Elisabeth Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Sedi*
Schwelgen mit Sissi
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ihr Lieben,
auch wenn ich ein wenig spät dran bin, so möchte ich Euch doch heute über meinen letzten Sonntag-Abend berichten, der so wunderschön und unvergesslich war. Da saß ich nämlich im „Colosseum“ in Essen und habe mir das Musical „Elisabeth“ angeschaut. Und bis heute wirkt diese wirklich tolle Aufführung in mir und ich habe die ganze Zeit die Bilder vor meinem inneren Auge und denke daran, wie schön doch der ganze Abend war.
Aufmerksam auf das Musical und die Musik wurde ich hier bei Ciao, denn mein geliebtes „+“ hat einen wirklich tollen Bericht darüber geschrieben, der mich sofort dazu veranlasste die Musik zu besorgen. Und schon als ich eines der Lieder hörte war ich hin und weg. Ich weiß nicht wie oft ich diese CD im letzten Monat gehört habe, aber ich kann Euch sagen, dass man im Moment eigentlich immer irgendwelche Szenen aus Elisabeth bei mir hört.
Fasziniert von so tollen Liedern wollte ich mir natürlich auch ganz schnell das Musical anschauen und live erleben und so buchte ich recht spontan letzte Woche 4 Karten für den kommenden Sonntag. Zu meinem Glück gibt es im Moment eine Aktion, bei der 4 Karten zum Preis von 3en verkauft werden (die Aktion läuft noch bis Ende August).
Die Preise sind natürlich abhängig vom Sitzplatz und vom Wochentag. Insgesamt gibt es 4 verschiedene Preiskategorien. Wir haben für unsere 4 Karten insgesamt 157 € (Preiskategorie 3) bezahlt, wobei dann jeder auf ungefähr 40 € kam, was ich als recht günstig für solch eine Veranstaltung empfinde.
Aufführungen finden mittwochs bis sonntags statt, wobei es am Samstag und Sonntag 2 Vorstellungen gibt. Da die Karten Sonntagabend günstiger als am Nachmittag sind, entschieden wir uns für diese Zeit und fuhren also voller Vorfreude nach Essen.
Ich muss dazu sagen, dass die Betreiber den Weg zum Colloseum wirklich gut gekennzeichnet haben, denn kaum ist man von der Autobahnabfahrt „Essen Zentrum“ abgefahren, hängen auch schon überall Fähnchen mit dem Elisabeth-Logo an der Strasse und weisen den richtigen Weg zur Spielstätte.
Dort angekommen, war ich erst einmal recht beeindruckt von dem Theaterkomplex. Das Colosseum war nämlich früher eine Fabrikhalle und diente der Herstellung von Kurbelwellen für den Schiffsantrieb sowie überdimensionaler Schmiedeteile. Nach dem 2. Weltkrieg erwarb AEG die riesigen Hallen und produzierte darin bis 1988 Turbinengehäuse und andere große Bauteile. Seit 1989 steht das Bauwerk unter Denkmalschutz und 1995 wurde es zu einem der modernsten Theater im Ruhrgebiet umgebaut. Erstmals wurde es dann für das Musical „Joseph“ genutzt, doch nachdem die Aufführungen beendet waren, erlebte schließlich „Elisabeth“ im März 2001 darin ihre erste Deutschlandpremiere.
1500 Besucher pro Vorstellung können in den kathedralenähnlichen Räumlichkeiten ein unvergessliches Theatererlebnis genießen. Ich muss dazu sagen, dass man eigentlich von allen Plätzen aus gut sehen kann. Wir saßen oben im Rang und konnten sogar von dort die Gesichter der Darsteller erkennen und hatten außerdem noch einen schönen übersichtlichen Blick auf die Bühne. Eine Kollegin, die ich zufällig dort getroffen habe, saß im Parkett und hatte auch dort einen guten Ausblick auf das ganze Geschehen.
