DEUTSCHE POST AG NA O.N. (WKN555200) Testbericht

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Erfahrungsbericht von chkr112

Mit Schrott Kohle machen...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vor dem Beginn des Börsengangs für die Aktie Gelb rührte die Deutsche Post schon kräftig die Werbetrommel. Und mit den Brüdern Gottschalk haben sie einen guten, aber auch teuren Einkauf gemacht.

Ich meine die Werbespots sind ja alle recht unterhaltsam und ansprechend. Aber wohin soll das noch führen? Zu Beginn der Kampagne wurden die Spots ja noch recht einfach produziert, wenn man sich dann aber den Verlauf etwas näher betrachtet kommt einem schon das Grauen.

Nehmen wir einmal den wohl allen bekannten Spot in Italien.

Die Gebrüder Gottschalk (Thomas und Christoph) fahren im offenen Sportwagen eine Serpentine entlang. Thomas hat nur Augen für die heißen Mädels am Straßenrand, doch sein Bruder sieht nur die gelben Autos von Euro Express, ein Flugzeug (eventuell von DHL, der größte Luftexpress der Welt) und einen Frachter mit Danzas - Containern. Doch als nach ein paar Kurven eine alte Frau an der Strecke auftaucht ändert sich das Blatt, und sein Bruder Christoph hat Mitleid mit der armen Frau und nimmt sie mit.

Wenn man sich überlegt, dass für diesen Spot zwei nagelneue Merzedes Benz Sprinter sich im März auf den Weg machten nach Italien, über den Brenner in Richtung Positano an der Amalfi-Küste in Süditalien, insgesamt eine Strecke 1500 Km. Unterbringung in einem Super Hotel wie sich das natürlich gehört für Superstars, zu denen auch die Fahrzeugführer der zwei Postautos gehörten.

Doch kommen wir nun einmal zu dem neueren Spot auf der Chinesischen Mauer.

Dies ist keine Fotomontage, oder Computeranimation! Es ist Realität!!!!!

Doch zuerst zum Spot:

Die Firma Danzas hat den Auftrag 1000 Skulpturen (künstliche Müllmenschen) nach China zu transportieren, und diese auf der Chinesischen Mauer zu platzieren. Die Herren Gottschalk beschreiben den ganzen Ablauf der Aktion, und Thomas fragt seinen Bruder wer auf diesen „Schrott“ nun aufpassen soll. Christoph meinte: dazu sind wir da, setzte sich auf einen Stuhl und beauftragte seinen Bruder Thomas schon mal mit der Zählung zu beginnen. Am Schluss sieht man Thomas verschwitzt bei einer dieser Skulpturen und sagt völlig erschöpft 1000.

Analyse:

Dieser Spot kam für die Deutsche Post nicht ganz so teuer, da der Kölner HA Schult für seine Aktionskunst die Firma Danzas beauftragte die Skulpturen, die vom 19. Mai bis zum 3. Juni 2001 die Chinesische Mauer zieren soll, nach China zu befördern.

Auszug aus einer Zeitschrift:

Mit insgesamt 16 Frachtcontainern sind 1000 Skulpturen des Aktionskünslers HA Schult auf die lange Reise geschickt worden. (was für eine Verschwendung von Energie und Transportkosten für 34.000 Kilogramm geformter Müll) Der international bekannte Künstler (ich kenne ihn zwar nicht) verlässt sich dabei voll und ganz auf die Leistung von Danzas. Der Logistik-Diestleister sorgte für einen reibungslosen Transport der kunstvollen Fracht vom Rheinland bis an die Chinesische Mauer.

Meine Meinung:

Als ich den Spot zum ersten mal gesehen habe dachte ich zunächst an eine Computeranimation. Denn wer kann so bescheuert sein, und 1000 Skulpturen aus Schrott an die Chinesische Mauer zu transportieren, und dort auszustellen. Und wenn man sich überlegt, dass der „Künstler“ dafür noch Geld bekommt, geht mir der Hut hoch.
Also werde ich demnächst mal 20 leere Zahnpastatuben zusammenkleben, und diese der Post zum Kauf anbieten. Vielleicht kaufen sie sie mir ja ab, und benutzen diese als Briefbeschwerer.

Fazit:

Wozu brauchen wir Müllverbrennungsanlagen, macht ein Kunstwerk daraus, schickt es um die ganze Welt, und werdet reich damit. Die Hauptsache es ist künstlerisch wertvoll.


Gruß Christiane

18 Bewertungen, 3 Kommentare

  • virtualtino

    23.03.2002, 07:30 Uhr von virtualtino
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wer da rein gefallen ist, ist auch selber Schuld. Das war auch teilweise vor zu sehen.

  • undertaker

    23.02.2002, 15:53 Uhr von undertaker
    Bewertung: sehr hilfreich

    nur ein nützlich da es hier eigentlich um Aktien gehn sollte und nicht um Werbung, sorry denn der Bericht ist echt sehr gut.

  • vollonator

    22.02.2002, 13:57 Uhr von vollonator
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich hatte hier eigentlich etwas anderes erwartet, aber Dein Bericht ist Dir sehr gut gelungen und irgendwie doch passend.