Effi Briest (Taschenbuch) / Theodor Fontane Testbericht


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Erfahrungsbericht von Schlumpf-_1
Fontane der Menschenkenner
Pro:
sehr lehrreich, treffende Beschreibung von Charaktären,
Kontra:
nicht mehr zeitgemäß
Empfehlung:
Ja
Effi Briest
Die 16- jährige Effi Briest spielt unbekümmert mit ihren Freundinnen im Garten ihres Elternhauses in Hohen-Cremmen. Effi ist ein sehr aufgewecktes Mädchen, irgendwie so unbekümmert und freiheitsliebend. Sie hatte ein unbeschwerte Kindheit, sie ist ohne allzu große Strenge im Elternhaus aufgewachsen. Sie ist ein lebenslustiges, temperamentvolles und ein bisschen naives Mädchen.
Ihre Mutter Luise Briest hat Besuch bekommen von ihrem einstigen Jugendfreund dem Baron Geert von Innstetten. Luise Briest konnte damals Instetten nicht heiraten, weil er noch „nichts“ war, weil er noch nichts erreicht hatte im Leben. Nun war er Landrat im fernen Hinterpommern. Jetzt war er wieder zu Luise Briest zurückgekehrt um sie und ihren Gatten um die Hand ihrer einzigen Tochter zu bitten.
Die Briests willigten ein.
Effi freute sich sehr die sie als erste ihrer Freundinnen heiraten würde und dazu noch einen Landrat, der die große Perspektive hat noch mehr zu erreichen im Leben. Effi hatte sehr romantische Verklärte Vorstellungen von dieser Ehe.
Effi heiratet Instetten. Sie machen eine Hochzeitsreise nach Italien. Als Effi und Geert von Instetten zurückkehren heißt es für Effi Abschied nehmen von Mutter, Vater, Freunden und Freundinnen in Hohen-Cremmen. Die Mutter ist es doch etwas mulmig zu mute, wenn sie an Effis jungendliche Unbekümmertheit denkt. Diese Unbekümmertheit passt nun so gar nicht zu einer Landrätin, denkt sich die Mutter.
Geert von Instetten reist nun mit seiner Gattin Effi ins das Hinterpommersche Kessin, wo er Landrat ist. Für Effi sind die unbeschwerten „Kinder- und Jugendtage“ nun vorbei. Sie ist nun Frau Landrätin und da hat sich auch entsprechend zu repräsentieren, das macht ihr Innstetten sofort klar. In dem Haus in Hinterpommern fühlt sich Effi nie richtig wohl. Alte Gespenstergeschichten einer Hausangestellten machen Effi Angst. Innstetten macht sich lustig über die Angst seiner Frau vor diesen Gespenstern. In Kessin selbst ist auch nicht viel geboten was einer jungen lebenslustigen Frau Ablenkung verschaffen könnte. Genauer gesagt gibt es da so gut wie gar nichts. Zu den Angestellten und Dienstboten im Hause kann Effi nie ein engeres Verhältnis aufbauen. Die Ausnahme ist Roswitha die von Effi selbst eingestellt wird. Es bliebt immer ein „unterkühltes Verhältnis“. Effi ist die meiste Zeit allein, weil Geert von Innstetten sehr lange im Amt bleibt. Geert von Innstetten ist ein sehr karriereorientierter nüchterner Mensch. Sein Ziel ist es im kaiserlichen Deutschland so weit wie möglich nach oben zu kommen. Für diese Karriere tut er viel, sehr viel. Das Verhältnis zu seiner Frau Effi ist eher nüchtern und unterkühlt. Mit Romantik und großen Gefühlen hat er nicht viel am Hut. Sorgen, Ängste und Nöte seiner Frau interessieren ihn nicht. Seine Frau ist ihm vor allem wichtig zum repräsentieren in gehobenen Kreisen. Die Besuche bei einigen „befreundeten“ Familien sind nur formell, engere Freundschaften gibt es keine.
Der einzige der Effis Sympathien in Kessin besitzt das ist der Apotheker Giehübler. Er ist auch einer der erkennt wie sehr Effi hier leidet.
