Erfahrungsbericht von christianauss
wäre ich doch besser mit dem Auto gefahren
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Hallo Ihr Lieben,
Jetzt habe ich ja wirklich sehr lange nichts mehr von mir hören lassen. Es tut mir wirklich sehr leid, wenn sich einige von Euch Sorgen gemacht haben sollten, aber es war wohl mal an der Zeit, eine Auszeit zu nehmen, da mir alles etwas zu viel geworden ist und ich etwas mehr Zeit für mich und meinen Schatz haben wollte. Näheres zur Begründung wird sicher noch folgen. Aber ein neues Jahr bringt ja immer viel Neues mit sich, so auch den Wiedereinstieg hier bei Euch.
Auch so eine Auszeit hat natürlich seine Vorteile. Man erlebt nämlich so einiges, was einem dann wieder die Möglichkeit gibt, das erlebte hier aufzuschreiben und Euch so an dieser Zeit teilhaben zu lassen. Als Erstes möchte ich Euch von einer Bahnreise erzählen, die ich eines schönen Sonntags (es war der 01.12.2002) in dem Intercity 621 zwischen Bielefeld und Köln antrat. Ich hatte das Wochenende bei meinem Schatz verbracht und begab mich für die Rückreise in die Hände der Deutschen Bahn AG. Da diese Reise noch vor Einführung der neuen Gebührenordnung erfolgte, konnte ich noch bequem über Internet buchen und mir meinen Fahrschein selbst am PC ausdrucken. Der Reisespaß kostete für die Hin- und Rückfahrt 40,00 €. Ein Preis, der heute leider nicht mehr zu bekommen ist. Auch die Sitzplatzreservierung, die nach dem alten Bahnkonzept noch kostenlos mitgebucht werden konnte, ist heute leider nur noch mit einem Aufpreis von 2,60 € pro Strecke zu haben.
Kommen wir aber nun zu meiner Rückreise: Schweren Herzens trennte ich mich an diesem Sonntag von meinem Schatzi. Ein liebevoller Kuss am Bahnhof – schon ging es los.
Bereits kurz nach meinem Zustieg in Bielefeld um 15:43 Uhr machte sich
ein seltsamer Brandgeruch in meinem Abteil breit, der sich während der Fahrt
verstärkte. Zwischen Hamm und Dortmund stiegen dann sogar Qualmwolken auf,
worauf die mitfahrenden Zugbegleiter von den Fahrgästen aufmerksam gemacht
wurden. Der Zug musste auf offener Strecke anhalten und überprüft werden.
Nach einem Aufenthalt von über einer halben Stunde in dem übel riechenden
Zugabteil (Man durfte ja mitten in der Pampa nicht so einfach aussteigen) setzte sich der IC in Schrittgeschwindigkeit wieder in Bewegung, um in Kamen erneut
stehen zu bleiben. Hier wurde der Zug dann komplett geräumt; alle
Mitreisenden mussten in einen umgeleiteten ICE umsteigen, der diese dann bis
nach Dortmund brachte. In Kamen konnten jedoch nicht alle Fahrgäste den Zug problemlos verlassen, da dieser Bahnhof für einen Intercity ungeeignet war und eher an einen Dorfbahnhof erinnerte. Der Bahnsteig war nämlich so klein, dass alle Mitreisenden in der Zugmitte aussteigen mussten.
In Dortmund mussten wir den ICE, in dem wir natürlich nur Stehplätze hatten, dann ebenfalls verlassen und in Anschlusszüge in
die gewünschte Richtung umsteigen.
Durch die genannten längeren Aufenthalte an verschiedenen Bahnhöfen bzw. auf
freier Strecke verzögerte sich die Fahrtzeit derart erheblich, dass ich erst
um ca.
19:30 Uhr im Kölner Hauptbahnhof eintraf (Planmäßige Ankunft: ca. 17:50
Uhr).
Aufgrund der Unannehmlichkeiten begab mich direkt nach der Ankunft in Köln in die dortige \"DB-Lounge\", um zu erfragen, ob aufgrund der Verspätung eine teilweise
Fahrpreisrückerstattung möglich sei. Hier wurde ich (und eine weitere
Mitreisende) von dem diensthabenden Schaltermitarbeiter sehr unfreundlich
behandelt.
Nachdem wir von den Geschehnissen berichtet hatten, sagte er, er könne nicht
feststellen, dass das Verschulden für die Verspätung bei der Bahn liege. Es
sei doch auch gut möglich, dass \"einer unserer lieben Fahrgäste\" an den
Bremsen herumgespielt habe. Für durch Bremsschaden verspätete Züge könne die
Bahn ja wohl nicht haften. Außerdem könne ja sonst jeder Fahrgast an den
Bremsen rumfuckeln, nur, um sich anschließend den Fahrpreis rückerstatten
zu lassen.
