Fuerteventura Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Pinki
Fuerteventura, Paradies im Abseits
Pro:
weite, weiße Sandstrände, Wetter immer fast immer gut, faszinierende Landschaft
Kontra:
Landschaft kann auf Dauer trostlos werden, einige Hotelruinen
Empfehlung:
Ja
Als ich zum ersten mal die Kanareninsel besuchte, war ich 10 Jahre alt und geschockt. Kanarische Inseln, dieser ferne und doch noch europäische Urlaubsort, diese Ansammlung kleiner Inseln, im Atlas nicht mehr als ein paar Zentimeter groß, tausende Kilometer entfernt, nur noch einen Katzensprung von Südamerika weg, so schien es in meinen Kinderaugen. Einsame Strände, schwarzes Vulkangestein, üppige Vegetation. So stellte ich mir speziell Fuerteventura vor.
Um so ernüchternder war mein erstes Fußfassen auf der Insel. Wilde Vulkanlandschaften, Geröllfelder, wüstenähnliche Sandstreifen am Horizont. Dazu ein tiefblaues, tosendes Meer, spritzende Gischt und eine brennende Sonne. Wo war ich gelandet? Auf dem Mond??? Glücklicherweise machte ich damals mit meiner Familie einen Cluburlaub und erlebte 2 wunderschöne Wochen im grünen Schutz der Clubmauern.
Mehr als zehn Jahre später stieg ich abermals in ein Flugzeug in Richtung Fuerteventura. Meine damaligen Erinnerungen, eine Mischung aus kindlicher Naivität und unbegründeten Vorurteilen und Erwartungen wollte ich gründlich überholen. Gerade das, was mich damals so abgeschreckt hatte, übte diesmal einen unglaublichen Reiz auf mich aus. Im Folgenden nun mein erster Bericht über Fuerteventura, allgemein gehalten, und abschließend wie immer Pros und Contras und ein persönliches Fazit. Ich bitte um Verständnis, dass ich aus Platzgründen lediglich einige wenige Oberflächen ankratzen kann. So möchte ich zum Beispiel auf Fuerteventuras Einwohner oder Kunsthandwerk nicht eingehen, das würde den Rahmen eines Erfahrungsberichts bei weitem sprengen. Meine Schwerpunkte lege ich vielmehr auf geschichtliche Hintergründe und geographische Begebenheiten, da ich davon ausgehe, dass diese bei einem Besuch der Insel von größter Bedeutung sind.
+++Geschichtliches+++
Fuerteventura entstand als eine der ersten kanarischen Inseln vor etwa 20 Millionen Jahren durch Vulkaneruptionen, die wiederum durch tektonische Verschiebungen hervorgerufen wurden. Historiker gehen davon aus, dass Fuerteventura erstmals um 3000 v Chr. Von Afrika her besiedelt wurde. Um 1100 v Chr. erlangen die Kanaren für die Phönizier als Handelspunkte Bedeutung. Kurz nach Beginn der westlichen Kalenderrechnung tauchen die Inseln in Schriften römischer Gelehrter, u.a. Ovid und Plinius als „Inseln des ewigen Frühlings“ auf. Durch den Aufbau des römischen Reichs im Mittelmeerraum geraten die Inseln für Europa für lange Zeit in Vergessenheit. Erst 1344 wird der Spanier Luis de la Cerda von Papst Clemens VI. zum König der Kanaren erklärt, nachdem Clemens alle noch nicht entdeckten Länder zu seinem Herrschertumproklamiert. La Cerda schlägt die Ernennung aus. Schließlich fällt die Insel durch Erbschaftsfolge in die Hände von Heinrich III. Eine unruhige Zeit beginnt. Ständige Kriege und Meutereien und die schließliche Einnahme durch Spanien bestimmen für mehrere hundert Jahre das Inselleben.1852 ernennt die damalige spanische Königin Isabella II. die Kanaren zur Freihandelszone. 1975 werden Fremdenlegionen aus Spanisch-Sahara nach Fuerteventura verlegt. Diese werden von der Inselbevölkerung abgelehnt, Aufstände bewegen die Legionäre schließlich 1996 zum Rückzug.1982 werden die Kanarischen Inseln zum Autonomen Gebiet erklärt, sie bleiben Freihandelzone und behalten, trotz dass die mittlerweile ein Vollmitglied der EU sind, die alten Zollbestimmungen. In den frühen 90er Jahren wird der Tourismus wichtigster Wirtschaftszweig, Hotels, Clubs und weitläufige Bungalowsiedlungen entstehen. In den letzten Jahren hat sich die Insel zu einer attraktiven, sauberen Urlaubsinsel gemausert. Trinkwasserknappheit veranlasste die Regierung dazu, dem Tourismusboom Einhalt zu gebieten. Statt dem Prinzip Quantität statt Qualität zu folgen, legt Fuerteventura mittlerweile großen Wert auf eine Regulierung der Baumaßnahmen und eine entsprechende Pflege bestehender Objekte, historischer Stätten, Stränden und Tier- und Pflanzenwelt.
