Bremen Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Gimmick404
Hansestadt mit wunderschönem Flair
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Das zweite Juliwochenende 2002 stand ganz im Zeichen Bremens. Nein, es war kein Fußballspiel, dass wir besichtigten. Es wäre auch eine recht lange Warterei auf den Anpfiff geworden, denn die Bundesligasaison hatte noch gar nicht begonnen, das erste Heimspiel des SV Werder Bremen in zeitlich weiter Ferne. Auch all die anderen kleinen und großen Wahrzeichen, die Bremen über die Grenzen Deutschlands so bekannt gemacht haben, wie zB der Bremer Roland, die Weser, die Bremer Stadtmusikanten und natürlich das weltberühmte Becks Bier waren es nicht. Vielleicht schon, auf eine gewisse Weise, denn ein attraktives Reiseziel ist diese Halbmillionen Einwohner zählende Hansestadt allemal.
Freitag Nachmittag war es, ich kam recht zügig an. Lediglich 4 Stunden brauchte ich für die knapp 350 Kilometer aus dem Westen Deutschlands. Kein einziger Stau, mit Ausnahme von vielleicht 500 Metern bei Dortmund. Über die Rückreise am Sonntag will ich lieber mal den Mantel des Schweigens decken. Mindestens 40 Kilometer Stau zwischen Bremen und Osnabrück brauchen wohl auch nicht weiter kommentiert zu werden. Zurück zum Freitag. Zum Bahnhof zu finden war nicht weiter schwer, da er recht gut ausgeschildert ist. Schwieriger war es schon, einen Parkplatz zu finden. Eigentlich landete ich ziemlich schnell in einer Fußgängerzone, wo das parken vielleicht möglich gewesen wäre. Ich entschied mich dann aber doch dagegen und biss in den sauren Apfel eines Parkhauses. Warum ich überhaupt zum Bahnhof wollte? Nein, übernachten wollte ich dort nicht. Aber neben diesem Punkt haben Bahnhöfe noch einen weiteren Vorteil: Es kommen Züge an, nicht nur einer pro Stunde, wie in meiner Heimatstadt. Nein, richtig viele. Bis zum Eintreffen von ewka, die aus dem Norden anreiste, musste ich noch eine halbe Stunde überbrücken. Nicht weiter problematisch, der Bahnhof ist zu einer Art Shopping-Passage ausgebaut worden, in der man recht gut bummeln kann. Falls das Wetter schlecht ist. War es aber nicht, strahlender Sonnenschein versüßte mir das Warten an der frischen Luft.
Ein Begrüßungstrunk fiel allerdings zunächst einmal aus. Die Parkhausuhr tickte, außerdem mussten wir ja auch noch im Hotel einchecken. Wir hatten ein Doppelzimmer im Etap-Hotel auf der anderen Weserseite gebucht. Nachdem wir dann das formale erledigt hatten, ging es dann zunächst mit Bus und dann umsteigen in die Straßenbahn Richtung Centrum. Domsheide war unser Ziel, direkt an der Weser ist diese Haltestelle gelegen. Es war ein richtig schöner später Nachmittag, der dann auch direkt zum verweilen an der Weser einlud. Ein wenig zu trinken noch besorgt in einem Kiosk und schwups fanden wir uns dann an der Promenade wieder. Recht günstig war da, dass man recht gut auf Steinen sitzen konnte, die so eine Art Treppenstufen darstellten. Wohl gestärkt beobachteten wir das abendliche Treiben in der Hansestadt. Sehr viele Menschen waren unterwegs, die die durchaus gemütliche Atmosphäre genossen. Na ja, allerdings nicht nur harmlose Menschen wie wir. Neben uns, etwa 5 Meter, saßen 2 Typen, sie schienen sich zu unterhalten. Wir beachteten sie nicht weiter, zumindest ich nahm keine weitere Notiz von ihnen. Ich nahm im Augenwinkel noch wahr, wie sie plötzlich aufsprangen und verschwanden. Außerdem war hinter uns dann noch ein Polizist mit Fahrrad und Helm, wie es sich gehört. Er suchte irgendwas auf dem Boden und wurde auch fündig. Auf Nachfrage meinte er dann, dass das neben uns ein Drogendeal war, die beiden Typen sollen scharfe Waffen dabei gehabt haben.... etwa 200 Meter entfernt gab es dann auch noch Mallorca Live. So ähnlich jedenfalls. Die abendliche Flaniermeile Bremens. Sehen und gesehen werden. Jede Menge Kneipen und noch mehr Menschen, hauptsächlich jüngere. Bierwagen gab es auch. Schlachte nennt sich dieser Uferweg wohl. War allerdings nicht ganz unpraktisch, problemlos konnte man in einem der Etablishments ein WC aufsuchen.
