Break the Cycle - Staind Testbericht

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ab 8,17
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Senilm

Staind sind da....

3
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  gut

Pro:

siehe txt

Kontra:

siehe txt

Empfehlung:

Ja

.... ja das sind Sie gewiss, zumindest in den Staaten.
Staind, die unbekannte Band, welche von so bekannten Namen wie Fred Durst oder etwa Kid Rock hochgelobt wird.
In den USA hat ihr kürzlich veröffentlichtes Album \"Break the Cycle\" bereits Doppelplatinstatus und eine Nummer eins Platzierung hinter sich.

Staind wurden 1994 bei einer Weihnachtsfeier gegründet. Der Sänger Aaron Lewis und Gitarrist Mike Mushok beschlossen gemeinsam mit Johnny April ( Bassist ) und Schlagzeuger John Wisocky eine Band zu gründen.
Schon im Februar des darauffolgenden Jahres hatte die Band Ihren ersten Auftritt.
Im Oktober 1996 wurde das erste Album \"Torment\" veröffentlicht, welches dem New-Metal-Genre zugeordnet werden musste.
Von dem Album wurden insgesamt 4000 Kopien verkauft, für eine Selbstproduktion keine schlechten Zahlen.
Ein Jahr später jedoch folgte der Durchbruch, als die Jungs die Möglichkeit hatten als Vorband für Limp Bizkit zu spielen, welche damals gerade vor dem grossen Durchbruch standen.
Nach anfänglichen Problemen ( religiöser Art ) mit Fred Durst, lies sich dieser doch erweichen seine Beziehungen spielen zu lassen.
Prompt wurde die Band von Flip Records Ende 1997 gesignt.
Auf diesem Label veröffentlichte die Band 1999 das Album \"Dysfunction\". Welches jedoch enttäuschte und nur bei wenigen Beachtung fand.
Zu ausgeleiert war die New-Metal-Szene damals.

Doch mit Ihrem neuen Werk \"Break the Cycle\" sind Staind erfolgreicher denn je, was auch an dem Stilumschwung der Band hin zu rockigeren Nummern liegt.

Auf dem Cover des Albums sieht man ein dunkles wolkenverhangens Szenario, in wessen Vordergrund ein alter verdorrter Baum steht.
Dieser wird nur vom Mondlicht, bläulich hell erleuchtet.
Das Booklet selbst ist durchschnittlich gelungen, Playlist und Producerinfo.

Das Album beginnt mit \"Open your Eyes\", welches eigentlich noch auf \"Dysfunction\" veröffentlicht werden sollte, den Weg darauf aber nicht fand.
Der Titel beginnt mit harten Riffs und geht eindeutig in Richtung New-Metal.
Der Gesang von Aaron Lewis klingt traurig, ja fast schon deprimiert. Irgendwie erinnert das ganze irgendwie an Paradise Lost.

Mit \"Pressure\" gehts titelgerecht druckvoll weiter. Harter Bassgitarreneinsatz, atmosphärisch klingende Gitarren die immer wieder mit Riffs ausreissen.
Der Gesang dieses Titels ist eher nur Durchschnitt, zu überfordert klingt die Stimme.
Dennoch ist es sehr gut gelungen, die innerliche Anspannung einzufangen, wenn einem die Welt auf den Schultern zu liegen scheint.

Dritter Titel ist \"Fade\".
Dieser beginnt schon deutlich ruhiger mit langsamen Gitarrenakkorden, bald setzt die Bassgitarre ein und schleppt sich von Akkord zu Akkord.
Sobald Aaron Lewis seine hier sanft bedrückte Stimme erhebt verstummen die Instrumente, leise klagt er davon das er nur jemand zum reden gebraucht hätte, doch niemand nimmt sich Zeit für Ihn.
Zum Refrain wird sein Klagen lauter und auch die Instrumente brechen in einem wahren Sturmgewitter herein, Schlagzeug und Bassgitarre sind hier wie Blitz und Donner.

Als vierter Titel folgt die überaus erfolgreiche Singleauskopplung \"It`s been awhile\".
Der melodische Titel, kann durch seine zwischen ruhig dahingleitenden Gitarrenakkorden und harten Bassgitarreneinsätzen begeistern, welches das Gefühledurcheinander zum Besten zu geben versuchen.
Während Aaron Lewis uns gesangsmässig von der verflossenen Liebe und vergangenen Zeiten berichtet. Mit durchaus beeindruckender Stimmlage.
Ein schöner Titel, welcher nachdenklich stimmt.

Ruhig gehts weiter in \"Change\".
Dieser mit melodischen Akkorden beginnende Titel lebt von der Stimmgewalt von Aaron Lewis, dieser bietet von bestimmten, ruhigen Gesang bis hin zu sehr gefühlsbetonten Wutausbrüchen einiges. Sehr eindrucksvoll.
Dabei wird er gekonnt von den Instrumenten unterstützt.
Bei seinen Wutausbrüchen z.B. greift im die Bassgitarre mit einem hammerharten Akkord unter die Arme, angetrieben vom nicht gerade untätigen Schlagzeuger.
Eine Gefühlsorgie, von Liebesschmerz und den Gründen für diesen.

