Der Untergang (DVD) Testbericht




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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von linnie
In memoriam
Pro:
beeindruckende schauspielerische Leistungen, regt sehr zum Nachdenken an, realistisch ohne zu beschönigen, keine Minute ist langweilig oder überflüssig, überzeugende Regiearbeit, wichtiges Thema
Kontra:
der Film beruht auf wahren Geschehnissen
Empfehlung:
Ja
Schon vor einiger Zeit sah ich im Kino den Trailer zum Film „Der Untergang“ und war sofort gespannt auf diesen Film und vor allem auf die Darstellung Hitlers in einem modernen deutschen Film. Auch aufgrund der durchweg positiven Kritiken und der Präsenz des Themas in großen deutschen Zeitschriften war „Der Untergang“ für mich fast ein Pflichtbesuch im Kino.
** Inhalt
Der Film beginnt im Jahre 1942, in welchem Hitler eine Sekretärin sucht. Des Nachts bestellt er einige Kandidatinnen zu sich in die Wolfsschanze, um sich seine Sekretärin auszusuchen. Bei ihrer ersten Vorstellung fragt er lediglich nach ihrem Namen und ihrer Herkunft und entscheidet sich dann für die Münchenerin Traudl Humps (später: Junge), obwohl ihre Schreibmaschinenkünste nicht gerade die besten sind.
Danach gibt es einen Zeitsprung ins Jahr 1945 zu Hitlers 56. Geburtstag. Der Krieg ist nahezu verloren, die Russen stehen östlich von Berlin und Adolf Hitler ist sichtlich gealtert, seine Haare sind grau und seine linke Hand zittert unaufhörlich. Immer mehr Schreckensmeldungen kommen von der Ostfront, an der nur noch wenige Deutsche mit schwindender Munition gegen die Russen in den Kampf ziehen. Die Lage ist auch hier schon fast aussichtslos, doch Hitler will sich nicht entmutigen lassen, immer wartet er darauf, dass sich zwei Armeen zusammen schließen und den Russen einen entscheidenden Schlag zufügen können. Hitler will nicht kapitulieren, das stellt er immer wieder seinen Generälen gegenüber klar.
Hitler zieht sich in seinen Führerbunker unter der Reichskanzlei in Berlin zurück, nur noch wenige seiner ehemaligen Anhänger bleiben bei ihm, so auch seine Sekretärin Traudl Junge und seine junge Freundin Eva Braun. Diese hat ihren Lebensmut noch nicht verloren, sie verantstaltet Tanzparties, während Berlin unter Artilleriebeschuss steht. Doch bald sieht auch Eva Braun ein, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen ist, obwohl ihr Vertrauen in Hitler grenzenlos zu sein scheint.
Inzwischen ist auch Magda Goebbels mit ihren insgesamt sechs Kindern zu ihrem Mann in den Bunker gezogen. Magda sieht allerdings keine Zukunft für ihre kleinen Kinder in einer Zeit nach dem Nationalsozialismus, so beschließt sie, ihre Kinder eigenhändig zu vergiften. Die Situation wird immer schlimmer, die Russen rücken immer näher und kreisen schließlich Berlin ein, aber die erhofften deutschen Armeen bleiben aus...
** Allgemeines zum Film
Regie: Oliver Hirschbiegel
Produzent: Bernd Eichinger
basiert auf: Joachim Fest: „Der Untergang“ und Traudl Junge: „Bis zur letzten Stunde“
Soundtrack: Stephan Zacharias
Genre: Drama
Verleih: Constantin Film AG
Länge: 155 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
* Cast:
Bruno Ganz: Adolf Hitler
Alexandra Maria Lara: Traudl Junge
Corinna Harfouch: Magda Goebbels
Ulrich Matthes: Goebbels
Juliane Köhler: Eva Braun
Heino Ferch: Albert Speer
Christian Berkel: Dr. Schenk
Matthias Habich: Prof. Dr. Werner Haase
Thomas Kretschmann: Herman Fegelein
Michael Mendl: General Weidling
Andre Hennicke: SS-Gruppenführer Mohnke
Ulrich Noethen: Heinrich Himmler
Birgit Minichmayr: Gerda Christian
Rolf Kanies: General Hans Krebs
Justus von Dohnanyi: General Burgdorf
Dieter Mann: Feldmarschall Wilhelm Keitel
Christian Redl: General Alfred Jodl
u.v.m.
