Bürokaufmann/frau Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Einstellungschancen:  gut
  • Aufstiegschancen:  gut
  • Verdienstmöglichkeiten:  sehr gut
  • Sozialleistungen:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Supercookie

Damit kann man fast überall anfangen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo Community!


Vom 1996 - 1999 absolvierte ich bei einer Medizintechnikfirma in Hamburg meine Ausbildung zum Bürokaufmann. Ich bekam diesen Job in letzter Sekunde durch eine freundlichen Mitarbeiterin des Arbeitsamtes Hamburg-Eppendorf.

Es gibt 2 Gründe, warum ich diesen Beruf gewählt habe, die sicherlich auch bei anderen Personen zutreffen:

1. Man hat eine allgemeine Ausbildung, das heisst: Alle kaufmännischen Bereiche werden abgedeckt

2. Man hat viel mit Papierkram zu tun und wer Spaß daran hat, der ist hier sicherlich richtig.


Man muss unterscheiden zwischen Brüokaufmann und Kaufmann für Bürokommunikation. Der 2. Beruf befasst sich mehr mit der technischen Seite, während der Bürokaufmann eher das Organisatorische beherrscht. Ich bin ein BürokaufMANN, einer der wenigen? Dieser beruf ist zu 70% in Frauenhand, heute im Computerzeitalter noch mehr als damals 1996. Ich merkte das damals schon, da wir 25 Leute in der Beruffschule waren - 23 Mädels und 2 Jungen, einer davon ich, der andere heute ein guter Freund von mir, den ich damals kennenlernte. Bevor ich weiter auf die Aufgaben des Bürokaufmannes eingehe, möchte ich noch was zur Schule sagen.

In der Regel ist es üblich, dass der Bürokaufmann Teilzeitunterricht bekommt an der staatlichen Berufsschule. Meist sind das 2 Tage die Woche. Ausnahmen gibt es auch, dann gibt es nämlich Vollzeitunterricht, sogenannten Blockunterricht. Das kann so aussehen: 6 Wochen Schule, 6 Wochen Firma. Nachteil: Man wird lange aus der Firma rausgerissen. Blockunterricht hatte ich -Gott sei Dank- nicht und konnte mich so fast voll und ganz der Firma widmen.
In der Schule wurden 1996 folgende Fächer unterrichtet:

- Rechnungswesen
- Deutsch
- Politik
- WL (Wirtschaftslehre)
- SWL (Spezielle Wirtschaftslehre)
- Maschineschreiben
- PC-Programmierung und Word (veraltet... leider...)

Heute lernt man noch Englisch, soweit ich das mitbekommen habe; ist eine feine Sache, ich lerne Englisch gerade neben meinem Beruf in einer Abendschule (Business Englisch für Fortgeschrittene).

Nun aber zum eigentlichen Beruf des Bürokaufmannes.

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Die Zeiten des Kaffeekochens und des Bierholens sind vorbei, schon längst wird der Azubi (Auszubildende) nicht mehr als \"Stift\" bezeichnet und muss die ganze \"Drecksarbeit\" leisten, dennoch nutzen viele Firmen die Azubis als günstige Angestellte, denn wenn sie schnell lernen -wie ich damals- leisten sie einen vollen Job zu 1/3 des Gehalts. Zum Gehalt kann ich nur was aus dem Jahre 1996 sagen, da lag das Gehalt bei etwa 1000 DM im ersten Jahr, 1150 DM im 2. Jahr und knapp 1300 DM im dritten Jahr. Wer denn 3 Jahre braucht. Wer nämlich gut in der Schule ist, kann auf 2 1/2 Jahre verkürzen und sich so ein halbes Jahr ersparen. Soviel zum Geld und der Dauer.

Natürlich wird während der Ausbildung das ausbildungsbegleitende Heft geführt, was vom Ausbilder unterzeichnet werden muss - meist 1 x die Woche. Das muss zur Abschlußprüfung -dazu komme ich gleich- eingereicht werden. Vollständigkeit ist Pflicht.

