König der Löwen Testbericht

No-product-image
ab 10,41
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
5 Sterne
(16)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Preis-Leistungs-Verhältnis:  gut
  • Empfehlenswert:  ja

Erfahrungsbericht von Musical-World

Ein Buch und 3 CD´s über Disneys Löwenheld

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Unter der Regie von Julie Taymor entstand 1998 am Broadway eine der spektakulärsten Bühnenadaptionen eines Zeichentrickfilms aus den Disney-Studios. Anders als beim \"Glöckner von Notre Dame\" und \"Die Schöne und das Biest\", die sich stilistisch beinahe bis ins kleinste Detail an ihren Kinovorbildern orientierten, schaffte Julie Taymor mit ihrem besonderen Designverständnis eine völlig neue Welt, die durch die innovative Verbindung von Tiermasken und Schauspielern ein neues, intensives Theatererlebnis vermittelt, das mit 6 Tony Awards und weiteren 19 renommierten Preisen ausgezeichnet wurde.

Nicht nur die phantastischen Tierkostüme und das beeindruckende Make-up der Hauptcharaktere, sondern auch der im wahrsten Sinne des Wortes \"lebende\" Dschungel oder die verdorrte Savanne erwachen durch den Ideenreichtum der Regisseurin durch bunt kostümierten Menschen als Gräser, Blumen oder Vögel. Obwohl alles bombastisch inszeniert worden ist, beeindrucken die schönsten Bilder der Show durch ihre Einfachheit, wenn z.B. zu Beginn des Musicals die rote Sonne als sich auffaltender Seidenkreis aufgeht oder die Savanne nach Scars Missmanagement austrocknet, indem ein blaues Stück Stoff langsam im Bühnenboden verschwindet.

Julie Taymor persönlich führt den Leser in \"Disney´s DER KÖNIG DER LÖWEN: Das Broadway Musical\" auf 202 kurzweiligen, großformatigen und reich bebilderten Seiten von der Produktionsplanung bis zur Broadwaypremiere.

Der Blick hinter die Kulissen dokumentiert die Entwicklungsentwürfe von Kostümen, Masken und Bühnenbildern und zeigt interessante Bilder von traumhaften Visionen, undurchführbaren Plänen, unpraktischen Miniaturen bis hin zur tatsächlichen Realisierung. Aufnahmen von den ersten Proben der unbeholfenen Schauspieler mit überdimensionalen Masken sind ebenso vertreten wie wirklich scharfe und atmosphärisch wirkende Fotos aus dem Endstadium der Show.

Der erläuternde Text ist kurzweilig und informativ.
Doch Vorsicht: hier wird so mancher Trick, der das Publikum im Zuschauerraum begeistert aufatmen lässt, wie der meterhohe Wasserfall, den Timon hinabstürzt, oder die atemberaubende Stampede der Gnus, in der Simbas Vater sein Leben verliert bis hin zum schimmernden Löwengesicht am Sternfirmament, gnadenlos ans Licht gebracht.

Abgerundet wird dieses durchweg gelungene Buch durch 13 Zusatzseiten, die speziell die deutsche Produktion im Hamburger Hafen dokumentieren und auch wenn es hier nur Fotomontagen vom fertigen Theater und wenige Probenbilder zu bewundern gibt, schließen diese Seiten den ewigen Kreis des Disney-Spektakels kunstvoll ab.

Fazit: Detailbessenheit zum Nachvollziehen: Prädikat besonders wertvoll!

Julie Taymor: Diney´s Der König Der Löwen, Das Broadway Musical
ISBN 3-7704-0859-4, 2001
(deutsche gebundene Ausgabe)


Die musicalische Seite:

1. Original Broadway Cast mit Jason Raize, Heather Headley, Tsidii Le Loka, John Vickery, Samuel E. Wright
Musik: Elton John, Lebo M, Mark Mancina, Hans Zimmer
Texte: Tim Rice, Jay Rifkin, Julie Taymor
64 min, 54 sec
Walt Disney Records 1997

Viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Für die Bühnenfassung des Disneys Zeichentrickfilms \"Der König der Löwen\" von 1994 gilt dieses Sprichwort nicht! Was das kreative Team an Komponisten und Textern auf die Beine gestellt hat, um den König der Tiere im Theater beeindruckend brüllen zu lassen, hat die Kritiker der Broadway-Premiere 1997 buchstäblich von den Sitzen gefegt und dem \"Lion King\" so manchen Tony-Award beschert.

