Erfahrungsbericht von Gering
Zur Zeit wenig sinnvoll aber politisch gewünscht
Pro:
Bis heute fehlen Daten, ob MEHRWEG wirklich besser ist
Kontra:
Die verpackunsgflut geht ungebremst weiter
Empfehlung:
Nein
So stößt auch das sogenannte Dosenpfand nur auf geteilte Zustimmung durch die gesellschaftlichen Schichten, gar auf hartnäckige Ablehnung seitens der Getränke und Verpackungsindustrie, und dennoch wird vergessen, dass gerade die letzteren es in den letzten Jahren bewusst Versäumt haben, eine Verordnung aus dem Jahre 1992 umzusetzen, in dem ein Mindestumfang an Mehrwegverpackungen eingefordert worden ist. Hätte die Getränkeindustrie sich daran gehalten, so wäre es nie zu einer Dosenpfanddiskussion gekommen.
Da hat man nun jahrelang bewusst Russisch – Roulett auf Kosten der Umwelt gespielt, sich dabei derbe ins Knie geschossen, und lamentiert nun auch noch, dass die Kosten dafür auf keinen Fall aus der eigenen Tasche getragen werden dürften.
Nun ja, für das Sommertheater hat die Gehtränkeindustrie die Lacher auf ihrer Seite.
Aber mal abgesehen von Verordnungen, Planbarkeit seitens der Betroffenen usw.
Was würde sich durch die Dosenpfandverordnung verbessern / verschlechtern?
Zunächst kommen auf den Einzelhandel hohe Kosten zu, denn es müssen Räume, Personal, Gerätschaften angeschafft werden, um die verkauften Einwegverpackungen zurückzunehmen und das entsprechende Pfand zu erstatten. Kosten freilich, die man sich durch eine brancheninterne Regelung hätte ersparen können (siehe oben).
Ziel der Dosenpfandverordnung ist ja, Einweg zurückzudrängen und Mehrweg zu stärken, Verpackungen für Getränke usw. mehrfach zu benutzen und so – scheinbar – die Umwelt zu entlasten, indem weniger Energie zur Herstellung von Verpackungen aufgewendet werden muss und auch weniger Energie zum Recyceln derselben anfällt. Energie, die in Deutschland in der Regel und zum Hauptteil aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird und so zum Treibhauseffekt beiträgt.
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NACHDENKENSWERT
Das DOSENPFAND hat eine Voraussetzung: Mehrweg muss ökologisch sinnvoller sein als Einweg. Mit der Dosenpfandverorderung hat sich die Bundesregierung auf die Seite geschlagen, die im Mehrwegssystem eindeutig eine positive Ökobilanz im Vergleich zur Einwegssystem seiht.
Fraglich freilich ist, ob das tatsächlich der Fall ist. Denn die Mehrwegglasflasche und die PET – Einwegfalsche haben eine fast identisches Ökobilanz, denn die Mehrwegfalsche ist deutlich schwerer, ihr hohes Gewicht muss mit spritfressenden LKWs über die Straßen hin- und hergefahren werden usw. usf.
Insofern ist die DOSENPFANDVERORDNUNG lobenswert, weil sie das ökologische Betreben der Regierung deutlich macht.
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UND AUßERDEM: JEDE DOSE WIRD DERZEIT OHNEHIN MIT 10 PFENNIGEN FÜR DAS DUALE SYSTEM BELASTET, WOVON GAR NICHT DIE REDE IST, DENN ABGESCHAFFT WIRD DAS DANN AUCH NICHT!!
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Mir freilich fehlen die fundierten und bestätigten zahlen, dass EINWEG wirklich ökologisch negativer ist, als MERHWEG. Es gibt diverse Gutachten zu diesem Thema, wobei diejenigen, die von der Verpackungsindustrie bezahlt wurde, EINWEG vorne sehen, die der UMWELTVERBÄNDE Mehrweg. Mir ist hingegen eine Untersuchung in Erinnerung geblieben, über die ich in irgendeinem Regierungsbericht gelesen hatte, und gerade diese stellte heraus, das Einweg und Mehrweg am Beispiel von Getränkeflaschen in der ÖKOBILANZ ungefähr gleichwertig sind.
Sollte das der Fall sein, dann ist die DOSENPFANDVERODNUNG in der Tat ein Schildbürgerstreich!!
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Wir leisten uns in Deutschland einige Institutionen zur Beruhigung unseres ÖKOGEWISSENS, von denen aber bekannt ist, dass sie eine Menge kosten, aber nicht das leisten, was wirklich notwenig wäre.
Das liegt aber auch an uns allen selbst, die von liebgewonnen Konsumverhalten nicht loslassen können. Was spricht dagegen, sein Mehl, seine Milch, seinen Zucker wieder in haushaltseigenen Kisten von Laden zu holen, anstatt bei jedem Pfund Zucker noch Verpackung zu Erwerben, die sofort wieder in den Müll wandert?
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ÖKO – LÜGE und VERPACKUNGSWAHSINN
Wir zahlen mit jeder mitgekauften Umverpackung unseren Obolus an das DUALE SYSTEM (Grüner Punkt) in Deutschland, eine Gesellschaft, deren Aufgabe das sinnvolle und ökologisch vertretbare Entsorgen bzw. Wiederverwerten von Verpackungen ist. Je Verpackung gehen dabei 10 Pfennig an das Duale System.
