High Voltage - AC/DC Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von djrene
Es war einmal Down Under
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Australien anno 1976. Die 5 Musiker Angus Young, Malcom Young, Bon Scott, Phil Rudd und Mark Evans beschließen ein kleines Artwork herauszubringen, auf dem einige Ihrer jugendlichen Verfehlungen nachzulesen sind. So hat Mark in einem australischen Pub nach Pöbeleien nun Hausverbot und ist wohl etwas erstaunt darüber, daß man Ihn auch mit seiner Band AC/DC ungern hier sehen möchte. Als Cover sollte ein vom Blitzschlag getroffener Angus Young herhalten und das Büchlein sinniger Weise High Voltage heißen. Jedoch wurde das ganze etwas sehr dünn, so daß man beschloß noch eine Schallplatte dazu zu packen. Und siehe da, das Ding verkaufte sich!
Und wer die Geschichte glaubt ist selbst schuld :-)
Bei High Voltage handelt es sich um die erste in Europa veröffentlichte Scheibe von AC/DC. Die Discographie in Australien liest sich ein bißchen anders, das würde aber in einem Bericht über ein Album definitiv zu weit führen.
Wie oben schon erwähnt, wurde das Album 1976 in Sydney in den Albert Studios eingespielt. Produziert wurde das Teil von Vanda & Young. Nun jedoch zum Wichtigsten, der Musik. AC/DC dürfte wohl auch jedem Techno- und HipHop-Jünger ein Begriff sein, ich gehe sogar soweit sie als „The greatest Rock’n Roll-Band ever“ zu bezeichnen. Ihren Stil im Blues verwurzelt, fügen AC/DC in unnachahmlicher Weise Härte und Dynamik hinzu. Ein einzigartiges Timing macht wohl weit über 20 Songs zu „Alltime-Klassikern“. Einfachheit ist ein Markenzeichen geworden, jedoch nicht ganz so einfach wie sich jede zweite Schülerband das vorstellt. Ich zitiere mich hier einmal selbst: „JEDER kann AC/DC spielen, es wird nur NIE wie AC/DC klingen“ Woran das liegt kann ich nicht genau sagen, mit Sicherheit liegt es jedoch mit am Feeling. Ich persönlich kenne nur eine Band die es je geschafft hat mit vorzugaukeln das wäre AC/DC mit einem neuen Song. Wer „Long Stick goes boom“ von Krokus kennt, weiß was ich meine.
Nun aber endlich zum Album:
1. It’s a long Way to the Top
2. Rock’n Roll Singer
3. The Jack
4. Live Wire
5. T.N.T.
6. Can I sit next to You Girl
7. Little Lover
8. She’s got Balls
9. High Voltage
Gesamtspielzeit: 43:52 Minuten
Im Einzelnen (Bitte alle Regler nach rechts!):
1. IT’S A LONG WAY TO THE TOP (5:10)
Eine unglaublich dreckig verzerrte Gitarre beginnt mit einem einfachen Blues-Schema. Eine zweite (Malcom) gesellt sich punktuell dazu. Die Rhythmus-Sektion Rudd/Evans zeigt sofort die einzige Richtung an die AC/DC-Songs zu kennen scheinen. VORWÄRTS! Bon Scott schreit sich die Seele aus dem Leib (Ridin\' down the highway. Goin\' to a show.) Ich sage nur: Rock’n Roll! Der Song handelt vom harten Leben auf Tour und kommt im Refrain entsprechend aggressiv rüber. In einem genialen Zwischenteil hören wir zum ersten Mal ein Instrument, das so ehrlich wohl keiner bei dieser Art von Musik erwartet hätte: Einen Dudelsack! Er wird uns bis zum Ende immer wieder begleiten, fängt am Schluß jedoch an leicht zu nerven. Nach fast 5 Minuten ist von diesen hohen Tönen dann auch das Trommelfell reichlich strapaziert.
Wertung 10/10
2. ROCK’N ROLL SINGER (5:00)
Wieder ein Blues-Schema zu Beginn. Wieder fällt gleich die tolle Arbeit von Baß und Schlagzeug auf, ohne die dieser Groove niemals zustande kommen würde. Wohl nach dem Opener ein weiterer Fall von autobiographischem Text. Bon singt von seinen Plänen ein Rock-Star zu werden, was seine Eltern nicht gerade begeisterte. Es ist ein ziemlich einfacher Song mit klasse Refrain und einem wirklich beeindruckenden Solo von Angus.
