Das Eulenhaus (Taschenbuch) / Agatha Christie Testbericht

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Summe aller Bewertungen
- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von orlan
Rache und Eifersucht
Pro:
verschiedenartige Charaktere, viele Verdächtige
Kontra:
kleinere Unstimmigkeiten, melodramatisches Ende
Empfehlung:
Ja
"Das Eulenhaus" ist ein Kriminalroman von Agatha Christie. Die englischsprachige Originalausgabe erschien 1946 unter dem Titel "The Hollow".
Inhalt
*******
Lady Lucy Angkatell und ihr Mann Sir Henry haben einige Verwandte und Freunde auf ihr Anwesen eingeladen, das "Eulenhaus" genannt wird.
Auch der Arzt Dr. John Christow nimmt die Einladung gerne an, obwohl sich seine Frau Gerda bei solchen Festen nicht sonderlich wohl fühlt. Christow hofft, im Eulenhaus auch seine Geliebte Henrietta Savernake zu treffen, die eine Verwandte von Lady Lucy und Sir Henry ist. Doch der Abend verläuft völlig anders als geplant. Denn plötzlich stört die Schauspielerin Veronica Cray die traute Runde. Sie war einst die Verlobte Dr. Christows, bis dieser sich von ihr getrennt hat. Als der Arzt seine frühere Liebe schließlich nach Hause geleitet, feiern die beiden das Wiedersehen auf ganz eigene Weise. Doch hinterher wird Christow klar, dass er kein Interesse mehr an der sehr von sich selbst eingenommenen Schauspielerin hat.
Zu seinem großen Pech überlebt er allerdings den nächsten Tag nicht. Der berühmte Detektiv Hercule Poirot, der in der Nähe des Eulenhauses wohnt, findet den erschossenen Arzt neben Lady Lucys Schwimmbecken - und über ihn gebeugt seine Frau Gerda mit einer Pistole in der Hand.
Was erst eindeutig scheint, erweist sich schnell als verzwickter Kriminalfall. Seltsamerweise ist nämlich die Waffe, die Gerda Christow in der Hand hielt, nicht die, mit der ihr Mann erschossen wurde. Mit der Zeit stellt Hercule Poirot fest, dass überhaupt nahezu jeder der Angkatells und ihrer Gäste ein Motiv gehabt hätte, den sauberen Doktor zu ermorden.
Dr. Christow war beispielsweise nicht der einzige, der an der Bildhauerin Henrietta Savernake interessiert war. Edward Angkatell hat es sich schon seit langer Zeit in den Kopf gesetzt, Henrietta zu heiraten und keine andere. Dies wäre auch der etwas eigenen Lady Lucy Angkatell lieber gewesen, die sich aus einer solchen Verbindung ihres Neffen einen Erben erhofft. Aber auch die gekränkte Veronica Cray und Henrietta Savernake selbst geraten ins Visier der Polizei, die Rache und Eifersucht als Tatmotiv vermutet.
Doch wie immer stellt der Meisterdetektiv Hercule Poirot seine ganz eigenen Ermittlungen an und zieht seine genialen Schlüsse daraus...
Meine Meinung
****************
"Das Eulenhaus" war wieder einmal ein Kriminalroman nach meinem Geschmack: Ein Mord, viele Verdächtige zum Mitraten, und auch eine gewisse Portion Spannung, auch wenn ich diesen Roman nicht unbedingt als mitreißend bezeichnen würde.
Hinzukommt mit dem genialen Meisterdetektiv Hercule Poirot eine meiner liebsten Krimifiguren.
Allerdings bleibt Hercule Poirot in "Das Eulenhaus" im Gegensatz zu anderen Romanen Agatha Christies eher etwas blass. Zu Beginn des Buches taucht er nicht einmal auf. Erst nach dem Mord an Dr. John Christow erfährt man, dass der zu Beginn des Romans angekündigte Verbrechensexperte der berühmte Meisterdetektiv ist. Etwas befremdlich fand ich auch, dass Poirot in diesem Roman als Franzose bezeichnet wird, wo es in sämtlichen anderen Poirot-Romanen, die ich bisher gelesen habe, immer heißt, er sei Belgier. Aber dies sind natürlich Spitzfindigkeiten, die auf die Qualität des Romans keine (oder zumindest kaum) Einfluss haben.
