Insel Rügen Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von schorschl
Greifswald @ Rügen
Pro:
abwechslungsreiche und erholsame Insel
Kontra:
hier und da treibt sich der Nepp \'rum
Empfehlung:
Ja
Im Juli 1999 verbrachten wir unseren Sommerurlaub an der Ostseeküste. Dieses Vorhaben wurde leider erst nach einigem Wunschdenken erfüllt.
Da wir nicht an einem Ort bleiben wollten, sondern einen breiten Bereich der Küste sehen wollten, entschieden wir uns für die Fahrt mit dem Auto. Von unserem Heimatort Ludwigshafen fährt man am Besten über Berlin, um dann per Landstraße (B194) bis nach Stralsund zu gelangen. Leider ist dieses letzte Stück durch die reine Landstraßenverbindung sehr zeitraubend, die Alternative über die nordwestliche Autobahn her hat uns wegen des erheblich weiteren Weges allerdings abgeschreckt.
Von Stralsund ausgehend suchten wir unser Hotel und sind schließlich auf eine mittelgroße Unterkunft in Greifswald-Wieck gestoßen. Greifswald war uns bis dahin nur durch das Kraftwerk bekannt. Heute wissen wir, daß auch Greifswald eine Hansestadt war/ist und über reichlich schöne Ecken verfügt.
Der Ortsteil Greifwald-Wieck ist ein kleines Fischerdorf und liegt direkt an der Ostseeküste, genauer gesagt am Greifswalder Bodden. Ich finde dies ist eine der schönsten Ecken in Greifswald. Reetgedeckte Häuser an einem wunderschön gelegenen Hafen und als Mittelpunkt eine hölzernde Klappbrücke im holländischen Baustil. Diese ermöglicht auch die Zufahrt zu dem Fischerdorf und führt über den kleinen Fluß Ryck, welcher die Vororte Wieck und Eldena trennt. Unser Hotel, ich meine es hieß Fährhaus, lag direkt zu Füßen dieser Brücke. In diesem Hafen findet man einige schöne Restaurants, welche mit Fischspezialitäten nicht geizen.
Die Innenstadt von Greifswald besteht wie viele Städte dieser Gegend aus einem großen Marktplatz umsäumt von geschichtsträchtigen Giebelhäusern. Es gibt dort auch reichlich Cafe’s und Kneipe, welche zum Verweilen und Ausspannen einladen. Drei Kirchen bestimmen das Stadtbild Greifswald’s. Alle drei Kirchen sind im gotischen Stil erbaut. Zum einen ist die der Dom St. Nikolaus, im Volkmund auch der ‚lange Nikolaus’ genannt. Weiter die ‚dicke Marie’ (St. Marien) und der ‚kleine Jakob’ (St. Jakobi).
Neben dem Fischerdorf Wieck findet sich auch der Ortsteil Eldena wie ich bereits erwähnte. Dieser Ortsteil wird als der Grundstein Greifswaldes genannt. Grundlage war das Kloster Eldena, welche übringens von Greifswald berühmten Sohn Casper David Friedrich in vielen Varianten gemalt wurde. Dieser Casper David Friedrich ist aber vor Allem für seine Bilder der Kreidefelsen bekannt. Und diese wollen wir natürlich auch sehen, so wurde nach einem Besuch auf Rügen sehr viele.
Rügen hat aber nicht nur die Kreidefelsen zu bieten, Rügen ist sehr abwechslungreich und hat mit seinen 574 km Strand bzw. Küste nicht nur Badegelegenheiten im Angebot. Wer auf Rügen per Auto will muß u.U. ein wenig Stau in Kauf nehmen, so ging es zumindest uns. Morgens hin und abends wieder zurück mußten wir oftmals viel Geduld auf der B96, von/in Richtung Stralsund, lassen. Aber man ist ja schließlich im Urlaub und da hat man auch mal Gelegenheit die Gegend in Ruhe anzusehen.
Im Zentrum der Insel liegt Bergen, diese Stadt hat Ihren Namen daher, daß alle Straßen welche zum Zentrum, ein inzwischen schön hergerichteter Markt, führen ansteigen. So hat man es mir erzählt. Bergen ist m.E. die einzige Stadt auf Rügen, auf welche man shoppen kann, so weit man davon reden darf. Besonderes Mitbringsel ist der Bernsteinschmuck, es handelt sich dabei um fossiles, versteinertes Harz. Diesen Schmuck trug mit Vorliebe meine Grundschullehrerin ... naja, gefällt halt’ nicht jedem.
Besonders schön habe ich die Fahrt mit dem ‚Rasenden Roland’ in Erinnerung. Es handelt sich dabei nicht um einen Amokläufer mit selbigen Namen, sondern um eine Schmalspurbahn. Die Dampflok startete in Putbus und fährt in etwas über ein Stunde bis nach Göhren. Für die Entfernung von 24-25 km wahrlich kein Geschwindigkeitsrekord. Aber will heute schon schnell in der Dampflok sitzen, von mir aus hätte die Fahrt noch langsamer sein dürfen. So betrug die Höchstgeschwindigkeit etwa 20-30 km/h und für den Betrag von etwas über DM 50,- (Hin-/Rückfahrt) darf man ja auch ein wenig sitzen bleiben und die Gegend genießen.
Putbus hat herrlich schöne Bauten im klassizistischen Stil, welche durch schön angelegte Parks noch hervorgehoben werden. Im Ortkern gibt es einen groß angelegten Kreisverkehr um einen solchen Parks. Hätte stundenlang im Kreis fahren können, zumindest mit dem Fahrrad.
Mit der Schmalspurbahn fährt man auch am Jagdschloß Granitz vorbei, man kann natürlich aussteigen, denn hier gibt es auch einen Bahnhof. Leider konnten wir die Aussicht vom Turm nicht genießen, da diese zu diesem Zeitpunkt restauriert wurde. So blieb es bei einem kurzen Aufenthalt vor dem im gotischen Baustil gebauten Prachtstück.
Der Zielort des ‚Rasenden Roland’ Göhren ist neben Sellin ganz auf Badegäste eingerichtet. Hier kann man sich vorstellen, wie noch vor hundert Jahren die Berliner betuchten Badegäste ihre Sommerfrische genossen haben. Sehr lange Seebrücken lassen einem tief in die Ostsee trockenen Fußes gehen. Göhren hat einen schönen Kurpark mit einer Konzertmuschel und nicht zuletzt einen gewaltigen Findling mit dem Namen Buskam. Wer nicht baden mag kann die ausgelassenen Badegäste bei einem Spaziergang auf der Promenade beobachten.
An einem anderen Tag verbanden wir den Besuch der Kreidefelsen mit einem Abstecher an den östlichen Punkt der Insel - ‚Kap Arkona’. Von Putgarten aus fährt man mit der ‚Bimmelbahn’ zum Ziel, da man das Auto stehen lassen muß. Ein Spaziergang dorthin ist auch möglich, da es sich um eine Strecke von etwa 2-3 km handelt. Am Ziel angekommen genießt man die Rundumsicht der 3 Türme, ich glaube 2 davon waren Leuchttürme. Beeindruckend waren auch die Schwalben, welche rund um die Türme flogen. Gegen den Wind ankämpfend blieben sie zeitweise in der Luft stehen.
Danach waren wir auf die Kreidefelsen gespannt, schade war auch hier, daß man nicht direkt mit dem Auto annähernd an diese fahren konnte. Statt dessen wird man auf einen Parkplatz ein paar Kilometer entfernt geschleust um dann mit einen Bus an die Kreidefelsen zu fahren. Natürlich alles nicht umsonst. Dies hat uns aber nicht die gute Laune verdorben und die Kreidefelsen sind zu Recht das Highlight der Insel. Schade nur, daß uns erst hinterher einfiel die Kreidefelsen von unten, dem Meer, zu betrachten. Die Kombination zwischen den fast weißen, steil nach unten fallenden Felsen und der manchmal rauhen Ostsee ist nicht zu beschreiben. In diesem Moment sind mir immer wieder die Bilder von Casper David Friedrich eingefallen.
Leider blieb uns keine Zeit für Hiddensee und die vielen anderen Details der wohl schönsten Insel Deutschlands. Ich kann nur jedem empfehlen, welcher mit dem Gedanken spielt Rügen zu besuchen, nimm’ Dir Zeit, solange Du sie hast.
Vielen Dank fürs Lesen und Bewerten,
Gruß Michael
Habe die Kategorie \'Rügen\' gewählt da wir ursprünglich die Insel sehen wollten und von Greifswald, wo wir unsere Unterkunft fanden, so positiv überrascht waren.
Da wir nicht an einem Ort bleiben wollten, sondern einen breiten Bereich der Küste sehen wollten, entschieden wir uns für die Fahrt mit dem Auto. Von unserem Heimatort Ludwigshafen fährt man am Besten über Berlin, um dann per Landstraße (B194) bis nach Stralsund zu gelangen. Leider ist dieses letzte Stück durch die reine Landstraßenverbindung sehr zeitraubend, die Alternative über die nordwestliche Autobahn her hat uns wegen des erheblich weiteren Weges allerdings abgeschreckt.
Von Stralsund ausgehend suchten wir unser Hotel und sind schließlich auf eine mittelgroße Unterkunft in Greifswald-Wieck gestoßen. Greifswald war uns bis dahin nur durch das Kraftwerk bekannt. Heute wissen wir, daß auch Greifswald eine Hansestadt war/ist und über reichlich schöne Ecken verfügt.
Der Ortsteil Greifwald-Wieck ist ein kleines Fischerdorf und liegt direkt an der Ostseeküste, genauer gesagt am Greifswalder Bodden. Ich finde dies ist eine der schönsten Ecken in Greifswald. Reetgedeckte Häuser an einem wunderschön gelegenen Hafen und als Mittelpunkt eine hölzernde Klappbrücke im holländischen Baustil. Diese ermöglicht auch die Zufahrt zu dem Fischerdorf und führt über den kleinen Fluß Ryck, welcher die Vororte Wieck und Eldena trennt. Unser Hotel, ich meine es hieß Fährhaus, lag direkt zu Füßen dieser Brücke. In diesem Hafen findet man einige schöne Restaurants, welche mit Fischspezialitäten nicht geizen.
Die Innenstadt von Greifswald besteht wie viele Städte dieser Gegend aus einem großen Marktplatz umsäumt von geschichtsträchtigen Giebelhäusern. Es gibt dort auch reichlich Cafe’s und Kneipe, welche zum Verweilen und Ausspannen einladen. Drei Kirchen bestimmen das Stadtbild Greifswald’s. Alle drei Kirchen sind im gotischen Stil erbaut. Zum einen ist die der Dom St. Nikolaus, im Volkmund auch der ‚lange Nikolaus’ genannt. Weiter die ‚dicke Marie’ (St. Marien) und der ‚kleine Jakob’ (St. Jakobi).
Neben dem Fischerdorf Wieck findet sich auch der Ortsteil Eldena wie ich bereits erwähnte. Dieser Ortsteil wird als der Grundstein Greifswaldes genannt. Grundlage war das Kloster Eldena, welche übringens von Greifswald berühmten Sohn Casper David Friedrich in vielen Varianten gemalt wurde. Dieser Casper David Friedrich ist aber vor Allem für seine Bilder der Kreidefelsen bekannt. Und diese wollen wir natürlich auch sehen, so wurde nach einem Besuch auf Rügen sehr viele.
Rügen hat aber nicht nur die Kreidefelsen zu bieten, Rügen ist sehr abwechslungreich und hat mit seinen 574 km Strand bzw. Küste nicht nur Badegelegenheiten im Angebot. Wer auf Rügen per Auto will muß u.U. ein wenig Stau in Kauf nehmen, so ging es zumindest uns. Morgens hin und abends wieder zurück mußten wir oftmals viel Geduld auf der B96, von/in Richtung Stralsund, lassen. Aber man ist ja schließlich im Urlaub und da hat man auch mal Gelegenheit die Gegend in Ruhe anzusehen.
Im Zentrum der Insel liegt Bergen, diese Stadt hat Ihren Namen daher, daß alle Straßen welche zum Zentrum, ein inzwischen schön hergerichteter Markt, führen ansteigen. So hat man es mir erzählt. Bergen ist m.E. die einzige Stadt auf Rügen, auf welche man shoppen kann, so weit man davon reden darf. Besonderes Mitbringsel ist der Bernsteinschmuck, es handelt sich dabei um fossiles, versteinertes Harz. Diesen Schmuck trug mit Vorliebe meine Grundschullehrerin ... naja, gefällt halt’ nicht jedem.
Besonders schön habe ich die Fahrt mit dem ‚Rasenden Roland’ in Erinnerung. Es handelt sich dabei nicht um einen Amokläufer mit selbigen Namen, sondern um eine Schmalspurbahn. Die Dampflok startete in Putbus und fährt in etwas über ein Stunde bis nach Göhren. Für die Entfernung von 24-25 km wahrlich kein Geschwindigkeitsrekord. Aber will heute schon schnell in der Dampflok sitzen, von mir aus hätte die Fahrt noch langsamer sein dürfen. So betrug die Höchstgeschwindigkeit etwa 20-30 km/h und für den Betrag von etwas über DM 50,- (Hin-/Rückfahrt) darf man ja auch ein wenig sitzen bleiben und die Gegend genießen.
Putbus hat herrlich schöne Bauten im klassizistischen Stil, welche durch schön angelegte Parks noch hervorgehoben werden. Im Ortkern gibt es einen groß angelegten Kreisverkehr um einen solchen Parks. Hätte stundenlang im Kreis fahren können, zumindest mit dem Fahrrad.
Mit der Schmalspurbahn fährt man auch am Jagdschloß Granitz vorbei, man kann natürlich aussteigen, denn hier gibt es auch einen Bahnhof. Leider konnten wir die Aussicht vom Turm nicht genießen, da diese zu diesem Zeitpunkt restauriert wurde. So blieb es bei einem kurzen Aufenthalt vor dem im gotischen Baustil gebauten Prachtstück.
Der Zielort des ‚Rasenden Roland’ Göhren ist neben Sellin ganz auf Badegäste eingerichtet. Hier kann man sich vorstellen, wie noch vor hundert Jahren die Berliner betuchten Badegäste ihre Sommerfrische genossen haben. Sehr lange Seebrücken lassen einem tief in die Ostsee trockenen Fußes gehen. Göhren hat einen schönen Kurpark mit einer Konzertmuschel und nicht zuletzt einen gewaltigen Findling mit dem Namen Buskam. Wer nicht baden mag kann die ausgelassenen Badegäste bei einem Spaziergang auf der Promenade beobachten.
An einem anderen Tag verbanden wir den Besuch der Kreidefelsen mit einem Abstecher an den östlichen Punkt der Insel - ‚Kap Arkona’. Von Putgarten aus fährt man mit der ‚Bimmelbahn’ zum Ziel, da man das Auto stehen lassen muß. Ein Spaziergang dorthin ist auch möglich, da es sich um eine Strecke von etwa 2-3 km handelt. Am Ziel angekommen genießt man die Rundumsicht der 3 Türme, ich glaube 2 davon waren Leuchttürme. Beeindruckend waren auch die Schwalben, welche rund um die Türme flogen. Gegen den Wind ankämpfend blieben sie zeitweise in der Luft stehen.
Danach waren wir auf die Kreidefelsen gespannt, schade war auch hier, daß man nicht direkt mit dem Auto annähernd an diese fahren konnte. Statt dessen wird man auf einen Parkplatz ein paar Kilometer entfernt geschleust um dann mit einen Bus an die Kreidefelsen zu fahren. Natürlich alles nicht umsonst. Dies hat uns aber nicht die gute Laune verdorben und die Kreidefelsen sind zu Recht das Highlight der Insel. Schade nur, daß uns erst hinterher einfiel die Kreidefelsen von unten, dem Meer, zu betrachten. Die Kombination zwischen den fast weißen, steil nach unten fallenden Felsen und der manchmal rauhen Ostsee ist nicht zu beschreiben. In diesem Moment sind mir immer wieder die Bilder von Casper David Friedrich eingefallen.
Leider blieb uns keine Zeit für Hiddensee und die vielen anderen Details der wohl schönsten Insel Deutschlands. Ich kann nur jedem empfehlen, welcher mit dem Gedanken spielt Rügen zu besuchen, nimm’ Dir Zeit, solange Du sie hast.
Vielen Dank fürs Lesen und Bewerten,
Gruß Michael
Habe die Kategorie \'Rügen\' gewählt da wir ursprünglich die Insel sehen wollten und von Greifswald, wo wir unsere Unterkunft fanden, so positiv überrascht waren.
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