Nun ja, auch ein schöner - und langer Tag - geht einmal zu Ende, außerdem war am nächsten Tag volles Programm angesagt, schließlich wollten wir ja was sehen und nicht erst am Abend aufstehen... gesagt getan, leider kannten wir uns auch nicht gut genug aus und wussten von den Nachtbahnen nichts, von Nachtbussen allerdings sowieso bis jetzt nicht, so dass wir bereits um kurz nach 22 Uhr den Heimweg antraten. Noch ein wenig geplaudert und kurz in der lauen Sommernacht zu dem See, der ganz in der Nähe des Hotels war, und dann war es auch schon 5 Uhr morgens, Zeit zu pennen.
Am nächsten Tag dann schnell noch in einem Supermarkt was eingekauft ging es dann am Nachmittag zurück in die Stadt. Erst mal in ein Restaurant, denn Hunger hatten wir mittlerweile schon ganz gut. Casablanca hieß der Laden, recht empfehlenswert und etwa 2 Haltestellen vor Domsheide in der Nähe vom Goetheplatz. Dort waren auch einige sehr schöne Straßenzüge, die einen fast vergessen ließen, dass man sich in Deutschland befand. Das Ambiente war eher britisch. Ja, ich fühlte mich eher in einer englischen Kleinstadt. Sehr ruhige und schmale Gässchen, ein schönes Wohnviertel, zumindest auf den ersten Blick. Nach dem Essen gingen wir dann an die Weser, sie ist an dieser Stelle überhaupt nicht verbaut, ein breiter Grünstreifen, der bei Hochwasser wohl schnell verschwindet, lud zum sitzen und spazieren gehen ein. Genau auf der anderen Seite der Weser befand sich ein beeindruckendes Bauwerk, das optisch an eine Zitadelle erinnerte. Mir reichte es eigentlich, es aus 200 Metern Entfernung gesehen zu haben, aber nein, wir musste natürlich rüber. Man sah dann allerdings direkt davor auch nicht viel mehr. Es war komplett eingezäunt, ich vermute mal, es ist ein Teil der Bremer Wasserwerke. Also ging es dann zurück auf die andere Weserseite. Kommt man von der anderen Weserseite, so befindet sich das wunderschöne Schnoorviertel rechts der Wilhelm-Kaisen-Brücke. Natürlich war es keine Frage, dass wir einen Abstecher riskierten. Ich muss sagen, es war wirklich sehr schön. Ich war früher vor etwa 15 Jahren schon einmal in Bremen, ganz dunkel wusste ich, was mich erwartete. Enge Gassen, kein Verkehr, viele Gasthäuser. Manche Häuser waren an das "Straßennetz" sogar durch so enge Gassen angebunden, dass man nicht nebeneinander durchgehen konnte. Ich fragte mich unweigerlich: Wie machen die eigentlich Großeinkäufe? Vermutlich haben sie noch einen Hintereingang - oder einfach durch ein Fenster, I don't know. Auf jeden Fall wirkt das ganze Viertel urgemütlich, fernab jeder großstädtischen Hektik.