Schon der Trickfilm ging spektakuläre neue Wege. Frei nach Shakespeare lernt der junge Simba seine künftigen Aufgaben als Herrscher der Tiere von seinem ehrwürdigen Vater Mufasa. Doch der hat in seinem Bruder Scar einen ernstzunehmenden Rivalen.
Durch einen Hinterhalt der unterwürfigen Hyänen schafft es Scar in einer Stampede Mufasa zu töten. Simba macht sich Vorwürfe, da er denkt, sein Vater sei durch sein Verschulden gestorben und flieht verstört in die Wüste, wo ihn die Taugenichtse Timon und Pumbaa auflesen und durch seine Jugend begleiten.
Durch Missmanagement des neuen Königs liegt das einst blühende Land in öden Schatten und droht zu verdorren. Scars Heirat mit der jungen Nala (Simbas Spielgefährtin) soll die Wogen in der aufrührerischen Tiergemeinschaft glätten, doch Nala flieht in die Wüste.
Hier trifft sie auf Simba, den sie ermutigt, sein Exil aufzugeben, um das Land seines Vaters zu retten. Es kommt zum dramatischen Kampf der beiden Widersacher, denn es kann nur einen Herrscher geben, um den ewigen Kreis aufrecht zu erhalten...

Der Kinohit mit dem Soundtrack von Elton John und Hans Zimmer (Instrumentalmusik) heimste gleich zwei Oscars ein, u.a. für die romantische Liebesballade \"Can You Feel The Love Tonight\". Die Popsongs, angeführt von der eindrucksvollen Hymne \"Circle Of Life\", sind Ohrwürmer ohne den typischen Musicalcharakter. Sie inspirierten den Zulu-Afrikaner Lebo M zu einem zweiten Album \"Rhythm Of The Pride Lands\", bei dem die Ursprünglichkeit Afrikas mit ihren Stammestänzen frei nach dem \"Hakuna Matata\"-Motto im Mittelpunkt steht. Gemeinsam standen diese beiden Alben Pate für das musikalische Grundgerüst der Broadway-Bühnenfassung von \"The Lion King\".

Und die Mischung von afrikanischer, traditioneller und moderner Popmusik macht den besonderen Reiz der Produktion aus: auch wenn der Zuhörer kein Wort Zulu versteht, kann man sich den rhythmischen Urgesängen nicht entziehen und der Funke springt auf der Bühne durch eine grandiose Umsetzung durch Kostüme und Dekoration über (wer schon einmal ein afrikanisches Musical wie \"Sarafina\" oder \"Magic At Four\" Live im Theater erlebt hat, wird mich sicher verstehen).

Hinzu gekommen sind aber noch weitere Lieder, die eher ins Fach Musical einzuordnen sind: \"The Morning Report\" als Gute-Laune-Song, \"Chow Down\" als Hard-Rock-Hit, \"The Madness Of King Scar\" als Dialog-Song und der Smash-Hit \"Shadowland\" als Öko-Ballade.

Auch wenn Tsidii Le Loka´s Version von \"Circle Of Life\" etwas hinter dem Original von Carmen Twille zurückbleibt, ist die Leistung des Ensembles mehr als überdurchschnittlich. Besonders erwähnenswert sind die exzellenten Stimmen von Scott Irby-Ranniar und Kajuana Shuford als junger Simba und Nala. Für die Deutschland-Premiere im Hamburger Hafen (das Buddy-Zelt wird umgerüstet) im Dezember 2001 werden gerade diese beiden Kinderrollen sicher nicht leicht zu besetzten sein. Doch wird sich auch das deutsche Publikum dem Zauber des \"Königs der Löwen\" sicher nicht entziehen können.

Fazit: Der Soundtrack war klasse, doch die Broadway-Musical-Fassung geht noch einen Schritt weiter!


2. Original German Cast mit Gino Emnes, Velephi Patricia Mnisi
Musik: Elton John, Lebo M, Mark Mancina, Hans Zimmer
Texte: Tim Rice, Jay Rifkin, Julie Taymor; Deutsch von Micheal Kunze, Frank Lenart
11 min, 44 sec
Promotion-CD als Beilage des STERN 2001

Bevor der \"König der Löwen\" für mindestens 4 Jahre seine Deutschland-Residenz im Hamburger Hafen am 2. Dezember 2001 bezieht, promotet die Stage Holding nach \"Elisabeth\" ihr zweites Musicalprojekt auf eine für den Musicalfan besonders interessante Art und Weise: in der Ausgabe Nr.49 des \"STERN\"-Magazins vom 29.11.01 wird nicht nur mit einem längeren Artikel und schönen Fotos ein optischer Blick hinter die Kulissen gewährt, sondern auch akustisch ist das erste Brüllen von Simba und Co. auf einer fast 15 minütigen CD zu hören.

