Dampfreiniger Testbericht

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Erfahrungsbericht von Knupsi

Jetzt geb ich Gas, ähm, Dampf

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Seit gestern bin ich ENDLICH auch Besitzer eines Dampfreinigers. Nachdem ich mich jetzt schon seit Monaten in der Theorie mit der Anschaffung eines solchen Helferleins beschäftige, kamen mir jetzt die ALDI-Brüder mit ihrem gestrigen Angebot sehr entgegen. Aber mein folgender Bericht wird sich nicht mit diesem Gerät an sich auseinandersetzen. Nein, im folgenden geht es um allgemeine Sachen zum Thema Dampfreinigen.

Ich denke, zum Vorgang an sich brauche ich nicht mehr viel zu sagen: jeder weiß wohl mittlerweile, dass man mit Dampf umweltschonend, weil ohne Chemikalien, und desinfizierend reinigen kann. Die Geräte gibt es in diversen Varianten und von diversen Herstellern zu diversen (teils wirklich unverschämten) Preisen.

Will man sich einen Dampfreiniger zulegen, so sollte man meiner Meinung nach folgende Punkte beachten:

Arbeitsdruck:

Zunächst gibt es ja soweit ich weiß Dampfreiniger mit einem Arbeitsdruck von 2,7 bis 4,5 bar. Die Zahl gibt an, mit welcher Intensität der Dampf austritt. Die meisten Kärcher-Geräte haben 3,2 bar (bis auf den ganz kleinen, der hat nur 2,7 bar). Als ich im Frühjahr auf einer Messe bei uns in Aachen war, wurden an 3 verschiedenen Ständen Geräte vorgeführt, die 4,5 bar hatten. Diese waren aber auch wesentlich teurer als z.B. die Kärcher-Geräte und bewegten sich um die 900 DM. Ich denke, wenn man den Boden oder die Fenster reinigt, fällt der Druck auch gar nicht so sehr ins Gewicht, weil man dabei ja eh nicht mit voller Kraft reinigt. Wenn man aber die Power-Düse benutzt, merkt man schon einen Unterschied. Die Power-Düse ist ein Aufsatz mit einem Löchlein, aus dem der Dampf als feiner Strahl herauskommt. Mit diesem Zubehörteil kann man z.B. wunderbar Herdplatten oder die Ritzen unter dem Herdblech oder die Scharniere der Duschkabine oder oder oder super reinigen. Vor ein paar Wochen hatte ich einen Kärcher von meiner Freundin ausgeliehen, weil ich endlich mal so ein Gerät testen wollte. Als erstes habe ich die Duschkabine und den Duschschlauch gereinigt, in dessen Rillen sich immer ganz feine Partikel von meiner Haartönung absetzen, die man normalerweise mühselig rausschrubben muß. Mit dem Kärcher, der ja 3,2 bar hat, brauchte ich sehr lange, um den Schlauch sauber zu kriegen, es hat zwar funktioniert, aber gedauert. Mein Neuer hat 4 bar Arbeitsdruck und ich muß sagen, er erledigt die gleiche Arbeit wesentlich flotter. Das liegt wohl daran, dass bei höherem Druck zum einen der Strahl natürlich mehr Power hat, zum anderen hat der Kärcher mehr „gespuckt“ als kontinuierlich gestrahlt.

Man sollte also darauf achten, dass man möglichst ein Gerät mit mehr als 3,2 bar Druck kauft. Hierbei darf man sich nicht verwirren lassen, da immer zwei Werte angegeben werden, nämlich der Arbeitsdruck und der höchstzulässige Druck (ich glaube, so nannte er sich). Wichtig ist also der Arbeitsdruck.

Einfüllstutzen:

Worauf man auch achten sollte, ist, dass entweder der Einfüllstutzen für das Wasser so groß ist, dass man nichts daneben kippt, oder dass ein Trichter dabei ist. Ich weiß nicht, ob ein handelsüblicher Kunststofftrichter dafür geeignet ist, Wasser nachzufüllen, während das Teil heiß ist.