Wie ich überhaupt sagen muss, dass Bremen zwar eine halbe Millionen Einwohner zählt, aber dennoch irgendwie keinen stressigen Eindruck hinterlässt. Es herrscht eher fast schon eine Art Urlaubsatmosphäre - zumindest für Gäste. Diesen Eindruck bestätigt auch irgendwie der Kontakt mit den Einheimischen. Klar, das kann nur ein kurzer Ausschnitt sein, doch als wir dann das Schnoorviertel verließen und etwas ziellos umherirrten - ich brauchte auch dringend eine Sparkasse, mit einem Euro war nicht viel Staat zu machen, hielt - ungefragt sogar - ein freundlicher Mann inne, und machte auch noch direkt auf Fremdenführer, gab uns Tipps, wo wir was sehen könnten und erklärte uns sogarm, warum der Dom exakt an der Stelle steht, an der er steht: es ist der höchste Platz Bremens. Nun gut, natürlich war es klar, dass wir auch die Sehenswürdigkeiten, die wir noch nicht gesehen hatten, mitnehmen mussten. Zumindest optisch. Da alles eigentlich recht nah beieinander liegt, war nicht viel Laufen angesagt. Allerdings war es mittlerweile schon dunkel. Fand ich aber nicht weiter schlimm. Ganz im Gegenteil. Ich finde, historische Bauten finden erst zu wahrer Schönheit, wenn sie in der Dunkelheit hell beleuchtet sind und die Massen an Touristen woanders sind. Der Dom (St. Petri Dom), der Platz vor dem Dom, alles sehr monumental. Viele Banken haben hier ihr Zuhause. Ein schöner Brunnen, an dem man sich auch kurz ausruhen kann. Der Bremer Roland, Hüter von Recht und Freiheit, ist natürlich auch vertreten mit einer Statue und passt immer noch auf, dass alles seine Richtigkeit hat. Der Marktplatz geht hier irgendwie in den Domshof über. Auch das Rathaus hat hier seinen Platz. Dieser Platz ist bestimmt einer der schönsten, die man sich so vorstellen kann. Aller sehr historisch, die Art der Gebäude zu beschreiben ist sicher etwas schwer, am Ende des Berichts finden sich 2 Links, wo man sehr schöne Bilder sich anschauen kann. Die Stadtmusikanten finden sich nicht direkt auf dem Rathausvorplatz, sondern direkt neben dem Rathaus. Muss man wohl auch nicht allzu viel zu sagen, die Geschichte ist weithin bekannt, es gibt im übrigen auch eine eigene Kategorie dafür. Gesehen haben muss man sie jedenfalls, die aufeinander hockenden Tierchen.
Sehenswert natürlich auch die enge Böttcherstraße, eine enge Gasse, die Häuser alle mit rotem Backstein erbaut. Sie führt, wenn man so will, vom Rathausplatz direkt zur Weser. Sie ist so um 1930 entstanden.
Ein Bummel noch durch die abendlichen Straßen Bremens, bis wir eine Sparkasse fanden und dann ging es zurück, wieder durch den mit Menschen überfüllten Straßenzug am Weserufer landeten wir wieder an derselben Stelle, an der wir schon am Freitag Abend verweilten, diesmal ohne Gefahr. Leider ging jetzt auch der Tag langsam aber sicher zu Ende. Zurück im Hotel dann hieß es: noch einmal schlafen, dann steht die Trennung ins Haus.
Am Sonntag morgen dann mussten wir gegen 12 Uhr das Hotel verlassen. Einiges wollten wir uns aber noch anschauen. Unser erster Weg führte dann zum Weserstadion. Allerdings bekam man natürlich nicht viel zu sehen, alles war mehr oder weniger abgesperrt. Einen Blick ins Innere konnte man aber dennoch werfen. Nun mag ich Fußballstadien mit Laufbahn sowieso nicht so sehr, also weiter zum Hafen. Dieser ist schon für ortsunkundige etwas verwirrend. Denn fährt man in den einen rein, kommt man direkt gar nicht in die anderen Hafengebiete rein. Bremerhaven hat mir da damals besser gefallen, hier musste man nicht ständig zurückfahren, um ein anderes Hafenbecken zu erreichen, sondern es ging eins ins andere über. Nun gut, viel los war auch nicht, allerdings auch nicht weiter verwunderlich, war es doch Sonntag. Auf mich wirkte der Hafen eigentlich ziemlich unübersichtlich. Aber immerhin, gesehen hatten wir ihn mal. Leider fing es jetzt an, sich einzuregnen. Also machte es auch keinen großen Sinn mehr, auszusteigen und umherzuschlendern. Statt dessen ging es dann zum Bahnhof zurück, ein letzter Imbiss, bevor sich unsere Wege bis auf weiteres erst mal trennten...