Die Story von „Elisabeth“ mag zuerst überraschen, da viele einen Sissi-Verschnitt erwarten, was es aber zweifelsohne nicht ist. Hier wird vielmehr die „wahre“ Geschichte der Kaiserin Sissi erzählt und über ihr Leben berichtet, das nicht so schön und unbeschwert war, wie es in den Filmen mit Romy Schneider immer dargestellt wurde. Vordergründig wird die Beziehung zwischen Elisabeth und dem Tod aufgezeichnet, der sie am Ende auch für sich gewinnen kann.
Doch dazu wird die Handlung rückblickend erzählt. Am Anfang lernen wir Luigi Lucheni kennen, der Elisabeth ermordete und der als „Moderator“ durch die ganze Aufführung führt. Das Stück beginnt also in der heutigen Zeit.
Im Reich der Toten wird Lucheni nach seinem Selbstmord zur Rechenschaft von einem unsichtbaren Richter (wird übrigens von Mario Adorf gesprochen) gezogen. Er rechtfertigt sein Attentat auf die Kaiserin von Österreich damit, dass er ihr dadurch nur einen Gefallen getan hätte. Sie sei die Geliebte des Todes gewesen und mit ihm habe sie ein leidenschaftliches und gefährliches Liebesverhältnis gehabt. Zum Beweis ruft er Elisabeths Zeitgenossen auf und lässt die vergangene Zeit noch einmal aufleben.
So erfährt man etwas über Elisabeths unbeschwerte Jugend, das 1. Treffen mit Franz Joseph, dem Kaiser von Österreich, der sich unsterblich in Sissi verliebte und die gemeinsame Hochzeit, die der Wendepunkt in ihrem Leben ist. Schon hier sieht man den Tod, der Elisabeth genauestens beobachtet und nicht von ihrer Seite weicht. Sein Spiel beginnt, das zwischen Anziehung und Abstoßung schwankt. Schon hier erweist er sich als gefährlicher Rivale und tanzt mit ihr auf ihrer Hochzeit.
Doch noch ist Elisabeth glücklich und verliebt. Aber mehr und mehr gerät sie mit den höfischen Regeln in Konflikt, da sie ihr unbeschwertes Leben nicht weiterführen kann und sich immer mehr eingesperrt und eingeengt fühlt.
Schon hier setzt der Tod wieder ein, verstärkt ihre Verzweiflung und schürt in ihr den Drang nach Freiheit
Elisabeth fühlt sich immer mehr unterdrückt und wird unglücklicher. Ihre Kinder darf sie nicht selbst erziehen und sie sucht vergebens nach Hilfe bei ihrem Mann, der sich jedoch unter der harten Autorität seiner Mutter befindet und ihr nicht helfen kann. So gewinnt der Tod immer mehr Macht über sie und gesteht ihr seine Liebe. Doch noch gibt Elisabeth nicht auf und ist stark genug ihn abzuweisen.
Sie stellt dem Kaiser also ein Ultimatum, auf das er dann auch schließlich eingeht. So darf sie fortan über die Erziehung ihrer Kinder selbst bestimmen. Ihr größter Triumph allerdings ist die Versöhnung des Kaisers mit ihrem geliebten Ungarn.
Doch auch in Ungarn meldet sich der Tod bei Elisabeth. Sie hat jedoch nur noch Interesse für ihren Triumph und ihre Schönheit. Der Hochmut macht sie blind und sie wendet dem Tod scheinbar den Rücken zu.
Die Jahre vergehen und Elisabeth wird immer eigensinniger. Sie reist viel und kümmert sich nur noch um ihre Schönheit, da sie in ihr ihre Macht erkennt. Sie übersieht dabei, wie sehr ihr Sohn Rudolf sie vermisst.
Bei einem späteren Treffen Rudolfs mit dem Tod, erliegt er ihm daraufhin und nachdem Rudolf seine Mutter um Hilfe aus einer schier ausweglosen Lage bittet und diese nicht bekommt, bringt er sich um.
Rudolfs Selbstmord trifft Elisabeth sehr hart. Sie wirft sich vor, dass Rudolf das Opfer ihres eigenen Kampfes um Unabhängigkeit geworden ist und alles in ihrem Leben scheint an Bedeutung verloren zu haben. Sie bittet am Grab des Sohnes den Tod um Erlösung, der ihr diesen Gefallen jedoch nicht machen möchte.