+++Lage der Insel+++
Fuerteventura, zusammen mit Lanzarote die östlichsten der Kanarischen Inseln, ist etwa 120 km vom afrikanischen Kontinent entfernt und liegt etwa auf der Höhe von Marokkos südlicher Grenze. Fuerteventura ist damit Afrika am Nähesten. Lanzarote befindet sich ca. 10 Kilometer nördlich und ist mit dem Schiff in weniger als 30. Minuten zu erreichen. Fuerteventura ist 98 km lang und an seiner ausgedehntesten Stelle 28 km breit. Damit ist Fuerteventura nach Teneriffa die zweitgrößte der Kanarischen Inseln. 44.000 Einwohner sind für diese Fläche vergleichsweise gering.
+++Flora und Fauna+++
Einst durch das Vulkangestein eine sehr fruchtbare Insel, haben Besiedelung und damit verbundene wirtschaftliche Aktivitäten der Bevölkerung zum Verebben der Bodenfruchtbarkeit geführt. Kahlschlag für Brennholz und Überweidung durch Ziegenzucht spülten den lockeren Humusboden mit den zwar spärlichen, aber heftigen Regenfällen ins Meer. Die einst scharfkantigen Lavamassen, die sich vor allem im Inselinneren türmen, wurden vom ständigen, mitunter sandigem Wind zu abgerundeten Moränen abgeschliffen. Temperaturen um die 30 Grad und der permanente, warme Wind lassen nur einen spärlichen Pflanzenwuchs zu, meist dickblättrige Bodengewächse, Mittagsblumen oder hier und da dickes, raues Gras. Die Bepflanzung der großzügig angelegten Ferienanlagen mit ihrem üppigem Pflanzenwuchs und bunter Blütenpracht sind künstlich und werden permanent bewässert.
+++Wetter+++
Bis zu 20 Grad in den drei kurzen Wintermonaten und über 30 Grad im restlichen Jahr (mit lokalen Schwankungen, versteht sich), dazu ein leichter Wind und durchschnittlich 1,5 Regentage pro Monat machen Ovids Worte (s.o.) nur allzu verständlich. Vor üertriebenem Sonnenbaden sei aber gewarnt. Die Sonneneinstrahlung ist in Fuerteventura wesentlich intensiver als in Deutschland, und der laue Wind täuscht über die Kraft der Strahlung leicht hinweg.
+++Fuerteventuras Norden+++
Treibsand aus der Sahara bedeckte im Laufe von tausenden von Jahren den vulkanischen Untergrund der nördlichen Inselhäfte. Riesige Dünen und kilometerlange Sandstrände machen diesen Landstrich zu einem Urlauberparadies. In diesem Naturgeschützten Bereich ist sogar Surfen Verboten. Sehenswert ist hier Corralejo, eine typisch südländische Fischerstadt.
+++“Zentralfuerteventura“+++
Die Hauptstadt Puerto del Rosario im Nordensten ist auch gleichzeitig Ausgangpunkt einer jeden Reise, denn hier befindet sich auch der Flughaften. Puerto ist berühmt für seine kürzlich sanierte Hafenpromenade und seinen täglich stattfindenden Wochenmarkt, auf dem neben allerlei für den alltäglichen Bedarf auch Kunsthandwerk und andere Souvenirs angeboten werden. Etwas weiter südlicher liegt die beliebte Ferienanlage Castillo de Fustes, die neben einer kleinen, künstlich angelegten Badebucht auch einige historische Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Leider ist der alte Wehrturm „Castillo“ ständig geschlossen und so nur von außen zu bewundern. Castillo de Fustes liegt auf einer Klippe, das Meer brandet und tost um die Felsen. Vereinzelt kann man bis and Wasser herabsteigen und sogar baden. Vor allem in den Abendstunden sehr romantisch. Außerdem ein Anglerparadies. Im Westen lockt Betancuria, die ehemalige Hauptstadt der Insel mit seiner alten und sehenswerten Kirche. Die Westküste ist wesentlich rauer als der Osten, ein wahres Paradies für Surfer.
