Erfahrungsbericht von marion_b
So viele Geheimnisse....
Pro:
spannend geschrieben
Kontra:
ist kein Origina-Grisham
Empfehlung:
Ja
Als mir mein Kumpel mitteilte, er hätte nun einen neuen Grisham, war ich begeistert, da er mir die Romane immer gibt, sobald er sie ausgelesen hat. Aber als er meinte, das dies ein ganz anderer Grisham ist, in dem es um einen 7jähigen Jungen geht der auf einer Farm lebt, war ich doch sehr skeptisch. Ein Grisham ohne Anwälte und Korruption??? Aber natürlich war ich auch sehr neugierig und nun habe auch ich ihn durch......
In Grishams andersartigen Roman „Die Farm“ erzählt Grisham aus der Sicht des 7jährigen Luke, der in den Baumwollfeldern von Arkansas aufwächst. Luke ist ein Einzelkind und wohnt mit seinen Eltern bei den Großeltern väterlichseits. Die Erntezeit rückt nahe und Luke macht sich mit seinem Großvater Pappy auf den Weg, um Erntearbeiter anzuwerben. So greifen Sie die Spruills auf, eine Familie aus den Bergen, bestehend aus den Eltern, den Söhnen Bo und Dale, Hank, Trot und der Tochter Tally. Hank ist ein riesenhafter Kerl, der Unmengen zu futtern braucht und sehr streitwütig und gewaltbereit ist. Der kleine Trot ist geistig etwas zurückgeblieben und in die schöne Tochter Tally verliebt sich der kleine Luke. Zu Bo und Dale gibt es an dieser Stelle nichts zu sagen, sie sind normale Jungs und tauchen nicht relevant in der Geschichte auf.
Zusätzlich zu den Spruills stellt die Familie Mexikaner zum Baumwollpflücken an. Hier ist am wichtigsten „Cowboy“, der so genannt wird, weil er sich für einen hält und sich entsprechend so kleidet.
So wird fleißig jeden Tag, bis auf Sonntag, in Akkord gepflückt. Samstag Mittag fährt die ganze Gesellschaft in die Stadt, um Einkäufe zu erledigen und Luke darf ins Kino gehen. Sonntags wiederum fährt nur die Familie in die Stadt und geht dort in die Kirche. Bisher bedeute dieser Ablauf ein geregeltes Leben und Luke lebte so friedlich und sorgenfrei. Aber dies ändert sich in diesem Sommer.
Eines Samstages, als Luke und sein Freund auf den Weg ins Kino sind, kommen sie an der Hinterseite der Bar vorbei. Dort finden jeden Samstag Prügeleien statt, an sich nichts besonderes oder gefährliches, mehr zur allgemeinen Belustigung und Kräftemessen. Dabei sind auch grundsätzlich die Jungs einer armen Familie, die zwar ständig gewinnen, aber dies mit unfairen Mitteln. Diesen Sommer hatten sie aber nicht die Rechnung mit Hank gemacht. Als die bösen Buben zu zweit auf einen Kerl aus den Bergen einschlagen, mischt sich Hank ein. Er geht auf die Jungs los und verprügelt sie, bis deren dritter Bruder hinzu kommt, den er dann auch gleich mit fertig macht. Als die Jungs schon am Boden liegen, nimmt Hank einen Holzbalken zur Hand und schlägt noch einmal richtig zu. Das Blut spritzt und Luke macht sich lieber schnell aus dem Staub, ebenso wie die anderen Schaulustigen. Keiner will etwas gesehen haben. Dem Sheriff kommt aber trotzdem zu Ohren, dass Hank der Schläger - und zwischenzeitlich auch der Mörder, einer der Jungen hat es nicht überlebt – ist und kommt auf die Farm um ihn zu verhören. Bei diesem Verhör verlangt Hank von Luke, zu sagen, der andere hätte den Holzbalken in der Hand gehabt. Aus Angst tut dies Luke und belügt den Sheriff: Geheimnis Nummer 1.
Ein paar Wochen später kommt der Jahrmarkt in die Stadt. Unter den vielen verschiedenen Attraktionen gibt es eine neue Sache: man kann sich mit einem riesenhaften Kerl aus Ägypten prügeln. Schafft man es mindestens eine Minute, im Ring zu bleiben, bekommt man das 10fache seines Einsatzes ausbezahlt. Keiner schafft es, aber jeder hat Spaß, da der Kämpfer niemanden verletzt. Da taucht natürlich Hank auf und wettet 25 Dollar (glaube ich). Jeder ist schockiert, ist das doch ein ganzer Monatslohn. Aber Hank gewinnt, allerdings mit unfairen Mitteln und zieht mit 250 Dollar ab.
