HVV Hamburger Verkehrs Verbund Testbericht

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Erfahrungsbericht von ewka78

Tour de Force

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

\'Hamburg ist schön\' - sagen viele, die nicht in Hamburg wohnen und gelegentlich mal nur als Touristen die Straßen der City verstopfen und eigentlich gar keine Ahnung haben. \'Hamburger Süden ist besonders schön\' - sagen diejenigen, die schon mal die Ehre hatten den Hamburger Süden mal von den wirklich schönen Seiten kennen zulernen. Allerdings gerade hier erlebe ich teilweise Gedankenlosigkeit, die mir teilweise den Atem stocken lässt, manchmal sogar einfach nur sauer macht, gerade, weil man oftmals machtlos dieser Gedankenlosigkeit ausgeliefert ist und oftmals dann nur die Wahl hat, entweder man nimmt sich ein Taxi, was beim Blick ins Portemonaie sich oft als schlechte Idee erweist, oder man steht in der Gegend rum wie ein Sendemast. Es gibt noch eine weitere Option: Man nimmt in Kauf, dass man sich den Bus mit über 100 Leuten teilt, obwohl es eigentlich da drin nur Platz für 65 Leute gibt. Wenn das einmal passiert, dann denkt man sich eigentlich nichts Böses dabei, da kann man immer noch vom Zufall reden, wenn es um zwei Male geht, kann man es immer noch für einen Zufall halten, aber DAUERND?

Um es mal für die Nichtswissenden mal ein wenig bildhafter darzustellen, empfehle ich es meine Wenigkeit ein wenig durch die Stadt zu begleiten, bei Tag sowie Nacht. Nun, da ich sparsamer leben möchte und ich mir sowieso einen MBS500 nicht leisten kann, also bin ich leider auf die Dienstleistungen des HVV (Hamburger Verkehrsverbund) angewiesen, denn wer möchte schon jeden Tag bis zu 70km zu Fuß laufen, oder mit dem Fahrrad fahren? - Ich jedenfalls nicht.

Vor einiger Zeit ärgerte ich mich immer wieder maßlos darüber, dass die S-Bahn Hamburg, übrigens eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG, wahrscheinlich wohl alles tat, um Berufspendlern das Leben möglichst zu erschweren mit ihrer ersten Klasse, die teilweise gähnend leer war, während man als \'Mensch zweiter Klasse\' immer darauf achten musste, dass man nicht auf seinem Nachbar steht. Als Sparmaßnahme könnte man in dem Fall nur vorschlagen, entweder man reißt die Sitze aus, so würden mehr Leute in einen Waggon reinpassen, oder man schafft die erste Klasse ab. Zum Glück hat man sich bei der S-Bahn Hamburg für die zweite Veriante entschieden, die mittlerweile die Heimfahrt ein wenig angenehmer macht. Auch in der Taktung der Züge hat man ein wenig nachgedacht und so kann man sogar einen Vollzug selbst nach 22 Uhr an einem Samstag schon erleben! Wow! - Das ist auf jeden Fall eine Qualitätsverbesserung. Man hat sich zudem auch entschieden die Züge aus Grossvaters Zeiten auszumustern, die zum Teil wirklich von 1930 waren, also um die 70 Jahre alt waren. Diese wurden durch neue Züge ersetzt, die schon wirklich echt modern wirken und auch die älteren Züge bekamen neuen Anstrich, neue Polster und wirken somit auch recht neu. Na ja, so alt sind mitterweile die ältesten Züge nicht mehr, die ältesten sind, glaube ich vom Ende der 70. Jahre. Somit hat auf jeden Fall die S-Bahn es geschafft von dem Schmudellimage mal wegzukommen.

