Nikotin (Taschenbuch) / Agatha Christie Testbericht

ab 10,64
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von gloriaforever

Mord in drei Akten

4
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  sehr ausschmückend
  • Zielgruppe:  jedermann

Pro:

spannend, Mörder hilft beim Ermitteln und tarnt sich dadurch perfekt, Ende ist unvorsehbar

Kontra:

manchmal etwas langatmig

Empfehlung:

Ja

Und wieder ist ein Hercule Poirot-Krimi von Agatha Christie zu Ende gelesen. Das Buch heißt Nikotin.

Aussehen des Buches
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Bei meiner Ausgabe handelt es sich um Eine Weltbild Verlag Edition, die vor etlichen Jahren einmal erschienen ist. Die Bücher sind alle fest gebunden, haben einen harten, schwarzen Deckel und rote und weiße Schrift. Es gibt keinen extra Einband.

Text von der Vorderseite:
Agatha Christie
Nikotin
Ein Hercule-Poirot-Krimi


Allgemeine Buchdaten
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Das englische Original erschien 1934 unter dem Titel Three Act Tragedy. Die deutsche Originalausgabe liegt beim Scherz Verlag vor. Die Ausgabe des Weltbild Verlages ist eine Lizenzausgabe.

Leserschaft: Jedermann
Seitenanzahl: 193
Übersetzung: Dr. Otto Albrecht van Bebber
Weltbild Artikelnummer: 29684815
Preis: 2 Bände dieser Weltbild Edition haben mich damals 11,00 DM gekostet. Bei Amazon.de kostet ein neueres gebundenes Buch von 2007 momentan 7,95 Euro.


Über die Autorin
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Agatha Christie wird nicht umsonst die Queen of Crime genannt. Sie wurde 1890 in England geboren und pflege während des 1. Weltkrieges Verwundete und arbeitete in einer Klinikapotheke. Dort erlange sie ihr Wissen über Gifte. Nachdem sie ihren zweiten Ehemann, einen Professor für Westasiatische Archäologie geheiratet hatte, bereisten die beiden den vorderen Orient. Daher spielen dort auch einige ihrer Krimis. Insgesamt schrieb sie 66 Kriminalromane, 144 Stories und 15 Theaterstücke. 1976 starb sie mit nur 85 in Oxford an einem Schlaganfall.


Beschreibung auf der Rückseite
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Als der Schauspieler Charles Cartwright nach Loomouth zieht, bringt er Glanz und Glamour in das verschlafene Dorf am Meer. Doch unliebsamerweise scheint er auch Mörder anzulocken. Auf einer Abendgesellschaft fällt plötzlich zum Erschrecken aller der beliebte Pfarrer Babbington tot zu Boden – nach dem Genuss eines Cocktails. Egg Lytton Gore, eine unternehmungslustige junge Dame, begibt sich auf Verbrecherjagd, im Schlepptau mit Cartwright und Detektiv Hercule Poirot. Dessen kriminalistische Spürnase wird bald gehörig gefordert, als auch der Arzt Bartholomew Strange auf einer Party in der Melford Abtei ermordet wird. Gibt es eine Verbindung zwischen den zwei Todesfällen? War er Zeuge der heimtückischen Taten oder womöglich gar der Mörder? Poirot kombiniert messerscharf und bittet seinerseits zu einer höchst seltsamen Gesellschaft…


Meine eigene Buchbeschreibung
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Sir Charles Cartwright, der ein sehr angesehener Schauspieler ist, sich mittlerweile aber zurückgezogen hat, kaufte das Krähennest in Loomouth um einige Zeit an der See zu verbringen. Loomouth ist ein kleines Dorf und die Bewohner sind ganz fasziniert, dass zu ihnen ein berühmter Schauspieler gezogen ist. Sir Charles lädt verschiedene Bekannte und Bewohner des Dorfes zu einer Abendgesellschaft ein. Unter ihnen sind nicht nur Hercule Poirot, sondern auch der Pfarrer und seine Frau. Als die Cocktails gereicht werden, nimmt sich auch Pfarrer Babbington einen und hat nach den ersten beiden Schlucken eine Art Krampf. Wenige Minuten später ist er tot. Da er älter ist, schiebt man diesen Unglücksfall darauf.