Eines Tages sitzt Luke auf den Verandatreppen, als Tally vorbeikommt und ihn frägt, ob der Fluss den gut zum baden sei. Danach bittet sie ihn, ob er nicht mitkommen und aufpassen kann, dass keiner kuckt. Luke ist happy und aufgeregt und erklärt sich daher nur allzu gerne bereit. Tally badet sich und Luke schleicht sich durchs Gebüsch, um zu spitzeln und sieht somit zum ersten Mal eine nackte Frau, obwohl der weiß, dass dies eine Sünde ist und mit vielen Schlägen bestraft würde. Tally erwischt ihn zwar nicht, weiß es aber trotzdem und spricht ihn auf dem Nachhauseweg darauf an. Allerdings ist sie nicht böse auf ihn und verspricht, dieses Geheimnis (Geheimnis Nummer 2) aufzubewahren und er darf sogar das nächste Mal wieder mit.
In der Nachbarschaft gibt es eine Familie, die sehr arm ist. Sie haben 7 Kinder und keines kann sich Schuhe leisten. In der Stadt kursieren Gerüchte, dass die 15jährige Tochter unehelich schwanger ist, und der Mutter von Luke gebührt die Aufgabe, die Wahrheit herauszufinden. Daher plündert sie ihren Gemüsegarten und fährt mit Luke zu dieser Familie, um diese mit Gemüse zu versorgen. Das Mädchen ist aber nirgends zu entdecken und sie ziehen ohne Neuigkeiten ab.
Eines Tages aber, als sie diese Aktion nochmals versuchen, kommt die Mutter ganz verstört vor die Tür und bittet die Mutter von Luke, ihr bei der Geburt zu helfen. Somit ist das Gerüchte bestätigt. Die Geburt erweist sich aber als kompliziert und die Mutter von Luke fährt so schnell wie sie kann zur Farm zurück, um die Großmutter zu holen. Zusammen fahren sie zurück, lassen Luke aber da, obwohl er doch so gerne dabei wäre. Ihm ist aber eingetrichtert worden, dass er mit niemandem darüber reden darf, dass das Mädel tatsächlich ein Kind bekommt, da es den Eltern sehr peinlich ist. Selbst die Mutter von Luke wird Stillschweigen behalten.
Als er also so dasitzt und wartet, kommt Tally vorbei und frägt ihn, was denn los sei. Auf ihr Drängen hin erzählt ihr Luke, dass im Nachbarhaus ein Mädchen von 15 Jahren ein uneheliches Kind zu Welt bekommt. Tally überredet ihn, sich hinzuschleichen und zu kucken. Am Haus angekommen, verstecken sie sich im Gras und warten. Sie hören das schmerzerfüllte Schreien des Mädchens und können die Schatten der drei Frauen und sie herum sehen. Luke nickt ein und als er aufwacht, geht die Geburt los, die sie so heimlich mit ansehen. Danach beeilen Sie sich, nach Hause zu kommen. Er entwischt den Eltern nur um Haaresbreite und ist am nächsten Tag entsprechend fertig, da er ja kaum geschlafen hat. Wissen darf aber natürlich keiner, dass er verbotenerweise bei der Geburt zugegen war: Geheimnis Nummer 3.
Als die Familie eines Tages beim Essen sitzt, kommt ein Bruder des 15jährigen Mädchens und behauptet, dass das Kind von Ricky ist, dem Sohn von Pappy und Gran (Ricky ist im Krieg) Die Familie ist erbost und streitet zunächst alles ab. Mit der Zeit glauben sie es aber immer mehr, spricht doch allein die Ähnlichkeit des Kindes mit Ricky für sich. Auch die Geschichte von dem Mädchen, wie es dazu kam und die Zeitspanne, als Ricky in den Krieg zog, klingen nicht unwahr. Ein Grund mehr, das Baby den restlichen Gemeindemitgliedern zu verheimlichen (Geheimnis Nummer 4).
