Chrysler 300M Testbericht

Chrysler-300m
Interieur-chrysler-300mChrysler-300m-mit-tuning-kit-grau-und-doppelauspuff-nicht-original-felgen-sind-chrysler-kennzeichenhalter-usChrysler-300m-ozeanblau-von-vornSeitenportrait
Abbildung beispielhaft
ab 50,20
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 08/2003
5 Sterne
(2)
4 Sterne
(2)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Fahreigenschaften:  sehr gut
  • Fahrkomfort:  sehr gut
  • Platzangebot:  sehr großzügig
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut

Erfahrungsbericht von zerni

Meine Begegnung mit dem Dickschiff

4
  • Fahreigenschaften:  sehr gut
  • Fahrkomfort:  sehr gut
  • Platzangebot:  sehr großzügig
  • Zuverlässigkeit:  gut
  • Besitzen Sie das Produkt?:  nein
  • Dauer des Besitzes & der Nutzung:  länger als 1 Jahr

Pro:

s. Testbericht

Kontra:

s. Testbericht

Empfehlung:

Ja

Düsseldorf-Airport am Sonntagabend irgendwann im März vor zwei Jahren. Einer dieser elendigen Workshoptermine in Holland zu Wochenbeginn, die eine Anreise am Sonntag erforderlich macht. Lustig ist das Beraterleben... .Gepäck vom Band geschnappt und zum Sixt-Counter gehetzt, reservierte C-Klasse abholen. Hatten die nicht. „Wollen sie stattdessen eine Chrysler 300 M ?“

Warum eigentlich nicht ? Schlüssel und Koffer geschnappt und ab zum Stellplatz 143. Da stand er. Ein Riesenschiff. Der 5er BMW wirkte neben ihm wie eine Einbauküche . Ein Traum in Dunkelgrünmetallic. Kampfstern Galaktika, die gummibereifte Variante.. Grinste mich förmlich mit seinem Kühlergrill an. Eingestiegen und erst einmal das bombastische Raumgefühl genossen. Selbst die E-Klasse von Mercedes ist dagegen eher knapp geschnitten.

Kurze Zündschlüsseldrehung und der V6 erwachte mit einem sonoren Grummeln. Fahrstufe D eingelegt...und erst mal Gummi gelegt. Hätte das Fräulein am Sixt-Schalter nicht sagen können, dass hier mal eben fast 260 PS auf die Vorderräder losgelassen werden ?!. Ein paar verhärmte Gestalten, die gerade ihren Miet-Astra oder –Focus abholten zeigten mir prompt einen Vogel. So what...wie sagte einst Professor Ferdinand Porsche: „Mit vollen Hosen ist halt gut stinken.“

Rauf auf die A44 und erst mal das Radio angemacht. Bisschen lauter gedreht. Und noch´n bisschen lauter...und noch´n bisschen...WOLLEN DIESE LAUTSPRECHER DENN GAR NICHT VERZERREN ?! Kurz vorm Hörsturz erklärte ich die Anlage zum Sieger. 320 WATT im Auto !!! Einem Corsa würde es glatt die Türen ausbeulen...
Weiter gings durch die Dunkelheit Richtung holländische Grenze. Selbst bei Tempo 220 kaum Windgeräusche, hervorragender Geradeauslauf...und dazu dieses unglaubliche Gefühl der Geborgenheit in den bequemen Ledersitzen. Man gerade eine halbe Stunde unterwegs und schon akut suchtgefährdet !!
Am Hotel angekommen trotz später Stunde Hälserecken auf dem Parkplatz. Dieses Auto ist ein echtes Showtalent. Montag früh dann ins Werk bei Heerlen/NL und gleich neben dem 7er BMW vom Chef geparkt. Sah zum erstenmal bei Tageslicht die wahren Dimensionen des 300er. Unglaublich wie flach und breit der gebaut ist.

Mittwoch retour bei strahlendem Sonnenschein. Und immer wieder diese ungläubigen Blicke der Fahrer auf der rechten Spur („...was war das denn für eine Flunder ?“). Kurz vor Heinsberg wurde dann ein 3er-Pilot hinter mir etwas albern (schüchterner Nötigungsversuch mit Lichthupe). Also rauf auf 235, rechts rüber und aus war´s mit dem Windschatten für den Kleinen. No further questions asked...!
In D-Dorf auf der Rheinbrücke näherte sich die Tankuhrnadel bedenklich der Reservemarke (hat das Ding denn so´n kleinen Tank ? ;-))). Bei der Abgabe am Flughafen mochte ich den Schlüssel gar nicht rausrücken. Shit...ich war infiziert ! Therapie zwecklos. Verstand sagt: Ami-Schüssel, Wertverlust, Verbrauch, Verarbeitung. Herz sagt: Autos wandern irgendwann ins Automuseum, der 300 M kriegt einen Platz im Museum of modern Arts...

Nach soviel Schwärmerei nun zu den Fakten:

THAT´S HOT:
-) Traumhaftes, einmaliges Design; ein echter Hingucker
-) Angenehmer Motor: durchzugsstark, gute Laufkultur, angemessener Verbrauch
-) Generell ein tolles Fahrgefühl; in keinem anderen Auto bin ich derart gelassen gefahren; in heutiger Zeit mit immer mehr Verrückten auf dem Strassen und immer dichterem Verkehr ein Riesenpluspunkt
-) Irres Raumgefühl dank cab forward design
-) Gute Sitze
-) Perfekte Klimaanlage (typisch für Amis)
-) Sehr gute Audioanlage mit enormer Leistung
-) Solide Fahreigenschaften: guter Geradeauslauf, neutrales Kurvenverhalten
-) Kräftig zupackende, gut dosierbare Bremsen

THAT´S NOT:
-) billig wirkende Materialien im Innenraum; hier besteht dringender Handlungsbedarf!!
-) Extrem unübersichtliche Karosserie (Tribut ans tolle Design)
-) Frontantrieb z. T. mit der Leistung überfordert (ASR packt´s nicht)
-) keine Fünfgangautomatik lieferbar
-) unübersichtliche Instrumente
-) keine konsequente Umsetzung des Retrolooks im Innenraum, nach den Instrumenten ist schluss ...was soll das ?
-) zu kleine Bedienelemente am Radio, unübersichtlich bei Dunkelheit
-) eigentlich kein Nachteil im eigentlichen Sinne: AKUTE SUCHTGEFAHR SCHON NACH DEN ERSTEN KILOMETERN

Fazit: Der Chrysler polarisiert, wie alle Autos mit einem absolut eigenständigen Design (Citroen DS und CX, BMW Z 3 Coupe usw.). Entweder man ist begeistert – so wie ich – oder man kann mit dem Ding absolut nichts anfangen.
Die kleinen Unzulänglichkeiten sieht man ihm gerade wegen seines eigenständigen Charakters gerne nach. Mit dem flimsigen Kunststoffen im Innenraum könnte ich ja noch leben. Aber für mich zählten auch Kriterien der Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit; deshalb landete ich letztenendes doch wieder bei Mercedes...sorry.

10 Bewertungen