Die weiße Massai (Taschenbuch) / Corinne Hofmann Testbericht




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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von GAWOnline1983
Ein Leben in Kenia
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
I. Allgemeines
Von dem Buch "Die weiße Massai" habe ich schon des Öfteren etwas gehört. Doch eine Zeitlang las ich lieber Krimis und Thriller, als mich mit diesem Themengebiet zu beschäftigen. Als ich auf der Suche nach Büchern für meine Verwandtschaft war - die doch zu Geburtstagen immer so wunderbar "kreativ" ist, stieß ich dann wieder darauf und packte es kurzerhand auf meine Wunschliste. Zuvor las ich schon ein paar "Afrika-Bücher", wie "Sklavin" von Mende Nazer oder "Nirgendwo in Afrika" von Stefanie Zweig. Vor zwei Tagen war ich schließlich mit "Die weiße Massai" durch und die Fortsetzung habe ich mittlerweile auch schon verschlungen.
Ihr bekommt von mir zunächst eine Kurzübersicht über den Inhalt des Romans präsentiert, bevor ihr euch in dem darauf folgenden Punkt näher über den Verlauf der Geschichte und die Personen informieren könnt. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, hoffe euch gefällt mein Bericht und freue mich auf eure Bewertungen und Kommentare! :)
II. Kurzinhalt
Von einer Minute auf die andere verlässt Corinne Hofmann ihren Lebenspartner Marco um zusammen mit dem Massai-Krieger Lketinga zusammen im Busch in Kenia ein neues Leben anzufangen. Was sich am Anfang allerdings als schöner Traum dargeboten hat, entpuppt sich im Laufe der Zeit als unerträgliche Situation, da Lketinga immer eifersüchtiger wird.
III. Inhalt
Zusammen mit ihrem damaligen Lebenspartner Marco fährt die Schweizerin Corinne Hofmann nach Kenia, um dort ein paar schöne Tage zu verbringen. Als die beiden eines Abends nicht mehr alleine zurück zum Hotel finden, läuft ihnen der Massai-Krieger Lketinga über den Weg. Corinne ist von dem ersten Augenblick an fasziniert von ihm und kann ihn einfach nicht vergessen.
Kurz vor ihrer Abreise treffen sie sich durch Zufall wieder in einer Disko nahe dem Hotel. Corinne fasst schließlich den scheinbar wahnwitzigen Entschluss, sich von Marco zu trennen, ihr Leben in der Schweiz aufzugeben und fortan in Kenia zu leben. Doch zuvor kommt sie zusammen mit ihrem Bruder und dessen Freundin Jelly noch einmal auf Urlaub nach Kenia zurück. Doch schon kurze Zeit später gibt Corinne das luxuriöse Leben in dem Touristenhotel auf und zieht zu der Bekannten Priscilla gemeinsam mit Lketinga in die Einöde, wo sie in einer (unserer Ansicht nach) äußerst primitiven Hütte untergebracht wird. Nach diesem Urlaub beschließt die junge Frau, ihren Secondhand-Laden in der Schweiz zu verkaufen sowie auch all ihr Habe. Die Faszination von Lketinga lässt sie nicht los...
Doch als sie nach einiger Zeit endgültig nach Kenia kommt, ist Lketinga verschwunden und es beginnt eine abenteuerliche Suche, bevor die beiden sich wieder in die Arme schließen können. Sie werden ihr gemeinsames Leben aber nicht an der Küste Kenias verbringen, sondern zu Lketingas Familie in das Landesinnere ziehen. Am Anfang scheint es, als ob Corinne das Glück ihres Lebens gefunden hat, doch als sie beginnt selbständiger zu werden und in dem Dorf einen kleinen Laden eröffnet, beginnt die Eifersucht ihres Mannes zu brodeln. Die Situation droht immer schlimmer zu werden, als ihre gemeinsame Tochter Napirai geboren wird und Lketinga ein um das andere Mal behauptet, er sei nicht der Vater und Corinne würde ihn permanent betrügen…
IV. Meine Meinung
Zu Beginn des Lesens dachte ich erst, wie es einer Frau, welche die moderne Welt kennen gelernt hat, möglich sein kann, zu einem Leben in Kenia bereit zu sein. Ihre Gefühle gegenüber Lketinga schienen zunächst total irrational zu und überhaupt nicht nachvollziehbar zu sein. Doch wie heißt es so oft: „Liebe kann blind machen.“ Ich denke, dass die Autorin nicht das einzige Beispiel hierfür ist.