Zu Bremen kann man ansonsten noch sagen, dass sich eine Reise auf jeden Fall lohnt. Es ist eine sehr schöne und gemütliche Stadt, die auch genügend Einkaufsmöglichkeiten bietet. Fluss, Sehenswürdigkeiten, all das bietet einen schönen Background für ein schönes Wochenende, sicherlich waren wir nicht das letzte Mal hier.
http://www.bremen.de
http://www.bremen-tourism.de/frame-infos.htm
Freitag Nachmittag war es, ich kam recht zügig an. Lediglich 4 Stunden brauchte ich für die knapp 350 Kilometer aus dem Westen Deutschlands. Kein einziger Stau, mit Ausnahme von vielleicht 500 Metern bei Dortmund. Über die Rückreise am Sonntag will ich lieber mal den Mantel des Schweigens decken. Mindestens 40 Kilometer Stau zwischen Bremen und Osnabrück brauchen wohl auch nicht weiter kommentiert zu werden. Zurück zum Freitag. Zum Bahnhof zu finden war nicht weiter schwer, da er recht gut ausgeschildert ist. Schwieriger war es schon, einen Parkplatz zu finden. Eigentlich landete ich ziemlich schnell in einer Fußgängerzone, wo das parken vielleicht möglich gewesen wäre. Ich entschied mich dann aber doch dagegen und biss in den sauren Apfel eines Parkhauses. Warum ich überhaupt zum Bahnhof wollte? Nein, übernachten wollte ich dort nicht. Aber neben diesem Punkt haben Bahnhöfe noch einen weiteren Vorteil: Es kommen Züge an, nicht nur einer pro Stunde, wie in meiner Heimatstadt. Nein, richtig viele. Bis zum Eintreffen von ewka, die aus dem Norden anreiste, musste ich noch eine halbe Stunde überbrücken. Nicht weiter problematisch, der Bahnhof ist zu einer Art Shopping-Passage ausgebaut worden, in der man recht gut bummeln kann. Falls das Wetter schlecht ist. War es aber nicht, strahlender Sonnenschein versüßte mir das Warten an der frischen Luft.
Ein Begrüßungstrunk fiel allerdings zunächst einmal aus. Die Parkhausuhr tickte, außerdem mussten wir ja auch noch im Hotel einchecken. Wir hatten ein Doppelzimmer im Etap-Hotel auf der anderen Weserseite gebucht. Nachdem wir dann das formale erledigt hatten, ging es dann zunächst mit Bus und dann umsteigen in die Straßenbahn Richtung Centrum. Domsheide war unser Ziel, direkt an der Weser ist diese Haltestelle gelegen. Es war ein richtig schöner später Nachmittag, der dann auch direkt zum verweilen an der Weser einlud. Ein wenig zu trinken noch besorgt in einem Kiosk und schwups fanden wir uns dann an der Promenade wieder. Recht günstig war da, dass man recht gut auf Steinen sitzen konnte, die so eine Art Treppenstufen darstellten. Wohl gestärkt beobachteten wir das abendliche Treiben in der Hansestadt. Sehr viele Menschen waren unterwegs, die die durchaus gemütliche Atmosphäre genossen. Na ja, allerdings nicht nur harmlose Menschen wie wir. Neben uns, etwa 5 Meter, saßen 2 Typen, sie schienen sich zu unterhalten. Wir beachteten sie nicht weiter, zumindest ich nahm keine weitere Notiz von ihnen. Ich nahm im Augenwinkel noch wahr, wie sie plötzlich aufsprangen und verschwanden. Außerdem war hinter uns dann noch ein Polizist mit Fahrrad und Helm, wie es sich gehört. Er suchte irgendwas auf dem Boden und wurde auch fündig. Auf Nachfrage meinte er dann, dass das neben uns ein Drogendeal war, die beiden Typen sollen scharfe Waffen dabei gehabt haben.... etwa 200 Meter entfernt gab es dann auch noch Mallorca Live. So ähnlich jedenfalls. Die abendliche Flaniermeile Bremens. Sehen und gesehen werden. Jede Menge Kneipen und noch mehr Menschen, hauptsächlich jüngere. Bierwagen gab es auch. Schlachte nennt sich dieser Uferweg wohl. War allerdings nicht ganz unpraktisch, problemlos konnte man in einem der Etablishments ein WC aufsuchen.