Nach 1 1/2 Jahren Schule muss man in die Zwischenprüfung (wird in der Schule durchgeführt), die wirklich simpel ist. Nur mit ner 6 muss man in die Nachprüfung, daher ist die Zwischenprüfung eher eine um zu sehen, wie man so steht.
Die Abschlußprüfung ist dann schon schwerer; erst der schriftliche Part, dann der mündliche, wo auch ein wenig geschrieben werden muss. Aber auch das ist zu schaffen. Diese Prüfung findet extern statt. Wer durchrasselt muss 1/2 Jahr Ausbildung dranhängen (der Ausbildungsbetrieb darf nicht rauswerfen...) und die Prüfung dann nochmal machen. Wieder durchrasseln = nicht geschafft = Ausbilder darf rausschmeißen.


Während der Ausbildung erlernt man in den kaufmännischen Betrieben, die am meisten ausbilden, wirklich alles, um fast selbst einen Betrieb führen zu können. Ich zähle euch das einmal auf:

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Angebotserstellung

\"Wie erstelle ich ein richtiges Angebot, welche Klauseln sind gut und welche nicht? Wie mache ich auf mein Produkt aufmerksam, wieviel Rabatt kann ich geben?\" All diese Fragen kann ich beantworten, denn ich habe während meiner 3jährigen Ausbildungszeit genau das bis zum Erbrechen gelernt... und brauche es heute nicht mehr ;-) Aber auch Briefe schreiben habe ich gelernt und das mache ich heute noch bis zur Perfektion.

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Rechnungswesen

Mahnungen schreiben, Creditreform beauftragen, auf der Jagd nach verlorenen Rechnungen und Kreditoren sowie Debitoren abfrühstücken - das gehörte auch zu meinen Aufgaben.

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Personalabteilung

Zeiterfassung, Urlaub, Gehalt - auch das muss ein Azubi mal gelernt haben. Hier lernt er es.

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Rechnungen, Lieferscheine, UPS

Wie schreibe ich eine Rechnung (habe ich am Liebsten gemacht)? Wie kann ich UPS beauftragen, die Ware abzuholen? HIER habe ich echt fürs Leben gelernt...

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Geschäftsleitung

Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zur Geschäftsleitung, habe viele Aufträge für diese erledigt (im Jaguar oder SLK :-)) und konnte sehen, wie man eine Firma führt. Sehr interessant...

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Lagerhaltung

Auch das gehört dazu. Wie führe ich ein Lager? Wie muss ich bestellen usw. Ich habe das SO gut gemacht, dass ich dafür fest eingeplant wurde nach der Arbeit und bekam als Dank einen Wagen gestellt. Sehr schön... 19 Jahre und einen Firmenwagen... POLO Kombi. Neuwagen. Benzin frei.

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Der Mann für Alles

Da vor allem Frauen in solchen Büros arbeiten, ist man nicht nur Hahn im Korb, sondern muss auch Aufgaben wie Lampen wechseln usw. übernehmen, denn die Frauen nutzen einen schamlos aus ;-)


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Die Ausbildung ist sehr abwechslungsreich und man lernt wirklich fürs Leben. Das Beste jedoch ist, dass man nach der Ausbildung praktisch überall ins Berfusleben einsteigen kann. Ich habe zum Beispiel erstmal meine Ausbildung abgeschlossen, dann Zivi gemacht, bevor ich bei freenet.de als Sachbearbeiter für Abuse (Internetsicherheit; Hack, Spam, Viren usw.) anfing und heute dort der Abteilungsleiter bin - mit 23 Jahren. Das habe ich auch auf jeden Fall meiner guten Ausbildung zu verdanken.


Der Verdienst ist zwar als Azubi nicht so klasse und der Job des Bürokaufmanns wird auch nicht soooo gur bezahlt, aber man kann damit viel anfangen und sich auch weiterbilden, zum Fachkaufmann zum Beispiel. Bereich Marketing ist auch recht nett, hätte ich fast gemacht. Vielleicht mache ich das auch noch.


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Mein Fazit: Zwar eher ein Frauenberuf, aber ein Beruf, mit dem man(n) überall anfangen kann und somit der Arbeitsmarktflaute entfliehen kann. Sicherlich ein recht gut geschützter Job, den es auch noch in 20 Jahren geben wird - vielleicht mehr mit PC-Arbeit und Internet, aber auf jeden Fall wird es heißen: Glückwunsch zur bestandenen Abschlußprüfung zum Bürokaufmann.



Viele Grüße

Marc