Zubehör:

Was auch schön wäre, wäre ein Fach für das Zubehörteil direkt am Gerät. Das hat meiner jetzt leider nicht, aber der Kärcher 1501 z.B. hat so ein Fach. Das macht natürlich den Wechsel der Aufsätze und die Aufbewahrung um einiges leichter. Man sollte beim Kauf auch darauf achten, dass man im Grundpreis schon so viel Zubehör wie möglich hat. Was nutzt mir ein preiswertes Gerät, wenn ich mir anschließend für viel Geld das Zubehör kaufen muß? Der Zusatzkauf einer zweiten Power-Düse ist aber in jedem Fall sinnvoll, weil man dann eine für die Toilette hat und die zweite für alles andere. Ansonsten wäre es recht ekelig…

Leistung:

Die Wattzahl ist auch nicht ganz unerheblich. Es gibt Geräte mit 1500 und mit 2250 Watt. Die schwächeren Geräte brauchen länger zum Aufheizen und es kann passieren (muß aber natürlich nicht), dass zwischendurch die Temperatur mal abfällt. Zumindest wurde mir das auf der o.g. Messe gesagt. Das Aufheizen geht bei dem Kärcher 1501 wirklich schneller als bei meinem Gerät, finde ich aber auch nicht wirklich tragisch.

Heizkesselgröße:

Je nachdem, wie groß das Haus oder die Wohnung ist, die man putzen will, sollte man ein Gerät wählen, das einen entsprechend großen Wassertank hat, denn auch hier gibt es Unterschiede. Hat man einen zu kleinen Wassertank, so kann es passieren, dass man 2 bis 3 mal nachfüllen muß während man putzt, und das hält natürlich auf, wenn das Aufheizen so lange dauert. Da lasst Ihr Euch am besten beraten.


So, ich denke, dass sind die Sachen, auf die man bei der Anschaffung achten sollte.

Zusatztips:

Wenn man dann ein solches Gerät hat, gibt es auch noch ein paar Sachen zu sagen:

Brillenträger aufgepasst! Solltet Ihr noch zu den Nur-Brillenträger gehören, solltet Ihr Euch direkt Kontaktlinsen zu dem Reiniger dazu kaufen. Sonst kommt es zu dem gleichen Effekt, den es hat, wenn man im Winter in einen Bus steigt. Man sieht nichts mehr. Ich habe damals zuerst mit Brille angefangen und hatte gleich doppelt zu kämpfen: zum einen beschlug meine Brille, zum anderen konnte ich eh wenig sehen, weil ja überall Dampf war!

A propos überall Dampf: Fenster aufmachen wäre wirklich sinnvoll. Die Feuchtigkeit des Dampfes schlägt sich sonst überall nieder und sorgt für Saunaklima in der Wohnung. Ihr solltet also wirklich nur bei offenem Fenster arbeiten (zumindest, wenn ein höherer Druck eingeschaltet ist), das erhöht dann auch die Chance, dass Ihr sehen könnt, was Ihr gerade sauber macht! ;-)

Zur Bodenreinigung: zum einen sollte man bei Laminat- oder Parkettböden nur die niedrigste Stufe an Dampf wählen, weil diese Böden ja nicht zu feucht werden dürfen. Am besten wischt Ihr dann schnell drüber ohne Euch lange an einer Stelle aufzuhalten. Es ist auch eigentlich nicht nötig, öfters hin und her zu wischen, wie beim normalen Putzen. Es sei denn, man hat mal wirklich hartnäckige Flecken. Weiterhin kann ich Euch nur empfehlen, zum Bodenputzen ein Microfasertuch unterzuspannen, damit habt Ihr die besten Erfolge. Diese Erfahrung habe ich zumindest gemacht.

So, ich denke, das war es erst einmal. Vielleicht fallen Euch ja selber noch Sachen ein, auf die man achten sollte, dann wäre es nett, wenn Ihr sie mir im Kommentar verraten könntet!

Fröhliches Putzen weiterhin!

Anja

12 Bewertungen