Corinne Hofmann beschreibt ihre Gefühle dahingehend sehr gut und auch der Kampf, Lketinga später wieder zu finden und die dabei empfundene Verzweiflung und Leidenschaft, werden so geschildert, dass sie dem Leser zu Herzen gehen. Daneben wird dem Leser ein sehr gutes Bild von Kenia übermittelt. Ich kann die Menschen dort nur bewundern, wie sie mit ihrem bescheidenen Leben zurechtkommen und was für Strapazen sie auf sich nehmen, die für viele von uns gar nicht möglich wäre – man denke z.B. an die stundelangen Busfahrten, die nötig sind, das eintönige Essen, das einfache Leben. Gut, man könnte dagegen halten, dass sie es nicht anders kennen. Dem mag eventuell auch so sein, aber es ist nun einmal für einen Europäer faszinierend, dass sie zum größten Teil trotzdem nicht ihre Lebensfreude verloren haben.
Natürlich mögen auch einzelne ein paar Szenen des Werkes kritisieren – nachdem Corinne sich ein Auto zulegte, um die nötigen Strecken weniger strapaziös und in geringerer Zeit zurücklegen zu können, häufen sich die Schilderungen bezüglich der zurückzulegenden Strecke. Die Szenarien wiederholen sich immer wieder in leicht abgewandelter Form – mal eine Reifenpanne, mal ist die Bremse kaputt usw. Denkt man jedoch darüber nach, kann man dadurch allerdings nicht wirklich einen Stern abziehen. Die Autorin schreibt schließlich ihr Leben in Kenia und nicht einen Kriminalroman nieder. Hier wird nichts von Zufällen tangiert, sondern es handelt sich um die Realität – wer sich dafür nicht interessiert, sollte die Finger von dem Buch lassen.
Etwas seltsam fand aber sogar ich, dass die Autorin innerhalb der vier Jahre in denen sie bei Lketingas Stamm gelebt hat, deren Sprache nicht lernte. Ich vermag nun nicht zu beurteilen, wie schwer diese zu erlernen ist, aber einzelne Bezeichnungen für einzelne Gegenstände wären doch bestimmt möglich gewesen, sich zu behalten. Ich hätte alleine den Ehrgeiz gehabt, um mich mit meinem Mann nicht immer mittels ein paar Brocken Englisch unterhalten zu müssen oder sehnsüchtig auf die Boys, die die Schule besuchen, warten zu müssen. Jedoch muss sich auch hier sagen, dass dies allein die Sache der Autorin ist - für so etwas würde ich bei einem "normalen" fiktiven Buch Sterne abziehen, aber nicht bei einer Lebensgeschichte, die mich insgesamt sehr berührt hat und die von einer Frau geschrieben wurde, die eigentlich nur zu bewundern ist, mit diesem Leben in Kenia zurechtgekommen zu sein. Jedenfalls läuft während dem Lesen ein kleiner Film im Kopf ab, da man sich die Szenen, die die Autorin schildert, sehr gut vorstellen kann.
Insgesamt liest sich der Roman sehr flüssig und leicht. Ich habe eines Abends mit diesem Buch angefangen und konnte es einfach bis vier Uhr morgens nicht aus der Hand legen, bevor ich schließlich ein paar Stunden Schlaf fand. Doch gleich am nächsten Morgen setzte ich mich wieder daran und kurze Zeit später wurde auch dieses Buch zur Seite gelegt. Und natürlich legte ich mir auch gleich am nächsten Tag die Fortsetzung „Zurück aus Afrika“ zu, doch das ist eine andere Geschichte…
V. Das Buch
VI. Die Autorin
Corinne Hofmann wurde im Jahr 1960 in Frauenfeld (Schweizer Kanton Thurgau). geboren. Sie lebt heute mit ihrer Tochter Napirai und ihrem Partner Markus am Luganer See.
