Erfahrungsbericht von Mausbaer1977
Der Fahrgast - ein Fremdwort
Pro:
manchmal fährt ein Zug
Kontra:
zu viel zum Zusammenfassen
Empfehlung:
Nein
Neulich als ich mal wieder Bahn fahren wollte...
Ein bitterer Beschwerdebericht!
Heute schreibe ich nicht mal ein neues Rezept, sondern über etwas, worüber ich mich letztens tierisch geärgert habe: die Deutsche Bahn.
Und dieser Bericht ist mir wichtig, um einfach mal Dampf abzulassen, weil das, was sich die in letzter Zeit erlauben wirklich unter aller Kanone ist.
Vorab muss ich sagen, dass ich nicht alleine die Deutsche Bahn anspreche, sondern unter Anderem auch den MVV bzw. MVG (die sind hier in München für den ÖPNV zuständig).
In München herrscht zur Zeit Chaos. Die Stammstrecke zwischen Laim und Ostbahnhof ist wochentags ab 21 Uhr und am Wochenende vollständig gesperrt und es verkehrt unregelmäßiger Ersatzverkehr. Hierfür ist der MVV zuständig, der in Sachen S-Bahn mit der Deutschen Bahn gemeinsame Sache macht.
Dann gibt’s da noch eine zweite Baustelle zwischen Allach und irgendwo hinter Dachau, hier wird die neue ICE-Trasse gebaut. Und zwar von der Deutschen Bahn.
Soviel vornweg, das sollte man wissen, aber ganz von vorne.
Am Samstag also war es mal wieder soweit, ich wollte mit meiner besten Freundin Susi (sie ist die Frau von ET übrigens, daher die Bekanntschaft) richtig weggehen und beschloss, meinen Mann in seine alte Heimat nach Ulm, zu seinen Spezeln zu schicken, damit auch er mal wieder einen draufmachen kann.
Weil er längere Autofahren nicht mag und Zugfahren auch billiger kommt, wenn man alleine reist, entschloss er sich, sich im Internet eine geeignete Zugverbindung zu suchen und die Tickets auch gleich zu buchen.
Die Homepage der Deutschen Bahn möchte ich nicht groß beschreiben, klickt einfach www.deutsche-bahn.de an, dann landet Ihr genau richtig.
Man kann also seine gewünschte Verbindung nach Abfahrts- oder auch nach Ankunftszeit suchen, dann werden einem verschiedene Möglichkeiten, die sich im Zeitrahmen befinden angezeigt. Kreuzt man dann für seine Lieblingsverbindung das Kästchen an, erhält man Informationen, wo man gegebenenfalls umsteigen muss, wann der Zug abfährt, wann er ankommt und auch auf welchem Gleis. Und außerdem ist angezeigt, ob die Verbindung noch verfügbar oder schon ausgebucht ist, ferner erfährt man den Preis. Prozente für Frühbucher sind gleich beinhaltet.
Die Verbindung war recht schnell gefunden, die Rückfahrt auch. Also geht’s weiter zum online-buchen. Man kommt auf eine Formular-Seite, die man ausfüllen muss. Unter Anderem muss man eine Bahncard-Nummer eingeben. Da mein Mann und ich aber ganz schrecklich oft Bahn fahren, so dreimal im Jahr, haben wir alles nur keine Bahncard. Schlussendlich fanden wir heraus, dass ohne Bahncard eine Buchung online nicht möglich ist. Erster Aufreger, denn Service ist das sicher nicht! Mal abgesehen davon, dass mir eine Freundin erzählt hat, die eine Bahncard besitzt, dass die selbst ausgedruckten Tickets nicht von jedem Kontrolleur akzeptiert werden, weil die sie teilweise gar nicht kennen! Was sagt man jetzt dazu?
Aber weiter im Text. Wir riefen also die kostenlose Hotline an und erreichten eine leicht genervte Person, die uns ebendies, dass man ohne Bahncard nur telefonisch oder am Schalter buchen könne, mitteilte. Sie bot uns an, uns zur Kartenreservierung durchzustellen, die aber nicht mehr ganz so kostenlos ist (12 Ct die Minute!). Wir lehnten dankend ab und am nächsten Tag machte mein Mann sich höchstpersönlich auf den Weg zum Fahrkartenschalter am Münchner Hauptbahnhof.