+++Fuerteventuras Süden+++
Zurecht trägt der südliche Zipfel der Insel den Namen „Halbinsel“. Hier haben sich in den letzten Jahren jede Menge Hotels und Clubs angesiedelt. Kilometerlange Sandstrände(wenn auch nicht ganz so fein wie im Norden), Dünen und hohe Felsklippen prägen hier das Bild. Die ganze Küstenregion eignet sich hervorragend für sämtliche Sportarten, besonders Tauchen und Surfen sind hier besonders zu empfehlen. Auch der äusserte Südwesten, Punta Pesebre, ein felsiger, vom Wind zerklüfteter Ort, fasziniert durch seine tosende Brandung, meterhohe Wellen und eine farbenprächtige Lichtspiele auf dem Wasser.
+++Was spricht für einen Urlaub auf Fuerteventura?+++
Wer gerne in der Sonne brät, taucht, surft oder anderen Sportarten nachgeht, ist auf der Insel bestens aufgehoben. Das Angebot an Aktivurlauben, Cluburlauben oder ganz autark im Bungalow oder Apartment reißt nicht ab. Die Preise sind wegen der Vielzahl an Angeboten erschwinglich, zudem ist ganz Fuerteventura Freihandelszone, das heißt, die ansonsten übliche Mehrwertsteuer wird hier nicht berechnet. Zum Vergleich: eine Stange Zigaretten kostet auf den Kanaren gerade am 18 Euro.
+++Wann sollte man besser nicht auf die Insel kommen?+++
Fuerteventura ist ein Paradies für Sonnenanbeter und Badenixen. Sportler jeglicher Art, besonders Wassersportler kommen voll und ganz auf ihre Kosten. Nicht zu empfehlen ist die Insel für Golfbegeisterte. Es gibt bislang lediglich einen Golfplatz auf der Insel, aber wem das ausreicht... Des weiteren eignet sich Fuerte nicht unbedingt für ausgedehnte Exkursionen in kultureller Hinsicht. Sicherlich gibt es das ein oder andere zu entdecken, die ein oder andere Kirche oder historische Stätte zu besichtigen. Aber dies alles lässt sich, auch wenn man dabei noch so gewissenhaft und interessiert vorgeht, in weniger als einer Woche erledigen.
+++Die beste Reisezeit+++
Auf Fuerteventura findet man das ganze Jahr über angenehme Temperaturen. Im Winter fällt das Thermometer selten unter 15 Grad. Generell sind jedoch Frühsommer und Spätsommer am besten geeignet.
+++Fazit+++
Wer einen Urlaub auf der Insel bucht, ohne sich vorher auch nur ein kleines bisschen über die geographischen Besonderheiten der Insel informiert zu haben, der läuft Gefahr, bei seiner Ankunft sichtlich geschockt zu sein. Der vulkanische Boden, kilometerlange Geröllfelder, Sandwüste, schwarze Berge am Horizont. Was auf den einen, in dem Fall mich, uneingeschränkte Faszination ausübt, mag auf den anderen abschreckend und karg wirken. Als ich zum ersten mal nach Fuerteventura reiste, hatte ich ganz einfach keine Ahnung und meine kindliche Fantasie malte sich eine Bilderbuch in den schillerndsten Farben aus. Wie ernüchternd war dann die Realität. Heute, mehr als 10 Jahre später, fesselt mich die unglaubliche Gesteinsvielfalt, die Gegensätzlichkeit der rauen Vulkanwände und des feinen Wüstensandes. Abschließend kann ich einen Urlaub auf Fuerteventura nur empfehlen. Die Wahrscheinlichkeit, gutes Wetter zu haben, reicht an die 100% heran, die Preise sind in Ordnung, die Insel bietet eine gelungene Mischung aus Erholungsangeboten und kulturellen Leckerbissen. Einzig Rucksackreisende, die besonderen Wert auf überschäumende geschichtliche Zeugen und historische Stätten legen, seien gewarnt.