Auch wenn dieser Mitarbeiter einen harten Tag hinter sich hatte, sollte es
doch möglich sein, dass man in einem modernen Dienstleistungsunternehmen
etwas freundlicher behandelt wird, wenn man ohnehin schon Unannehmlichkeiten
durch die lange Verspätung und das nicht eingeplante häufige Umsteigen mit
schwerem Gepäck hinnehmen musste.
Wenigstens wurde uns eine Visitenkarte des DB-Kundendialogs ausgehändigt, an den wir uns für unsere Beschwerde wenden sollten. Ich schrieb an die angegebene Adresse und bereits nach fünf Tagen erhielt ich Post von der Bahn. In diesem Umschlag befand sich neben einem Reisegutschein im Wert von 25,00 € ein eineinhalb-seitiges Entschuldigungsschreiben, dass sehr persönlich gehalten war und dem sogar die genaue Ursache des Zwischenfalls zu entnehmen war.
Es handelte sich um ein defektes Drehgestell an unserem Wagen, aufgrund dessen ein Schwelbrand entstanden war. Zwar könne die Bahn für die entstandenen Schäden keine Haftung übernehmen, zur Entschuldigung sollte aber der Gutschein über 25,00 € dienen. Von dieser Kurzfristigen Reaktion der Bahn war ich wirklich angenehm überrascht.
Als Fazit möchte ich sagen, dass ich mit der Organisation der Weiterfahrt ab der „Haltestelle“ in Kamen recht zufrieden war und auch die schnelle Reaktion des DB-Kundendialogs eine positive Überraschung darstellte. Der sehr unfreundliche Bahnmitarbeiter im Kölner Hauptbahnhof sorgte allerdings für keine besonders gute Stimmung bei Leuten, die ohnehin schon genervt durch die Reiseereignisse waren.
In Zukunft werde ich – nicht nur wegen dieser Reise – wieder häufiger mit dem Auto nach Bielefeld fahren, da sich die Bahnfahrt finanziell aufgrund der Preisumstellungen leider nicht mehr lohnt und ich mit dem Auto viel flexibler bin. Über die Preise möchte ich an dieser Stelle nicht weiter schreiben, da dafür ja eine eigene Rubrik vorgesehen ist.
Ich bedanke mich für Euer interessiertes Lesen, falls Ihr es bis hier unten geschafft habt, freue mich über Eure Bewertungen und Kommentare und wünsche Euch für Eure weiteren Reisen im Jahre 2003 alles Gute.
Eurer
Christian
Jetzt habe ich ja wirklich sehr lange nichts mehr von mir hören lassen. Es tut mir wirklich sehr leid, wenn sich einige von Euch Sorgen gemacht haben sollten, aber es war wohl mal an der Zeit, eine Auszeit zu nehmen, da mir alles etwas zu viel geworden ist und ich etwas mehr Zeit für mich und meinen Schatz haben wollte. Näheres zur Begründung wird sicher noch folgen. Aber ein neues Jahr bringt ja immer viel Neues mit sich, so auch den Wiedereinstieg hier bei Euch.
Auch so eine Auszeit hat natürlich seine Vorteile. Man erlebt nämlich so einiges, was einem dann wieder die Möglichkeit gibt, das erlebte hier aufzuschreiben und Euch so an dieser Zeit teilhaben zu lassen. Als Erstes möchte ich Euch von einer Bahnreise erzählen, die ich eines schönen Sonntags (es war der 01.12.2002) in dem Intercity 621 zwischen Bielefeld und Köln antrat. Ich hatte das Wochenende bei meinem Schatz verbracht und begab mich für die Rückreise in die Hände der Deutschen Bahn AG. Da diese Reise noch vor Einführung der neuen Gebührenordnung erfolgte, konnte ich noch bequem über Internet buchen und mir meinen Fahrschein selbst am PC ausdrucken. Der Reisespaß kostete für die Hin- und Rückfahrt 40,00 €. Ein Preis, der heute leider nicht mehr zu bekommen ist. Auch die Sitzplatzreservierung, die nach dem alten Bahnkonzept noch kostenlos mitgebucht werden konnte, ist heute leider nur noch mit einem Aufpreis von 2,60 € pro Strecke zu haben.
Kommen wir aber nun zu meiner Rückreise: Schweren Herzens trennte ich mich an diesem Sonntag von meinem Schatzi. Ein liebevoller Kuss am Bahnhof – schon ging es los.
Bereits kurz nach meinem Zustieg in Bielefeld um 15:43 Uhr machte sich
ein seltsamer Brandgeruch in meinem Abteil breit, der sich während der Fahrt
verstärkte. Zwischen Hamm und Dortmund stiegen dann sogar Qualmwolken auf,
worauf die mitfahrenden Zugbegleiter von den Fahrgästen aufmerksam gemacht
wurden. Der Zug musste auf offener Strecke anhalten und überprüft werden.