Offizielle Filmhomepage: http://www.untergang.film.de
Auf der Homepage des Filmes finden sich nicht nur interessante Informationen über den Film und die Darsteller, sondern auch ein ausführliches Lehrhaft für die Jahrgänge 10 bis 13, das zur Verarbeitung des Filmes und der gezeigten Geschichte beitragen soll.
** Kritik
Gleich vorweg muss ich gestehen, dass mich dieser Film so tief beeindruckt hat wie seit langem kein anderer Film. Während des Abspanns saß ich tränenüberströmt im Kino, hinterher war ich sprachlos und in der Nacht nach dem Kinobesuch konnte ich nicht schlafen. Der Untergang ist dermaßen realistisch verfilmt worden, dass ich die halbe Nacht über den Film nachdenken musste und immer noch entsetzt bin über das, was ich dort gesehen habe. Der Film wird erzählt aus der Sicht von Traudl Junge, die am Ende des Filmes auch nochmal zu Wort kommt und über ihre eigene Schuld reflektiert. Traudl Junge kam als 22jährige in den Dienst des Führers und erlebte die damalige Welt aus ihrer eigenen begrenzten Sicht, nach eigener Aussage wusste sie nichts über das wirkliche Ausmaß der Katastrophe und auch nichts über die sechs Millionen vergasten Juden aus den Konzentrationslagern. Während des zweiten Weltkrieges kamen insgesamt 50 Millionen Menschen ums Leben, was mehr als der Hälfte der heutigen deutschen Bevölkerung entspricht. Das wirkliche Ausmaß des Nationalsozialismus wurde sicherlich erst der nachfolgenden Generation bewusst, die objektiv die damalige Zeit reflektieren konnte.
Der Film befasst sich schwerpunktmäßig mit den Geschehnissen nach dem 20. April 1945 und dem Leben im Führerbunker. So sieht man immer wieder Hitler in Gesprächen mit seinen militärischen Führungskräften, die sich seinen Befehlen teilweise widersetzen wollen, weil ihnen die Lage hoffnungslos erscheint, doch Hitler reißt sie mit seinen unmissverständlichen Befehlen immer wieder auf seine Seite. Er glaubt bis zum bitteren Ende an die nahende Verstärkung seiner Armee, auf vorrückende Truppen, die die Russen doch noch besiegen können. Hitler schafft es mit seinen Wutausbrüchen und seinem energischen Vorgehen, einige seiner Anhänger mit seiner Hoffnung anzustecken. So glaubt auch Eva Braun bis zum Schluss an ihren Führer und dass er Recht behalten wird. Aus der Sicht des heutigen Kinobesuchers ist diese Hoffnung allerdings völlig unverständlich.
Sehr interessant fand ich diese militärischen Taktikgespräche, da sie überzeugend Hitlers Wahnsinn und seine Überzeugungskraft verdeutlichten. Obwohl den meisten Generälen bekannt war, wie aussichtslos die Lage ist, glaubten sie an ihren Führer und ließen sich von seiner Euphorie immer wieder anstecken. Für mich ist es absolut unglaublich, wie man so verblendet sein konnte, dass man nicht bemerkt hat, dass der Krieg doch eigentlich schon verloren war, doch der Film versuchte engagiert, dieses Problem zu verdeutlichen. Hitler zeigt in vielen Szenen seine Rücksichslosigkeit und Entschlossenheit, denn er will keine Gnade walten lassen gegenüber Schwachen und Verrätern, so bleibt er sogar hartnäckig, als Eva Braun ihn bittet, einen Bekannten zu verschonen, doch auch seiner Lebensgefährtin kann er diesen Wunsch nicht erfüllen. Er lebt nur nach seinen eigenen Zielen.