Mit dem Internet-Ausdruck inklusive Preisangabe bewaffnet reihte er sich in die wartende Schlange ein. Nach fast einer halben Stunde Wartezeit war auch er dann endlich mal an der Reihe. Trotz Vorlegen der gewünschten Zugverbindung erhielt er die falschen Tickets! Richtiger Ort aber falsche Zeit. Er hat’s zum Glück gleich am Bahnhof noch bemerkt. Also noch mal zurück und wieder anstellen. Ne viertel Stunde später war er wieder an der Reihe. Diesmal wollte ihm die Angestellte das falsche Abfahrtsdatum unterjubeln, was meinem Mann diesmal aber sofort auffiel, denn der Reisepreis sollte wesentlich höher sein als im Internet angegeben (um 15 EUR!). Irgendwas musste da also falsch sein. Auf die Frage hin, bekam er die Antwort, dass es nur 10 % Rabatt gibt, weil er so spät buche. Erst auf sein Drängen hin, dass das Abreisedatum noch über 10 Tage in der Zukunft läge, hat sie verstanden, dass es noch 40 % Rabatt bei dieser Fahrt gibt!
Der Tag rückte immer näher, am 29.03.2003 um 14.34 Uhr sollte der Zug vom Münchner Hauptbahnhof Richtung Ulm losfahren. Und da er ja aus Dachau los musste, suchten wir uns also eine Verbindung von Dachau nach München (diese Strecke ist Bestandteil unseres Monatstickets für den Münchner ÖPNV), sodass mein Mann den Zug gut erwischen würde: 14.01 Uhr Abfahrt in Dachau mit der Regionalbahn von Ingolstadt nach München, Ankunft 17 Minuten später in München, also 14.18 Uhr. Genügend Zeit, um ans andere Gleis zu kommen und den Anschlusszug zu erwischen!
Pustekuchen! Der Zug selber fuhr schon pünktlich in Dachau ein, nur weiter fuhr er erst mal nicht. Niemand hatte vorher Bescheid gegeben, dass in Allach die Gleise gesperrt waren und nur ein Gleis zur Verfügung für den Schienenverkehr einwärts UND auswärts stand. Die Bahnhofsdurchsage sprach von mindestens 15 Minuten Verspätung. Und da ich auch schon wieder mit dem Auto weg war, blieb ihm nix anders übrig, als erst mal zu warten. Und vielleicht seinen Anschlusszug zu verpassen. Zum Glück ging’s dann doch relativ schnell weiter, sodass er seinen Zug am Hauptbahnhof noch erwischte.
Als ich ein paar Stunden später los wollte, passierte mir genau dasselbe, nur dass ich es nicht so eilig hatte, denn für mich war in München ja Endstation. Trotzdem ärgerlich, 15 Minuten in einem Zug zu sitzen und zu warten und nicht zu wissen, wann man jetzt endlich mal weiter fährt.
Das war die Hinfahrt.
Nun zur Rückfahrt, und die schlägt dem Fass den Boden aus!
Wir verabredeten uns um 14.18 Uhr am Hauptbahnhof, weil da der Zug meines Mannes wieder ankommen sollte. Und ich wollte ihn abholen und dann mit der S-Bahn zurück nach Dachau. Nachdem ich ein paar Minuten vorher da war, besorgte ich mir einen Plan über die Ersatzlinien, weil ja am Wochenende nichts normal fährt (siehe oben). Dieser Plan sagte mir, dass zu jeder Stunde um 19, 39 und 59 eine S-Bahn vom Hauptbahnhof Richtung Dachau fahren würde. Die um 14.39 Uhr sollte es also sein.