Wertung: 9/10
3. THE JACK (5:50)
Es beginnt, ja richtig geraten, mit einem Blues-Schema. Aber sehr langsam und dreckig. Nach 1:20 hören wir zum ersten Mal den Refrain, den wohl jeder Stammtisch auch noch mit 3 Promille gröhlen kann: „She’s got the Jack“ Ein Song über ein Pokerspiel. Die letzten 3 (!) Minuten widmet man sich quasi nur noch der Kernaussage. Wer danach nicht heiser ist, ist selber schuld. Eine absolute Pflichtnummer für jede Biker-Party.
Wertung: 9/10
4. LIVE WIRE (5:45)
Zu Mark‘s monotonem 4/4-Baßspiel setzt Angus drei offen gespielte Akkorde. Auf 2 und 4 wird die Hi-Hat eingezählt. Und wieder dieser unglaubliche Groove als es nach ca. 50 unendlich erscheinenden Sekunden zur Sache geht. Wenn Status Quo die Songs mit 3 Akkorden erfunden haben, AC/DC habe sie mit diesem Titel perfektioniert. Man kann definitiv nicht ruhig sitzen bleiben. Textlich gibt es nichts besonderes zu vermerken. Eine typische Rock-Klischee-Aufschneiderei. (I‘m satisfaction guaranteed). Ein eher schwächerer Refrain wird hier absolut von den treibenden Strophen und Soli in den Schatten gestellt.
Wertung: 10/10
5. T.N.T. (3:30)
Wollte ich nicht noch einen Bericht über „Smoke on the Water“ schreiben, würde ich an dieser Stelle wohl sagen: „Dies ist der bekannteste Rocksong aller Zeiten“. Ein einzelner offener Akkord führt uns zum unverkennbaren Intro bei dem uns auch schon jener prägnanter Teil begegnet, der Generationen von Rockfans die Stimme und den Verstand gekostet hat (hoi, hoi, hoi). Bon läßt das Rockstar-Image wieder kräftig raushängen (The Man is back in Town!). Ab 2:30 hat dann jeder Hobby-Shouter in jeder Diskothek weltweit die Chance seine Stimme und seine fundierten Textkentnisse (hoi, hoi, hoi) zu präsentieren. Tipp für Nachwuchs-DJs: Musik AUS!
Wertung 10/10
6. CAN I SIT NEXT TO YOU GIRL (4:06)
Man nehme Status Quo und drehe die Verstärker etwas weiter auf. So in etwa könnte man diesen Song beschreiben. Durch und durch Rock’n Roll, unterbrochen nur durch den Refrain, der fast a capella gesungen wird. Die Australier beglücken uns hier mit einem Liebeslied.
Wertung 8/10
7. LITTLE LOVER (5:26)
Ein langsamer, traurig beginnender Song mit deutlichen Blues Elementen. Könnte auch autobiographisch sein. Welcher Musiker kennt das nicht: Die Liebe zum Girl, das in der ersten Reihe stand. Musikalisch gibt der Song meiner Meinung nach nicht sonderlich viel her. Für das einfache Schema ist er einfach zu lang. Im Soloteil zeigt Angus jedoch mal kurz wo der Hammer in Sachen Flitzefinger hängt.
Wertung: 6/10
8. SHE’S GOT BALLS (4:46)
Ein sehr einfach gestricktes Songmuster, das wieder einmal vor allem durch die Dynamik und den Groove lebt. Die Textinterpretation überlasse ich hier jedem selbst, da es einer der am meisten mißverstandenen Songs von AC/DC ist und ich jedem die Chance gebe seiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Aber ein kleiner Tipp: DAS ist nicht gemeint :-) Ansonsten musikalisch wenig prickelnd.
Wertung: 6/10
9. HIGH VOLTAGE (4:18)
Wieder ein typischer AC/DC-Song mit einem Blues-Schema. Der Text handelt von einem pubertierenden Rockmusiker im Konflikt mit der älteren Generation. Erstmals viel mir hier auf, daß im Englischen „Haare wachsen lassen“ ein Aktivum ist „I grow my Hair“. Wie man es nicht anders erwartet bei Midtempo-Songs reizt der Refrain einfach zum mitsingen und der Hintern bleibt keinesfalls ruhig auf dem Stuhl.
Wertung 10/10
Gesamtwertung: 8,66
FAZIT:
Wieder eine Scheibe von AC/DC, die in keiner gut sortierten Plattensammlung fehlen sollte. Hier wird ein neues Kapitel der Rockgeschichte aufgeschlagen. Rauhe Einfachheit gepaart mit unbändiger Energie und einer eindeutig zweideutigen Sprache. Auch wenn der Sound der Scheibe nicht auf neuestem Stand ist, einen anderen wünscht man sich hier auch nicht. Wenn man bedenkt, daß man die CD als Nice Price inzwischen für unter 8,- €, kann man nur sagen: ZUGREIFEN. Einen deutlichen Unterschied der \"Remastered Version\" zur LP kann ich übrigens nicht erkennen, deswegen kommt diese Bemerkung auch erst zu diesem späten Zeitpunkt.