Luke, sein Vater und auch sein Großvater, sind große Baseball-Fans. Daher spielen sie auch gerne selbst zu Zeitvertreib. Eines Tages fanden sich auch die Mexikaner und die Spruills ein, und es wurde ein freundschaftliches Match gespielt. Der streitsüchtige Hank jedoch kann nicht verlieren, und kriegt sich daher mit Cowboy in die Haare, da dieser ein wesentlich besserer Spieler ist. Als der Streit am eskalieren ist – Hank schmeißt einen sehr harten Ball gegen die Rippen von Cowboy, welche danach auch gebrochen sind, Cowboy zückt sein Messer – werden sie von den anderen getrennt.
In der Zwischenzeit ist Hank mit seinen 250 Dollar in der Tasche recht faul geworden. Er pflückt nicht mehr anständig und sucht nur ständig Streit, beschmeißt z. B. die Scheune der Mexikaner nachts mit Klumpen. Mr. Spruill und Pappy kommen überein, dass sie Hank wegschicken. Nach einem diesbezüglichen Streitgespräch packt Hank seine Sachen und läuft am Abend los. Aus Neugierde läuft Luke Hank hinterher und merkt recht bald, dass sich von der anderen Seite eine dritte Person nähert. Bei dieser handelt es sich um Cowboy. Auf der Brücke überm Fluss geht dieser dann auf Hank los und ersticht ihn mit seinem Messer. Danach raubt er ihn aus und schmeißt die Leiche über die Brücke. Luke läuft nach Hause, wird aber auf dem Nachhauseweg von Cowboy geschnappt und dieser droht ihm, wenn er nicht den Mund hält, wird er seine Mutter töten: Geheimnis Nummer 5. Das ist zuviel für Luke. Am nächsten Morgen fällt er in der Küche in Ohnmacht. Er ist nicht mehr viel und schläft schlecht. Natürlich sind Mutter und Oma besorgt, er macht aber nicht den Mund auf.
Als er sich wieder etwas erholt hat, geht er wieder mit auf die Felder. Dort belauscht er ein Pärchen, das sich zwischen den Baumwollreihen versteckt hat und dort kichert. Da er jedoch von einer Schlange erschreckt wird, bekommt er nicht viel mit, kann jedoch erkennen, dass es sich bei dem Pärchen um Tally und Cowboy gehandelt hat.
Eines Morgens nach dem Frühstück, als Luke und sein Vater Eier holen wollen, entdecken sie, dass der Pickup verschwunden ist. Während sie diskutieren, kommt Mrs. Spruill angelaufen und weint, dass ihre Tally weg ist. Kurz danach kommen auch die Mexikaner angelaufen und erzählen, dass sie Cowboy vermissen. Schnell sind die Puzzleteile zusammengefügt und der Sheriff wird gerufen. Dieser gibt einen Funkspruch durch und schon ein paar Stunden später wird der Pickup, vollgetankt, am Bahnhof entdeckt. In dem Auto liegt ein Brief von Tally an die Mutter, in der sie ihr erklärt, dass sie und Cowboy sich lieben und nach Norden gehen wollen, wo sie ein besseres Leben haben werden.
Da nun auch das Wetter schlechter wird, es fängt immer öfter das regnen an, reisen auch bald die Spruills ab. Nun hat die Familie nur noch die Mexikaner als Erntehelfer, allerdings dort ja auch einen weniger, und die Hälfte der Ernte ist noch einzubringen, um das Erntedarlehen bezahlen zu können. Es regnet aber immer mehr, teilweise kommen heftige Gewitter mit Hagel. Sie probieren es noch ein, zweimal, aber die Baumwolle ist einfach zu nass. Dann kommt noch eine weitere Sorge hinzu: Durch den Dauerregen steigt der Fluss an, und die unteren Vierzig sind schon nach kurzer Zeit überschwemmt.
Nun reisen auch die Mexikaner weiter, auf eine Farm, die höher gelegen ist und wo sie wenigstens noch ein wenig Geld verdienen können. Lukes Familie versucht, noch so viel Gemüse wie möglich zu ernten und einzumachen, damit sie wenigstens den Winter ohne zu hungern überleben.