Erst Jahre später schließlich kommen der Tod und Elisabeth zusammen, nachdem sie in einem Attentat des italienischen Anarchisten Luigi Lucheni ermordet wird. Der Tod empfängt sie und gemeinsam umarmen sie sich leidenschaftlich. Elisabeths Kämpfen und Winden hat nun ein Ende und die Beiden verlassen zusammen die Bühne....
So, das war die Handlung kurz und knapp zusammen gefasst. Das Stück ist in 2 Akte unterteilt und dauert mit viertelstündiger Pause ungefähr 2,5 Stunden.
Ich war nach diesen Stunden so beeindruckt und habe auf der Nachhausefahrt die ganze Zeit die Lieder gesungen. Sie sind so eingängig und passen einfach optimal zur erzählten Geschichte.
Ein ganz großes Lob muss ich erst einmal dem Bühnenbild aussprechen. Zwar ist die Bühne nicht allzu riesig, doch durch die Drehbühne in der Mitte, die auch noch in 5 verschiedene Ebenen unterteilt ist, konnten wirklich viele verschiedene Situationen toll dargestellt werden. Am beeindruckensten fand ich eigentlich, wie schnell das Ganze von statten ging. Das Licht war noch nicht einmal 10 Sekunden aus, schon war ein komplett neues Bühnenbild aufgebaut und ich traute meinen Augen kaum, wie fix die Mitarbeiter doch waren.
Durch die Drehbühne, die eigentlich in fast jedem Lied zum Einsatz kam, war viel Bewegung im Stück und es wurden so immer neue Situationen geschaffen.
Die Kostüme waren auch wahnsinnig schön. Wie es sich für die damalige Kaiserszeit gehört, wurden wunderschöne und opulente Ballkleider getragen, die wirklich toll anzuschauen waren. Doch am faszinierensten war Sissis Sternenkleid, mit dem sie aber auch wirklich jeden für sich gewinnen konnte. Sogar das Publikum war von diesem Outfit so sehr begeistert, dass es tosend Beifall klatschte.
Auf die Lieder an sich möchte ich hier nicht weiter eingehen, da man alle überhaut nicht aufzählen kann. Es wurden mehr als 30 Lieder präsentiert, zu dem auch immer ein neues Bühnenbild geschaffen wurde. Mein Favorit (und auch das des Publikums) war eindeutig „Die Schatten werden länger“, bei dem der Tod mit Rudolf singt und dieser schließlich dann mit einem Todeskuß verführt wird. Aber am besten ist, wenn Ihr Euch mal eine kleine Kostprobe selbst anhört. Die Lieder kann man einfach nicht mit Worten beschreiben, da sie zumindest mir zu vielschichtig sind und ich hier dann noch bis morgen sitze.
Ein paar dieser Lieder könnt Ihr Euch auf der Homepage \"Elisabeth-das-Musical\" anhören. Dort findet Ihr auch weitere Infos zu Preisen, Terminen, Darstellern, usw.. Ansonsten kann ich Euch nur empfehlen, Euch die CD anzuschaffen, denn es sind wirklich tolle und vor allem eingängige Stücke dabei.
Auch die Darsteller waren wirklich überzeugend. Leider war nicht die Besetzung zu hören, die man auch auf der CD hört, denn mittlerweile hat eine neue Elisabeth-Darstellerin die Rolle übernommen. Seit Februar diesen Jahres singt nämlich „Maike Boerdam“ die Kaiserin und löste damit „Pia Douwes“ ab, die wahrscheinlich die einen oder anderen Musicalgänger unter Euch kennen werden, da sie eine wirklich berühmte Größe in dieser Branche ist. Für Maike Boerdam ist „Elisabeth“ ist ihr erstes Engagement an einer deutschen Musicalbühne und man merkt ihr wirklich nicht an, dass sie gebürtige Holländerin ist. Zwar gefällt mir die Stimme der Douwes immer noch besser, doch spielt sie ihre Rolle wirklich gut und hat auch eine klare und vor allem voluminöse Stimme, die zusammen mit dem Tod wahnsinnig gut harmonisiert.