Aber auch später steht der Detektiv nicht (wie gewohnt) im Vordergrund. Hauptaugenmerk legt die Autorin auf die Beziehungen der Angkatells und ihrer Freunde untereinander.
Dabei gelingt es Agatha Christie wunderbar, nahezu jede im Roman vorkommende Person verdächtig zu machen. Vor allem die verwirrten Liebesbeziehungen oder solche, die es mal werden wollen, sind von entscheidender Bedeutung. Dr. Christow liebt zwar seine Frau Gerda, aber auch Henrietta. Diese beiden lieben ihn ebenfalls, aber auch Veronica Cray hat es auf ihn abgesehen. Edward Angkatell hingegen liebt Henrietta, die er aber trotz drei Heiratsanträgen nicht für sich gewinnen kann. Aber auch Edward wird geliebt, nämlich von Midge, für die er aber unerreichbar scheint. So entsteht ein herrlicher Gefühlswirrwarr, durch den man als Leser irgendwann selbst nicht mehr weiß, was man eigentlich denken soll.
Aber es gibt natürlich auch noch einige kleine Kritikpunkte, die ich habe: allen voran das Ende, das mir doch ein wenig arg melodramatisch vorkam. Na ja, immerhin hat sich der Mörder einen "wirkungsvollen" Abgang verschafft.
Bedenklich fand ich allerdings, dass Hercule Poirot einen beabsichtigten Giftanschlag nicht verhindert hat, obwohl er ihn zumindest ahnte. Die moralischen Einstellungen der damaligen Zeit scheinen sich offensichtlich nicht unbedingt mit meinen zu decken, insbesondere auch was das Gerechtigkeitsempfinden angeht.
Autor
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Agatha Christie wurde am 15. September 1890 unter dem Namen Agatha Clarissa Miller als drittes Kind von Frederick und Clarissa Miller geboren.
1912 heiratete sie Archibald Christie. Sie zogen nach London, wo Agatha Christie in einer Krankenhausapotheke arbeitete.
Um die finanzielle Situation ihrer Familie aufzubessern, fing sie an, Romane zu schreiben.
Ihr erster Roman wurde 1920 unter dem Titel "The Mysterious Affair at Styles" (in Deutschland unter dem Titel "Das fehlende Glied in der Kette" erschienen) veröffentlicht.
Nach der Scheidung von ihrem Mann im Jahr 1928 erschuf Agatha Christie mit Miss Marple ihre zweite große Romanfigur nach dem belgischen Detektiv Hercule Poirot. Als Vorlage für diese Figur diente Christies Großmutter.
Auch im Theater hatte sie großen Erfolg: Ihr Stück "The Mousetrap" ("Die Mausefalle") wurde am 25. November 1952 in London uraufgeführt und ist seitdem ohne Unterbrechung dort zu sehen.
Insgesamt schrieb Agatha Christie 70 Kriminalromane.
Sie starb am 12. Januar 1976 im Alter von 85 Jahren.
Wesentlich mehr Informationen über Agatha Christie findet ihr im Internet unter http://www.krimi-couch.de/krimis/agatha-christie.html
Dieser Seite sind auch die Informationen für die obige kurze Biographie entnommen.
Fazit
*******
"Das Eulenhaus" ist ein guter Kriminalroman, wie man ihn von Agatha Christie kaum anders gewohnt ist.
Die Charaktere sind interessant, grundverschieden und nahezu ausnahmslos des Mordes verdächtig. Trotz der oben erwähnten kleineren Kritikpunkte hat es mir wirklich Spaß gemacht, diesen Roman zu lesen.
Aus diesem Grund kann ich diesen Krimi nur weiterempfehlen und vergebe wohlverdiente vier Sterne.