Nachdem mein Mann angekommen war, packten wir gleich unseren Kram zusammen und machten uns auf den Weg zum Starnberger Flügelbahnhof, einem Seitenteil des Hbf. Dort standen schon Service-Kräfte vom MVV bereit, um genaue Informationen über die Abfahrtsgleise zu geben. Fragste doch gleich mal nach dacht ich mir uns spazierte zu einer nett wirkenden Dame. „Entschuldigung bitte“ (ich bin ein höflicher Mensch) „auf welchem Gleis fährt bitte die S-Bahn nach Petershausen ab?“ – ein Zögern – „Die fährt auf Gleis 35 aber nur bis Allach, weil da die Gleise gesperrt sind“ kam die Antwort. „Wie bitte?“ – „Die fährt nur bis Allach“. Super. Erst schreiben sie’s in den Plan, dann fährt sie nicht wohin sie sollte! Nun gut, ratter ratter ratter, überleg... da fährt doch ein Zug nach Ingolstadt um 14.52, der auch in Dachau hält. Der dürfte dann etwa zeitgleich wie geplant ankommen. „Fährt dann wenigstens der Zug um 14.52 nach Ingolstadt?“ – „Ja, der fährt von Gleis 22“. Wir also wieder zurück zum Mittelteil des Hbf, schwer bepackt versteht sich. Auf Gleis 22 angekommen sagt uns die Anzeigentafel: „14.52 Uhr nach Ingolstadt fällt aus“. Das sollte wohl ein Scherz sein! Wir also zum Info Point gelatscht, immer schon schwer bepackt und dort auf den nächsten freien Mitarbeiter gewartet. „Entschuldigung bitte. Der Zug nach Ingolstadt, fährt der nun oder nicht? Die Dame vom MVV da hinten sagt, er fährt“. Prompte Antwort: „Steht doch an der Anzeigentafel, dass er ausfällt“. Wie freundlich. Frag ich also „was fährt denn dann überhaupt nach Dachau“ ahnend, dass wir hier noch eine Zeit lang fest sitzen würden. Aber die Dame antwortete prompt: „Nehmen Sie den Zug um 14.38 Uhr von Gleis 24, der fährt nach Nürnberg und hält ausnahmsweise in Dachau“. Ihr glaubt nicht, wie schnell wir unsere Sachen gepackt haben und zum Zug gelaufen sind, denn zu dem Zeitpunkt war es ja schon 14.35 Uhr! Aber erwischt haben wir ihn noch und daheim angekommen sind wir auch.
Aber meine Geschichte soll hier noch nicht zu Ende sein!
Heute Morgen stand ich wie jeden Tag um 6 Uhr auf, um pünktlich zu meinem Zug in die Arbeit zu kommen, der um 6.41 Uhr abfahren sollte. Da stand ich also am Gleis mit zwei Kolleginnen als der Zug einfuhr. Mitsamt einer Durchsage, dass man nicht wisse, wann’s weiter gehe Richtung München! Ausnahmsweise haben wir mal einen netten Fahrer erwischt, der uns ständig auf dem Laufenden hielt, wenn’s was Neues gab. Mit gut einer halben Stunde Verspätung wurde uns mitgeteilt, dass wir noch zusätzlich in Karlsfeld, Allach und Obermenzing halten würden, also alles einsteigen, was dahin muss, etwas später sagte man uns, dass wir nun doch über den Moosacher Bahnhof fahren würden und vor dem Hauptbahnhof gar nicht mehr halten würden. Also die Karlsfelder, Allacher und Obermenzinger wieder raus. Dann ging’s endlich los und als wir mit einer halben Stunde Verspätung am Hbf ankamen, sagte der Fahrer nur „dass alle aussteigen müssen brauch ich nicht sagen, da seid’s eh froh drum...“
Und warum hatten wir Verspätung? Weil die Baustelle in Allach vom Sonntag zwar bis vier Uhr früh geräumt sein sollte, es aber um siebene immer noch nicht war. Und übrigens um neune auch nicht, denn irgendwann im Lauf des Vormittags kam ein Kollege (auch aus Dachau) schimpfend rein und beschwerte sich, dass auch sein Zug Verspätung hatte.
Soviel zur Pünktlichkeit, zum Service und zur Zuverlässigkeit der Deutschen Bahn!
Anmerkung:
Zugegeben, im Großen und Ganzen sind die Verbindungen von und nach Dachau recht ordentlich und meistens fahren die Züge auch ziemlich pünktlich. Und ich weiß auch, dass wir in München froh sein müssen, so einen gut ausgebauten ÖPNV zu haben, aber seit die ICE-Trasse gebaut wird, gibt’s täglich Verspätungen, morgens wie abends, im Sommer wie im Winter. Und dann steht man am Bahnsteig und friert und wartet auf eine Durchsage, aber die kommt nicht. Und so wartet man dann also, bis vielleicht mal ein Zug kommt. Und wenn man sich mal beschweren will, heißt’s nur: schauen Sie unsere AGB an (darin steht nämlich nix vom Pünktlichsein!)