Da erscheint der arme Nachbar, der Vater der 15jähigen, die das uneheliches Kind, das angeblich von einem Familienmitglied stammt, gebahr. Ihr Haus liegt noch tiefer am Fluss und ist mittlerweile überschwemmt. Sie wissen nicht, wohin sie sollen und er bittet daher um Hilfe. Hilfsbereit wie Gran ist, bietet sie der gesamten Familie sofort die Scheune an, die unmittelbar zuvor von den Mexikanern verlassen wurde. Bei einer spektakulären Rettungsaktion schaffen sie es, die gesamte Familie aus dem Haus zu retten und in der Scheune dann auch unterzubringen.
Das Buch ist nun am Ende angelangt. Zuletzt beschließen Lukes Vater und seine Muttern, nach Norden zu gehen. Dort gibt es Arbeit, mit der man gutes Geld verdienen kann. Einen großen Teil davon wollen sie zu Pappy und Gran schicken, um das Erntedarlehen zu bezahlen.
Tja, dieser Roman ist wirklich ganz anders, als man es von Grisham gewohnt ist. Mal davon abgesehen, dass in diesem Besuch kein einziger Anwalt, geschweige denn ein Gerichtssaal vorkommt, ist es auch das erste Mal, dass Grisham in der Ich-Version erzählt. Sonst liest man seine Geschichten immer nur aus Sicht des Erzählers.
Hat mir das Buch nun gefallen? Ja. Es ist anders, aber nicht schlecht. Grisham hatte auf jeden Fall einen Bonus durch seinen Namen, wenn es ein anderer Autor geschrieben hätte, hätte ich es z. B. nicht gelesen, da mich die Story an sich nun nicht so gereizt hat. Aber ich bereue es nicht. Es ist meist sehr unterhaltsam und gut lesbar geschrieben. In die Personen kann man sich gut hineinversetzen. Störend waren jedoch die teilweise sehr langwierigen Erzählungen über ein Baseball-Spiel. In diesen Passagen musste ich mich dann doch mehr konzentrieren. Alles in allem gefiel mir das Buch jedoch ganz gut und ich empfehle es jedem Grisham-Fan weiter. Die Leute, die Grisham jedoch nur aufgrund der Anwaltsgeschichten lesen, werden enttäuscht sein. Es ist ein komplett andersartiges Buch und ich habe keinerlei Parallelen zu seinen gewohnten Werken gefunden.
Es war ein netter Versuch von Grisham, ich aber freue mich trotzdem wieder auf seine Anwaltsgeschichten. Meiner Meinung nach gab es einen Grund, warum jeder Justiz-Grisham bisher ein Beststeller wurde.
In Grishams andersartigen Roman „Die Farm“ erzählt Grisham aus der Sicht des 7jährigen Luke, der in den Baumwollfeldern von Arkansas aufwächst. Luke ist ein Einzelkind und wohnt mit seinen Eltern bei den Großeltern väterlichseits. Die Erntezeit rückt nahe und Luke macht sich mit seinem Großvater Pappy auf den Weg, um Erntearbeiter anzuwerben. So greifen Sie die Spruills auf, eine Familie aus den Bergen, bestehend aus den Eltern, den Söhnen Bo und Dale, Hank, Trot und der Tochter Tally. Hank ist ein riesenhafter Kerl, der Unmengen zu futtern braucht und sehr streitwütig und gewaltbereit ist. Der kleine Trot ist geistig etwas zurückgeblieben und in die schöne Tochter Tally verliebt sich der kleine Luke. Zu Bo und Dale gibt es an dieser Stelle nichts zu sagen, sie sind normale Jungs und tauchen nicht relevant in der Geschichte auf.
Zusätzlich zu den Spruills stellt die Familie Mexikaner zum Baumwollpflücken an. Hier ist am wichtigsten „Cowboy“, der so genannt wird, weil er sich für einen hält und sich entsprechend so kleidet.
So wird fleißig jeden Tag, bis auf Sonntag, in Akkord gepflückt. Samstag Mittag fährt die ganze Gesellschaft in die Stadt, um Einkäufe zu erledigen und Luke darf ins Kino gehen. Sonntags wiederum fährt nur die Familie in die Stadt und geht dort in die Kirche. Bisher bedeute dieser Ablauf ein geregeltes Leben und Luke lebte so friedlich und sorgenfrei. Aber dies ändert sich in diesem Sommer.