Nun ja, auch ein schöner - und langer Tag - geht einmal zu Ende, außerdem war am nächsten Tag volles Programm angesagt, schließlich wollten wir ja was sehen und nicht erst am Abend aufstehen... gesagt getan, leider kannten wir uns auch nicht gut genug aus und wussten von den Nachtbahnen nichts, von Nachtbussen allerdings sowieso bis jetzt nicht, so dass wir bereits um kurz nach 22 Uhr den Heimweg antraten. Noch ein wenig geplaudert und kurz in der lauen Sommernacht zu dem See, der ganz in der Nähe des Hotels war, und dann war es auch schon 5 Uhr morgens, Zeit zu pennen.
Am nächsten Tag dann schnell noch in einem Supermarkt was eingekauft ging es dann am Nachmittag zurück in die Stadt. Erst mal in ein Restaurant, denn Hunger hatten wir mittlerweile schon ganz gut. Casablanca hieß der Laden, recht empfehlenswert und etwa 2 Haltestellen vor Domsheide in der Nähe vom Goetheplatz. Dort waren auch einige sehr schöne Straßenzüge, die einen fast vergessen ließen, dass man sich in Deutschland befand. Das Ambiente war eher britisch. Ja, ich fühlte mich eher in einer englischen Kleinstadt. Sehr ruhige und schmale Gässchen, ein schönes Wohnviertel, zumindest auf den ersten Blick. Nach dem Essen gingen wir dann an die Weser, sie ist an dieser Stelle überhaupt nicht verbaut, ein breiter Grünstreifen, der bei Hochwasser wohl schnell verschwindet, lud zum sitzen und spazieren gehen ein. Genau auf der anderen Seite der Weser befand sich ein beeindruckendes Bauwerk, das optisch an eine Zitadelle erinnerte. Mir reichte es eigentlich, es aus 200 Metern Entfernung gesehen zu haben, aber nein, wir musste natürlich rüber. Man sah dann allerdings direkt davor auch nicht viel mehr. Es war komplett eingezäunt, ich vermute mal, es ist ein Teil der Bremer Wasserwerke. Also ging es dann zurück auf die andere Weserseite. Kommt man von der anderen Weserseite, so befindet sich das wunderschöne Schnoorviertel rechts der Wilhelm-Kaisen-Brücke. Natürlich war es keine Frage, dass wir einen Abstecher riskierten. Ich muss sagen, es war wirklich sehr schön. Ich war früher vor etwa 15 Jahren schon einmal in Bremen, ganz dunkel wusste ich, was mich erwartete. Enge Gassen, kein Verkehr, viele Gasthäuser. Manche Häuser waren an das "Straßennetz" sogar durch so enge Gassen angebunden, dass man nicht nebeneinander durchgehen konnte. Ich fragte mich unweigerlich: Wie machen die eigentlich Großeinkäufe? Vermutlich haben sie noch einen Hintereingang - oder einfach durch ein Fenster, I don't know. Auf jeden Fall wirkt das ganze Viertel urgemütlich, fernab jeder großstädtischen Hektik.