Vier komplette Songs sollen auf den neuen Musicalhit aufmerksam machen: im Opener \"Der Ewige Kreis\" zeigen Chor und Orchester, dass sich die deutsche Produktion in Bezug auf die beeindruckend pompöse Orchestrierung nicht verstecken muss, in der \"Endlosen Nacht\" verführt die angenehm sanfte Stimme des niederländischen Hauptdarstellers Gino Emnes (Simba) mit einer melancholischen Ballade (neu in der Musicalfassung), die durch Aufbau und Text stark an die \"Starlight Express Sequenz\" aus dem Webber-Stück erinnert, ihr aber in Kraft und Ausdruck in nichts nachsteht, dem romantischen Liebesduett \"Kann Es Wirklich Liebe Sein\", welches nach einem etwas missglückten und schwachen Intro doch noch den nötigen Drive bekommt, und dem rhythmischen \"Er Lebt In Dir\" als gloriosem Finale.

Eine gelungene Mischung, die jeden Fan die Theaterkassen stürmen lassen wird?
Der einzige Wermutstropfen der Aufnahme besteht - wie schon so oft bei deutschen Produktionen - in der miserablen Textverständlichkeit der stimmlich starken ausländischen Darsteller: bei der Besetzung der Rollen wurde strikt darauf geachtet, dass viele Castmitglieder fließend Zulu sprechen können - nur hätte man auch darauf achten sollen, dass sie die deutsche Sprache ebenso beherrschen!
Leider leidet die Qualität der Aufnahme besonders stark unter der akzentbehafteten Aussprache. Was bei \"Endlose Nacht\" und \"Kann Es Wirklich Liebe Sein\" noch sympathisch unbeholfen klingt, ist bei den beiden anderen Titeln ein richtiges Ärgernis. Doch die Produzenten haben bereits deutlich gemacht, dass alle Darsteller noch intensive Nachhilfe in korrekter Aussprache bekommen werden - und dies ist sicherlich ein guter Grund dafür, dass wir uns bis zum Erscheinen der deutschen Castaufnahme noch bis März 2002 gedulden müssen!

Fazit: Großartiges Genuschel auf einer Gratis-CD, die das Warten auf die Casteinspielung verkürzt.


3.Original Hamburg Cast mit Velephi Patricia Mnisi, Gino Emnes, Senhit Zadik Zadik, Joachim Benoit, Marc Hetterle
Musik: Elton John, Lebo M, Mark Mancina, Hans Zimmer
Texte: Tim Rice, Jay Rifkin, Julie Taymor, Deutsch von Michael Kunze
66 min, 51 sec
BMG Records 2002

Die seit der Premierenfeier im Dezember 2001 im Hamburger Hafen \"Most Wanted\" Musical-CD in Deutschland war wohl die deutsche Originalaufnahme zu Disney´s \"König der Löwen\". Fast ein halbes Jahr mussten die Löwen-Fans auf das begehrteste Musicalsouvenier warten, nun ist die CD endlich erschienen.

Hat sich die Wartezeit auf die Produktqualität positiv ausgewirkt?
Einziges Manko der deutschen Premiere war die mittelmäßige Textverständlichkeit der zumeist afrikanischen Akteure, der wohl beste Grund für die STAGE HOLDING, die CD-Einspielung so lange zu verzögern, bis sich alle Darsteller richtig \"eingesungen\" haben.

Diese Rechnung ist zum größten Teil aufgegangen, denn Senhit Zadik Zadik als Nala, Gino Emnes als Simba und Michael Edward Stevens hat die Verschiebung der Ensemble Aufzeichnung auf den 27.02-08.03.2002 hörbaren Gewinn an Deutschkenntnissen im Vergleich zur vorher eingespielten Promo-CD eingebracht. Einzig die unglaublich Stimmstarke Velephi Patricia Mninsi hat leider immer noch größere Schwierigkeiten Rafikis Part in reinem Hochdeutsch zu präsentieren und auch die drei Hyänen Anastasia Bain, Jerrel Houtsnee und Enrique Segura verschlucken den ein oder anderen Scherz.
Doch allen anderen Befürchtungen zum Trotz ist das deutsche Cast-Album \"Der König der Löwen\" DIE Musical-CD des Jahres 2002!