Ich gebe Fuerteventura für 4 Sterne für ein wunderschönes Urlaubserlebnis. Für den Kulturschock vor 10 Jahren, für einige Hotelruinen an der Küste, für einige hässliche Touristenzentren ziehe ich einen Stern ab.
Wer hinfährt, einen schönen Urlaub. Allen anderen liebe Grüße von Pinki.
Copyright by Pinki. Meine Berichte erscheinen teilweise auch bei Dooyoo und Ciao. Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren. (Yopi=Pinki, Ciao, Dooyoo=Anjee)
Um so ernüchternder war mein erstes Fußfassen auf der Insel. Wilde Vulkanlandschaften, Geröllfelder, wüstenähnliche Sandstreifen am Horizont. Dazu ein tiefblaues, tosendes Meer, spritzende Gischt und eine brennende Sonne. Wo war ich gelandet? Auf dem Mond??? Glücklicherweise machte ich damals mit meiner Familie einen Cluburlaub und erlebte 2 wunderschöne Wochen im grünen Schutz der Clubmauern.
Mehr als zehn Jahre später stieg ich abermals in ein Flugzeug in Richtung Fuerteventura. Meine damaligen Erinnerungen, eine Mischung aus kindlicher Naivität und unbegründeten Vorurteilen und Erwartungen wollte ich gründlich überholen. Gerade das, was mich damals so abgeschreckt hatte, übte diesmal einen unglaublichen Reiz auf mich aus. Im Folgenden nun mein erster Bericht über Fuerteventura, allgemein gehalten, und abschließend wie immer Pros und Contras und ein persönliches Fazit. Ich bitte um Verständnis, dass ich aus Platzgründen lediglich einige wenige Oberflächen ankratzen kann. So möchte ich zum Beispiel auf Fuerteventuras Einwohner oder Kunsthandwerk nicht eingehen, das würde den Rahmen eines Erfahrungsberichts bei weitem sprengen. Meine Schwerpunkte lege ich vielmehr auf geschichtliche Hintergründe und geographische Begebenheiten, da ich davon ausgehe, dass diese bei einem Besuch der Insel von größter Bedeutung sind.
+++Geschichtliches+++
Fuerteventura entstand als eine der ersten kanarischen Inseln vor etwa 20 Millionen Jahren durch Vulkaneruptionen, die wiederum durch tektonische Verschiebungen hervorgerufen wurden. Historiker gehen davon aus, dass Fuerteventura erstmals um 3000 v Chr. Von Afrika her besiedelt wurde. Um 1100 v Chr. erlangen die Kanaren für die Phönizier als Handelspunkte Bedeutung. Kurz nach Beginn der westlichen Kalenderrechnung tauchen die Inseln in Schriften römischer Gelehrter, u.a. Ovid und Plinius als „Inseln des ewigen Frühlings“ auf. Durch den Aufbau des römischen Reichs im Mittelmeerraum geraten die Inseln für Europa für lange Zeit in Vergessenheit. Erst 1344 wird der Spanier Luis de la Cerda von Papst Clemens VI. zum König der Kanaren erklärt, nachdem Clemens alle noch nicht entdeckten Länder zu seinem Herrschertumproklamiert. La Cerda schlägt die Ernennung aus. Schließlich fällt die Insel durch Erbschaftsfolge in die Hände von Heinrich III. Eine unruhige Zeit beginnt. Ständige Kriege und Meutereien und die schließliche Einnahme durch Spanien bestimmen für mehrere hundert Jahre das Inselleben.1852 ernennt die damalige spanische Königin Isabella II. die Kanaren zur Freihandelszone. 1975 werden Fremdenlegionen aus Spanisch-Sahara nach Fuerteventura verlegt. Diese werden von der Inselbevölkerung abgelehnt, Aufstände bewegen die Legionäre schließlich 1996 zum Rückzug.1982 werden die Kanarischen Inseln zum Autonomen Gebiet erklärt, sie bleiben Freihandelzone und behalten, trotz dass die mittlerweile ein Vollmitglied der EU sind, die alten Zollbestimmungen. In den frühen 90er Jahren wird der Tourismus wichtigster Wirtschaftszweig, Hotels, Clubs und weitläufige Bungalowsiedlungen entstehen. In den letzten Jahren hat sich die Insel zu einer attraktiven, sauberen Urlaubsinsel gemausert. Trinkwasserknappheit veranlasste die Regierung dazu, dem Tourismusboom Einhalt zu gebieten. Statt dem Prinzip Quantität statt Qualität zu folgen, legt Fuerteventura mittlerweile großen Wert auf eine Regulierung der Baumaßnahmen und eine entsprechende Pflege bestehender Objekte, historischer Stätten, Stränden und Tier- und Pflanzenwelt.