Der Tod wurde letzten Sonntag von der Zweitbesetzung \"Jesper Tydén\" gespielt. Hier empfand ich keinen Unterschied zur Erstbesetzung \"Uwe Kröger\", der auch schon in Hauptrollen von \"Jesus Christ Superstar\", \"Mozart\", \"Sunset Boulevard\" und \"Die Schöne und das Biest\" zu sehen war. Kröger erhielt zwar für die Rolle des Todes den Preis zum \"deutschsprachigen Musical-Star Nr. 1\", doch finde ich Tydéns Stimme ähnlich beeindruckend und mir lief öfter ein Schauer durch den Körper, als ich ihn singen gehört habe.
Um noch einen Darsteller zu nennen, möchte ich hier noch „Carsten Lepper“ erwähnen, der den „Luigi Lucheni“ verkörpert. Ihm ist es möglich mal krank, mal hysterisch, mal übertrieben, aber immer voller Power den verrückten Attentäter darzustellen und auch zu singen. Seine Stimme reicht von tief bis kreischend hoch und passt in diese Rolle einfach ungemein gut hinein. Es macht Spaß ihn auf der Bühne zu sehen und er hat das Publikum mit seinen Kommentaren oft zum Lachen gebracht.
Ihr seht also schon, dass dieses Musical wirklich einzigartig und wunderschön ist. Es ist eine tolle Mischung aus absolut ohrwurmverdächtiger Musik, hinreißenden Darstellern, tollen Bühnenbilder und beeindruckender Kostüme. Nicht umsonst wurde dieses Musical auch zum besten Musical 2001 gewählt.
Ich kann es Euch daher nur weiter empfehlen, denn es lohnt sich wirklich. Und ich werde auf jeden Fall noch einmal hinfahren, denn ich möchte „Elisabeth“ noch einmal so schön nah sein und sie live erleben. Und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja da.....
In diesem Sinne, lasst Euch verführen und kommt alle nach Essen!
Euer Sedi*
auch wenn ich ein wenig spät dran bin, so möchte ich Euch doch heute über meinen letzten Sonntag-Abend berichten, der so wunderschön und unvergesslich war. Da saß ich nämlich im „Colosseum“ in Essen und habe mir das Musical „Elisabeth“ angeschaut. Und bis heute wirkt diese wirklich tolle Aufführung in mir und ich habe die ganze Zeit die Bilder vor meinem inneren Auge und denke daran, wie schön doch der ganze Abend war.
Aufmerksam auf das Musical und die Musik wurde ich hier bei Ciao, denn mein geliebtes „+“ hat einen wirklich tollen Bericht darüber geschrieben, der mich sofort dazu veranlasste die Musik zu besorgen. Und schon als ich eines der Lieder hörte war ich hin und weg. Ich weiß nicht wie oft ich diese CD im letzten Monat gehört habe, aber ich kann Euch sagen, dass man im Moment eigentlich immer irgendwelche Szenen aus Elisabeth bei mir hört.
Fasziniert von so tollen Liedern wollte ich mir natürlich auch ganz schnell das Musical anschauen und live erleben und so buchte ich recht spontan letzte Woche 4 Karten für den kommenden Sonntag. Zu meinem Glück gibt es im Moment eine Aktion, bei der 4 Karten zum Preis von 3en verkauft werden (die Aktion läuft noch bis Ende August).
Die Preise sind natürlich abhängig vom Sitzplatz und vom Wochentag. Insgesamt gibt es 4 verschiedene Preiskategorien. Wir haben für unsere 4 Karten insgesamt 157 € (Preiskategorie 3) bezahlt, wobei dann jeder auf ungefähr 40 € kam, was ich als recht günstig für solch eine Veranstaltung empfinde.
Aufführungen finden mittwochs bis sonntags statt, wobei es am Samstag und Sonntag 2 Vorstellungen gibt. Da die Karten Sonntagabend günstiger als am Nachmittag sind, entschieden wir uns für diese Zeit und fuhren also voller Vorfreude nach Essen.