Dafür sorgt nicht nur das grandios aufeinander abgestimmte 56-köpfige Ensemble, das mit authentischer Zulu-Mentalität bereits nach den ersten Klängen eine unter die Haut gehende Atmosphäre von ausgedehnten Savannen und ungetrübter Lebensfreude bis hin zu dramatischen Todeskämpfen und herzzerreißender Trauerklage schafft - und dies mit Worten in original Zulu-Afrikanisch, die kein deutscher Zuhörer wörtlich übersetzen kann, aber trotzdem irgendwie zu verstehen glaubt.
17 Musiker des Hamburger Orchesters sorgen für den satten Sound des aufwendigen Scores, der hier durch eingefügte Percussion-Elemente und erweiterte Zwischenspiele sogar die original Broadway-Fassung in den Schatten stellt. Besitzer einer Dolby Surround-Anlage kommen in den Genuss einer perfekten Abmischung, die den gesamten Raum ausnutzt, eine klare Trennung einzelner Charaktere schafft und diese aus dem Hauptchor herauslöst.

Keine Schwierigkeiten mit den deutschen Texten, die von Profitexter Michael Kunze routiniert und ohne größere Peinlichkeiten (auch wenn \"Putz Weg\" - im Original \"Chow Down\" - etwas hölzern klingt) übersetzt wurden, haben Joachim Benoit, der als Zazu einen überschäumenden \"Morgenreport\" abliefert, und Marc Hetterle als böser Scar, dessen erotisch-verführerische Stimme zwar nur zu mittelmäßigem Sprechgesang ausreicht, jedoch schauspielerisch brillante Highlights setzt.

Mit 67 Minuten Spielzeit und einem Foto-Booklet mit den kompletten Songtexten könnte man bereits mehr als zufrieden sein, doch die Multimedia-CD weist am Computer noch einige wirklich sehenswerte Extras auf.
4 Interviews mit Darstellern und Kostümbildnerin Julie Taymor gewähren einen Blick hinter die Kulissen der Hamburger Produktion. Über 3 Minuten eines imposanten Musical-Trailers, wie man ihn sonst nur aus dem Kino kennt, verschaffen als perfekte Werbeplattform auch einen visuellen Eindruck des Bühnengeschehens, die spätestens nach dieser CD-Einspielung jeder Musicalfan einmal Live erleben möchte!


...und was sagt die Stage Holding über ihre CD?

Offizielle Pressemitteilung zur Cast-Aufnahme

Disneys DER KÖNIG DER LÖWEN erstmals im deutschen Original: ein musikalisches Stück Afrika

Eine einzigartige Symbiose von afrikanischer Rhythmik und anglo-amerikanischen Popsound - endlich auf CD

Hamburg, 16. April 2001 - Vier Monate nach der euphorisch gefeierten Premiere von Disneys DER KÖNIG DER LÖWEN im Dezember 2001 kommt die deutschsprachige Original-CD des preisgekrönten Musicals in den Handel (BMG). Neben 20 Songs in einer Gesamtlänge von rund 67 Minuten bietet die CD ein ausführliches Booklet mit allen deutschen Texten und als Extra einen informativen Multimedia-Part mit Interviews und Szenenelementen aus der Hamburger Produktion.

Eingespielt von dem 56-köpfigen internationalen Ensemble und den 17 Musikern des Orchesters der Produktion im Theater im Hamburger Hafen, transportiert die CD eine außergewöhnliche Mischung aus anglo-amerikanischem Popsound angereichert und ergänzt durch Rhytmik-Elemente der südafrikanischen Folklore: Die Filmmusik von Elton John und Tim Rice wurde für die Bühnenversion um einige Songs erzänzt. Die prominenten afrikanischen Elemente stammen aus der Feder von Südafrikaner Lebo M sowie Mark Mancina und Jay Rifkin und werden von über 100 größtenteils landestypisches Instrumenten und afrikanischen Chören getragen. Seit Dezember 2001 lockte das afrikanische Märchen bereits über 250.000 Zuschauer in den Hamburger Hafen.

11 Bewertungen