihr Blut für \"freigabefähig\" halten oder doch lieber \"vernichtet\" sehen wollen.
Ich kann Ihnen leider nicht sagen, was passiert, wenn man \"Vernichten\" ankreuzt, traue mich das auch nicht, denn manche Ärzte verstehen morgens recht wenig Spaß. Meine Rock \'n Roll-Frage verwirrt sie regelmäßig auch schon genug.
6:44 - Die mir immer noch etwas irritiert begegnenden Eselsohrenbesitzer von gerade haben den Arzt hinter sich, jetzt bin ich dran. \"Guten Morgen\" \"Guten Morgen\". Die Ärztin beäugt meinen Fragebogen kritisch. Ein paar Fragen wiederholt sie, besonders bei der Frage nach Schmerzmitteln hakt sie noch zweimal nach. Kontrolle meines Blutspenderausweises, Fiebermessen im Ohr. Alles in Ordnung, einmal noch meine persönlichen Daten durch eine weitere Unterschrift bestätigen und ab die Post in den Spenderaum.
6:47 - Ich bin auf der Brücke des Raumschiffs \"Enterprise\" angekommen. Alle Offiziere im Range von Literaten. Rund ein Dutzend roter Lederliegen Marke \"Singapore Air Spacebed\" laden ein, sich entweder den linken oder rechten Arm malträtieren zu lassen. Ich lege meine Unterlagen in den dafür vorgesehenen Korb und bitte um eine Liege für Rechtsgestochene. Die Gründe werde ich Ihnen in einem der folgenden Punkte nennen.
Von mir aus nun rechts gesehen befindet sich der Bordcomputer. Eine Maschine, die es in sich hat, denn hier wird vermittels einer Zentrifuge das Ihnen rundenweise abgenommene Blut in seine Bestandteile aufgespalten. Mit der Thrombozyten-Spende einher geht auch zumeist eine Plasmaspende, denn auch dieses liegt nach der Trennung praktischerweise vor.
Wir haben noch ein wenig Zeit, deswegen erzähle ich noch ein bißchen über diese Wunderwerk der Technik: Ihr Blut wird Ihnen, wie erwähnt, in Zyklen abgezogen. Soweit ich es bisher beobachtet habe, sind es nur jeweils ein paar hundert Mililiter. Sie bemerken normalerweise keinerlei Unannehmlichekeiten während der Abnahme.
Hat die Maschine ausreichend Blut gesammelt, um dieses abzuzentrifugieren, wird die Abnahme unterbrochen und das leise Surren der startenden Zentrifuge ist zu hören. Sie können dabei zusehen, wie sich langsam die TH- und Plasma-Beutel füllen.
Ist eine der Flüssigkeiten milchig, dann haben Sie zu viel Fett gegessen, was man Ihnen ankreiden wird, denn die Maschine ist aufgrund vielerlei optischer Sensoren dann nicht mehr in der Lage, schnellstmöglich und optimal zu arbeiten. Außerdem können verfettete Spenden nur im Notfall verwendet werden, nicht aber vom Blutspendedienst gewinnbringend verkauft werden.
Sobald die Zentrifuge gestoppt hat, werden Ihnen die zur Spende nicht benötigten Bestandteile samt einer Pufferlösung wieder zurückgeführt. Das können Sie auch daran erkennen, daß der Schlauch unterhalb der Kanüle auf einmal eine sehr hellrote, beinahe durchsichtige Flüssigkeit führt.
Obwohl ich bereits in der Einleitung darauf eingegangen bin, hier noch einmal die Erläuterung der Prufferlösung für Überflieger: die Pufferlösung dient dazu, Ihren Kreislauf weiter zu stabilisieren, denn Ihnen werden in zumeist 6 Runden je die genannte Menge von ein paar hundert ml entzogen. Dieses mehrfache auf und ab des verfügbaren Blutvolumens könnte Ihren Körper ohne Pufferung leicht verwirren.
Aha, jetzt geht\'s los:
6:55 - Eine Angestellte vom Blutspendedienst begrüßt mich. Wir kennen uns schon. Noch einmal muß ich meinen vollständigen Namen und mein Geburtsdatum angeben. Dann geht es ans Eingemachte: mein Oberarm bekommt eine Manschette verpaßt, über die die Maschine den Blutdruck unterhalb steuert. Warum das wichtig ist, werden Sie auch noch erfahren.
Dann wird die Einstichstelle gleich an der Armbeuge desinfiziert, noch einmal ein wenig gewartet und schließlich bekommt man eine Kanüle bzw. Braunüle in seine Lieblingsader gelegt. Viele Menschen mögen diesen Moment nicht. Mir hilft es, genau hinzusehen.
Übrigens legt man bei einer TH- und Plasma-Spende großen Wert auf sauber punktierbare Venen. Wenn Sie Ihre Adern also selbst kaum entdecken können, scheiden Sie vermutlich als Spender aus. Allerdings bin ich kein Mediziner, also lieber nachgefragt.
Bevor man mein kostbares Blut an die Maschine läßt, werden noch mehrere Proben genommen. Es sind dieselben Proben, wie sie auch bei einer Vollblutspende für Laboruntersuchungen genommen werden. Es geht um Krankheitserreger bzw. Antikörper. Wenn Sie von Ihrem Blutspendedienst keine Nachricht über Auffälligkeiten erhalten, dann können Sie sicher sein, daß mit Ihrem Blut soweit alles in Ordnung ist, daß man es auch anderen anvertrauen will.