Daten der aktuell erhältlichen Ausgabe
**************************************
In der mir vorliegende Ausgabe ist das Buches leider nicht mehr im Handel erhältlich. Allerdings ist es im Jahr 2003 vom Scherz Verlag neu herausgegeben worden:
Das Eulenhaus / Christie, Agatha
Scherz Verlag, 2003
ISBN: 3-502-51907-2
Preis: 7,90 Euro
Inhalt
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Lady Lucy Angkatell und ihr Mann Sir Henry haben einige Verwandte und Freunde auf ihr Anwesen eingeladen, das "Eulenhaus" genannt wird.
Auch der Arzt Dr. John Christow nimmt die Einladung gerne an, obwohl sich seine Frau Gerda bei solchen Festen nicht sonderlich wohl fühlt. Christow hofft, im Eulenhaus auch seine Geliebte Henrietta Savernake zu treffen, die eine Verwandte von Lady Lucy und Sir Henry ist. Doch der Abend verläuft völlig anders als geplant. Denn plötzlich stört die Schauspielerin Veronica Cray die traute Runde. Sie war einst die Verlobte Dr. Christows, bis dieser sich von ihr getrennt hat. Als der Arzt seine frühere Liebe schließlich nach Hause geleitet, feiern die beiden das Wiedersehen auf ganz eigene Weise. Doch hinterher wird Christow klar, dass er kein Interesse mehr an der sehr von sich selbst eingenommenen Schauspielerin hat.
Zu seinem großen Pech überlebt er allerdings den nächsten Tag nicht. Der berühmte Detektiv Hercule Poirot, der in der Nähe des Eulenhauses wohnt, findet den erschossenen Arzt neben Lady Lucys Schwimmbecken - und über ihn gebeugt seine Frau Gerda mit einer Pistole in der Hand.
Was erst eindeutig scheint, erweist sich schnell als verzwickter Kriminalfall. Seltsamerweise ist nämlich die Waffe, die Gerda Christow in der Hand hielt, nicht die, mit der ihr Mann erschossen wurde. Mit der Zeit stellt Hercule Poirot fest, dass überhaupt nahezu jeder der Angkatells und ihrer Gäste ein Motiv gehabt hätte, den sauberen Doktor zu ermorden.
Dr. Christow war beispielsweise nicht der einzige, der an der Bildhauerin Henrietta Savernake interessiert war. Edward Angkatell hat es sich schon seit langer Zeit in den Kopf gesetzt, Henrietta zu heiraten und keine andere. Dies wäre auch der etwas eigenen Lady Lucy Angkatell lieber gewesen, die sich aus einer solchen Verbindung ihres Neffen einen Erben erhofft. Aber auch die gekränkte Veronica Cray und Henrietta Savernake selbst geraten ins Visier der Polizei, die Rache und Eifersucht als Tatmotiv vermutet.
Doch wie immer stellt der Meisterdetektiv Hercule Poirot seine ganz eigenen Ermittlungen an und zieht seine genialen Schlüsse daraus...
Meine Meinung
****************
"Das Eulenhaus" war wieder einmal ein Kriminalroman nach meinem Geschmack: Ein Mord, viele Verdächtige zum Mitraten, und auch eine gewisse Portion Spannung, auch wenn ich diesen Roman nicht unbedingt als mitreißend bezeichnen würde.
Hinzukommt mit dem genialen Meisterdetektiv Hercule Poirot eine meiner liebsten Krimifiguren.
Allerdings bleibt Hercule Poirot in "Das Eulenhaus" im Gegensatz zu anderen Romanen Agatha Christies eher etwas blass. Zu Beginn des Buches taucht er nicht einmal auf. Erst nach dem Mord an Dr. John Christow erfährt man, dass der zu Beginn des Romans angekündigte Verbrechensexperte der berühmte Meisterdetektiv ist. Etwas befremdlich fand ich auch, dass Poirot in diesem Roman als Franzose bezeichnet wird, wo es in sämtlichen anderen Poirot-Romanen, die ich bisher gelesen habe, immer heißt, er sei Belgier. Aber dies sind natürlich Spitzfindigkeiten, die auf die Qualität des Romans keine (oder zumindest kaum) Einfluss haben.
