Gothika (VHS) Testbericht

Gothika-vhs-thriller
ab 10,15
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

5 Sterne
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Erfahrungsbericht von derdasser

Alles geklaut und trotzdem gut

Pro:

gute Mischung aus Horror und Thriller, Wendungsvolle wirklich gute Geschichte, Tolle Darsteller

Kontra:

Teilweise einfach zu extrem geklaut

Empfehlung:

Ja

Einem Film gegenüber war ich vor seinem Kinostart besonders kritisch eingestellt. Das war Gothika. Den Trailer zum Film fand ich immer total langweilig und er machte mich nicht an in den Film zu gehen, aber andererseits klang die Story recht interessant. Was also tun. Wenn man sich nicht sicher ist, geht man am besten einfach ins Kino. :)


Story

Dr. Miranda Grey arbeitet als Psychologin in einem Gefängnis für geistig kranke und zufällig ist ihr Mann auch der Direktor dieser Anstalt. Eine ihrer Patientinnen Chloe behauptet in ihrer Zelle regelmäßig vom Teufel vergewaltigt zu werden, doch da Miranda weder ihr, noch an übersinnliches glaubt, bestärkt sie das nur mehr in dem glauben, Chloe wäre komplett verrückt.

Nach einer erneuten Sitzung mit Chloe fährt Miranda nach Hause. Es regnet in Strömen und die Polizei musste die Hauptstraße sperren. Der Polizeichef, ein guter Freund ihres Mannes, rät ihr einen Umweg über eine alte Brücke zu nehmen. Als sie über die Brücke fährt steht plötzlich ein kleines Mädchen auf der Fahrbahn, dem sie ausweichen muss. Sofort rennt sie auf die Straße, um zu sehen, ob dem Mädchen auch nichts passiert ist, doch in dem Moment, in dem sie das Mädchen anfaßt, verliert sie das Bewußtsein.

Drei Tage später wacht sie in einer Zelle in ihrem eigenen Gefängnis auf ohne auch nur die leiseste Ahnung zu haben was passiert ist. Pete, einer ihrer Kollegen erzählt ihr was passiert ist. Er erzählt ihr, dass sie für den Mord an ihrem Mann verhaftet wurde, was ein riesiger Schock für sie ist.

Natürlich will ihr keiner die Geschichte mit dem kleinen Mädchen glauben und als sich herausstellt, dass das Mädchen wohl die verstorbene Tochter von einem ihrer Vorgesetzten ist, gerät ihr Weltbild völlig durcheinander. Früher glaubte sie an nichts Übersinnliches und plötzlich steckt sie mittendrin.

Hat sie ihren Mann wirklich getötet und was hat es mit dem unheimlichen Mädchen auf sich?


Kritik

Nach meiner vorherigen Skepsis habe ich es nicht bereut in den Film gegangen zu sein. Er war überhaupt nicht langweilig, wie anfangs befürchtet und auch der Horror Anteil war viel höher als ich es erwartet hätte, was ich als sehr positiv empfand.

Bei den Schauspielern gibt es nichts zu meckern. Allen voran überzeugt natürlich Halle Berry in der Rolle der Miranda Grey, aber auch Penelope Cruz als Chloe spielt wirklich hervorragend. Ich muss sogar sagen, dass ich die Cruz noch nie so überzeugend habe spielen sehen. Und auch noch nie so häßlich geschminkt. Vielleicht bemerkt man die Schauspielerei erst richtig, wenn man nicht mehr durch das Aussehen abgelenkt ist.

Die Geschichte ist wirklich toll und zeigt, dass sich das Horror Genre und Thriller problemlos mischen lassen. Allerdings gibt es an der Story einen großen Hacken. Es lässt sich nicht abstreiten, dass sich der Drehbuchautor und wohl auch der Regisseur sehr stark vom japanischen Horror Genre haben inspirieren lassen. Allen voran an Ring (the Ring). Vor allem der Geist des Mädchens wirkt fast 1 zu 1 aus dem Vorbild herauskopiert.
Einerseits stört mich dieser plumpe Klau, andererseits kam dabei aahh versteheine wirklich gute Geschichte heraus, die sich vor allem durch ihre wirklich erstaunlichen und unvorhersehbaren Wendungen aus der Masse der Thriller und Horror Streifen abhebt.

Horror Fans werden auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. Der Film hat so ziemlich alles was einen Horror Fan erfreut und auch die Splatter Anhänger werden wohl zufrieden sein. Selbst ich harter Mann hab mich ein (oder vielleicht sogar zwei) mal erschrocken.
Doch auch die Thriller Fans werden sicher kaum etwas finden, dass sie stört.

Die wenigen Special Effects sind wirklich sehr gut. Vor allem die Szenen, in denen der unsichtbare Geist irgend etwas anstellt, in denen sich Türen von selbst öffnen oder irgend etwas anderes gruseliges passiert sind wirklich spitze. Doch überzeugten mich am meisten die einfachen Schockeffekte, die ohne viele Special Effects auskommen, sind sie doch meistens sowieso die gruseligsten.
Ich finde ein kleines gruselig Aussehendes Mädchen, dass einfach unerwartet in einem Gang steht oder einen anstarrt viel spannender als die aufwendigsten 3D animierten Monster, mit denen viele Filme vergeblich versuchen Angst bei den Zuschauern zu erzeugen.

Unterstrichen werden die schön schaurigen Szenen von einem wirklich guten Soundtrack und von hervorragenden Soundeffekten.

Über die Synchronisation kann ich nichts sagen, da ich den Film im Original Kino, also auf Englisch gesehen habe, aber sie kann gar nicht so gut sein wie der Originalton. Vor allem Akzente gehen bei der Synchronisation oft verloren und dieser verleiht Chloe erst ihren eigentlichen Charme. Leider spricht Pete Graham, gespielt von Robert Downey Jr. Eine so fiesen Akzent, dass ich ihn sehr schlecht verstanden habe. Der Rest der Schauspieler spricht unglaublich deutlich, so kann ich die Original Fassung jedem mit einigermaßen guten Englisch Kenntnissen ohne schlechtes Gewissen weiter empfehlen.

Wenn man denn so möchte kann man sogar noch eine Moral aus dem Film ziehen. Diese könnte lauten: Man weiß nie, ob man jemanden wirklich kennt. Oder auch: Die Dinge sind oft nicht so wie sie scheinen.
Aber ich gehöre eher zu den Menschen die nicht zu schnell eine Moral sehen. Auch möchte ich gar nicht, dass so etwas passiert, sondern ich möchte einfach gut unterhalten sein. Und das hat mich der Film.


Fazit

Gothika ist, hingegen meine Vermutungen anhand des Trailers, ein wirklich guter Film und ein verdient ein klares empfehlenswert. Teilweise sind die Elemente der Geschichte und einige Charaktere so frech geklaut, dass ich dem Film einfach einen Stern abziehen muss.

Wer sich gruseln oder einfach nur gut unterhalten will sollte sich den film noch ansehen. Allen, die etwas empfindlich auf Horror reagieren empfehle ich einen Beschützer mit ins Kino zu nehmen.

In diesem Sinne
Derdasser

Ich habe diesen Bericht auch bei Ciao.de unter dem Namen derdasser gepostet.

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