Ford Focus Testbericht

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Abbildung beispielhaft
ab 39,92
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Summe aller Bewertungen
  • Fahreigenschaften:  sehr gut
  • Fahrkomfort:  sehr gut
  • Platzangebot:  sehr großzügig
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut

Erfahrungsbericht von ET2000

Schnell, schneller, RS

Pro:

Leistung, Fahrwerk

Kontra:

Kosten

Empfehlung:

Ja

RS steht für RallySport nicht für RennSemmel oder RasendeSau. Beides jedoch würde zutreffen.


Schub ist wenn man vorne zieht


Unter Schubkraft versteht man ja normalerweise, dass irgendwo irgendjemand, irgendetwas schiebt. Der Ford Focus RS dreht den Spiess um. Die Fronträder ziehen und der verdutzte Fahrer redet von einem nahezu unendlichem Schub.
Alle die sich im Laufe des Berichtes Gedanken machen, ob sie sich vielleicht einen Ford Focus anschaffen wollen, sei gesagt, dass die aufzubringende Geldsumme nicht allein ein Handycap darstellt. Momentan ist die Focus Serie noch limitiert und dürfte, wenn dies nicht bereits der Fall ist, ausverkauft sein.
Die Serie soll aber fortgesetzt werden und auch gebraucht dürfte man nach längerer Suche vielleicht auf das ein oder andere Exemplar stossen.
Eine ausführliche Probefahrt musste trotz des Nichtkaufes vor einiger Zeit schon sein. Über diese Erfahrungen möchte ich an dieser Stelle berichten.

Es ist nicht immer einfach einen Händler davon zu überzeugen, ein teures Auto zur Probefahrt bereit zu halten, welches dann auch noch in der Auflage limitiert ist. Letzten Endes aber wittert auch der noch so skeptische Verkäufer ein Geschäft, denn schliesslich ist man ja keine 18 mehr und somit ist der Verdacht geringer das man einfach einmal durch die Gegend brettern will.


Blau dominiert
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Racing Blue nennt sich die Farbe, in der alle Ford Focus RS ausgeliefert werden. Ein schönes Blau, etwas dunkler mit einem ansprechendem Tiefenglanz.
Blau geht es auch im Innenraum weiter. Die Leder-/Alcantara Sitzbezüge sind blauschwarz wie das Lenkrad.
Auch die Amaturen sind blauschwarz mit weissen Ziffern. Und damit der Stil komplett ist, gibt es auch im Motorraum vereinzelte Blautöne.
Alles soll betont sportlich wirken, dürfte aber auf Dauer etwas nervig werden, denn ich denke, das man sich schnell satt sieht.

Optik
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Schon im Stand ist der Focus RS deutlich tiefer als die normalen Serienmodelle. Es steht zu befürchten, das RS auch RichtigSauhart bedeuten kann. Mal schauen.
Satte 18 Zoll Räder mit einer Bereifung von 225/40 ZR18 sollen den Wagen auf der Strasse halten.
An der Karosse ist man relativ bedacht vorgegangen. Die 80er Jahre Manta Prollkisten sind Gott sei Dank endlich im Nirvana verschwunden.
Trotzdem wirkt der Focus RS dank einiger Zutaten bullig. Seitenschweller, Heckschürze, Frontschürze und ein ein Dachspoiler sowie Kotflügelverbreiterungen hat auch dieser Wagen.
Meinem persönichen Geschmack nach an der Grenze des Erträglichen.
Aber das ist ja Geschmackssache.

Ausstattung / Preis
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Für 30.000 Euro erwarte ich natürlich neben den sportlichen Eigenschaften eine komplette Ausstattung.
Auf ESP hat man beim RS verzichtet. Der Sportlichkeit wegen. Ich hätte aber nichts gegen ein ESP das man ja im Zweifelsfall abschalten könnte. Zumindest bei Nässe wäre es angebracht.
Ansonsten kann sich die Ausstattungsliste sehen lassen: Frontairbags, Seitenairbags vorne, Klimaanlage, Audio Anlage mit CD Wechsler, Schalensitze mit Leder-Alcantara Bezug, Lederlenkrad, Alu Räder, Alarmanlage mit Innenraumüberwachung, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Fensterheber usw. …
Eine Differenzialsperre soll die Vorderräder am endlosen Durchdrehen hindern.
Xenon Scheinwerfer waren nicht zu haben.
Insgesamt also bis auf ein paar Kleinigkeiten alles was das Herz begehrt.


