Kampfhundeverordnung Testbericht

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Erfahrungsbericht von Feelein

"Kampfmenschen" und ihre Tiere

Pro:

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Kontra:

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Empfehlung:

Nein

Unterschiedliche Meinungen ergeben eine lebhafte Diskussion und Streit gehört zur Kultur. Aber dies alles muss in einem würdigen Rahmen geschehen. Leider war dies in der Vergangenheit selten möglich, denn nicht alle Diskussionen verliefen fair. Deshalb haben wir auch diesen Artikel geschrieben.

Wir haben mittlerweile viele Staffordshireterrier und Pitbulls in den Tierheimen, weil diese Rassen aufgefallen waren durch Beißunfälle – aber die Hintergründe wollte keiner sehen.

Jugendliche, oftmals aus sozialen Brennpunkten, benutzen diese Hunde, neben Fäusten und oftmals Schlagringen und Messern, zum aufpolieren ihres eigenen Egos. Mit einem Hund, der Angst und Schrecken verbreitet, ist man jemand! Mit diesem Hund treibt man Passanten auf die andere Straßenseite! Mit diesem Hund untermauert man seine verbalen Attacken, und drohend erhobene Fäuste haben noch mehr Wirkung!

Der Hund, dem moralische Begriffe wie \"gut und böse\" fremd sind, rettet mit dem gleichen Eifer Menschen aus Not aber lässt sich genauso freudig abrichten, andere Tiere und sogar Menschen anzugreifen, diese zu verletzen und im schlimmsten Fall zu töten.

Das ist nicht der Hund – sondern der „Kampfmensch“ der hier SCHADEN anrichtet.

Ich erlaube mir eine völlig unwissenschaftliche Bemerkung:
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Der Mensch ist das Schicksal der Hunde!

Schuldig durch falsche Zucht!

Schuldig durch falsche Haltung!

Schuldig durch falsche Abrichtung!

Schuldig durch falsche Umwelteinflüsse!

Schuldig durch Quälereien!

Sozialarbeiter aus sozialen Brennpunkten berichteten von unglaublichen Methoden, Hunde scharf zu machen. Es handelte sich immer um Pits und Staffs.

Salzgaben mit anschließendem Wasserentzug, Schlafentzug, Brennen mit Zigaretten, Schnitte mit Rasierklingen, Hetzen aufeinander- um nur einige Beispiele zu nennen.

Wir hatten einige dieser bedauernswerten Geschöpfe im Tierheim! Ein Welpe mit abgeschnittenen Ohren, eine Hündin mit unzähligen Schnitten am Bauch, ein Hund, halb wahnsinnig vor Durst, Hunde, die sich in den Ästen der Bäume verbissen, nicht mehr losließen, auch als das Blut schon aus dem Maul lief! Hunde, die angriffen, als sie ein Wort aus dem normalen Sprachgebrauch hörten! Hunde, die abgerichtet waren auf das Schnicken eines Feuerzeuges!

Pits, die völlig zernarbt und mit frischen und alten Wunden übersät waren, wurden von der Kriminalpolizei ins Tierheim gebracht! Zeugenschutz hatte der Halter! Nach seiner Aussage vor Gericht bekam er seine Hunde zurück!

Hunde, die ihr Leben in Kennels verbrachten, bis auf ihre \"Einsätze\", wurden von uns nach der Verhaftung der Halter auf Bitte der Polizei abgeholt.

Welpen, die sich im Alter von 6 Wochen zerbissen!

Hündinnen, die ihre Welpen im Alter von vier Wochen bissen!

Pits, die im Tierheim Menschen und Tiere anfielen und verletzten!

Hatten wir diese Tiere im Tierheim, waren Pöbeleien von \"Besuchern\" und Interessenten der Hunde an der Tagesordnung, selbst das Personal wurde bedroht!

Es wurde immer schwerer, die Hunde in geeignete Hände zu vermitteln - heute ist es fast unmöglich geworden.

Familien drohten auseinander zu brechen, Androhung von Kündigung der Wohnung, Schulfreunde durften sich nicht mehr besuchen, all das - weil ein Pit oder Staff in der Familie lebte!

Wo also sollten die Tiere hin? Dafür gab es keine politische Lösung!

Oftmals war eine Resozialisierung nicht mehr möglich. Die Hunde waren eine tödliche Gefahr für ihre Umwelt.

Eine Ethikkommission wurde in unserem Verein gegründet. Sie entscheidet, ob ein Hund getötet werden muss.

Der Mensch hatte versagt, der Hund bezahlte mit seinem Leben.

Eine Entscheidung, die uns nicht nur traurig machte, auch unser Zorn wurde immer größer.

Die Behörden hatten versagt, jahrlang geschwiegen, der ehrenamtliche Tierschutz musste nun der Vollstrecker sein!

Das Kompetenzgerangel zwischen den einzelnen Behörden begann. Ping Pong Ball zwischen den Ämtern!

Schon bestehende Verordnungen wurden vor der neuen Verordnung nicht befriedigend umgesetzt. Warum also immer der Schrei nach neuen Gesetzen, wenn schon die alten nicht ausgeschöpft werden?

Und den Tieren geschah weiterhin Unrecht!

Und die Menschen hatten weiterhin Angst!

Ja, und dann kam über Nacht die Verordnung!

Plötzlich wollte jeder Politiker die Bürger und Bürgerinnen schützen! Jetzt, gleich, sofort!

