Hamburg Testbericht

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Erfahrungsbericht von bbeni

Die nordischste Reise die ich jemals tat

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo,

Hamburg ist eine Stadt an der Elbe, kurz vor der Nordsee. So viel zur Geografie. Heute möchte ich mal erzählen, was mir so alles passiert ist, als ich in den Sommerferien für 3 Tage nach Hamburg geflogen bin.

Kommen wir zu erst zur Planung der Reise. Über das Internet haben wir Flug, Hotel etc. gebucht. Das ging leicht und schnell. Da mein Bruder zur Zeit zum Bund geht, sollte er 1 Tag nach dem meine Mutter, mein 2. Bruder und ich geflogen sind, hinterher fliegen. Auf dem Papier sah alles wirklich toll aus (nur der Rückflug in einer Fokker 50 ängstigte meine Mutter etwas, was meiner Meinung nach relativ übertrieben ist: Focker 50 ist wirklich super. Wen es interessiert: 2 Turbopropp Propeller Triebwerke, bietet 50 Leute platz).

Der hinflug war schön Ruhig; starten, kaltes Sandwich essen, Bauch reiben, weil einem schlecht wird, landen. Wunderbar!

Der Hamburger Flughafen ist wirklich quadratisch, praktisch, gut. Er ist Übersichtlich aufgebaut, Es gibt genügend Ausschilderungen, die einem zum Gepäckband führen (wären eigentlich unnötig, man kommt fast Automatisch dahin) usw.. Am Gepäckband angekommen, sahen wir, dass wir nichts sahen. Genauer gesagt, es kam kein Gepäck! Nun ja, direkt gegenüber war die „Gepäckauffindung“ der Lufthansa, und da wir mit eben dieser Fluggesellschaft geflogen waren, gingen wir Zielstrebig dort hin.

Dort angekommen, verwies man uns darauf, erst mal den freundlichen Flughafen Mitarbeiter in modischen Straßenarbeiter-Orange zu fragen, da er für das Gepäck verantwortlich ist. ok, gehen wir also zu dem Mann. „Flug aus Köln Bonn? Einen Moment bitte...Von da ist heute nichts Angekommen.“ Interessant. Wofür zum Teufel checkt man sein Gepäck überhaupt ein?

Also zurück zur „Gepäckauffindung“. Dort mussten wir dann angeben, wie unsere Tasche aussah, was für Sonderspezifikationen sie hat, wie unser Name und unsere Adresse ist. Nach und nach schlich sich ein Gedanke bei uns ein: „Die Tasche sehen wir nie wieder.“

Am Flughafen konnten wir nichts ausrichten, also nahmen wir das Taxi zum Hotel. Der Receptionist machte uns große Hoffnungen, unseren Koffer wiederzusehen, in dem er die Geschichte von einem anderen Gast des Hauses erzählte, der seinen Koffer nie wieder sah. Danach fühlten wir uns schon viel besser.

Das Zimmer des Hotels war wirklich gut; gute Betten, Minibar, Bad, WC, Dusche, Fernseher und der restliche Schnickschnack. Es hatte nur ein Manko: durch ein ca. 60cm x 2.5m (b x h) großes Fenser konnte man ins Bad gucken, wodurch man einen guten Blick auf WC und Dusche hatte. Wir dachten schon, wir hätten das Hochzeitszimmer erwischt, aber im Zimmer von meinem Bruder war es nicht anders. Wir lösten das Problem, indem wir die Passgenauen Sofakissen vor das Fenster stellten. Tja, Problem erkannt, Problem gebannt.

Dann riefen wir meinen Bruder an, damit er uns, wenn er am nächsten Tag hinterher fliegt, ein paar Sachen mitbringt. Verzweifelung macht sich breit. Allein in einer Großstadt, ohne Deo, Zahnbürste, Zahnpasta, Schlafanzug, Klamotten zum Wechseln. Aber die freundlich Lufthansa Hilf-Telefon-Zentrale erlaubt uns (jawohl, als geschädigter muss man um erlaubnis fragen!), Sachen einzukaufen. Wir dürfen aber nicht das Teuerste nehmen.

Da gerade SSV in Hamburg war, konnte man so wie so nicht das Teuerste nehmen. Dennoch nahmen wir das Reduzierteste in Kaufhof und Co. damit die liebe Lufthansa auch nicht zu viel zahlen muss. Nachdem wir das nötigste eingekauft hatten, konnten wir Abendessen gehen. Direkt um die Ecke vom Hotel war ein köstliches Restaurant, voller köstlicher Sachen. Da gingen wir hin und aßen. Während wir saßen.

Am nächsten Tag, es war der Samstag, an dem mein Bruder kam, hatten wir erst mal ein köstliches Frühstück: Frisch gepresster Orangensaft, Rührei, gekochte Eier, große Salat-Käse-Wurst-Bar, verschiedene Brotsorten, Bacon, und noch mehr, an das ich mich nicht erinnern kann. Lecker!

Danach sind wir mit dem Flughafenbus zum (wer hätte das gedacht) Flughafen gefahren, um meinen Bruder abzuholen. Gesagt, getan. Schließlich fuhren wir zum Hotel zurrück, und packten die tollen Sachen aus, die mein Bruder uns mitgebracht hatte. Wer hätte gedacht, das man sich schon mal über eine Kurze Hose oder über ein T-Shirt so freuen würde. Aber es wäre noch besser gewesen, wenn wir unseren Ursprünglichen Koffer wiedergehabt hätten.