Motor / Fahrleistungen
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Wer ein so sportliches Auto erwirbt, für den steht natürlich der Motor im Mittelpunkt.
Der Ford Motor hat relativ wenig Hubraum bei ziemlich viel PS. Aus 1988 ccm holt Ford satte 215 PS. Das bewerkstelligt Ford mit Hilfe eines Turboladers.

Den Startknopf (!) gedrückt verfällt der Ford in einen ruhigen, etwas unruhigen Leerlauf. Noch ahnt man nicht was auf einem Zukommt. Die ersten Meter bewegt man sich noch vorsichtig und hat der Wagen endlich Betriebstemperatur erreicht, kennt die Beschleunigungsorgie keine Grenzen.
Die Ladedruckanzeige schnellt mit dem Druck aufs Gaspedal nach oben und der Focus RS nach vorne.

Unter 2500 U/min läuft nicht allzu viel, dann aber geht es ungebremst bis ca. 5.500 U/min. 6,7 Sekunden soll der Ford von 0-100 km/h benötigen und der Wert schein realistisch.
232 km/h Spitze sind ebenso ein absolut realistischer Wert.

Die Beschleunigung erfolgt ruckelfrei, eine Turbo Gedenksekunde gibt es kaum, nur im Ansatz. Der Motor läuft turbinenartig, wirkt aber ein klein wenig blechernd. Schade, der Sound hat mich schon ein bisschen enttäuscht.

Dafür geht es stetig richtig zur Sache. Der RS wird nicht extrem laut ist gut gedämpft.


Getriebe
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Das 6-Ganggetriebe des RS lässt sich gut und mit kurzen Schaltwegen schalten. Es ist nicht ganz so präzise wie sportliche Varianten bei BMW, kommt dem aber doch ziemlich nahe.
Von Hakeln und Ruckeln hab ich nichts gepürt.
Ledliglich der 1. Gang lässt sich beim Anfahren manchmal ein bisschen schwer einlegen, wenn das Auto leicht verschränkt steht.

Fahrwerk
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Ford hat das RS Fahrwerk gegenüber der Standartserie verstärkt, versteift und in der Spur verbreitert. Darüber hinaus soll das Fahrwerk dank weiterer Modifikationen sogar leichter sein als das Serienfahrzeug.
Nur 25 Milimeter tiefer ist der RS, die grossen Räder täuschen da mehr vor.
Überrascht hat mich der doch durchaus vorhandene Federungskomorft. Natürlich steht die Härte im Mittelpunkt, aber die Bandscheibe dürfte auch nach 500 km nicht unangenehm lädiert sein.
Die Michelinreifen wurden übrigens speziell für den RS angefertigt. Nachschub soll angeblich auch nach längerer Zeit lieferbar sein.
Der Ford klebt auf der Strasse. Die Differenzialsperre sorgt dafür das die Vorderräder nicht stetig durchdrehen. Ansonsten wären 215PS für einen Frontantrieb wohl auch etwas viel.
Sehr hohe Kurvengeschwindigkeiten sind möglich ohne das einem der Angstschweiss auf der Stirn haftet. Dieser entsteht höchstens dadurch, dass man sich selber bereits an der Grenze des Machbaren sieht.
Geht es denn doch einmal ein wenig zu schnell, so schiebt der Ford über die Vorderräder und lässt sich mit einem kurzen Tritt aufs Gaspedal wieder korrigieren.
Doch diesen Bereich sollte man nur ausloten, wenn man erfahren ist, sich auf einer einsamen Landstrasse befindet und nach Möglichkeit ein Fahrsicherheitstraining absolviert hat.


