Monty Python - Das Leben des Brian (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von LosGatos

Biblische Geschichte aus der Sicht eines Underdogs

Pro:

total schräg

Kontra:

es gibt sicher auch Leute, die es nicht mögen, wenn die Bibel durch den Kakao gezogen wird

Empfehlung:

Ja

Hey Folks,

wie geht\'s euch? Was schaut ihr denn so betreten? Ist euch das Lachen vergangen? Keine Angst, ich will kein Passfoto von euch machen. Sagt bloß, ihr habt noch nie jemand am Kreuz hängen sehen! Ach so, eh ich\'s vergesse, mein Name ist Brian und ich bin 33 Jahre alt. Ja, heute hat mein letztes Stündchen geschlagen. Na und? Ich nehm\' so was ganz locker. Kommt ja nicht alle Tage vor, dass man so am Kreuze baumelt. Und ich bin ja nicht alleine hier. Ich bin in netter Gesellschaft, was das Gekreuzigtsein angeht. Und da wir in guter Stimmung sind, singen wir auch ganz vergnügt zusammen:

\"Always look on the bright side of Life\"
pfeifpfeif
\"Always look on the light side of Life\"

Wie es zu allem kam, wollt ihr wissen? Na ja, da muss ich etwas ausholen. Genau genommen begann mein Leben nämlich mit meiner Geburt. Und wie gesagt, das ist ja jetzt schon 33 Jahre her. Nein, keine Angst, ich erzähle euch jetzt nicht meine ganze Leidensgeschichte. Ich habe auch bei keiner Internetwahl verloren und triefe jetzt nicht vor Selbstmitleid. Bei so einer Kreuzigung muss man einfach mal mitgemacht haben.

Also, geboren wurde ich am 24.12. vor ca. 2000 Jahren. Wann genau, da streiten sich die Gelehrten. Ihr meint, dann kann es nicht sein, dass ich erst 33 bin? Na ja, ich bin ja schon ein paar Jährchen tot. Aber das nur am Rande. Geboren wurde ich jedenfalls in Bethlehem in einem Kuhstall. Klingelt\'s? Kommt euch irgendwie bekannt vor? Nein, nicht dass ihr mich da mit dem anderen verwechselt. Aber eben damit begann mein Lebens- und Leidensweg. Nämlich damit, dass ich verwechselt wurde. Da kamen doch drei als Könige verkleidete Typen daher, einer von ihnen war gar ein Neger. Kann aber sein, dass der sich auch nur angemalt hatte. Sie hatten einen Haufen Geschenke dabei, mit denen sie sich bei meiner Mutter einschleimen wollten. Ja, ich sage euch, die Geschichte des Schleimens ist tatsächlich schon weit mehr als 2000 Jahre alt. Und die Schleimspur reicht bis heute. Vorsicht, Rutschgefahr! Dann haben die drei aber gemerkt, dass nebenan bei einer anderen Geburt so richtig Partystimmung war. Da war nämlich eine Weltsensation passiert. Eine angebliche Jungfrau namens Maria hatte einen Sohn bekommen! Und ein gewisser Josef, den die nie rangelassen hatte, schaute jetzt dumm aus der Wäsche. Die Geschenke haben die drei Faker meiner armen Mama auch wieder weggenommen.

Aber wie gesagt, ich will euch ja nicht mit meinem ganzen Lebenslauf langweilen. Ich überspringe einfach 33 Jahre und verrate euch sozusagen nur den Schluss.

Es ist Samstag Nachmittag. Beste englische Tea-Time. Ich bin mit Mama unterwegs. Und was muss ich da sehen? Unser Nachbarsjunge, dieser Jesus, der am gleichen Tag wie ich zur Welt kam und der sich dann die ganze Myrrhe und den anderen Plunder unter den Nagel gerissen hatte, der hatte es im weiteren Verlauf irgendwie besser getroffen als ich. Der war richtig zum Superstar geworden. Auch an diesem Samstag-Nachmittag gab er wieder eine Vorstellung. Mama und ich sind aber nicht bis zum Schluss geblieben, weil wir ja unbedingt noch zur Steinigung wollten. Das ist nämlich eine Mordsgaudi im wahrsten Sinne des Wortes. Besonders bei den Frauen ist das sehr beliebt. Der Haken ist nur, dass Weibsvolk da nicht hindarf. Das ist so ähnlich wie bei diesen englischen Komikern, Monty Python und seinen Freunden, da sind nämlich auch keine Frauen dabei. Was nicht heißt, dass da nie Frauen mitspielen. Nix kapito? Ist doch ganz einfach, Mann kann sich doch auch als Frau verkleiden. Die sehen dann aus wie Mama zum Beispiel. Also, diese Monty Pythons sind so was ähnliches wie Otto Waalkes auf englisch statt auf ostfriesisch, nur blöder. Und bei der Steinigung ist es umgekehrt, da dürfen eben nur Männer zuschauen. Deshalb gibt es extra am Eingang einen Verkaufsstand, wo die Frauen sich Bärte kaufen können zum Umhängen. Und schöne Wurfgeschosse natürlich. Fast hätte ich es vermasselt, weil ich da gerade \"Mama\" gesagt habe. Unter uns gesagt, Mama war aber nicht die einzige Frau bei der Steinigung, da waren fast nur Frauen unter den Zuschauern. Fast wären die aufgeflogen, weil die ihre Stimmen nicht vernünftig verstellt haben. Aber alles ging gut, und die Steinigung war affengeil.