(Quelle der Informationen: Autorinneninfo in "Zurück aus Afrika")
VII. Mehr von Corinne Hofmann
1. Die weiße Massai
2. Zurück aus Afrika
(copyright by Laura Thoma, laurathoma @ yopi & ciao)
Von dem Buch "Die weiße Massai" habe ich schon des Öfteren etwas gehört. Doch eine Zeitlang las ich lieber Krimis und Thriller, als mich mit diesem Themengebiet zu beschäftigen. Als ich auf der Suche nach Büchern für meine Verwandtschaft war - die doch zu Geburtstagen immer so wunderbar "kreativ" ist, stieß ich dann wieder darauf und packte es kurzerhand auf meine Wunschliste. Zuvor las ich schon ein paar "Afrika-Bücher", wie "Sklavin" von Mende Nazer oder "Nirgendwo in Afrika" von Stefanie Zweig. Vor zwei Tagen war ich schließlich mit "Die weiße Massai" durch und die Fortsetzung habe ich mittlerweile auch schon verschlungen.
Ihr bekommt von mir zunächst eine Kurzübersicht über den Inhalt des Romans präsentiert, bevor ihr euch in dem darauf folgenden Punkt näher über den Verlauf der Geschichte und die Personen informieren könnt. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, hoffe euch gefällt mein Bericht und freue mich auf eure Bewertungen und Kommentare! :)
II. Kurzinhalt
Von einer Minute auf die andere verlässt Corinne Hofmann ihren Lebenspartner Marco um zusammen mit dem Massai-Krieger Lketinga zusammen im Busch in Kenia ein neues Leben anzufangen. Was sich am Anfang allerdings als schöner Traum dargeboten hat, entpuppt sich im Laufe der Zeit als unerträgliche Situation, da Lketinga immer eifersüchtiger wird.
III. Inhalt
Zusammen mit ihrem damaligen Lebenspartner Marco fährt die Schweizerin Corinne Hofmann nach Kenia, um dort ein paar schöne Tage zu verbringen. Als die beiden eines Abends nicht mehr alleine zurück zum Hotel finden, läuft ihnen der Massai-Krieger Lketinga über den Weg. Corinne ist von dem ersten Augenblick an fasziniert von ihm und kann ihn einfach nicht vergessen.
Kurz vor ihrer Abreise treffen sie sich durch Zufall wieder in einer Disko nahe dem Hotel. Corinne fasst schließlich den scheinbar wahnwitzigen Entschluss, sich von Marco zu trennen, ihr Leben in der Schweiz aufzugeben und fortan in Kenia zu leben. Doch zuvor kommt sie zusammen mit ihrem Bruder und dessen Freundin Jelly noch einmal auf Urlaub nach Kenia zurück. Doch schon kurze Zeit später gibt Corinne das luxuriöse Leben in dem Touristenhotel auf und zieht zu der Bekannten Priscilla gemeinsam mit Lketinga in die Einöde, wo sie in einer (unserer Ansicht nach) äußerst primitiven Hütte untergebracht wird. Nach diesem Urlaub beschließt die junge Frau, ihren Secondhand-Laden in der Schweiz zu verkaufen sowie auch all ihr Habe. Die Faszination von Lketinga lässt sie nicht los...
Doch als sie nach einiger Zeit endgültig nach Kenia kommt, ist Lketinga verschwunden und es beginnt eine abenteuerliche Suche, bevor die beiden sich wieder in die Arme schließen können. Sie werden ihr gemeinsames Leben aber nicht an der Küste Kenias verbringen, sondern zu Lketingas Familie in das Landesinnere ziehen. Am Anfang scheint es, als ob Corinne das Glück ihres Lebens gefunden hat, doch als sie beginnt selbständiger zu werden und in dem Dorf einen kleinen Laden eröffnet, beginnt die Eifersucht ihres Mannes zu brodeln. Die Situation droht immer schlimmer zu werden, als ihre gemeinsame Tochter Napirai geboren wird und Lketinga ein um das andere Mal behauptet, er sei nicht der Vater und Corinne würde ihn permanent betrügen…
IV. Meine Meinung
Zu Beginn des Lesens dachte ich erst, wie es einer Frau, welche die moderne Welt kennen gelernt hat, möglich sein kann, zu einem Leben in Kenia bereit zu sein. Ihre Gefühle gegenüber Lketinga schienen zunächst total irrational zu und überhaupt nicht nachvollziehbar zu sein. Doch wie heißt es so oft: „Liebe kann blind machen.“ Ich denke, dass die Autorin nicht das einzige Beispiel hierfür ist.