Eines Samstages, als Luke und sein Freund auf den Weg ins Kino sind, kommen sie an der Hinterseite der Bar vorbei. Dort finden jeden Samstag Prügeleien statt, an sich nichts besonderes oder gefährliches, mehr zur allgemeinen Belustigung und Kräftemessen. Dabei sind auch grundsätzlich die Jungs einer armen Familie, die zwar ständig gewinnen, aber dies mit unfairen Mitteln. Diesen Sommer hatten sie aber nicht die Rechnung mit Hank gemacht. Als die bösen Buben zu zweit auf einen Kerl aus den Bergen einschlagen, mischt sich Hank ein. Er geht auf die Jungs los und verprügelt sie, bis deren dritter Bruder hinzu kommt, den er dann auch gleich mit fertig macht. Als die Jungs schon am Boden liegen, nimmt Hank einen Holzbalken zur Hand und schlägt noch einmal richtig zu. Das Blut spritzt und Luke macht sich lieber schnell aus dem Staub, ebenso wie die anderen Schaulustigen. Keiner will etwas gesehen haben. Dem Sheriff kommt aber trotzdem zu Ohren, dass Hank der Schläger - und zwischenzeitlich auch der Mörder, einer der Jungen hat es nicht überlebt – ist und kommt auf die Farm um ihn zu verhören. Bei diesem Verhör verlangt Hank von Luke, zu sagen, der andere hätte den Holzbalken in der Hand gehabt. Aus Angst tut dies Luke und belügt den Sheriff: Geheimnis Nummer 1.
Ein paar Wochen später kommt der Jahrmarkt in die Stadt. Unter den vielen verschiedenen Attraktionen gibt es eine neue Sache: man kann sich mit einem riesenhaften Kerl aus Ägypten prügeln. Schafft man es mindestens eine Minute, im Ring zu bleiben, bekommt man das 10fache seines Einsatzes ausbezahlt. Keiner schafft es, aber jeder hat Spaß, da der Kämpfer niemanden verletzt. Da taucht natürlich Hank auf und wettet 25 Dollar (glaube ich). Jeder ist schockiert, ist das doch ein ganzer Monatslohn. Aber Hank gewinnt, allerdings mit unfairen Mitteln und zieht mit 250 Dollar ab.
Eines Tages sitzt Luke auf den Verandatreppen, als Tally vorbeikommt und ihn frägt, ob der Fluss den gut zum baden sei. Danach bittet sie ihn, ob er nicht mitkommen und aufpassen kann, dass keiner kuckt. Luke ist happy und aufgeregt und erklärt sich daher nur allzu gerne bereit. Tally badet sich und Luke schleicht sich durchs Gebüsch, um zu spitzeln und sieht somit zum ersten Mal eine nackte Frau, obwohl der weiß, dass dies eine Sünde ist und mit vielen Schlägen bestraft würde. Tally erwischt ihn zwar nicht, weiß es aber trotzdem und spricht ihn auf dem Nachhauseweg darauf an. Allerdings ist sie nicht böse auf ihn und verspricht, dieses Geheimnis (Geheimnis Nummer 2) aufzubewahren und er darf sogar das nächste Mal wieder mit.
In der Nachbarschaft gibt es eine Familie, die sehr arm ist. Sie haben 7 Kinder und keines kann sich Schuhe leisten. In der Stadt kursieren Gerüchte, dass die 15jährige Tochter unehelich schwanger ist, und der Mutter von Luke gebührt die Aufgabe, die Wahrheit herauszufinden. Daher plündert sie ihren Gemüsegarten und fährt mit Luke zu dieser Familie, um diese mit Gemüse zu versorgen. Das Mädchen ist aber nirgends zu entdecken und sie ziehen ohne Neuigkeiten ab.
Eines Tages aber, als sie diese Aktion nochmals versuchen, kommt die Mutter ganz verstört vor die Tür und bittet die Mutter von Luke, ihr bei der Geburt zu helfen. Somit ist das Gerüchte bestätigt. Die Geburt erweist sich aber als kompliziert und die Mutter von Luke fährt so schnell wie sie kann zur Farm zurück, um die Großmutter zu holen. Zusammen fahren sie zurück, lassen Luke aber da, obwohl er doch so gerne dabei wäre. Ihm ist aber eingetrichtert worden, dass er mit niemandem darüber reden darf, dass das Mädel tatsächlich ein Kind bekommt, da es den Eltern sehr peinlich ist. Selbst die Mutter von Luke wird Stillschweigen behalten.