Ich muss dazu sagen, dass die Betreiber den Weg zum Colloseum wirklich gut gekennzeichnet haben, denn kaum ist man von der Autobahnabfahrt „Essen Zentrum“ abgefahren, hängen auch schon überall Fähnchen mit dem Elisabeth-Logo an der Strasse und weisen den richtigen Weg zur Spielstätte.
Dort angekommen, war ich erst einmal recht beeindruckt von dem Theaterkomplex. Das Colosseum war nämlich früher eine Fabrikhalle und diente der Herstellung von Kurbelwellen für den Schiffsantrieb sowie überdimensionaler Schmiedeteile. Nach dem 2. Weltkrieg erwarb AEG die riesigen Hallen und produzierte darin bis 1988 Turbinengehäuse und andere große Bauteile. Seit 1989 steht das Bauwerk unter Denkmalschutz und 1995 wurde es zu einem der modernsten Theater im Ruhrgebiet umgebaut. Erstmals wurde es dann für das Musical „Joseph“ genutzt, doch nachdem die Aufführungen beendet waren, erlebte schließlich „Elisabeth“ im März 2001 darin ihre erste Deutschlandpremiere.
1500 Besucher pro Vorstellung können in den kathedralenähnlichen Räumlichkeiten ein unvergessliches Theatererlebnis genießen. Ich muss dazu sagen, dass man eigentlich von allen Plätzen aus gut sehen kann. Wir saßen oben im Rang und konnten sogar von dort die Gesichter der Darsteller erkennen und hatten außerdem noch einen schönen übersichtlichen Blick auf die Bühne. Eine Kollegin, die ich zufällig dort getroffen habe, saß im Parkett und hatte auch dort einen guten Ausblick auf das ganze Geschehen.
Die Story von „Elisabeth“ mag zuerst überraschen, da viele einen Sissi-Verschnitt erwarten, was es aber zweifelsohne nicht ist. Hier wird vielmehr die „wahre“ Geschichte der Kaiserin Sissi erzählt und über ihr Leben berichtet, das nicht so schön und unbeschwert war, wie es in den Filmen mit Romy Schneider immer dargestellt wurde. Vordergründig wird die Beziehung zwischen Elisabeth und dem Tod aufgezeichnet, der sie am Ende auch für sich gewinnen kann.
Doch dazu wird die Handlung rückblickend erzählt. Am Anfang lernen wir Luigi Lucheni kennen, der Elisabeth ermordete und der als „Moderator“ durch die ganze Aufführung führt. Das Stück beginnt also in der heutigen Zeit.
Im Reich der Toten wird Lucheni nach seinem Selbstmord zur Rechenschaft von einem unsichtbaren Richter (wird übrigens von Mario Adorf gesprochen) gezogen. Er rechtfertigt sein Attentat auf die Kaiserin von Österreich damit, dass er ihr dadurch nur einen Gefallen getan hätte. Sie sei die Geliebte des Todes gewesen und mit ihm habe sie ein leidenschaftliches und gefährliches Liebesverhältnis gehabt. Zum Beweis ruft er Elisabeths Zeitgenossen auf und lässt die vergangene Zeit noch einmal aufleben.
So erfährt man etwas über Elisabeths unbeschwerte Jugend, das 1. Treffen mit Franz Joseph, dem Kaiser von Österreich, der sich unsterblich in Sissi verliebte und die gemeinsame Hochzeit, die der Wendepunkt in ihrem Leben ist. Schon hier sieht man den Tod, der Elisabeth genauestens beobachtet und nicht von ihrer Seite weicht. Sein Spiel beginnt, das zwischen Anziehung und Abstoßung schwankt. Schon hier erweist er sich als gefährlicher Rivale und tanzt mit ihr auf ihrer Hochzeit.
Doch noch ist Elisabeth glücklich und verliebt. Aber mehr und mehr gerät sie mit den höfischen Regeln in Konflikt, da sie ihr unbeschwertes Leben nicht weiterführen kann und sich immer mehr eingesperrt und eingeengt fühlt.