Ein Gespräch mit der LH-TelefonZentrale, bestätigte jedoch gegen Mittag, das der Koffer noch nicht geschickt wurde. „Kann man nicht dran mahche“, wie der Rheinländer sagt, also gingen wir zum Hamburger Hafen (Hamburg ist nicht umsonst eine Hansestadt: sie beherbergt den wichtigsten Frachthafen Deutschlands und einen der wichtigsten Europas).

Dort machten wir eine Hafen Rundfahrt. Unser Rundfahrschiff, die „Jan“, erinnerte an einen kleinen, umgebauten Fischkutter (Was sie wahrscheinlich auch war) und auch die Bequemlichkeit an Bord ließ zu wünschen übrig, doch es waren immerhin genügend Schwimmwesten vorhanden und die lustige Sprachgewandtheit des relativ stark näselnden Kapitäns glich das Meiste wieder aus. An sich war die Rundfahrt richtig schön, man konnte viel sehen, der Kapitän erklärte viel. So sah man Hamburgs berühmtestes Bauwerk, den Michel (ein hoher Kirschturm, den besteigen kann und von dem aus man eine wunderbare Aussicht über Hamburg hat), das „König-der-Löwen“ Zelt, in dem das Musical „der König der Löwen“ aufgeführt wird (Karten bis Weihnachten ausverkauft!!!), ein Wasserflugzeug, das immer mal wieder startete und landete (mit dem kann man Rundflüge machen), die Berühmt und berüchtigte Speicherstadt (in der vermutlich mehr Arabische Teppiche (steuerfrei!!!) lagern als in Arabien selbst). Ein schöner Tag.

Am nächsten Tag gingen wir in die Speicherstadt. Es gibt dort eine Stelle, an der das Hamburg-Dungeon (in Co-operation mit dem berühmten London-Dungeon!) und die größte Modelleisenbahn Europas liegen. Logisch: der Keller für das Dungeon, der Speicher des Speichergebäudes für die Bahn, und dazwischen organisatorischer Bürokram. Mit meinen Brüdern ging ich in die Modelleisenbahn. Gut gemacht, aber wohl doch eher für kleinere Kinder bis 12 faszinierend. Die Anlange protzt mit verschieden Tageslichteffekten (Sonnenauf- und Untergang...), fahrenden LKW’s, vielen Zügen, Tunnelsystemen und sehr viel detailtreue. Man kann mit viel Geduld auch viel entdecken, u.a. eine Wasserleiche oder aber auch den Coca-Cola-Weihnachtstruck. Toll.

Vom Hamburg-Dungeon kann ich nicht viel erzählen, ich war nicht drinnen. Nach langem Hin- und Her wurde der Beschluss gefasst, das ich nicht reingehen darf in Deutschland gruseligstes Horrorkabinett. Zu teuer (stimme ich zu, bei 21 € pro Person. Dafür kommt man in einen ganzen Freizeitpark!), zu gefährlich (HAE?).

Nun ja, am Nachmittag flogen wir dann zurück (und ja, wir flogen Focker 50!), der flug war ein wenig Wackelig, aber nichts im Vergleich zu den Turbolenzen, die über dem Persischen Golf sind. Von der Tasche fehlte weiterhin jede Spur.

Als wir dann im guten alten Köln-Bonner Flughafen ankamen (spätestens seit German-Wings ist dieser Flughafen, den meine Familie ins Herz schloss, wohl nahezu jedem ein Begriff), beschlossen wir dort mal zur Gepäckauffindung zu gehen. Und, wieder Erwarten, da stand sie: UNSERE Reisetasche. Es stellt sich heraus, dass der Zettel, der beim Einchecken an den Koffer geklebt wird und Bestimmungsort sowie Zielpersonen Angibt, abhanden gekommen war und der Koffer, da wir kein Namens- und Adressschildchen drangehängt hatten, nicht eindeutig zugeordnet werden konnte. PP, persönliches Pech! Doch wie sollten wir nun beweisen, dass es unser Koffer war? Ganz einfach: wir gaben der freundlichen Lufthansa-Mitarbeiterin die Kombination für das Zahlenschloss des Koffers. Sie probierte ihn aus, und es passte. Dann legten wir noch Einkaufsbelege für unsere „Unkosten“ vor, Und bekamen das komplette Geld erstattet, ja sogar 12 Cent geschenkt (Ja ja, vom Tellerwäscher zum Millionär, oder so). Warum nicht gleich so?

Fazit:
Hamburg ist eine Reise wert:
Kulturell und Gastronomisch Topp und dazu auch noch ein lustiges, bunt gemischtes Völkchen. Hamburg ist somit immer eine Reise wert. Es gibt viel zu sehen und noch mehr zu essen. Zu mindest wenn man weiss, wo. Deswegen würde ich einen Reise- oder Gastronomieführer empfehlen.

Note: 4 (Sternchen)

bbeni


© by bbeni, 2002-09-20

P.S.: immer einen Namenschildchen ans Gepäck tun! Kann schlimme Sachen verhindern!

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