Effi ist hier irgendwie isoliert und fühlt sich einsam. Sie beginnt eine Affäre mit dem besten Freund ihres Mannes dem Major Crampas. Crampas hat eben alles was sie an Innstetten so vermisst. Er hat einen gewissen Charme und ist auch einfühlsam und verständnisvoll.
Eines Tages wird Innstetten nach Berlin versetzt. Effi ist heilfroh das die Affäre mit Crampas damit zu Ende ist. Sie hofft das durch den Umzug auch Innstetten nie etwas davon erfahren wird. Effi ist inzwischen Mutter einer kleinen Tochter names Anni geworden.
In Berlin genießt Effi das Leben in vollen Zügen. Nachdem sie in Kessin frustriert und niedergeschlagen war, blüht sie hier wieder förmlich auf.
Eines Tages als Effi auf einer Kur ist, findet Innstetten durch einen unglücklichen Zufall Liebesbriefe von Crampas an Effi. Sieben Jahre sind die Instetten und Effi da schon in Berlin. Innstetten telegrafiert an Effi, an deren Eltern und nach Kessin. Er reist nach Kessin und fordert Crampas zum Duell heraus. Instetten erschießt Crampas bei diesem Duell. Er verstößt seine Frau Effi. Die kann nun ( wegen der Schande) nicht zurück zu den Eltern. Sie lebt nun in einer kargen, kleinen Wohnung, einsam und verstoßen mit ihren treuen Dienerin Roswitha in Berlin.
Eines Tages sieht sie ihre Tochter Anni in der Stadt. Sie schickt Roswitha zu Innstetten damit ihre Tochter einmal zu ihr zu Besuch kommen kann. Innstetten willigt ein.
Weiter erzähle ich hier nicht, sonst ist ja die ganze Spannung weg und man braucht das Buch nicht mehr zu lesen.
Meine Meinung dazu ist: Fontane liefert dem Leser eine sehr gute Beschreibung des Lebens zu Zeit von Kaiser Wilhelm dem 1. Man fühlt sich förmlich in die Romanfigur Effi Briest hineinversetzt und leidet mit ihr mit.
Geert von Innstetten ist ein hochgebildeter Mann, für den seine Ideale Ehre und Moral alles sind. Er ist wohl ein typischer Karrieretyp aus der Kaiserzeit. Eine Karriere kann er aber nur machen, wenn er die passende Gattin dazu hat. Die nichts mehr als schmückendes Beiwerk ist für ihn. Dadurch das er seine Frau verstoßen hat war es auch mit seiner Karriere vorbei.
Wäre er nur einmal über „seinen Schatten gesprungen“, hätte er besonnener reagiert als er die Briefe gefunden hat, so wäre es besser für alle gewesen. Wenn er die Briefe vernichtet hätte und hätte sich mit Effi ausgesprochen, ich glaube dann hätten die beiden ihre „Beziehung“ auf eine ganz neue Basis stellen können. Es wäre auf jeden Fall klüger gewesen, Crampas würde noch leben, er und Effi hätten vielleicht doch noch glücklich werden können. Er hätte Karriere machen können, weil niemand etwas davon erfahren hätte.
Man sieht vor allem wie sehr überzogen die Moral und Wertvorstellungen in der damaligen Zeit waren. Heutzutage ist das denken der Menschen doch etwas vernünftiger und freiheitlicher. Fontane versucht mit diesem Roman diese überzogenen Vorstellungen seiner Zeitgenossen anzuprangern. Die Romanfigur Effi Briest die durch ihre fast „kindliche“ Naivität einen „großen Fehler“ macht wird von der ganzen Gesellschaft angeprangert und ausgegliedert. Sie lebt mitten in der Gesellschaft doch sie wird isoliert und behandelt wie eine Aussätzige. Fontane ist ein kluger Beobachter von Menschen und ihren Verhaltensweisen. In jungen Jahren war er Apotheker und konnte „reichlich“ Erfahrungen machen. In seinen Romanen beschreibt er diese Verhaltensweisen so trefflich wie kaum ein anderer.
Die Zeit beim Lesen ist für mich wie im Fluge vergangen. Ich finde es phantastisch wie treffend Fotane die Menschen mit ihren Stärken und Schwächen beschreibt. Seine besten Werke hat er ist im Alter von über 70 Jahren geschrieben.
