Der Eulenspiegel Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Ralfisko
Eimerweise Häme und Spott für Öffenlichkeits-Geile
Pro:
Verschont nichts und niemanden
Kontra:
Könnte bekannter sein
Empfehlung:
Ja
Diese Satirezeitschrift hat es mir echt angetan.
Vor einigen Monaten gaffte mich Angela Merkel
verunstaltet von der Titelseite derselben an. Ja, ich
weiß, verunstaltet sieht sie auch so schon aus.
Der hat Zeichner sich alle Mühe gegeben, das
Ergebnis noch krasser ausfallen zu lassen. Und es
ist ihm gelungen.
Das war im Ostseebad Koserow in einem
Zeitschriftenladen. Nach dem Lesen hatte ich Nacken-
beschwerden vom vielen heftigen Nicken beim Lesen.
Aussprüche und Verhaltensweisen von Politikern und
anderen Motten, die ans Licht streben, werden satirisch
auf das Heftigste aufs Korn genommen. Die Personen
des Öffentlichen Lebens kommen alles in allem noch gut
weg, wenn man bedenkt, dass die lichtgeilen geflügelten
Insekten idealerweise mit der Fliegenklatsche um die Ecke
gebracht werden. Zum Vergleich wäre doch schlecht vorstellbar,
dass Angela Merkel nach gewohnt \"inhaltsreicher\" Ansprache
erst mal eine Tracht Prügel mit dem Baseballschläger bekommt.
Aber nicht nur die Merkel bekommt ihr Fett weg. Alle, ausnahmslos
alle, die irgendwie öffentlich besonders auffällig sind, werden einer
genaueren satirischen Betrachtungsweise unterzogen. Egal, ob Ossi
oder Wessi, Fußballer, Politiker oder Showstar - Dran kommen sie alle.
Und das ist gut so.
In einem Bericht über den Eulenspiegel (aus dem Jahre 2000) las ich,
dass die Redakteure viel zu angepasst und nur scheinbar kritisch seien.
Aus 2000 ist mir die monatlich erscheinende Satirehetze zwar nicht bekannt;
kann aber versichern, dass eine Speikobra vergleichsweise harmlos gegen
Spott und Häme des Jahres 2003 ist, die der Eulenspiegel über seine
Schreibopfer gleich kübelweise ausgießt.
Beispiele gefällig? In der neuesten Ausgabe muss sich die Bundesrepublik ihrem
Zustand nach mit einem Wartezimmer vergleichen lassen. So warten
sie laut Eulenspiegel darauf, dass es Weihnachten wird, die Sparkasse ihren
Disporahmen erhöht, oder dass der Kanzler vor das Volk tritt und sagt: \"Meine
Damen und Herren, Sie haben sich nun lange genug von meiner Unfähigkeit
überzeugen können, ich trete zurück!\"
Den Vogel schoss eine Zeichnung aus der letzten Ausgabe ab, übrigens vom
als \"Dagobert\" bestens bekannten Arno Funke. Dort steht sie, besser gesagt kniet
sie ganz in Lewinski-Manier vor Herrn George \"Dabbelju\" Bush und wischt sich
mit einem Tuch das Gesäuge vom Mund. Der mit zufrieden verklärtem Gesichts-
ausdruck Zigarrenwolken blasende George Dabbelju lässt keinen Zweifel darüber
aufkommen, dass soeben etwas von höchst devoter Natur passiert sein muss.
Am meisten beeindruckt hat mich die praktische Betrachtungsweise der
Durchführung von Foltererlaubnis bei Verhören in der vorletzten Ausgabe.
Von Vergewaltigungsandrohungen durch einen stattlichen Neger oder
Schläge mit der Siebenschwänzigen, zur Herbeiführung des Erinnerungsvermögens
des Verhörten, war dort die Rede. Empfohlen von einem der fähigsten Deutschen Amtsaussitzer, Roland Koch.
Ein Leser sah eine Ausgabe später in der Politik praktische Anwendungsmöglichkeiten.
So könnte man Wetten darauf abschließen, nach wievielen Schlägen mit der
Siebenschwänzigen Helmut Kohl die - vergessenen, verschwiegenen, ehrenwerten -
Spender preisgibt. Und der Eulenspiegel fragt sich im Essay, wo man denn die vielen
Neger für die Vergewaltigungen herkriegen solle.
Der Eulenspiegel hat Schulheftformat und Format obendrein. Haut alles und jeden in
Pfanne. Ist unbestechlich, jedoch käuflich.