Beeindruckend war auch eine Szene mit dem Führer und Albert Speer, in welcher Hitler darüber sinniert, dass die Bomben auf Berlin auch ihr Gutes haben, denn da bereits die Russen die Stadt verwüstet haben, würde es Hitler leichter fallen, die Stadt nach dem Krieg wieder aufzubauen und nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Dabei streicht Hitler liebevoll über ein Modell seines „Traum-Berlins“ und stellt seine Wunschvorstellung vor. Speer hat dieses Modell für Hitler entworfen, steht allerdings recht sprachlos hinter seinem eigenen Modell und macht dadurch deutlich, dass er an dessen Verwirklichung nicht mehr glauben mag. Hitler dagegen scheint völlig verblendet und will von seinem Traum nicht loslassen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den menschlichen Schicksalen, die sich dort im Bunker abspielten, so blieben einige Frauen bis zum Ende im Bunker, weil sie den Führer nicht im Stich lassen wollten, obwohl sie wahnsinnige Angst hatten und nicht mehr an den Endsieg glaubten. Sehr eindrucksvoll war dabei die Figur der Eva Braun, die Adolf Hitler blind vertraute und völlig verblendet noch im schwersten Artilleriefeuer Parties feierte und tanzen wollte. Ihr Verhalten war dabei so übertrieben, dass die darunterliegende Angst doch recht klar hervortrat. Gerade die Charakterzeichnung gefiel mir besonders gut, so versuchte der Film auch, Magda Goebbels' Verhalten verständlich zu machen, die eines Nachts ihre sechs Kinder vergiftete. Bis zu einem gewissen Punkt wurde sogar das Charisma des Führers deutlich, das dazu geführt hat, dass fast ein ganzes Volk ihm bis zum bitteren Ende folgte. Dennoch bin ich nicht der Meinung, dass Adolf Hitlers Verhalten verharmlost und seine Person vermenschlicht wurde. Sein Wahnsinn kam sehr deutlich zum Ausdruck. Auch kurz vor der Kapitulation fiel vor Hitler noch eine junge Frau auf ihre Knie und bat ihn darum, nicht aufzugeben und weiter für den Endsieg zu kämpfen. In dieser Szene wurde einmal wieder die völlige Verzweiflung des deutschen Volkes deutlich.
Neben Traudl Junge begleitete der Film außerdem einen kleinen Jungen durch die letzten Kriegshandlungen. So erledigte dieser kleine Junge zunächst noch zwei russische Panzer mit der Panzerfaust und wurde dafür vom Führer geehrt, bis ihm dann sein einarmiger Vater darum bat, lieber vor dem Feind zu fliehen, da der Krieg sowieso hoffnungslos verloren sei. Diesen Jungen sieht man später wieder mitten in den schlimmsten Kampfhandlungen und zwischen Leichen im Gefechtsgraben. Wie mag dieser kleine Junge solche Kindheitserlebnisse wohl verarbeitet haben?
In einem weiteren Erzählstrang begleitet man den Arzt Dr. Schenk durch das ausgestorbene Berlin bis in ein überfülltes Lazarett, in welchem Prof. Haase schwer verletzte Menschen operiert. Der Arzt versucht bis zum Schluss, den Menschen klarzumachen, dass es nichts mehr bringt, für einen bereits verlorenen Krieg sein Leben zu opfern. Doch obwohl seine Worte in meinen Ohren so logisch klangen, wurden sie im Film nur selten angehört.
Der Untergang beschönigte nichts und war so dermaßen realistisch verfilmt, dass der Film mir meinen Schlaf geraubt hat. Mich hat der Film sprachlos gemacht und mich nochmals darüber nachdenken lassen, dass bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen rechtsradikale Parteien in beide Landtage eingezogen sind. Auch heute noch scheint die rechte Szene eine Faszination auf Jugendliche auszuüben...
Besonders hervorzuheben sind klar die schauspielerischen Leistungen des Filmes. Allen voran ist hier Bruno Ganz zu nennen, der Adolf Hitler verkörperte und dieses so lebensecht, als ob man den echten Führer vor sich hätte. Hier stimmte wirklich alles, Ganz übernahm nicht nur perfekt Gestik und Sprache des ehemaligen Führers, sondern überzeugte vor allem durch die Gefühlsregungen, die sich in seinem Gesicht widerspiegelten. So durchlief Ganz die unterschiedlichsten Emotionen und bewies, dass er Wut und Verzweiflung ebenso überzeugend spielen kann wie Entschlossenheit und Trauer. Bruno Ganz dominierte klar diesen Film und spielte wahrscheinlich die Rolle seines Lebens. Ich wüsste nicht, was er hätte besser oder anders machen sollen! Vorher hatte ich ob der Darstellung Hitlers klare Bedenken, denn wie stellt man einen solchen Menschen dar, der Millionen von Menschen auf dem Gewissen hat und einen aussichtslosen und rücksichtslosen Krieg führte? Man darf ihn nicht nur als Monster hinstellen, denn das würde nicht erklären, warum der Großteil des deutschen Volkes hinter ihm stand. Man musste also deutlich machen, was seine Faszination ausmachte und man musste versuchen, zu erklären, warum Hitler es schaffen konnte, zum Führer zu werden. Dies ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen, auch wenn es natürlich immer schwierig bleibt, eine solche Person zu beurteilen und auch wenn man dem Film vielleicht vorwerfen mag, dass man Hitler zu menschlich dargestellt hat...