Einen schönen Abend noch an alle, ich zumindest geh jetzt ins Bett!
Ein bitterer Beschwerdebericht!
Heute schreibe ich nicht mal ein neues Rezept, sondern über etwas, worüber ich mich letztens tierisch geärgert habe: die Deutsche Bahn.
Und dieser Bericht ist mir wichtig, um einfach mal Dampf abzulassen, weil das, was sich die in letzter Zeit erlauben wirklich unter aller Kanone ist.
Vorab muss ich sagen, dass ich nicht alleine die Deutsche Bahn anspreche, sondern unter Anderem auch den MVV bzw. MVG (die sind hier in München für den ÖPNV zuständig).
In München herrscht zur Zeit Chaos. Die Stammstrecke zwischen Laim und Ostbahnhof ist wochentags ab 21 Uhr und am Wochenende vollständig gesperrt und es verkehrt unregelmäßiger Ersatzverkehr. Hierfür ist der MVV zuständig, der in Sachen S-Bahn mit der Deutschen Bahn gemeinsame Sache macht.
Dann gibt’s da noch eine zweite Baustelle zwischen Allach und irgendwo hinter Dachau, hier wird die neue ICE-Trasse gebaut. Und zwar von der Deutschen Bahn.
Soviel vornweg, das sollte man wissen, aber ganz von vorne.
Am Samstag also war es mal wieder soweit, ich wollte mit meiner besten Freundin Susi (sie ist die Frau von ET übrigens, daher die Bekanntschaft) richtig weggehen und beschloss, meinen Mann in seine alte Heimat nach Ulm, zu seinen Spezeln zu schicken, damit auch er mal wieder einen draufmachen kann.
Weil er längere Autofahren nicht mag und Zugfahren auch billiger kommt, wenn man alleine reist, entschloss er sich, sich im Internet eine geeignete Zugverbindung zu suchen und die Tickets auch gleich zu buchen.
Die Homepage der Deutschen Bahn möchte ich nicht groß beschreiben, klickt einfach www.deutsche-bahn.de an, dann landet Ihr genau richtig.
Man kann also seine gewünschte Verbindung nach Abfahrts- oder auch nach Ankunftszeit suchen, dann werden einem verschiedene Möglichkeiten, die sich im Zeitrahmen befinden angezeigt. Kreuzt man dann für seine Lieblingsverbindung das Kästchen an, erhält man Informationen, wo man gegebenenfalls umsteigen muss, wann der Zug abfährt, wann er ankommt und auch auf welchem Gleis. Und außerdem ist angezeigt, ob die Verbindung noch verfügbar oder schon ausgebucht ist, ferner erfährt man den Preis. Prozente für Frühbucher sind gleich beinhaltet.
Die Verbindung war recht schnell gefunden, die Rückfahrt auch. Also geht’s weiter zum online-buchen. Man kommt auf eine Formular-Seite, die man ausfüllen muss. Unter Anderem muss man eine Bahncard-Nummer eingeben. Da mein Mann und ich aber ganz schrecklich oft Bahn fahren, so dreimal im Jahr, haben wir alles nur keine Bahncard. Schlussendlich fanden wir heraus, dass ohne Bahncard eine Buchung online nicht möglich ist. Erster Aufreger, denn Service ist das sicher nicht! Mal abgesehen davon, dass mir eine Freundin erzählt hat, die eine Bahncard besitzt, dass die selbst ausgedruckten Tickets nicht von jedem Kontrolleur akzeptiert werden, weil die sie teilweise gar nicht kennen! Was sagt man jetzt dazu?
Aber weiter im Text. Wir riefen also die kostenlose Hotline an und erreichten eine leicht genervte Person, die uns ebendies, dass man ohne Bahncard nur telefonisch oder am Schalter buchen könne, mitteilte. Sie bot uns an, uns zur Kartenreservierung durchzustellen, die aber nicht mehr ganz so kostenlos ist (12 Ct die Minute!). Wir lehnten dankend ab und am nächsten Tag machte mein Mann sich höchstpersönlich auf den Weg zum Fahrkartenschalter am Münchner Hauptbahnhof.