Bremsen
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Der Durchmesser der Bremsscheiben ist mir nicht bekannt. Er ist gigantisch ! 12 Kolben sorgen dafür, dass die Bremsscheiben im Zweifelsfall brutal zupacken können.
Trotzdem lassen sich die Bremsen nach einiger Eingewöhnung gut dosieren. Wer allerdings von einem 60 PS Focus auf den RS umsteigt, sollte ein wenig über, damit der Hintermann nicht plötlich samt Kühler auf dem eigenen Beifahrersitz hockt. Bremsen macht fast mehr Spass als Gas geben, denn der Ruck ist gewaltig. Auch nach mehreren Bremsversuchen ist kein Fading bemerkbar. Gut, dass wäre auch bei meinen recht bescheidenen Versuchen auch noch schöner.


Komfort
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Das Thema habe ich bewusst hinten angestellt, denn schliesslich handelt es sich ja überwiegend um einen Sportwagen.
Die Schalensitze bieten sehr guten Seitenhalt. Allerdings dürften bauartbedingt, füllige Menschen Probleme haben.
Spassig finde ich die Vorbereitung für Hosenträgergurte, wo das Auto doch serienmässig gewöhnliche 3- Punkt Gurte hat. Ein bisserls Show muss halt sein.
Vorne sitzt man im Focus dank guter Kopffreiheit und genügend Raum für die Beine richtig gut.
Hinten dagegen wird es etwas enger als bei den Standartvarianten.
Zum Fahrwerk hab ich schon einiges geschrieben und man kann getrost sagen, dass es relativ komfortabel ist. Auch kleine Wellen lassen das Auto nicht wie wild hüpfen, was ja bei manchen Sportfahrwerken der Fall ist.
Die Instrumente sind alle ordentlich erreichbar und lassen sich einfach bedienen.


Verarbeitung
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Die Verarbeitung der Focus RS macht einen guten Eindruck. Es knirscht und klappert nicht, auch auf holprigen Pisten behällt das Auto seine Ruhe.
Spaltmasse stimmen und Schalter, Griffe, Türgriffe wirken solide und man hat keine Angst plötzlich eines dieser Teile in der Hand zu haben.


Kosten
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30.000 € sind nicht wenig. Selbst in Anbetracht des Gebotenen. Ein Golf R32 kostet knapp 2000 € mehr, bietet ESP, Klimaautomatik, XenonLicht und hat vor allem einen 6-Zylinder.
Diesem traue ich dann doch ein wenig mehr Haltbarkeit zu als der hochgezüchteten 4-Zylindermaschine.
Der Verbrauch liegt übrigens bei 9-15 Litern. Eine Turbo übliche grosse Spanne und vor allem nicht gerade bescheiden.
Die Einstufung in der Versicherung ist wie zu erwarten recht hoch, jedoch in der Kasko und Haftpflicht sogar niedriger als ich erwartete.
VK33, KH20, TK38

In Zahlen bedeutet das für einen Fahrer um die 30, mit Garage, jhrl. 15000 km Fahrleistung, und Schadenfreiheitsstufe SF7 (a. 50%) bei Zulassung in München:
Haftpflicht : 515,15 € jhrl.
Vollkasko 300 € SB, TK 150 € SB 3.552,34 € jhrl.
München ist dabei natürlich ein teures Pflaster, die als Beispiel angeführte Coninentale Versicherung jedoch ist schon relativ günstig.


Fazit
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Tja, wer braucht so ein Auto ?
Junge Fahrer dürfte es zu teuer sein. Ausser sie sind die Kinder reicher Eltern.
Wer in jungen Jahren sein ganzes Geld für das Auto spart, hat nichts mehr für die Freundin übrig und wer älter ist hat meist andere Ansprüche.
Was bleibt ist ein sportliches, gelungenes Aushängeschild von Ford.


PS:
Diesen Produktvorschlag hat ciao doch glatt innerhalb von 2 Stunden bearbeitet. Nachdem ich eine Meinung zum schlechten Service verfasst hatte. Zufall ? :-)

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