Wie ich überhaupt sagen muss, dass Bremen zwar eine halbe Millionen Einwohner zählt, aber dennoch irgendwie keinen stressigen Eindruck hinterlässt. Es herrscht eher fast schon eine Art Urlaubsatmosphäre - zumindest für Gäste. Diesen Eindruck bestätigt auch irgendwie der Kontakt mit den Einheimischen. Klar, das kann nur ein kurzer Ausschnitt sein, doch als wir dann das Schnoorviertel verließen und etwas ziellos umherirrten - ich brauchte auch dringend eine Sparkasse, mit einem Euro war nicht viel Staat zu machen, hielt - ungefragt sogar - ein freundlicher Mann inne, und machte auch noch direkt auf Fremdenführer, gab uns Tipps, wo wir was sehen könnten und erklärte uns sogarm, warum der Dom exakt an der Stelle steht, an der er steht: es ist der höchste Platz Bremens. Nun gut, natürlich war es klar, dass wir auch die Sehenswürdigkeiten, die wir noch nicht gesehen hatten, mitnehmen mussten. Zumindest optisch. Da alles eigentlich recht nah beieinander liegt, war nicht viel Laufen angesagt. Allerdings war es mittlerweile schon dunkel. Fand ich aber nicht weiter schlimm. Ganz im Gegenteil. Ich finde, historische Bauten finden erst zu wahrer Schönheit, wenn sie in der Dunkelheit hell beleuchtet sind und die Massen an Touristen woanders sind. Der Dom (St. Petri Dom), der Platz vor dem Dom, alles sehr monumental. Viele Banken haben hier ihr Zuhause. Ein schöner Brunnen, an dem man sich auch kurz ausruhen kann. Der Bremer Roland, Hüter von Recht und Freiheit, ist natürlich auch vertreten mit einer Statue und passt immer noch auf, dass alles seine Richtigkeit hat. Der Marktplatz geht hier irgendwie in den Domshof über. Auch das Rathaus hat hier seinen Platz. Dieser Platz ist bestimmt einer der schönsten, die man sich so vorstellen kann. Aller sehr historisch, die Art der Gebäude zu beschreiben ist sicher etwas schwer, am Ende des Berichts finden sich 2 Links, wo man sehr schöne Bilder sich anschauen kann. Die Stadtmusikanten finden sich nicht direkt auf dem Rathausvorplatz, sondern direkt neben dem Rathaus. Muss man wohl auch nicht allzu viel zu sagen, die Geschichte ist weithin bekannt, es gibt im übrigen auch eine eigene Kategorie dafür. Gesehen haben muss man sie jedenfalls, die aufeinander hockenden Tierchen.
Sehenswert natürlich auch die enge Böttcherstraße, eine enge Gasse, die Häuser alle mit rotem Backstein erbaut. Sie führt, wenn man so will, vom Rathausplatz direkt zur Weser. Sie ist so um 1930 entstanden.
Ein Bummel noch durch die abendlichen Straßen Bremens, bis wir eine Sparkasse fanden und dann ging es zurück, wieder durch den mit Menschen überfüllten Straßenzug am Weserufer landeten wir wieder an derselben Stelle, an der wir schon am Freitag Abend verweilten, diesmal ohne Gefahr. Leider ging jetzt auch der Tag langsam aber sicher zu Ende. Zurück im Hotel dann hieß es: noch einmal schlafen, dann steht die Trennung ins Haus.
Am Sonntag morgen dann mussten wir gegen 12 Uhr das Hotel verlassen. Einiges wollten wir uns aber noch anschauen. Unser erster Weg führte dann zum Weserstadion. Allerdings bekam man natürlich nicht viel zu sehen, alles war mehr oder weniger abgesperrt. Einen Blick ins Innere konnte man aber dennoch werfen. Nun mag ich Fußballstadien mit Laufbahn sowieso nicht so sehr, also weiter zum Hafen. Dieser ist schon für ortsunkundige etwas verwirrend. Denn fährt man in den einen rein, kommt man direkt gar nicht in die anderen Hafengebiete rein. Bremerhaven hat mir da damals besser gefallen, hier musste man nicht ständig zurückfahren, um ein anderes Hafenbecken zu erreichen, sondern es ging eins ins andere über. Nun gut, viel los war auch nicht, allerdings auch nicht weiter verwunderlich, war es doch Sonntag. Auf mich wirkte der Hafen eigentlich ziemlich unübersichtlich. Aber immerhin, gesehen hatten wir ihn mal. Leider fing es jetzt an, sich einzuregnen. Also machte es auch keinen großen Sinn mehr, auszusteigen und umherzuschlendern. Statt dessen ging es dann zum Bahnhof zurück, ein letzter Imbiss, bevor sich unsere Wege bis auf weiteres erst mal trennten...
Zu Bremen kann man ansonsten noch sagen, dass sich eine Reise auf jeden Fall lohnt. Es ist eine sehr schöne und gemütliche Stadt, die auch genügend Einkaufsmöglichkeiten bietet. Fluss, Sehenswürdigkeiten, all das bietet einen schönen Background für ein schönes Wochenende, sicherlich waren wir nicht das letzte Mal hier.
http://www.bremen.de
http://www.bremen-tourism.de/frame-infos.htm
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