Mit \"Can`t believe\" gehts rockig zur Sache.
Gitarrenakkorde und schneller Drumbeat sorgen hier für den notwendigen Drive.
Aaron Lewis, welcher hier seine Stimme in ganz neue Abgründe führt, kann ( mich persönlich ) hier nur wenig begeistern, zu unverständlich und zu dreckig ist sein stupides Geplärre hier.
Wenigstens wird er bei seinen Mikroverschluckübungen von einem hart in die Saiten greifenden Bassisten unterstützt.

\"Epiphany\" geht da wieder in eine ganz andere Richtung.
Ruhige, schwebende Gitarrenakkorde und langsame Percussiondrums begleiten Aaron Lewis hier. Dieser ist kaum im Vergleich zum Vorgängertitel wiederzuerkennen.
Sanft, aber immer mit etwas angekratzt wirkender Stimme, singt er uns von Beziehungsproblemen aufgrund der Basis der Verständigung vor.
\"It`s always raining in my head... \"
Ein wunderschöner Titel, mit einer ungeheuer dichten Atmosphäre.

\"Suffer\" geht da wieder in die harte Richtung.
Hardrock a la Creed ist hier angesagt.
Greifende Bassgitarren, die das Tempo bestimmen, Schlagzeuger die sich richtig ins Zeug legen und tlw. einen dritten Arm gebrauchen könnten. Nicht zu vergessen ist der Gitarrist, der das ganze mit einem ungeheuer Drive gebenden Akkord garniert.
Dazu die Stimmgewalt eines zwischen Traurigkeit und Hass hin- und hergerissenen Sängers. Fertig ist der gefühlsbestimmte, intensive Hardrocksong.
Toll, aber zu berechnet....

\"Warm safe place\" beginnt mit tiefen Bässen, um danach mit Gesangseinsatz in ruhigere Gefilde zurückzukehren.
Doch zum Refrain hin greift der Bassist wieder ordentlich zu und zusammen mit dem Schlagzeuger entfacht er ein Feuerwerk, das das Herz jedes Alternative-Rock Fans höher schlagen lässt.
Der Sänger begeistert hier mit gewaltiger Stimmlage, die niemals in den rauhen Bereich abdriftet. Kein Wunder erzählt er uns doch von Geborgenheit, Wärme und ... na was wohl... der Liebe.

\"Silence\" ist ein überhaupt nicht ruhiger Titel. Treibende Bässe, tempobestimmter Schlagzeugbeat und wilde Gitarrenakkorde sorgen eher für das Gegenteil.
Gesanglich werden uns hier Weisheiten im Stile von \"nichts zu sagen, sagt oft alles\" um die Ohren gehauen. Diese Weisheiten werden aber auf keine unbedingt eindrucksvolle Art und Weise dargeboten, eher durchschnittlich für das Album.

Ruhige Akustikgitarren, die sich langsam schleppend vom Schlagzeuger begleiten lassen schreibt man in \"Outside\" gross.
Der hier irgendwie sehr betroffen klingende Sänger trauert Problemen hinterher. Welche er aber beim Refrain zusammen mit dem Bassgitarristen scheint vergessen zu wollen.
Sehr eindrucksvoll ist hier das Zusammenspiel des Instruments und der klagenden Stimme.
Einer der besseren Titel dieses Albums.

Ebenfalls etwas leisere Töne werden in \"Waste\" eingeschlagen.
Sanft säuselnd wird die Stimme von Percussiondrums begleitet, zum Refrain hin wird wie so oft auf diesem Album, wieder Stimmgewalt und Instrumentalgewalt zusammen verbunden, so sorgen auch hier die Bassgitarre und die erhobene, etwas überlagert klingende Stimme für die anscheinend fällige Problembewältigung.

\"Take it\", ja nimm es. Dieser Titel drückt uns mit seinem druckvollen Bass gleich zu Beginn tiefer in den Sessel, jeder Versuch sich daraus zu befreien vereitelt uns das temporeiche Aufspielen der anderen teilnehmenden Instrumente.
Wow, ach ja hätt ich ja fast die Stimme vergessen, klar verständlich und sehr bestimmt wird hier auf Stimmlage und nicht so sehr auf Stimmgewalt gesetzt.
Toll gemacht, sehr eindrucksvoll....wenn da nicht das unpassende Ende wäre.

Zum Schluss gibts dann noch den Bonus Track.
\"The Funeral\" beginnt wie auf Friedhöfen und Beerdigungen so üblich, sehr leise, düster und geheimnisvoll.
Nur das Problem bei diesem Titel ist, der beginnt nicht nur so, er endet auch so... und dazwischen ist er auch nicht anders....
performte Langeweile ohne irgendeine Richtung.

Fazit:
Ein gelungenes Album, nicht so enttäuschend wie das erste, aber immer noch sehr verbesserungswürdig.
Zu kalkuliert, zu vorhersehbar wirkt das ganze Album, die Stilrichtungen werden immer wieder aufs neue totgetrampelt.
Naja Jungs.... der Ansatz ist schon da.

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