Effi Briest (Taschenbuch) / Theodor Fontane Testbericht

ab 6,81
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Erfahrungsbericht von cskendras

Deswegen gibts heute e-Mails...

Pro:

s. Bericht

Kontra:

s. Bericht

Empfehlung:

Ja

oder: wieso man die Vergangenheit im Herzen und in Erinnerungen behalten sollte!


Liebe Leserinnen, liebe Leser,
herzlich Willkommen zu meinem Bericht über ein Buch, dass dem einen oder anderen Leser hier bekannt sein dürfte. Ich habe das Buch in der Schule kennengelernt, es war Pflichtlektüre für das Abitur, denn im April 2007 wurde es für mich ernst in dieser Hinsicht... ;o)

Die Rede ist von EFFI BRIEST von THEODOR FONTANE. Ich bespreche hier die Reclam-Version, die YOPI leider nicht gesondert gelistet hat. Aber es geht ja um den Inhalt und den bekommt man sowohl im Reclam- als auch im Buchdings-Verlag, ist überall dasselbe (bitte keine Anfragen für Beweisfotos o.ä.!)

||__ Handlung ||

Effi ist ein junges Mädel aus adeligem Hause und wie es in der Kaiserzeit (und heute noch in Dorfgegenden *g*) so üblich ist, wird sie im zarten Alter von 14 Jahren mit dem weit älteren Baron Instetten verheiratet. Tja, und eigentlich könnte ihr vorgeholtes Glück so perfekt sein, denn ihr Gatte kann ihr das bieten, was sie sich erst in 20 oder 30 Jahren hätte erst leisten können. Zum Beispiel eine warme Bude und ein großes Bettchen! Und einen Garten...! Und so weiter und sofort. Aber Effi Briest wird sehr bald erwachsen, wird Mutter, wird verantwortungsbewusst, und das Beste: sie wird sich ihrer Lage doch schnell bewusst, aus ihr ist eine Frau geworden, und das auch nur durch einen werten Herren Mister-Frauenheld Crampas, ehemals bester Freund ihres Ehegattens. Tja, und weil sie sich zu ihm angezogen fühlt und er ihr auch bezüglich ihres Gatten die Augen öffnet, merkt sie, dass sie doch etwas Schreckliches tut, wenn sie ihren Noch-und-für-immer-und-ewig-Gatten hintergeht, der ja für "sie" Tag und Nacht an seiner Karierre bastelt, und beschließt den Kontakt zu Crampas abzubrechen, auch begünstigt durch einen Umzug zu ihrer alten Heimat (bzw. in die Nähe davon, nämlich nach Berlin). Auch das niedliche Briefle-Hin-und-Herschicken wird bald eingestellt. Aber die junge Effi hängt an diesen Erinnerungen, sie behält die Briefe bei sich und wartet wohl darauf, dass ihr Gatte sie findet und sie als Fremdgeherin entlarvt. Tja, und Pech gehabt, sechs Jahre (!) später findet Instetten die Briefchen und verstoßt die ach so böse Effi, auch ihre Familie wechseln Schloß und Riegel, wollen mit der ach so treulosen Tochter keinen Kontakt mehr haben. Und wenn ihr bis hierhin tapfer durchgelesen habt, dann wisst ihr schon alles - ups! Eigentlich ist die Handlung wirklich einfach zusammengestrickt, doch Effi Briest ist etwas mehr als nur ein linearer Handlungsstrang. Aber ihr wisst ja nicht alles, auch nicht den Schluss... ;o)

