Dinge, die die Welt nicht braucht Testbericht

No-product-image
Leider kein Preis
verfügbar
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von Bravehart

Schwarzarbeit - Viel härter durchgreifen !!!

Pro:

siehe Meinung

Kontra:

siehe Meinung

Empfehlung:

Nein

Heute liegt mir ein Thema auf der Brust, das es viel härter zu bekämpfen gilt als bisher. Ich meine die Schwarzarbeit. Viele ehrliche Menschen sitzen zuhause und sind arbeitslos. Gerne würden sie arbeiten gehen um die Haushaltskasse aufzubessern. Da ist der Bauarbeiter, der Koch, die Bedienung, die Altenpflegerin, der Autoschlosser und und und. Dies sind einige Berufe in denen die Schwarzarbeit floriert. Besonders auf dem Bau und in den Küchen herrscht das steuerlose Arbeitsleben. Und was macht unser Staat ??? Arbeitsamt, Polizei, Zoll, Politiker ????

Einmal im Vierteljahr sieht man eine Reportage über gefaßte Schwarzarbeiter auf dem Bau im Fernsehen. Einmal im Vierteljahr liest man in der Zeitung, das in einem Restaurant drei Schwarzarbeiter erwischt worden. Ist das alles ??? Und das lachhafteste dabei ist ja noch, als das Regierungsviertel in Berlin gebaut wurde, haben Schwarzarbeiter vor den Herren Politiker steuerfrei gearbeitet. Blind ??? Unwissend ??? Ignoranz ??? Fragen über Fragen.

Jahr für Jahr hören wir das Steuergelder fehlen. Der kleine Mann muß dies natürlich wieder ausbaden. Dieses Jahr soll sich der Berg, der fehlenden Steuergelder durch die Schwarzarbeit auf 350 Milliarden Euro erhöhen. Auch ein Streitpunkt: Warum dürfen Prostituierte sich nicht besser absichern ??? Damit möchte ja natürlich kein Politiker etwas zu tun haben, um die Sorgen und Nöte des ältesten Berufes nachzugehen. Außer Herr Gysi der ab und zu mal dort vorbeischaut, aber in offizieller Mission, um Wählerstimmen zu erhaschen. Hier ist auch ein großes Feld der Schattenwirtschaft.

Warum werden nicht Leute eingestellt um diese Art von Wirtschaftskriminalität zu bekämpfen ??? Okay, es gibt genug Sondergruppen der Polizei. Doch warum werden nicht Arbeitslose eingesetzt zur Bekämpfung der Schwarzarbeit ??? Die Schwarzarbeiter verhaften kann ja die Polizei. Habe ich überhaupt nichts dagegen. Aber es müssten mehr Ermittler, Aufspürer und Szenekenner bereitgestellt werden um massiver dagegen anzukämpfen. Wenn ich an die Meinungsforen im Internet denke, da gibt es ja auch schon Spezialisten die Faker enttarnen. Man könnte Faken in Meinungsforen auch schon als kleine Wirtschaftskriminalität ansehen, oder??? Also klappt dies dann bestimmt auch draußen, außerhalb der Onlinewelt.

Was ich mich immer frage...wieviel wirklich gegen Schwarzarbeit vom Staat unternommen wird? Leider habe ich bisher noch keine Statistiken gesehen. Meist sind es nur Schätzungen. Und die sind sehr unterschiedlich. Mir ist schon klar, das es sehr schwer ist, regelrecht unmöglich die Schwarzarbeit auszurotten. Doch wieviele Arbeitslose hätten geregelte Arbeit wenn die Schattenwirtschaft so gut wie es geht ausgerottet wird ? Klar ist, das in den Institutionen Arbeitsamt, Sozialamt und den Sozialversicherungen gemeinsame Datenvergleiche gemacht werden um etwaige Täter ausfindig zu machen. Aber wo es keine Rechnungen oder allgemeine Daten gibt, da kann man auch nichts finden.

Der Nachteil liegt auch daran, wenn man die Firmen, vor allem kleine, die Schwarzarbeiter beschäftigen, stärker bestraft, wie mit hohen Geldbußen das diese dann kaum noch in der Lage sind neue Arbeiter mit Steuerkarte zu beschäftigen. Ein Kreislauf der auch zu Firmenpleiten führen kann.
Das nächste Problem tritt auf, wenn Arbeitslose die Arbeitslosengeld oder -hilfe beziehen schwarz arbeiten gehen. Sie beziehen ja dann zu unrecht ihre Stütze. Darunter leiden wieder andere Arbeitslose.

Ein Großteil der Schattenwirtschaftstäter sind aus den osteuropäischen Ländern. Sie kommen für ein paar Monate nach Deutschland, angeblich um Verwandte zu besuchen, arbeiten auf Baustellen, schlafen in Containerbarraken und verschwinden dann wieder. Aber dies ist nicht nur auf dem Bau so, auch in anderen Berufen.

Da ich ja auf dem Bau gelernt habe und einige Jahre als Tiefbauer beschäftigt war, hatte ich einen kleinen Einblick in dieses Metier. Es war überhaupt kein Problem ein paar Mark nebenher zu verdienen. Stellenweise wurde man sogar von Anwohner die in der Nähe der Baustelle wohnten, gefragt ob man nicht mal schnell im Garten ein paar Platten richten könnte oder den Aushub für einen Gartenteich machen könnte. Es ging sogar so weit, das der Samstag im Sommer Schwarzarbeitstag wurde. Das benötigte Arbeitsgerät wurde gleich Freitag nach Feierabend von der Baustelle mitgenommen und am Samstag Abend hatte der Auftraggeber seine Auffahrt gepflastert. So wurden schnell 150-200 Mark steuerfrei verdient. Und das ist heute in der Zeit des Euro genau noch so.

Es gibt auch viele Firmen, die ausländische Arbeiter nach Deutschland holen, die dann für Dumpinglöhne arbeiten. Gegen solche Firmen kann man kaum etwas machen, da diese Arbeiter versichert sind. Trotzdem schaden sie unsere Wirtschaft sehr stark. So war es auch zu Zeiten der Grenzöffnung. In Grenzgebieten fuhren viele ostdeutsche Arbeiter in den Westen und schufteten für die Hälfte. Das war das Jahr, als ich das erste Mal arbeitslos wurde.

Hat man die richtigen Kontakte, dann kann man preiswert sein Auto, seinen Fernseher, seine Elektroleitung reparieren lasse, oder mal schnell sein Bad kacheln lassen. Schwarzarbeit findet man überall. Da gehen wieder Gelder flöten, die unserer Wirtschaft zugute kommen würden. Machen dies Familienmitglieder oder nahe Verwandte dann ist dies nicht verboten.

Bin schon auf eure Kommentare gespannt, wie ihr das Problem seht.

Bravehart
31.07.2002

6 Bewertungen