Als er also so dasitzt und wartet, kommt Tally vorbei und frägt ihn, was denn los sei. Auf ihr Drängen hin erzählt ihr Luke, dass im Nachbarhaus ein Mädchen von 15 Jahren ein uneheliches Kind zu Welt bekommt. Tally überredet ihn, sich hinzuschleichen und zu kucken. Am Haus angekommen, verstecken sie sich im Gras und warten. Sie hören das schmerzerfüllte Schreien des Mädchens und können die Schatten der drei Frauen und sie herum sehen. Luke nickt ein und als er aufwacht, geht die Geburt los, die sie so heimlich mit ansehen. Danach beeilen Sie sich, nach Hause zu kommen. Er entwischt den Eltern nur um Haaresbreite und ist am nächsten Tag entsprechend fertig, da er ja kaum geschlafen hat. Wissen darf aber natürlich keiner, dass er verbotenerweise bei der Geburt zugegen war: Geheimnis Nummer 3.
Als die Familie eines Tages beim Essen sitzt, kommt ein Bruder des 15jährigen Mädchens und behauptet, dass das Kind von Ricky ist, dem Sohn von Pappy und Gran (Ricky ist im Krieg) Die Familie ist erbost und streitet zunächst alles ab. Mit der Zeit glauben sie es aber immer mehr, spricht doch allein die Ähnlichkeit des Kindes mit Ricky für sich. Auch die Geschichte von dem Mädchen, wie es dazu kam und die Zeitspanne, als Ricky in den Krieg zog, klingen nicht unwahr. Ein Grund mehr, das Baby den restlichen Gemeindemitgliedern zu verheimlichen (Geheimnis Nummer 4).
Luke, sein Vater und auch sein Großvater, sind große Baseball-Fans. Daher spielen sie auch gerne selbst zu Zeitvertreib. Eines Tages fanden sich auch die Mexikaner und die Spruills ein, und es wurde ein freundschaftliches Match gespielt. Der streitsüchtige Hank jedoch kann nicht verlieren, und kriegt sich daher mit Cowboy in die Haare, da dieser ein wesentlich besserer Spieler ist. Als der Streit am eskalieren ist – Hank schmeißt einen sehr harten Ball gegen die Rippen von Cowboy, welche danach auch gebrochen sind, Cowboy zückt sein Messer – werden sie von den anderen getrennt.
In der Zwischenzeit ist Hank mit seinen 250 Dollar in der Tasche recht faul geworden. Er pflückt nicht mehr anständig und sucht nur ständig Streit, beschmeißt z. B. die Scheune der Mexikaner nachts mit Klumpen. Mr. Spruill und Pappy kommen überein, dass sie Hank wegschicken. Nach einem diesbezüglichen Streitgespräch packt Hank seine Sachen und läuft am Abend los. Aus Neugierde läuft Luke Hank hinterher und merkt recht bald, dass sich von der anderen Seite eine dritte Person nähert. Bei dieser handelt es sich um Cowboy. Auf der Brücke überm Fluss geht dieser dann auf Hank los und ersticht ihn mit seinem Messer. Danach raubt er ihn aus und schmeißt die Leiche über die Brücke. Luke läuft nach Hause, wird aber auf dem Nachhauseweg von Cowboy geschnappt und dieser droht ihm, wenn er nicht den Mund hält, wird er seine Mutter töten: Geheimnis Nummer 5. Das ist zuviel für Luke. Am nächsten Morgen fällt er in der Küche in Ohnmacht. Er ist nicht mehr viel und schläft schlecht. Natürlich sind Mutter und Oma besorgt, er macht aber nicht den Mund auf.
Als er sich wieder etwas erholt hat, geht er wieder mit auf die Felder. Dort belauscht er ein Pärchen, das sich zwischen den Baumwollreihen versteckt hat und dort kichert. Da er jedoch von einer Schlange erschreckt wird, bekommt er nicht viel mit, kann jedoch erkennen, dass es sich bei dem Pärchen um Tally und Cowboy gehandelt hat.