Zuletzt werden Körpergewicht und Größe über das Diplay der Maschine eingegeben, um den Entnahmevorgang optimal einzustellen. Jetzt wird eine Klemme am Schlauchsystem unterhalb der Einstichstelle entfernt und es kann losgehen:
7:00 - Die Manschette um meinen Arm pumpt sich auf. Die Venen treten noch deutlicher hervor. Das erste Blut rinnt über ein furchtbar verzweigtes Schlauchsystem in die Maschine. Das geht so für etwa 7 bis Minuten. In der Zeit kommt (schon wieder) jemand vorbei und fragt nett nach, ob alles in Ordnung ist, ob ich denn etwas trinken möchte. Ich nehme einen Kaffee, schwarz.
7:09 - Die Manschette erschlafft. Auf dem Display kann ich lesen, daß jetzt die Zentrifuge Ihren Dienst tun wird. Die Aufsichthabende kommt vorbei und schiebt mir einen Zettel unter die Beine, auf dem meine Blutwerte stehen. Praktischerweise erhält man so jedesmal Auskunft über die Anzahl und Qualität der roten Blutkörperchen, die Anzahl der weißen und der Blutplättchen. Abweichungen von den Normalwerten sind hier durch ein Plus- oder Minuszeichen kenntlich gemacht.
Wer wissen will, in welchem Bereich seine Werte liegen sollte, wende sich an seinen Arzt oder gebe unter Google \"blood normal lab values\" ein oder schaut unter \"netdoktor.de\" nach.
Außerdem bekomme ich noch eine Spendenquittung, gegen die ich bei der Kasse des amtlichen Blutspendedienstes eine Entschädigung in Höhe von 50,- Euro ausgezahlt bekomme. Soweit mir bekannt ist, zahlt nicht jeder Blutspendedienst diese oder überhaupt eine Summe. Allerdings wird die Spende zu hohen Preisen (bei hohen Kosten) weiterverkauft - und man selbst opfert eineinhalb bis zwei Stunden seiner Zeit. Daher ist es vermutlich durchaus angemessen, einen Spender derart zu entschädigen.
7:11 - Erst ein \"Zentrifuge bremst\", dann ein \"Rückgabe\" auf dem Bildschirm. Jetzt fängt der lustige Teil an: die Rückgabe. Die hierbei mitgegebene Pufferlösung ist oft sehr kalt und scheint mir meinen ganzen Arm tiefgefrieren zu wollen. Aus eben diesem Grunde gefällt mir der Einstich rechts besser. Geht es mal nicht anders als links (weil nur noch Liegen frei sind, neben denen die Separatoren links stehen), kann ich immer spüren, wie die kühle Flüssigkeit in meinem Herz herumspaziert, bevor sie genügend erwärmt ist, um nicht mehr aufzufallen. Das ist nicht ganz mein Ding, da ich als Sportler extrem sensibel bin für jegliche Form von körperlicher Wahrnehmung.
Mit erst 120 ml pro Minute, dann abnehmend bis nur noch 50 ml/min, werden die übrigen Bestandteile meines Blutes wieder in meinen Blutkreislauf zurückgegeben.
7:16 - Die Manschette pumpt sich wieder auf und eine neue Runde beginnt.
...
7:30 - Jemand kommt mit einem Kalender auf einem monströsen Schiebewagen daher und fragt mich, ob ich für die nächste Spende bereits einen Termin haben will. Ich erkundige mich für Sie nach dem Schema der Terminvergabe und erfahre, daß es von Ihrer Blutgruppe und natürlich auch Ihrer freien Zeit abhängt, an welchem Tag und um welche Uhrzeit Sie zur Spende eingeladen werden können. Für meine Blutgruppe 0 sind das die ersten Tage der Woche und entweder 6:45 oder 8:00.
Sollten Ihnen während der Spende kalt werden, fragen Sie nach einer Decke. Es ist hier durchaus normal, flauschig eingepackt Gutes zu tun.
Manchmal kann es vorkommen, daß Sie ein Kribbeln bis feines Nadelstechen in Ihren Fingerspitzen oder an der Eintichstelle empfinden. Sagen Sie das der Ausicht, die für solche Fälle immer Magnesium bereit hält, das die Symptome rasch abstellen dürfte.
...
7:40 - Die beigegebene Pufferlösung treibt. Dazu der Kaffee. Ich muß auf die Toilette. Lieber mein Buch weiterlesen.
7:50 - Nach der 6ten Runde und Rückgabe ist es mal wieder vorbei für heute. Die Kanüle wird entfernt (\"Schwester, Tupfer!\") und der Arm mit einem Leukoplast-Klebeband vergewaltigt. Nehmen Sie es die nächste halbe Stunde nicht ab, sonst bluten Sie von innen ihre Kleidung voll.
7:55 - Ich sitze bei Keksen und Apfelschorle unter der Aufsicht des Personals. Aufmerksamerweise sollte man hier noch ein paar Minuten verweilen, damit man ihnen das sichere Gefühl gibt, nicht umzufallen. Das war\'s auch schon.
8:00 - Mein Geld habe ich bereits abgeholt, mein Handy ist wieder auf Empfang und der eigentliche Tag kann beginnen. Für ein paar Minuten wird mir noch etwas kühl sein, daher gehe ich einmal um den Block.
An dieser Stelle wünsche ich Ihnen einen angenehmen und erfolgreichen Tag
und sage
Auf Wiederlesen bis zum nächsten Mal
Christian
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