Als vor 15 Jahren zwei Schäferhunde ein Kind in Giessen-Wieseck tot bissen, da gab es einen tiefen Seufzer des Bedauerns.

Kein Zweifel, die Problematik mit Hunden wuchs.

Es muss doch den Behörden und auch der Politik klar gewesen sein, dass wir trotzdem kein Hundeproblem, sondern ein Gesellschaftsproblem haben.

Die Verordnung hat unzählige, anständige Hundehalter nicht nur verunsichert, sondern auch in Angst und Schrecken versetzt.

Aber- es sind die kriminellen Hundehalter, denen wir letztendlich die Verordnung und den ganzen Ärger und Kummer zu verdanken haben.

Diese Menschen sind durch nichts zu erschüttern!

Das alles belastet nur die unbescholtenen Bürger mit ihren unauffälligen Familienhunden!

Sie leiden unter den Pöbeleien, sie wurden in einem Atemzug genannt mit denen, die die Verursacher der schlimmen Vorfälle waren. Diese allerdings fürchten sich weiterhin vor nichts und niemanden.

Die Vermittlung von Pits und Staffs ist unmöglich geworden, die Gesellschaft lehnt die Hunde weiterhin ab.

Was also hat die Verordnung gebracht? Weiterhin werden die Hunde gezüchtet. Klar ist, wenn kaum noch seriöse Liebhaber dieser Rassen die Hunde halten wollen oder wegen gesellschaftlichen Druck nicht halten können, sind doch wieder die Menschen die Käufer der Hunde, die überhaupt keine Tiere haben sollten. Und was sind es für Züchter, die weiterhin Hunde auf eine Welt kommen lassen, für die kein Platz zu sein scheint?

Der Tierschutz fordert:

Wir brauchen ein Heimtiergesetz! Man kann das Züchten von Hunden nicht alleine den Zuchtverbänden überlassen!

Die kommerzielle Hundezucht gehört verboten!

Der Handel und der Import von Hunden gehört radikal eingeschränkt!

Hundezucht darf nicht in Zwingern stattfinden!

Die Betreuung der Zuchttiere muss nicht nur im Detail festgesetzt, sondern auch regelmäßig behördlich überwacht werden!

Das Abrichten von sog. Schutzhunden von Privatleuten gehört verboten!

Vor Anschaffung eines Hundes ab einer festzulegenden Größe ist eine Genehmigung einzuholen!

Die Fähigkeiten des Halters und die Unterbringung müssen vor Anschaffung eines großen Hundes geprüft werden!

Ein Tierhaltungsverbot auf Zeit oder auch Dauer ist auszusprechen, wenn einmal ein Hund auf andere Tiere oder Menschen gehetzt wurde!

Leinen- und Maulkorbzwang generell schafft aggressive Hunde! Deshalb sind disziplinarische Maßnahmen für ungeeignete Hundehalter und nicht für unauffällige Hunde auszusprechen!

Der Gesetzgeber ist gehalten, den Halter unter Strafe zu stellen, wenn dieser einen Hund vorsätzlich oder fahrlässig außer Kontrolle entlässt, der dann Menschen und Tiere schädigt!\"

Hundesteuererhöhung für einzelne Rassen sind m. e. nicht geeignet, Probleme zu lösen. Dies würde auch wieder nur den gesetzestreuen Bürger treffen. Die \"Problemverursacher\" haben ihre Hunde meistens gar nicht angemeldet, entziehen sich somit jeglicher Forderung!

Persönliche und sachliche Voraussetzungen müssen bei jedem Züchter und Halter gewährleistet sein. Ganz banal gesagt:

Anständige und fähige Menschen haben auch gesellschaftsfähige Hunde.

Diese notwendige Sachkunde zu überprüfen, erfordert sicherlich auch eine Aufstockung des Personals der zuständigen Dienstbehörden. Sonst haben wir einen Vollzugsdefizit. Wenn wir nicht die Ursachen bekämpfen, sondern immer die Symptome, so wird sich nichts verändern und weiterhin wird vielen Tieren und ihren Haltern Unrecht geschehen.

Ist man nicht bereit, die notwendigen, finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, so haben wir ein unnutzes Stück Papier mit einer unnötigen Verordnung!

Noch einmal möchte ich betonen:

Unfälle mit aggressiven Hunden haben ihre Ursache in der Verantwortungslosigkeit der Menschen. Deren oftmals gewolltes Fehlverhalten schafft die Grundlage zu Unfällen mit Hunden. Hier haben wir auf der einen Seite die leidtragenden Menschen, aber auf der anderen Seite auch die verhaltensgestörten Hunde als die Opfer.

Unfälle mit Hunden rufen Hundeangst und Hundehass hervor. Und dies hat der Hund, der tapfer sei einigen Tausenden von Jahren den Weg in die heutige Zivilisation mit uns marschiert ist, und bis zum heutigen Tag unschätzbare und unverzichtbare Dienste für uns Menschen tut, wahrlich nicht verdient.

Wenn Sie Hundehalter sind, erziehen Sie Ihr Tier zu einem verträglichen Familienmitglied, der nirgendwo unangenehm auffällt.

Wir alle müssen helfen, dass der Hund auch weiterhin ein wertvolles Mitglied in unserer Gesellschaft ist.

Helfen Sie alle mit, dass den Tieren kein Unrecht geschieht.

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