Aber auch später steht der Detektiv nicht (wie gewohnt) im Vordergrund. Hauptaugenmerk legt die Autorin auf die Beziehungen der Angkatells und ihrer Freunde untereinander.
Dabei gelingt es Agatha Christie wunderbar, nahezu jede im Roman vorkommende Person verdächtig zu machen. Vor allem die verwirrten Liebesbeziehungen oder solche, die es mal werden wollen, sind von entscheidender Bedeutung. Dr. Christow liebt zwar seine Frau Gerda, aber auch Henrietta. Diese beiden lieben ihn ebenfalls, aber auch Veronica Cray hat es auf ihn abgesehen. Edward Angkatell hingegen liebt Henrietta, die er aber trotz drei Heiratsanträgen nicht für sich gewinnen kann. Aber auch Edward wird geliebt, nämlich von Midge, für die er aber unerreichbar scheint. So entsteht ein herrlicher Gefühlswirrwarr, durch den man als Leser irgendwann selbst nicht mehr weiß, was man eigentlich denken soll.
Aber es gibt natürlich auch noch einige kleine Kritikpunkte, die ich habe: allen voran das Ende, das mir doch ein wenig arg melodramatisch vorkam. Na ja, immerhin hat sich der Mörder einen "wirkungsvollen" Abgang verschafft.
Bedenklich fand ich allerdings, dass Hercule Poirot einen beabsichtigten Giftanschlag nicht verhindert hat, obwohl er ihn zumindest ahnte. Die moralischen Einstellungen der damaligen Zeit scheinen sich offensichtlich nicht unbedingt mit meinen zu decken, insbesondere auch was das Gerechtigkeitsempfinden angeht.
Autor
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Agatha Christie wurde am 15. September 1890 unter dem Namen Agatha Clarissa Miller als drittes Kind von Frederick und Clarissa Miller geboren.
1912 heiratete sie Archibald Christie. Sie zogen nach London, wo Agatha Christie in einer Krankenhausapotheke arbeitete.
Um die finanzielle Situation ihrer Familie aufzubessern, fing sie an, Romane zu schreiben.
Ihr erster Roman wurde 1920 unter dem Titel "The Mysterious Affair at Styles" (in Deutschland unter dem Titel "Das fehlende Glied in der Kette" erschienen) veröffentlicht.
Nach der Scheidung von ihrem Mann im Jahr 1928 erschuf Agatha Christie mit Miss Marple ihre zweite große Romanfigur nach dem belgischen Detektiv Hercule Poirot. Als Vorlage für diese Figur diente Christies Großmutter.
Auch im Theater hatte sie großen Erfolg: Ihr Stück "The Mousetrap" ("Die Mausefalle") wurde am 25. November 1952 in London uraufgeführt und ist seitdem ohne Unterbrechung dort zu sehen.
Insgesamt schrieb Agatha Christie 70 Kriminalromane.
Sie starb am 12. Januar 1976 im Alter von 85 Jahren.
Wesentlich mehr Informationen über Agatha Christie findet ihr im Internet unter http://www.krimi-couch.de/krimis/agatha-christie.html
Dieser Seite sind auch die Informationen für die obige kurze Biographie entnommen.
Fazit
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"Das Eulenhaus" ist ein guter Kriminalroman, wie man ihn von Agatha Christie kaum anders gewohnt ist.
Die Charaktere sind interessant, grundverschieden und nahezu ausnahmslos des Mordes verdächtig. Trotz der oben erwähnten kleineren Kritikpunkte hat es mir wirklich Spaß gemacht, diesen Roman zu lesen.
Aus diesem Grund kann ich diesen Krimi nur weiterempfehlen und vergebe wohlverdiente vier Sterne.
Daten der aktuell erhältlichen Ausgabe
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In der mir vorliegende Ausgabe ist das Buches leider nicht mehr im Handel erhältlich. Allerdings ist es im Jahr 2003 vom Scherz Verlag neu herausgegeben worden:
Das Eulenhaus / Christie, Agatha
Scherz Verlag, 2003
ISBN: 3-502-51907-2
Preis: 7,90 Euro
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