Keep on rockin‘ and stay tuned,
Und wer die Geschichte glaubt ist selbst schuld :-)
Bei High Voltage handelt es sich um die erste in Europa veröffentlichte Scheibe von AC/DC. Die Discographie in Australien liest sich ein bißchen anders, das würde aber in einem Bericht über ein Album definitiv zu weit führen.
Wie oben schon erwähnt, wurde das Album 1976 in Sydney in den Albert Studios eingespielt. Produziert wurde das Teil von Vanda & Young. Nun jedoch zum Wichtigsten, der Musik. AC/DC dürfte wohl auch jedem Techno- und HipHop-Jünger ein Begriff sein, ich gehe sogar soweit sie als „The greatest Rock’n Roll-Band ever“ zu bezeichnen. Ihren Stil im Blues verwurzelt, fügen AC/DC in unnachahmlicher Weise Härte und Dynamik hinzu. Ein einzigartiges Timing macht wohl weit über 20 Songs zu „Alltime-Klassikern“. Einfachheit ist ein Markenzeichen geworden, jedoch nicht ganz so einfach wie sich jede zweite Schülerband das vorstellt. Ich zitiere mich hier einmal selbst: „JEDER kann AC/DC spielen, es wird nur NIE wie AC/DC klingen“ Woran das liegt kann ich nicht genau sagen, mit Sicherheit liegt es jedoch mit am Feeling. Ich persönlich kenne nur eine Band die es je geschafft hat mit vorzugaukeln das wäre AC/DC mit einem neuen Song. Wer „Long Stick goes boom“ von Krokus kennt, weiß was ich meine.
Nun aber endlich zum Album:
1. It’s a long Way to the Top
2. Rock’n Roll Singer
3. The Jack
4. Live Wire
5. T.N.T.
6. Can I sit next to You Girl
7. Little Lover
8. She’s got Balls
9. High Voltage
Gesamtspielzeit: 43:52 Minuten
Im Einzelnen (Bitte alle Regler nach rechts!):
1. IT’S A LONG WAY TO THE TOP (5:10)
Eine unglaublich dreckig verzerrte Gitarre beginnt mit einem einfachen Blues-Schema. Eine zweite (Malcom) gesellt sich punktuell dazu. Die Rhythmus-Sektion Rudd/Evans zeigt sofort die einzige Richtung an die AC/DC-Songs zu kennen scheinen. VORWÄRTS! Bon Scott schreit sich die Seele aus dem Leib (Ridin\' down the highway. Goin\' to a show.) Ich sage nur: Rock’n Roll! Der Song handelt vom harten Leben auf Tour und kommt im Refrain entsprechend aggressiv rüber. In einem genialen Zwischenteil hören wir zum ersten Mal ein Instrument, das so ehrlich wohl keiner bei dieser Art von Musik erwartet hätte: Einen Dudelsack! Er wird uns bis zum Ende immer wieder begleiten, fängt am Schluß jedoch an leicht zu nerven. Nach fast 5 Minuten ist von diesen hohen Tönen dann auch das Trommelfell reichlich strapaziert.
Wertung 10/10
2. ROCK’N ROLL SINGER (5:00)
Wieder ein Blues-Schema zu Beginn. Wieder fällt gleich die tolle Arbeit von Baß und Schlagzeug auf, ohne die dieser Groove niemals zustande kommen würde. Wohl nach dem Opener ein weiterer Fall von autobiographischem Text. Bon singt von seinen Plänen ein Rock-Star zu werden, was seine Eltern nicht gerade begeisterte. Es ist ein ziemlich einfacher Song mit klasse Refrain und einem wirklich beeindruckenden Solo von Angus.
Wertung: 9/10
3. THE JACK (5:50)
Es beginnt, ja richtig geraten, mit einem Blues-Schema. Aber sehr langsam und dreckig. Nach 1:20 hören wir zum ersten Mal den Refrain, den wohl jeder Stammtisch auch noch mit 3 Promille gröhlen kann: „She’s got the Jack“ Ein Song über ein Pokerspiel. Die letzten 3 (!) Minuten widmet man sich quasi nur noch der Kernaussage. Wer danach nicht heiser ist, ist selber schuld. Eine absolute Pflichtnummer für jede Biker-Party.