Deshalb gebe ich das Urteil Sehr gut.
PS: Dieser Bericht wurde von mir auch bei Ciao veröffentlicht.
Die 16- jährige Effi Briest spielt unbekümmert mit ihren Freundinnen im Garten ihres Elternhauses in Hohen-Cremmen. Effi ist ein sehr aufgewecktes Mädchen, irgendwie so unbekümmert und freiheitsliebend. Sie hatte ein unbeschwerte Kindheit, sie ist ohne allzu große Strenge im Elternhaus aufgewachsen. Sie ist ein lebenslustiges, temperamentvolles und ein bisschen naives Mädchen.
Ihre Mutter Luise Briest hat Besuch bekommen von ihrem einstigen Jugendfreund dem Baron Geert von Innstetten. Luise Briest konnte damals Instetten nicht heiraten, weil er noch „nichts“ war, weil er noch nichts erreicht hatte im Leben. Nun war er Landrat im fernen Hinterpommern. Jetzt war er wieder zu Luise Briest zurückgekehrt um sie und ihren Gatten um die Hand ihrer einzigen Tochter zu bitten.
Die Briests willigten ein.
Effi freute sich sehr die sie als erste ihrer Freundinnen heiraten würde und dazu noch einen Landrat, der die große Perspektive hat noch mehr zu erreichen im Leben. Effi hatte sehr romantische Verklärte Vorstellungen von dieser Ehe.
Effi heiratet Instetten. Sie machen eine Hochzeitsreise nach Italien. Als Effi und Geert von Instetten zurückkehren heißt es für Effi Abschied nehmen von Mutter, Vater, Freunden und Freundinnen in Hohen-Cremmen. Die Mutter ist es doch etwas mulmig zu mute, wenn sie an Effis jungendliche Unbekümmertheit denkt. Diese Unbekümmertheit passt nun so gar nicht zu einer Landrätin, denkt sich die Mutter.
Geert von Instetten reist nun mit seiner Gattin Effi ins das Hinterpommersche Kessin, wo er Landrat ist. Für Effi sind die unbeschwerten „Kinder- und Jugendtage“ nun vorbei. Sie ist nun Frau Landrätin und da hat sich auch entsprechend zu repräsentieren, das macht ihr Innstetten sofort klar. In dem Haus in Hinterpommern fühlt sich Effi nie richtig wohl. Alte Gespenstergeschichten einer Hausangestellten machen Effi Angst. Innstetten macht sich lustig über die Angst seiner Frau vor diesen Gespenstern. In Kessin selbst ist auch nicht viel geboten was einer jungen lebenslustigen Frau Ablenkung verschaffen könnte. Genauer gesagt gibt es da so gut wie gar nichts. Zu den Angestellten und Dienstboten im Hause kann Effi nie ein engeres Verhältnis aufbauen. Die Ausnahme ist Roswitha die von Effi selbst eingestellt wird. Es bliebt immer ein „unterkühltes Verhältnis“. Effi ist die meiste Zeit allein, weil Geert von Innstetten sehr lange im Amt bleibt. Geert von Innstetten ist ein sehr karriereorientierter nüchterner Mensch. Sein Ziel ist es im kaiserlichen Deutschland so weit wie möglich nach oben zu kommen. Für diese Karriere tut er viel, sehr viel. Das Verhältnis zu seiner Frau Effi ist eher nüchtern und unterkühlt. Mit Romantik und großen Gefühlen hat er nicht viel am Hut. Sorgen, Ängste und Nöte seiner Frau interessieren ihn nicht. Seine Frau ist ihm vor allem wichtig zum repräsentieren in gehobenen Kreisen. Die Besuche bei einigen „befreundeten“ Familien sind nur formell, engere Freundschaften gibt es keine.
Der einzige der Effis Sympathien in Kessin besitzt das ist der Apotheker Giehübler. Er ist auch einer der erkennt wie sehr Effi hier leidet.
Effi ist hier irgendwie isoliert und fühlt sich einsam. Sie beginnt eine Affäre mit dem besten Freund ihres Mannes dem Major Crampas. Crampas hat eben alles was sie an Innstetten so vermisst. Er hat einen gewissen Charme und ist auch einfühlsam und verständnisvoll.