+++Lage der Insel+++
Fuerteventura, zusammen mit Lanzarote die östlichsten der Kanarischen Inseln, ist etwa 120 km vom afrikanischen Kontinent entfernt und liegt etwa auf der Höhe von Marokkos südlicher Grenze. Fuerteventura ist damit Afrika am Nähesten. Lanzarote befindet sich ca. 10 Kilometer nördlich und ist mit dem Schiff in weniger als 30. Minuten zu erreichen. Fuerteventura ist 98 km lang und an seiner ausgedehntesten Stelle 28 km breit. Damit ist Fuerteventura nach Teneriffa die zweitgrößte der Kanarischen Inseln. 44.000 Einwohner sind für diese Fläche vergleichsweise gering.
+++Flora und Fauna+++
Einst durch das Vulkangestein eine sehr fruchtbare Insel, haben Besiedelung und damit verbundene wirtschaftliche Aktivitäten der Bevölkerung zum Verebben der Bodenfruchtbarkeit geführt. Kahlschlag für Brennholz und Überweidung durch Ziegenzucht spülten den lockeren Humusboden mit den zwar spärlichen, aber heftigen Regenfällen ins Meer. Die einst scharfkantigen Lavamassen, die sich vor allem im Inselinneren türmen, wurden vom ständigen, mitunter sandigem Wind zu abgerundeten Moränen abgeschliffen. Temperaturen um die 30 Grad und der permanente, warme Wind lassen nur einen spärlichen Pflanzenwuchs zu, meist dickblättrige Bodengewächse, Mittagsblumen oder hier und da dickes, raues Gras. Die Bepflanzung der großzügig angelegten Ferienanlagen mit ihrem üppigem Pflanzenwuchs und bunter Blütenpracht sind künstlich und werden permanent bewässert.
+++Wetter+++
Bis zu 20 Grad in den drei kurzen Wintermonaten und über 30 Grad im restlichen Jahr (mit lokalen Schwankungen, versteht sich), dazu ein leichter Wind und durchschnittlich 1,5 Regentage pro Monat machen Ovids Worte (s.o.) nur allzu verständlich. Vor üertriebenem Sonnenbaden sei aber gewarnt. Die Sonneneinstrahlung ist in Fuerteventura wesentlich intensiver als in Deutschland, und der laue Wind täuscht über die Kraft der Strahlung leicht hinweg.
+++Fuerteventuras Norden+++
Treibsand aus der Sahara bedeckte im Laufe von tausenden von Jahren den vulkanischen Untergrund der nördlichen Inselhäfte. Riesige Dünen und kilometerlange Sandstrände machen diesen Landstrich zu einem Urlauberparadies. In diesem Naturgeschützten Bereich ist sogar Surfen Verboten. Sehenswert ist hier Corralejo, eine typisch südländische Fischerstadt.
+++“Zentralfuerteventura“+++
Die Hauptstadt Puerto del Rosario im Nordensten ist auch gleichzeitig Ausgangpunkt einer jeden Reise, denn hier befindet sich auch der Flughaften. Puerto ist berühmt für seine kürzlich sanierte Hafenpromenade und seinen täglich stattfindenden Wochenmarkt, auf dem neben allerlei für den alltäglichen Bedarf auch Kunsthandwerk und andere Souvenirs angeboten werden. Etwas weiter südlicher liegt die beliebte Ferienanlage Castillo de Fustes, die neben einer kleinen, künstlich angelegten Badebucht auch einige historische Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Leider ist der alte Wehrturm „Castillo“ ständig geschlossen und so nur von außen zu bewundern. Castillo de Fustes liegt auf einer Klippe, das Meer brandet und tost um die Felsen. Vereinzelt kann man bis and Wasser herabsteigen und sogar baden. Vor allem in den Abendstunden sehr romantisch. Außerdem ein Anglerparadies. Im Westen lockt Betancuria, die ehemalige Hauptstadt der Insel mit seiner alten und sehenswerten Kirche. Die Westküste ist wesentlich rauer als der Osten, ein wahres Paradies für Surfer.