In einer weiteren Hauptrolle war Alexandra Maria Lara als Traudl Junge zu sehen. In ihrem Umkreis spielt sich alles ab, sie lebt bis zur Kapitulation bei Hitler im Bunker, da sie ihren Führer nicht im Stich lassen wollte, doch hinterher muss auch sie einsehen, dass sie verblendet gewesen ist. Alexandra Maria Lara macht durch ihr Spiel deutlich, dass Traudl Junge damals eine unschuldige und unwissende junge Frau gewesen ist, die nicht wusste, worauf sie sich überhaupt einlässt. In Laras großen braunen Augen ist oftmals das Entsetzen und die Angst zu sehen, wenn das Artilleriefeuer zu hören ist und Berlin unter Beschuss steht. Lara verkörpert überzeugend Hitlers Sekretärin, solche unschuldigen Rollen liegen Alexandra Maria Lara einfach.
Sehr gut gefallen hat mir darüber hinaus auch Juliane Köhler als Eva Braun, die nach außen hin optimistisch bleibt und an Hitler glaubt, doch durch ihr übertriebenes Handeln wurde für mich deutlich, dass sich hinter der Fassade immer mehr Angst breitmacht und auch Eva Braun einsehen muss, dass der Krieg verloren ist. Zum Ende hin sieht man auch sie ihr Testament schreiben, mit Fortschreiten des Filmes wird sie immer ernster und ängstlicher, das Wechselbad der Gefühle, in dem Eva Braun gelebt haben muss, wird hier sehr deutlich.
Vergessen darf man auch nicht das Ehepaar Goebbels, das seine sechs Kinder mit in den Bunker nimmt und dem Führer bis zum Ende treu ergeben bleibt, denn auch Goebbels will auf keinen Fall kapitulieren auch nicht nach dem Selbstmord des Führers. Dominierend sind hier Ulrich Matthes' Augen, die den Wahnsinn und die Eiseskälte, die sich dahinter verbergen mehr als überzeugend herüberbringen. Auch Corinna Harfouch weiß wie immer zu überzeugen, sie spielt die ernste und überzeugte Nationalsozialistin, die ihre Kinder opfert, damit diese nicht mehr leben müssen in einer Welt ohne Nationalsozialismus. Ihre Rolle ist zwar nur recht klein, doch füllt Harfouch diese wie gewohnt gut aus, auch wenn sie neben dem starren Blick ihres Filmpartners manchmal ein wenig verblassen mag.
Vor der Regieleistung muss man wirklich den Hut ziehen, denn der Untergang ist realistischer, als man sich an mancher Stelle wünschen mag. Die Bombenattacken auf Berlin zeigen überdeutlich den Schrecken des Krieges, vor allem, wenn man die Kinder sieht, die auf deutscher Seite kämpfen müssen, weil die Männer bereits gefallen sind. Wenn die Bomben einschlagen, so wackelt mitunter das Bild, sodass es wirkt, wie mit einer Handkamera aufgenommen. Hier hat man das Gefühl, als ob die Bomben wirklich direkt neben der Kamera eingeschlagen wären. Auch werden Bilder von Verwundeten im Lazarett gezeigt, während mit der Säge Gliedmaßen abgetrennt werden und die Ärzte blutüberströmt daneben stehen. Die Kamera bleibt sogar dabei, wenn sich verzweifelte Menschen selbst erschießen, kein Schrecken wird verharmlost, man ist mitten im Geschehen dabei und muss angesichts der gezeigten Bilder manchmal zur Seite schauen. Mitten im Film gibt es einen Moment der Ruhe, in der kein Artilleriefeuer zu hören ist und Eva Braun, Traudl Junge und Gerda Christian den Bunker verlassen zu können. Sie atmen frische Luft ein, wandern durch eine kleine Parkanlage und zünden sich eine Zigarette an. Genau in diesem Moment geht wieder der Alarm los und die drei Frauen müssen zurück in den Bunker flüchten. Es wird überdeutlich, dass der Schrecken des Krieges omnipräsent ist, denn auch während der Tanzparty schlägt eine Bombe ein und beendet sofort das kleine Gelage.