Eines Tages wird Innstetten nach Berlin versetzt. Effi ist heilfroh das die Affäre mit Crampas damit zu Ende ist. Sie hofft das durch den Umzug auch Innstetten nie etwas davon erfahren wird. Effi ist inzwischen Mutter einer kleinen Tochter names Anni geworden.
In Berlin genießt Effi das Leben in vollen Zügen. Nachdem sie in Kessin frustriert und niedergeschlagen war, blüht sie hier wieder förmlich auf.
Eines Tages als Effi auf einer Kur ist, findet Innstetten durch einen unglücklichen Zufall Liebesbriefe von Crampas an Effi. Sieben Jahre sind die Instetten und Effi da schon in Berlin. Innstetten telegrafiert an Effi, an deren Eltern und nach Kessin. Er reist nach Kessin und fordert Crampas zum Duell heraus. Instetten erschießt Crampas bei diesem Duell. Er verstößt seine Frau Effi. Die kann nun ( wegen der Schande) nicht zurück zu den Eltern. Sie lebt nun in einer kargen, kleinen Wohnung, einsam und verstoßen mit ihren treuen Dienerin Roswitha in Berlin.
Eines Tages sieht sie ihre Tochter Anni in der Stadt. Sie schickt Roswitha zu Innstetten damit ihre Tochter einmal zu ihr zu Besuch kommen kann. Innstetten willigt ein.
Weiter erzähle ich hier nicht, sonst ist ja die ganze Spannung weg und man braucht das Buch nicht mehr zu lesen.
Meine Meinung dazu ist: Fontane liefert dem Leser eine sehr gute Beschreibung des Lebens zu Zeit von Kaiser Wilhelm dem 1. Man fühlt sich förmlich in die Romanfigur Effi Briest hineinversetzt und leidet mit ihr mit.
Geert von Innstetten ist ein hochgebildeter Mann, für den seine Ideale Ehre und Moral alles sind. Er ist wohl ein typischer Karrieretyp aus der Kaiserzeit. Eine Karriere kann er aber nur machen, wenn er die passende Gattin dazu hat. Die nichts mehr als schmückendes Beiwerk ist für ihn. Dadurch das er seine Frau verstoßen hat war es auch mit seiner Karriere vorbei.
Wäre er nur einmal über „seinen Schatten gesprungen“, hätte er besonnener reagiert als er die Briefe gefunden hat, so wäre es besser für alle gewesen. Wenn er die Briefe vernichtet hätte und hätte sich mit Effi ausgesprochen, ich glaube dann hätten die beiden ihre „Beziehung“ auf eine ganz neue Basis stellen können. Es wäre auf jeden Fall klüger gewesen, Crampas würde noch leben, er und Effi hätten vielleicht doch noch glücklich werden können. Er hätte Karriere machen können, weil niemand etwas davon erfahren hätte.
Man sieht vor allem wie sehr überzogen die Moral und Wertvorstellungen in der damaligen Zeit waren. Heutzutage ist das denken der Menschen doch etwas vernünftiger und freiheitlicher. Fontane versucht mit diesem Roman diese überzogenen Vorstellungen seiner Zeitgenossen anzuprangern. Die Romanfigur Effi Briest die durch ihre fast „kindliche“ Naivität einen „großen Fehler“ macht wird von der ganzen Gesellschaft angeprangert und ausgegliedert. Sie lebt mitten in der Gesellschaft doch sie wird isoliert und behandelt wie eine Aussätzige. Fontane ist ein kluger Beobachter von Menschen und ihren Verhaltensweisen. In jungen Jahren war er Apotheker und konnte „reichlich“ Erfahrungen machen. In seinen Romanen beschreibt er diese Verhaltensweisen so trefflich wie kaum ein anderer.
Die Zeit beim Lesen ist für mich wie im Fluge vergangen. Ich finde es phantastisch wie treffend Fotane die Menschen mit ihren Stärken und Schwächen beschreibt. Seine besten Werke hat er ist im Alter von über 70 Jahren geschrieben.
Deshalb gebe ich das Urteil Sehr gut.
PS: Dieser Bericht wurde von mir auch bei Ciao veröffentlicht.
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