Mit dem Internet-Ausdruck inklusive Preisangabe bewaffnet reihte er sich in die wartende Schlange ein. Nach fast einer halben Stunde Wartezeit war auch er dann endlich mal an der Reihe. Trotz Vorlegen der gewünschten Zugverbindung erhielt er die falschen Tickets! Richtiger Ort aber falsche Zeit. Er hat’s zum Glück gleich am Bahnhof noch bemerkt. Also noch mal zurück und wieder anstellen. Ne viertel Stunde später war er wieder an der Reihe. Diesmal wollte ihm die Angestellte das falsche Abfahrtsdatum unterjubeln, was meinem Mann diesmal aber sofort auffiel, denn der Reisepreis sollte wesentlich höher sein als im Internet angegeben (um 15 EUR!). Irgendwas musste da also falsch sein. Auf die Frage hin, bekam er die Antwort, dass es nur 10 % Rabatt gibt, weil er so spät buche. Erst auf sein Drängen hin, dass das Abreisedatum noch über 10 Tage in der Zukunft läge, hat sie verstanden, dass es noch 40 % Rabatt bei dieser Fahrt gibt!
Der Tag rückte immer näher, am 29.03.2003 um 14.34 Uhr sollte der Zug vom Münchner Hauptbahnhof Richtung Ulm losfahren. Und da er ja aus Dachau los musste, suchten wir uns also eine Verbindung von Dachau nach München (diese Strecke ist Bestandteil unseres Monatstickets für den Münchner ÖPNV), sodass mein Mann den Zug gut erwischen würde: 14.01 Uhr Abfahrt in Dachau mit der Regionalbahn von Ingolstadt nach München, Ankunft 17 Minuten später in München, also 14.18 Uhr. Genügend Zeit, um ans andere Gleis zu kommen und den Anschlusszug zu erwischen!
Pustekuchen! Der Zug selber fuhr schon pünktlich in Dachau ein, nur weiter fuhr er erst mal nicht. Niemand hatte vorher Bescheid gegeben, dass in Allach die Gleise gesperrt waren und nur ein Gleis zur Verfügung für den Schienenverkehr einwärts UND auswärts stand. Die Bahnhofsdurchsage sprach von mindestens 15 Minuten Verspätung. Und da ich auch schon wieder mit dem Auto weg war, blieb ihm nix anders übrig, als erst mal zu warten. Und vielleicht seinen Anschlusszug zu verpassen. Zum Glück ging’s dann doch relativ schnell weiter, sodass er seinen Zug am Hauptbahnhof noch erwischte.
Als ich ein paar Stunden später los wollte, passierte mir genau dasselbe, nur dass ich es nicht so eilig hatte, denn für mich war in München ja Endstation. Trotzdem ärgerlich, 15 Minuten in einem Zug zu sitzen und zu warten und nicht zu wissen, wann man jetzt endlich mal weiter fährt.
Das war die Hinfahrt.
Nun zur Rückfahrt, und die schlägt dem Fass den Boden aus!
Wir verabredeten uns um 14.18 Uhr am Hauptbahnhof, weil da der Zug meines Mannes wieder ankommen sollte. Und ich wollte ihn abholen und dann mit der S-Bahn zurück nach Dachau. Nachdem ich ein paar Minuten vorher da war, besorgte ich mir einen Plan über die Ersatzlinien, weil ja am Wochenende nichts normal fährt (siehe oben). Dieser Plan sagte mir, dass zu jeder Stunde um 19, 39 und 59 eine S-Bahn vom Hauptbahnhof Richtung Dachau fahren würde. Die um 14.39 Uhr sollte es also sein.