Krass fand ich teilweise die Gegensätze in den benachbarten Szenen, so sieht man beispielsweise einige Generäle, die sich im Bunker betrinken, weil das Ende des Krieges bevorsteht. Im Raum daneben lässt sich derweil Hitler erklären, wie er sich am effektivsten selbst das Leben nehmen kann. So stehen hier verzweifeltes Vergnügen und absolutes Entsetzen direkt nebeneinander.
Der Soundtrack untermalt dabei sehr dezent und kaum auffällig das Geschehen, an keiner Stelle überdeckt die Musik die gezeigten Bilder, die Musik wurde sehr behutsam eingesetzt. Im Abspann werden die wichtigsten Personen nochmals gezeigt und ihre weiteren Lebensdaten kurz aufgelistet, so kann man verfolgen, wer in Kriegsgefangenschaft geraten ist und wann die Hauptpersonen gestorben sind.
Insgesamt hat mich dieser Film wirklich schwer beeindruckt, das Entsetzen angesichts der gezeigten Katastrophe und den menschlichen Schicksalen wurde immer größer, gleichzeitig musste ich an vielen Stellen voller Unverständnis den Kopf schütteln, weil ich nicht glauben konnte, wie blind die Menschen damals gewesen sein mussten. Obwohl der Film über zweieinhalb Stunden dauert, wurde keine Minute langweilig und ausnahmsweise machte das Cinemaxx dieses Mal keine Pause in diesem überlangen Film, wobei ich auch nicht glauben kann, dass viele Kinobesucher mittendrin noch Lust auf Popcorn bekommen haben... Der Untergang zeigt eine Geschichte, die meine Generation glücklicherweise nicht mehr erleben musste, die man aber dennoch nicht vergessen darf. Der Lehrwert dieses Filmes kann also nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Der Film ist ab 12 Jahren freigegeben, darf allerdings auch schon von Kindern ab 6 Jahren besucht werden, sofern sie sich in der Begleitung ihrer Eltern befinden. Ich kann nur ganz klar davon abraten, mit jüngeren Kindern in diesen Film zu gehen, da die gezeigten Bilder nur schwer zu verarbeiten sind und auch von 12jährigen Kindern nicht unreflektiert angesehen werden sollten. Der Untergang zeigt brutale und erschreckende Szenen, in der verwundete Menschen mit teilweise fehlenden Gliedmaßen eingeblendet werden, die Altersfreigabe von mindestens 12 Jahren sollte daher unbedingt beachtet werden. Außerdem hoffe ich, dass Eltern oder Lehrer mit Jugendlichen über den Film reden, nachdem sie ihn angeschaut haben.
** Geschichtliches
Am 19. März 1945 gibt Hitler den Befehl zur Zerstörung der deutschen Infrastruktur, damit für den Feind nichts mehr übrig bleibt.
Am 22. April 1945 erleidet Hitler bei einer militärischen Lagebesprechung einen Schwächeanfall, er sieht ein, dass der Krieg verloren ist, glaubt sich aber von seinem Führungsstab verraten. Auch auf Drängen Bormanns, Keitels und Görings hin weigert er sich, Berlin zu verlassen, da er sich nicht „auf einem Bauernhof verstecken will“.
Hitler denkt über die ideale Methode zum Selbstmord nach und verteilt Zyankalikapseln an seine Vertrauten im Bunker.
Am 29. April 1945 heiraten Hitler und Eva Braun im Bunker. Am Tag darauf begehen beide Selbstmord. Ihre Leichen werden auf Hitlers Wunsch hin verbrannt, damit sie nicht dem Feind in die Hände fallen.
Am 7. Mai 1945 ergeben sich alle deutschen Truppen im Rahmen einer Gesamtkapitulation, die Generaloberst Jodl gegenüber Eisenhower unterzeichnet, am 9. Mai unterschreibt Keitel die bedingungslose Kapitulation gegenüber der Roten Armee.