+++Fuerteventuras Süden+++
Zurecht trägt der südliche Zipfel der Insel den Namen „Halbinsel“. Hier haben sich in den letzten Jahren jede Menge Hotels und Clubs angesiedelt. Kilometerlange Sandstrände(wenn auch nicht ganz so fein wie im Norden), Dünen und hohe Felsklippen prägen hier das Bild. Die ganze Küstenregion eignet sich hervorragend für sämtliche Sportarten, besonders Tauchen und Surfen sind hier besonders zu empfehlen. Auch der äusserte Südwesten, Punta Pesebre, ein felsiger, vom Wind zerklüfteter Ort, fasziniert durch seine tosende Brandung, meterhohe Wellen und eine farbenprächtige Lichtspiele auf dem Wasser.
+++Was spricht für einen Urlaub auf Fuerteventura?+++
Wer gerne in der Sonne brät, taucht, surft oder anderen Sportarten nachgeht, ist auf der Insel bestens aufgehoben. Das Angebot an Aktivurlauben, Cluburlauben oder ganz autark im Bungalow oder Apartment reißt nicht ab. Die Preise sind wegen der Vielzahl an Angeboten erschwinglich, zudem ist ganz Fuerteventura Freihandelszone, das heißt, die ansonsten übliche Mehrwertsteuer wird hier nicht berechnet. Zum Vergleich: eine Stange Zigaretten kostet auf den Kanaren gerade am 18 Euro.
+++Wann sollte man besser nicht auf die Insel kommen?+++
Fuerteventura ist ein Paradies für Sonnenanbeter und Badenixen. Sportler jeglicher Art, besonders Wassersportler kommen voll und ganz auf ihre Kosten. Nicht zu empfehlen ist die Insel für Golfbegeisterte. Es gibt bislang lediglich einen Golfplatz auf der Insel, aber wem das ausreicht... Des weiteren eignet sich Fuerte nicht unbedingt für ausgedehnte Exkursionen in kultureller Hinsicht. Sicherlich gibt es das ein oder andere zu entdecken, die ein oder andere Kirche oder historische Stätte zu besichtigen. Aber dies alles lässt sich, auch wenn man dabei noch so gewissenhaft und interessiert vorgeht, in weniger als einer Woche erledigen.
+++Die beste Reisezeit+++
Auf Fuerteventura findet man das ganze Jahr über angenehme Temperaturen. Im Winter fällt das Thermometer selten unter 15 Grad. Generell sind jedoch Frühsommer und Spätsommer am besten geeignet.
+++Fazit+++
Wer einen Urlaub auf der Insel bucht, ohne sich vorher auch nur ein kleines bisschen über die geographischen Besonderheiten der Insel informiert zu haben, der läuft Gefahr, bei seiner Ankunft sichtlich geschockt zu sein. Der vulkanische Boden, kilometerlange Geröllfelder, Sandwüste, schwarze Berge am Horizont. Was auf den einen, in dem Fall mich, uneingeschränkte Faszination ausübt, mag auf den anderen abschreckend und karg wirken. Als ich zum ersten mal nach Fuerteventura reiste, hatte ich ganz einfach keine Ahnung und meine kindliche Fantasie malte sich eine Bilderbuch in den schillerndsten Farben aus. Wie ernüchternd war dann die Realität. Heute, mehr als 10 Jahre später, fesselt mich die unglaubliche Gesteinsvielfalt, die Gegensätzlichkeit der rauen Vulkanwände und des feinen Wüstensandes. Abschließend kann ich einen Urlaub auf Fuerteventura nur empfehlen. Die Wahrscheinlichkeit, gutes Wetter zu haben, reicht an die 100% heran, die Preise sind in Ordnung, die Insel bietet eine gelungene Mischung aus Erholungsangeboten und kulturellen Leckerbissen. Einzig Rucksackreisende, die besonderen Wert auf überschäumende geschichtliche Zeugen und historische Stätten legen, seien gewarnt.
Ich gebe Fuerteventura für 4 Sterne für ein wunderschönes Urlaubserlebnis. Für den Kulturschock vor 10 Jahren, für einige Hotelruinen an der Küste, für einige hässliche Touristenzentren ziehe ich einen Stern ab.
Wer hinfährt, einen schönen Urlaub. Allen anderen liebe Grüße von Pinki.
Copyright by Pinki. Meine Berichte erscheinen teilweise auch bei Dooyoo und Ciao. Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren. (Yopi=Pinki, Ciao, Dooyoo=Anjee)
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