Wer einmal seinen Einkaufskorb durchsieht und mal die Verpackungen zählt, auf denen der Grüne Punkt prangt und je grünen Punkt 10 Pfennig addiert, wird sich wundern, wie viel Geld bei jedem Einkauf an dieses Institution fließt.
Nun ist der Grüne Punkt durch diverse Skandälchen unlieb in die Öffentlichkeit gebracht worden: Dutzende Schiffsladungen an Grüner Punkt – Müll wurden in Dritte – Welt – Länder verfrachtet, in weiten Teilen der Republik wird der Grüne Müll zwar ordnungsgemäß von den Käufern sortiert, aber nach dem Einsammeln in Müllverbrennungsanlagen verfeuert.
Das liegt vor allem auch daran, dass die in Deutschland vertriebenen Verpackungsarten so vielzählig sind, dass ein sortenreines Sortieren technisch nicht möglich ist, was aber die Voraussetzung wäre, um die diversen Bestandteile wirklich recyceln zu können.
Der Grüne Punkt ist m.M.n. deshalb eine ÖKO – LÜGE, bereitet aber den Kunden ein ruhiges Gewissen, denn man zahlt ja kräftig dafür, dass der Müll, der mit jedem Einkauf anfällt, wieder angeblich umweltfreundlich entsorgt wird.
Da fragt niemand großartig nach.
Und solange wir alle damit leben, dass einzelne Produkte dreifach eingepackt sind, das auch solche Teile, die mal lose kaufen könnte, in Folien verschweißt werden, solange wird sich daran auch nichts ändern.
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FAZIT
Wer meine Berichte zu ähnlichen Themen gelesen hat, weiß, dass ich sehr umweltbewusst kaufe und konsumiere, dass beispielsweise der Benzinverbrauch beim Autokauf das Hauptkriterium ist, dass ich auf sämtliche chemischen Dinge im Haushalt verzichte, die nicht notwenig sind.
Das möchte ich deshalb vorweg stellen, um meine Position besser einschätzen zu können.
Trotzdem oder gerade deshalb halte ich von einem Dosenpfand nicht sehr viel, lehne es aber nicht grundsätzlich ab. Stören tut mich vor allem, dass das Mehrwegsystem politisch subventioniert wird, obwohl es noch keine wirklich gesicherten Daten zur Ökobilanz bei Getränkedosen gibt.
Ich bitte euch auch darum, wenn ihr mir durch Kommentare widersprechen solltet, dass ich darunter nicht die Gutachten von Interessensverbänden sehe, die allesamt kaum objektiv zu nennen sind.
Sofern nämlich das Mehrwegsystem bei Getränkedosen wirklich deutlich positiver wäre, würde ich sofort zustimmen.
Ich habe die Befürchtung, dass mit dem Dosenpfand eine „grüne“ Idee durchgeboxte werden soll, von der die genauen Hintergründe noch nicht genau untersucht worden sind.
Zwar gibt es derzeit ohnehin nur zwei Produktbereiche bei Verpackungen, bei denen man fast von einem KREISLAUF sprechen kann (PAPIER und WEIßBLECH = DOSEN), dennoch geht die Pfandverordnung nicht daran, wirklich umdenken zu lassen oder die Probleme der Wiederverwertung zu beheben.
Das soll jetzt keineswegs aufgefasst werden, als würde ich zu jenen gehören, die der Grünen Bewegung ablehnend gegenüberstehen würde. Aber einige Schnellschüsse haben sich die Grünen als Regierungspartei schon geleistet. Und das Dosenpfand sehe ich deshalb auch nur als Nebenkriegsschauplatz, weil man bei den wirklich wichtige Themen sich derzeit leider noch nicht durchsetzen kann.
Insofern finde ich schon, dass der Bundesrat richtig gehandelt hat, freilich aus den falschen Gründen, z.B. NRW.
Michael
17 Bewertungen, 5 Kommentare
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15.09.2002, 13:18 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichTja, was nun wirklich ökologisch sinnvoller ist, ist mir persönlich total egal: Ich bin nicht für einen Dosenpfand, um zum Recyceln beizutragen, sondern damit keine dosen mehr gekauft werden. Es liegen weitaus mehr Getränkedosen in den
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26.02.2002, 21:17 Uhr von DuncanMcCloud
Bewertung: sehr hilfreich... kann mich zu den Fakten wohl nicht äußern, aber persönlich ist es mir wurscht, ob das Pfand ist oder nicht ... selbst wenn Mehrweg nix umwelttechnisch bringt - rumliegen tun die Dosen doch eh, oder nicht? .. gruss, duncan
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26.02.2002, 11:52 Uhr von Tickeromi
Bewertung: sehr hilfreichsehr fundierter Beitrag. Gruß Tickeromi
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24.02.2002, 18:04 Uhr von brian_lion
Bewertung: sehr hilfreichlass mal deine langen striche im laufe des berichtes weg da zieht den bericht unnötig in die breite und sieht nicht sehr schön aus
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24.02.2002, 18:02 Uhr von Achmed
Bewertung: sehr hilfreichseht guter und ausführlicher beitrag.
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