Nach einem Aufenthalt von über einer halben Stunde in dem übel riechenden
Zugabteil (Man durfte ja mitten in der Pampa nicht so einfach aussteigen) setzte sich der IC in Schrittgeschwindigkeit wieder in Bewegung, um in Kamen erneut
stehen zu bleiben. Hier wurde der Zug dann komplett geräumt; alle
Mitreisenden mussten in einen umgeleiteten ICE umsteigen, der diese dann bis
nach Dortmund brachte. In Kamen konnten jedoch nicht alle Fahrgäste den Zug problemlos verlassen, da dieser Bahnhof für einen Intercity ungeeignet war und eher an einen Dorfbahnhof erinnerte. Der Bahnsteig war nämlich so klein, dass alle Mitreisenden in der Zugmitte aussteigen mussten.
In Dortmund mussten wir den ICE, in dem wir natürlich nur Stehplätze hatten, dann ebenfalls verlassen und in Anschlusszüge in
die gewünschte Richtung umsteigen.
Durch die genannten längeren Aufenthalte an verschiedenen Bahnhöfen bzw. auf
freier Strecke verzögerte sich die Fahrtzeit derart erheblich, dass ich erst
um ca.
19:30 Uhr im Kölner Hauptbahnhof eintraf (Planmäßige Ankunft: ca. 17:50
Uhr).
Aufgrund der Unannehmlichkeiten begab mich direkt nach der Ankunft in Köln in die dortige \"DB-Lounge\", um zu erfragen, ob aufgrund der Verspätung eine teilweise
Fahrpreisrückerstattung möglich sei. Hier wurde ich (und eine weitere
Mitreisende) von dem diensthabenden Schaltermitarbeiter sehr unfreundlich
behandelt.
Nachdem wir von den Geschehnissen berichtet hatten, sagte er, er könne nicht
feststellen, dass das Verschulden für die Verspätung bei der Bahn liege. Es
sei doch auch gut möglich, dass \"einer unserer lieben Fahrgäste\" an den
Bremsen herumgespielt habe. Für durch Bremsschaden verspätete Züge könne die
Bahn ja wohl nicht haften. Außerdem könne ja sonst jeder Fahrgast an den
Bremsen rumfuckeln, nur, um sich anschließend den Fahrpreis rückerstatten
zu lassen.
Auch wenn dieser Mitarbeiter einen harten Tag hinter sich hatte, sollte es
doch möglich sein, dass man in einem modernen Dienstleistungsunternehmen
etwas freundlicher behandelt wird, wenn man ohnehin schon Unannehmlichkeiten
durch die lange Verspätung und das nicht eingeplante häufige Umsteigen mit
schwerem Gepäck hinnehmen musste.
Wenigstens wurde uns eine Visitenkarte des DB-Kundendialogs ausgehändigt, an den wir uns für unsere Beschwerde wenden sollten. Ich schrieb an die angegebene Adresse und bereits nach fünf Tagen erhielt ich Post von der Bahn. In diesem Umschlag befand sich neben einem Reisegutschein im Wert von 25,00 € ein eineinhalb-seitiges Entschuldigungsschreiben, dass sehr persönlich gehalten war und dem sogar die genaue Ursache des Zwischenfalls zu entnehmen war.
Es handelte sich um ein defektes Drehgestell an unserem Wagen, aufgrund dessen ein Schwelbrand entstanden war. Zwar könne die Bahn für die entstandenen Schäden keine Haftung übernehmen, zur Entschuldigung sollte aber der Gutschein über 25,00 € dienen. Von dieser Kurzfristigen Reaktion der Bahn war ich wirklich angenehm überrascht.
Als Fazit möchte ich sagen, dass ich mit der Organisation der Weiterfahrt ab der „Haltestelle“ in Kamen recht zufrieden war und auch die schnelle Reaktion des DB-Kundendialogs eine positive Überraschung darstellte. Der sehr unfreundliche Bahnmitarbeiter im Kölner Hauptbahnhof sorgte allerdings für keine besonders gute Stimmung bei Leuten, die ohnehin schon genervt durch die Reiseereignisse waren.
In Zukunft werde ich – nicht nur wegen dieser Reise – wieder häufiger mit dem Auto nach Bielefeld fahren, da sich die Bahnfahrt finanziell aufgrund der Preisumstellungen leider nicht mehr lohnt und ich mit dem Auto viel flexibler bin. Über die Preise möchte ich an dieser Stelle nicht weiter schreiben, da dafür ja eine eigene Rubrik vorgesehen ist.
Ich bedanke mich für Euer interessiertes Lesen, falls Ihr es bis hier unten geschafft habt, freue mich über Eure Bewertungen und Kommentare und wünsche Euch für Eure weiteren Reisen im Jahre 2003 alles Gute.
Eurer
Christian
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