Schon hier setzt der Tod wieder ein, verstärkt ihre Verzweiflung und schürt in ihr den Drang nach Freiheit
Elisabeth fühlt sich immer mehr unterdrückt und wird unglücklicher. Ihre Kinder darf sie nicht selbst erziehen und sie sucht vergebens nach Hilfe bei ihrem Mann, der sich jedoch unter der harten Autorität seiner Mutter befindet und ihr nicht helfen kann. So gewinnt der Tod immer mehr Macht über sie und gesteht ihr seine Liebe. Doch noch gibt Elisabeth nicht auf und ist stark genug ihn abzuweisen.
Sie stellt dem Kaiser also ein Ultimatum, auf das er dann auch schließlich eingeht. So darf sie fortan über die Erziehung ihrer Kinder selbst bestimmen. Ihr größter Triumph allerdings ist die Versöhnung des Kaisers mit ihrem geliebten Ungarn.
Doch auch in Ungarn meldet sich der Tod bei Elisabeth. Sie hat jedoch nur noch Interesse für ihren Triumph und ihre Schönheit. Der Hochmut macht sie blind und sie wendet dem Tod scheinbar den Rücken zu.
Die Jahre vergehen und Elisabeth wird immer eigensinniger. Sie reist viel und kümmert sich nur noch um ihre Schönheit, da sie in ihr ihre Macht erkennt. Sie übersieht dabei, wie sehr ihr Sohn Rudolf sie vermisst.
Bei einem späteren Treffen Rudolfs mit dem Tod, erliegt er ihm daraufhin und nachdem Rudolf seine Mutter um Hilfe aus einer schier ausweglosen Lage bittet und diese nicht bekommt, bringt er sich um.
Rudolfs Selbstmord trifft Elisabeth sehr hart. Sie wirft sich vor, dass Rudolf das Opfer ihres eigenen Kampfes um Unabhängigkeit geworden ist und alles in ihrem Leben scheint an Bedeutung verloren zu haben. Sie bittet am Grab des Sohnes den Tod um Erlösung, der ihr diesen Gefallen jedoch nicht machen möchte.
Erst Jahre später schließlich kommen der Tod und Elisabeth zusammen, nachdem sie in einem Attentat des italienischen Anarchisten Luigi Lucheni ermordet wird. Der Tod empfängt sie und gemeinsam umarmen sie sich leidenschaftlich. Elisabeths Kämpfen und Winden hat nun ein Ende und die Beiden verlassen zusammen die Bühne....
So, das war die Handlung kurz und knapp zusammen gefasst. Das Stück ist in 2 Akte unterteilt und dauert mit viertelstündiger Pause ungefähr 2,5 Stunden.
Ich war nach diesen Stunden so beeindruckt und habe auf der Nachhausefahrt die ganze Zeit die Lieder gesungen. Sie sind so eingängig und passen einfach optimal zur erzählten Geschichte.
Ein ganz großes Lob muss ich erst einmal dem Bühnenbild aussprechen. Zwar ist die Bühne nicht allzu riesig, doch durch die Drehbühne in der Mitte, die auch noch in 5 verschiedene Ebenen unterteilt ist, konnten wirklich viele verschiedene Situationen toll dargestellt werden. Am beeindruckensten fand ich eigentlich, wie schnell das Ganze von statten ging. Das Licht war noch nicht einmal 10 Sekunden aus, schon war ein komplett neues Bühnenbild aufgebaut und ich traute meinen Augen kaum, wie fix die Mitarbeiter doch waren.
Durch die Drehbühne, die eigentlich in fast jedem Lied zum Einsatz kam, war viel Bewegung im Stück und es wurden so immer neue Situationen geschaffen.
Die Kostüme waren auch wahnsinnig schön. Wie es sich für die damalige Kaiserszeit gehört, wurden wunderschöne und opulente Ballkleider getragen, die wirklich toll anzuschauen waren. Doch am faszinierensten war Sissis Sternenkleid, mit dem sie aber auch wirklich jeden für sich gewinnen konnte. Sogar das Publikum war von diesem Outfit so sehr begeistert, dass es tosend Beifall klatschte.
