Gibt es Wege aus der Arbeitslosigkeit? Testbericht

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Erfahrungsbericht von IggyMetal

Arbeitslosigkeit geht uns alle an

Pro:

ergibt sich aus dem Bericht

Kontra:

ergibt sich ebenfalls aus dem Bericht

Empfehlung:

Nein

Regelmässig vor den Bundestagswahlen wird das Thema Arbeitslosigkeit groß geschrieben. Besonders in diesem Wahljahr hat das Thema an Brisanz gewonnen. Ich habe noch die Worte des amtierenden Bundeskanzlers Gerhard Schröder in den Ohren, dass er den Erfolg seiner Regierungszeit an den Arbeitslosenzahlen messen lassen will.
Und so wie es derzeit aussieht, kann von Erfolg keine Rede sein.

Ein beliebtes Argument, warum die Arbeitslosenzahlen nicht gesunken sind, ist die derzeitige Konjunkturflaute. Doch wer dem auf den Zahn fühlt, wird feststellen, dass es eine Vielzahl von Gründen gibt, die dazu beigetragen haben, dass die Arbeitslosigkeit genauso hoch ist wie vor vier Jahren.

Ohne Frage ist es schwierig, in drei oder vier Sätzen zu erklären, warum die Arbeitslosigkeit nicht zurückgegangen ist. Viel zu viele Faktoren spielen eine Rolle, die für die derzeitige Situation verantwortlich sind.

Für die Misere ist nicht alleine die Politik verantwortlich, sondern das Zusammenspiel der verschiedenen Interessenvertreter aus Gewerkschaften, Wirtschaft, Verbänden und Politik. Eine weitere wichtige Rolle spielt der Bildungsstand der deutschen Bevölkerung. Aber auch das wäre noch zu wenig, denn es kommt auch auf den einzelnen an.

Die zunehmende Technisierung hat dazu geführt, dass unser Leben immer bequemer geworden ist. Viele Dinge die noch vor hundert Jahren sehr mühselig waren, können heute dank der Technik mit Leichtigkeit erledigt werden. Das hat nicht zuletzt dazu geführt, dass es in der Bevölkerung zu einem entscheidenden Wertewandel gekommen ist.

Sehr häufig taucht der Begriff der Spaßgesellschaft in den Medien auf. Auch klingen mir Worte gerade von jungen Menschen in den Ohren, dass sie viel Geld verdienen wollen mit immer weniger Arbeit. Doch kann das der Weisheit letzter Schluß sein?

Das wir heute in einer Wohlstandsgesellschaft leben, haben wir in erster Linie der Nachkriegsgeneration zu verdanken. Nahezu unermüdlich hat diese Generation daran gearbeitet, die Schäden des zweiten Weltkrieges zu beseitigen und Deutschland wieder zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort und Lebensraum zu machen.

Arbeit gab es zu dieser Zeit mehr als genug und das Bildungsniveau der Bevölkerung war insgesamt weit höher als in der heutigen Zeit. Mit zunehmender Technisierung und durch die Verbreitung von Computern wurde unser Leben noch bequemer. Schrittweise vollzog sich der Wandel von einer hauptsächlich industriell geprägten Arbeitslandschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft.

Auch wenn die Technisierung viele Arbeitsplätze vernichtete, so schuf sie auf der anderen Seite auch neue anders geartete Arbeitsmöglichkeiten. Aber haben sich auch Politik, Gewerkschaften, Wirtschaft, Verbände und Bevölkerung auf diese veränderten Bedingungen eingestellt?

Eines der Zauberworte in der heutigen Zeit lautet Flexibilität. Doch wie steht es mit der Flexibilität. Die Wirtschaft ist darum bemüht, sich den stetig wandelnden Bedürfnissen der Konsumenten anzupassen. Allerdings trifft sie oft auf die starre Haltung von Gewerkschaften und Verbänden. Die Politik steht nur zu oft im Kreuzfeuer der anscheinend verfeindeten Lager. Sie wirkt oft gelähmt und traut sich deshalb nicht, auch heilige Kühe zu schlachten.

Aber auch die Wirtschaft muss sich den Vorwurf gefallen lassen, in einigen Bereichen eine starre Haltung zu haben. Es kann nicht angehen, dass die Profitgier einiger Unternehmer dazu führt, sich vor sozialer und auch kultureller Verantwortung zu drücken. Besonders die Wirtschaft steht in der Verantwortung einen Beitrag zu diesen Themen zu leisten.

Die Bevölkerung, damit meine ich jeden einzelnen von uns, ist ebenfalls gefordert, Verantwortung für das eigene und das gemeinsame Wohlergehen zu übernehmen. Es kann nicht angehen, dass die jüngere Generation sich auf den Lorbeeren derer ausruht, die massgelblich dazu beigetragen haben, dass Deutschland ein Wohlstandsland geworden ist.

Dazu gehört auch die Bereitschaft, sich zu bilden und nicht nur seine Zeit mit dem Streben nach Spaß und Vergnügen zu verbringen. Ein Buch zu lesen oder sich Wissen anzueignen hat noch keinem geschadet. Aber auch die ältere Generation ist gefordert, dafür Sorge zu tragen, dass den Jüngeren entsprechende Bildungsangebote bereitgestellt werden und diese auch genutzt werden.

Es geht nicht an, dass jeder die Schuld an der Misere auf den anderen abzuwälzen versucht. Gemeinsames Handeln ist gefragt und das Streben nach dem Ziel Arbeitsplätze zu schaffen und auch die Bereitschaft zu arbeiten.

Um der Arbeitslosigkeit letztlich Herr zu werden, bedarf es demzufolge einer gemeinsamen Strategie aller Beteiligten. Die Gewerkschaften und Verbände müssen von ihren veralteten Strukturen und Forderungen ablassen und auf Politik und Wirtschaft zugehen. Die Wirtschaft hat die Aufgabe soziale und kulturelle Verantwortung wahrzunehmen und das Profitstreben zu zügeln. Die Politik muss die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen und dahingehend wirken, dass Arbeit wieder lohnenswert ist, indem sie die steuerlichen Belastungen für Wirtschaft und Arbeitnehmer senkt. Und jeder einzelne von uns darf nichts unversucht lassen, für sich und die Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen. Das Streben nach Spaß und Vergnügen sollte dabei wieder in geordnete Bahnen gelenkt werden und das Aneignen von Wissen wieder in den Vordergrund rücken.

Nur so kann das Ziel erreicht werden, dass langfristig Arbeitsplätze geschaffen und auch gesichert werden und das Leben auch zukünftig lebenswert bleibt.

27 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Striker1981

    02.09.2008, 19:41 Uhr von Striker1981
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und Liebe Grüße vom STRIKER