Dann hat uns gleich ein arbeitsloser Ex-Leprakranker angebettelt. Natürlich war mal wieder unser Nachbarskind schuld. Wegen seiner Wunderheilerei hat der doch Leprakranke geheilt, und dann hatten die armen Schlucker doch gleich keine Arbeit mehr. Mama hat mir dann gestanden, dass mein Vater nicht der ist, von dem sie immer erzählt hatte. Stattdessen bin ich ein Besatzungskind und mein Vater ist ein Römer. Hatte ich mir wegen meiner langen Nase aber schon immer gedacht. Obwohl ich also ein bisschen aussehe wie einer dieser verhassten Römer, gelang es mir, Mitglied einer Untergrundbewegung, der Volksfront von Judäa (VVJ) zu werden. Da musste ich mich erst mal durch Basisarbeit hochdienen, indem ich römerfeindliche Parolen an Häuserwände schmieren sollte. Dummerweise haben die Römer mich dabei nicht nur erwischt, das Schlimme war vor allem, dass mein Latein grammatikalisch nicht so ganz astrein ist. Mit Vocativ und Imperativ habe ich so meine Probleme. Zur Strafe musste ich die Parolen hundertmal in korrektem Latein auf die Wände schreiben. Als ich dann endlich fertig war, hat das einigen Römern auch wieder nicht gepasst. Und die sind mir nach. Aber wisst ihr, wer mich gerettet hat? Die Judith von der VVJ! Auf die hatte ich die ganze Zeit schon ein Auge geworfen. Dazu gleich mehr. Aber dann haben mich die Römer doch erwischt und mich in den Kerker gesteckt. Schließlich wurde ich zu dem schwulen Ober-Römer, einem gewissen Caesar vorgeführt. Der hatte nicht nur einen Sprachfehler, sondern hatte eigentlich nur Schwanzus Longus im Kopf.

Immer wieder muss ich vor Römern fliehen, später aber auch vor einer riesigen Anhängerschar, weil die mich mal wieder mit dem Nachbarsjungen verwechseln und glauben, ich könnte Wunder vollbringen. Auch lerne ich das Feilschen. Aber ich lerne vor allem eins, nämlich, wie man es einer Frau ordentlich besorgt. Jedenfalls komme ich von Judith ein paar Tage lang nicht mehr runter. Wären bestimmt noch ein paar geile Nummern dazugekommen, wenn Mama uns nicht erwischt hätte. Und als ich auch noch Revolutionsführer werden soll, da haben sie mich wieder die Römer. Ich muss wieder zu dem dämlichen Caesar, der mir immer noch nicht glauben will, dass ich ein Römer bin. Ein halber zumindest. Aber dafür weiß ich ja - Judith sei Dank - inzwischen wenigstens, was Schwanzus Longus ist. Doch zum Schluss bleibt die Kreuzigung mir nicht erspart. Aber das wisst ihr ja schon. Auch hier gilt: \"Jeder nur ein Kreuz\".....

Wenn ihr mir das alles nicht so recht glauben und lieber mit eigenen Augen erleben wollt, dann könnt ihr euch das selber noch mal ansehen. Monty Python und seine Freunde haben nämlich mein Leben 1979 unter der Regie von Terry Jones verfilmt. Und das Beste ist, das Ganze gibt es sogar als DVD! Die 90 Minuten sind auf 32 Kapitel verteilt. Da könnt ihr noch mal erleben, wie Monty Python Römer, biblische Geschichte und die Sitten und Bräuche aller Länder durch den Kakao zieht. Dieses Feuerwerk an Gags mit Lachgarantie wird bei euch selten Langeweile aufkommen lassen. Es ist ja klar, dass es den Ton im englischen Original und auf Deutsch gibt. Wenn ihr euch aber mal was ganz Besonderes antun wollt, dann schaltet doch einfach mal auf Ungarisch. Total cool, sage ich euch. Und wer da auch nichts versteht, für den gibt es schließlich noch holländische, französische, italienische Untertitel und viele mehr. Natürlich darf Hebräisch hier auch nicht fehlen. Dazu liefert die DVD noch Zusatzinfos von den Dreharbeiten und ein paar Trailer über den Schmarrn, den die Monty Pythons sonst noch im Programm haben, wie z.B. \"Die Ritter der Kokosnuss\" und andere.

Wenn euch das dann gefallen hat, dann könnt ihr natürlich auch gerne für mich voten, und zwar auf www.brian-winner.de.vu . Alle, die dort nicht gewinnen, bekommen übrigens als Trost einen Klunker. Dann gibt es hoffentlich nur noch zufriedene Gesichter.

Und jetzt alle:
\"Always look on the bright side of Life\"
pfeifpfeif
\"Always look on the light side of Life\"…………

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 17.9.2005
Veröffentlicht außer bei Ciao derzeit nur noch bei Yopi

32 Bewertungen, 5 Kommentare

  • AICHI

    27.11.2010, 11:42 Uhr von AICHI
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht - Mal etwas ganz anderes zu lesen... hat mir wirklich Spaß gemacht :-) SH

  • Baby1

    31.03.2006, 12:07 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    super geschrieben LG Anita

  • sindimindi

    21.10.2005, 00:53 Uhr von sindimindi
    Bewertung: sehr hilfreich

    *lach*..."Schmarrn", ist bei den meisten Machwerken von MP wohl der angemessene Begriff...;-) <br/>RS

  • topfmops

    20.09.2005, 16:16 Uhr von topfmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    herrlicher film, besonders die latrinische rechtschreibreform.

  • morla

    17.09.2005, 19:49 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich