Die Chronik der Unsterblichen 06. Die Blutgräfin (gebundene Ausgabe) / Wolfgang Hohlbein Testbericht
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Erfahrungsbericht von Volker111
Abu Dun tot? Fortsetzung folgt!
Pro:
Spannung und Wendungen
Kontra:
Innere Logik, Wiederholungen aus früheren Folgen
Empfehlung:
Ja
☻Vorwort☻
Das ist nun mal der Fluch der Fortsetzungsromane, einmal begonnen packt einen selbst nach schwächeren Fortsetzungsteilen dann doch wieder die Neugier, wie es weiter geht.
Nachdem zwar die Taschenbuchausgabe immer noch auf sich hatte warten lassen, ich aber zuvor gerade Die Wiederkehr gelesen und mit Aufwärtstendenz vermerkt hatte, mochte ich einfach nicht länger warten und ersteigerte kurzerhand die gebundene Ausgabe auf Ebay.
13,51 Euro plus 1 Euro Versand ergaben akzeptable 14,51 Euro für das neuwertige Buch.
Das Buch kam auch in sehr guter Verfassung an, so dass ich nicht auf eine Ebook Fassung zurückgreifen musste. Letzteres wäre auch ungünstig gewesen, wollte ich doch auf dem Sofa mich von meinen Zahnschmerzen durch eine möglichst spannende aber auch nicht zu anspruchsvolle Geschichte ablenken. Diese Wünsche wurden in jedem Punkt erfüllt.
Fürs Zitieren typischer Redewendungen Hohlbeins leistet mir die Ebook Fassung natürlich gute Dienste, doch gelesen habe ich nur die gebundene Ausgabe. Die Seitenangaben der Zitate beziehen sich auf die gebundene Ausgabe,
☻Inhaltsanriss☻
Der hintere Klappentext weckt zwar wie bei so vielen Hohlbein Romanen falsche Erwartungen, ist diesmal aber doch recht nahe am Inhalt dran.
Andrej und Abu Dun stoßen im tief verschneiten Wald auf eine bestialisch ermordete Sippe, wobei sie durch eine merkwürdige Art Schneeeule auf die Opfer aufmerksam werden. Die Schneeeule scheint sich an den Leichen ihren Hunger zu stillen. Zwar gibt es Aasfresser unter den Eulenarten, doch diese Rieseneule passt zu keiner der Eulengattungen.
Da die von Andrej seit nun schon fast 50 Jahren gesuchte Maria mit der Gräfin Berthold identisch sein und ihr unheimlicher Beschützer andererseits in die Morde verwickelt sein könnte, nehmen unsere zwei Helden den Auftrag an, nach einer jungen Frau aus dem Dorf zu schauen, die auf dem Schloss der Gräfin als Bedienstete arbeitet. Die Sorgen ihres Freundes scheinen berechtigt zu sein, wurden doch schon einige junge Frauen, die im Dienste der Gräfin gestanden hatten, nie wieder gesehen.
Sehr schnell stoßen sie auf den Beschützer der Gräfin, dem völlig in Weiß gekleideten Antoine Blanche, dem sie trotz gemeinsamer Anstrengungen zu ihrer großen Verblüffung in einem Kampf unterliegen. Doch bleiben sie am Leben, aus Gründen, die ich allerdings im Nachhinein nicht unbedingt verstehen kann.
Der Leibwächter der Gräfin scheint sich deren Willen, Andrej und dessen Freund zu verschonen, gebeugt zu haben. Als Andrej endlich ins Schloss zur Gräfin gelangt, stößt er zu seiner Überraschung auf eine kaum gealterte Maria. Seine Träume und Wünsche scheinen sich doch noch zu erfüllen. In dezenten Worten lässt Hohlbein eine Liebesnacht unseres Helden anklingen.
„Sie bewegte sich langsam und blickte einmal über die Schulter zurück, so als müsse sie sich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass er ihr folgte. Unmittelbar vor dem Kamin blieb sie stehen und streifte mit einer einzigen, anmutigen Bewegung ihr Kleid ab. Darunter trug sie nichts.“ (S.194/195)
Mehr Details gibt ´s bei Hohlbein in alter Tradition nicht, auch wenn er am Ergebnis durch indirekte Schilderung keinen Zweifel lässt.
„Maria und er hatten sich geliebt, mit all der Intensität und Leidenschaft, wie er es sich in den vergangenen Jahren unzählige Male vorgestellt hatte. Es war trotzdem nicht ganz so gewesen, wie es hätte sein sollen.“ (S.195)
Natürlich bleibt es nicht bei diesem langweiligen Happy-End. Schon während der Glückseligkeitsphase deutet sich kommendes Unheil an und schon kurz darauf beginnt der Leser zu erahnen, dass es nicht das Kleid aus rotem Brokat sein kann, warum die Gräfin von ihren Feinden Blutgräfin genannt wird.
Doch, wer nach folgender, letzter Textprobe mehr erfahren will, der muss schon den Roman selbst lesen.
„Aus ihren aufgeschnittenen Adern lief ein dünner, stetig fließender Strom von Blut. Maria räkelte sich in diesem grässlichen Bad. Ihre Augen waren geschlossen. Sie warf den Kopf von der einen auf die andere Seite und stöhnte lustvoll. Ihre Hände liebkosten ihren Körper, tauchten immer wieder ein, um frisches, warmes Blut zu schöpfen, das sie über ihre Lenden, ihre Brüste, die Schenkel und ihr Gesicht laufen ließ. Es gab keinen Zoll ihrer Haut, der nicht mit Blut bedeckt gewesen wäre. Selbst ihre Zähne schimmerten rot, und ihr Haar hing in langen, klebrigen Strähnen über ihre Schultern.“ (S.347)
Bis Andrej diesmal seinen Weg fortsetzen kann, muss er durch sehr viele Wechselbäder der Gefühle, doch keine Angst, es gibt ja einen siebten und auch achten Teil der Chronik, doch ob diese Teile auch noch mit Abu Dun fortgesetzt werden können, da bleiben lange Zeit Zweifel in dieser Fortsetzung.
☻☻Wertung☻☻
Die Qualität eines Brian Lumley mit dessen Necroscope Reihe kann Hohlbein zwar nicht erreichen, aber dieser Band bietet doch erstaunlich viele überraschende Wendungen und teilweise auch ganz gute Ideen. Spannung vermag Wolfgang Hohlbein sowieso zu erzeugen, seine Sprache ist abwechslungsreich, wenngleich bestimmte Sprachbilder schablonenartig in den meisten seiner Romane sich wiederholen.
Auf jeden Fall gehört die Blutgräfin für mich ohne Zweifel zu den besseren Bänden der Chronik, einige logische Ungereimtheiten verzeihe ich fast jedem der Schriftsteller in diesem Bereich und erhält daher auch aufgerundet von mir diesmal die volle Sternchenzahl.
Verdient hat diese Folge die bei den Chroniken von mir höchst selten vergebene Höchstpunktzahl durch die recht hohe Handlungs- aber auch Ideendichte.
Auch wenn der eigentliche Clou von mir recht früh erahnt wurde, Hohlbein lässt ja auch genügend Hinweise einfließen, so schätze ich eben Bände, die keinen 08/15 Ausgang haben.
Wer Hohlbeins Erzählart liebt, wird diesen Roman nicht auslassen können und für alle anderen ist dieser Roman die Möglichkeit, sich mit Hohlbeins Fantasy anzufreunden.
Die 429 Seiten des regulär zu 22,90 Euro teuren Buches hatte ich in knapp zwei Tagen ausgelesen, was nochmals für die Lesemotivation spricht. Die Illustration des Umschlages passt diesmal sehr gut zum Inhalt des Buches, auch wenn die abgebildete Eule im Vergleich zur Eule im Buch sicherlich erheblich zu klein ausgefallen ist.
Für alle Leser und Fans ab ungefähr 16 Jahren gebe ich diesmal eine klare Leseempfehlung ab. Viel Spaß beim Lesen dieses schaurigen Vampirromans.
59 Bewertungen, 11 Kommentare
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04.02.2009, 08:53 Uhr von Puenktchen3844
Bewertung: sehr hilfreichEin klasse Bericht. LG
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02.02.2009, 14:02 Uhr von giselamaria
Bewertung: sehr hilfreichsehr gut berichtet!! Nur bin ich leider bei dir jetzt bei alten Berichten von 2005, und da ist es ja nicht mehr sinnvoll bw zu bewerten, oder ? Ich glaube nicht. Aber dennoch, sehr gute Tipps über Bücher bei dir zu finden!!! - herzliche Grüße Gisela
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01.08.2008, 02:27 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreichLiEbE GrÜßE.......aNjA
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07.07.2008, 14:36 Uhr von try_or_die87
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße aus Regensburg
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01.10.2007, 22:00 Uhr von _knuddelmonster88_
Bewertung: sehr hilfreichEinen schönen Start in die Woche wünscht Sara
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13.05.2007, 16:54 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLG Damaris
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12.05.2007, 18:35 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichSh & lg Sarah
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28.02.2007, 14:00 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
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19.02.2007, 13:06 Uhr von campimo
Bewertung: sehr hilfreich☺☺☺SH & LG☺☺☺
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16.08.2006, 20:00 Uhr von sape26
Bewertung: sehr hilfreichalso über 16 bin ich schon ein ganzes Stück..daher werd ich mir das zulegen..dürfte mir gefallen glaub ich :)
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14.08.2006, 20:51 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan :>))))
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