Ein paar Wochen später ereignet sich aber ein Mord. Sir Bartholomew, der ebenfalls bei dem Abendessen bei Sir Charles war, stirbt bei einer Abendgesellschaft in seinem Haus. Die Polizei stellt Vergiftung durch Nikotin fest. Anwesend waren sieben Personen, die ebenfalls bei der Abendgesellschaft bei Sir Charles waren. Sir Charles, sein Freund Satterthwaite und die junge Egg Lytton Gore beschließen beide Todesfälle zu untersuchen, da sie glauben, dass sie zusammen hängen. Nach dem Tod von Sir Bartholomew verschwand auch dessen neuer Butler Ellis. War er der Mörder von Sir Bartholomew. Durch die Auffindung von Erpresserbriefen von Butler Ellis, kann diese Möglichkeit ausgeschlossen werden. Jetzt ist auch das Interesse von Hercule Poirot geweckt und er schließt sich den Amateurdetektiven an.


Meine Meinung und Fazit
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Zunächst einmal fand ich das Buch sehr verwirrend. Vor allem weil drei Amateure versuchen den Fall zu lösen und sich scheinbar im Kreis drehen. Sie befragen jeden und ermitteln in alle Richtungen ohne irgendein einen Anhaltspunkt zu haben. Ab und zu gelingt es ihnen eine wirkliche Entdeckung zu machen. So entsteht am Anfang durch die beiden Morde und das Verschwinden des Butlers eine große Spannung, die dann aber leider stetig immer mehr abfällt. Man quält sich ein bisschen durch gut ein Drittel des Buches. Am Schluss bemerkt man aber wo die Spannung lag. Denn einer der Amateurdetektive ist der Täter. Das hat man so überhaupt nicht über das ganze Buch gedacht und diese Enthüllung durch Hercule Poirot, der sich eigentlich das ganze Buch über sehr zurückgehalten hat, ist total überraschend. Dann machen auch einige Ermittlungsfakten aus dem eher seichten Drittel mehr Sinn. Es wird nämlich tatsächlich einiges von Bedeutung herausgefunden. Ich selber wäre auf den Täter nicht so ohne weiteres gekommen.

Das Umfeld der Ermordeten und des Mörders (anfangs natürlich unbekannter Weise) wird sehr detailliert und fast ein bisschen zu ausführlich wiedergegeben. Dagegen erfährt man von Hercule Poirot fast gar nichts. Er hat sich zur Ruhe gesetzt und ist mehr aus Zufall bei dem ersten Mord anwesend. Dann begegnet er Sir Charles und Mr. Satterthwaite im Urlaub und erfährt, dass es tatsächlich ein Mord war und sich bereits ein Neuer ereignet hat. Damit ist sein Interesse geweckt und er fährt nach England zurück und mischt sich ganz hemmungslos in die Ermittlungsarbeit ein. Was bei Hercule Poirto aber nur soviel bedeutet, dass er die Anderen herumrennen lässt, während er im warmen Zimmerchen sitzt und seine kleinen grauen Zellen arbeiten lässt. Damit ist er dann aber auch schneller am Ziel wie die Anderen. Für ihn ist es schockierend, dass der erste Mord eher eine Übung für den Zweiten war, der eigentlich geplant war. Der erste Mord sollte eine Art Generalprobe sein. Und das Opfer hat den Cocktail eben durch einen dummen Zufall gewählt und wurde deswegen getötet. Genauso gut hätte es auch Hercule Poirot treffen können. Was seiner Meinung nach ein unglaublicher Verlust für die Menschheit gewesen wäre.

Meistens ist Hercule Poirot ja sehr von sich eingenommen. Er hält sich trotz seines übergroßen Schnurrbarts für schön und ebenmäßig. Mit seiner rundlichen Figur und dem Eierkopf ist es auch alles in den richtigen Dimensionen und er ist immer sehr penibel gekleidet. Natürlich kommt er bei jedem Mordfall auf den Mörder und seine kleinen grauen Zellen versagen nie. Mr. Satterthwaite durchschaut Hercule Poirot aber und fragt ihn, warum er manchmal gebrochen Englisch spricht und andere Male wieder ein absolut perfektes Englisch zum Besten gibt. Und da gibt Hercule Poirot zu, dass er die Engländer mit ihren eigenen Waffen schlägt. Da sie ihn für einen Ausländer halten, der anscheinend nicht alles versteht, unterhalten sie sich untereinander ungezwungener als wenn sie wüssten, dass er absolut alles verstehen kann. Dadurch erfährt das Eine oder Andere, was er unter normalen Umständen nie in Erfahrung gebracht hätte. Durch sein unglaubliches Selbstbewusstsein verunsichert er sich noch zusätzlich. Dieses Verhalten ist also tatsächlich immer geplant.