Wertung: 9/10
4. LIVE WIRE (5:45)
Zu Mark‘s monotonem 4/4-Baßspiel setzt Angus drei offen gespielte Akkorde. Auf 2 und 4 wird die Hi-Hat eingezählt. Und wieder dieser unglaubliche Groove als es nach ca. 50 unendlich erscheinenden Sekunden zur Sache geht. Wenn Status Quo die Songs mit 3 Akkorden erfunden haben, AC/DC habe sie mit diesem Titel perfektioniert. Man kann definitiv nicht ruhig sitzen bleiben. Textlich gibt es nichts besonderes zu vermerken. Eine typische Rock-Klischee-Aufschneiderei. (I‘m satisfaction guaranteed). Ein eher schwächerer Refrain wird hier absolut von den treibenden Strophen und Soli in den Schatten gestellt.
Wertung: 10/10
5. T.N.T. (3:30)
Wollte ich nicht noch einen Bericht über „Smoke on the Water“ schreiben, würde ich an dieser Stelle wohl sagen: „Dies ist der bekannteste Rocksong aller Zeiten“. Ein einzelner offener Akkord führt uns zum unverkennbaren Intro bei dem uns auch schon jener prägnanter Teil begegnet, der Generationen von Rockfans die Stimme und den Verstand gekostet hat (hoi, hoi, hoi). Bon läßt das Rockstar-Image wieder kräftig raushängen (The Man is back in Town!). Ab 2:30 hat dann jeder Hobby-Shouter in jeder Diskothek weltweit die Chance seine Stimme und seine fundierten Textkentnisse (hoi, hoi, hoi) zu präsentieren. Tipp für Nachwuchs-DJs: Musik AUS!
Wertung 10/10
6. CAN I SIT NEXT TO YOU GIRL (4:06)
Man nehme Status Quo und drehe die Verstärker etwas weiter auf. So in etwa könnte man diesen Song beschreiben. Durch und durch Rock’n Roll, unterbrochen nur durch den Refrain, der fast a capella gesungen wird. Die Australier beglücken uns hier mit einem Liebeslied.
Wertung 8/10
7. LITTLE LOVER (5:26)
Ein langsamer, traurig beginnender Song mit deutlichen Blues Elementen. Könnte auch autobiographisch sein. Welcher Musiker kennt das nicht: Die Liebe zum Girl, das in der ersten Reihe stand. Musikalisch gibt der Song meiner Meinung nach nicht sonderlich viel her. Für das einfache Schema ist er einfach zu lang. Im Soloteil zeigt Angus jedoch mal kurz wo der Hammer in Sachen Flitzefinger hängt.
Wertung: 6/10
8. SHE’S GOT BALLS (4:46)
Ein sehr einfach gestricktes Songmuster, das wieder einmal vor allem durch die Dynamik und den Groove lebt. Die Textinterpretation überlasse ich hier jedem selbst, da es einer der am meisten mißverstandenen Songs von AC/DC ist und ich jedem die Chance gebe seiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Aber ein kleiner Tipp: DAS ist nicht gemeint :-) Ansonsten musikalisch wenig prickelnd.
Wertung: 6/10
9. HIGH VOLTAGE (4:18)
Wieder ein typischer AC/DC-Song mit einem Blues-Schema. Der Text handelt von einem pubertierenden Rockmusiker im Konflikt mit der älteren Generation. Erstmals viel mir hier auf, daß im Englischen „Haare wachsen lassen“ ein Aktivum ist „I grow my Hair“. Wie man es nicht anders erwartet bei Midtempo-Songs reizt der Refrain einfach zum mitsingen und der Hintern bleibt keinesfalls ruhig auf dem Stuhl.
Wertung 10/10
Gesamtwertung: 8,66
FAZIT:
Wieder eine Scheibe von AC/DC, die in keiner gut sortierten Plattensammlung fehlen sollte. Hier wird ein neues Kapitel der Rockgeschichte aufgeschlagen. Rauhe Einfachheit gepaart mit unbändiger Energie und einer eindeutig zweideutigen Sprache. Auch wenn der Sound der Scheibe nicht auf neuestem Stand ist, einen anderen wünscht man sich hier auch nicht. Wenn man bedenkt, daß man die CD als Nice Price inzwischen für unter 8,- €, kann man nur sagen: ZUGREIFEN. Einen deutlichen Unterschied der \"Remastered Version\" zur LP kann ich übrigens nicht erkennen, deswegen kommt diese Bemerkung auch erst zu diesem späten Zeitpunkt.
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