Diesmal ist aber die Hamburger Hochbahn dran, wo ich mich immer wieder aufrege, dass die Fahrpläne anscheinend so verknüpft sind, dass man immer warten muss, oder man fährt eben wie in einer Sardinenbüchse. Laut der Auskunft der HHA (kurz für Hamburger Hochbahn AG), sind die Fahrpläne der Busse und Bahnen so miteinander verknüpft, um die Wartezeiten möglichst zu verkürzen. Ich jedenfalls erlebte in der Praxis was grundliegend anderes. Man stelle sich zum Beispiel vor: die Sx (das x steht in unserem Beispiel für beliebige S-Bahn) kommt um 23.45. Wenn man in dem Fall die Fahrpläne miteinander sinnvoll verknüpfen wöllte, müsste der in dem Fall der Bus ca. 5 Minuten später kommen. Nein, sinnvolle Verknüpfung sieht in dem Fall so aus, das man nach 2 Minuten den Busbahnhof erreicht und feststellt, dass man erstmal über 10 Minuten warten darf. Ausnahme? - Nein, die Regel! Das habe ich jedenfalls nicht nur an diesem speziellen Beispiel zu spüren bekommen, sondern auch woanders.

Noch besser finde ich allerdings die Variante Nachtbus fahren. Meist, wenn ich auf Feiern, oder in Clubs unterwegs bin, versuche ich eigentlich es zu vermeiden, dass ich mit Nachtbus fahren muss. Wieso erkläre ich gleich. Während eigentlich das Netz der Nachtbusse eigentlich recht gut ausgebaut ist, hat es dennoch einen Hacken und damit meine ich nicht die Wochentage. An den Wochenenden ist es eigentlich die Regel, dass die Busse im 15 Minuten Takt fahren, dass man relativ vernünftig nach Hause kommt, Voraussetzung ist aber, man wohnt nicht im Süden. Hier gibt es nämlich gleich zwei Busse! \'Wow, welch ein Luxus!\' - mag sich der aufmerksame Leser denken, aber in dem Fall wirklich FALSCH gedacht. Einer davon ist nämlich so ein normaler Bus, der andere hingegen ist so eine Art \'Schnellbus\', der meine schöne Flussinsel umfährt und hier gar nicht hält. :( Beide kursieren auch im 15 Minuten Takt, aber hier besteht die Gedankenlosigkeit darin, dass dieser \'Schnellbus\' meist leer ist, denn auf meiner schönen Insel zwischen Elbe und Süderelbe wohnen ja auch nur ca. 10,000 Menschen und der HVV meint wohl, für die paar \'Dörfler\' lohnt es sich nicht den Bus öfters mal fahren lassen. Folge ist, richtig erkannt, es entsteht ein wunderbares Klima, besonders zwischen halb zwei und drei, wo man entweder mit angeklebten Gesicht an der Scheibe fährt, das ist auch der Glücksfall, oder irgendwo mitten drin steht, wo vielleicht noch der Nachbar sich an einem die eine oder andere Phantasie befriedigt, alles schon gehabt. Dummerweise hat man hier wieder die Wahl, entweder man nimmt ein Taxi, lässt es sich gefallen, oder haut ihn eine rein. Zu Fuss gehen würde ich hier aber eher abraten bei einer Entfernung von umgefähr 10km. Hier scheint man wirklich vergessen zu haben, dass im gesamten südlichen Gebiet Hamburgs ca. 260,000 Menschen wohnen, das ist ungefähr so viel wie ganz Bremen. - Also ich kann mich nicht erinnern, dass dort nur ein einziger Nachtbus verkehrte...

Wenn man hier schon dachte, dass das alles ist, dann beweise ich mit einem weiteren Beispiel genau das Gegenteil. Vor ca. zwei Jahren hat man das oben beschriebene Problem TATSÄCHLICH erkannt! Danach wurde nämlich statt einen normalen Bus ein Gelenkbus eingesetzt, der durchaus größere Fassungskraft hat und auch somit einen besseren Fahrcomfort. Letztes Jahr musste ich aber, nachdem ich mal wieder darauf angewiesen war den Nachtbus zu nehmen, schmerzlich feststellen, dass man, um das Nachtleben der Insulaner zu verbessern, den Gelenkbus abgeschafft hat und somit tritt wieder das oben beschriebene Problem. - SEHR sinnvoll. Zu dumm nur, dass ich auch manchmal an Samstagen arbeite und mit DEM Bus manchmal völlig geschafft nach Hause fahre, wo ich oftmals es kaum erwarten kann, bis die ca. 20 Folterminuten endlich vorbei sind. Na ja, bin wohl selbst schuld.