Nachdem mein Mann angekommen war, packten wir gleich unseren Kram zusammen und machten uns auf den Weg zum Starnberger Flügelbahnhof, einem Seitenteil des Hbf. Dort standen schon Service-Kräfte vom MVV bereit, um genaue Informationen über die Abfahrtsgleise zu geben. Fragste doch gleich mal nach dacht ich mir uns spazierte zu einer nett wirkenden Dame. „Entschuldigung bitte“ (ich bin ein höflicher Mensch) „auf welchem Gleis fährt bitte die S-Bahn nach Petershausen ab?“ – ein Zögern – „Die fährt auf Gleis 35 aber nur bis Allach, weil da die Gleise gesperrt sind“ kam die Antwort. „Wie bitte?“ – „Die fährt nur bis Allach“. Super. Erst schreiben sie’s in den Plan, dann fährt sie nicht wohin sie sollte! Nun gut, ratter ratter ratter, überleg... da fährt doch ein Zug nach Ingolstadt um 14.52, der auch in Dachau hält. Der dürfte dann etwa zeitgleich wie geplant ankommen. „Fährt dann wenigstens der Zug um 14.52 nach Ingolstadt?“ – „Ja, der fährt von Gleis 22“. Wir also wieder zurück zum Mittelteil des Hbf, schwer bepackt versteht sich. Auf Gleis 22 angekommen sagt uns die Anzeigentafel: „14.52 Uhr nach Ingolstadt fällt aus“. Das sollte wohl ein Scherz sein! Wir also zum Info Point gelatscht, immer schon schwer bepackt und dort auf den nächsten freien Mitarbeiter gewartet. „Entschuldigung bitte. Der Zug nach Ingolstadt, fährt der nun oder nicht? Die Dame vom MVV da hinten sagt, er fährt“. Prompte Antwort: „Steht doch an der Anzeigentafel, dass er ausfällt“. Wie freundlich. Frag ich also „was fährt denn dann überhaupt nach Dachau“ ahnend, dass wir hier noch eine Zeit lang fest sitzen würden. Aber die Dame antwortete prompt: „Nehmen Sie den Zug um 14.38 Uhr von Gleis 24, der fährt nach Nürnberg und hält ausnahmsweise in Dachau“. Ihr glaubt nicht, wie schnell wir unsere Sachen gepackt haben und zum Zug gelaufen sind, denn zu dem Zeitpunkt war es ja schon 14.35 Uhr! Aber erwischt haben wir ihn noch und daheim angekommen sind wir auch.
Aber meine Geschichte soll hier noch nicht zu Ende sein!
Heute Morgen stand ich wie jeden Tag um 6 Uhr auf, um pünktlich zu meinem Zug in die Arbeit zu kommen, der um 6.41 Uhr abfahren sollte. Da stand ich also am Gleis mit zwei Kolleginnen als der Zug einfuhr. Mitsamt einer Durchsage, dass man nicht wisse, wann’s weiter gehe Richtung München! Ausnahmsweise haben wir mal einen netten Fahrer erwischt, der uns ständig auf dem Laufenden hielt, wenn’s was Neues gab. Mit gut einer halben Stunde Verspätung wurde uns mitgeteilt, dass wir noch zusätzlich in Karlsfeld, Allach und Obermenzing halten würden, also alles einsteigen, was dahin muss, etwas später sagte man uns, dass wir nun doch über den Moosacher Bahnhof fahren würden und vor dem Hauptbahnhof gar nicht mehr halten würden. Also die Karlsfelder, Allacher und Obermenzinger wieder raus. Dann ging’s endlich los und als wir mit einer halben Stunde Verspätung am Hbf ankamen, sagte der Fahrer nur „dass alle aussteigen müssen brauch ich nicht sagen, da seid’s eh froh drum...“
Und warum hatten wir Verspätung? Weil die Baustelle in Allach vom Sonntag zwar bis vier Uhr früh geräumt sein sollte, es aber um siebene immer noch nicht war. Und übrigens um neune auch nicht, denn irgendwann im Lauf des Vormittags kam ein Kollege (auch aus Dachau) schimpfend rein und beschwerte sich, dass auch sein Zug Verspätung hatte.
Soviel zur Pünktlichkeit, zum Service und zur Zuverlässigkeit der Deutschen Bahn!
Anmerkung:
Zugegeben, im Großen und Ganzen sind die Verbindungen von und nach Dachau recht ordentlich und meistens fahren die Züge auch ziemlich pünktlich. Und ich weiß auch, dass wir in München froh sein müssen, so einen gut ausgebauten ÖPNV zu haben, aber seit die ICE-Trasse gebaut wird, gibt’s täglich Verspätungen, morgens wie abends, im Sommer wie im Winter. Und dann steht man am Bahnsteig und friert und wartet auf eine Durchsage, aber die kommt nicht. Und so wartet man dann also, bis vielleicht mal ein Zug kommt. Und wenn man sich mal beschweren will, heißt’s nur: schauen Sie unsere AGB an (darin steht nämlich nix vom Pünktlichsein!)
Einen schönen Abend noch an alle, ich zumindest geh jetzt ins Bett!
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