Eines Morgens nach dem Frühstück, als Luke und sein Vater Eier holen wollen, entdecken sie, dass der Pickup verschwunden ist. Während sie diskutieren, kommt Mrs. Spruill angelaufen und weint, dass ihre Tally weg ist. Kurz danach kommen auch die Mexikaner angelaufen und erzählen, dass sie Cowboy vermissen. Schnell sind die Puzzleteile zusammengefügt und der Sheriff wird gerufen. Dieser gibt einen Funkspruch durch und schon ein paar Stunden später wird der Pickup, vollgetankt, am Bahnhof entdeckt. In dem Auto liegt ein Brief von Tally an die Mutter, in der sie ihr erklärt, dass sie und Cowboy sich lieben und nach Norden gehen wollen, wo sie ein besseres Leben haben werden.
Da nun auch das Wetter schlechter wird, es fängt immer öfter das regnen an, reisen auch bald die Spruills ab. Nun hat die Familie nur noch die Mexikaner als Erntehelfer, allerdings dort ja auch einen weniger, und die Hälfte der Ernte ist noch einzubringen, um das Erntedarlehen bezahlen zu können. Es regnet aber immer mehr, teilweise kommen heftige Gewitter mit Hagel. Sie probieren es noch ein, zweimal, aber die Baumwolle ist einfach zu nass. Dann kommt noch eine weitere Sorge hinzu: Durch den Dauerregen steigt der Fluss an, und die unteren Vierzig sind schon nach kurzer Zeit überschwemmt.
Nun reisen auch die Mexikaner weiter, auf eine Farm, die höher gelegen ist und wo sie wenigstens noch ein wenig Geld verdienen können. Lukes Familie versucht, noch so viel Gemüse wie möglich zu ernten und einzumachen, damit sie wenigstens den Winter ohne zu hungern überleben.
Da erscheint der arme Nachbar, der Vater der 15jähigen, die das uneheliches Kind, das angeblich von einem Familienmitglied stammt, gebahr. Ihr Haus liegt noch tiefer am Fluss und ist mittlerweile überschwemmt. Sie wissen nicht, wohin sie sollen und er bittet daher um Hilfe. Hilfsbereit wie Gran ist, bietet sie der gesamten Familie sofort die Scheune an, die unmittelbar zuvor von den Mexikanern verlassen wurde. Bei einer spektakulären Rettungsaktion schaffen sie es, die gesamte Familie aus dem Haus zu retten und in der Scheune dann auch unterzubringen.
Das Buch ist nun am Ende angelangt. Zuletzt beschließen Lukes Vater und seine Muttern, nach Norden zu gehen. Dort gibt es Arbeit, mit der man gutes Geld verdienen kann. Einen großen Teil davon wollen sie zu Pappy und Gran schicken, um das Erntedarlehen zu bezahlen.
Tja, dieser Roman ist wirklich ganz anders, als man es von Grisham gewohnt ist. Mal davon abgesehen, dass in diesem Besuch kein einziger Anwalt, geschweige denn ein Gerichtssaal vorkommt, ist es auch das erste Mal, dass Grisham in der Ich-Version erzählt. Sonst liest man seine Geschichten immer nur aus Sicht des Erzählers.
Hat mir das Buch nun gefallen? Ja. Es ist anders, aber nicht schlecht. Grisham hatte auf jeden Fall einen Bonus durch seinen Namen, wenn es ein anderer Autor geschrieben hätte, hätte ich es z. B. nicht gelesen, da mich die Story an sich nun nicht so gereizt hat. Aber ich bereue es nicht. Es ist meist sehr unterhaltsam und gut lesbar geschrieben. In die Personen kann man sich gut hineinversetzen. Störend waren jedoch die teilweise sehr langwierigen Erzählungen über ein Baseball-Spiel. In diesen Passagen musste ich mich dann doch mehr konzentrieren. Alles in allem gefiel mir das Buch jedoch ganz gut und ich empfehle es jedem Grisham-Fan weiter. Die Leute, die Grisham jedoch nur aufgrund der Anwaltsgeschichten lesen, werden enttäuscht sein. Es ist ein komplett andersartiges Buch und ich habe keinerlei Parallelen zu seinen gewohnten Werken gefunden.
Es war ein netter Versuch von Grisham, ich aber freue mich trotzdem wieder auf seine Anwaltsgeschichten. Meiner Meinung nach gab es einen Grund, warum jeder Justiz-Grisham bisher ein Beststeller wurde.
23 Bewertungen, 1 Kommentar
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29.05.2004, 07:54 Uhr von AnnaH
Bewertung: sehr hilfreich...deine Leserzahlen steigen auch hier. Wünsche Dir gesegnete Pfingsten. Man liest sich Sabine
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