||__ Ansätze einer Interpretation ||

Effi ist anfangs, wie jeder normale Mensch eigentlich auch im Alter von 14 Jahren, jung, naiv, träumt vom Traumprinzen und findet in Instetten die Verkörperung des selbigen, der ihr jeden Wunsch erfüllen kann, doch sehr schnell merkt sie, dass das Materielle nicht so wertvoll sein kann, wie menschliche Wärme. Solche erfährt sie aus wenigen Richtungen. Effi, die das Abenteuer sucht, findet gähnende Langeweile vor, niemand scheint sie zu verstehen, außer ein paar (eigentlich nur 2) Menschen aus ihrem direkten Umfeld. Woher sonst. Doch ihr eigener Gatte scheint kein Interesse an eine warmherzige Beziehung zu haben, sei es aus Stursinnigkeit, sei es aus Dummheit oder sei es aus Karierregeilheit. Effi Briest, der Roman zeigt einfach und deutlich, auch wenn kompliziert verstrickt, wie sich gesellschafliches Denken auf das Verhalten der Menschen auswirken kann. Stumpfsinnigkeit und stusshaftes Festhalten an irgendwelche Werte und Normen, die entgegen des gesunden (wohl nicht vorhandenen) Menschenverstandes wirkt und Nonkonformalität etlicher, auch heute noch vorhandener Gesellschaftsstrukturen verdeutlichen kann - man muss nur wissen, was an welcher Stelle wie gemeint ist. Das heißt de facto, dass Effi Briest ein Roman ist, der in viele Richtungen ausdiskutiert werden kann.
Man kann das Verhalten von Effis Familie nehmen und besprechen, weshalb diese sich gegen ihr eigenes Blut wendet und die Tochter verstößt, obwohl der Vater nach außen hin Stärke und Eigensinnigkeit versprühen möchte, nach dem Motto, dass er sich nicht der Gesellschaft anpassen möchte. Nehmen wir weiter Instetten selbst, der Jahre zuvor sein Glück bei Effis Mutter versucht hatte und scheiterte - wieso schnappt er sich die fast 2 Jahrzehnte jüngere Effi Briest? Ist sie ein Trost für ihn, ist sie eine Ersatzdroge? Nein, das kaum, aber deutlich wird es auch nicht. Auch kann man sich darüber streiten, ob Instetten Effi wirklich liebt. Aber ich will nicht allzu sehr ins Detail gehen, denn das soll hier nicht in eine Interpretation ausarten, das erspare ich euch gerne.
Wer sich mit dem Buch auseinandersetzen muss, weil es zur Pflichtlektüre auserkoren wurde, liest es automatisch nicht mit so viel Enthusiasmus, wie jemand der sich EFFI BRIEST freiwillig antut. Theodor Fontane hat jahrelang an dem Buch gearbeitet... und man weiß nicht so recht, ob es Gesellschaftskritik darstellen soll, denn allzu deutlich wird aus Autorensicht seine "versteckte" Kritik nicht. Dafür kann man den Schreibstil loben, denn das Buch ist entgegen aller Erwartungen doch recht leicht zu lesen, auch wenn der Einstieg und die Eingewöhnungsphase extrem langatmig ist, auch aufgrund der langen und tiefgehenden Beschreibungen sowohl von Begebenheiten als auch von der unmittelbaren Natur und des Umfelds.


||| Und was schließen wir daraus? |||
Ich habe das Buch doch recht gerne gelesen, auch wenn es gegen Ende zur Qual wurde, sich durch die Seiten zu kämpfen, auch weil die Handlung gegen Ende schnell verflacht und das Ende eigentlich abzusehen ist. Aber letzten Endes kann man sich schon prima darüber unterhalten, auch wenn es zur Pflicht gemacht wurde, sich darüber zu unterhalten...
Wer einen langen Atem hat, sich gerne über die Dummheit der sturen Menschheit aufregt und mal eben ein wenig Zeit hat, kann sich ja mal Fontanes Effi Briest antun und sich eine eigene Meinung bilden.

Reclam
347 Seiten
? 4,60
Vielen Dank fürs Lesen!
Euer Christo

44 Bewertungen, 14 Kommentare

  • werder

    14.12.2008, 17:01 Uhr von werder
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht! LG aus Hannover!

  • Striker1981

    05.11.2008, 15:07 Uhr von Striker1981
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und Liebe Grüße vom STRIKER

  • mrwong

    08.05.2008, 21:31 Uhr von mrwong
    Bewertung: sehr hilfreich

    s.h. liebe grüße felix ;-)

  • misscindy

    08.05.2008, 20:43 Uhr von misscindy
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht, lg Sylvia

  • try_or_die87

    07.05.2008, 17:03 Uhr von try_or_die87
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße aus Regensburg

  • fashionista93

    07.05.2008, 14:00 Uhr von fashionista93
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg

  • Bunny84

    06.05.2008, 16:31 Uhr von Bunny84
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht. Lieben Gruß Anja

  • mu4you

    06.05.2008, 16:26 Uhr von mu4you
    Bewertung: sehr hilfreich

    lieben Gruß von mu4you

  • MasterSirTobi

    06.05.2008, 15:27 Uhr von MasterSirTobi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hat mir geholfen der Bericht. SH und LG

  • frankensteins

    06.05.2008, 13:10 Uhr von frankensteins
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schön beschrieben lg

  • bibihey

    06.05.2008, 10:46 Uhr von bibihey
    Bewertung: sehr hilfreich

    -Liebe Grüße Bianca-

  • bambie34

    06.05.2008, 09:43 Uhr von bambie34
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich,lg Tanja

  • Bigfatalex

    06.05.2008, 03:43 Uhr von Bigfatalex
    Bewertung: sehr hilfreich

    ;-) LG ;-) Marc ;-)

  • NavySeall

    06.05.2008, 02:48 Uhr von NavySeall
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich hatte Deutsch LK und blieb davon verschont, ich glaube das mussten nur die GKs lesen. Schöner Bericht, LG NavySeall