Auf die Lieder an sich möchte ich hier nicht weiter eingehen, da man alle überhaut nicht aufzählen kann. Es wurden mehr als 30 Lieder präsentiert, zu dem auch immer ein neues Bühnenbild geschaffen wurde. Mein Favorit (und auch das des Publikums) war eindeutig „Die Schatten werden länger“, bei dem der Tod mit Rudolf singt und dieser schließlich dann mit einem Todeskuß verführt wird. Aber am besten ist, wenn Ihr Euch mal eine kleine Kostprobe selbst anhört. Die Lieder kann man einfach nicht mit Worten beschreiben, da sie zumindest mir zu vielschichtig sind und ich hier dann noch bis morgen sitze.
Ein paar dieser Lieder könnt Ihr Euch auf der Homepage \"Elisabeth-das-Musical\" anhören. Dort findet Ihr auch weitere Infos zu Preisen, Terminen, Darstellern, usw.. Ansonsten kann ich Euch nur empfehlen, Euch die CD anzuschaffen, denn es sind wirklich tolle und vor allem eingängige Stücke dabei.
Auch die Darsteller waren wirklich überzeugend. Leider war nicht die Besetzung zu hören, die man auch auf der CD hört, denn mittlerweile hat eine neue Elisabeth-Darstellerin die Rolle übernommen. Seit Februar diesen Jahres singt nämlich „Maike Boerdam“ die Kaiserin und löste damit „Pia Douwes“ ab, die wahrscheinlich die einen oder anderen Musicalgänger unter Euch kennen werden, da sie eine wirklich berühmte Größe in dieser Branche ist. Für Maike Boerdam ist „Elisabeth“ ist ihr erstes Engagement an einer deutschen Musicalbühne und man merkt ihr wirklich nicht an, dass sie gebürtige Holländerin ist. Zwar gefällt mir die Stimme der Douwes immer noch besser, doch spielt sie ihre Rolle wirklich gut und hat auch eine klare und vor allem voluminöse Stimme, die zusammen mit dem Tod wahnsinnig gut harmonisiert.
Der Tod wurde letzten Sonntag von der Zweitbesetzung \"Jesper Tydén\" gespielt. Hier empfand ich keinen Unterschied zur Erstbesetzung \"Uwe Kröger\", der auch schon in Hauptrollen von \"Jesus Christ Superstar\", \"Mozart\", \"Sunset Boulevard\" und \"Die Schöne und das Biest\" zu sehen war. Kröger erhielt zwar für die Rolle des Todes den Preis zum \"deutschsprachigen Musical-Star Nr. 1\", doch finde ich Tydéns Stimme ähnlich beeindruckend und mir lief öfter ein Schauer durch den Körper, als ich ihn singen gehört habe.
Um noch einen Darsteller zu nennen, möchte ich hier noch „Carsten Lepper“ erwähnen, der den „Luigi Lucheni“ verkörpert. Ihm ist es möglich mal krank, mal hysterisch, mal übertrieben, aber immer voller Power den verrückten Attentäter darzustellen und auch zu singen. Seine Stimme reicht von tief bis kreischend hoch und passt in diese Rolle einfach ungemein gut hinein. Es macht Spaß ihn auf der Bühne zu sehen und er hat das Publikum mit seinen Kommentaren oft zum Lachen gebracht.
Ihr seht also schon, dass dieses Musical wirklich einzigartig und wunderschön ist. Es ist eine tolle Mischung aus absolut ohrwurmverdächtiger Musik, hinreißenden Darstellern, tollen Bühnenbilder und beeindruckender Kostüme. Nicht umsonst wurde dieses Musical auch zum besten Musical 2001 gewählt.
Ich kann es Euch daher nur weiter empfehlen, denn es lohnt sich wirklich. Und ich werde auf jeden Fall noch einmal hinfahren, denn ich möchte „Elisabeth“ noch einmal so schön nah sein und sie live erleben. Und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja da.....
In diesem Sinne, lasst Euch verführen und kommt alle nach Essen!
Euer Sedi*
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