Die Morde selbst werden nicht näher ausgeführt. Es geht auch nicht übermäßig brutal zu. Etwas mysteriös ist das Verschwinden des Butlers. Insgesamt ist das Buch aber nicht grausam geschrieben und darum kann ich es auch gut für Jugendliche zum Lesen empfehlen. Die Sprache ist einfach zu verstehen und nicht zu ausschweifend. Die Gegenden und Personen werden aber sehr detailliert beschrieben. Dadurch kann man sich aber auch über jeden Einzelnen sein eigenes Bild machen. Zum Beispiel über Mr. Dacres, der mit seiner Frau bei beiden Dinnerveranstaltungen anwesend war und gern tiefer ins Glas schaut. Oder das erste Mordopfer. Pfarrer Babbington trinkt eigentlich nicht viel Alkohol, probiert aber gern mal einen Cocktail aus, was ihm aber zum Verhängnis wird. Obwohl viel so detailliert beschrieben wird, bleibt aber immer noch genügend Platz für die eigene Fantasie. Durch die vielen verschiedenen Persönlichkeiten und Wendungen in der Geschichte, lenkt Agatha Christie auch sehr überzeugend von den kleinen versteckten Details über den Mörder ab. So wird zum Beispiel der etwas merkwürdige Butler, der dann verschwindet und erst für den Mörder von Sir Bartholomew gehalten wird, genau beschrieben. Bei einigen Kleinigkeiten hätte einem wirklich beim Lesen schon auffallen können, wer der Mörder ist

Meine Weltbild Edition-Ausgabe ist schön und stabil gebunden. Das Titelbild passt perfekt zum Titel und auch zur Handlung, da ja mit Nikotingift die Morde begangen wurden. Die Seiten sind zwar ein bisschen eng bedruckt. Dafür sind die Kapitel aber nicht sehr lang und werden durch Unterabschnitte aufgelockert. So kann man sich gut das Lesen einteilen. Die Sprache ist nicht zu kompliziert.

Ich kann Nikotin wirklich zum Lesen empfehlen. Es ist ein etwas anders verlaufender Krimi von Agatha Christie. Der Mörder hilft nämlich bei der Aufklärung, natürlich immer mit dem Hintergedanken, dass er gar nicht geschnappt wird. Das Ende ist völlig unvorhersehbar. Allerdings gibt es ungefähr ein Drittel der Geschichte, wo sich die Handlung etwas zieht. Doch auch hier werden entscheidende Hinweise zur Lösung gegeben. Von mir gibt es eine doch noch recht gute Wertung von 4 Sternen.

85 Bewertungen, 15 Kommentare

  • anonym

    26.11.2011, 23:38 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    ---Herzlicher Gruß---

  • Themistokeles

    24.10.2011, 15:30 Uhr von Themistokeles
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße, Themistokeles!

  • lisa_testet

    22.10.2011, 00:41 Uhr von lisa_testet
    Bewertung: besonders wertvoll

    schönes wochenende. lg

  • Lenni26

    19.10.2011, 17:35 Uhr von Lenni26
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße, Lenni26

  • cleo1

    17.10.2011, 13:04 Uhr von cleo1
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG und einen schönen Wochenstart. lG cleo1

  • anonym

    16.10.2011, 16:48 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöne Grüsse, Talulah

  • anonym

    15.10.2011, 23:26 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    danke fürs Lesen bei mir

  • Tweety30

    15.10.2011, 14:50 Uhr von Tweety30
    Bewertung: besonders wertvoll

    BW und liebe Grüße!

  • uhlig_simone@t-online.de

    12.10.2011, 09:47 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße v. Simone, leider kein BW mehr, aber super Bericht

  • anjaangelina123

    11.10.2011, 22:20 Uhr von anjaangelina123
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße,freue mich über Gegenlesungen.

  • morla

    11.10.2011, 21:34 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^^petra

  • katjafranke

    11.10.2011, 21:22 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße von der KATJA

  • Edamia

    11.10.2011, 20:25 Uhr von Edamia
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter Bericht. schönen Abend wünsch ich dir. glg

  • tina08

    11.10.2011, 20:17 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße ... Tina

  • Lale

    11.10.2011, 19:48 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*