Corinne Hofmann beschreibt ihre Gefühle dahingehend sehr gut und auch der Kampf, Lketinga später wieder zu finden und die dabei empfundene Verzweiflung und Leidenschaft, werden so geschildert, dass sie dem Leser zu Herzen gehen. Daneben wird dem Leser ein sehr gutes Bild von Kenia übermittelt. Ich kann die Menschen dort nur bewundern, wie sie mit ihrem bescheidenen Leben zurechtkommen und was für Strapazen sie auf sich nehmen, die für viele von uns gar nicht möglich wäre – man denke z.B. an die stundelangen Busfahrten, die nötig sind, das eintönige Essen, das einfache Leben. Gut, man könnte dagegen halten, dass sie es nicht anders kennen. Dem mag eventuell auch so sein, aber es ist nun einmal für einen Europäer faszinierend, dass sie zum größten Teil trotzdem nicht ihre Lebensfreude verloren haben.
Natürlich mögen auch einzelne ein paar Szenen des Werkes kritisieren – nachdem Corinne sich ein Auto zulegte, um die nötigen Strecken weniger strapaziös und in geringerer Zeit zurücklegen zu können, häufen sich die Schilderungen bezüglich der zurückzulegenden Strecke. Die Szenarien wiederholen sich immer wieder in leicht abgewandelter Form – mal eine Reifenpanne, mal ist die Bremse kaputt usw. Denkt man jedoch darüber nach, kann man dadurch allerdings nicht wirklich einen Stern abziehen. Die Autorin schreibt schließlich ihr Leben in Kenia und nicht einen Kriminalroman nieder. Hier wird nichts von Zufällen tangiert, sondern es handelt sich um die Realität – wer sich dafür nicht interessiert, sollte die Finger von dem Buch lassen.
Etwas seltsam fand aber sogar ich, dass die Autorin innerhalb der vier Jahre in denen sie bei Lketingas Stamm gelebt hat, deren Sprache nicht lernte. Ich vermag nun nicht zu beurteilen, wie schwer diese zu erlernen ist, aber einzelne Bezeichnungen für einzelne Gegenstände wären doch bestimmt möglich gewesen, sich zu behalten. Ich hätte alleine den Ehrgeiz gehabt, um mich mit meinem Mann nicht immer mittels ein paar Brocken Englisch unterhalten zu müssen oder sehnsüchtig auf die Boys, die die Schule besuchen, warten zu müssen. Jedoch muss sich auch hier sagen, dass dies allein die Sache der Autorin ist - für so etwas würde ich bei einem "normalen" fiktiven Buch Sterne abziehen, aber nicht bei einer Lebensgeschichte, die mich insgesamt sehr berührt hat und die von einer Frau geschrieben wurde, die eigentlich nur zu bewundern ist, mit diesem Leben in Kenia zurechtgekommen zu sein. Jedenfalls läuft während dem Lesen ein kleiner Film im Kopf ab, da man sich die Szenen, die die Autorin schildert, sehr gut vorstellen kann.
Insgesamt liest sich der Roman sehr flüssig und leicht. Ich habe eines Abends mit diesem Buch angefangen und konnte es einfach bis vier Uhr morgens nicht aus der Hand legen, bevor ich schließlich ein paar Stunden Schlaf fand. Doch gleich am nächsten Morgen setzte ich mich wieder daran und kurze Zeit später wurde auch dieses Buch zur Seite gelegt. Und natürlich legte ich mir auch gleich am nächsten Tag die Fortsetzung „Zurück aus Afrika“ zu, doch das ist eine andere Geschichte…
V. Das Buch
- Titel: „Die weiße Massai“
- Verlag: Knaur
- Deutsche Erstveröffentlichung: März 2000
- Seitenzahl: 462 Seiten (plus acht Seiten mit 12 farbigen Illustrationen auf Hochglanzpapier)
- ISBN: 3-426-61496-0
- Preis: 9,90 Euro
VI. Die Autorin
Corinne Hofmann wurde im Jahr 1960 in Frauenfeld (Schweizer Kanton Thurgau). geboren. Sie lebt heute mit ihrer Tochter Napirai und ihrem Partner Markus am Luganer See.
(Quelle der Informationen: Autorinneninfo in "Zurück aus Afrika")
VII. Mehr von Corinne Hofmann
1. Die weiße Massai
2. Zurück aus Afrika
(copyright by Laura Thoma, laurathoma @ yopi & ciao)
34 Bewertungen, 1 Kommentar
-
12.02.2007, 19:18 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichSchöner bericht
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