Stückpreis € 2,50
Jahresabo 25,50
Verlagsadresse:
Redaktion EULENSPIEGEL, Gubener Str. 47, 10243 Berlin
Fax 030 29 34 63 21
Vor einigen Monaten gaffte mich Angela Merkel
verunstaltet von der Titelseite derselben an. Ja, ich
weiß, verunstaltet sieht sie auch so schon aus.
Der hat Zeichner sich alle Mühe gegeben, das
Ergebnis noch krasser ausfallen zu lassen. Und es
ist ihm gelungen.
Das war im Ostseebad Koserow in einem
Zeitschriftenladen. Nach dem Lesen hatte ich Nacken-
beschwerden vom vielen heftigen Nicken beim Lesen.
Aussprüche und Verhaltensweisen von Politikern und
anderen Motten, die ans Licht streben, werden satirisch
auf das Heftigste aufs Korn genommen. Die Personen
des Öffentlichen Lebens kommen alles in allem noch gut
weg, wenn man bedenkt, dass die lichtgeilen geflügelten
Insekten idealerweise mit der Fliegenklatsche um die Ecke
gebracht werden. Zum Vergleich wäre doch schlecht vorstellbar,
dass Angela Merkel nach gewohnt \"inhaltsreicher\" Ansprache
erst mal eine Tracht Prügel mit dem Baseballschläger bekommt.
Aber nicht nur die Merkel bekommt ihr Fett weg. Alle, ausnahmslos
alle, die irgendwie öffentlich besonders auffällig sind, werden einer
genaueren satirischen Betrachtungsweise unterzogen. Egal, ob Ossi
oder Wessi, Fußballer, Politiker oder Showstar - Dran kommen sie alle.
Und das ist gut so.
In einem Bericht über den Eulenspiegel (aus dem Jahre 2000) las ich,
dass die Redakteure viel zu angepasst und nur scheinbar kritisch seien.
Aus 2000 ist mir die monatlich erscheinende Satirehetze zwar nicht bekannt;
kann aber versichern, dass eine Speikobra vergleichsweise harmlos gegen
Spott und Häme des Jahres 2003 ist, die der Eulenspiegel über seine
Schreibopfer gleich kübelweise ausgießt.
Beispiele gefällig? In der neuesten Ausgabe muss sich die Bundesrepublik ihrem
Zustand nach mit einem Wartezimmer vergleichen lassen. So warten
sie laut Eulenspiegel darauf, dass es Weihnachten wird, die Sparkasse ihren
Disporahmen erhöht, oder dass der Kanzler vor das Volk tritt und sagt: \"Meine
Damen und Herren, Sie haben sich nun lange genug von meiner Unfähigkeit
überzeugen können, ich trete zurück!\"
Den Vogel schoss eine Zeichnung aus der letzten Ausgabe ab, übrigens vom
als \"Dagobert\" bestens bekannten Arno Funke. Dort steht sie, besser gesagt kniet
sie ganz in Lewinski-Manier vor Herrn George \"Dabbelju\" Bush und wischt sich
mit einem Tuch das Gesäuge vom Mund. Der mit zufrieden verklärtem Gesichts-
ausdruck Zigarrenwolken blasende George Dabbelju lässt keinen Zweifel darüber
aufkommen, dass soeben etwas von höchst devoter Natur passiert sein muss.
Am meisten beeindruckt hat mich die praktische Betrachtungsweise der
Durchführung von Foltererlaubnis bei Verhören in der vorletzten Ausgabe.
Von Vergewaltigungsandrohungen durch einen stattlichen Neger oder
Schläge mit der Siebenschwänzigen, zur Herbeiführung des Erinnerungsvermögens
des Verhörten, war dort die Rede. Empfohlen von einem der fähigsten Deutschen Amtsaussitzer, Roland Koch.
Ein Leser sah eine Ausgabe später in der Politik praktische Anwendungsmöglichkeiten.
So könnte man Wetten darauf abschließen, nach wievielen Schlägen mit der
Siebenschwänzigen Helmut Kohl die - vergessenen, verschwiegenen, ehrenwerten -
Spender preisgibt. Und der Eulenspiegel fragt sich im Essay, wo man denn die vielen
Neger für die Vergewaltigungen herkriegen solle.
Der Eulenspiegel hat Schulheftformat und Format obendrein. Haut alles und jeden in
Pfanne. Ist unbestechlich, jedoch käuflich.
Stückpreis € 2,50
Jahresabo 25,50
Verlagsadresse:
Redaktion EULENSPIEGEL, Gubener Str. 47, 10243 Berlin
Fax 030 29 34 63 21
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