** Zu Traudl Junge
Traudl Humps wird 1920 in München geboren. Mit 22 Jahren möchte sie unbedingt nach Berlin und findet dort im November 1942 eine Anstellung als Privatsekretärin Adolf Hitlers. 1943 heiratet Traudl Humps den SS-Offizier Hans Hermann Junge, der am 13. August 1944 in der Normandie fällt. An Hitlers 56. Geburtstag merkt Traudl Junge, dass der Führer selbst nicht mehr an den Endsieg glaubt. Er befiehlt seinen Sekretärinnen die Flucht aus Berlin, doch Traudl Junge und Gerda Christian bleiben im Führerbunker. Kurz vor Kriegsende schenkt Hitler den beiden Frauen eine Zyankalikapsel und bedauert es, dass er ihnen kein schöneres Geschenk machen kann. Am 28. April 1945 diktiert der Führer seiner Privatsekretärin sein persönliches und politisches Testament. In der Nacht vom 1. auf den 2. Mai flieht Traudl Junge zusammen mit den meisten Menschen, die noch im Bunker leben, durch die U-Bahnschächte. Am 9. Juni gerät Traudl Junge in sowjetische Gefangenschaft, aus der sie jedoch fliehen kann, 1947 wird sie entnazifiziert. In ihrem Buch „bis zur letzten Stunde“ berichtet sie über ihre Zeit als Hitler-Sekretärin. Traudl Junge stirbt am 11. Februar 2002 kurz nach Erscheinen ihres Buches.
** Fazit
„Der Untergang“ zeigt einen wichtigen Abschnitt deutscher Geschichte und beschönigt dabei nichts, der Film will menschliche Schicksale aufzeigen und vielleicht auch einige Erklärungsversuche geben. Der Film hat volle fünf Sterne und eine uneingeschränkte Empfehlung verdient und ich denke, dass der Film unbedingt in der Schule thematisiert werden sollte, um auch die heutige Jugend für dieses Thema zu sensibilisieren. Der Untergang überzeugt durch großartige schauspielerische Leistung und gelungene Regieführung, das Thema „Hitler“ wurde dabei für meine Begriffe sehr glaubwürdig behandelt, ohne die Person des Führers und seine Taten zu verharmlosen. Auch wenn das Ende des zweiten Weltkrieges fast 60 Jahre zurück liegt, ist dieses Thema in Deutschland noch lange nicht verjährt...
Unbedingt anschauen und darüber nachdenken!
„Der Krieg ist verloren!“ rief Hitler. „Aber wenn Sie, meine Herren, glauben, dass ich Berlin verlasse, irren Sie sich gewaltig! Eher jage ich mir eine Kugel durch den Kopf.“
54 Bewertungen, 6 Kommentare
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04.10.2004, 12:01 Uhr von KleineKrabbe1
Bewertung: sehr hilfreich... zu einem Film, der unter die Haut geht. An dem Abend, als ich ihn guckte, fand ich ihn teilweise zu langatmig und war froh, als er irgendwann vorbei war. Allerdings wirkte dieser Film nach... nächsten Tag begann ich nachzudenken. Im Prinzip wu&szl
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25.09.2004, 20:09 Uhr von April
Bewertung: sehr hilfreichSehr ausführlicher Bericht! Der Film hat mich auch sehr zum Nachdenken angeregt, wobei mich natürlich speziell die Szenen, in welchen die unschuldigen Opfer gezeigt wurden, sehr bewegten. Die schauspielerische Leistung sämtlicher Darsteller
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21.09.2004, 20:56 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichDen will ich auch noch sehen. Supi Bericht, hast dir sehr viel Mühe gegeben. LG Anne
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21.09.2004, 20:16 Uhr von Madrianda
Bewertung: sehr hilfreich...vor Deinen fantastischen Beitrag. Sehr ausführlich, nach allen Seiten ausgeleuchtet. Einfach gigantisch. Wir werden uns den Film sicher auch ansehen. Auch wenn ich insgesamt der Meinung bin, dass Deutschland als solches auf weiten Strecken noch nic
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21.09.2004, 19:11 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreich... wenn ich es a bisserl anders sehe: ein grandioser Beitrag.
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21.09.2004, 17:59 Uhr von helko2000
Bewertung: sehr hilfreich... bin scchon ganz gespannt, hat ja viele gute Kritiken bekommen
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