Wo wir schon bei sinnigen Änderungen sind, dazu ein weiterer interessanter Beispiel. Lange hat man sich Gedanken gemacht, wie man das Leben der Hamburger überhaupt erleichtern kann, ganze Jahre Überlegungen stecken wohl da drin und irgendwann hatte man eine Lösung gefunden: Die Hamburger brauchen einen METROBUS! Ja, richtig! Der Name klingt schon mal nach einer Metropole und eine Metropole braucht eben einen Metrobus. Die Wahrheit hinter dem Metrobus sieht aber doch ernüchternder aus, als man auf dem ersten Blick denkt. Es wurden nämlich damit Busse mit kurzen, prägnanten Nummern geschaffen und ich glaube zwei Linien wurden neueingeführt, aber oftmals hat sich außer den Nummern eigentlich nichts geändert, denn einige Linien wurden zwar ein wenig verlängert, andere wieder rum nicht. Am Anfang dachte ich nämlich tatsächlich, dass wenn ein Bus sich ein Metrobus nennen darf, dann erhöht sich auch seine Taktung, sprich, der fährt öfters und umso größer war die Freude, als ich feststellte, dass ich an einer Metrobuslinie wohne. Viel Gelabber, wenig Wirkung, alles beim Alten, aber es sieht schon recht hip aus.

Um mal auch wirklich keinen Verkehrsmittel auszulassen, muss ich natürlich auch ein paar Wort über die U-Bahn schreiben. Irgendwie, selbst nach langem Suchen, konnte ich bis heute NICHTS, aber GAR NICHTS an der U-Bahn aussetzen und die benutze ich auch recht oft. Nun gut, dass manchmal von der S-Bahn zur U-Bahn es mit den Verbindungen nicht hinhaut, ist hier allerdings wirklich meist recht gut zu verschmerzen, denn die U-Bahn fährt bis in Abend hinein alle 5 Minuten und erst nach 20.30 beginnt die zehnminütige Taktung. Vor einigen Jahren wurden auch die alten Züge ausgemustert, die man sich sogar in einen Museum anschauen darf, ich weiß nun allerdings nicht wo es ist, ich bin mir aber sicher, dass man unter http://www.hha.de nähere Informationen dazu finden kann.

Somit neige ich mich dem Ende dieses Berichts, aber am Ende bin ich noch nicht ganz. Für die Unwissenden kann man vielleicht noch an der Stelle erwähnen, dass es in Hamburg sicherlich an einem nicht mangelt, nämlich Wasser und so gibt es unzählige Barkassen, die durch das Gewässer schippern, das Wasser verschmutzen und die Fische vertreiben. Es gibt ja auch so was wie Hafenrundfahrt zb. und genau hier gilt der Tip. Hafenrundfahrt kann schon ein ziemlich teures Vergnügen werden, wenn man sich mit mehreren Leuten daran versucht. Günstiger geht\'s auch mit dem HVV, unglaublich, aber wahr! Da man sowieso dann dazu neigt sich entweder eine Gruppen- oder Tageskarte zu kaufen, kann man sich noch einen Törn auf einer der Linienbarkassen gönnen, kostet dann nichts, vorausgesetzt man hat eine Karte des HVV. Meiner Erfahrung nach, da ich gelegentlich auch Stadtführer spielen muss, sieht man in in etwa so viel wie auf einer Hafenrundfahrt, nur dass man nicht permanent vollgelabbert wird. Erreichen kann man das ganze über die Landungsbrücken und von dort aus gibt es fünf Linien, wenn ich mich recht entsinne.

Somit möchte ich eigentlich an dieser Stelle aufhören, damit mir nicht noch mehr negative Beispiele einfallen, denn für diese Preise, die der HVV abverlangt, dürfte man das eine oder andere gar nicht erleben müssen. Tja, leider hat man aber oft gar keine anderen Möglichkeiten, entweder man zahlt, beißt dann manchmal die Zähne zusammen, oder man fährt Auto, oder geht eben zu Fuß. Oft besteht nämlich wirklich die Gedankelosigkeit darin, dass man schnell vergisst, dass in bestimmten Teilen der Stadt einige, sogar manchmal eine ganze Menge Menschen wohnt, aber entsprechend angepasst wird der Öffentliche Verkehr oft nicht.











© ewka - 20.01.2002

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